Samstag, 10. Juli 2021

6. Sonntag nach Trinitatis

11. Juli 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 6. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.49. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr". Auf dieser Internetseite schreibt Manfred Senftleben zum Thema des Sonntags: "Am 6. Sonntag nach Trinitatis hören wir von der Taufe, dass wir durch sie zu Gottes Volk hinzuberufen sind. Die Taufe läßt uns teilhaben an dem Tod und der Auferstehung Jesu, und so haben wir auch Teil an dem wunderbaren Licht, das mit Jesus in diese Welt leuchtet."

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein. (Jes 43,1)

Lieder im Gottesdienst

fT 15,1-3 - Und ein neuer Morgen
oder: fT 4 Eingeladen zum fest des Glaubens
Psalm 139 in Verbindung mit fT 91 Kehrvers Strophe 1 - vgl. Freitöne Seite 232
fT 132 Ich steh dazu
fT 45 Stimme, die Stein zerbricht
fT 177 Freunde dass der Mandelzweig

Psalm 139 (zusammen mit fT 91 Kehrvers)

1 HERR, du erforschest mich
und kennest mich.
2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;
du verstehst meine Gedanken von ferne.
3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich
und siehst alle meine Wege.
4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge,
das du, HERR, nicht schon wüsstest.
5 Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
6 Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch,
ich kann sie nicht begreifen.
7 Wohin soll ich gehen vor deinem Geist,
und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
8 Führe ich gen Himmel, so bist du da;
bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.
9 Nähme ich Flügel der Morgenröte
und bliebe am äußersten Meer,
10 so würde auch dort deine Hand mich führen
und deine Rechte mich halten.
11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken
und Nacht statt Licht um mich sein –,
12 so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir,
und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.
 

Epistel Röm 6, 3-8

Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? 4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. 5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. 6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen. 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. 8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.

Predigttext Exodus 8

8 Die Israeliten waren unter der Macht einer starken Hand ausgezogen. 9 Und die Ägypter jagten ihnen nach mit Rossen, Wagen und ihren Männern und mit dem ganzen Heer des Pharao und holten sie ein, als sie sich gelagert hatten am Meer bei Pi-Hahirot vor Baal-Zefon.

10 Und als der Pharao nahe herankam, hoben die Israeliten ihre Augen auf, und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her. Und sie fürchteten sich sehr und schrien zu dem HERRN 11 und sprachen zu Mose: Waren nicht Gräber in Ägypten, dass du uns wegführen musstest, damit wir in der Wüste sterben? Warum hast du uns das angetan, dass du uns aus Ägypten geführt hast? 12 Haben wir’s dir nicht schon in Ägypten gesagt: Lass uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen? Es wäre besser für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben. ...

15 Und der HERR sprach zu Mose: Was schreist du zu mir? Sage den Israeliten, dass sie weiterziehen. 16 Du aber hebe deinen Stab auf und recke deine Hand über das Meer und teile es mitten durch, sodass die Israeliten auf dem Trockenen mitten durch das Meer gehen. 17 Siehe, ich will das Herz der Ägypter verstocken, dass sie hinter euch herziehen, und will meine Herrlichkeit erweisen an dem Pharao und aller seiner Macht, an seinen Wagen und Männern. 18 Und die Ägypter sollen innewerden, dass ich der HERR bin ...

21 Als nun Mose seine Hand über das Meer reckte, ließ es der HERR zurückweichen durch einen starken Ostwind die ganze Nacht und machte das Meer trocken und die Wasser teilten sich. 22 Und die Israeliten gingen hinein mitten ins Meer auf dem Trockenen, und das Wasser war ihnen eine Mauer zur Rechten und zur Linken. 23 Und die Ägypter folgten und zogen hinein ihnen nach, alle Rosse des Pharao, seine Wagen und Männer, mitten ins Meer. ...

26 Aber der HERR sprach zu Mose: Recke deine Hand aus über das Meer, dass das Wasser wiederkomme und herfalle über die Ägypter, über ihre Wagen und Männer. 27 Da reckte Mose seine Hand aus über das Meer, und das Meer kam gegen Morgen wieder in sein Bett, und die Ägypter flohen ihm entgegen. So stürzte der HERR sie mitten ins Meer. 28 Und das Wasser kam wieder und bedeckte Wagen und Männer, das ganze Heer des Pharao, das ihnen nachgefolgt war ins Meer, sodass nicht einer von ihnen übrig blieb. …

30 So errettete der HERR an jenem Tage Israel aus der Ägypter Hand. Und sie sahen die Ägypter tot am Ufer des Meeres liegen.

Predigt

Wir nähern uns dem nicht ganz einfachen Predigttext schrittweise. Er gehört zum 6. Sonntag nach Trinitatis, an dem wir uns an die Taufe erinnern, weil Gott die Israeliten durchs Wasser führte und errettet, wie er uns in der Taufe neues und ewiges Leben schenkt. 

Was mir allerdings schon als Kind nicht gefallen hat, ist der Erzählstrang, dass die Ägypter mit Ross und Wagen umkamen. Insbesondere die Pferde taten mir leid. Aber ich fand es faszinierend, dass Gott sein Volk Israel aus höchster Not rettet. Das würden wir uns heute auch so manches Mal in unserem Leben wünschen.

Doch damit ist der Text natürlich nicht erschöpfend gedeutet. Schauen wir zunächst auf die Ägypter. Was treibt sie an. Unter dem Eindruck der 10 Plagen hatten sie die Israeliten ziehen lassen. Sehr schnell allerdings merkten die Ägypter, dass ihnen die billigen Arbeitskräfte fehlten. Das ist ja bis heute so. Wo mehr bezahlt werden muss als zwingend erforderlich, da werden alternative, billigere Wege gesucht. Im Fall der Israeliten wollte der Pharao die Geflohenen zurückholen, wenn es sein musste, mit Gewalt. 

Da die Ägypter nur ihren Profit und ihren Gewinn, aber auch ihre Macht im Blick hatten, ignorierten sie die offenkundige Gefahr. Sie zogen sehenden Auges in den Untergang. Der Verstand, aber auch das Herz hätte ihnen sagen müssen, dass der wundersame Weg durchs Meer nicht für sie bestimmt sein konnte. Aber das blendeten sie aus. Zurückstecken war nicht ihre Sache. Und so kam zwangsläufig das Verderben. 

Wäre Mose nicht gewesen, der auf Gottes Zusage vertraute - und genau an dieser Stelle ist der Unterschied: Vertrauen auf Gott, Blick auf Gewinn und Macht - , die Ägypter hätten leichtes Spiel gehabt. Die Israeliten wären den alten Herren ohne viel Aufhebens gefolgt. “Warum hast du uns das angetan, dass du uns aus Ägypten geführt hast?”, so halten sie es Mose vor. “Haben wir’s dir nicht schon in Ägypten gesagt: Lass uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen? Es wäre besser für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben.”

