Sonntag, 21. Januar 2018

Letzter Sonntag nach Epiphanias

Gottesdienst mit kleinen und großen Leuten

21. Januar 2018


Heute haben wir einen schönen und lebhaften Gottesdienst mit kleinen und großen Leuten gefeiert. Das Evangelium dieses letzten Sonntag in der Epiphaniaszeit, an dem noch die Krippe und der Tannenbaum in der Gustav-Adolf-Kirche stehen, bietet sich für einen Familiengottesdienst durchaus an. Es geht um die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor; der liegt nördlich vom See Genezareth. 


Begonnen haben wir den Gottesdienst mit dem Lied "Lasst uns miteinander ..." Das klappte herrlich mit dem Gesang und auch mit den Bewegungen. Nach dem Psalmgebet war die biblische Geschichte dran. 

Alle nachfolgenden Bilder stammen von der Seite https://www.distantshores.org/sweet-publishing/ Sie sind dort unter der Lizenz Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported veröffentlicht. Somit steht auch diese Seite unter dieser Lizenz.

Zunächst kam die Erinnerung an Weihnachten - Jesus ist geboren, das sagt auch noch die Krippe und der Tannenbaum in der Kirche. 


Auf dem nächsten Bild müsste Jesus so 3 bis 4 Jahre alt sein. Kleinere Kinder finden es durchaus immer wieder spannend zu sehen, dass Jesus wie sie selbst auch älter wurde. 


Ob es die Jugendlichen auch so interessiert, dass Jesus mit 12 Jahren das erste Mal mit seinen Eltern das Passafest in Jerusalem besuchen konnte, blieb erst einmal offen. 


Damit liegt Jesu Kindheit auch schon hinter uns. Das nächste Bild zeigt Jesus in der häuslichen Werkstatt als Zimmermann. 


Das Bild von der Taufe Jesu kann schon mit dem Evangelium des Sonntags in Verbindung gebracht werden. Denn als Jesus nach seiner Taufe wieder aus dem Wasser stieg, sprach eine Stimme aus dem Himmel: "Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe." (Mt 3,17) Diesen Satz werden wir in der Verklärungsgeschichte noch einmal hören - mit einem kleinen Zusatz. 


Nun aber zum Evangelium des Sonntages. Jesus stieg mit drei seiner Jünger auf einen Berg.


Das waren Petrus, Jakobus und Johannes, der Bruder von Jakobus. 


Auf einmal war Jesus in ein ganz helles Licht getaucht.


Die Kinder kamen natürlich schnell darauf, dass das Licht von Gott kommt. Weniger bekannt waren dann Mose und Elia, die in der Geschichte zu Jesus treten. 


Wer waren diese Männer eigentlich? Gemeinsam mit allen Anwesenden ging es auf biblische Entdeckungsreise. Erwartungsgemäß hatten viele Einfälle und Gedanken zu Mose. Der Prophet Elia dagegen war unbekannter. 


Mose wurde lange vor Jesus  in Ägypten geboren. Der Pharao befahl, alle männlichen Babys der Israeliten zu töten. Moses Mutter legte ihr Kind in ein Binsenkörbchen und setzte es auf den Nil. Sie hoffte, dass jemand das Kind finden und retten würde.


Das passierte auch. Die Tochter des Pharao zog Mose auf. Als erwachsener Mann war er am Berg Sinai. Dort sprach Gott aus dem brennenden Dornbusch zu Mose. Der sollte das Volk Israel aus der ägyptischen Knechtschaft in die Freiheit und ins gelobte Land Kanaan führen. 


Nach langen Verhandlungen ließ der Pharao die Israeliten ziehen. Mit Gottes Hilfe teilte Mose das Schilfmeer, so dass die Israeliten durchziehen konnten. 


Nach einer langen Wanderung kamen sie wieder am Berg Sinai an. Dort bekam Mose von Gott die 10 Gebote.

