Donnerstag, 23. April 2026

Rekord-Auftakt zur Motorradsaison 2026

Überwältigende Resonanz beim Meppener Motorradgottesdienst

Hier stelle ich die ganze Aktion vom 19. April noch einmal etwas ausführlicher dar. Im mittleren Teil findet man die Notizen zur Predigt, am Ende füge ich das Video ein, das ich bei YouTube veröffentlicht habe. 

Wie genau vor einem halben Jahr trafen wir drei uns kurz vor 9.00 Uhr vor der Kirche, um die letzten Vorbereitungen für den Gottesdienst zu treffen: Dominique Eising, Ralf Krüger, Julia Uhlenwinkel (oberes Bild). 

Etwa zur gleichen Zeit trafen sich die Motorradfahrer aus Geeste. 

Der Parkplatz beim Landkreis füllte sich ab 9.30 Uhr. 

Die Skandal-Bobbis trafen sich wie üblich bei der Tankstelle Lanfer, um von dort geschlossen zur Kirche zu kommen. 


 „Ist ja wie Weihnachten“ – Eine Gemeinde in Bewegung

Die Atmosphäre in der Kirche war von einer besonderen Energie geprägt. „Ist ja wie Weihnachten“, stellte mancher Besucher fest, als er den Kirchenraum betrat und nach einem Platz suchen musste. Es war ein Gottesdienst, der weit über die Biker-Szene hinaus strahlte und auch zahlreiche Gemeindeglieder anzog, die sonst regelmäßig die Gottesdienste besuchen.

Das Gelingen dieses Tages war ein enges Zusammenspiel zwischen Wort und Klang. Julia Uhlenwinkel sorgte im Gottesdienst mit ihrer musikalischen Gestaltung für Gänsehautmomente. Mit dem Beatles-Klassiker „Let it be“ eröffnete sie den Gottesdienst an der Orgel (Sequenz gut 10 Sekunden). 


Wie üblich konnte sie durch ihre mitreißende Art die ganze Gemeinde immer wieder bei bekannten - „Morning has broken“ oder das Schlusslied „Möge die Straße uns zusammenführen“ -, aber auch bei neuen Liedern - "Alles wird leicht" - zum Mitsingen motivieren. Den krönenden, dynamischen Abschluss setzte sie an der Orgel mit „Live is Life“.

Mut für die Kurven des Lebens - Psalm 116

Dank für Rettung aus Todesgefahr


Komm zur Ruhe, meine Seele. 
Lass das Hetzen und das Jagen nach Mehr hinter dir.

Denn Gott meint es gut mit dir. 
Er gibt dir Raum zum Atmen.

Gott, du hast mich zurück ins Leben geholt, 
als es verdammt eng wurde.

Du hast meine Tränen gesehen, 
als ich nicht mehr weiterwusste.

Du hast meinen Fuß auf festen Grund gestellt, 
als ich wegzurutschen drohte – 
in der Kurve wie im Alltag.

Jetzt stehe ich hier, mitten im Leben, 
lass mich den Wind spüren, die Weite sehen. 

Ich gehe meinen Weg im Vertrauen darauf, 
dass du dabei bist.

Wie kann ich dir das jemals zurückgeben? 
All das Gute, das du mir jeden Tag schenkst?

Ich will das Leben feiern, 
ich will deinen Namen loben und sagen: 
„Danke, dass du da bist.“

Ich will dir zeigen, wie dankbar ich bin. 
Nicht nur leise für mich, sondern hier und heute.

Ich stehe zu meinem Wort und zu meinem Glauben, 
mitten unter all den Menschen, die heute hier sind.

Hier, an diesem Ort, mitten in unserer Gemeinschaft: 
Gott, ich danke dir. Halleluja!
 

