Freitag, 26. Juni 2015

4. Sonntag nach Trinitatis

28. Juni 2015

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 4. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.47. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Wochenspruch:

Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. (Gal 6,2)

Wochenlieder:

Mir ist Erbarmung widerfahren (EG 355)
Lass die Wurzel unsres Handelns Liebe sein (EG 417)
Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen (NB-EG 612)

Lieder für den Gottesdienst

EG 449,1,8,12 Die güldne Sonne
EG 395,1-3 Vertrau den neuen Wegen
EG 652 Ich glaube an Gott den Vater
EG 412,1,2,4,8 So jemand spricht
EG 425,1-3 Gib uns Frieden jeden Tag

Weitere Liedvorschläge finden sich auf der Seite "Das Kirchenjahr"

Epistel Röm 14, 10-13

Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. 11 Denn es steht geschrieben (Jesaja 45,23): "So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir sollen sich alle Knie beugen, und alle Zungen sollen Gott bekennen." 12 So wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben. 13 Darum lasst uns nicht mehr einer den andern richten; sondern richtet vielmehr darauf euren Sinn, dass niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis bereite.

Evangelium und Predigttext Lk 6, 36-42

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. 37 Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. 38 Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen.

39 Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? 40 Der Jünger steht nicht über dem Meister; wenn er vollkommen ist, so ist er wie sein Meister.

41 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? 42 Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!

Predigtideen


  • Einer trage des anderen Last

Wochenspruch: Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. - Ehepaare wählen diesen Vers des öfteren als Trauspruch. Wollen zueinander stehen in den guten wie auch in den bösen Tagen, bis dass der Tod sie scheidet.

  • Wenn jeder an sich selber denkt

Was in der Ehe vielleicht noch gelingt, hat sich aus unserer Gesellschaft längst verabschiedet: Wenn jeder an sich selber denkt ist an alle gedacht.

Musikgruppe SDP (Stonedeafproduction):
Was interessiern mich die Probleme von den Andern,
das sind viel zu viele, ey, wo soll ich denn da anfang'n?
Ich helf nur mir selber
wenn jeder an sich denkt ist an alle gedacht

  • Wir sind allesamt Sünder

Jesus will uns deutlich machen, dass wir alle unsere Fehler haben. Leider neigen wir dazu, eher die Fehler der anderen zu sehen und dann auch deutlich anzusprechen. Unsere eigenen Schwachpunkte lassen wir gern außer Acht. Wir wundern uns und sind oft auch empört, wenn andere genau diese Unarten ansprechen und uns damit konfrontieren. Aber genauso ist das, sagt uns Jesus, "denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen" (V 38). - Wir sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den wir bei Gott haben sollten - in Anlehnung an Röm 3,23.

  • Aktuelles

Die Lage heute am 26.06.2015 (aus focus.de)

Blutiger Freitag: Terror auf drei Kontinenten erschüttert Menschen weltweit
Drei Terror-Anschläge an einem Tag. Getötete Touristen in  Tunesien, ermordete Moschee-Besucher in Kuwait und ein Anschlag auf  ein Gaswerk in Südfrankreich.

Dazu der Dauerbrenner:
Europa ist kaputt – und unsere Politiker sind schuld daran

Griechenland vor Euro-Aus - Genug ist genug! Warum der Stopp der Griechen-Hilfen der einzig richtige Schritt ist.


  • Jesuszitate

- Aus dem Predigttext:
Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben ...

- Aus der Bergpredigt: Vom Vergelten (Mt 5)
38 Ihr habt gehört, dass gesagt ist (2.Mose 21,24): »Auge um Auge, Zahn um Zahn.« 39 Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. 40 Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. 41 Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei. 42 Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.

- Aus der Bergpredigt: Von der Feindesliebe (Mt 5)
43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« (3.Mose 19,18) und deinen Feind hassen. 44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen2, 45 damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 46 Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? 47 Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? 48 Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.

- Aus der Bergpredigt: Vom Richtgeist (Mt 7)
1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. 2 Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.

Damit sind wir wieder beim Predigttext und bei dem Gedanken des Paulus: "Wir sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den wir bei Gott haben sollten."