Da hätten sich dann die richtigen gefunden. Die einen, die billige Arbeitskräfte suchten, die anderen, die die Freiheit wohl verlockend fanden - versucht hatten sie es ja -, aber wenn sie dafür einen persönlichen Preis zahlen müssten, wenn sie kämpfen und dabei vielleicht sogar sterben müssten, so viel war ihnen die Freiheit dann doch nicht wert. Der Weg des geringsten Widerstands ist zwar nicht unbedingt schön und er genießt auch kein hohes Ansehen, aber dieser Weg ist bequem. Man bekommt gesagt, was zu tun ist, und man muss nicht allzuviel selber nachdenken und entscheiden. Und wenn dann der Magen noch gefüllt ist - die Fleischtöpfe Ägyptens sind sprichwörtlich geworden - was will man mehr. 

Gott will für sein Volk allerdings viel mehr - wie die Israeliten es sich in Ägypten gewünscht hatten, will Gott für sie Freiheit. Aus dem Sklavenhaus Ägypten will er sie in ein Land führen, wo Milch und Honig fließen. Letztendlich hat Gott auch uns das in der Taufe versprochen: Frei von der Macht der Sünde sollen wir unser Leben gestalten. Nur heißt Freiheit eben nicht, dass einem alles in den Schoß fällt. Und der Weg ins gelobte Land war durchaus ein langer Weg, ein steiniger Weg, auf dem manche Hindernisse überwunden werden mussten. So, wie das bei uns auch ist.

In der brenzligen Situation am Schilfmeer war es erst einmal das Gottvertrauen eines Mannes, der das Volk vor der erneuten Sklaverei bewahrte. Wäre Mose nicht gewesen, die Israeliten wären umgekehrt. Allein das Vertrauen dieses einen ermöglichte es den vielen, auf dem Weg in die Freiheit weiterzuziehen und nicht schon auf den ersten Metern zu scheitern. Am Berg Sinai angekommen bekannte das Volk unter dem Eindruck der Erlebnisse während der Wüstenwanderung auf der einen Seite einmütig: “Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun.” Auf der anderen Seite wichen sie sehr schnell vom eingeschlagenen Weg ab und bauten sich ihren eigenen Gott, das Goldene Kalb. “Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat!” So wankelmütig ist das menschliche Herz. 

Nur Gott hält an seinem Versprechen fest. Nachdem Israel die Zehn gebote empfangen hat, dauert es zwar 40 Jahre, bevor man ans versprochene Ziel gelangt, und von der Generation, die aus Ägypten aufbrach, betreten nur zwei das Gelobte Land - Josua und Kaleb - aber Gott erfüllt seine Verheißung und Israel kann das Land in Besitz nehmen, wie es den Vätern versprochen war. 

Was bedeutet das nun für uns? Heute am 6. Sonntag nach Trinitatis erinnern wir in der evangelischen Kirche an unsere Taufe, Jahr für Jahr übrigens. Mit Christus sind wir der Sünde gestorben, so erklärt es Paulus im Brief an die Römer. Die Sünde hat keine Macht mehr über unser. Wir haben es nicht mehr nötig, allein auf Gewinn, Profit oder Macht - und was sonst noch zu diesem Themenkreis gehört - zu schielen. Gott hat uns in der Taufe ein Leben in Freiheit geschenkt. Das ist zwar kein Weg, so habe ich es eingangs ja auch schon gesagt, auf dem uns alles in den Schoß fällt, aber Gott hat uns alles gegeben, was wir brauchen, um unseren Weg in der Welt zu gehen.

Er hat uns einen Verstand - und auch ein Herz - gegeben, damit wir Situationen erkennen und Gefahren einschätzen können. Er hat uns seine Gebote gegeben - das verbindet uns mit seinem ersterwählten Volk, den Israeliten - er hat uns seine Gebote gegeben, an denen wir uns orientieren und das leben ausrichten können. Und Gott hat uns seinen Sohn gegeben. Mit seinem Leben zeigt uns Jesus, wie Leben in der Gemeinschaft mit den Schwachen gelingen kann. Mit seinem Tod zeigt er, wohin Fanatismus und politische und militärische Gewalt führen - eben in den Tod. Jedoch mit seiner Auferstehung zeigt er, dass nicht der Tod und all seine Helfershelfer das letzte Wort behalten, sondern dass dieses letzte Wort allein bei Gott liegt, der das Leben in Freiheit für jeden Menschen will. 

Wir sind zwar im Augenblick meilenweit davon entfernt, dass wir diesen Weg der Freiheit für jeden Menschen gehen, aber warum sollen wir nicht dem Beispiel des Mose folgen, der auf Gottes Wort vertraute und sein Volk in die Freiheit führte. Auf diesem Weg liegt Gottes Segen. Der Weg der Ägypter in den selbstverschuldeten Untergang sollte uns eine eindeutige Mahnung sein. 

Mittwoch, 7. Juli 2021

Partnerschaftsgottesdienst 2021

Nachtrag zum 6. Juni 2021 - 1. Sonntag nach Trinitatis

Traditionell feiern wir am ersten Sonntag im Juni einen Gottesdienst, wo die Partnerschaft mit der lutherischen Kirchengemeinde in Chemchem / Tansania im Mittelpunkt steht. Der Gottesdienst wird abwechselnd in Deutschland und in Tansania vorbereitet und findet dann mehr oder weniger zeitgleich statt. In diesem Jahr kam die Vorlage von unseren Partner in Tansania. 

Gottesdienst bei YouTube

Lieder

  • EG 165 Vers 1 mit Orgel: Mungu yupo hapa
  • fT 72 Ich sing dir mein Lied
  • Let the heaven….
  • Tembea na Yesu
  • Möge die Straße ...

Das neue Partnerschaftssymbol in der Gustav-Adolf-Kirche

Partnerschaftsdreieck
gif-Animation - Das Bild wechselt alle 5 sec

Das Dreieck steht für:
Trinität – Dreifaltigkeit –
Gott, Jesus, Heiliger Geist

Die AMANI-Kirchengemeinde in ChemChem liegt an dem Fluss Mto-Bubu, 
der in der Regenzeit über die Ufer tritt, meist jedoch ausgetrocknet ist.

Die Gustav-Adolf-Kirchengemeinde in Meppen liegt an der Ems,
die immer genügend Wasser hat.

Im oberen Teil des Dreiecks sind beide „Flüsse“ miteinander verwoben,
so wie wir in unserem Glauben an Gott, an Jesus und an den Heiligen Geist 
miteinander verwoben sind – 
und bilden somit den Stamm des Kreuzes.

Der Querbalken des Kreuzes – 
dem Zeichen, das uns im Glauben vereint – 
symbolisiert mit Schwarz und Weiß unsere Hautfarben.