Lesung 1. Petr 1, 3-9

3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns neu geboren und mit einer lebendigen Hoffnung erfüllt. Diese Hoffnung gründet sich darauf, dass Jesus Christus vom Tod auferstanden ist. 4 Sie richtet sich auf das neue Leben, das Gott schon jetzt im Himmel für euch bereithält als einen Besitz, der niemals vergeht oder verdirbt oder aufgezehrt wird. 5 Wenn ihr Gott fest vertraut, wird er euch durch seine Macht bewahren, sodass ihr die volle Rettung erlangt, die am Ende der Zeit offenbar wird. 6 Deshalb seid ihr voll Freude, auch wenn ihr jetzt – wenn Gott es so will – für kurze Zeit leiden müsst und auf die verschiedensten Proben gestellt werdet. 7 Das geschieht nur, damit euer Glaube sich bewähren kann, als festes Vertrauen auf das, was Gott euch geschenkt und noch versprochen hat. Wie das vergängliche Gold im Feuer auf seine Echtheit geprüft wird, so wird euer Glaube, der viel kostbarer ist als Gold, im Feuer des Leidens geprüft. Wenn er sich als echt erweist, wird Gott euch mit Ehre und Herrlichkeit belohnen an dem Tag, an dem Jesus Christus sich in seiner Herrlichkeit offenbart. 8 Ihn liebt ihr, obwohl ihr ihn nie gesehen habt. Auf ihn setzt ihr euer Vertrauen, obwohl ihr ihn jetzt noch nicht sehen könnt. Und darum jubelt ihr mit unaussprechlicher und herrlicher Freude. 9 Denn ihr wisst, dass euer Vertrauen, euer Glaube, euch die endgültige Rettung bringen wird.

Hoffnung als Treibstoff für die Seele - Predigt

Die eingefügten Bilder stammen aus der Präsentation, die ich im Gottesdienst verwendete. 

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns neu geboren und mit einer lebendigen Hoffnung erfüllt. … Als ich diese Zeilen las, dachte ich: Das passt doch so richtig zum Motorradgottesdienst - neu geboren - nach dem Winter - wieder auf dem Bock. 

Okay, wenn ich dann den nächsten Satz lese, wird klar, das war im Bibeltext etwas anders gemeint: Diese Hoffnung gründet sich darauf, dass Jesus Christus vom Tod auferstanden ist. Aber ich komme auf den ersten Gedanken zurück.

KI-generiert - zu Hiob: Chaos in der Welt,
Chaos, das über Hiob zusammenbricht. 

Ursprünglich war der Brief an Christen in Kleinasien gerichtet. Die lebten verstreut in den nördlichen und westlichen Provinzen der heutigen Türkei. Denen ging es kaum anders als uns. Der Glaube der ersten christlichen Gemeinden war in eine Krise gekommen. Als der Brief in den Gemeinden gelesen wurde, war die Generation der Augenzeugen - Petrus und die anderen Apostel - wohl gestorben, die meisten den Märtyrertod. Das Reich Gottes, das die ersten Christen erwartet hatten, war nicht angebrochen. Von der Verfolgungswelle unter Kaiser Nero in den Jahren 63 und 64 nach Christus hatten die christlichen Gemeinden im römischen Reich garantiert alle gehört. Nach der Eroberung Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 nach Christus wurde die Trennung von Juden und Christen deutlich. Damit verloren die Christen ihren Sonderstatus im Reich, den sie als Splittergruppe des Judentums bis dahin hatten. Kaiser Domitian regierte vielleicht schon, zumindest stand er in den Startlöchern. Er verlangte die göttliche Verehrung seiner eigenen Person. Wer da nicht mitmachte - wie die Christen, die nun nicht mehr unter den Sonderstatus “Juden” fielen -, galt als illoyal - beim Kaiser und seinen Beamten, aber auch bei der Bevölkerung, die dieses Verhalten nicht einordnen konnte. 

Wenn man diese Zeit mit der Gegenwart vergleicht, drängen sich schon Parallelen auf, auch wenn das Leben der Christen - zumindest in der westlichen Welt - nicht bedroht ist. Aber rosig sind unsere Zeiten auch nicht. 

Der Verfasser des Petrusbriefs verweist seine Leserinnen und Leser auf Gott: Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns neu geboren und mit einer lebendigen Hoffnung erfüllt. Diese Hoffnung gründet sich darauf, dass Jesus Christus vom Tod auferstanden ist.

