Donnerstag, 25. Juli 2019

6. Sonntag nach Trinitatis

28. Juli 2019


Es ist der 4. Sonntag im Monat und somit feiern wir einen

musikalischen Gottesdienst


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 6. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.49. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr". Auf dieser Internetseite schreibt Manfred Senftleben zum Thema des Sonntags: "Am 6. Sonntag nach Trinitatis hören wir von der Taufe, dass wir durch sie zu Gottes Volk hinzuberufen sind. Die Taufe läßt uns teilhaben an dem Tod und der Auferstehung Jesu, und so haben wir auch Teil an dem wunderbaren Licht, das mit Jesus in diese Welt leuchtet."

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein. (Jes 43, 1 (kursiver Text: Rev. 2014))

Lieder im Gottesdienst

Dazu schrieb unser Organist Herr Detlau-Keire: Urlaub - Wetter - Reisen - das war mein Motto bei der Liedauswahl.

Nachdem wir heute - Freitag - noch einmal alles durchgesungen haben, haben wir folgende Lieder festgelegt:

Vorspiel fT* 15 - Und ein neuer Morgen - als Rondo
1. Lied fT 15,1-3 - Und ein neuer Morgen (s. Vorspiel)
Psalm: EG** 574 - Der Herr ist mein Hirte
    Pastor Krüger singt die Stropen 1,3,5; die Gemeinde die Strophen 2,4; gemeinsam wird die 6. Strophe gesungen
Nach der Aufforderung zum Kyrie singt die Gemeinde dreimal fT43 - Meine Hoffnung und meine Freude
2. Lied EG 313,1-3 - Jesus, der zu den Fischern lief
Glaubensbekenntnis gesungen EG 652
nach der Predigt: EG 572, 1+3+5 - Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt
    Das Lied fT 174 - Ich bin auf der Flucht - als Moritat - nehmen wir uns für den 29.09. vor. 
    fT 177, 1-4 - Freunde, dass der Mandelzweig - mal schaun, wann das passt
5. Lied EG 278,1-3 - Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser
Vor dem Segen: EG 561 Herr, wir bitten komm und segne uns - Into-Strophe Zwischenmusik
    fT 190 - Verleih uns Frieden gnädiglich - ist ebenfalls schon für den 29.09. notiert
Nachspiel, von Beethoven Für Elise

* fT = Liederbuch freiTöne
** EG = Evangelisches Gesangbuch

Liederentdecken

Um vorab einige Informationen zu den Liedern und zur Auswahl zu erhalten und um die Lieder überhaupt kennenzulernen, treffen wir uns am
    Freitag, dem 26.08.2019
    ab ca. 18.30 Uhr nach dem Friedensgebet
    in der Gustav-Adolf-Kirche.

Epistel Röm 6, 3-8

Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? 4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. 5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. 6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen. 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. 8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden,

Evangelium - Mt 28, 16-20

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. 17 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. 18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Predigtidee

In der Taufe verspricht Gott uns, dass er mit uns durchs Leben geht. Das kann dann mit dem Wochenspruch verdeutlicht werden, der früher auch des öfteren als Taufspruch Verwendung fand: "So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein." (Jes 43, 1)

Als Predigttext will ich 1. Mose 7-8 - Sintflut, natürlich in Auswahl - nehmen. Gott hatte den Menschen ja auch versprochen, mit ihnen zu gehen. Nur die wichen von Gottes Weg ab, so dass er feststellen musste: "5 Als aber der HERR sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, 6 da reute es den HERRN, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen, 7 und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln unter dem Himmel; denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe." (1. Mose 6)

Den Menschen damals brachte die Sintflut den Tod - heute bringen sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen Tod und Verderben über Menschen. Das ist aber nicht Gottes Strafe, das sind vielmehr auch vom Menschen mitverursachte Katastrophen. Im Mittelmeer ertrinken Flüchtlinge, weil Europa es aktuell nicht schafft, eine funktionierende Seenotrettung aufzubauen. Außerdem sind die Bedingungen in Herkunftsländern so, dass Menschen sich auf den Weg machen, eine bessere Heimat zu finden.

Paulus betrachtet in der Epistel an die Römer das Wasser der Taufe auch als ein todbringendes Element. Daraus erwächst aber neues Leben. "3 Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? 4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. ... 10 was Christus gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für alle Mal; was er aber lebt, das lebt er Gott. 11 So auch ihr: Haltet euch für Menschen, die der Sünde gestorben sind und für Gott leben in Christus Jesus." (Röm 6)

Der 6. Sonntag nach Trinitatis erinnert uns also an unsere Taufe und Gottes Zusage. Gleichzeitig malt er uns die todbringende Kraft des Wassers vor Augen. Wir werden ermahnt, im Zeichen unserer Taufe ein neues Leben zu führen, das der Sünde keinen Raum mehr gibt. Das bedeutet aber auch, dass wir Christen uns für das Leben in der Welt, für das Leben aller Menschen einsetzen sollen.

Samstag, 13. Juli 2019

4. Sonntag nach Trinitatis

14. Juli 2019


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 4. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.47. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. (Gal 6,2)

Wochenlied:

Komm in unsre stolze Welt (EG 428) oder
O Gott, du frommer Gott (EG 495)

Leider ist bei der zurückliegenden Perikopenrevision das Lied "Mir ist Erbarmung widerfahren" (EG 355) als Wochenlied weggefallen - ausgesprochen schade!

Lieder für den Gottesdienst

Da unsere Organisten alle unterwegs sind, werden wir aus dem Liederbuch der Jugend singen.

Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren (Nr. 53,1.2.4)
Psalm 108 (in Abwandlung [Nr. 01])
Liebe ist nicht nur ein Wort (Nr. 08,1-3)
Wie ein Fest nach langer Trauer (Nr. 27)
Wo ein Mensch vertrauen gibt (Nr. 51)
Beten - in der Stille angekommen (Nr. 64)

Epistel - Röm 14, 10-13

10 Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. 11 Denn es steht geschrieben (Jesaja 45,23): »So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir sollen sich alle Knie beugen, und alle Zungen sollen Gott bekennen.« 12 So wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben. 13 Darum lasst uns nicht mehr einer den andern richten; sondern richtet vielmehr darauf euren Sinn, dass niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis bereite.

Evangelium - Lk 6, 36-42

36 Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. 37 Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.
38 Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen.
39 Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? 40 Der Jünger steht nicht über dem Meister; wenn er vollkommen ist, so ist er wie sein Meister.