  • ... dass niemand dem anderen einen Anstoß oder Ärgernis bereite

Mich fasziniert der Schlusssatz der Epistel. Paulus spielt mit der Bedeutung des Wortes "richten". "... lasst uns nicht mehr einer den andern richten; sondern richtet vielmehr darauf euren Sinn, dass niemand seinem Bruder - und seiner Schwester - einen Anstoß oder Ärgernis bereite." Dem anderen keinen "Anstoß oder Ärgernis" bieten, ist das ein Weg, der uns aus den aktuellen Problemen führen kann?

Wir werden damit die aktuellen Probleme nicht lösen, aber in unserem Umfeld können wir beginnen und versuchen, einander keinen Anstoß mehr zu geben.

Donnerstag, 4. Juni 2015

1. Sonntag nach Trinitatis

7. Juni 2015

Ich habe zwar an diesem Sonntag keinen Dienst, aber trotzdem beschäftigt mich der Predigttext für diesen Sonntag. Deshalb stelle ich hier ein paar Notizen ein.

In der Gustav-Adolf-Kirche wird übrigens der Partnerschaftsgottesdienst gefeiert.
Ich lade herzlich dazu ein!

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 1. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.44. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Wochenspruch:

Christus spricht zu seinen Jüngern: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich. (Lk 10, 16)

Wochenlied:

Nun bitten wir den Heiligen Geist (EG 124)

Weitere Liedvorschläge finden sich auf der Seite "Das Kirchenjahr"

Evangelium und Predigttext

Es geht um die bekannte Geschichte aus dem Lukasevangelium (16, 19-31) vom armen Lazarus und dem reichen Mann, vor dessen Tür Lazarus sein Leben fristet, bis er stirbt und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wird. Der Reiche stirbt auch und wird begraben. Die Bibel hält dann fest, als hätte es gar keine andere Alternative gegeben: "Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß."

http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AMeister_des_Codex_Aureus_Epternacensis_001.jpg
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/64/Meister_des_Codex_Aureus_Epternacensis_001.jpg
von Meister des Codex Aureus Epternacensis [Public domain], via Wikimedia Commons

Es entspinnt sich ein Gespräch zwischen dem Reichen und Abraham. Als jenem klar wird, welche unumkehrbare Folge sein Leben in Saus und Braus ohne Gedanken an die anderen und ohne Rücksichtnahme hat, überkommt ihn der Gedanke an seine Brüder, die ebenso leben wie er es getan hat.

In seiner Not wendet sich der Reiche an Abraham: "So bitte ich dich, Vater, dass du ihn (Lazarus) sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual."

Sie haben Mose und die Propheten ...

Die Antwort Abrahams lässt aufhorchen: "Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören." - Mose und die Propheten, das ist eine Redewendung, die immer wieder vorkommt; Mose als derjenige, der Gottes gutes Gebot den Menschen bringt, die Propheten, die immer wieder kritisch ihre Zeitgenossen, insbesondere aber die politische Elite, beobachten und von ihnen einfordern, dass Gottes Gebot auch gelebt wird. Wenn die Menschen in ihrem Leben dem folgten, so kann man Abrahams Antwort zusammenfassen, dann müssten wir nach dem Tode nicht über einen Ort wie die "Hölle" nachdenken. Gäbe es keine "Hölle auf Erden", würde sich die im Jenseits von selbst erledigt.

Dem Reichen gibt diese Sicht der Dinge keine Ruhe. Er kennt seine Brüder - und er weiß, wie er selbst gelebt hat: am Sabbat in die Synagoge, einmal im Jahr nach Jerusalem in den Tempel gepilgert, fromm die Hände gefaltet - und ansonsten lässt man den lieben Gott einen guten Mann sein. So ist das eben - und so wird es immer sein.

Deshalb insistiert der Reiche auch noch einmal: "Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun." Dieses Wunder müsste geschehen! Auf einen, den sie begraben haben, auf den würden sie hören, wenn er wieder im Leben erscheint.