KI - weiterentwickelt
Chaos und Kreuzigung Jesu 

Nicht der Tod am Kreuz, nicht die Gewalt der römischen Justiz, nicht der Fundamentalismus des jüdischen Hohenrats hatten das letzte Wort behalten ...

KI - weiterentwickelt
aus dem Chaos entsteht das Osterbild

... Gott hatte dieses Wort gesprochen! Er hatte Jesus von den Toten auferweckt. So unglaublich dieses Ereignis ist, so wenig wie es ins heutige - aber auch nicht ins damalige Weltbild passt, so abgefahren die Idee ist, dass ein Toter aufersteht und dann ewig lebt, das ist und bleibt Zentrum unseres christlichen Glaubens.

Letzte Weiterentwicklung per KI
Der auferstandene Jesus begegnet die Frauen

Für mich ganz wichtig: Die Zeugen dieser Auferstehung waren keine abgehobenen Philosophen. - Auf dem Bild die drei Frauen vom Grab. - Von den Männern weiß man, dass es Fischer waren, Petrus und Andreas zum Beispiel, die wussten, was harte körperliche Arbeit ist. Es waren Verwaltungsleute wie der Zöllner Matthäus oder Handwerker wie Paulus, der Zelte bauen und Leder bearbeiten konnte. Jakobus, der Bruder von Jesus, war vielleicht auch Zimmermann geworden. Das alles waren Leute, die mit ihren Händen zupackten - und ich bin mir sicher: Heute hätte der eine oder andere von denen vielleicht auch ein Bike und säße hier bei uns im Gottesdienst. Die Zeugen der Auferstehung waren Leute wie wir.  

An diese Männer und Frauen, an deren Zeugnis von der Auferstehung Jesu von den Toten erinnert der Verfasser des Petrusbriefes. Er will seinen Leserinnen und Lesern Mut und Hoffnung machen, Mut für ein Leben, das Bedrängnisse erfährt, Hoffnung, dass es ein Leben gibt, das über diese Welt hinausgeht. So haben wir es eben doch auch im Psalm gebetet. 

Du hast mich zurück ins Leben geholt,
als es verdammt eng wurde.
Du hast meine Tränen gesehen, 
als ich nicht mehr weiterwusste.
Du hast meinen Fuß auf festen Grund gestellt,
als ich wegzurutschen drohte – 
in der Kurve wie im Alltag.
Jetzt stehe ich hier, mitten im Leben,
lass mich den Wind spüren, die Weite sehen.

Dass die Mächtigen diese Hoffnung später missbraucht haben, um die Menschen klein zu halten, soll erwähnt, aber nicht ausgeführt werden.

Es hat jetzt nicht unbedingt etwas mit der Auferstehung zu tun, aber dass wir auf der nördlichen Erdhalbkugel das Osterfest, die Auferstehung Jesu im Frühling feiern, das macht es uns leichter, vom neuen Leben nach dem Tod zu sprechen. Wenn der Winter sich zurückzieht und die Natur förmlich explodiert, haben wir das Bild der Auferstehung direkt vor Augen: Das Leben gewinnt die Oberhand. 

In dieses Erwachen fügt sich unser Saisonstart perfekt ein. Natürlich ist das „Düsen durch die Gegend“ nicht die Kernbotschaft der Bibel – aber die Freude, die wir spüren, wenn wir wieder auf dem Bock sitzen, ist ein wunderbares Gleichnis. Diese Lebensfreude ist ansteckend, sie ist ein Geschenk und sie gibt uns Kraft für den Alltag.

Dabei merken wir schnell: So schön eine Solo-Runde sein kann, richtig gut wird es erst in der Gruppe. Und genau hier liegt die Parallele zum Glauben: Glaube ist kein Solotripp. Wenn wir hier zum Gottesdienst zusammenkommen, ist das wie eine große Gruppenfahrt.

Sicher, wir kabbeln uns mal – da wird schon mal diskutiert, ob man auf einer Harley, einer BMW oder einer Ducati sitzt … damit keiner vergessen wird, zumindest aus unserer Skandal-Bobbi-Gruppe noch: Kawasaki, Suzuki, Triumph, Aprilia, Yamaha, Honda, KTM … es wird schon mal diskutiert, ob man Tourer, Roadster oder Adventure bevorzugt. Aber am Ende zählt das, was uns verbindet: Die Leidenschaft für die Straße und der Respekt füreinander.