41 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? 42 Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!

Predigttext 1. Sam 24, 1-20 - David verschont Saul in der Höhle von En-Gedi

241 Und David zog von dort hinauf und blieb in den Bergfesten bei En-Gedi. 2 Als nun Saul zurückkam von der Verfolgung der Philister, wurde ihm gesagt: Siehe, David ist in der Wüste En-Gedi. 3 Und Saul nahm dreitausend auserlesene Männer aus ganz Israel und zog hin, David samt seinen Männern zu suchen, in Richtung auf die Steinbockfelsen. 4 Und als er kam zu den Schafhürden am Wege, war dort eine Höhle und Saul ging hinein, um seine Füße zu decken. David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle.

5 Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, von dem der HERR zu dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in deine Hände geben, dass du mit ihm tust, was dir gefällt. Und David stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls. 6 Aber danach schlug ihm sein Herz, dass er den Zipfel vom Rock Sauls abgeschnitten hatte, 7 und er sprach zu seinen Männern: Das lasse der HERR ferne von mir sein, dass ich das tun sollte und meine Hand legen an meinen Herrn, den Gesalbten des HERRN; denn er ist der Gesalbte des HERRN. 8 Und David wies seine Männer von sich mit harten Worten und ließ sie sich nicht an Saul vergreifen.

Als aber Saul sich aufmachte aus der Höhle und seines Weges ging, 9 machte sich auch David auf ihm nach und ging aus der Höhle und rief Saul nach und sprach: Mein Herr und König! Saul sah sich um. Und David neigte sein Antlitz zur Erde und fiel nieder. 10 Und David sprach zu Saul: Warum hörst du auf das Geschwätz der Menschen, die da sagen: David sucht dein Unglück? 11 Siehe, heute haben deine Augen gesehen, dass dich der HERR in meine Hand gegeben hat in der Höhle, und man hat mir gesagt, dass ich dich töten sollte. Aber ich habe dich verschont; denn ich dachte: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen; denn er ist der Gesalbte des HERRN. 12 Mein Vater, sieh doch hier den Zipfel deines Rocks in meiner Hand! Dass ich den Zipfel von deinem Rock schnitt und dich nicht tötete, daran erkenne und sieh, dass meine Hände rein sind von Bosheit und Empörung. Ich habe mich nicht an dir versündigt; aber du jagst mir nach, um mir das Leben zu nehmen. 13 Der HERR wird Richter sein zwischen mir und dir und mich an dir rächen, aber meine Hand soll dich nicht anrühren; 14 wie man sagt nach dem alten Sprichwort: Von Bösen kommt Böses; aber meine Hand soll dich nicht anrühren. 15 Wem zieht der König von Israel nach? Wem jagst du nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh! 16 Der HERR sei Richter und richte zwischen mir und dir und sehe darein und führe meine Sache, dass er mir Recht schaffe wider dich!

17 Als nun David diese Worte zu Saul geredet hatte, sprach Saul: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul erhob seine Stimme und weinte 18 und sprach zu David: Du bist gerechter als ich, du hast mir Gutes erwiesen; ich aber habe dir Böses erwiesen. 19 Und du hast mir heute gezeigt, wie du Gutes an mir getan hast, als mich der HERR in deine Hände gegeben hatte und du mich doch nicht getötet hast. 20 Wo ist jemand, der seinen Feind findet und lässt ihn mit Frieden seinen Weg gehen? Der HERR vergelte dir Gutes für das, was du heute an mir getan hast!

Predigtidee

Manfred Senftleben beschreibt das Anliegen des 4. Sonntags nach Trinitatis so: "Der 4. Sonntag nach Trinitatis wendet sich der Gemeinde zu. Sie wird als Gemeinde der Sünder gesehen, die der Gnade Gottes bedarf. Ohne die Erkenntnis der eigenen Sünde ist es unmöglich, die Gnade Gottes anzunehmen, weil man sie nicht für nötig hält. Selbstgerechtigkeit entsteht, die dann in Überheblichkeit und Menschenverachtung mündet. ..." (https://daskirchenjahr.de/tag.php?name=4ntrinitatis&zeit=Trinitatis)

Was das bedeutet, möchte ich anhand des Alttestamentlichen Textes und der Epistel bedenken.

Es gab einmal eine Zeit, da hätten Saul und David behauptet, zwischen sie beide passe kein Blatt. David kam an Sauls Hof und konnte mit seinem Harfenspiel Sauls dunkle Gedanken vertreiben. Er war auch ein tüchtiger Soldat. Seine militärischen Erfolge verschafften den Israeliten insgesamt gegenüber ihren Feinden große Vorteile. Und außerdem verstand sich David mit Sauls Sohn Jonathan sehr gut. Insgesamt eine Situation, mit der alle zufrieden sein konnte.

Leider änderte sich dies recht schnell. Saul war auf die Erfolge Davids eifersüchtig. Der König konnte es nicht ertragen, dass sein Untergebener bei anderen angesehener war als er selbst. Zuerst waren es verbale Attacken, dann der Versuch, David auf ein Himmelfahrtskommando zu schicken in der Hoffnung, dass der Draufgänger im Kampf zu Tode käme. Davids Heirat mit Sauls Tochter Michal änderte an der Situation nicht viel. Zwar konnte Jonathans Intervention für einen Moment die Situation entschärfen, aber dann mussten Jonathan und Michal David eröffnen, dass ihr Vater weiterhin konkrete Mordpläne hegte. So floh David schließlich und sammelte eine Schar Abenteurer um sich, mit denen er das Land durchstreifte.

So ist das bis heute geblieben. Wo Eifersucht, Neid und Missgunst, aber auch böser Wille, Arglist, Tücke, Gemeinheit und Niedrigkeit oder die Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit - wo das alles das Verhältnis von Menschen bestimmt, da kann kein Miteinander gedeihen.

In der biblischen Geschichte bekam David Saul in seiner Hand. Es hätte ihn keiner hindern können, die Situation auszunutzen und den Widersacher zu beseitigen. Er hätte sich selbst zum König ausrufen lassen können. Schließlich hatte ihn der Prophet Samuel schon im Auftrag Gottes gesalbt und somit zum Nachfolger von Saul bestimmt.