... sie werden sich auch nicht überzeugen lassen, selbst wenn jemand von den Toten auferstünde ...

Die Antwort Abrahams ist ganz nüchtern: "Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde." - Wir Christen glauben, dass einer von den Toten auferstanden ist! Hat das Konsequenzen? Hören wir auf Gottes Wort, wie es bezeugt ist durch Mose und die Propheten?

Mose und die Propheten ...

Abschließend sollen diese beiden zu Worte kommen

Nachdem Mose seinem Volk Israel die guten Gebote Gottes, die Regeln für ein gelingendes Leben vorgestellt hat, zeigt er den Menschen, dass sie sich jetzt entscheiden müssen:

Siehe, ich habe dir heute vorgelegt das Leben und das Gute, den Tod und das Böse. Wenn du gehorchst den Geboten des HERRN, deines Gottes, die ich dir heute gebiete, dass du den HERRN, deinen Gott, liebst und wandelst in seinen Wegen und seine Gebote, Gesetze und Rechte hältst, so wirst du leben und dich mehren, und der HERR, dein Gott, wird dich segnen in dem Lande, in das du ziehst, es einzunehmen. Wendet sich aber dein Herz und du gehorchst nicht, sondern lässt dich verführen, dass du andere Götter anbetest und ihnen dienst, so verkünde ich euch heute, dass ihr umkommen und nicht lange in dem Lande bleiben werdet, in das du über den Jordan ziehst, es einzunehmen. Ich nehme Himmel und Erde heute über euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, damit du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen,  indem ihr den HERRN, euren Gott, liebt und seiner Stimme gehorcht und ihm anhangt. Denn das bedeutet für dich, dass du lebst und alt wirst und wohnen bleibst in dem Lande, das der HERR deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen zu geben. (5. Mose 30,15-20)

Gleich der erste König, den Israel hat, muss vom Propheten Samuel, der ihn in gottes Namen berufen und gesalbt hat, zurecht gewiesen und an Gottes Weisung erinnert werden.

Samuel aber sprach zu Saul: Meinst du, dass der HERR Gefallen habe am Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme des HERRN? Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern. (1. Sam 15,22)

Der Prophet Micha benennt das, was Gott von allen Menschen sich wünscht, so: 

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Micha 6,8)

... auferstanden von den Toten ...

Wenn wir sonntags und auch sonst unseren Glauben an den bekennen, der von den Toten auferstanden ist, Jesus Christus, Gottes Sohn, unser Herr und Bruder, dann lasst uns auch hören, was Mose und die Propheten gesagt haben!

Samstag, 16. Mai 2015

Pfingsten

24. Mai 2015

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Pfingstsonntag unter der Nummer 954.41. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Wochenspruch:

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. (Sach 4, 6)

Wochenlied:

Komm, Heiliger Geist, Herre Gott (EG 125)

136,1.3.4.7 - O komm, du Geist der Wahrheit
747 - Psalm 118
129,1-3 - Freut euch, ihr Christen alle
200,1.2.4 - Ich bin getauft auf deinen Namen
130,1-3 - O Heilger Geist kehr bei uns ein
501,1-4 - Wie lieblich ist der Maien

Weitere Liedvorschläge finden sich auf der Seite "Das Kirchenjahr"

Epistel Apg 2, 1-18

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. 2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3 Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen,* wie der Geist ihnen gab auszusprechen. 5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. 6 Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. 7 Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? 8 Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? 9 Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, 10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, 11 Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden. 12 Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? 13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.

14 Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und laßt meine Worte zu euren Ohren eingehen! 15 Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage; 16 sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3,1-5): "17 Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; 18 und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. 19 Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; 20 die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe der große Tag der Offenbarung des Herrn kommt. 21 Und es soll geschehen: wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden."

Predigt


3 Gedanken


1. Fortsetzung der Pfingstgeschichte 

Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus von Nazareth, von Gott unter euch ausgewiesen durch Taten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst - ... den hat Gott auferweckt und hat aufgelöst die Schmerzen des Todes, wie es denn unmöglich war, dass er vom Tode festgehalten werden konnte. ... dessen sind wir alle Zeugen. ...