Diese Gemeinschaft zeigt ihr Gesicht oft dort, wo es zählt. Ich habe letztes Wochenende die Streetbunnys kennengelernt. Wenn Motorradfahrer karitative Events organisieren und Menschen in belastenden Lebenssituationen beistehen, dann wird aus dem Hobby echter Dienst am Nächsten. 

Doch zur Wahrheit gehört auch: Unser Hobby ist nicht ganz ungefährlich. Wir geben das manchmal ungern zu, aber die Verletzlichkeit fährt immer mit. Wir hoffen auf die Rücksicht der anderen – aber diese Rücksicht beginnt bei uns selbst. Lasst uns Vorbilder sein. Lasst uns zeigen, dass Leidenschaft und Vernunft zusammenpassen und dass die rechte Hand nicht mit uns durchgeht. Dieser Appell gilt uns allen: egal ob auf zwei Rädern, im Auto, auf dem Rad oder zu Fuß.

Wenn wir so aufeinander achten und das Leben feiern, dann spiegelt das genau das wider, was der Petrusbrief uns heute mitgibt:

„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns neu geboren und mit einer lebendigen Hoffnung erfüllt.“

Diese Hoffnung ist unser Treibstoff. Sie trägt uns durch jede Kurve, durch jeden Frühling und schließlich bis ans Ziel.

Bilder vom letzten MoGo





Der Segen für die Saison



Gott halte schützend seine Hand über uns,
bewahre unsere Gesundheit und unser Leben
und öffne uns Augen und Ohren für die Wunder der Welt.
Er schenke uns Zeit, zu verweilen, wo es unserer Seele bekommt.
Er schenke uns Muße, zu schauen, was unseren Augen wohl tut.
Er schenke uns Brücken, wo der Weg zu enden scheint
und Menschen, die uns in Frieden Herberge gewähren.

Der Herr segne unsere Gashand
und schenke uns wachen Verstand,
damit wir unsere Grenzen erkennen
und Gefahren rechtzeitig wahrnehmen.
Gott segne auch die, die uns begegnen.
Er halte Streit und Dummheit fern von uns.
Er mache unser Herz froh, unseren Blick weit und unsere Füße stark.
Der Herr bewahre uns und alle, die uns begleiten.
Amen.

Danken und Beten


Als die Kollekte eingesammelt wurde, war Emerick wieder im Einsatz. Stolz ging er durch die Reihen und hielt den Gottesdienstbesuchern den Klingelbeutel hin. Insgesamt kamen für die Dialysebehandlung von Pastor Marko Mgilitwe aus unserer Partnergemeinde in Chemchem/Tansania 547,07 € zusammen. Herzlichen Dank an alle!!! Auf dem Bild spreche ich zusammen mit Emerick das Dankgebet für die Kollekte. 

Fürbitte

Die Fürbitte trugen wir in diesem Jahr gemeinsam vor.

Guter Gott, du bist der Schöpfer der Weite und der Herr über unsere Wege. Zu Beginn dieser Saison kommen wir zu dir mit allem, was uns bewegt – mit unserer Freude und unseren Sorgen.

Für die Fahrfreude und die Achtsamkeit:

Wir danken dir für das Geschenk des Lebens, für den Wind im Gesicht und die Freiheit auf der Straße. Wir bitten dich: Sei du unser Beifahrer. Schenke uns einen wachen Blick und eine ruhige Hand. Hilf uns, dass wir uns nicht vom Speed berauschen lassen, sondern die Schönheit deiner Schöpfung genießen und immer rechtzeitig zum Halten kommen. Gott, höre uns. (Gemeinde: Gott, erhöre uns.)

Für die Gemeinschaft und das Miteinander:

Wir bitten dich für die Gemeinschaft unter uns. Lass uns einander mit Respekt begegnen – egal, was wir fahren oder wie wir leben. Wir beten besonders für Gruppen wie die Streetbunnys und alle, die ihr Hobby nutzen, um anderen zu helfen. Erinnere uns daran, dass wir auf einer großen gemeinsamen Tour sind und niemand am Straßenrand zurückbleiben soll. Gott, höre uns. (Gemeinde: Gott, erhöre uns.)