Die Verbundenheit im Glauben 
wird in dem Logo unserer Gemeindepartnerschaft zusammengefasst.

Unsere Gemeindepartnerschaft ist ein Teil der 
Kirchenkreis-Partnerschaft EmBeKo (Emsland-Bentheim-Kondoa) 
mit dem Ev.-luth. Missionskreis Kondoa, Tansania, 
deren Grundsatz aus drei Säulen besteht:

Glauben teilen 
Leben teilen 
Talente teilen

Partnerschaftsdreieck in der Gustav-Adolf-Kirche
Partnerschaftsdreieck in der Gustav-Adolf-Kirche

Texte

Grußwort aus Tansania

Liebe Schwestern und Brüder im Kirchenkreis Emsland-Bentheim.

Hier in Kondoa geht es uns gut und wir genießen unseren Alltag mit großer Hoffnung auf Gottes Schutz.

Die Welt ist im Aufruhr wegen Pandemieerkrankungen wie Covid 19, die vor allem die Menschen auf der Welt erschrecken. ... Wir als Christen müssen antworten von Gott, unserem Schöpfer, suchen. … Wir hören nicht auf, national und weltweit für unsere Familien und deren Gesundheit zu beten.

Wir sind unserem Herrgott so dankbar, der uns alle in der Kondoa Lutherischen Kirche und der Lutherischen Kirche Emsland-Bentheim mehr als dreißig Jahren in der Zusammenarbeit begleitet hat. ...

Derzeit befinden wir uns in der Endphase der Vorbereitungen zur Bohrung des Brunnens auf dem EmBeKo Diaconic Center, in Zusammenarbeit mit Euch entwickelt. Es fand statt unter der Leitung beider Kirchenkreise und durch die Bemühungen von Partnerschaftsbeauftragten, darunter die Vorsitzende Margarete Pradel.

Wir bitten alle Mitglieder in unserer Partnerschaft, für dieses Projekt zu beten, um die schnellen Veränderungen im Fortschritt für die Menschen in Embeko und Umgebung zu erleichtern. …

Liebe christliche Familienmitglieder in Deutschland, wir wünschen Euch alles Gute und ein friedliches Leben und Gottes Segen bei der Feier unseres Partnerschaftssonntags. Wir senden Euch die Fotos nach dem Sonntagsgottesdienst zu.

Der Friede unseres Herrn sei mit euch allen.

Vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen
Stanley Tabulu - DistrictPastor ELCT Kondoa.
(Übersetzung Marga Pradel)

Psalm 78,5-16

5 Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob
und gab ein Gesetz in Israel
und gebot unseren Vätern,
es ihre Kinder zu lehren,
6 auf dass es die Nachkommen
lernten, die Kinder, die noch geboren würden; 
die sollten aufstehen und es auch ihren
Kindern verkündigen,
7 dass sie setzten auf Gott ihre Hoffnung /
und nicht vergäßen die Taten Gottes, sondern seine Gebote hielten
8 und nicht würden wie ihre Väter,
ein abtrünniges und ungehorsames Geschlecht,
dessen Herz nicht fest war
und dessen Geist sich nicht treu an Gott hielt,
9 wie die Söhne Ephraim, die den Bogen führten, abfielen zur Zeit des Streits.
10 sie hielten den Bund Gottes nicht
und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln
11 und vergaßen seine Taten und seine Wunder,
die er sie hatte sehen lassen.

Swahili

5 Maana alikaza ushuhuda katika Yakobo, 
Na sheria aliiweka katika Israeli.
Aliyowaamuru baba zetu
Wawajulishe wana wao,
6 Ili kizazi kingine wawe na
habari, Ndio hao wana
watakaozaliwa. Wasimame na
kuwaambia wana wao
7 Wamwekee Mungu tumaini lao. 
Wala wasiyasahau matendo ya Mungu, 
Bali wazishike amri zake.
8 Naam, wasiwe kama baba zao, 
Kizazi cha ukaidi na uasi.
Kizazi kisichojitengeneza moyo, 
Wala roho yake haikuwa amini kwa Mungu.
9 Wale Waefraimu, wenye silaha, 
wapiga upinde, Walirudi nyuma siku ya vita.
10 Hawakulishika agano la Mungu; 
Wakakataa kuenenda katika sheria yake;
11 Wakayasahau matendo yake, 
Na mambo yake ya ajabu aliyowaonyesha.

Lesung und Predigttext: Lukas 16,19-31 - Der arme Lazarus und der Reiche - Ideen zur Predigt

Als der Reiche sich in der "Hölle" wiederfindet, bittet er Abraham, in dessen Schoß Lazarus sitzt (hier Bild für den Himmel): "... So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual."

Der Reiche will seine Brüder vor seinem Schicksal bewahren. Wenn sie nicht die Hölle erleben wollen, müssen sie ihr Leben ändern, müssen sie umkehren!

Abraham aber antwortet ihm: "Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören." Übersetzt heißt das: Sie haben die Gebote Gottes und sie haben die mahnende Rede der Männer Gottes, die Israel immer wieder Gottes Willen vor Augen gehalten haben: Recht und Gerechtigkeit üben, keine Ausbeutung der Schwachen, keine Rechtsbeugung, Unterstützung für Witwen und Waisen, Achtung der Fremden im Lande. Wo das umgesetzt wird, sind Menschen auf dem richtigen Weg. 

Der Reiche aber kennt seine Brüder, er kennt seine Mitmenschen: "Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun." Diese Ausrede lässt Abraham nicht zu: "Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde." 

Auch wir Christen haben Mose und die Propheten, wir haben einen, der von den Toten auferstanden ist, Jesus Christus. Und der hat seinen Nachfolgern ans Herz gelegt: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft“ (5. Mose 6,4-5). Das andre ist dies: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (3. Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese. (Markus 12,29-31)

Ergänzt werden kann dies durch einen Abschnitt aus 5. Mose 30,19-20: Ich nehme Himmel und Erde heute über euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, dass du den HERRN, deinen Gott, liebst und seiner Stimme gehorchst und ihm anhangest. Denn das bedeutet für dich, dass du lebst und alt wirst und wohnen bleibst in dem Lande, das der HERR deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen zu geben.

Sonntag für Sonntag, Gottesdienst für Gottesdienst, wird der Gemeinde vorgelegt Leben und Tod, Segen und Fluch. Wie fällt unsere Antwort aus?

VATER UNSER

Vater unser im Himmel
geheiligt werde dein Name,
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben
unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN

Swahili

Baba Yetu uliye mbinguni,
Jina lako litukuzwe,
Ufalmo wako uje,
Mapenzi yako yatimizwe
Hapa duniani kama huko mbinguni.
Utupe leo riziki yetu,
Utusamehe makosa yetu
kama sisi tunavyowasamehe
Waliotukosea.
Usitutie majaribuni,
Lakini utuokoe na yule mwovu.
Kwa kuwa ufalme ni wako,
na nguvu, na utukufu
hata milele. AMEN

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich,
der Herr lasse sein Angesicht leuchten
über dir und sei dir gnädig,
der Herr erhebe sein Angesicht auf
dich und gebe dir Frieden.