Miteinander haben wir die auch inhaltlich aufzählen können: 
  1. Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. 
  2. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist ... 
  3. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. 
  4. Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. 
  5. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird. 
  6. Du sollst nicht töten. 
  7. Du sollst nicht ehebrechen. 
  8. Du sollst nicht stehlen. 
  9. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. 
  10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.
Zu Elia habe ich dann berichtet, dass der ein Prophet Gottes war, der die Menschen, insbesondere auch die Verantwortlichen in der Politik, immer wieder an Gott und an seine Gebote erinnert hat. 


Elia lebte viele Jahre nach Mose, aber auch viele Jahre, bevor Jesus geboren wurde. Als er alt war, sagte er seinem Schüler Elisa, dass Gott ihn holen würde.


Beide Männer gingen zum Jordan. Wie Mose teilte auch Elia das Wasser, so dass er mit Elisa durch den Fluss ans andere Ufer gehen konnte.


Dort kam ein Feuerwagen vom Himmel und nahm Elia mit. Die Israeliten glauben, dass Elia am Ende der Zeit wiederkommt. Als Jesus lebte glaubten viele, er sei Elia.

Nach diesem kurzen Exkurs ins Alte Testament können wir jetzt mit der Geschichte von Jesus auf dem Berg weitermachen, wo er Mose und Elia traf. Als Petrus die drei Männer miteinander reden hörte, hatte er eine Idee: "Wie gut, dass wir hier sind, Herr! Wenn du willst, schlage ich hier drei Zelte auf, eins für dich, eins für Mose und eins für Elia."


Als Petrus noch von den drei Zelten redete, hörte man plötzlich Gottes Stimme aus dem Himmel. "Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!" 


Die Jünger erschraken.


Als Petrus wieder hoch schaute, war nur noch Jesus da. Die Jünger sollten vorerst aber mit niemandem über das sprechen, was sie gesehen hatten.


Soweit erst einmal die Geschichte. Deutlich wurde, wenn wir tatsächlich auf Jesus hören, so wie es Gott gesagt hat, dann verändert sich unsere Welt zum Besseren. Und deshalb ist es wichtig, dass wir in den Gottesdiensten den kleinen und den großen Leuten von Jesus erzählen. 

Nach diesen Gedanken haben wir erst einmal wieder gesungen. "Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht ...", und das hat sogar im Kanon geklappt. Es folgten die Abkündigungen, die Fürbitten, das Vaterunser und der Segen. 

Gott halte seine Hände über uns 
und segne uns.
Gott halte seine Hände vor uns
und gehe mit uns.
Gott halte seine Hände um uns herum
und schütze uns
bis wir uns wieder sehen.
Amen.

Der Gottesdienst klang aus mit dem vertrauten Lied "Tschüss, mach's gut, es war schön dich zu sehn ..." Das kleine Bibelheft, das ich mit den hier verwendeten Bildern zusammengestellt habe und das sich die anwesenden Kinder (und Erwachsene) mitnahmen, kann man mit diesem Link aufrufen. 

Der nächste Gottesdienst mit kleinen und großen Leuten findet übrigens am 18. Februar statt. 

Mittwoch, 3. Januar 2018

1. Sonntag nach Epiphanias

7. Januar 2018


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 1. Sonntag nach Epiphanias unter der Nummer 954.14. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Die der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Röm 8, 14)

Wochenlied:

O lieber Herre Jesu Christ (EG 68 - nicht in Rev. 2014) oder
Du höchstes Licht, ewiger Schein (EG 441 - auch in Rev. 2014)
Rev. 2014: Christus, das Licht der Welt (EG 410)

Lieder für den Gottesdienst

EG 445,1.2.4.5 - Gott des Himmels und der Erden
EG 740 - Psalm 100
EG 72,1-4 - O Jesu Christe, wahres Licht
EG 71,1-3 - O König aller Ehren
EG 407,1-3 - Stern auf den ich schaue
EG 44,1-3 - O du fröhliche

Evangelium Mt 3, 13-17 - Die Taufe Jesu

Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. 14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? 15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's geschehen. 16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. 17 Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

Predigttext Jes 42, 1-4 (5-9)

Siehe, das ist mein Knecht - ich halte ihn - und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen. 2 Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen. 3 Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus. 4 Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte; und die Inseln warten auf seine Weisung.