David besinnt sich eines anderen. Er erinnert sich einerseits an des Treuegelöbnis, das er gegenüber seinem König abgelegt hatte. Seine Anrede an Saul ist durchaus von Ehrerbietung gekennzeichnet: "Mein Herr und König! Mein Vater!" Andererseits bringt David Gott ins Spiel. Saul ist und bleibt für ihn der Gesalbte Gottes. Saul seinerseits erkennt den Großmut seines ehemaligen Heerführers an - "Mein Sohn" ist die Anrede - und Saul wünscht David Gottes Segen.

Was den beiden Männern nicht gelingt ist ein gemeinsames Gespräch. "Woran lag es? Wie konnte es soweit kommen? Was könnte das Verhältnis wieder in eine Spur bringen?" Jeder geht seiner Wege. Vielleicht auch eine Möglichkeit, schiedlich friedlich nebeneinander her zu leben.

Es vergeht noch eine Zeit, bis sich die Philister wieder zum Kampf gegen Israel erheben und es zur Schlacht kommt. Die Söhne Sauls werden getötet, Saul selbst wird schwer verwundet und stützt sich in sein Schwert, weil er nicht lebend in die Hände der Feinde fallen will. David wird schließlich König über ganz Israel und geht als DER König - bis heute - in die jüdische Geschichte ein. Alle anderen Könige werden an ihm gemessen - auch von Gottes Seite her betrachtet.

Zugegeben, auf der einen Seite kann ich mit diesem Ausgang leben - nicht unbedingt im Blick auf das Ende Sauls. Aber manchmal ist das im Leben so, dass man sich nichts mehr zu sagen hat und die Geschichte sich schon irgendwie entwickeln wird. Auf der anderen Seite ist mir das für einen Gottesdienst zu wenig.

Deshalb kommt der zweite biblische Text, die Epistel in den Blick. "Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden", schreibt Paulus an seine Gemeinde in Rom. Davon hatte übrigens auch David gesprochen. Gott werde zwischen ihm und Saul richten. Dabei werde deutlich, dass an ihm, David, kein Fehl zu finden sei.

Das würde Paulus so nicht sagen. "Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden", also Saul und David. "Jeder von uns (wird) für sich selbst Gott Rechenschaft geben." Wenn das zutrifft - und es ist ja richtig, was Paulus hier sagt - dann müssen wir angesichts unseres Schöpfers nicht so sehr auf den anderen schauen, sondern bei uns selbst bleiben. "Darum lasst uns nicht mehr einer den andern richten", so sagt es Paulus, "sondern richtet vielmehr darauf euren Sinn, dass niemand seinem Bruder - der Schwester - einen Anstoß oder Ärgernis bereite".

Wenn das auf beiden Seiten Grundlage unseres Denkens und Handelns wird - dem anderen keinen Anstoß oder Ärgernis bereiten - , wenn wir vielmehr den anderen fördern, ihn in seinem Bemühen ernst nehmen, ihm zugestehen, was wir uns für uns selbst auch wünschen, dann ist der Grundstein gelegt für ein fruchtbares Miteinander - im persönlichen Bereich, aber auch im Beruf, in der Politik und in der Wirtschaft. Und vor unserem himmlischen Schöpfer werden wir dann hoffentlich erklären können, dass wir uns bemüht haben, nach bestem Wissen und Gewissen unsere Entscheidungen getroffen zu haben. Also: "Lasst uns nicht mehr einer den andern richten, sondern richtet vielmehr darauf euren Sinn, dass niemand seinem Bruder - der Schwester - einen Anstoß oder Ärgernis bereite".

Mittwoch, 5. Juni 2019

Pfingsten

9. und 10. Juni 2019


Evangelisches Gesangbuch zum  Pfingstsonntag

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Pfingstsonntag unter der Nummer 954.41. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Pfingstmontag

Am Pfingstmontag (10. Juni) treffen wir uns wie in jedem Jahr zum Ökumenischen Festgottesdienst um 11.00 Uhr auf dem Meppener Marktplatz. Das aktuelle Plakat finden sich unter der Überschrift "Gottesdienste im Mai" weiter unten in diesem Blog. Pater Benny, der in diesem Jahr Sprecher der Ökumenischen Pfarrkonferenz Meppen ist, hat den Gottesdienst unter das Wort gestellt:

Ich hauche euch meinen Geist ein, 
dann werdet ihr wieder lebendig. 
(Ez 37,14)

Nun gilt, soweit nichts anderes vermerkt: Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. (Sach 4, 6)

Wochenlied:

Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist (EG 126)
Atme in uns, Heiliger Geist (fT 7)

Lieder, die mir gefallen:

Nun bitten wir den Heiligen Geist (EG 124)
Jauchz, Erd, und Himmel, juble hell (EG 127)
O Heilger Geist, kehr bei uns ein (EG 130)
➤ Ihr werdet die Kraft (EG 132)
Zieh ein zu deinen Toren (EG 133)
Komm, o komm, du Geist des Lebens (EG 134)
O komm, du Geist der Wahrheit (EG 136)
Geist des Glaubens, Geist der Stärke (EG 137)
O dass doch bald dein Feuer brennte (EG 255)
Strahlen brechen viele aus einem Licht (EG 268)
Wach auf, du Geist der ersten Zeugen (EG 241)
Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen (EG 272)
Erhebet er sich, unser Gott (EG 281)
Die ganze Welt hast du uns überlassen (EG 360)
Wenn wir in höchsten Nöten sein (EG 366)
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (EG 382)
➤ Wohl denen, die da wandeln (EG 395)

Weitere Liedvorschläge finden sich auf der Seite "Das Kirchenjahr"

Die Lieder, die letztendlich gesungen werden, markiere ich in den nächsten Tagen. Soweit kann ich es aber wohl schon sagen: EG 132 wird im Rahmen der Fürbitte gesungen werden. Es sind wunderbar eingängige Zeilen, die das Pfingstereignis in die Gegenwart holen.

Psalm 119 - EG 748

Da ich über den Marginaltext Psalm 119, 89-105 predigen werde, bietet es sich geradezu an, Psalm 119 als Eingangspsalm zu beten. Deshalb werden wir nach der Predigt sicherlich auch das Lied 395 "Wohl denen, die da wandeln vor Gott in Heiligkeit" singen. 

Epistel Apg 2, 1-18 Das Pfingstwunder

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. 2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3 Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen,* wie der Geist ihnen gab auszusprechen. 5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. 6 Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. 7 Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? 8 Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? 9 Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, 10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, 11 Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden. 12 Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? 13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.