Swahili

Bwana akubarikie, na kukulinda,
Bwana akuangazie nuru za uso wake,
nakukufadhili;
Bwana akuinulie uso wake
na kukupa amani.

Samstag, 29. Mai 2021

Ein (fast) vergessenes Jubiläum ...

oder: Das Schweigen der Kirchen

Der Artikel wurde zuerst im Hannoverschen Pfarrvereinsblatt 2/21 Sommer 2021, S. 17ff veröffentlicht.

Zugegeben, auch ich hatte jetzt aktuell den 18. April 1521 nicht im Blick, weil ich das Referat über Luthers Auftritt vor dem Reichstag in Worms erst im Herbst bei der Kirchenkreiskonferenz vortragen werde. Allerdings hatte ich bis zu einer kleinen Zeitungsnotiz am Samstag vor dem Jahrestag auch nicht einen Hinweis von kirchenleitender Stelle vernommen. Googelt man das Ereignis zusammen mit dem Suchbegriff “Hannoversche Landeskirche” findet man aktuell lediglich den Hinweis, dass Hans Christian Brandy an Luthers Auftritt in Worms vor Kaiser Karl V erinnert. Warum ist dieses so entscheidende Ereignis lutherischer Geschichte derart untergegangen?

Luther auf dem Reichstag zu Worms - 18. April 1521

Dabei bieten Luthers abschließenden Worte genügend Ansatzpunkte für eine aktuelle Diskussion - in der Kirche, aber auch in der Gesellschaft. “… wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde, denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, daß sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!” (Dt. Reichstagsakten, Jüngere Reihe, Band II, n. 80, S. 581–582; zitiert nach https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther_auf_dem_Reichstag_zu_Worms_1521#cite_note-55)

eigenes Foto - aufgenommen im Lutherhaus in Wittenberg

Die Stichworte, die Luther damals in die Debatte einbrachte - “Zeugnis der Schrift”, “klare Vernunftgründe” - konnte und wollte man offensichtlich nicht hören, man verweigerte das Gespräch. Karl V berief sich in seiner Antwort, auch im Sinn der damaligen katholischen Kirche, auf die 1.500-jährige Tradition und die “Tatsache”, dass ein Einzelner irren müsse, wenn er gegen die “ganze” Kirche stehe. 

“Zeugnis der Schrift” und “klare Vernunftgründe”

“Zeugnis der Schrift” und “klare Vernunftgründe” sind für mich die beiden Begriffe, die heute fruchtbar gemacht werden können. In der gegenwärtigen Pandemie kommt m.E. beides zu kurz. Da ist für mich zunächst das, was ich im Untertitel das “Schweigen der Kirche” genannt habe. Horst Gorski spricht zwar im aktuellen Pfarrerblatt (04/2021) davon, dass es zu Beginn der Pandemie “eine ungeheuer zahlreiche Produktion von Beiträgen” gegeben habe, und leitende Geistliche hätten “sich in Predigten, Pastoralbriefen, Interviews und Zeitungsartikeln” geäußert, allerdings habe zumindest ich diese Äußerungen nicht wahrgenommen. Anderen (beispielsweise Hartmut Löwe; vgl. Gorski) ging es offensichtlich aber auch so. Die “Fülle” der Beiträge hat wohl doch nur ein „Rauschen“ verursacht (Gorski), das dann nicht über die Medien in die Öffentlichkeit vordrang.

Corona - (k)eine Strafe Gottes

Wahrgenommen habe ich, dass es heftigen Streit gab, ob die Coronapandemie eine “Strafe Gottes” sei. In den etablierten Großkirchen war man sich schnell einig, dass dies keine angemessene Betrachtung sei. Allerdings blieb man eine alternative Sicht schuldig. 

Michael Beintker hat recht, wenn er anmerkt, dass weder die eine noch die andere Seite den Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen belegen könnte. “Man müsste ein Prophet sein, um bei der Antwort auf diese Frage in der einen oder anderen Richtung das Richtige zu treffen.” (Pfarrerblatt 03/2021) Aber warum wird beispielsweise nicht an die prophetische Botschaft des Ersten Testaments angeknüpft. Ich nenne nur einige Sätze, die ich in den letzten Wochen in meinen Predigten zitierte: “Ich habe Lust an der Liebe ..., an der Erkenntnis Gottes …” (Hosea 6,6) - “Ich hasse und verachte eure Feste und mag eure Versammlungen nicht riechen ... Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.” (Amos 5,21-24) - “Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen. Lasst ab vom Bösen, lernt Gutes tun! Trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache!” (Jesaja 1,16f) - “Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.” (Micha 6,8)

Corona - Ruf Gottes zur Umkehr

Die biblische Forderung nach einer Umkehr findet sich auch bei Jesus: “Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!” (Mt 4,17) Dieser Ruf steht am Anfang seiner Wirksamkeit. Als später Pilger aus Galiläa von römischen Soldaten im Tempel ermordet oder Arbeiter von einem umstürzenden Turm in Siloah erschlagen werden, kommt der Begriff “Sünde” ins Spiel. Jesus weist diese Betrachtung zurück, ruft seine Zuhörer aber zur Umkehr, zur Buße auf: “... wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.” (Lk 13,5)

“Rede nur, wenn du gefragt wirst; aber lebe so, dass du gefragt wirst.” (Paul Claudel)

Gewiss, damit ist noch kein konkretes Handeln beschrieben, das sich gesellschaftspolitisch umsetzen ließe. Aber das wäre wohl auch ein Denkfehler. Kirche ist kein politischer Player! Hier müsste man mit Simon Bellmann (Universale Verkündigung oder partikulare Kommunikation? Pfarrerblatt 04/2021) kritisch weiterdenken. Kirche kann allerdings Kriterien für politisches Handeln nennen. Und die prophetischen Begriffe Recht, Gerechtigkeit, Gutes tun, Unterdrückten helfen, Liebe üben, diese Begriffe sind auch heute noch verständlich. Wenn Kirche dann im linksliberalen Spektrum verortet wird, dann hat das nichts mit den “Denkschriften der EKD seit den 1990er Jahren” zu tun (Simon Bellmann Pfarrerblatt 04/2021). Vielmehr legt es die christliche Botschaft nahe, sich dem Nächsten, dem Schwachen zuzuwenden. Und Wohlstand und Reichtum sind in der biblischen Betrachtung immer Gaben Gottes, die auch zum Wohle anderer eingesetzt werden.