5 So spricht Gott, der HERR, der die Himmel schafft und ausbreitet, der die Erde macht und ihr Gewächs, der dem Volk auf ihr den Odem gibt und den Geist denen, die auf ihr gehen: 6 Ich, der HERR, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand und behüte dich und mache dich zum Bund für das Volk, zum Licht der Heiden, 7 dass du die Augen der Blinden öffnen sollst und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen und, die da sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker. 8 Ich, der HERR, das ist mein Name, ich will meine Ehre keinem andern geben noch meinen Ruhm den Götzen. 9 Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen. So verkündige ich auch Neues; ehe denn es aufgeht, lasse ich's euch hören.

Predigtidee

Mit der Taufe Jesu wird deutlich, dass er der Sohn Gottes ist. Die synoptischen Evangelien (Markus, Matthäus, Lukas) bezeugen dies mit dem Satz. "Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe." (Matthäus) Später erzählen diese Evangelien von der Verklärung Jesu auf dem Berg, auf den Jesus mit seinen Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes gestiegen ist. Dort erscheinen ihnen Mose und Elia. Und wieder hört man eine Stimme aus den Wolken: "Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe ..."; diesmal mit dem Zusatz: "... den sollt ihr hören!" (Mt 17,5; ebenso die Parallelstellen Lk 9,28–36 und Mk 9,2–9).
Der Evangelist Johannes berichtet nicht eindeutig, ob Jesus von Johannes dem Täufer getauft wurde. Jedoch kommt der Evangelist auch zu dem Zeugnis: "Dieser ist der Sohn Gottes." Im ersten Kapitel dieses Evangeliums lesen wir: "Und Johannes (der Täufer) bezeugte es und sprach: Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. 33 Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich gesandt hat zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf welchen du siehst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist's, der mit dem Heiligen Geist tauft. 34 Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn." (Joh 1,32-34) Die Geschichte von der Verklärung Jesu erzählt Johannes allerdings nicht.
Neben dem, was die Menschen mit Jesus erlebten, griffen sie immer wieder auf das Alte Testament zurück. Hier fanden sie viele Bibelstellen, die für sie eindeutig auf Christus hinwiesen. So auch der Text vom Propheten Jesaja. In Jesus sahen die ersten Christen denjenigen, der bei Jesaja an verschiedenen Stellen als der "Knecht Gottes" bezeichnet wurde. Und das, was der Prophet über den Knecht Gottes gesagt hatte, das sahen die Menschen in Jesus verwirklicht.
  • er wird das Recht unter die Heiden bringen
  • das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen
  • den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen
  • in Treue trägt er das Recht hinaus
Und das, was sie ganz konkret erlebten
  • dass die Augen der Blinden geöffnet wurden (z.B. der blinde Bartimäus)
  • und die Gefangenen aus dem Gefängnis geführt (Petrus, aber auch Paulus und Silas)
das entdeckten sie insbesondere bei Jesaja als schon vor langer Zeit für den Knecht Gottes vorhergesagt.

Und wenn die Menschen dann in der Heiligen Schrift lasen: "Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte ...", dann war für sie klar, dass mit diesen Worten die nur die Auferstehung Jesu von den Toten gemeint sein konnte.