14 Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und lasst meine Worte zu euren Ohren eingehen! 15 Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage; 16 sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3,1-5): "17 Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; 18 und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen."

Evangelium Joh 14, 15-19(20-23a)23b-27
Die Verheißung des Heiligen Geistes

15 Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten. 16 Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: 17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.

18 Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. 19 Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe und ihr sollt auch leben. 20 An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch. 21 Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist's, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

22 Spricht zu ihm Judas, nicht der Iskariot: Herr, was bedeutet es, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? 23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. 24 Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat.

25 Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. 26 Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

27 Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

Predigttext Ps 119, 89-105 (Marginaltext;
Übersetzung: Hoffnung für alle)


Predigtidee

Im wahrsten Sinn begeistert beginnen die Apostel, das in Christus fleischgewordene Wort Gottes zu predigen. Sie erzählen die Geschichten, sie deuten sie und sie gewinnen Menschen für den neuen Glauben. Das Christentum hatte von Anfang an eine faszinierende Wirkung auf die Menschen. Wenn man in die Missionsgebiete schaut, ist das bis heute so. Menschen sind begeistert von Christus.

Dann gilt es aber auch, diesen Glauben zu leben. Man braucht dazu eine Grundlage und ein festes Fundament. Die ersten Christen fanden dieses Fundament in der Heiligen Schrift ihrer jüdischen Geschwister, die allerdings mit dieser Geschwisterschaft für sich selbst nicht viel verbinden konnten und sich deshalb auch nicht dem neuen Glauben in den Scharen zuwandten, wie es die ersten Christen erhofften. Trotzdem blieben sich die Christen ihrer Wurzeln bewusst. Und deshalb können auch wir bis heute viel Kraft aus den Schriften des Ersten Testamentes schöpfen.

Zweifellos gehört der 119. Psalm zu den bemerkenswertesten Texten. 176 Verse umfasst er und ist damit der Längste Psalm in der Bibel. Alles dreht sich um das Gesetz Gottes und die Gebote. Dabei sind diese Gebote keine lästige Fessel, die es abzustreifen gilt, sie sind vielmehr eine hilfreiche Richtschnur, die Leben gelingen lassen, auch in der Krise.

Hören wir abschnittsweise auf die Verse, die als möglicher Predigttext für Pfingsten vorgeschlagen wurden. Ich lese den Text in der Übersetzung der Bibelausgabe "Hoffnung für alle". Mit Luthers Worten hatten wir den Psalm ja eingangs gebetet, allerdings in einer anderen Auswahl.

89 HERR, dein Wort bleibt für immer und ewig – so unverrückbar wie der Himmel hat es Bestand. 90 Deine Treue zu uns gilt ohne Ende – so unerschütterlich wie die Erde, die du erschufst. 91 Himmel und Erde bestehen bis heute, weil du es so willst, denn dir muss alles dienen.

92 Hätte ich nicht Freude an deinem Gesetz gehabt, dann wäre ich in meinem Elend umgekommen. 93 Nie will ich deine Befehle vergessen, denn durch sie hast du mich neu belebt.

94 HERR, ich gehöre zu dir. So hilf mir doch, denn ich habe immer nach deinen Geboten gefragt! 95 Gewissenlose Menschen liegen auf der Lauer, um mich zu beseitigen. Doch ich achte umso mehr auf das, was du mir sagst.

96 Ich sah, dass alles ein Ende findet, auch wenn es noch so vollkommen ist. Nur dein Wort kennt keine Grenzen.

97 HERR, wie sehr liebe ich dein Gesetz; den ganzen Tag denke ich darüber nach! 98 Gerade weil es mir immer gegenwärtig ist, bin ich meinen Feinden an Klugheit überlegen. 99 Ich habe mehr begriffen als alle meine Lehrer, denn ich mache mir ständig Gedanken über deine Ordnungen. 100 Ich besitze mehr Einsicht als alte Menschen mit ihrer Erfahrung, denn ich habe mein Leben nach deinen Geboten ausgerichtet. 101 Von krummen Wegen hielt ich mich stets fern, damit ich nicht gegen dein Wort verstoße.

102 Ich habe deine Belehrungen gerne angenommen, denn einen besseren Lehrer als dich gibt es nicht. 103 Dein Wort ist meine Lieblingsspeise, es ist süßer als der beste Honig. 104 Dein Gesetz macht mich einsichtig und klug, deshalb ist mir jede Art von Falschheit verhasst.

105 Dein Wort ist wie ein Licht in der Nacht, das meinen Weg erleuchtet.

Luther: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.

Samstag, 1. Juni 2019

Exaudi

2. Juni 2019

Partnerschaftsgottesdienst


Traditionell feiern wir in unserer Kirchengemeinde und im Kirchenkreis Emsland-Bentheim am 1. Juniwochenende den "Partnerschaftsgottesdienst". Dabei beziehen wir uns auf unsere Partnerschaft mit der Ev.-luth. Kirchengemeinde in Chemchem / Tansania / Afrika. Nach 5 Jahren der Vorbereitung begann die Partnerschaft offiziell Ende der 1980er Jahre. Diese Partnerschaft ruht auf 3 Säulen:
  • Glauben teilen
  • Leben teilen
  • Gaben teilen
Getragen wird die Partnerschaft durch persönliche Kontakte und den gegenseitigen Besuch alle zwei Jahre. Im letzten Jahr besuchte eine Delegation unseres Kirchenkreises unsere Partner in Tansania, nächstes Jahr bekommen wir Besuch aus Afrika. Ganz aktuell bereitet sich unsere Beauftragte für die Partnerschaftsarbeit Marga Pradel auf ihre Reise vor. 

Der diesjährige Partnerschaftsgottesdienst wurde von einem Team im Ev.-luth. Missionskreis Kondoa erarbeitet. Zunächst geht es um die Epistel und den Predigttext, dem sich die Predigtgedanken anschließen. Es folgen: Infos zur Kollekte - Lieder - afrikanische Texte. 

Epistel 2. Korinther 5,1-5 - Wir einen Bau, von Gott erbaut

1 Denn wir wissen: Wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel. 2 Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet werden, 3 weil wir dann bekleidet und nicht nackt befunden werden. 4 Denn solange wir in dieser Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert, weil wir lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden wollen, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben. 5 Der uns aber dazu bereitet hat, das ist Gott, der uns als Unterpfand den Geist gegeben hat.

