Sonntag, 31. Mai 2026

Trinitatis: Ein Fenster in den Himmel

Wenn Sie das nächste Mal in die Gustav-Adolf-Kirche kommen, dann schauen Sie doch einmal genauer auf die drei schmalen Fensterbahnen hoch oben in der Altarwand. Sie können von unten nicht alle Farbelemente erkennen. Deshalb habe ich die Fenster von einem erhöhten Standpunkt fotografiert. Sie sind ein Sinnbild für das, was wir am Sonntag Trinitatis bedenken: die Trinität - die Dreieinigkeit - Gottes.

Hans Ohlms 1967

Oft wurde ich gefragt: „Was hat es eigentlich mit dieser Dreieinigkeit auf sich? Das klingt so kompliziert – drei in einem, eins in drei?“

An diesem theologischen Rätsel haben sich seit Jahrhunderten kluge Köpfe abgearbeitet. Aber wenn ich auf diese drei Fenster schaue, dann verliert das Thema für mich seine „akademische Schwere“ und wird zu einer Geschichte, die von unserem Leben erzählt.

Drei Fenster, ein Licht

Wie Sie sehen, sind es drei einzelne Fenster, voneinander getrennt durch das Mauerwerk. Doch es ist dasselbe Licht, das durch alle drei Fenster in den Kirchenraum fällt. Genau so haben die ersten Christen Gott erfahren. Sie hatten keine Theorie im Kopf, sondern eine Geschichte im Herzen:

  • Das erste Feld: Gott, der Schöpfer.

  • Das mittlere Feld: Gott, der Sohn.

  • Das dritte Feld: Gott, der Heilige Geist.

Lassen wir nun die Farben auf uns wirken

Wer genauer hinsieht, bemerkt, dass die Farben nicht zufällig verteilt sind. Hans Ohlms nutzt eine theologische Grammatik, die eng mit den klassischen, liturgischen Farben der Kirche verwoben ist:

  • Das Wechselspiel an den Rändern (Grün und Gelb): 

In den beiden äußeren Fenstern entdecken wir ein vertrautes Echo. Links (Gott, der Schöpfer) dominiert das große Grün – die Farbe des Lebens und der Schöpfung – mit einem kleinen gelben Tupfer darunter. Rechts (Gott, der Heilige Geist) dominiert das große Gelb – die Farbe des göttlichen Lichts und der Pfingstwärme – mit einem kleinen grünen Tupfer darunter. Schöpfung und Geist spiegeln sich ineinander wider: Gottes Atem ist von Anfang an in der Schöpfung, und der Geist lässt in uns neues Leben wachsen.

  • Die diagonale Klammer (Violett und Blau): 

Wenn wir die äußeren Fenster ganz oben und ganz unten betrachten, entdecken wir eine faszinierende, kreuzweise Symmetrie:

    • Links oben und rechts unten leuchtet Violett. Violett ist in der Kirche die Farbe der Vorbereitung, der Besinnung und des Wartens (wie in der Passionszeit und im Advent). Das Schöpfungsfenster beginnt im Violett des Anfangs (bevor das Licht kam); das Geistfenster mündet unten im Violett, denn der Geist führt uns in die innere Einkehr und Umkehr und das Warten auf Gottes Ewigkeit.

    • Links unten und rechts oben leuchtet Blau. Blau steht für den Himmel und die Unendlichkeit Gottes. Das Schöpfungsfenster gründet unten im göttlichen Blau, während das Geistfenster oben in den offenen Himmel führt. Diese Überkreuzung klammert die beiden äußeren Fenster fest zusammen: Anfang und Ende, Himmel und Erde halten sich die Waage.

  • Das mittlere Fenster: Die ganze Fülle in Christus 

Das mittlere Fenster (Gott, der Sohn) bricht aus diesem starren Symmetriesystem aus. Es ist das einzige Fenster, das die gesamte göttliche Farbpalette in einer vertikalen Linie in sich vereint. Es erzählt uns die Lebens- und Heilsgeschichte Jesu von oben nach unten:

    • Ganz oben das Gelb: Christus kommt aus dem göttlichen Licht des Vaters zu uns.

    • Darunter das Blau: Er durchschreitet den Himmel und wird Mensch auf der Erde.

    • Im Zentrum das große, einmalige Rot: Diese Akzentuierung unterstreicht das reformatorische „Solus Christus“ (Allein Christus). Die Menschwerdung Gottes, sein Leiden und Sterben für uns, ist ein einmaliges, unübersehbares geschichtliches Ereignis. Gott ist ein einziges Mal Mensch geworden und für uns gestorben. Dieses markante Rot verweist direkt auf Golgatha – ein exklusiver Liebesbeweis, der im Zentrum unseres Glaubens steht.
    • Ganz unten das Grün: Das Kreuz ist jedoch nicht das Ende. Es mündet unten im frischen Grün. Das ist die Farbe der Hoffnung, der Auferstehung und des neuen, ewigen Lebens, das aus dem Grab hervorgeht. Das Sterben Christi bringt der Welt neues Leben.

Was wir im Geiste sehen können: Unsichtbare Symbole

Wer dieses Originalfenster betrachtet, entdeckt eine bewusste, abstrakte Komposition, die auf konkrete Formen verzichtet. Und doch lädt uns diese Reduziertheit geradezu ein, im Geiste Symbole einzufügen, die den Farben ihren tiefen Sinn geben:

  • Im linken, grünen Fenster spüren wir die Schöpfung. Wir könnten uns hier die Erde vorstellen, gehalten von Gottes Händen, oder das erste junge Grün, das auf sein schöpferisches Wort hin wächst. Er ist der Schöpfer des Himmels und der Erde.

  • Im rechten, gelben Fenster leuchtet das Pfingstfest auf. Vor unserem inneren Auge taucht die Taube auf – das biblische Bild für den Heiligen Geist, der bei der Taufe Jesu herabkam und der auch uns heute mit Gottes Liebe erfüllt.

  • Im mittleren, roten Fenster schließlich fließen zwei kraftvolle Bilder zusammen. Jesus bezieht im Johannesevangelium das alte Bild aus Psalm 23 („Der Herr ist mein Hirte“) direkt auf sich selbst: „Ich bin der gute Hirte.“ Gedanklich können wir in diese schmale Bahn einen Hirtenstab einzeichnen, der uns durch die dunklen Täler führt. Doch Jesus sagt auch: „Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“ Und so verbindet sich der Hirtenstab im Geiste untrennbar mit dem Kreuz, das mitten in diesem tiefen, vergossenen Rot aufleuchtet.


nicht das Original - bearbeitet

Eingebettet im Licht

Drei einzelne Fenster, voneinander getrennt durch das Mauerwerk, doch es ist dasselbe Licht, das durch alle drei fällt. - Wie die drei Erscheinungsweisen in Gott selbst kommunizieren – Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist – das darf ein Geheimnis bleiben. Das müssen wir nicht lösen wie eine Rechenaufgabe. Es ist wie mit dem Licht an unserer Altarwand: Wir müssen die Physik des Lichts nicht bis ins Letzte erklären können, um uns an der Helligkeit und der Wärme zu freuen, die es in unsere Kirche bringt.


Trinitatis 2026

Auch für diesen Sonntag hat Petra Heidemann wieder ihre aktuelle Predigt zur Veröffentlichung an dieser Stelle zur Verfügung gestellt. Der eine oder die andere wird sie im Gottesdienst direkt gehört haben. 

Am Ende dieses Beitrags füge ich noch die übrigen Fensterkompositionen von Hans-Ohlms ein.

P r e d i g t           zum Sonntag Trinitatis           Text: Joh. 3, 1 - 15 

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Liebe Gemeinde!

Sagen Sie mal, kennen Sie / kennt Ihr das eigentlich auch, dass man abends ins Bett geht und schlafen möchte, und dann fängt es an, mit einem zu denken? Nicht umsonst ist die Werbung ja auf den Zug „Einschlafstörungen“ aufgesprungen.

Tausend Dinge gehen einem dann plötzlich durch den Kopf, ob man will oder nicht:

Man denkt über ein Gespräch nach, da sich tagsüber ergeben hat und für das einem jetzt im Nachhinein einfällt, was man hätte sagen sollen; über einen Menschen, mit dem man zu tun hatte oder um den man sich sorgt; irgendetwas ist nicht so gelaufen, wie es beabsichtigt war; vielleicht hat man etwas gehört oder gelesen und weiß jetzt nicht, was man davon halten soll. Vielleicht liegt auch Problem an, das man von allen Seiten überdenkt und für das man eine Lösung sucht. Vielleicht hat man sich geärgert, vielleicht lässt einen Angst nicht zur Ruhe kommen. Vielleicht steht eine Entscheidung, ein Ereignis oder eine Reise an.

Und manchmal fragt man sich zu solcher Stunde auch, wer bin ich eigentlich, wo stehe ich, was macht mein Leben aus, was will ich eigentlich.

All das sind Gedanken, zu denen man tagsüber oft weder Zeit noch Muße hat. Aber wenn der ganze Alltagskram erledigt ist und es ruhig wird im Haus, dann kommt man zu sich selbst und zur Besinnung. Ja, und meistens schlafen wir irgendwann darüber ein.

Bei Nikodemus war das anders. Es war Nacht, und auch Nikodemus hatte eine Menge nachzudenken. Da war dieser Jesus, von dem alle Welt sprach. Dieser Jesus, der weder eine priesterliche Ausbildung hatte noch richtig ordiniert war und der dennoch durchs Land zog und lehrte und sogar Wunder vollbrachte.

Gut, das mit den Wundern, da gab es auch noch andere, und Lehrer gab es auch immer wieder, aber irgendwas war mit diesem Jesus anders. Auf jeden Fall musste er wohl von Gott geschickt worden sein, denn Wunder wirken - war das nicht so etwas wie ein Beweis?