Wenn dann in der Verklärungsgeschichte Gottes Stimme uns sagt, dass wir auf Jesus hören sollen, dann finden wir bei Jesaja im Grunde die konkrete Handlungsanweisung.
  • das Recht aufrichten und in Gerechtigkeit die Güter der Erde nutzen
  • dem Schwachen helfen und ihn nicht weiter ausbeuten
  • denen, die gefangen sind in todbringenden Strukturen, Wege zeigen und öffnen, die zum Leben führen
Das damit noch nicht alles erfüllt ist, macht auch Jesaja deutlich. Auf der einen Seite sagt Gott durch den Propheten: "Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen." Auf der anderen Seite fügt er aber auch hinzu: "So verkündige ich auch Neues; ehe denn es aufgeht, lasse ich's euch hören."

Dienstag, 2. Januar 2018

Epiphanias

6. Januar 2018


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zu Epiphanias unter der Nummer 954.13. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt. (1. Joh 2, 8)

Wochenlieder:

Wie schön leuchtet der Morgenstern (EG 70) oder
O König aller Ehren (EG 71)

Lieder, die der Posaunenchor ausgesucht hat

Vortragsstück Niemals war diese Nacht so klar
Lied EG 72 O Jesu Christe wahres Licht
Psalm 100 EG 740
Lied EG 71 O König aller Ehren
Vortragsstück Die drei Könige (Cornelius)
Lied EG 407 Stern auf den ich schaue
Lied EG 66 Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude
Lied EG 44 O du fröhliche

Alttestamentliche Lesung Jesaja 60,1-3

1 Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! 2 Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. 3 Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.

Evangelium Mt 2, 1-12

Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: 2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.

3 Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, 4 und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. 5 Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1): 6 Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.

7 Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, 8 und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, dass auch ich komme und es anbete.

9 Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. 10 Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut 11 und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.

12 Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr Land.

Alttestamentliche Lesung und Predigttext 4. Mose 24, 15-19

Bileam segnet Israel

15 Und er hob an mit seinem Spruch und sprach: Es sagt Bileam, der Sohn Beors, es sagt der Mann, dem die Augen geöffnet sind, 16 es sagt der Hörer göttlicher Rede und der die Erkenntnis des Höchsten hat, der die Offenbarung des Allmächtigen sieht und dem die Augen geöffnet werden, wenn er niederkniet: 17 Ich sehe ihn, aber nicht jetzt; ich schaue ihn, aber nicht von nahem. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen und wird zerschmettern die Schläfen der Moabiter und den Scheitel aller Söhne Sets. 18 Edom wird er einnehmen, und Seïr, sein Feind, wird unterworfen sein; Israel aber wird Sieg haben. 19 Aus Jakob wird der Herrscher kommen und umbringen, was übrig ist von den Städten.

Predigtidee

Der Text zählt wiederum zu den Marginaltexten des Feiertages. Im Zentrum steht die Person des Bileam. Sicherlich hat der eine oder andere der Gottesdienstbesucher den Namen schon einmal gehört, doch dürfte die biblische Geschichte des Sehers weitestgehend unbekannt sein. Deshalb werde ich kurz die entscheidenden Punkte nacherzählen:
  • Bileam, der Sohn Beors, aus Petor, das am Euphrat liegt (Num 22ff)
  • Bileam soll Israel im Auftrag des Könings von Moab verfluchen. Er ist durchaus nicht völlig abgeneigt (es ist Geld im Spiel), erklärt aber gleich zu Beginn, er werde tun, was Gott ihm sagt.
  • Unterwegs verweigert Bileams Reittier, ein Esel, den Weg, weil sich der Engel Gottes sich ihm entgegenstellt. 
  • Bileam lässt den König von Moab an drei verschiedenen Stellen Opferaltäre bauen, kann aber letztendlich nicht anders als Israel dreimal zu segnen
Zur Bedeutung Bileams kann man bei Wikipedia nachlesen: "Eine wichtige Prophezeiung Bileams ist die in 4 Mos 24,17, beschriebene: „Ich sehe ihn, aber nicht jetzt; ich schaue ihn, aber nicht von nahem. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen ...“. Im Judentum meist auf König David bezogen, wird diese Stelle im Christentum als Hinweis auf das Kommen Jesu Christi gedeutet. Die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland aktualisiert diese Verheißung; wie Bileam, der den Stern angekündigt hat, kommen sie aus dem Osten, um die Einlösung der Prophezeiung zu bestätigen. (vgl. die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland in Mt 2) ... (https://de.wikipedia.org/wiki/Bileam#Deutungen)