Predigttext Lukas 11,5-8 - Der bittende Freund

5 Und er sprach zu ihnen: Wer unter euch hat einen Freund und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote; 6 denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann, 7 und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. 8 Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, so viel er bedarf.

Meine erste Idee - unsere Partner in Afrika stehen vor der Tür. Wenn das die Säulen unserer Partnerschaft sind ...
  • Glauben teilen
  • Leben teilen
  • Gaben teilen
... dann hat die Vorstellung, dass unsere Partner uns um Hilfe bitten, auch ihre Berechtigung. Dabei sollten wir uns von dem Gedanken freimachen, dass unsere Partner nicht in der Lage seien, einem Gast etwas vorzusetzen. Wenn Frau Pradel hinfährt oder Herr Reincke oder wer auch immer, dann gibt es reich gedeckte Tische.

Das, was unsere Partner brauchen, ist Hilfe zur Selbsthilfe, weil Europa und die übrige Welt den Kontinent über Jahrhunderte ausgenutzt und ausgeplündert hat - und das auch heute noch tut. Das Anliegen unserer Partner ist übrigens kein "unverschämtes Drängen", sondern ein berechtigtes Interesse. Unser Reichtum korrespondiert mit der Armut in den afrikanischen Ländern. Korruption, Misswirtschaft, kriminelle Machenschaften u.a.m. tragen dazu bei, dass die Lage sich immer mehr verschlimmert.

Und nun stehen sie vor den Toren Europas, die Menschen aus Afrika und aus den anderen Krisengebieten unserer Welt, sie klopfen an und kommen durchaus auch durch die Türen, die wir so fest verriegeln wollen. Wo soll das denn hinführen, wenn wir jeden aufnehmen? Meine Antwort: Dass es vielleicht ein bisschen gerechter zuginge in unserer Welt.

Ganz aktuell suchen die Menschen aus der Ferne hier bei uns Arbeit, damit sie von dem, was sie verdienen, ihren Familien in der alten Heimat - soweit sie noch Kontakt haben - etwas abgeben können. Auf diese Weise fließt übrigens mehr Geld in diese Länder als durch die Entwicklungshilfe, die oft mit Zinsen zurückgezahlt werden muss, die die Länder damit in noch größere Abhängigkeiten bringt und die oftmals in dunklen Kanälen versickert.

Auf mittlere Sicht könnte es die Verantwortlichen bei uns anregen darüber nachzudenken, wie Wirtschaft und Politik gesteuert werden können, damit sich Afrika entwickeln kann - und die anderen Ländern natürlich auch - und die Menschen so in ihrer Heimat eine Perspektive haben. Hierzulande sollte übrigens auch darüber nachgedacht werden, dass hochqualifizierte deutsche Arbeitskräfte bei uns bleiben und nicht ins Ausland gehen und wir die Fachkräfte dann aus anderen Ländern abziehen, wo sie dringend benötigt werden.

Und auf längere Sicht könnten alle daran arbeiten, dass es eine gerechtere Weltordnung gibt, damit nicht die einen auf Kosten der anderen leben - das gilt nicht allein für Afrika, das gilt für Asien, Südamerika, für den Nahen Osten und wo sonst noch die Krisen gerade hochkochen.

Und dann ist mir noch ein zweiter Gedanke gekommen, als ich den Predigttext las. Es klopfen nicht allein die Menschen aus anderen Ländern und Erdteilen an unsere Türen, auch unsere Kinder und Enkel und die Urenkel klopfen an, ja sie machen sich lautstark bemerkbar: Friday for Future! Die jungen Leute nehmen ernst, was Wissenschaftler schon seit langem darlegen, dass es kritisch werden kann mit unserer Umwelt, dass die Menschheit es so weit getrieben hat, dass der Kollaps der Erde tatsächlich denkbar wird und wir damit rechnen müssen. Die jungen Leute wollen es nicht hinnehmen und deshalb stehen sie auf und gehen auf die Straße.

Und die Erwachsenen? Wir machen genau das, was Jesus in seiner Geschichte eigentlich für unmöglich hält: "Macht mir keine Unruhe! Das wird sich schon finden. Ich habe keine Lust aufzustehen und etwas zu unternehmen. Es hat sich doch alles so schön eingespielt. Wir wollen unsere Ruhe haben. Und ihr habt doch auch alles. Was wollt ihr denn noch mehr?"

Ich sage euch: Wir sollten das Drängen der jungen Menschen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wir alle wissen Bescheid und erkennen auch die Zeichen der Veränderungen. Die Generation der 68er hat ihre Eltern gefragt: "Warum habt ihr nichts gegen Hitler unternommen?" - Werden uns unsere Kinder, Enkel und Urenkel mal fragen: "Warum habt ihr nichts gegen die Klimakatastrophe unternommen?"

Liebe Gemeinde, in der Geschichte Jesu steht der Mann auf und gibt seinem Freund die drei Brote. Lassen wir uns auch ansprechen: Zur Selbsthilfe für unsere Partner in Tansania - in den Abkündigungen hören wir gleich mehr dazu - und zur Unterstützung der jungen Leute, die uns mahnen, die Zukunft nicht zu verspielen. Noch scheint es nicht zu spät zu sein!


Info zur Kollekte, die wir sammeln: 

Am dringendsten wird die Kollekte für die EmBeKo-Krankenstation gebraucht. Sie benötigen dringend ein Ultraschallgerät zur Diagnostik. Es gibt kein funktionierendes Gerät in ganz Kondoa District, auch nicht im Krankenhaus. Der Medizinaldirektor vom District Kondoa bittet uns händeringend um ein Ultraschallgerät.  Es kann in Tansania erworben werden, mit Garantie und Wartung für 12.000 - 16.000 €. Ein Arzt zur Bedienung ist vor Ort und arbeitet in der Ev.-luth. Embeko Dispensary, Kondoa.