Für die Sicherheit und alle Verkehrsteilnehmer:

Wir bitten dich um Schutz für alle, die unterwegs sind: auf zwei Rädern, in Autos, auf Fahrrädern oder zu Fuß. Nimm uns den Egoismus und schenke uns Geduld füreinander. Wir beten für die Polizisten, die Rettungskräfte und die Notfallseelsorger – stärke sie in ihrem Dienst und bewahre sie vor Bildern, die man nicht mehr vergisst. Gott, höre uns. (Gemeinde: Gott, erhöre uns.)

Für die, die "ins Gleiten" gekommen sind:

Wir denken an alle, die durch Unfälle verletzt wurden, an Leib oder Seele. Wir bringen dir unsere Trauer um die Freunde und Weggefährten, die ihre letzte Reise bereits angetreten haben. Tröste die Angehörigen und lass sie die "lebendige Hoffnung" spüren, von der wir heute gehört haben – dass bei dir kein Leben verloren geht. Gott, höre uns. (Gemeinde: Gott, erhöre uns.)

Für die unsere Gemeinde und die Welt:

Wir bitten dich für unsere Gemeinde hier vor Ort. Lass uns offen bleiben für das Neue und das Fremde. Wir beten für die Menschen in den Krisengebieten der Welt, die keine Freiheit kennen. Schenke ihnen Frieden und uns ein Herz, das teilt. Gott, höre uns. (Gemeinde: Gott, erhöre uns.)

Vater unser im Himmel ...

Das Highlight zum Schluss: Live ist Life (ca. 30 Sekunden)



Freundschaft auf zwei Rädern - Fahrt nach Freren

Nach dem Gottesdienstbeginn bot sich ein beeindruckendes Bild. Auf dem Parkplatz vom Landkreis standen die Motorräder in zwei Reihen. In Freren haben wir 116 Maschinen gezählt. Unter Einbeziehung derer, die sich nach dem Gottesdienst zu eigene Touren verabschiedeten, gehen wir von insgesamt 130 bis 150 teilnehmenden Motorradfahrern aus.

Und dann setzten sich die über 100 Biker in Bewegung – ein imposanter Konvoi in Richtung Freren. Ziel war die „Drummerband COBRA“. Die Freundschaft zwischen den Meppener „Churchbikers“ und den Frerener Musikern ist über Jahre gewachsen. Auf dem Gelände der ehemaligen Lackiererei, das die Musiker in jahrelanger ehrenamtlicher Arbeit zu ihrem Domizil umgestaltet haben, fand das Event einen entspannten Ausklang.





Bei Bratwurst, der offenen Probe des Spielmannszugs und angeregten Benzingesprächen war das Fazit der Teilnehmer einhellig: Eine absolut gelungene Veranstaltung. Die Kombination aus geistlichem Impuls, gemeinschaftlichem Fahrerlebnis und herzlicher Gastfreundschaft machte diesen Tag unvergesslich – und zu einem Termin, der fest im Kalender verankert bleibt.

Dank an alle - in Meppen und Freren -, die sich so tatkräftig eingesetzt haben!!!


Sonntag, 12. April 2026

Quitten müssen junge Christen roh essen

Von Quitten und neuer Hoffnung: Eine Reise durch die Osterzeit

Ostern ist vorbei, die Schokohasen sind meist schon verputzt, und in der Kirche kehrt der Alltag ein? Weit gefehlt! Die Wochen nach dem Auferstehungsfest sind eine ganz besondere Zeitreise. Wer sich jemals über die seltsamen lateinischen Namen der Sonntage gewundert hat, merkt schnell: Dahinter verbirgt sich eine emotionale Dramaturgie, die uns zeigt, was es eigentlich bedeutet, „nach Ostern“ zu leben.