Im Zusammenhang mit der Geschichte von den drei Sterndeutern aus dem Morgenland ist Bileam ein weiterer Zeuge aus dem Zweistromland, der für die junge Christenheit auf Gott, der auf Gottes Sohn Jesus Christs, verweist.

Dass Bileam Israel geradezu zwangsläufig segnen muss, verbinden die bibelkundigen Leser und Hörer durchaus mit der Verheißung, die Gott Abraham gab, als der sich aus Ur in Chaldäa auf den Weg machte, das neue Land zu erkunden, das Gott ihm verheißen hatte: "Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden." (1. Mose 12,1-3)

Neben dem bisher Gesagten werde ich in der Predigt diese Versteile aufnehmen und auf die Gegenwart beziehen:
  • der Mann, dem die Augen geöffnet sind
  • der Hörer göttlicher Rede und der die Erkenntnis des Höchsten hat
  • der die Offenbarung des Allmächtigen sieht
  • dem die Augen geöffnet werden, wenn er niederkniet
  • Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen ...
Der, den Bileam sieht, hat tatsächlich die Herrschaft über die Welt angetreten, aber nicht als militärischer Heerführer, wie ihn Bileam vor Augen hatte. Wohin Krieg führt, kann man aus allen Zeiten der Geschichte ablesen. Vielmehr werde ich noch einmal zitieren, was aus dem Buch des Propheten Sacharja für den 1. Advent gesagt wird:

Sacharja 9,9 Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. 10 Denn ich will die Wagen wegtun aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.

Dem Sohn Gottes folgen auf diesem Weg würde die Welt dem Frieden, wie ihn die Engel auf dem Feld von Bethlehem verkünden, einen großen Schritt näher bringen.

Sonntag, 31. Dezember 2017

Neujahr 2018

1. Januar 2018


Wochenspruch:

Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. (Kol 3, 17)

Jahreslosung:

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21,6 (L)

Einladung zum Gottesdienst um 17.00 Uhr in der


Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Meppen-Schöninghsdorf
Am Stadtforst 40 - Meppen


Alle evangelischen Kirchengemeinden Meppens - lutherisch, reformiert und freikirchlich - laden zu einem gemeinsamen Gottesdienst zum Jahresbeginn ein. Die Gottesdienste finden abwechselnd in einer der beteiligten Kirchen statt. Im vergangenen Jahr traf man sich bei den Lutheranern in der Gustav-Adolf-Kirche, dieses Mal bei den Reformierten.

Altjahresabend

31. Dezember 2017


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Altjahresabend unter der Nummer 954.10. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Barmherzig und gnädig ist der Herrn, geduldig und von großer Güte. (Ps 103, 8)

Wochenlied:

Das alte Jahr vergangen ist (EG 59) oder
Der du die Zeit in Händen hast (EG 64)

Lieder

65,1-4 - Von guten Mächten (Refrain Strophe 7)
735 - Psalm 90 - Unser Leben währet 70 Jahre … (gleichzeitig Predigttext)
351,1-3 - Ist Gott für mich so trete
115,1.2.5 - Jesus lebt mit ihm auch ich
58,1-3.6-7 - Nun lasst uns gehn und treten
374,1.2.5 - Ich steh in meines Herren Hand
175 - Ausgang und Eingang
65,5-6 - Von guten Mächten (Refrain Strophe 7)

Epistel - Römer 8, 31b-39

31b Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? 32 Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? 33 Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. 34 Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt. 35 Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? 36 wie geschrieben steht (Psalm 44,23): "Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe."