Wenn die biblische Begrifflichkeit in politische Handeln umgemünzt werden soll, dann sind keine Sonntagsreden erforderlich, sondern konkretes Handeln. “Rede nur, wenn du gefragt wirst; aber lebe so, dass du gefragt wirst.” Dieser Paul Claudel (1868 bis 1955) zugeschriebene Satz hat von seiner Aussagekraft und Aktualität auch für kirchliche Akteure nichts verloren. 

In der aktuellen Situation hätte das beispielsweise heißen können, dass die Kirchen zusammen mit den angeschlossenen Werken sich an die Spitze einer Testkampagne gesetzt und kostenlose Coronatests für alle Mitarbeiter angeboten hätte, lange bevor dies von der Politik vorgeschrieben wurde. Und man kann auch nicht auf der einen Seite beklagen, dass Menschen ohne seelsorgerlichen Beistand in den Altenheimen sterben, dann aber dem Anliegen der Pfarrvertretung, Pfarrpersonen als Berufsgruppe in die Priorisierung mit einzubeziehen, mit ablehnender Skepsis begegnen, so dass sich in der Folge kaum jemand noch traut, dieses auch in den Augen Außenstehender berechtigte Anliegen vorzutragen. Die Kirchen könnten “punkten” mit Arbeitsbedingungen in den sozialen Diensten, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen: Entlohnung der Pflegekräfte, die die Belastung durch die Arbeit in Rechnung stellt; Zeit für die zu Pflegenden; Engagement bei den Kitas, damit dort gute Bildungsarbeit geleistet werden kann. An der Basis in den Kirchengemeinden und darüber hinaus in den Kirchenkreisen könnte das kollegiale Miteinander gefördert werden. Hierarchische (Verwaltungs-)Strukturen sind kontraproduktiv. Es lassen sich mühelos weitere Felder finden, auf denen die Kirchen im gesellschaftlichen Kontext als verantwortungsbewusste Partner wahrgenommen werden können. 

Wenn sich die evangelische Kirche weiterhin dem lutherischen Erbe verpflichtet fühlt, dann hat sie die Aufgabe, das “Zeugnis der Schrift” und “klare Vernunftgründe” zusammenzuführen. Wenn die biblische Begrifflichkeit im Rahmen der Kirche mit einem angemessenen Handeln korrespondiert, dann können vielleicht auch wieder Intellektuelle und Zweifler angesprochen werden (gegen Ernst Vielhaber, der von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche im antiken Weltbild spricht; Pfarrerblatt 03/2021).

Auch eine verpasste Chance für die Ökumene

Die Ereignisse des Wormser Reichstags vor 500 Jahren und Entwicklung in den darauffolgenden Jahren haben gezeigt, dass die Verweigerung des theologischen Gespräches, des Disputes in die Spaltung führte. Was hätten sich für Chancen ergeben können, wenn man in Worms miteinander geredet, diskutiert, gerungen hätte? Die seit 2017 vielerorts gelebte und praktizierte Ökumene hätte durchaus das Fundament bieten können, 500 Jahre später sich gemeinsam mit den katholischen Geschwistern an Worms zu erinnern und mit gesellschaftlichen Kräftens ins Gespräch zu kommen. Keine Kirche wird sich heute dem “Zeugnis der Schrift” und “klaren Vernunftgründen” entgegenstellen. Schade, diese Chance wurde verpasst!

vgl. auch meine Predigt vom Sonntag Jubilate (25. April 2021)

Trinitatis

30. Mai 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Trinitatis unter der Nummer 954.43. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Christus spricht: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! (2. Kor 13, 13)

Wochenlied:

  • Gelobet sei der Herr, mein Gott (EG 139)
  • Brunn alles Heils, dich ehren wir (EG 140)

Lieder für den Gottesdienst

Seit langer Zeit gestaltet wieder einmal ein Teil der Bläserinnen und Bläser des Meppener Posaunenchores den Gottesdienst musikalische. Darauf dürfen sich alle Gottesdienstteilnehmer freuen. Ausgesucht wurden folgende Lieder: 

  • 302 Du meine Seele, singe
  • 317 Lobe den Herren
  • 352 Alles ist an Gottes Segen
  • 243 Lob Gott getrost mit Singen

Biblische Texte

Psalm 113

1 Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HERRN,
lobet den Namen des HERRN!
2 Gelobt sei der Name des HERRN
von nun an bis in Ewigkeit!
3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang
sei gelobet der Name des HERRN!
4 Der HERR ist hoch über alle Völker;
seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist.
5 Wer ist wie der HERR, unser Gott,
im Himmel und auf Erden?
6 Der oben thront in der Höhe,
der herniederschaut in die Tiefe,
7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube
und erhöht den Armen aus dem Schmutz,
8 dass er ihn setze neben die Fürsten,
neben die Fürsten seines Volkes. Halleluja!

Lesung Jes 6, 1-13 

1 In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron und sein Saum füllte den Tempel. 2 Serafim standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel: Mit zweien deckten sie ihr Antlitz, mit zweien deckten sie ihre Füße und mit zweien flogen sie. 3 Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! 4 Und die Schwellen bebten von der Stimme ihres Rufens und das Haus ward voll Rauch.

5 Da sprach ich: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den HERRN Zebaoth, gesehen mit meinen Augen. 6 Da flog einer der Serafim zu mir und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm, 7 und rührte meinen Mund an und sprach: Siehe, hiermit sind deine Lippen berührt, dass deine Schuld von dir genommen werde und deine Sünde gesühnt sei.

8 Und ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich! 9 Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk: Höret und verstehet’s nicht; sehet und merket’s nicht! 10 Verstocke das Herz dieses Volks und lass ihre Ohren taub sein und ihre Augen blind, dass sie nicht sehen mit ihren Augen noch hören mit ihren Ohren noch verstehen mit ihrem Herzen und sich nicht bekehren und genesen.

11 Ich aber sprach: Herr, wie lange? Er sprach: Bis die Städte wüst werden, ohne Einwohner, und die Häuser ohne Menschen und das Feld ganz wüst daliegt. 12 Denn der HERR wird die Menschen weit wegtun, sodass das Land sehr verlassen sein wird. 13 Auch wenn nur der zehnte Teil darin bleibt, so wird es abermals verheert werden, doch wie bei einer Eiche und Linde, von denen beim Fällen noch ein Stumpf bleibt. Ein heiliger Same wird solcher Stumpf sein.

Predigttext - 4. Mose 6, 22-27 - DER PRIESTERLICHE SEGEN

22 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 23 Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet: 24 Der HERR segne dich und behüte dich; 25 der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; 26 der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. 27 Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.

Segen
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Predigtnotizen

Gott segnet ...

Gen 1,22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf Erden.

Landtiere 

Gen 1,28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.

Gen 2,3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.

Gen 9,1 Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde. 2 Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren auf Erden und über allen Vögeln unter dem Himmel, über allem, was auf dem Erdboden wimmelt, und über allen Fischen im Meer; in eure Hände seien sie gegeben. ...