Der Merksatz für alle Fälle

Damit wir im Dschungel der lateinischen Begriffe nicht den Faden verlieren, hilft ein klassischer (und kulinarisch fragwürdiger) Merkspruch:

„Quitten müssen junge Christen roh essen.“

Klingt sauer, hilft aber ungemein, die Reihenfolge von Quasimodogeniti bis Exaudi im Kopf zu behalten. Doch was steckt inhaltlich in diesen Wochen?

Die Dramaturgie der Freude: Die sechs Stationen

1. Quasimodogeniti – Der Neustart

Bedeutung: „Wie die neugeborenen Kindlein“

Das Lebensgefühl: Alles auf Anfang. Wer begreift, dass der Tod besiegt ist, darf sich fühlen wie frisch geschlüpft. Es ist die Einladung, den Ballast der Vergangenheit abzuwerfen.

Wochenspruch: „Gelobt sei Gott [...], der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung...“ (1. Petr 1, 3)

2. Misericordias Domini – Geborgenheit finden

Bedeutung: „Die Barmherzigkeit des Herrn“ (Der Sonntag vom Guten Hirten)

Das Lebensgefühl: Nach dem ersten Sturm der Begeisterung folgt die Erkenntnis: Wir müssen diesen Weg nicht alleine gehen. Es ist das tiefe Aufatmen in der Gewissheit, geführt und gekannt zu werden.

Wochenspruch: „Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie...“ (Joh 10, 11a. 27)

3. Jubilate & 4. Kantate – Die Welt umarmen

Bedeutung: „Jauchzet“ & „Singet

Das Lebensgefühl: Jetzt wird es laut! Glaube ist kein stilles Kämmerlein-Event. Wenn das Alte vergangen ist (Jubilate) und Gott Wunder tut (Kantate), dann drängt das nach außen. Musik ist hier nicht nur Beiwerk, sondern die Muttersprache des Glaubens.

Wochensprüche: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur...“ (2. Kor 5, 17) & „Singet dem Herrn ein neues Lied!“ (Ps 98, 1a)

5. Rogate – Das Gespräch suchen

Bedeutung: „Betet“

Das Lebensgefühl: Die erste Euphorie wandelt sich in eine feste Beziehung. Beten ist hier nicht als „Wunschliste an das Universum“ gemeint, sondern als bleibender Dialog mit dem Auferstandenen. Gott hört zu – das ist die österliche Freiheit.

Wochenspruch: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft...“ (Ps 66, 20)

6. Exaudi – Sehnsucht und Erwartung

Bedeutung: „Herr, höre“

Das Lebensgefühl: Kurz vor Pfingsten wird es spannend. Jesus ist „erhöht“, und wir bleiben zurück – aber nicht verwaist. Es ist eine Zeit der Erwartung. Die Sehnsucht nach dem Geist, der alles verbindet, wächst.

Wochenspruch: „Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen.“ (Joh 12, 32)

Was bewegt Christen nach der Auferstehung?

Wenn wir uns diese Sonntage anschauen, wird klar: Die Osterzeit ist kein statischer Zustand, sondern eine Bewegung.

  • Identität: Wir sind keine „alten Sünder“ mehr, sondern „Neugeborene“.

  • Vertrauen: Wir laufen nicht planlos durch die Welt, sondern folgen einer Stimme, die uns liebt.

  • Ausdruck: Wir behalten die Freude nicht für uns – wir singen und jubeln sie in die Welt hinaus.

  • Verbindung: Wir bleiben durch das Gebet und die Hoffnung auf den Heiligen Geist im Kontakt mit einer Realität, die größer ist als das, was wir sehen.

Fazit

Die Osterzeit lädt uns ein, die „lebendige Hoffnung“ Schritt für Schritt zu buchstabieren. Vielleicht müssen wir dafür keine rohen Quitten essen, aber wir dürfen uns jeden Sonntag neu von dieser uralten und doch brandaktuellen Freude anstecken lassen.


In rechter Ordnung: Der Kompass durch die dunklen Tage - Rückblick auf die Passionszeit

Wenn wir Ostern als das Ziel betrachten, dann ist die Passionszeit das Training für das Herz. Sechs Sonntage führen uns tiefer hinein in das Geheimnis des Leidens und Sterbens Jesu. Und genau wie in der Osterzeit haben auch diese Sonntage klangvolle Namen, die uns wie Wegweiser leiten.