Nikodemus wollte es genau wissen, es ließ ihm einfach keine Ruhe. Er war bekannt dafür, dass er immer alles sehr genau nahm, vor allem mit der Auslegung des Gesetzes. Nicht umsonst hatte er es mit seinen 60 Jahren zu hohem Ansehen gebracht. Er war einer der hervorragendsten Schriftgelehrten seiner Zeit, und so gehörte er als Vertreter der Pharisäer sogar dem Hohen Rat an.

Wer war dieser Jesus? Nikodemus muss es wissen – und zwar jetzt und gleich. Das kann man doch nicht auf morgen verschieben und erst einmal darüber schlafen.

Also gibt sich Nikodemus einen Ruck, steht auf und geht zu Jesus hin – jetzt, mitten in der Nacht. Ein Gespräch möchte er mit ihm führen, ein Gespräch unter Fachleuten, unter Kollegen, denn Nikodemus schätzt Jesus durchaus als ebenbürtigen Fachmann – auch ohne nachweisliche Ausbildung, die Wunder sind ihm Zeichen genug für Gottes Wirken durch diesen Jesus.

Nikodemus geht also los – nicht um zu fragen, nein, er weiß er weiß doch selbst Bescheid über Gottes Wort. Schließlich beschäftigt er sich seit Jahren intensivst damit. Er geht vielmehr hin, um sachlich zu diskutieren, wie der Mensch sich am besten vervollkommnen kann, um für das Reich Gottes würdig zu werden. Denn dazu sind ja alle Gesetze und Bestimmungen und Gebote schließlich da. So denkt Nikodemus wie jeder gute Rabbiner.

Und Jesus? Der scheint ihm gar nicht richtig zugehört zu haben, denn er geht überhaupt nicht auf das ein, was Nikodemus da zu ich sagt. Stattdessen durchkreuzt er gründlich alle Gedanken und Überzeugungen des Nikodemus und sagt:

Nee, Nikodemus, so nicht, so überhaupt nicht. Nur, wer neu geboren wird, de wird das Reich Gottes zu sehen bekommen.

Was für eine Antwort ! Neu geboren werden, wie sollte das wohl gehen?

Ich denke, diese merkwürdige Antwort ist für uns genauso geheimnisvoll und unverständlich wie für Nikodemus. Da hat Nikodemus nun wissen wollen, wer Jesus eigentlich ist, und da dreht Jesus den Spieß um und, statt sachlich zu diskutieren, geht es plötzlich um Nikodemus‘ eigenes Seelenheil, um ihn ganz persönlich – und damit auch um mich. Wie könnte ich den wiedergeboren werden?

Nikodemus nimmt das nun wörtlich und provoziert Jesus damit, um ihn zu einer Erklärung herauszufordern, einer greifbaren, realistischen Erklärung.

Geboren werden – das ist etwas, das mache ich doch nicht selber, das geschieht mit mir, dazu kann ich doch gar nichts beitragen. Geboren werden – das ist der totale Neubeginn, ein radikaler Anfang. Geboren werden – ein neues Leben vom absoluten Nullpunkt an. 

Nikodemus dämmert es, wie radikal und kompromisslos die Antwort Jesu ist. Alles, aber auch alles, was er bisher gedacht hat, passt plötzlich nicht mehr. Egal, wie sehr man sich anstrengt, Gottes Willen möglichst 100%ig zu erfüllen, die Gesetze durch Diskussionen und immer genauere Auslegungen zu verstehen und zu befolgen, egal, wie sehr man sich bemüht, durch eigene Anstrengung möglichst vollkommen zu werden. Alles richtig und Gott und den Menschen recht zu machen, alles vorauszudenken – alles das funktioniert nicht. Es spiegelt nur wider, wie unvollkommen der Mensch ist. Fleisch bleibt Fleisch. Was immer der Mensch anstellt, er bleibt menschlich. 

Der Weg zum Reich Gottes geht über kein Erziehungsprogramm, keinen moralischen oder gesellschaftspolitischen Reifeprozess, keine innere Kraftanstrengung, keine Selbstvervollkommnung oder religiöse Klimmzüge. Das alles richtet gar nichts aus. Gottes Reich kann man sich nicht verdienen.

Das Reich Gottes ist allein durch Gottes Wirken möglich. Wenn Jesus von einer neuen Geburt spricht, dann spricht er eben nicht davon, unsere vorhandenen Fähigkeiten und Möglichkeiten zu verbessern, zu reparieren, umzugestalten, oder davon, unsere Lücken und Mängel zu stopfen, sondern Jesus spricht vom total neuen Menschen, aus dem Geist Gottes heraus geboren, geboren aus Wasser und Geist.

In der Taufe befreit uns Gott von allen Sachzwängen unseres Menschseines und schenkt uns neues Leben durch seinen Heiligen Geist. Gott schafft, wo er Mensch seinen Geist bei sich einziehen lässt, so radikal neu, dass dieses Ereignis nur mit dem Bild einer Neugeburt annähernd zu beschreiben ist. Jetzt und hier, in diesem Augenblick geschieht Erlösung aus dem Gefangensein unserer Menschlichkeit, jetzt und hier sprengt Gott diese Grenzen auf, und jetzt und hier können wir als Kinder Gottes aus seinem neuen Geist heraus leben. Jesus ist keine Jenseitsvertröstung aus der Fernsehwerbung. Jetzt und hier beginnt das neue Leben, nicht erst nach unserem körperlichen Tod. Nein, dieses neue Leben erfüllt uns schon jetzt, und wir bringen es im Sterben bereits it. Deshalb ist dem Tod die Macht genommen.  Wenn das kein Angebot ist! Aber, wie gesagt, ein Angebot Gottes, das Angebot Gottes, aber er zwingt es keinem auf.

Und wir merken – genau wie Nikodemus – in eine sachliche Diskussion könne wir uns nicht flüchten. Und raushalten können wir uns auch nicht. Hier gilt es jetzt, Farbe zu bekennen: Pro oder Contra. Nikodemus muss sich – ich muss mich – entscheiden, ob ich dazu bereit bin, mich von Gott durch seinen Geist neu machen zu lassen. 

Schön und gut – aber wie soll das nun ganz konkret in meinem Leben aussehen?

Jesus spricht zum besseren Verständnis in einem Gleichnis; er spricht vom Wind.

Menschen können – und das gilt bis heute – den Wind weder steuern noch genau vorhersagen. Wind lässt sich nicht auf den Punkt festmachen, wo fängt er an, wo hört er auf. Er hat weder Anfang noch Ende, bestenfalls Zonen. Man kann ihn nicht sehen, aber man kann ihn hören, man kann ihn spüren. Er kann einem ganz kräftig entgegenwehen, er kann mich mit Übermacht vorantreiben, er kann mich tragen und umwerfen. Er treibt Segelboote voran und setzt Windradflügel in Bewegung.

Wind kann mich erfrischen. Wind kann unglaubliche Kräfte freisetzen. Wind bringt etwas in Bewegung. Ich habe das letzten Sonntag schon in meiner Pfingstpredigt zur Sprache gebracht. Erkennen kann ich den Wind immer nur an seinen Auswirkungen. 

Und so darf ich auch Gottes geist verstehen – nicht als Markenzeichen, nicht als sichtbares Aushängeschild, nein, Gottes Geist ist an seinen Auswirkungen erkennbar.

Wer sich von Gottes Geist neu schaffen und antreiben lässt, der wird Spuren hinterlassen. Wo dieser Geist wirksam wird, da geschieht etwas – da geschieht etwas in mir und durch mich und um mich herum. Da fängt Gottes Reich an. Christen leben  i n  der Welt, aber nicht abhängig von der Welt. 

Gut, Nikodemus hat, ich habe begriffen, dass etwas durch Gottes Geist geschieht und dass  es allein durch Gottes Gnade geschieht. Aber wie, Jesus, wie?

Ach Nikodemus, sagt Jesus, da bist Du nun ein so guter Gläubiger, ja, Du bist sogar einer der angesehentsten Fachleute und Lehrer, in diesem Wissen hast Du vielleicht mehr gelernt als ich. Aber darum geht es hier gar nicht. In den Schriften kennst Du Dich aus, aber von Gott kann nur ich etwas wissen, da bin ich der Fachmann. Denn Gott und Ich und der Heilige Geist, wir sind eins.

Das ist das Entscheidenden, was Nikodemus erkennen muss: Jesus als wahrer Mensch und wahrer Gott ist die Brücke, über die er gehen kann – mit allen seinen Fragen und Zweifeln. Das gilt auch für mich, das ist mein Weg, so wie ich bin, mit allen meinen Macken.

Das ist der Weg zum Heil, der einzig mögliche Weg. Nur wenn der Weg zum Heil über Jesus führt, führt er nicht in die Irre. Nur so ist die bildhafte Wiedergeburt im Geist Gottes möglich, nur so ist der neue Mensch möglich, nur so verwirklicht sich Gottes Reich.

Jesus, der uns Gott - und Gott uns näherbringt, Jesus, der von Gott kommt und einer von uns wird – und der dann ans Kreuz geht und aufersteht, damit er uns mit sich ziehen kann zu Gott, seinem und unserem Vater.

So sehr liebt Gott uns, dass er das auf sich nimmt. Das ist vollendete Liebe, auch vollendete Feindesliebe, in unserer Alltagswelt praktiziert – ein Lebensmodell für uns – möglich durch das Wirken des Geistes.

Gott will, dass wir leben – nicht kurzfristig, nicht mittelfristig und auch nicht langfristig – Gott will ewiges Leben für uns. Dafür gibt er sich preis, liefet sich der Welt aus, um von ihr angenommen zu werden, damit wir uns durch Jesus zu ihm führen lassen können. 

Da wir nur mit menschlichen Augen begreifen, nimmt er in Jesus unsere Gestalt, unser Leben an, ist mitten unter uns. So wird das Kreuz Jesu für uns zum Wegkreuz, gibt uns Richtung, Weg und Ziel an.