37 Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. 38 Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, 39 weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

2. Lesung aus den Briefen des Neuen Testaments - Jakobus 4,13-15

Anstelle des vorgesehenen Evangeliums aus Lukas 12 hören wir noch einmal eine Lesung aus den Briefen des Neuen Testaments. Diesmal aus dem Brief des Jakobus Kapitel 4. Wir antworten auf diese Lesung wieder mit “Halleluja”.

13 Und nun ihr, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen –, 14 und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet. 15 Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.

Predigtidee - Ps 90 - Gott ist Zuflucht in unserer Vergänglichkeit

Der Predigt zugrunde liegt der eingangs gebetete Psalm 90, von dem der 1. Vers sagt, er sei "ein Gebet des Mose, des Mannes Gottes". Damit heben der Beter und diejenigen, die die Psalmen zusammengestellt haben, die große Bedeutung dieser Zeilen hervor. Meines Wissens ist Psalm 90 der einzige, der Mose zugeschrieben wird. 

In einer Nebenbemerkung kann man anklingen lassen, dass der 90. Psalm auch fast genau in der Mitte der beiden Testamente zu finden ist, in meiner Bibelausgabe auf Seite 597 von 906 Seiten im Alten Testament und 306 Seiten im Neuen Testament.

Zuerst lässt der Beter die Herrlichkeit und Größe und Ewigkeit Gottes schauen. Darin eingebettet ist unser Leben und Sterben.  

Herr, du bist unsre Zuflucht für und für. 
2 Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, 
bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. 
3 Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: 
Kommt wieder, Menschenkinder! 
4 Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, 
und wie eine Nachtwache. 
5 Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, 
sie sind wie ein Schlaf, 
wie ein Gras, das am Morgen noch sprosst 6 ... und des Abends welkt und verdorrt. 

An dieser Stelle wechselt die Sicht. Der Beter stellt sich ganz und gar auf die Seite der Menschen und bekennt, dass über ihr Verhalten eigentlich nur der Zorn Gottes entbrennen kann. Ein Blick in die Gegenwart und ihre Probleme - Umwelt, Krieg, ungerechte Verteilung der Güter etc. - führt sofort die Aktualität dieses Gedankens vor Augen. Gelingt es uns Menschen nicht, eine andere Sichtweise einzunehmen, so "bringen wir unsre Jahre" tatsächlich "zu wie ein Geschwätz". 

7 Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, 
und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahin müssen. 
8 Denn unsre Missetaten stellst du vor dich, 
unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.
9 Darum fahren alle unsre Tage dahin durch deinen Zorn, 
wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz. 
10 Unser Leben währet siebzig Jahre, 
und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, 
und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; 
denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon. 
11 Wer glaubt's aber, dass du so sehr zürnest, 
und wer fürchtet sich vor dir in deinem Grimm? 

12 Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, 
auf dass wir klug werden. 

An dieser Stelle können und müssen wir entscheiden. Entweder wir leben nach dem Motto "Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!" oder wir können mit dem Beter mitsprechen: 

13 HERR, kehre dich doch endlich wieder zu uns 
und sei deinen Knechten gnädig! 
14 Fülle uns frühe mit deiner Gnade, 
so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. 
15 Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, 
nachdem wir so lange Unglück leiden. 

16 Zeige deinen Knechten deine Werke 
und deine Herrlichkeit ihren Kindern. 

Das Ziel dieser Sichtweise ist nicht (in erster Linie) der Blick auf Gottes ewiges Reich, von dem wir hoffen, dass wir einst daran teilhaben dürfen, vielmehr nimmt der Beter die Gegenwart in den Blick und bittet Gott, dass er diese segnen möge. 

17 Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich / 
und fördere das Werk unsrer Hände bei uns. 
Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern!

Und damit können wir wieder auf den Anfang des Psalmes schauen und mit dem Beter Gott danken und ihn loben und preisen.

Herr, du bist unsre Zuflucht für und für. 
2 Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, 
bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. 