Der Merksatz für den Tiefgang

Damit man nicht den Überblick verliert, wenn die liturgischen Farben auf Violett wechseln, hilft dieser klassische Merkspruch:

„In rechter Ordnung lerne Jesu Passion.“

Jeder Anfangsbuchstabe steht für einen Sonntag und führt uns Schritt für Schritt näher ans Kreuz – und damit näher an das Verständnis dessen, was an Ostern eigentlich passiert ist.

Die sechs Stationen des Weges

1. Invokavit – Die erste Prüfung

Bedeutung: „Er ruft mich an“

Das Lebensgefühl: Die Passionszeit beginnt mit dem Ruf nach Gott. Es geht um die Versuchung Jesu in der Wüste und die Frage: Wem folge ich eigentlich, wenn es hart auf hart kommt?

Wochenspruch: „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“ (1. Joh 3, 8b)

2. Reminiszere – Die Erinnerung an die Gnade

Bedeutung: „Gedenke (an deine Barmherzigkeit)“

Das Lebensgefühl: Wir schauen auf unsere Schwächen, aber Gott schaut auf seine Liebe. Ein Sonntag des Vertrauens: Gott vergisst uns nicht, auch wenn wir uns „unwürdig“ fühlen.

Wochenspruch: „Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Röm 5, 8)

3. Okuli – Den Blick schärfen

Bedeutung: „Meine Augen (sehen stets auf den Herrn)“

Das Lebensgefühl: Konsequenz ist gefragt. Wer auf Gott sieht, lässt sich nicht mehr so leicht ablenken. Es ist die Einladung zur Fokussierung auf das Wesentliche.

Wochenspruch: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ (Lk 9, 62)

4. Laetare – Das kleine Ostern

Bedeutung: „Freuet euch“

Das Lebensgefühl: Mitten in der Fastenzeit gibt es eine Atempause. Der strenge Ernst weicht für einen Moment der Vorfreude. Das Bild vom Weizenkorn verspricht: Aus dem Sterben wächst Frucht.

Wochenspruch: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ (Joh 12, 24)

5. Judika – Dienst und Hingabe

Bedeutung: „Schaffe mir Recht, Gott“

Das Lebensgefühl: Die Spannung steigt, das Leiden rückt näher. Hier wird deutlich: Jesu Macht ist keine Herrschaftsgewalt, sondern dienende Liebe. Er gibt sich hin, um uns „freizukaufen“.

Wochenspruch: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.“ (Mt 20, 28)

6. Palmarum – Der königliche Ernst

Bedeutung: „Palmsonntag“ (Einzug in Jerusalem)

Das Lebensgefühl: Ein bizarrer Moment zwischen Jubel und Verrat. Wir feiern den König auf dem Esel. Die „Erhöhung“ Jesu meint hier ganz konkret den Weg ans Kreuz.

Wochenspruch: „Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“ (Joh 3, 14b-15)

Was bewegt Christen in der Passionszeit?

Die Namen der Sonntage zeigen: Die Passionszeit ist eine Schule der Empathie und der Selbsterkenntnis.

  • Ehrlichkeit: Wir geben zu, dass wir Gott „anrufen“ müssen, weil wir es alleine nicht schaffen (Invokavit).

  • Perspektivwechsel: Wir lernen bei Judika, dass wahre Größe im Dienen liegt – ein krasser Gegenentwurf zu unserer Leistungsgesellschaft.

  • Hingabe: Wir begreifen das Paradox des Glaubens: Dass Leben oft dort entsteht, wo etwas Altes „stirbt“ (Laetare).

  • Solidarität: Wir begleiten Jesus auf seinem Weg und erkennen darin Gottes Solidarität mit unserem eigenen Leid.

Fazit

Ohne die „rechte Ordnung“ der Passionszeit bliebe Ostern oberflächlich. Erst wer den Ruf (Invokavit), den Blick (Okuli) und den Dienst (Judika) Jesu versteht, kann an Ostern wirklich aus vollem Hals „Jubilate“ singen.