Der Mensch hat kein Anrecht auf Rettung, diese Freiheit ist nicht erwerbbar, aber jedem gilt Gottes Angebot. Niemand wird zum Unglauben verdammt, keiner wird zum Glauben gezwungen.

Ich muss mich halt entscheiden, wessen Geistes Kind ich sein will.

Glauben heißt: sich voller Vertrauen in die Hand Jesu fallen zu lassen, den Absprung zu wagen ohne selbergestrickte Sicherheitsleine, sich auf Jesus einzulassen und sich von Gottes Geist anwehen und in Bewegung setzen zu lassen.

So wie bei Nikodemus: Nicht über den eigenen Grübeleien resignieren, sondern wie er – aufstehen, sich aufraffen ohne Verzögerung und spontan auf Jesus zugehen. Das ist es.

Dann kann man nicht bleiben, was man war, dann wird man verändert, und dann wird man verändern.

Gott liebt diese Welt, und wir sind sein Eigen.

Wohin er uns stellt, sollen wir es zeigen

Gott liebt diese Welt.

Sein Reich ist jetzt und hier mitten unter uns.

A m e n .

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Fenster im Turm - Richtung Westen

Fenster Richtung Süden

Großes Fenster in der Taufecke


Gesamtansicht Taufecke

Fenster im Altarraum zur Nordseite

Fenster im Kirchenschiff
zur Nordseite

Im großen Fenster in der Taufecke rechts unten


Montag, 25. Mai 2026

Ökumenischer Pfingstgottesdienst

Pfingstmontag

25. Mai 2026 - 11.00 Uhr

Marktplatz

Wo der Geist weht ...

Predigt: Pastorin Jessica Banna - reformierte Kirche


Rückblick 2025

Wer meine Predigt aus dem letzten Jahr noch einmal nachlesen will, kann die mit diesem Link aufrufen. Ich hatte die Predigt bei "Krügers Studien" gespeichert. Ich verstehe die Predigt nach wie vor als einen Weckruf für die Kirchen. Es ist erschütternd zu sehen, welchen Weg insbesondere die evangelischen Landeskirchen einschlagen. Dazu ist manches in meinen Studien nachzulesen. 


2025 - Ankommen ...

2025 - Alle Stühle besetzt ...

Sonntag, 24. Mai 2026

Der Geist Gottes weht, wo er will ... Pfingsten 2026

 Der Geist Gottes setzt in Bewegung ...

Das erste Jahr Pfingsten, dass ich nicht im Einsatz bin. Deshalb habe ich wieder einmal Frau Heidemann gebeten, mit ihre Predigt für den Blog zur Verfügung zu stellen. Jetzt, da Sie den Text lesen können, ist der Gottesdienst zu Ende. Vielleicht war der eine oder die andere da und genießt es jetzt, alles noch einmal nachlesen zu können. 

Ich wünsche ein gesegnetes Pfingstfest!


P r e d i g t     zum Pfingstsonntag

Text:  1. Kor. 2, 12-16                                                        

Liebe Gemeinde!

„Hör mal, gehst Du nächsten Sonntag mit in die Kirche?“

„Weiß nicht - wer predigt denn?“  Ein Name wird genannt.

„Ach nee, dann schlafe ich lieber aus, der predigt immer so langweilig und findet kein Ende. Ein anderes Mal vielleicht wieder.“

Solch vorsonntägliches Gespräch ist nicht selten, die Argumente wechseln. Aber oft wird die Qualität des Gottesdienstes gemessen an der Person, die den Gottesdienst hält. Der kann nicht singen, der redet zu leise, der betet immer so schön, der hat immer so tolle Beispiele in der Predigt, der hat so ein nettes Gesicht. Ähnliches erlebe ich durchaus nach manchem Gottesdienst: „Heute kam in der Predigt ja kaum etwas von Jesus vor, und dabei bin ich deshalb eigentlich überhaupt nur gekommen.“

„Wie können Sie im Fürbittengebet sagen ‚Guter Gott‘, das heißt doch wohl immer noch ‚Lieber Gott‘!“ 

Der eine möchte, dass ich mich zur Politik äußere, der andere nimmt es mir übel, wenn ich es tue. Der eine hat am Ende des Gottesdienstes gefunden, was er gesucht hat und geht erfüllt nach Hause, der andere findet etwas zum Ärgern und ist für den Rest des Gottesdienstes blockiert.

Es ist nicht anders als in der Schule oder im Beruf. Der Lernerfolg wird in erster Linie als vom Lehrer abhängig beurteilt, im Beruf steht und fällt der Wert des Menschen mit seiner messbar erbrachten Leistung. Wir lassen gern nur eine Meinung gelten, am liebsten die eigene. Wenn ich als Ehrenamtliche nicht genug Anerkennung für mein Bemühen von den anderen bekomme, dann kann ich es ja auch einfach mal lassen, dann mache ich eben nicht mehr mit. Wenn der Lehrer schon wieder auf diesem Thema herumreitet, dann schwänze ich den Unterricht. Wenn der oder die etwa auch zur Geburtstagsfete kommt, dann gehe ich gar nicht erst hin. 

Und was wir für richtig oder falsch erachten, was wir glauben oder nicht glauben, ist oft mehr eine Frage, wem wir glauben.

Ob es nun der neueste Tratsch und Klatsch ist, ob es sich um aktuelle Forschungsergebnisse handelt oder ob um Gottes Wort - die Glaubwürdigkeit des Gehörten ist meistens gekoppelt an die Glaubwürdigkeit der übermittelnden Person. Zunächst lassen wir uns von einer Person begeistern und in den Bann ziehen, erst in zweiter Linie von dem, worum es geht. Oft ist das Auftreten eines Politikers wichtiger und überzeugender als sein politisches Konzept; oft ist die Melodie eines Liedes oder eines Songs das Entscheidende für den Erfolg, der Sinn des Textes eher zweitrangig. Unsere Maßstäbe heißen Aussehen, Auftreten, Leistungsfähigkeit, Beweisbarkeit, Sicherheit, Effektivität, Nutzen, bahnbrechende Sensation, Beliebtheit, Erfolg. Und wenn bei einer Person der Funke überspringt, dann wächst die Zahl der Fans, und die Begeisterung kennt keine Schranken und Grenzen mehr, die jubelnde Menschenmasse reißt mit, man braucht seine Idole und seine Helden, man braucht sie aus der Nähe, am besten zum Anfassen. Letztendlich war es das, was die Israeliten dazu bewegte, sich ein goldenes Kalb hinzustellen. 

Alle Versprechungen, Hoffnungen und Zusagen waren so wenig beweiskräftig, so wenig greifbar. Der menschliche Geist sucht nach Handfestem, Greifbarem und Begreifbarem, Konkretem, Handhabbarem und nicht zuletzt nach seinen geistigen Führern.

Das war schon immer so. Das war so auch in Korinth.

Wir befinden uns in einer bedeutenden, internationalen, ausgesprochen turbulenten, lebendigen, bunten Hafenstadt.  Korinth ist römische Kolonie; fremdländische Einflüsse aller Art, Menschen aller Hautfarben in unterschiedlichster Kleidung, fremdartige Traditionen und Gebräuche, ein babylonisches Sprachengewirr, eine Vielzahl von Kulturen und religiösen Riten prägen das Straßenbild. An jeder Ecke steht ein anderer Prediger und verkündet den Vorübergehenden und Stehen-Bleibenden seine allein selig machende Weisheit und versucht, mit seinen Argumenten überzeugender als all die anderen zu sein. 

In dieser Umgebung hat es die kleine christliche Gemeinde, die Paulus gegründet hat, nicht leicht, ihren Weg zu finden und zu gehen. Die Wiederkunft Christi lässt auf sich warten, man muss sich in dieser Welt irgendwie einrichten, dem christlichen Glauben eine Wohnstatt in dieser Welt geben, sich mit der Welt arrangieren und den Alltag zu seinem Recht kommen lassen. Wie das alles gehen soll – darüber sind sie inzwischen geteilter Meinung. Es gibt Eifersüchteleien, Flügelkämpfe, Grundsatzstreitigkeiten. Man lebt sich auseinander, man folgt verschiedenen Richtungen, verschiedenen Wortführern, verschiedenen Leitfiguren. Da ist der Wundertäter Apollonius; da ist Petrus, der die jüdische Beschneidung nach wie vor für unbedingt notwendig erachtet für einen Christen; da gibt es Christusschwärmer, die besonders fromm tun, dabei aber Jesu Namen für ihre eigenen Interessen vermarkten und nutzen und alle anderen verketzern. 

Auch heute gibt es Frömmigkeitsmagneten, die die Masse zu begeistern und in ihren Bann zu ziehen verstehen, und es gibt Streitfragen, die nur allzu schnell spaltend wirken und einen Riss durch die Christenheit ziehen – z. B. die Frage nach der Stellung der Frau in der Kirche, die Frage der Abendmahlspraxis, die Frage, wie streng man mit Konfirmanden umgehen soll, ob kleine schreiende Kinder in den Gottesdienst gehören, die Frage des Zölibats etc., und es gibt unterschiedlich große Sympathien für diesen oder jenen Geistlichen. So fremd ist uns also die Situation in Korinth keineswegs.

Paulus gefällt das alles nicht. So schreibt er vorbeugend einen Brief – einen Brief gegen die Gefahr des Auseinanderlebens, gegen Flügelkämpfe, Eifersüchteleien und Grundsatz-streitigkeiten. Verschiedene Wellenlängen sollen sich nicht gegenseitig unterkriegen und wirkungslos machen, sondern verschiedene Wellenlängen sollen sich gerade ergänzen, um mehr erreichen zu können. Es ist egal, durch wen und wie die Betreffenden dem Glauben nähergekommen sind, 

egal, wer für wen den Christus-Glauben glaubwürdiger verkörpert – Christus ist nicht auseinanderzudividieren. Christus ist geboren, hat gelebt und gewirkt, ist gestorben und auferstanden, gerade um alle Grenzen zwischen Gott und Mensch, aber auch zwischen Mensch und Mensch aufzusprengen. Wer die Gemeinschaft spaltet, hat Christus gegen sich, arbeitet gegen Christus, auch wenn er meint, in Christi Namen zu handeln. 