Samstag, 23. Dezember 2017

2. Weihnachtstag

26. Dezember 2017


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 2. Weihnachtstag unter der Nummer 954.08. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. (Joh 1, 14a)

Wochenlied:

Wunderbarer Gnadenthron (EG 38) oder
Gelobet seist du, Jesu Christ (EG 23)

Lieder für den Gottesdienst:

In diesem Gottesdienst sollen viele Weihnachtslieder erklingen. Deshalb werden in der Eingangsliturgie das Kyrie und der Lobgesang auch ausführlich mit Weihnachtsliedern gesungen.

EG 35,1-4 - Nun singet und seid froh
EG 738 - Ps 96 (Singet dem Herrn ein neues Lied)
Aufforderung zum Kyrie
     Kyrie = EG 23,1-4 - Gelobet seist du, Jesu Christ (Wochenlied)
Aufforderung zum Gloria
     Gloria = EG 54,1-3 - Hört, der Engel helle Lieder
EG 56,1-5 - Weil Gott in tiefster Nacht erschienen
EG 27,1.2.5.6 - Lobt Gott, ihr Christen alle gleich
EG 39,1-5 - Kommt und lasst uns Christum ehren
EG 45,1-4 - Herbei, o ihr Gläub'gen
EG 44,1-3 - O du fröhliche


Beim Sichten der biblischen Texte für die Weihnachtstage bin ich auf einen Abschnitt beim wenig bekannten Propheten Zefanja gestoßen. Die Verse 14-17 im 3. Kapitel sind unter der Abkürzung KHW (?) auf der Seite "Das Kirchenjahr"(http://www.daskirchenjahr.de/tag.php?name=christvesper&zeit=Christfest) als zusätzlicher Text für Heiligabend vorgesehen. Über diese Verse will ich predigen. Wie schon Heiligabend soll auch am 2. Weihnachtstag die biblische Botschaft das Dunkel der Welt erhellen. Zum Text hinzu nehme ich noch Vers 18.

Predigttext Zefanja 3,14-18

14 Jauchze, du Tochter Zion! Frohlocke, Israel! Freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem! 15 Denn der HERR hat deine Strafe weggenommen und deine Feinde abgewendet. Der HERR, der König Israels, ist bei dir, dass du dich vor keinem Unheil mehr fürchten musst.

16 Zur selben Zeit wird man sprechen zu Jerusalem: Fürchte dich nicht, Zion! Lass deine Hände nicht sinken! 17 Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird über dich mit Jauchzen fröhlich sein.

18 Wie an einem festlichen Tage nehme ich von dir hinweg das Unheil, dass du seinetwegen keine Schmach mehr trägst.


Dieser verheißungsvolle Text hat aber ein Gerichtswort zum Pendant. Dieses Wort findet man zu Beginn des 3. Kapitel. Die Verse 1-8 dienen in diesem Jahr als alttestamentliche Lesung für den 2. Weihnachtstag.

Alttestamentliche Lesung Zefanja 3,1-8*

Drohung gegen die Gottlosen

1 Weh der widerspenstigen, befleckten, tyrannischen Stadt! 2 Sie will nicht gehorchen noch sich zurechtweisen lassen; sie will auf den HERRN nicht trauen noch sich zu ihrem Gott halten. 3 Ihre Oberen sind brüllende Löwen und ihre Richter Wölfe am Abend, die nichts bis zum Morgen übrig lassen. 4 Ihre Propheten sind leichtfertig und voll Trug; ihre Priester entweihen das Heiligtum und deuten das Gesetz freventlich.

5 Der HERR handelt gerecht in ihrer Mitte und tut kein Arges. Er bringt alle Morgen sein Recht ans Licht, und es bleibt nicht aus; aber der Frevler kennt keine Scham.