Lieder im Gottesdienst

Just for fun singt zum Einzug: Tembea na Yesu

EG 449,1-4+8 - Die güldne Sonne (209 TMW)
Njoo Kwetu
Just for fun singt: Halle- Halle- Halle-luja

Nach der Predigt singen wir das Glaubensbekenntnis aus dem Evangelischen Gesangbuch Bayerns Nr 704 [Melodie EG 184])  - die erste Strophe lautet:
    1. Ich glaube: Gott ist Herr der Welt,
    der Leben gibt und Treue hält.
    Er fügt das All und birgt die Zeit,
    mein  Vater  in der Ewigkeit.
Just for fun und Gemeinde singen zum Kollektenumgang: Blessing and honour

zum Abendmahl:
EG 656 Sanctus
EG 461 Aller Augen warten auf dich, Herre
Just for fun singt zur Austeilung: Thuma mina

Just for fun singt zum Auszug: Tembea na Yesu

Die afrikanischen Texte:


Psalm 19,1-14

1 Mbingu zauhubiri utukufu wa Mungu, na anga laitangaza kazi ya mikono yake.
2 Mchana husemezana na mchana, usiku hutolea usiku maarifa
3 Hakuna lugha wala maneno, sauti yao haisikilikani.
4 Sauti yao imeenea duniani mwote, na maneno yao hata miisho ya ulimwengu. Katika hizo ameliwekea jua hema,
5 kama Bwana arusi akitoka chumbani mwake,lafurahi kama mtu aliye hosari kwenda mbio katika njia yake.
6 Kutoka kwake lautoka mwisho wa mbingu,na kuzunguka kwakehata miisho yake, Wala kwa hari yake, Hakuna kitu kilichositirika.
7 Sheria ya Bwana ni kamilifu, huiburudisha nafsi. Ushuhuda wa Bwana ni amini, humtia mjinga hekima.
8 Maagizo ya Bwana ni ya adili, huufurahisha moyo. Amri ya Bwana ni safi,  huyatia macho nuru.
9 Kicho cha Bwana ni kitakatifu, kinadumu milele. Hukumu za Bwana ni kweli, zina haki kabisa.
10 Ni za kutamanika kuliko shahabu, Kuliko wingi wa shahabu safi. Nazo ni tamu kuliko asali, kuliko sega la sali.
11 Tena mtumishi wako huonywa kwazo, katika kuzishika kuna thawabu nyingi.
12 Ni nani awezaye kuyatambua makosa yake? Unitakase na mambo ya siri.
13 Umzuie mtumishi wako sitende mambo ya kiburi, yasinitawale mimi.
14 Maneno ya kinywa changu, na mawazo ya moyo wangu, yapate kibali mbele zako, Ee Bwana, Mwamba wangu, na mwokozi wangu. AMINA

Lukas 11,5-8

Akawaambia, Ni nani kwenu aliye na rafiki, akamwendea usiku wa manane, na kumwambia , Rafiki yangu, nikopeshe mikate mitatu. Kwa sababu rafiki yangu amefika kwangu, atoka safarini, nami sina kitu cha kuweka mbele yake; na yule wa ndani amjibu akisema, Usinitaabishe: mlango umekwisha fuingwa, nasi tumelala kitandani mimi na watoto wangu; siwezi kuondoka nikupe? Nawaambia ya kwamba, ijapokuwa haondoki ampe kwa kuwa ni rafiki yake, lakini kwa vile asivyoacha kumwomba, anaondoka na kumpa kadiri ya haja yake. AMINA

Vaterunser - Sala ya Bwana

Baba yetu uliyembinguni,
Jina lako litukuzwe,
Ufalme wako uje,
Mapenzi yako yatimizwe
hapa duniani kama huko mbinguni;
Utupe leo riziki yetu,
Utusamehe makosa yetu,
kama sisi tunavyo wasamehe waliotukosea.
Usitutie majaribuni,
lakini utuokoe na yule mwovu.
Kwa kuwa ufalme ni wako, nanguvu,
na utukufu hata milele. Amen.

Der aaronitische Segen

Bwana akubariki na kukulinda.
Bwana akuangazie nuru za uso wake na kukufadhili.
Bwana akuinulie uso wake na kukupa amani.

Freitag, 31. Mai 2019

Gottesdienste im Mai

Es ist nicht so, dass ich im Mai keinen Gottesdiensteinsatz hatte, im Gegenteil: drei Konfirmationen, ein Taufgottesdienst mit kleinen und großen Leuten mit Tauferinnerung, und am Himmelfahrtstag feierten Lutheraner (Gustav-Adolf und Bethlehem) und Reformierte (Meppen-Schöninghsdorf) einen gemeinsamen Festgottesdienst in unserer Kirche.

Das waren alles Gelegenheiten, wo die unterschiedlichsten Menschen zusammenkamen. Besonders schön war es, dass sich in diesem Jahr Konfirmanden und Eltern an den Konfirmationsgottesdiensten beteiligten. Das zeigt doch eindeutig, dass Kirche eben doch noch wichtig ist und ihren Stellenwert hat. Das wird sich nicht immer in der Zahl der Gottesdienstbesucher niederschlagen, aber das Gefühl der Verbundenheit ist ganz deutlich zu spüren.

Als nächstes steht der Partnerschaftsgottesdienst am kommenden Wochenende an. Die Notizen dazu folgen demnächst.

Und dann folgt das Pfingstfest.
  • Am 9. Juni findest der Festgottesdienst wie üblich um 10.00 Uhr in der Gustav-Adolf-Kirche statt, 
  • am 10.00 Juni treffen wir uns wie in Jedem Jahr zum Ökumenischen Festgottesdienst um 11.00 Uhr auf dem Meppener Marktplatz. 



Samstag, 27. April 2019

Quasimodogeniti

28. April 2019


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Quasimodogeniti unter der Nummer 954.34. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr". Hier kann man zum Sonntagsnamen dies lesen: "Der Name des Sonntags Quasimodogeniti leitet sich vom Beginn der früheren lateinischen Antiphon ab: Quasi modo geniti infantes, Halleluja, rationabile, sine dolo lac concupiscite. (1. Petr 2, 2; deutsch: Wie die neugeborenen Kindlein seid begierig nach der vernünftigen, lauteren Milch)." Darauf wird in der Predigt noch einmal kurz einzugehen sein.