Die Verabsolutierung eines noch so gut und christlich gemeinten Standpunktes ist Demontage. Das heißt nicht, dass man nicht seinen Standpunkt haben dürfte – oh nein, jeder hat seinen bestimmten Platz am Tisch des Herrn, aber die Plätze sind gleichwertig, die Speise am Tisch des Herrn ist für alle gleich, egal, von welcher Seite man zugreift. Da verweist man einander nicht vom Tisch. Pluralismus statt Polarisierung, vielfältiges Miteinander statt einfältiges Entweder-Oder - der Leib Christi hat viele Glieder und Organe.

Es geht nicht um selbstruhmreiche, glanzvolle Nachfolge Einzelner in christlichem Rampenlicht, es geht um das Einander-Dienen. Es gibt nicht Christen unterschiedlicher Qualitätsstufen. 

Für alle gleichermaßen richtungsweisend ist dabei das Kreuz, dort hat Christus sich für uns verausgabt. Die Theologie mit ihrer wissenschaftstheoretischen Auseinandersetzung ist Weggehilfe, ein wichtiger Weggehilfe, aber eben auch nur Weggehilfe. Der Weg selbst will von jedem selber unter die Füße genommen werden, gehen muss jeder selber, mit Stehenbleiben ist niemandem gedient. Aber gemeinsam geht es sich besser. Und wir haben die Sicherheit unseres Zieles; denn im Gegensatz zu all den falschen Propheten in Korinth und den falschen Versprechen unserer Zeit legt Jesus nicht uns aufs Kreuz, sondern sich selbst.       

Deshalb mahnt Paulus auch uns, zu bedenken, wessen Geistes Kinder wir sind. Menschliches Wissen, menschliche Weisheit – das braucht man in dieser Welt. 

Aber wenn das unser einziger Maßstab ist, dann sind wir auch der menschlichen Weisheit ausgeliefert und werden an ihr gemessen. Dann ist aber nicht sehr viel los mit uns. 

Erst der Geist Gottes hilft unserer Schwachheit auf, erst der Geist Gottes lehrt zu unterscheiden. Glaube ist nichts Angelerntes, Erlernbares. Glaube stärkt sich nicht durch Frömmigkeits-klimmzüge. Vielmehr sollen wir uns als Gefäß verstehen, das den Geist Gottes einlässt und aufnimmt. Wenn wir uns auf ihn einlassen, ihn einlassen, dann wird er uns verändern; und zwar nicht dadurch, dass er wie die Geister dieser Welt unsere Begabungen, unser Denken, Fühlen und Wollen an sich reißt und sich derer bemächtigt und unser Innerstes umkrempelt und unsere Persönlichkeit auslöscht und für die eigenen Zwecke ausnutzt, sondern indem er sich dieser unserer Begabungen, unseres Denkens, Fühlens und Wollens ganz individuell in Liebe annimmt und zum Wirken Gottes werden lässt. Dieses Wirken muss durchaus nicht spektakulär sein oder sensationelle 

Schlagzeilen aufwerfen, dieses Wirken kann ganz in der Stille geschehen. Aber es wird auf jeden Fall die Welt verändern. 

Ausschlaggebend ist nur, dass wir uns von Gott erreichen lassen, uns von seiner Liebe und seinem Geist anstecken lassen, entflammen lassen, mit unauslöschlicher brennender Be-Geist-erung Feuer und Flamme sind, so wie es die Pfingstgeschichte von den Jüngern bildhaft berichtet. Sie haben sich anstecken lassen – und schon war es vorbei mit all ihrer zaghaften Unsicherheit und Ratlosigkeit. Welche der Geist Gottes treibt .....     Sie haben sich antreiben lassen, sie haben den Geist Gottes mit ihren Stimmen zu Worte kommen lassen, haben alle zwischenmenschlichen Grenzen gesprengt, und der Funke ist übergesprungen, sie wurden von allen verstanden. Das war die Initialzündung, die Geburtsstunde ökumenischen Glaubens-verständnisses. Und dieser Funke darf nicht auslöschen. Lassen wir uns ebenfalls anstecken und die Flamme weitertragen – gerade in dieser unserer Welt.    

Das Ganz-Andere ist nicht an Diesem-Hier zu messen. Der Glaube hat mit Wahrheiten zu tun, die dem Geist der Welt einfach unzugänglich sind, die nicht begriffen werden können, aber auch nicht bestritten oder widerlegt werden können. Als Christ in dieser Welt habe ich nun diesen Glauben zu vertreten, als Mensch dieser Welt lebe ich aber auch gleichzeitig in ständiger Anfechtung und bin mit den Alltagsrealitäten dieser Welt verstrickt. Das kann ich nicht immer unter einen Hut bringen. Aber seit Pfingsten weiß ich eines ganz sicher:

Bei allem, was ich in dieser Welt bin und tu, in Glauben und Unglauben, in Stärke und im Versagen bin ich doch auch der geistliche Mensch, der davon und darin lebt, dass der Geist Gottes in mir ist. Wenn ich auch versage – Gottes Geist in mir versagt aber nicht. Mir geht der Mut verloren – aber er hilft meiner Schwachheit auf. Mein Gebet mag erlahmen oder in Angst und Zweifeln ersticken – aber Gottes Geist vertritt mich. Ich zweifle – aber Gottes Geist ist meine Rechtfertigung. Gottes Gerechtigkeit ist keine begrenzte Gesetzesgerechtigkeit menschlicher Gerichte. 

Ich kann mich zeitweise ganz weit weg von Gott fühlen  – aber sein Geist wohnt in mir. Wo ich versage, da nimmt er mir die Dinge aus der Hand und macht sich für mich stark. Ich brauche mich von keiner menschlichen Instanz kontrollieren und beurteilen zu lassen. Für mich steht Gottes Geist ein. Das macht mich in einem letzten Sinne unangreifbar. Das ist meine Gewissheit. Welch anderer Sicherheiten und Versicherungen könnte ich da noch bedürfen?  Ich habe nichts zu verlieren, ich bin in seiner Geborgenheit, sein Geist wohnt in mir. Und darum darf ich mich mutig anstecken lassen von der Triebkraft dieses Geistes, darf mich in Bewegung versetzen lassen und selbst in seinem Sinne in Bewegung setzen.

Gottes Geist wird oft als Windhauch beschrieben oder auch als Sturmwind, ein Wind, der überall weht. 

Kann ich Wind sehen? Nein. Wenn ich auf eine Hauswand gegenüber oder in einen Innenhof sehe, dann erkenne ich weder Jahreszeiten noch Luftbewegungen. 

Erst wenn ich Bäume, altes Laub beobachte, erst wenn ich den Wind auf meiner Haut und in meinen Haaren spüre, nehme ich den Wind wahr. Was die Kraft des Windes vorantreibt und bewirkt, erkenne ich an Windmühlen, die die Kraft des Windes zum Mahlen nutzen, erkenne ich an Windrädern, die die Energie des Windes in Strom umwandeln.

Jedes Kind kann die Kraft seiner eigenen kleinen Pustekraft sichtbar machen und sich daran freuen.     ~ WINDRAD ~

Kann ich Gottes Geist sehen? Nein.

Auch Gottes Geist ist in erstarrter Umgebung nicht zu spüren. Aber da wo Leben stattfindet, da ist Bewegung. Ich erkenne das Wirken des Geistes Gottes an dem, der sich anstoßen lässt, in Bewegung setzen lässt. Da werden die Energien frei, die andere anstoßen und in Bewegung setzen. Das bringt die Sache Gottes voran.

Nicht zufällig heißt der Leitsatz unserer Gemeinde:

Seid nicht träge in dem, was Ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn.

Ja, ich darf mich mutig von der Triebkraft dieses Geistes in Bewegung versetzen lassen und selbst in seinem Sinne stets etwas anstoßen und in Bewegung setzen, damit Pfingsten nicht schon in Korinth oder am Pfingstmontag in Meppen vorüber und nur ein freier Schultag im Kalender ist, sondern sich lebendig fortsetzt in und durch einen jeden von uns nach seiner Gabe.

Damit wir das nicht vergessen - man braucht ja nun mal hin und wieder eine kleine Gedächtnisstütze im Alltag - mag sich nachher am Ausgang jeder ein kleines buntes, fröhliches Windrädchen in Kreuzform mit nach Hause nehmen.

A m e n .

Rückblick - Pfingsten 2025

Kirche und Kunst in geistlicher Wechselwirkung 

Rückblick - Gedenktafel-Enthüllung an der Gustav-Adolf-Kirche Meppen

Am Pfingstsonntag 2025, es war der 8. Juni, wurde an der Evangelisch-lutherischen Gustav-Adolf-Kirche in Meppen eine besondere Bronzetafel enthüllt, die die bewegte Baugeschichte der Kirche sowie das künstlerische Schaffen von Hans Ohlms (Fenster 1967) und Jo Klose (Altarraum 1994/2017) würdigt. Die Werke dieser beiden Künstler prägen das Gotteshaus maßgeblich.

Der Tag begann um 10:00 Uhr mit einem Festgottesdienst. Im Anschluss daran beleuchtete Dr. Guido Dahl aus Nordhorn in seinem Vortrag "Verflechtung zwischen Himmel und Erde" das Wirken der beiden Künstler Hans Ohlms und Jo Klose. Gegen 12:00 Uhr, im strömenden Regen, erfolgte die Enthüllung der Bronzetafel.

Der Enkel des verstorbenen Künstlers Hans Ohlms,
Parviz Farhoudi (links), und der Künstler Jo Klose
enthüllen die Plakette.