Gen 12,1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. 2 Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. 3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. 4 Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte …

Segen bedeutet: Gott gibt Abraham ein neues Land … ich will dich zum großen Volk machen ... und dir einen großen Namen machen …

Hi 42,12 Und der HERR segnete Hiob fortan mehr als zuvor, er besaß vierzehntausend Schafe und sechstausend Kamele und tausend Joch Rinder und tausend Eselinnen. 13 Und er bekam sieben Söhne und drei Töchter ...

Wer gibt den Segen weiter 

Priester segnen, Propheten nicht. Propheten verweisen auf Gottes Wort, insbesondere, wenn Menschen dagegen verstoßen. Propheten weisen auf die Konsequenzen hin. Aber sie zeigen immer auch einen Ausweg. 

Gott: Bis die Städte wüst werden ... doch wie bei einer Eiche und Linde, von denen beim Fällen noch ein Stumpf bleibt. Ein heiliger Same wird solcher Stumpf sein.

Zweites Testament 

Lk 2,34 Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass viele in Israel fallen und viele aufstehen, und ist bestimmt zu einem Zeichen, dem widersprochen wird ...

Mk 10,16 Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.

Lk 9,16 Da nahm er die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel und segnete sie, brach die Brote und gab sie den Jüngern, dass sie dem Volk austeilten.

Lk 24,50 Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie.

Gal 3,13 Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes ..., 14 damit der Segen Abrahams unter die Heiden komme in Christus Jesus und wir den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben.

Segen bei uns 

Segen in der Ordination

Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat … (Psalm 103,2)

Segen in der Konfirmation: 

Markus 5:36 - Jesus zu Jairus - Fürchte dich nicht, glaube nur!

1. Timotheus 6:12 Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen.

Segen bei unserer Trauung

Jesaja 54:10 Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.

… damit der Segen Abrahams unter die Heiden komme … 

Gen 12,1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. 2 Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. 3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. 4 Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte …

Was ich bei Glückwünschen immer sage: Ich wünsche vor allem Gottes reichen Segen …

Gottes Namen auf Sie, liebe Gemeinde, legen, damit er Sie segnet: 

24 Der HERR segne dich und behüte dich; 25 der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; 26 der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. 

Freitag, 21. Mai 2021

Pfingstmontag

24. Mai 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Pfingstsonntag unter der Nummer 954.42. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Gottesdienst online

Die Pfarrer der Ökumenischen Pfarrkonferenz Meppen nahmen im Jugendzentrum der Stadt Meppen JAM einen Online-Gottesdienst auf, der ab 11.30 Uhr auf dem YouTube-Kanal "Meppen mag dich" zu erleben sein wird. 

“Du erneuerst das Gesicht der Erde!” Dieser Vers aus dem 104. Psalm erinnert Christen am Pfingstfest einerseits an die Geburtsstunde der Kirche Jesu Christi. Die Jünger empfangen den Heiligen Geist, der sie befähigt und stärkt, die Botschaft von der Auferstehung, die Botschaft vom Leben in die ganze Welt zu tragen. Als Ebenbild Gottes lesen Christen das Psalmwort andererseits auch als Aufforderung an uns Menschen, Verantwortung für die Schöpfung Gottes zu übernehmen. Propst Günter Bültel macht in seiner Predigt deutlich, dass wir mit unserer Welt verantwortungsvoller umgehen müssen. Dazu will Gott uns seinen Geist schenken. 

Neben den leitenden Geistlichen sind Mitarbeiter und Bewohner des Vitus-Werks mit Lesung und Vaterunser in die Gestaltung des Gottesdienstes eingebunden. 

  • Musikalische Unterstützung: Familie Kock
  • Aufgenommen am JAM Meppen

In der Gustav-Adolf-Kirche findet kein Gottesdienst statt. 

Freitag, 7. Mai 2021

Pfingsten

23. Mai 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Pfingstsonntag unter der Nummer 954.41. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Pfingstmontag

Am 2. Feiertag (24. Mai) findet in der Gustav-Adolf-Kirche kein Gottesdienst statt. Die Pfarrer der Ökumenischen Pfarrkonferenz Meppen nahmen im Jugendzentrum der Stadt Meppen einen Online-Gottesdienst auf, der auf dem YouTube-Kanal "Meppen mag dich" ab 11.30 Uhr zu erleben sein wird. 

Für alle zitierten Bibeltexte gilt, soweit nichts anderes vermerkt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. (Sach 4, 6)

Wochenlied:

  • Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist (EG 126)
  • Atme in uns, Heiliger Geist (fT 7)

Lieder für den Gottesdienst

  • Orgelvorspiel - Komm Gott Schöpfer heiliger Geist (J.S. Bach)
  • EG 135,1+5+7 - Schmückt das Fest mit Maien
  • EG 127,1+2+7 - Jauchz, Erd, und Himmel, juble hell
  • EG 136,1+5-7 - O komm, du Geist der Wahrheit
  • EG 131,1+3+4+6 - O Heiliger Geist, o heiliger Gott
  • Orgelnachspiel EG 557 - Unser Leben sei ein Fest

Psalm 119 - EG 748

Epistel Apg 2, 1-18 Das Pfingstwunder

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. 2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3 Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen,* wie der Geist ihnen gab auszusprechen. 5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. 6 Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. 7 Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? 8 Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? 9 Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, 10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, 11 Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden. 12 Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? 13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.

14 Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und lasst meine Worte zu euren Ohren eingehen! 15 Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage; 16 sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3,1-5): "17 Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; 18 und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen."

Predigttext 2. Mose 19 i.A. 

In den Marginaltexten ist die Ankunft des Volkes Israel am Berg Sinai als ein möglicher Predigttext vorgesehen. Darüber werde ich predigen. Hier gebe ich zunächst den gesamten Text wieder. Zum Festtag selbst werde ich nur eine Auswahl von Versen lesen. Aber es werden auf jeden Fall die Verse 7 und 8 dabei sein. 

1Am ersten Tag des dritten Monats nach dem Auszug der Israeliten aus Ägyptenland, genau auf den Tag, kamen sie in die Wüste Sinai. 2Denn sie waren ausgezogen von Refidim und kamen in die Wüste Sinai und lagerten sich dort in der Wüste gegenüber dem Berge.

3Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und den Israeliten verkündigen: 4Ihr habt gesehen, was ich mit den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. 5Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. 6Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.

7Mose kam und berief die Ältesten des Volks und legte ihnen alle diese Worte vor, die ihm der HERR geboten hatte. 8Und alles Volk antwortete einmütig und sprach: Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die Worte des Volks dem HERRN wieder. 9Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich will zu dir kommen in einer dichten Wolke, auf dass dies Volk es höre, wenn ich mit dir rede, und dir für immer glaube. Und Mose verkündete dem HERRN die Worte des Volks.