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (1. Petr 1,3)

Wochenlied:

Mit Freuden zart (EG 108)
Der schöne Ostertag (EG 117)

Lieder im Gottesdienst:

Es ist der 4. Sonntag im Monat und deshalb liegt ein besonderer Akzent auf der Kirchenmusik. Unser Organist Raimund Hagemann hat aus den freiTönen (fT) und dem Evangelischen Gesangbuch (EG) folgende Lieder ausgesucht: 

fT 14 All Morgen ist ganz frisch und neu
Psalm 116 Dank für Rettung aus Todesgefahr
fT 77 Ehre sei Gott - anstelle des üblichen Gloria Patri
EG 178.12 Kyrie
fT 77 Ehre sei Gott - anstelle des üblichen Gloria in Excelsis
EG 551 Christus is opstahn
fT 149 Auferstehen
fT 93 Klüger, weiser
fT 40 Aus der Zwiebel wächst die Blume
EG 425 Gib uns Frieden jeden Tag (mit Solo)

Zur musikalischen Begleitung konnte Herr Hagemann Schülerinnen des Windthorstgymnasiums gewinnen.

Epistellesung, 1. Petr 1, 3-5 - Lebendige Hoffnung

3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, 4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, 5 die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit.

Evangliumslesung, Joh 20, 19-20.24-29 - Der Auferstandene und seine Jünger

Verschlossene Türen

19 Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.

Thomas

24 Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich's nicht glauben.

26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! 27 Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Predigt über 1. Mose 32, 23-32 - Jakobs Kampf am Jabbok. Sein neuer Name

23 Jakob stand auf in der Nacht und nahm seine beiden Frauen und die beiden Mägde und seine elf Söhne und zog an die Furt des Jabbok, 24 nahm sie und führte sie über das Wasser, sodass hinüberkam, was er hatte, 25 und blieb allein zurück.

Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. 26 Und als er sah, dass er ihn nicht übermochte, schlug er ihn auf das Gelenk seiner Hüfte, und das Gelenk der Hüfte Jakobs wurde über dem Ringen mit ihm verrenkt. 27 Und er sprach: Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. 28 Er sprach: Wie heißt du? Er antwortete: Jakob. 29 Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen. 

30 Und Jakob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißt du? Er aber sprach: Warum fragst du, wie ich heiße? Und er segnete ihn daselbst.

31 Und Jakob nannte die Stätte Pnuël (פְּנִיאֵל [wörtlich: Gottesgesicht]) denn, sprach er, ich habe Gott von Angesicht gesehen, und doch wurde mein Leben gerettet. 32 Und als er an Pnuël vorüberkam, ging ihm die Sonne auf; und er hinkte an seiner Hüfte.

Predigtidee

Quasimodogeniti - Kinderglaube - kindliches Urvertrauen (Gottesdienste mit der Jakob-Muth-Schule und mit dem Matthias-Claudius-Kindergarten) - Erwachsener Glaube, der mit Gott auch ringen muss - vgl. auch Thomas, der glauben will, aber es erst kann, als Jesus ihn anredet

Jakob bringt zunächst seine Familie in Sicherheit - dann stellt er sich allein dem Kampf 

Jakob empfängt Gottes Segen und bekommt einen neuen Namen - Israel weist weit über Jakob selbst hinaus - bis in die Gegenwart - in der Zeit des Nationalsozialismus mussten alle Männer den Namen "Israel" annehmen - Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein. 

Gott selbst lässt sich nicht festlegen auf einen Namen, der eine Eigenschaft bedeutet. 
  • Jahwe - ich werde sein, der ich sein werde
  • der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs
  • Gott, der sein Volk aus der Knechtschaft führte
  • Mose und Elia kommen Gott am Horeb ganz nahe - aber insbesondere Elia muss erfahren: ... der HERR war nicht im Wind; ... der HERR war nicht im Erdbeben; ... der HERR war nicht im Feuer - nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen. Als das Elia hörte, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel und ging hinaus und trat in den Eingang der Höhle ... (vgl. 1. Könige 19,1-13)
  • Gott, der Schöpfer Himmels und der Erde
  • Gott, der seinen Sohn von den Toten auferweckte
Gott schauen, seine Nähe spüren. Manchmal bleiben auch Narben, Spuren zurück. 

Ostersonntag - Auferstanden ins Leben

21. April 2019 - Nachtrag


Den Ostersonntag beginnen wir morgens um 6.00 Uhr in der dunklen Gustav-Adolf-Kirche. Wir tragen die Osterkerze hinein, von der dann alle ihr Licht empfangen. Anschließend sind alle zu einem ausgiebigen Osterfrühstück eingeladen.

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Ostermorgen bzw. zur Osternacht unter der Nummer 954.31, zum traditionellen Festgottesdienst unter 954.32. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr". Zunächst findet sich die Einführung zu Ostern. Von dieser Website kann man die einzelnen Anlässe zu Ostern - Osternacht - Ostersonntag - Ostermontag - anklicken.

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. (Offb 1, 18)

Wochenlied:

Christ ist erstanden (EG 99)

Lieder im Gottesdienst:

Wir danken dir, Herr Jesu Christ
Ich bin getauft auf deinen Namen
Der schöne Ostertag
Er ist erstanden, Halleluja

Der Gottesdienst

Die Kirche ist dunkel, kein Licht brennt. Schemenhaft kann man den verhüllten Altar von Karfreitag erkennen.

eigenes Foto

Einzug mit der brennenden Osterkerze

Auf dem Weg zum Altar singen wir dreimal „Christ, unser Licht.“ Die Gemeinde antwortet jeweils mit „Gelobt sei Gott.“

Das Osterlob

Das gesungene Osterlob betont die Bedeutung der Nacht, in der Christus von den Toten auferstand:

O wahrhaft selige Nacht,
dir allein war es vergönnt, die Stunde zu kennen,
in der Christus erstand von den Toten.

Anschließend wurden die Karfreitagselemente - schwarzes Tuch, Ilexzweige und Dornenkrone - entfernt und die Kerzen auf den Altar gestellt, jedoch noch nicht angezündet.

Befreiung aus Ägypten

Die erste Lesung von der Befreiung Israels aus der ägyptischen Sklaverei erinnert an das Glaubenszentrum unserer jüdischen Geschwister, das ja ganz eng mit den Geschennissen von 2000 Jahren verbunden war, weil Jesus mit seinen Jüngern nach Jerusalem gekommen war, um das Passafest zu feiern. 

Nachdem die Gemeinde so von Gottes erlösender tat an seinem auserwählten Volk Israel erfahren hatte, wurden die Altarkerzen angezündet. 

Das Osterevangelium

Dann folgte das Osterevangelium nach Matthäus (28,1-10): 

1 Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. 2 Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. 3 Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. 4 Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot. 5 Aber der Engel sprach zu den Frauen:

Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. 6 Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat; 7 und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferstanden ist von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. 