Neben den Namen der Künstler gibt die neu angebrachte Tafel Auskunft über die Baujahre der Kirche: 1858 im neugotischen Stil errichtet und 1967 neu konzipiert und gebaut, weil eine Instandsetzung wegen immer wieder aufgetretene Kriegsschäden letztendlich nicht rentabel war. 

v.l.n.r.: Reinhold Hilbers (Nordhorn, MdL), Pastor Ralf Krüger,
Reinhardt Ohlms, Jo Klose,
Marc-André Burgdorf (Landrat), Gerd Gels (stellv. Bürgermeister)

Predigt 2025

Schrifttext: Apostelgeschichte 2 | 1. Korinther 12

Liebe Gemeinde,

die Botschaft des heutigen Gottesdienstes ist eigentlich ganz einfach. Wir müssen dafür zunächst einmal nur auf das zurückgreifen, was der Apostel Petrus in der allerersten Pfingstpredigt verkündet hat. Seine Worte waren damals glasklar: 

„Jesus von Nazareth, von Gott unter euch ausgewiesen durch mächtige Taten und Wunder und Zeichen... diesen Mann habt ihr durch die Hand der Ungerechten ans Kreuz geschlagen und umgebracht. Diesen Jesus hat Gott auferweckt; des sind wir alle Zeugen.“

Hier stehen wir vor dem absoluten Fundament des christlichen Glaubens: Es ist die Auferstehung Jesu von den Toten, wie sie Petrus und die Apostel bezeugen. Ohne diese Auferstehung gibt es kein Christentum. Sie ist und bleibt der Dreh- und Angelpunkt unserer Hoffnung.

Als die Menschen damals diese Botschaft hörten, so berichtet die Apostelgeschichte, ging es ihnen durchs Herz. Sie spürten, dass diese Nachricht sie ganz persönlich anging, und fragten: „Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun?“ Und Petrus antwortete ihnen: „Tut Buße ..."

 „Tut Buße“ – das heißt übersetzt schlicht und ergreifend: „Kehrt um!“ Und wenn wir ehrlich sind, gibt es in unserer heutigen Welt wahrlich Grund genug, dass wir umkehren und uns neu orientieren. Die Stichworte dazu hat jeder von uns sofort präsent: Wir sehen den verheerenden Krieg in der Ukraine, wir sehen das Leid und den Krieg im Gazastreifen. Wir erleben, wie sich Lügen ungehindert ausbreiten, wie Verträge und Zusagen plötzlich nichts mehr gelten und immer öfter nur noch das Recht des Stärkeren triumphiert. Man ist auf den schnellen „Deal“ aus – nur noch das zählt, was im Moment nützlich erscheint. Das alles, und noch viel mehr, macht unsere Welt und das zwischenmenschliche Beisammensein kaputt. Genau in diese Wunde hinein sagt Petrus auch zu uns: Tut Buße. Kehrt um.

"... und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden ..."

Dazu gehört auch, dass wir wieder neu lernen müssen, von der „Sünde“ zu reden. Im biblischen Kontext meint Sünde eben nicht primär die kleinen, alltäglichen Verfehlungen eines Einzelnen. Es geht um einen tiefer liegenden Zustand, um eine Haltung, die den Menschen von Gott und von seiner eigentlichen Bestimmung trennt. Die Bibel beschreibt dies im mythischen Bild des Sündenfalls im Buch Genesis : „Ihr werdet sein wie Gott!“ Der Mensch will sein eigener Gott sein. Er duldet keinen Gott neben sich. Und weil das so ist, zählt eben am Ende auch all das nicht mehr, was früher einmal das Fundament des menschlichen und staatlichen Miteinanders war.

Doch Gott antwortet auf diese Sünde nicht mit Vernichtung oder Strafe. Seine Antwort ist die Vergebung. Allerdings bedeutet das nicht einfach: „Schwamm drüber, war nicht so schlimm.“ Gott verharmlost nichts. Mit den Geboten benennt er unsere Verfehlungen sehr klar, und auch Petrus spricht die Kreuzigung und die menschliche Verantwortung dafür ungeschminkt an.

Wie echte Vergebung aussieht, zeigt uns Jesus selbst. Denken wir an die Geschichte der Ehebrecherin. Zu der Szene gehörte damals natürlich auch ein Mann – doch der konnte entweder entkommen oder die anklagenden Männer ließen ihn einfach laufen. Aber diesem geflohenen Mann und allen anderen Beteiligten gilt Jesu Wort ganz genauso. Er fragt die Frau: „Hat dich niemand verurteilt?“ Sie antwortet: „Niemand.“ Und Jesus spricht: „Dann tue ich es auch nicht. Geh nach Hause und tu es nie wieder.“ Das ist christliche Vergebung: Sie deckt die Schuld nicht zu, aber sie befreit den Menschen von ihrer Last und eröffnet eine völlig neue Zukunft.

... so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.“

Und genau hier schließt sich der Kreis zu Pfingsten: Der Heilige Geist schließt uns als diese begnadigten Sünder zu einer Gemeinde zusammen. Er befreit uns von unserem Egoismus, sodass wir wieder offen und vertrauensvoll auf den anderen zugehen können.

Denn Gemeinde Jesu Christi kann niemals eine One-Man- oder One-Woman-Show sein. Sie ist ein Gemeinschaftswerk. Das wird an einem Festgottesdienst wie dem heutigen besonders deutlich: Der Dienst des Predigers und der Musiker ergänzt sich zum Lob Gottes. Die Kirchenvorsteher übernehmen die Lesung. Der Küster hat im Hintergrund alles liebevoll vorbereitet, und der Hausmeister hat die Anlage um die Kirche herum herausgeputzt. Aber machen wir uns klar: Ohne die Gemeinde, ohne Sie alle, die sie heute gekommen sind, kann kein Gottesdienst gefeiert werden. Und ohne das engagierte Vorbereitungsteam im Hintergrund könnten wir uns später auch nicht so unbeschwert zum Kirchenkaffee zusammensetzen.

Wir dürfen uns heute an unserer wunderschönen Kirche erfreuen, die einst von einem Architekten klug geplant wurde. Wenn Sie heute durch die Kirchentür gehen, können Sie dort eine Plakette sehen. Auf ihr stehen zwei Namen: Hans Ohlms und Jo Klose. Hans Ohlms machte sich tiefe Gedanken über die spirituelle Gestaltung der Fenster. Jo Klose entwarf das Altarbild und gestaltete später den gesamten Altarraum. Jo Klose heute ist zusammen mit seiner Frau hier bei uns, Hans Ohlms ist mittlerweile verstorben, dafür ist sein Sohn Reinhardt zusammen mit seiner Frau und weiteren Familienangehörigen da. 

Wenn wir uns dann weiter in unserer Kirche umsehen, dann fällt der Blick auf unsere wunderschöne Orgel, die von Orgelbauern speziell für unsere Kirche gefertigt wurde. Heizungsbauer, Fliesenleger und Tischler arbeiteten bei der Renovierung 2017 mit dem Amt für Bau- und Kunstpflege und den Verantwortlichen in der Gemeinde zusammen. Das alles ist nicht selbstverständlich. Es ereignet sich in einem Landkreis und in einer Stadt, die immer noch christlich geprägt sind und sich für die Belange der Kirchen durchaus einsetzen. Landrat Burgdorf und unser stellvertretender Bürgermeister Gels sind heute bei uns. 

Der Apostel Paulus schreibt im 1. Korintherbrief: 

„Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist.
Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr.
Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen.

In einem jeden von uns offenbart sich dieser Geist zum Nutzen aller.“

Er teilt jedem das Seine zu, wie er will – dem Künstler die Kreativität, dem Handwerker das Geschick, den Helfern die Tatkraft und uns allen die Fähigkeit, einander im Vertrauen zu begegnen.

All das geschieht, damit auch in unserer Gegenwart Menschen das lebenspendende Wort Gottes hören und sich danach ausrichten können : Jesus Christus, Gottes Sohn von Ewigkeit zu Ewigkeit, gestorben und auferstanden von den Toten – uns zur Hoffnung und zum Leben.

Amen.

Pressebericht

Kirche und Kunst in geistlicher Wechselwirkung

Gedenktafel-Enthüllung an der Gustav-Adolf-Kirche Meppen

(eb) Im Anschluss des musikalisch-festlichen Pfingstgottesdienstes ist neben der Kirchentür der Gustav-Adolf-Kirche eine Gedenktafel enthüllt worden, die auf die künstlerisch bedeutsamen Besonderheiten der Kirche hinweist.

Die Gustav-Adolf-Kirchengemeinde feierte einen Gottesdienst  ganz besonderer Art, in dem sich die auf Pfingsten ausgerichtete Predigt und der sich anschließende Festakt gedanklich immer wieder aufeinander bezogen und Gottesdienst, Vortrag und die Enthüllung der Gedenktafel ineinander übergingen. In seiner Predigt stellte Pastor Krüger Pfingsten als Voraussetzung  für das Miteinander in einer Gemeinde heraus; nur wo alle mit ihren Begabungen in dem einen von Gott gegebenen Geist zusammenarbeiteten und man sich unabhängig von Sprache und Herkunft verstehe, könne man etwas bewirken und sei die Basis für Frieden gegeben - im Großen wie im Kleinen.

Daran knüpfte Dr. Guido Dahl, ehemaliger Geschäftsführer des Kulturforums Ochtrup, mehrfach in seinem Vortrag an, in dem er die Kirchenfenster aus der Hand des Künstlers Hans Ohlms (1967) und die künstlerischen Reliefs der Altar- und Wandbilder von Jo Klose (1994 und 2017) deutend würdigte, welche die Ausstrahlung des sakralen Raumes maßgeblich prägen. Sein Vortrag zog wortwörtlich mit, denn die Anwesenden folgten ihm an die einzelnen Orte der Betrachtung.