10Und der HERR sprach zu Mose: Geh hin zum Volk und heilige sie heute und morgen, dass sie ihre Kleider waschen 11und bereit seien für den dritten Tag; denn am dritten Tage wird der HERR vor allem Volk herabfahren auf den Berg Sinai. 12Und zieh eine Grenze um das Volk und sprich zu ihnen: Hütet euch, auf den Berg zu steigen oder seinen Fuß anzurühren; denn wer den Berg anrührt, der soll des Todes sterben. 13Keine Hand soll ihn anrühren, sondern er soll gesteinigt oder erschossen werden; es sei Tier oder Mensch, sie sollen nicht leben bleiben. Wenn aber das Widderhorn lange tönen wird, dann soll man auf den Berg steigen. 14Mose stieg vom Berge zum Volk herab und heiligte sie und sie wuschen ihre Kleider. 15Und er sprach zu ihnen: Seid bereit für den dritten Tag und keiner rühre eine Frau an.

16Als nun der dritte Tag kam und es Morgen ward, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dichte Wolke auf dem Berge und der Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak. 17Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen und es trat unten an den Berg. 18Der ganze Berg Sinai aber rauchte, weil der HERR auf den Berg herabfuhr im Feuer; und der Rauch stieg auf wie der Rauch von einem Schmelzofen und der ganze Berg bebte sehr. 19Und der Posaune Ton ward immer stärker. Und Mose redete und Gott antwortete ihm laut.

20Als nun der HERR herniedergekommen war auf den Berg Sinai, oben auf seinen Gipfel, berief er Mose hinauf auf den Gipfel des Berges und Mose stieg hinauf. 21Da sprach der HERR zu ihm: Steig hinab und verwarne das Volk, dass sie nicht durchbrechen zum HERRN, ihn zu sehen, und viele von ihnen fallen. 22Auch die Priester, die sonst zum HERRN nahen dürfen, sollen sich heiligen, dass sie der HERR nicht zerschmettere. 23Mose aber sprach zum HERRN: Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen, denn du hast uns verwarnt und gesagt: Zieh eine Grenze um den Berg und heilige ihn. 24Und der HERR sprach zu ihm: Geh hin, steig hinab und komm wieder herauf, du und Aaron mit dir; aber die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, dass sie hinaufsteigen zu dem HERRN, damit er sie nicht zerschmettere. 25Und Mose stieg hinunter zum Volk und sagte es ihm.

Predigtskizze

Mit diesen Versen beginnt die Gesetzgebung Gottes für sein auserwähltes Volk Israel. Mose hatte die Israeliten aus Ägypten durch die Wüste bis zum Sinai geführt. In Ägypten waren die Israeliten Sklaven gewesen. Sklaven brauchen keine Gesetze. Sklaven tun, was ihre Herren verlangen. Sklaven können nicht selbstständig handeln, aber sie müssen auch keine Verantwortung übernehmen. Solange sie sich fügen, solange sie ihren Auftrag erfüllen, müssen sie nicht zwangsläufig Not leiden. Denn die Herren haben ja auch ein Interesse daran, dass es den Sklaven gut geht, denn die sollen ja für sie arbeiten können. Nur ein gesunder, kräftiger, arbeitsfähiger Sklave ist ein guter Sklave. 

Allerdings verlernen die Sklaven mit der Zeit ihre Freiheit. Es war für Mose nicht einfach gewesen, das Volk bis zum Sinai zu bringen. Unterwegs mussten Hindernisse überwunden und Kämpfe bestanden werden. Es gab auch Meuterei, weil es nicht genug zu essen und zu trinken gab. Zurück zu den Fleischtöpfen Ägyptens - das war eine Losung. Und bei Streitigkeiten unter den Israeliten musste Mose entscheiden, bis er auf den Rat seines Schwiegervaters Jitro hörte, der vorschlug, die Entscheidungen auf mehrere Schultern zu verteilen. So war man jetzt am Sinai angekommen. 

Wenn ich an dieser Stelle einen Schritt in die Gegenwart tue, dann ist das ein gewagter Vergleich. Und unsere Situation hat mit der der Israeliten auch wenig zu tun. Aber auch hinter uns liegt eine Zeit, in der wir nicht frei entscheiden konnten - und die Einschränkungen sind noch nicht vorbei. Die Regierenden setzen auf Anordnungen, auf Gebote und insbesondere auf Verbote. Bei Verstößen drohen teilweise drakonische Strafen. Leider ist nicht alles sinnvoll durchdacht.

Auch unser Miteinander hat sich in den letzten Monaten verändert. Da ist Distanz zwischen den Menschen. Nachbarn zeigen einander bei der Polizei an - nicht wegen großer Partys, sondern weil die Musik etwas lauter gestellt ist und zwei Frauen fröhlich in der Gartenlaube Karten spielen. Mancher überlegt sich sehr genau, was er sagt. Denn schnell steht man bei kritischen Überlegungen in der Ecke der sogenannten Querdenker und Coronaleugner. 

Zurück zum Predigttext. Nach den einleitenden Zeilen (1-9), die wir gehört haben, legt Gott seinem seinem Volk die Zehn Gebote vor (2. Mose 20). Die haben seither von ihrer Gültigkeit nichts verloren. Die müssen nicht alle paar Tage oder Wochen neu geschrieben werden. 

Auf den ersten Blick kommen auch die Zehn Gebote im Gewand von Gebot und Verbot daher. Im Jahr 1965 hat der Theologe Ernst Lange die Gebote aber einmal als „die zehn großen Freiheiten“ bezeichnet. Das finde ich sehr zutreffend. Denn die Zehn Gebote wollen nicht in erster Linie verbieten, sondern Gestaltungsräume für das Leben öffnen. Sie wollen ein verantwortungsvolles Zusammenleben in Freiheit ermöglichen. Ernst Lange war es wichtig, dass Verantwortung des einzelnen und seiner Freiheit in einer guten Balance zueinander stehen. 

Ich bin der Herr, dein Gott ...

1. Du brauchst keine Angst zu haben! ... Ich, der allmächtige Gott, will dein Helfer sein. Halte dich an mich und du bleibst frei.

Jesus wurde mal gefragt, was denn das wichtigste Gebot sei. Er setzte genau bei diesen Gedanken ein: Gott lieben von ganzem Herzen … Auch wenn das andere Gebot, auf das ich noch zu sprechen komme, diesem ersten nach der Aussage Jesu gleich ist, schon bei dieser ersten Formulierung sehen wir, woran es in unserer Gesellschaft, wohl auch in den Kirchen krankt. Gott lieben von ganzem Herzen - uns an Gott halten, damit wir frei werden - keine anderen Götter haben neben Gott - das Herz allein an ihn hängen?

Du sollst dir kein Bildnis machen ...