37 Als sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? 38 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. ...

2. Taufe im Pfingstgottesdienst

Glaubst Du an Gott, den Vater, den Schöpfer aller Dinge?
- Ja, ich glaube.
Glaubst Du an Jesus Christus, Gottes Sohn, unsern Herrn, auferstanden von den Toten?
- Ja, ich glaube.
Glaubst Du an den Heiligen Geist, der lebendig macht?
- Ja, ich glaube.

Der Taufspruch lautet: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furch, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2. Tim 1,7)

Dazu einige weitere Verse zum Geist Gottes und seinem Wirken:

Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. (Eph 5,9)

Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, 23 Sanftmut, Besonnenheit. (Gal 5,22)

Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! (Röm 8,15)

3. Das Evangelium des Pfingstsonntags - Joh 14, 23-27

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. 24 Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat.

25 Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. 26 Aber der Tröster, der heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

27 Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

Gott möge uns seinen Heiligen Geist und seinen reichen Segen geben, damit wir sein Wort in der Welt bezeugen können. Dann kann es wieder licht und hell werden. Denn:

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furch, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Sonntag, 10. Mai 2015

Himmelfahrt

14. Mai 2015

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Himmelfahrtstag unter der Nummer 954.39. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Wochenspruch:

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen. (Joh 12, 32)

Wochenlied:

Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du gen Himmel g'fahren bist (EG 121)

Gottesdienstablauf


  • Just for Fun: Wie Christus mir - so ich dir
  • Begrüßung
  • 501,1-4 - Wie lieblich ist der Maien 
  • 726 - Psalm 47 - Gott ist König über die ganze Erde
  • Gloria Patri
  • Aufforderung zum Kyrie
  • Kyrie eleison (EG 178.9)
  • Aufforderung zum Gloria
  • Just for Fun - I sing holy
  • Kollektengebet
  • Epistel-Lesung: Apg 1,3-4.8-11
  • 269,1-5 (M: 103) - Christus ist König, jubelt laut
  • Evangelium: Lukas 24,44-53
  • Credo
  • Just for Fun: Du bist da, wo Menschen leben
  • Predigt (Pn. Valerius)
  • Just for Fun: Nehmt einander an
  • Abkündigungen
  • 503,1.2.8.13.14 - Geh aus mein Herz
  • Fürbitten; dazu: EG 132 - Ihr werde die Kraft des Heiligen Geistes empfangen
  • Vater Unser
  • Segen - Pn. Valerius und P. Krüger gemeinsam
  • Klaviernachspiel


Weitere Liedvorschläge findet man auf der Seite "Das Kirchenjahr"

Psalm 47 - EG 726 - Gott ist König über alle Völker

2 Schlagt froh in die Hände, alle Völker,
und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!

6 Gott fährt auf unter Jauchzen,
der HERR beim Hall der Posaune.

7 Lobsinget, lobsinget Gott,
lobsinget, lobsinget unserm Könige!

8 Denn Gott ist König über die ganze Erde;
lobsinget ihm mit Psalmen!

9 Gott ist König über die Völker,
Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.

10 Die Fürsten der Völker sind versammelt
als Volk des Gottes Abrahams;

denn Gott gehören die Starken auf Erden;
er ist hoch erhaben.

Epistel: Apg 1, 3-4 (5-7) 8-11

Den ersten Bericht habe ich gegeben, lieber Theophilus, von all dem, was Jesus von Anfang an tat und lehrte 2 bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den heiligen Geist Weisung gegeben hatte. 3 Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. 4 Und als er mit ihnen zusammen war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr, so sprach er, von mir gehört habt; 5 denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.

6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? 7 Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; 8 aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.

9 Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. 10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. 11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Evangelium: Lk 24, (44-49) 50-53

Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. 45 Da öffnete er ihnen das Verständnis, so dass sie die Schrift verstanden, 46 und sprach zu ihnen: So steht's geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; 47 und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Fangt an in Jerusalem, 48 und seid dafür Zeugen. 49 Und siehe, ich will auf euch herabsenden, was mein Vater verheißen hat. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis ihr ausgerüstet werdet mit Kraft aus der Höhe.