"Figürlich wie abstrakt" symbolisiere und enthülle diese kirchliche Kunst im Dienste der Verkündigung "religiöse Spannung" eines beständigen "Unterwegsseins zu einem Ziel" - so zu sehen in den 6 mal 4 geometrischen Einzelbildern der Turmfenster, deren Linien als Strahlen in einem "energetischem Zentrum" zusammenliefen bzw. von dort zu den Rändern führten. Das Spiel mit dem Licht zeige im Hell-Dunkel die Glaubensbewegung vom Zweifel zur Glaubensgewissheit. Die Vertikalfenster an der rechten Kirchenwand nähmen die Unruhe auf; in Wellenlinien verwandelt, zeigten sie das Auf und Ab "in der eschatologischen Spanne von 'Schon und noch nicht' gemäß der Offenbarung des Johannes". Im Seitenschiff reflektiere das Fenster die "geordnete Unruhe" und vermittle fühlbare Transzendenz. Schließlich lasse die Dreiergruppe der kleinen schmalen Fenster oben in der Altarwand in ihrer spezifischen Farbgestaltung die Dreifaltigkeit aufleuchten.

Auch den Holzarbeiten des Nordhorner Künstlers Jo Klose sei die Perfektion der Linienführung zu eigen, hier jedoch in expressionistischen Reliefschraffuren, die sich über die Werke legten. Die beiden Tafeln an der Eingangswand mit den auf das Wesentlich reduzierten Kreuzmodellen - deren unterschiedliche Farbgebung jeweils für die nördliche und die südliche Erdhälfte stehen - zeigten einen sich bereits vom Kreuz lösenden Christus. Die "Quintessenz des Kreuzmittelpunkts" offenbare über die irdischen Elemente hinausgehende spirituelle Wesenheit.

Beim Betreten der Kirche wird der Blick hineingezogen in die Abendmahlszene des kreuzförmigen Altarbildes, in dessen Mittelpunkt Jesus Brot und Wein zum Mahl bereitet. In den Königsfarben Rot und Blau heben sich er und die ihn umgebenden 12 Jünger plastisch vom hellen Untergrundholz ab. Mit dem sich aus Augen- und Nasenlinien ergebenden "T" stehe allen bereits die bevorstehende Kreuzigung ins Gesicht geschrieben. Ganz im Sinn von Pfingsten werde auf diesem Altarbild die babylonische Sprachverwirrung aufgehoben, da Jesu Einsetzungsworte auf Griechisch, Lateinisch, Kyrillisch, Englisch, Deutsch und Swahili weltumfassend zum Mahl einlüden, während der hebräische Text im unteren Bildteil auf die Verbindung zum jüdischen Pessachfest verweise.

Im Anschluss wurde die auf Initiative von Reinhardt Ohlms, Sohn des verstorbenen Künstlers, aus Bronze gefertigte Gedenktafel für Kirche und Künstler im Beisein der beiden Künstlerfamilien enthüllt. "Verflechtung zwischen Himmel und Erde", so der Titel, hatte alle Sinne angesprochen - Sehen und Hören, (Be)Greifen und beim anschließenden Imbiss auch das Schmecken.

Petra Heidemann

Für die größere Ansicht können die Collagen angeklickt werden. 

Donnerstag, 14. Mai 2026

Himmelfahrt - erwachsen werden

Christi Himmelfahrt: Den Kinderschuhen entwachsen

Am 14. Mai feiern wir Himmelfahrt. Während viele diesen Tag als „Vatertag“ mit Bollerwagen und Geselligkeit verbringen, lädt uns die christliche Tradition ein, tiefer zu blicken. Man könnte den Vatertag durchaus gelten lassen, wenn wir ihn als die Heimkehr Jesu zu seinem und unserem himmlischen Vater verstehen. Es ist das Fest der „Thronbesteigung Christi“, an dem er seine Herrschaft zur Rechten Gottes antritt. Er ist nun einerseits mitten in seiner Kirche anwesend, andererseits entzieht er sich unserer unmittelbaren Greifbarkeit. Doch was bedeutet dieser „Abschied“ eigentlich für seine Jünger und letztendlich für uns, die wir hierbleiben?


Glaube bedeutet Erwachsenwerden

In einer Predigt vor etlichen Jahren hatte ich diesen Einschnitt, den Himmelfahrt markiert, mit einem Paar Kinderschuhen verdeutlicht. So wie ein Kind aus seinen Lauflernschuhen herauswächst, muss auch unser Glaube wachsen. Hieran schließen sich fast automatisch Gedanken zur Konfirmation, die wir oft in dieser Zeit zwischen Ostern und Pfingsten feiern und die wir auch zur Deutung des Geschehens an Christi Himmelfahrt heranziehen können.

  • Die Konfirmation markiert den Übergang zum Erwachsenwerden, in dem Jugendliche lernen, auf eigenen Beinen zu stehen.

  • Himmelfahrt ist in diesem Sinne so etwas wie die „Konfirmation der Christen“.

  • Wir sind aufgerufen, eine „kindlich infantile Haltung“ abzulegen, die im Gebet formuliert: „... lieber Gott, bitte mach ... “ Das war der Glaube in den Kindergebeten; erwachsener Glaube betet: "Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe ... "

Vertrauen und Verantwortung

Das Bild der Familie hilft uns allerdings, dieses neue Verhältnis zu Gott zu verstehen. So wie wir uns ein Leben lang auf unsere Eltern verlassen können und Eltern für ihre Kinder da sind – auch wenn diese längst erwachsen und ausgezogen sind –, so wendet Gott sich uns immer wieder zu. Doch zu diesem Vertrauensverhältnis gehört untrennbar die Eigenverantwortung:

  • Als „erwachsene“ Christen tragen wir Verantwortung für unseren Glauben und unser Leben.

  • Wir sollen das, was Gott uns anvertraut hat, nicht gedankenlos „bespielen“, sondern verantwortlich gestalten.

  • Mitten in einer oft herausfordernden Welt sind wir gerufen, als „Lichter“ zu scheinen.

Wie unterschiedlich wir dieses „Erwachsenwerden“ wahrnehmen, zeigt sich, wenn wir Symbole suchen. Gibt man bei dieser Bildersuche das deutsche Wort „Konfirmation“ ein, so werden traditionelle Motive angezeigt: Gruppenfotos von Jugendlichen in festlicher Kleidung, Kerzen, Tauben als Zeichen für den Heiligen Geist oder Blumensträuße für die Mädchen, Myrtensträußchen für die Jungs. Es sind Bilder, die zum Festtag passen. 

Sucht man jedoch mit dem englischen Begriff „confirmation“, wandelt sich das Bild: Man findet den „Daumen nach oben“, den Handschlag oder einen Haken für eine erledigte Aufgabe.

Diese modernen Symbole passen erstaunlich gut zu einem erwachsenen Glauben, der über das Festliche hinausgeht:

  • Es geht um Zustimmung und ein bewusstes „Ja“ zu Gott und zum eigenen Weg. 

Image by Gerd Altmann from Pixabay

  • Es geht um Vertrauen und den „Handschlag“ mit Gott. 

Image by Wolfgang Eckert from Pixabay

  • Es geht darum, Aufgaben in Angriff zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen.  

Image by Clker-Free-Vector-Images from Pixabay

Noch einmal zusammengefasst: Himmelfahrt fordert uns heraus, den Kinderschuhen auch im Glauben zu entwachsen. Wir können uns nicht auf eine kindlich-naive Haltung zurückziehen, nach dem Motto: „Der liebe Gott wird’s schon richten!“. Gott traut uns zu, als erwachsene Christen Verantwortung für unseren Glauben und die Welt zu übernehmen. 

Der Blick nach vorn: Hoffnung als Ansporn

Die Apostelgeschichte beschreibt diesen Aspekt des Abschieds sehr eindrücklich: Während die Jünger Jesus sehnsüchtig nachschauen, stehen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und fragen: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.“

Diese Sätze weisen uns darauf hin, dass wir nicht wehmütig in die Vergangenheit blicken sollen. Die Wiederkunft Christi geht über unsere Zeit und unser begrenztes Leben hinaus. Es ist die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort behält, sondern dass am Ende unseres irdischen Weges das steht, was wir als „ewiges Leben“ beschreiben – auch wenn wir uns dieses Leben bei Gott heute kaum vorstellen können.

Diese Hoffnung auf Gottes neue Welt ist jedoch keine Vertröstung auf ein Jenseits, in dem irgendwann alles besser wird. Im Gegenteil: Sie ist ein gewaltiger Ansporn für das Hier und Jetzt. Was wir für die jenseitige Welt erhoffen – Frieden, Gerechtigkeit, Liebe –, sollen wir, soweit es in unseren Kräften steht, bereits in dieser Welt umsetzen.

Die Lebensmelodie: Der Dreiklang der Liebe

Orientierung auf diesem Weg bietet uns das höchste Gebot, das wir als einen Dreiklang der Liebe verstehen können: die Liebe zu Gott, zum Nächsten und zu uns selbst.  

  • Gott lieben: Ohne die Liebe zu Gott gibt es keinen lebendigen Glauben; sie ist das Fundament, das uns mit unserem Ursprung verbindet.  

  • Sich selbst lieben: Den Nächsten zu lieben gelingt nur dann aufrichtig, wenn ich mit mir selbst im Reinen bin und mich selbst annehmen kann.  

  • Den Nächsten lieben: Ohne den Blick auf den Mitmenschen driftet die Selbstliebe unweigerlich in den Egoismus ab.

Getragen wird dieses Beziehungsgefüge durch Gottes Liebe, die uns auch angesichts unseres Scheiterns immer wieder die Chance zu einem ehrlichen Neuanfang gibt. Dabei bedeutet Gnade nicht ein belangloses „Schwamm drüber“, als wäre nichts gewesen. Vielmehr ist es ein ernsthafter Zuspruch, der uns aufrichtet, aber auch ermahnt: „Tu es nicht wieder.“ 

Wir müssen diesen Weg nicht allein gehen. Mit der Hilfe des Heiligen Geistes, der uns zu Pfingsten neu zugesagt wird, können wir den Auftrag annehmen, als „Lichter in der Welt“ zu leuchten und die Liebe, die Gott uns schenkt, verantwortlich zu gestalten.