2. Du brauchst dir nichts einreden zu lassen! ... Ich, der allmächtige Gott, will dein Lehrer sein. Halte dich an mein Wort, es ist Wahrheit.

Luther auf dem Reichstag zu Worms 1521 „… wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde, ... so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. ...“

Gottes Namen nicht missbrauchen ...

3. Du brauchst mich nicht zu zwingen, dir zu helfen! ... Ich, der allmächtige Gott, bin ganz freiwillig dein Freund. ...

Den Feiertag heiligen ...

4. Du brauchst dich nicht zu Tode hetzen! ... Halte dich an mich, und dein Leben wird Erfüllung finden.

Vater und Mutter ehren ...

5. Du brauchst nicht in ständiger Auflehnung zu leben! ... Du kannst es dir leisten, dich in Liebe einzuordnen und so deine Freiheit zu gewinnen.

Ich gebe zu, dass mir dieses Einordnen nicht immer leicht fällt; und es wird für mich umso schwerer, je mehr ich den Eindruck habe, dass mein Gegenüber versucht, mich über den Tisch zu ziehen, sich selbst Vorteile verschafft. Wenn Gebote, Vorschriften nicht begründet sind. Wenn es heute Hü und morgen Hott heißt. 

Leider scheint mir dann das, was Ernst Lange zum Gebot “Du sollst nicht töten!” schreibt, gang und gäbe zu sein. Und genau dieses Verhalten macht es mir oft schwer, mich einzuordnen. Da will der andere über mir stehen, da will er mich beherrschen. 

6. Du brauchst die anderen nicht als Konkurrenten zu behandeln! ... ihnen „zuvorkommen“ - sie abhängig machen - beruflich und politisch oder persönlich „fertigmachen“ ... Du kannst es dir leisten, deinem Nächsten leben zu helfen.

Nicht ehebrechen ...

7. Du brauchst dich nicht „auszutoben“! ... Du kannst es dir leisten, auf den Menschen zu warten, den ich dir sende.

Nicht stehlen ...

8. Du brauchst dich nicht unehrlich zu bereichern! ... Du kannst es dir leisten, zu geben, statt zu nehmen.

Mit diesem Gebot kommen wir in einen Bereich, wo so manchem, der eigentlich Verantwortung für das Gemeinwohl trägt, schwere Vorwürfe gemacht wurden. Ganz viel Vertrauen wurde da verspielt.

Nicht falsch Zeugnis reden ...

9. Du brauchst nicht von der Wahrheit abzuweichen! ... Du kannst es dir leisten, Vertrauen zu schenken und zu schaffen.

Wie oft haben sich Anordnungen, Gebote und Verbote in den letzten Wochen und Monaten widersprochen. Was stört mich mein Geschwätz von gestern.

Nicht begehren ... 

10. Du brauchst nicht neidisch zu sein! ... Du kannst es dir leisten, den anderen ihr Gutes zu gönnen.

Haste was, dann biste was - du willst es, du kriegst es - du bist doch nicht blöd, oder? Geiz ist ...

Jesus - Doppelgebot der Liebe. - Mit der Selbstliebe klappt es ganz hervorragend, aber wie ist das mit der Liebe zu Gott - und dann, wie ist es mit der Liebe zum Nächsten?

Noch einmal die letzten Verse aus unserem Predigttext: 7 Mose kam und berief die Ältesten des Volks und legte ihnen alle diese Worte vor, die ihm der HERR geboten hatte. 8 Und alles Volk antwortete einmütig und sprach: Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun. 

vgl. dazu 5. Mose 30

19 Ich nehme Himmel und Erde heute über euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, 20 dass du den HERRN, deinen Gott, liebst und seiner Stimme gehorchst und ihm anhangest. Denn das bedeutet für dich, dass du lebst und alt wirst und wohnen bleibst in dem Lande, das der HERR deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen zu geben.

Wie wird unsere Antwort ausfallen? 

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. (Sach 4, 6) - Herr Reichenbach sprach in seiner Begrüßung von einer "Art Weltformel, einer Theorie von Allem, die der Prophet mehr als 500 Jahre vor Christi Geburt aufgeschrieben hat". - Und zu Pfingsten sagte Herr Reichenbach: "Gott kommt in uns, Gott kommt über uns, wie ein Schwall warmen Wassers, und sein Geist umfängt und durchströmt uns."

Gott möge es geben, dass wir das Leben wählen, seinen Segen. 

Himmelfahrt

13. Mai 2021

Zum ersten Mal feiern die beiden lutherischen Kirchengemeinden in Meppen - Gustav-Adolf und die Bethlehem - zusammen mit der reformierten Kirchengemeinde Meppen-Schöninghsdorf den Gottesdienst zum Himmelfahrtstag gemeinsam. In diesem Jahr findet der Gottesdienst um 10.30 Uhr im Pfarrgarten der Bethlehemkirche statt - Albert-Schweitzer-Weg. Bei schlechtem Wetter gehen wir in die Kirche. 

Die Predigt hält Pastor Friedrich Knoop von der reformierten Kirche. 

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Himmelfahrtstag unter der Nummer 954.39. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen. (Joh 12, 32)

Wochenlied:

  • Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du gen Himmel g'fahren bist (EG 121 - nicht in Rev. 2014)
  • Rev. 2014: Jesus Christus herrscht als König (EG 123)
  • Rev. 2014: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes (EG 132 - Kanon)

Gottesdienstablauf

Der Posaunenchor Meppen bereitet sich nach langer Zeit wieder auf einen musikalischen Einsatz vor.

  • Musik zum Eingang (Posaunenchor): EG 302 Du meine Seele, singe
  • Votum und Begrüßung
  • Eingangslied (Posaunenchor): EG 316 Lobe den Herren
  • Hinführung und gesprochenes Kyrie
  • Hinführung und Gloria Patri (Posaunenchor): EG 119,5 Der Heiligen Dreieinigkeit
  • Tagesgebet
  • Epistel - Apg 1,3-11
  • Graduale mit Lesung des Liedtextes: EG 123 Jesus Christus herrscht als König
  • Predigt
  • Musikalische Meditation (Posaunenchor): Madrigal
  • Credo
  • Abkündigungen und Kollektenansage
  • Fürbitten und Vaterunser
  • Segenslied (Posaunenchor): EG 163 Unsern Ausgang segne Gott
  • Segen 
  • Musik zum Ausgang (Posaunenchor): EG 331 Großer Gott, wir loben dich

Epistel und gleichzeitig Predigttext Apg 1,3-11

Den ersten Bericht habe ich gegeben, lieber Theophilus, von all dem, was Jesus von Anfang an tat und lehrte 2 bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den heiligen Geist Weisung gegeben hatte. 3 Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. 4 Und als er mit ihnen zusammen war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr, so sprach er, von mir gehört habt; 5 denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.

6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? 7 Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; 8 aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.

9 Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. 10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. 11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.