50 Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. 51 Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. 52 Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude 53 und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

Dienstag, 28. April 2015

Rogate

10.05.2015

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Rogate unter der Nummer 954.38. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr". Hier kann man zum Sonntagsnamen dies lesen: "Der Name dieses Sonntags rührt von den Bittumgängen her, die in vergangener Zeit (und manchenorts noch heute) auf den Feldern für eine gute Ernte vollzogen wurden. Diese Bittumgänge begannen am Sonntag Rogate (= Betet!) und wurden in der damit beginnenden Woche fortgeführt."

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Wochenspruch:

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Ps 66, 20)

Wochenlied:

Zieh ein zu deinen Toren (EG 133) oder
Vater unser im Himmelreich (EG 344)
Liedvorschläge findet man auf der Seite "Das Kirchenjahr"

Vorüberlegungen

Wenn sich jetzt an diesem Wochenende des Ende des 2. Weltkrieges zum 70. Mal jährt, können beim Gemeindegesang Lieder aus den 1930er/40er Jahren gesungen werden. Zu den prominentesten Liederdichtern gehören Jochen Klepper (Lieder im Evangelischen Gesangbuch EG 16, 50, 64, 208, 239, 379, 380, 452, 453, 457, 486, 532), Dietrich Bonhoeffer (Lied im EG 65) und Rudolf Alexander Schröder (Lieder im EG 184, 378, 487).

Ich habe jetzt folgende Lieder für den Gottesdienst ausgesucht:

452,1-3 Er weckt mich alle Morgen (Jochen Klepper; 1938)
730 - Psalm 67
133,1.5.9.10 Zieh ein zu meinen Toren (Paul Gerhardt; 1653)
184 Wir glauben Gott im höchsten Thron (Rudolf Alexander Schröder; 1937)
58,1.7-14 Nun lasst uns gehn und treten (Paul Gerhardt; 1653 - der Fürbittenteil war ausschlaggeben für die Liedauswahl)
65,1.2.4.7 Von guten Mächten (Dietrich Bonhoeffer; 1944)


Daneben müssen aber auch weitere Liederdichter genannt werden. Petra Heidemann hat mir die nachfolgende Liste zukommen lassen:

Kurt Müller-Osten

  • EG 51 Also liebt Gott die arge Welt (1939/1950) 
  • EG 359 In dem Herren freuet euch (1941)

Friedrich von Bodelschwingh

  • EG 93 Nun gehören unsre Herzen (1938)
  • EG 542 Aus tausend Traurigkeiten (1945)

Helmut Bornefeld 

  • EG 173 Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang (1947)

Arno Pötsch 

  • EG 224 Du hast zu deinem Abendmahl (1941/1947) 
  • EG 408 Meinem Gott gehört die Welt (1934/1949) 
  • EG 533 Du kannst nicht tiefer fallen als bis in Gottes Hand (1941) 
  • EG 633 Herr Gott, gib uns das täglich Brot (1948)

Wilhelm Vischer 

  • EG 271 Wie herrlich gibst du, Herr, dich zu erkennen (1944)

Heinrich Vogel 

  • EG 292 Das ist mir lieb, dass du mich hörst (1948)

Paul Ernst Ruppel 

  • EG 310 Meine Seele erhebt den Herren (1938)
  • EG 339 Mein Herz ist bereit, Gott (1937)
  • EG 456 Vom Aufgang der Sonne (1938)

Paul Kaestner 

  • EG 417 Lass die Wurzel unseres Handelns Liebe sein (1921)

Albert Thate 

  • EG 483 Herr, bleibe bei uns (1935)

Otto Riethmüller

  • EG 485 Du Schöpfer aller Wesen (1934)
  • EG 602 Herr, wir stehen Hand in Hand (1932)

Christian Lahusen 

  • EG 493 Eine ruhige Nacht (1946 / 1948)

Karl Budde 

  • EG 514 Gottes Geschöpfe kommt zuhauf (1929)