8 Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen. 9 Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: 

Seid gegrüßt!

Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder. 10 Da sprach Jesus zu ihnen: 

Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen. 

Die Kerzen werden entzündet

Nachdem die Frohe Botschaft von der Auferstehung erklungen war, wurden alle Kerzen in der Kirche angezündet. Sie verbreiteten einen ganz warmen Schein. Dazu intonierte die Orgel EG 107 Wir danken dir, Herr Jesu Christ. Als alle Kerzen brannten, stimmte die Gemeinde kraftvoll ein. 

eigenes Foto
Nach der Tauferinnerung, verbunden mit dem Glaubensbekenntnis und EG 200 Ich bin getauft auf deinen Namen, folgte die Predigt

Predigt

Sowohl bei der Lesung aus dem Alten Testament als auch beim Osterevangelium hatten wir einleitend Fragen gestellt, die an die Passaliturgie unserer jüdischen Geschwister erinnern: 

Warum ist dieser Morgen ganz anders als jeder andere Morgen? 
Warum hören wir an, was wir schon wussten, 
und warum gehn wir zurück bis zum Anfang?

Damit wir nicht vergessen, wer wir sind,
damit wir sehen und erkennen und glauben, dass wir Menschen sind.

Weil wir Sklaven der Sünde waren, aber zur Freiheit berufen wurden, 
weil einer für uns gestorben ist, damit wir das Leben haben,
weil Gott uns an diesem Morgen das Leben neu schenkt.

Diese Gedanken verdeutlichte ich mit den Sätzen des Apostel Paulus aus Römer 6:

… wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? 4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.

11 So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus. 12 So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam.

Wir haben es also nicht mehr nötig, der Sünde Raum zu geben in unserem Leben. Wir können uns aus freien Stücken Gott zuwenden. Was diese Hinwendung für die Welt bedeuten könnte, verdeutlicht der Prophet Micha. Dieser Text ist als eine mögliche Lesung für die Osternacht vorgesehen: 

Micha 4,1-5 - Das kommende Friedensreich Gottes

1 In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben. Und die Völker werden herzulaufen, 2 und viele Heiden werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinauf zum Berge des HERRN gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. 3 Er wird unter vielen Völkern richten und mächtige Nationen zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. 4 Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken. Denn der Mund des HERRN Zebaoth hat's geredet. 5 Ein jedes Volk wandelt im Namen seines Gottes, aber wir wandeln im Namen des HERRN, unseres Gottes, immer und ewiglich!

Auch wenn in der Gegenwart die Verwirklichung dieser Prophezeiung utopisch erscheint, als erlöste Christen können wir diese Gedanken aufnehmen und versuchen, unter Gottes Segen den Weg zum Frieden zu gehen. 

Schlussteil des Gottesdienstes

Die Gemeinde sang EG 117 Der schöne Ostertag. Es folgten die Abkündigungen und das Abendmahl. Das Lied EG 116 Er ist erstanden schloss den Gottesdienst ab und die Gemeinde zog singend ins Gemeindehaus zum Osterfrühstück: 

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. 
Halleluja, halleluja!

Festgottesdienst um 10.00 Uhr


Lieder

Wach auf, mein Herz - EG 114,1.3.5
Psalm 8 - EG 705
Frühmorgens, da die Sonn aufgeht EG 111,1-3
Christus ist opstahn EG 551,1-2
Der schöne Ostertag EG 117,1-3
Kommt mit Gaben und Lobgesang EG 229,1-3
Gelobt sei Gott im höchsten Thron EG 103,1-6

Epistel 1. Kor 15, 1-11

Einleitendes Präfamen: Der Apostel Paulus führt uns mitten ins Zentrum der christlichen Botschaft: “Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden ...; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage ...; und dass er gesehen worden ist …” Ohne diese Botschaft und ohne den Glauben, der bekennt: “Ich glaube, dass Christus für mich gestorben und auferstanden ist.”, ohne dies ist unser Glaube umsonst und nichtig. Wir hören die Worte des Apostel Paulus im 15. Kapitel seines ersten Briefes an die Korinther:

Bibeltext: Ich erinnere euch aber, liebe Schwestern und Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, 2 durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr's festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe; es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wärt. 3 Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; 4 und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift; 5 und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. 6 Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. 7 Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. 8 Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. 9 Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. 10 Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. 11 Es sei nun ich oder jene: so predigen wir, und so habt ihr geglaubt.

Evangelium Mk 16,1-8

Einleitendes Präfamen: Den  Schock des Karfreitags hatten sie noch nicht überwunden. Am liebsten hätten sie sich verkrochen und wären nie wieder ans Tageslicht gekommen. Aber sie mussten wieder raus, sie mussten den Leichnam des Herrn waschen und salben, sie konnten ihn doch nicht einfach so im Grab liegen lassen, wie sie ihn vom Kreuz genommen haben. Wir hören, was die Frauen auf diesem Weg erlebten. Der Evangelist Markus hat es im 16. Kapitel seines Evangeliums aufgeschrieben. 

Bibeltext: Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. 2 Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. 3 Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? 4 Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. 

5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. 6 Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. 7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. 8 Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.

Predigt - Jes 54, 5b-14*

5 Dein Erlöser ist der Heilige Israels, der aller Welt Gott genannt wird. 
    Gottes Lob erschalle in aller Welt - Gott ist der Schöpfer, wir die Geschöpfe
6 Der HERR hat dich zu sich gerufen …: 7 Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. 8 Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser.
    Karfreitag scheint noch einmal auf - Gottesferne
9 Ich halte es wie zur Zeit Noahs, als ich schwor, dass die Wasser Noahs nicht mehr über die Erde gehen sollten. So habe ich geschworen, dass ich nicht mehr über dich zürnen und dich nicht mehr schelten will. 10 Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.
    Gott hält seinen Bund - er erweckt seinen Sohn von den Toten
14 Du sollst auf Gerechtigkeit gegründet sein.
    Wir empfangen von Gott unsere Gerechtigkeit - und deshalb dürfen wir / sollen wir auch zu unseren Mitmenschen gerecht sein. Dann wird sich erfüllen, was der letzte Vers verheißt.
Du wirst ferne sein von Bedrückung, denn du brauchst dich nicht zu fürchten, 
und du wirst ferne sein von Schrecken, denn er soll dir nicht nahen.
    Das ist Ostern - gerechtes Leben aus der Auferstehung!