8 Darum wartet auf mich, spricht der HERR, bis auf den Tag, an dem ich zum letzten Gericht auftrete; denn mein Beschluss ist es, die Völker zu versammeln und die Königreiche zusammenzubringen, um meinen Zorn über sie auszuschütten, ja, alle Glut meines Grimmes; denn alle Welt soll durch meines Eifers Feuer verzehrt werden.


Das Evangelium ist der Prolog aus dem 4. Evangelium. Nach dem Zeugnis des Johannes ist und bleibt Jesus, das fleischgewordene Wort Gottes, das Licht im Dunkel unserer Welt. Die beiden Satzteile "... und die Finsternis hat's nicht ergriffen ..." und "... die Seinen nahmen ihn nicht auf ..." lassen uns aber wie das Gerichtswort Zefanjas ins Grübeln kommen über unsere Welt.

Evangelium Johannes 1, 1-5 (6-8) 9-14

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. 2 Dasselbe war im Anfang bei Gott. 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. 4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen.

6 Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. 7 Der kam zum Zeugnis, um von dem Licht zu zeugen, damit sie alle durch ihn glaubten. 8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.

9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. 10 Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. 11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, 13 die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.

14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

1. Weihnachtstag

25. Dezember 2017


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 1. Weihnachtstag unter der Nummer 954.07. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. (Joh 1, 14a)

Wochenlied:

Gelobet seist du, Jesu Christ (EG 23)

Lieder für den Gottesdienst:


Die Lieder suchte diesmal wieder unser Organist Herr Detlau-Keire aus: 
  • EG 36,1+6+9+10 - Fröhlich soll mein Herze springen
  • Psalmgebet 738 - Ps 96 (Singet dem Herrn ein neues Lied)
  • Alttestamentliche Lesung - Micha 5, 1-4a 2
  • EG 49,1-4 - Der Heiland ist geboren
  • Evangelium Lk 2,15-20
  • EG 46,1-3 - Stille Nacht
  • Predigt über Hesekiel 37,24-28
  • nach der Predigt Lied von Fritz Baltruweit: Ich wünsche mir ein Leben
Zu diesem Lied schrieb Herr Detlau-Keire:
      Into und eine Strophe ich,
      Strophen 1 und 2 zusammen, Sie sprechen den Text über die Anlage
      Zwischenspiel ich
      Strophen 3 und 4 wir zusammen
      Coda ich
  • EG 45,1-4 - Herbei, o ihr Gläub’gen
  • EG 44,1-3 - O du fröhliche

Biblische Texte und Lesungen


Es werden drei Lesungen zu Gehör kommen:

Alttestamentliche Lesung - Micha 5,1-4a

Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. 2 Indes läßt er sie plagen bis auf die Zeit, dass die, welche gebären soll, geboren hat. Da wird dann der Rest seiner Brüder wiederkommen zu den Söhnen Israel. 3 Er aber wird auftreten und weiden in der Kraft des HERRN und in der Macht des Namens des HERRN, seines Gottes. Und sie werden sicher wohnen; denn er wird zur selben Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist. 4 Und er wird der Friede sein.

Evangelium Lukas 2,15-20

15 Als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. 16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. 17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. 18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. 19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. 20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Predigttext Hesekiel 37,24-28

Mein Knecht David soll ihr König sein und der einzige Hirte für sie alle. Und sie sollen wandeln in meinen Rechten und meine Gebote halten und danach tun. ... 26 Und ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der soll ein ewiger Bund mit ihnen sein. Und ich will sie erhalten und mehren, und mein Heiligtum soll unter ihnen sein für immer. 27 Meine Wohnung soll unter ihnen sein, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein, 28 damit auch die Völker erfahren, dass ich der HERR bin, der Israel heilig macht, wenn mein Heiligtum für immer unter ihnen sein wird.

Predigtidee


  • David soll ihr König sein - Jesus ist der "Sohn" Davids
  • sie sollen wandeln in meinen Rechten und meine Gebote halten und danach tun
  • Bund des Friedens
  • ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk
  • damit auch die Völker erfahren, dass ich der HERR bin