Georg A. Kempf

  • EG 584 Singt dem Herrn ein neues Lied (1941)

Gerhard Fritzsche

  • EG 630 Gelobt sei deine Treu (1938)

Wilhelm Thomas 

  • EG 636 Des Tages Glanz erloschen ist (1930/1952)


70 Jahre nach dem Kriegsende kann man im Gottesdienst vielleicht auch auf das Stuttgarter Schuldbekenntnis eingehen. Es gewinnt in der gegenwärtigen Situation erneut Bedeutung - auch im Hinblick auf die Epistel, wo es heißt, "dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit ..." Beten und bitten wir - und handeln dann auch so - , dass wir vergleichbare Worte nicht vor unseren Kindern und Enkeln und Urenkeln sprechen müssen, wenn die uns fragen, was wir mit unserer Welt gemacht haben.

Stuttgarter Schuldbekenntnis

„Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland begrüßt bei seiner Sitzung am 18./19. Oktober 1945 in Stuttgart Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen. Wir sind für diesen Besuch um so dankbarer, als wir uns mit unserem Volk nicht nur in einer großen Gemeinschaft der Leiden wissen, sondern auch in einer Solidarität der Schuld. Mit großem Schmerz sagen wir:

Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden. Was wir unseren Gemeinden oft bezeugt haben, das sprechen wir jetzt im Namen der ganzen Kirche aus: Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.

Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang gemacht werden. Gegründet auf die Heilige Schrift, mit ganzem Ernst ausgerichtet auf den alleinigen Herrn der Kirche, gehen sie daran, sich von glaubensfremden Einflüssen zu reinigen und sich selber zu ordnen. Wir hoffen zu dem Gott der Gnade und Barmherzigkeit, dass er unsere Kirchen als sein Werkzeug brauchen und ihnen Vollmacht geben wird, sein Wort zu verkündigen und seinem Willen Gehorsam zu schaffen bei uns selbst und bei unserem ganzen Volk.

Dass wir uns bei diesem neuen Anfang mit den anderen Kirchen der ökumenischen Gemeinschaft herzlich verbunden wissen dürfen, erfüllt uns mit tiefer Freude.

Wir hoffen zu Gott, dass durch den gemeinsamen Dienst der Kirchen, dem Geist der Gewalt und der Vergeltung, der heute von neuem mächtig werden will, in aller Welt gesteuert werde und der Geist des Friedens und der Liebe zur Herrschaft komme, in dem allein die gequälte Menschheit Genesung finden kann.

So bitten wir in einer Stunde, in der die ganze Welt einen neuen Anfang braucht: Veni, creator spiritus!“

Epistel: 1. Tim 2, 1-6a

1 So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, 2 für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. 3 Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, 4 welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 5 Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, 6 der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung.

Evangelium: Joh 16, 23b-28 (29-32) 33

23 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben. 24 Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei.

25 Das habe ich euch in Bildern gesagt. Es kommt die Zeit, dass ich nicht mehr in Bildern mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. 26 An jenem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten will; 27 denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin. 28 Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.

29 Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und nicht mehr in Bildern. 30 Nun wissen wir, dass du alle Dinge weißt und bedarfst dessen nicht, dass dich jemand fragt. Darum glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist. 31 Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubt ihr? 32 Siehe, es kommt die Stunde und ist schon gekommen, dass ihr zerstreut werdet, ein jeder in das Seine, und mich allein laßt. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. 33 Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Predigtgedanken

Anfang des Evangeliums: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben. - Stimmt das?

Ein Sprichwort: Not lehrt Beten! - Stimmt das?

Beten wir überhaupt noch? Sind wir im Zwiegespräch mit Gott? Beziehen wir Gott in unsere wichtigen Entscheidungen mit ein?

Aber: Gott will unser Gebet!

Mt 7,7 Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.