Wir sehen also nicht einem fortgehenden Jesus hinterher, sondern gehen dem kommenden Herrn entgegen.

Donnerstag, 23. April 2026

Rekord-Auftakt zur Motorradsaison 2026

Überwältigende Resonanz beim Meppener Motorradgottesdienst

Hier stelle ich die ganze Aktion vom 19. April noch einmal etwas ausführlicher dar. Im mittleren Teil findet man die Notizen zur Predigt, am Ende füge ich das Video ein, das ich bei YouTube veröffentlicht habe. 

Wie genau vor einem halben Jahr trafen wir drei uns kurz vor 9.00 Uhr vor der Kirche, um die letzten Vorbereitungen für den Gottesdienst zu treffen: Dominique Eising, Ralf Krüger, Julia Uhlenwinkel (oberes Bild). 

Etwa zur gleichen Zeit trafen sich die Motorradfahrer aus Geeste. 

Der Parkplatz beim Landkreis füllte sich ab 9.30 Uhr. 

Die Skandal-Bobbis trafen sich wie üblich bei der Tankstelle Lanfer, um von dort geschlossen zur Kirche zu kommen. 


 „Ist ja wie Weihnachten“ – Eine Gemeinde in Bewegung

Die Atmosphäre in der Kirche war von einer besonderen Energie geprägt. „Ist ja wie Weihnachten“, stellte mancher Besucher fest, als er den Kirchenraum betrat und nach einem Platz suchen musste. Es war ein Gottesdienst, der weit über die Biker-Szene hinaus strahlte und auch zahlreiche Gemeindeglieder anzog, die sonst regelmäßig die Gottesdienste besuchen.

Das Gelingen dieses Tages war ein enges Zusammenspiel zwischen Wort und Klang. Julia Uhlenwinkel sorgte im Gottesdienst mit ihrer musikalischen Gestaltung für Gänsehautmomente. Mit dem Beatles-Klassiker „Let it be“ eröffnete sie den Gottesdienst an der Orgel (Sequenz gut 10 Sekunden). 


Wie üblich konnte sie durch ihre mitreißende Art die ganze Gemeinde immer wieder bei bekannten - „Morning has broken“ oder das Schlusslied „Möge die Straße uns zusammenführen“ -, aber auch bei neuen Liedern - "Alles wird leicht" - zum Mitsingen motivieren. Den krönenden, dynamischen Abschluss setzte sie an der Orgel mit „Live is Life“.

Mut für die Kurven des Lebens - Psalm 116

Dank für Rettung aus Todesgefahr


Komm zur Ruhe, meine Seele. 
Lass das Hetzen und das Jagen nach Mehr hinter dir.

Denn Gott meint es gut mit dir. 
Er gibt dir Raum zum Atmen.

Gott, du hast mich zurück ins Leben geholt, 
als es verdammt eng wurde.

Du hast meine Tränen gesehen, 
als ich nicht mehr weiterwusste.

Du hast meinen Fuß auf festen Grund gestellt, 
als ich wegzurutschen drohte – 
in der Kurve wie im Alltag.

Jetzt stehe ich hier, mitten im Leben, 
lass mich den Wind spüren, die Weite sehen. 

Ich gehe meinen Weg im Vertrauen darauf, 
dass du dabei bist.

Wie kann ich dir das jemals zurückgeben? 
All das Gute, das du mir jeden Tag schenkst?

Ich will das Leben feiern, 
ich will deinen Namen loben und sagen: 
„Danke, dass du da bist.“

Ich will dir zeigen, wie dankbar ich bin. 
Nicht nur leise für mich, sondern hier und heute.

Ich stehe zu meinem Wort und zu meinem Glauben, 
mitten unter all den Menschen, die heute hier sind.

Hier, an diesem Ort, mitten in unserer Gemeinschaft: 
Gott, ich danke dir. Halleluja!
 

Lesung 1. Petr 1, 3-9

3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns neu geboren und mit einer lebendigen Hoffnung erfüllt. Diese Hoffnung gründet sich darauf, dass Jesus Christus vom Tod auferstanden ist. 4 Sie richtet sich auf das neue Leben, das Gott schon jetzt im Himmel für euch bereithält als einen Besitz, der niemals vergeht oder verdirbt oder aufgezehrt wird. 5 Wenn ihr Gott fest vertraut, wird er euch durch seine Macht bewahren, sodass ihr die volle Rettung erlangt, die am Ende der Zeit offenbar wird. 6 Deshalb seid ihr voll Freude, auch wenn ihr jetzt – wenn Gott es so will – für kurze Zeit leiden müsst und auf die verschiedensten Proben gestellt werdet. 7 Das geschieht nur, damit euer Glaube sich bewähren kann, als festes Vertrauen auf das, was Gott euch geschenkt und noch versprochen hat. Wie das vergängliche Gold im Feuer auf seine Echtheit geprüft wird, so wird euer Glaube, der viel kostbarer ist als Gold, im Feuer des Leidens geprüft. Wenn er sich als echt erweist, wird Gott euch mit Ehre und Herrlichkeit belohnen an dem Tag, an dem Jesus Christus sich in seiner Herrlichkeit offenbart. 8 Ihn liebt ihr, obwohl ihr ihn nie gesehen habt. Auf ihn setzt ihr euer Vertrauen, obwohl ihr ihn jetzt noch nicht sehen könnt. Und darum jubelt ihr mit unaussprechlicher und herrlicher Freude. 9 Denn ihr wisst, dass euer Vertrauen, euer Glaube, euch die endgültige Rettung bringen wird.

Hoffnung als Treibstoff für die Seele - Predigt

Die eingefügten Bilder stammen aus der Präsentation, die ich im Gottesdienst verwendete. 

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns neu geboren und mit einer lebendigen Hoffnung erfüllt. … Als ich diese Zeilen las, dachte ich: Das passt doch so richtig zum Motorradgottesdienst - neu geboren - nach dem Winter - wieder auf dem Bock. 

Okay, wenn ich dann den nächsten Satz lese, wird klar, das war im Bibeltext etwas anders gemeint: Diese Hoffnung gründet sich darauf, dass Jesus Christus vom Tod auferstanden ist. Aber ich komme auf den ersten Gedanken zurück.

KI-generiert - zu Hiob: Chaos in der Welt,
Chaos, das über Hiob zusammenbricht. 

Ursprünglich war der Brief an Christen in Kleinasien gerichtet. Die lebten verstreut in den nördlichen und westlichen Provinzen der heutigen Türkei. Denen ging es kaum anders als uns. Der Glaube der ersten christlichen Gemeinden war in eine Krise gekommen. Als der Brief in den Gemeinden gelesen wurde, war die Generation der Augenzeugen - Petrus und die anderen Apostel - wohl gestorben, die meisten den Märtyrertod. Das Reich Gottes, das die ersten Christen erwartet hatten, war nicht angebrochen. Von der Verfolgungswelle unter Kaiser Nero in den Jahren 63 und 64 nach Christus hatten die christlichen Gemeinden im römischen Reich garantiert alle gehört. Nach der Eroberung Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 nach Christus wurde die Trennung von Juden und Christen deutlich. Damit verloren die Christen ihren Sonderstatus im Reich, den sie als Splittergruppe des Judentums bis dahin hatten. Kaiser Domitian regierte vielleicht schon, zumindest stand er in den Startlöchern. Er verlangte die göttliche Verehrung seiner eigenen Person. Wer da nicht mitmachte - wie die Christen, die nun nicht mehr unter den Sonderstatus “Juden” fielen -, galt als illoyal - beim Kaiser und seinen Beamten, aber auch bei der Bevölkerung, die dieses Verhalten nicht einordnen konnte. 

Wenn man diese Zeit mit der Gegenwart vergleicht, drängen sich schon Parallelen auf, auch wenn das Leben der Christen - zumindest in der westlichen Welt - nicht bedroht ist. Aber rosig sind unsere Zeiten auch nicht. 

Der Verfasser des Petrusbriefs verweist seine Leserinnen und Leser auf Gott: Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns neu geboren und mit einer lebendigen Hoffnung erfüllt. Diese Hoffnung gründet sich darauf, dass Jesus Christus vom Tod auferstanden ist.

KI - weiterentwickelt
Chaos und Kreuzigung Jesu 

Nicht der Tod am Kreuz, nicht die Gewalt der römischen Justiz, nicht der Fundamentalismus des jüdischen Hohenrats hatten das letzte Wort behalten ...

KI - weiterentwickelt
aus dem Chaos entsteht das Osterbild

... Gott hatte dieses Wort gesprochen! Er hatte Jesus von den Toten auferweckt. So unglaublich dieses Ereignis ist, so wenig wie es ins heutige - aber auch nicht ins damalige Weltbild passt, so abgefahren die Idee ist, dass ein Toter aufersteht und dann ewig lebt, das ist und bleibt Zentrum unseres christlichen Glaubens.

Letzte Weiterentwicklung per KI
Der auferstandene Jesus begegnet die Frauen

Für mich ganz wichtig: Die Zeugen dieser Auferstehung waren keine abgehobenen Philosophen. - Auf dem Bild die drei Frauen vom Grab. - Von den Männern weiß man, dass es Fischer waren, Petrus und Andreas zum Beispiel, die wussten, was harte körperliche Arbeit ist. Es waren Verwaltungsleute wie der Zöllner Matthäus oder Handwerker wie Paulus, der Zelte bauen und Leder bearbeiten konnte. Jakobus, der Bruder von Jesus, war vielleicht auch Zimmermann geworden. Das alles waren Leute, die mit ihren Händen zupackten - und ich bin mir sicher: Heute hätte der eine oder andere von denen vielleicht auch ein Bike und säße hier bei uns im Gottesdienst. Die Zeugen der Auferstehung waren Leute wie wir.  

An diese Männer und Frauen, an deren Zeugnis von der Auferstehung Jesu von den Toten erinnert der Verfasser des Petrusbriefes. Er will seinen Leserinnen und Lesern Mut und Hoffnung machen, Mut für ein Leben, das Bedrängnisse erfährt, Hoffnung, dass es ein Leben gibt, das über diese Welt hinausgeht. So haben wir es eben doch auch im Psalm gebetet. 

Du hast mich zurück ins Leben geholt,
als es verdammt eng wurde.
Du hast meine Tränen gesehen, 
als ich nicht mehr weiterwusste.
Du hast meinen Fuß auf festen Grund gestellt,
als ich wegzurutschen drohte – 
in der Kurve wie im Alltag.
Jetzt stehe ich hier, mitten im Leben,
lass mich den Wind spüren, die Weite sehen.

Dass die Mächtigen diese Hoffnung später missbraucht haben, um die Menschen klein zu halten, soll erwähnt, aber nicht ausgeführt werden.

Es hat jetzt nicht unbedingt etwas mit der Auferstehung zu tun, aber dass wir auf der nördlichen Erdhalbkugel das Osterfest, die Auferstehung Jesu im Frühling feiern, das macht es uns leichter, vom neuen Leben nach dem Tod zu sprechen. Wenn der Winter sich zurückzieht und die Natur förmlich explodiert, haben wir das Bild der Auferstehung direkt vor Augen: Das Leben gewinnt die Oberhand. 

In dieses Erwachen fügt sich unser Saisonstart perfekt ein. Natürlich ist das „Düsen durch die Gegend“ nicht die Kernbotschaft der Bibel – aber die Freude, die wir spüren, wenn wir wieder auf dem Bock sitzen, ist ein wunderbares Gleichnis. Diese Lebensfreude ist ansteckend, sie ist ein Geschenk und sie gibt uns Kraft für den Alltag.

Dabei merken wir schnell: So schön eine Solo-Runde sein kann, richtig gut wird es erst in der Gruppe. Und genau hier liegt die Parallele zum Glauben: Glaube ist kein Solotripp. Wenn wir hier zum Gottesdienst zusammenkommen, ist das wie eine große Gruppenfahrt.

Sicher, wir kabbeln uns mal – da wird schon mal diskutiert, ob man auf einer Harley, einer BMW oder einer Ducati sitzt … damit keiner vergessen wird, zumindest aus unserer Skandal-Bobbi-Gruppe noch: Kawasaki, Suzuki, Triumph, Aprilia, Yamaha, Honda, KTM … es wird schon mal diskutiert, ob man Tourer, Roadster oder Adventure bevorzugt. Aber am Ende zählt das, was uns verbindet: Die Leidenschaft für die Straße und der Respekt füreinander.

Diese Gemeinschaft zeigt ihr Gesicht oft dort, wo es zählt. Ich habe letztes Wochenende die Streetbunnys kennengelernt. Wenn Motorradfahrer karitative Events organisieren und Menschen in belastenden Lebenssituationen beistehen, dann wird aus dem Hobby echter Dienst am Nächsten. 

Doch zur Wahrheit gehört auch: Unser Hobby ist nicht ganz ungefährlich. Wir geben das manchmal ungern zu, aber die Verletzlichkeit fährt immer mit. Wir hoffen auf die Rücksicht der anderen – aber diese Rücksicht beginnt bei uns selbst. Lasst uns Vorbilder sein. Lasst uns zeigen, dass Leidenschaft und Vernunft zusammenpassen und dass die rechte Hand nicht mit uns durchgeht. Dieser Appell gilt uns allen: egal ob auf zwei Rädern, im Auto, auf dem Rad oder zu Fuß.

Wenn wir so aufeinander achten und das Leben feiern, dann spiegelt das genau das wider, was der Petrusbrief uns heute mitgibt:

„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns neu geboren und mit einer lebendigen Hoffnung erfüllt.“

Diese Hoffnung ist unser Treibstoff. Sie trägt uns durch jede Kurve, durch jeden Frühling und schließlich bis ans Ziel.

Bilder vom letzten MoGo





Der Segen für die Saison



Gott halte schützend seine Hand über uns,
bewahre unsere Gesundheit und unser Leben
und öffne uns Augen und Ohren für die Wunder der Welt.
Er schenke uns Zeit, zu verweilen, wo es unserer Seele bekommt.
Er schenke uns Muße, zu schauen, was unseren Augen wohl tut.
Er schenke uns Brücken, wo der Weg zu enden scheint
und Menschen, die uns in Frieden Herberge gewähren.

Der Herr segne unsere Gashand
und schenke uns wachen Verstand,
damit wir unsere Grenzen erkennen
und Gefahren rechtzeitig wahrnehmen.
Gott segne auch die, die uns begegnen.
Er halte Streit und Dummheit fern von uns.
Er mache unser Herz froh, unseren Blick weit und unsere Füße stark.
Der Herr bewahre uns und alle, die uns begleiten.
Amen.

Danken und Beten


Als die Kollekte eingesammelt wurde, war Emerick wieder im Einsatz. Stolz ging er durch die Reihen und hielt den Gottesdienstbesuchern den Klingelbeutel hin. Insgesamt kamen für die Dialysebehandlung von Pastor Marko Mgilitwe aus unserer Partnergemeinde in Chemchem/Tansania 547,07 € zusammen. Herzlichen Dank an alle!!! Auf dem Bild spreche ich zusammen mit Emerick das Dankgebet für die Kollekte. 

Fürbitte

Die Fürbitte trugen wir in diesem Jahr gemeinsam vor.

Guter Gott, du bist der Schöpfer der Weite und der Herr über unsere Wege. Zu Beginn dieser Saison kommen wir zu dir mit allem, was uns bewegt – mit unserer Freude und unseren Sorgen.

Für die Fahrfreude und die Achtsamkeit:

Wir danken dir für das Geschenk des Lebens, für den Wind im Gesicht und die Freiheit auf der Straße. Wir bitten dich: Sei du unser Beifahrer. Schenke uns einen wachen Blick und eine ruhige Hand. Hilf uns, dass wir uns nicht vom Speed berauschen lassen, sondern die Schönheit deiner Schöpfung genießen und immer rechtzeitig zum Halten kommen. Gott, höre uns. (Gemeinde: Gott, erhöre uns.)

Für die Gemeinschaft und das Miteinander:

Wir bitten dich für die Gemeinschaft unter uns. Lass uns einander mit Respekt begegnen – egal, was wir fahren oder wie wir leben. Wir beten besonders für Gruppen wie die Streetbunnys und alle, die ihr Hobby nutzen, um anderen zu helfen. Erinnere uns daran, dass wir auf einer großen gemeinsamen Tour sind und niemand am Straßenrand zurückbleiben soll. Gott, höre uns. (Gemeinde: Gott, erhöre uns.)

Für die Sicherheit und alle Verkehrsteilnehmer:

Wir bitten dich um Schutz für alle, die unterwegs sind: auf zwei Rädern, in Autos, auf Fahrrädern oder zu Fuß. Nimm uns den Egoismus und schenke uns Geduld füreinander. Wir beten für die Polizisten, die Rettungskräfte und die Notfallseelsorger – stärke sie in ihrem Dienst und bewahre sie vor Bildern, die man nicht mehr vergisst. Gott, höre uns. (Gemeinde: Gott, erhöre uns.)

Für die, die "ins Gleiten" gekommen sind:

Wir denken an alle, die durch Unfälle verletzt wurden, an Leib oder Seele. Wir bringen dir unsere Trauer um die Freunde und Weggefährten, die ihre letzte Reise bereits angetreten haben. Tröste die Angehörigen und lass sie die "lebendige Hoffnung" spüren, von der wir heute gehört haben – dass bei dir kein Leben verloren geht. Gott, höre uns. (Gemeinde: Gott, erhöre uns.)

Für die unsere Gemeinde und die Welt:

Wir bitten dich für unsere Gemeinde hier vor Ort. Lass uns offen bleiben für das Neue und das Fremde. Wir beten für die Menschen in den Krisengebieten der Welt, die keine Freiheit kennen. Schenke ihnen Frieden und uns ein Herz, das teilt. Gott, höre uns. (Gemeinde: Gott, erhöre uns.)

Vater unser im Himmel ...

Das Highlight zum Schluss: Live ist Life (ca. 30 Sekunden)



Freundschaft auf zwei Rädern - Fahrt nach Freren

Nach dem Gottesdienstbeginn bot sich ein beeindruckendes Bild. Auf dem Parkplatz vom Landkreis standen die Motorräder in zwei Reihen. In Freren haben wir 116 Maschinen gezählt. Unter Einbeziehung derer, die sich nach dem Gottesdienst zu eigene Touren verabschiedeten, gehen wir von insgesamt 130 bis 150 teilnehmenden Motorradfahrern aus.

Und dann setzten sich die über 100 Biker in Bewegung – ein imposanter Konvoi in Richtung Freren. Ziel war die „Drummerband COBRA“. Die Freundschaft zwischen den Meppener „Churchbikers“ und den Frerener Musikern ist über Jahre gewachsen. Auf dem Gelände der ehemaligen Lackiererei, das die Musiker in jahrelanger ehrenamtlicher Arbeit zu ihrem Domizil umgestaltet haben, fand das Event einen entspannten Ausklang.





Bei Bratwurst, der offenen Probe des Spielmannszugs und angeregten Benzingesprächen war das Fazit der Teilnehmer einhellig: Eine absolut gelungene Veranstaltung. Die Kombination aus geistlichem Impuls, gemeinschaftlichem Fahrerlebnis und herzlicher Gastfreundschaft machte diesen Tag unvergesslich – und zu einem Termin, der fest im Kalender verankert bleibt.

Dank an alle - in Meppen und Freren -, die sich so tatkräftig eingesetzt haben!!!