Von der bittenden Witwe (Lk 18,1-8)

1 Er sagte ihnen aber ein Gleichnis darüber, dass sie allezeit beten und nicht nachlassen sollten, 2 und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete sich nicht vor Gott und scheute sich vor keinem Menschen. 3 Es war aber eine Witwe in derselben Stadt, die kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher! 4 Und er wollte lange nicht. Danach aber dachte er bei sich selbst: Wenn ich mich schon vor Gott nicht fürchte noch vor keinem Menschen scheue, 5 will ich doch dieser Witwe, weil sie mir so viel Mühe macht, Recht schaffen, damit sie nicht zuletzt komme und mir ins Gesicht schlage. 6 Da sprach der Herr: Hört, was der ungerechte Richter sagt! 7 Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er's bei ihnen lange hinziehen? 8 Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze. Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden?

Was vermag das Gebet?

Mt 17,20 Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.

Mk 9,23 Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst - alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. 24 Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

Joh 14,13 Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn.

1. Joh 5,14 Und das ist die Zuversicht, die wir haben zu Gott: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns.

Warum gelingt Beten so wenig?

Mk 11,22 Und Jesus ... sprach zu seinen Jüngern: Habt Glauben an Gott! 23 Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Heb dich und wirf dich ins Meer!, und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, dass geschehen werde, was er sagt, so wird's ihm geschehen. 24 Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr's empfangt, so wird's euch zuteil werden. 25-26 Und wenn ihr steht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemanden habt, damit auch euer Vater im Himmel euch vergebe eure Übertretungen.

Mt 5,23 Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, 24 so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe.

Mt 6,14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.

Der Inhalt des Gebetes

So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. (Epistel - 1. Tim 2,1-2)

aus dem Stuttgarter Schuldbekenntnis

"Mit dem Stuttgarter Schuldbekenntnis bekannte die nach dem Zweiten Weltkrieg neugebildete Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) erstmals eine Mitschuld evangelischer Christen an den Verbrechen des Nationalsozialismus. Die Erklärung wurde von den EKD-Ratsmitgliedern Hans Christian Asmussen, Otto Dibelius und Martin Niemöller auf einer Ratstagung in Stuttgart gemeinsam verfasst und dort am 19. Oktober 1945 verlesen. Die Autoren hatten schon in der Bekennenden Kirche Leitungsämter bekleidet." (Wikipedia)

"... Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben."

Was für ein Geist heute herrscht, wird aus einem Leserbrief deutlich, der am vergangenen Mittwoch, 06.05.2015, in der Meppener Tagespost stand. Es ging um "Gewalt gegen Polizisten", aber das spielt für unseren Zusammenhang keine Rolle. Der Verfasser des Leserbriefes schrieb: "... Nun leben wir aber in einer Wertewelt des Abendlandes, was auch gut so ist. Sperrstundenverlängerung oder -anschaffung stellt einen wirtschaftlichen Eingriff dar. Allein das Tabakverbot hat in so mancher alteingesessenen Kneipe Pächter oder Besitzer an den Rand ihrer Existenz gerückt. Für Nachtbummler wird ein Gaststättenbesuch durch ein Zeitlimit an die alten englischen Verhältnisse: 'Last Order, please.' erinnern, es wäre eine ungewohnte Einschränkung von Lebensqualität ..." (Meppener Tagespost vom 06.05.2015 - Seite 8)

Wenn ich nun meine Schlussfolgerungen aus diesen Formulierungen ziehe, überspitze ich zugegebenermaßen sehr, aber ich denke, dass ich im Kern die Aussage treffe. An der ersten Stelle der "Wertewelt des Abendlandes" stehen die wirtschaftlichen und individuellen Entfaltungsmöglichkeiten. Die Gesundheit von Menschen - Tabakverbot, Alkoholkonsum und die daraus resultierende Gewalt gegen Polizisten oder andere Mitbürger - ist da kein Argument. Der einzelne muss sich frei entfalten können. So etwas nennt man dann "Lebensqualität".

Zurück zum Stuttgarter Schuldbekenntnis: "... Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang gemacht werden. Gegründet auf die Heilige Schrift, mit ganzem Ernst ausgerichtet auf den alleinigen Herrn der Kirche, gehen sie daran, sich von glaubensfremden Einflüssen zu reinigen und sich selber zu ordnen. ..."

Im Konfirmandenunterricht sprechen wir gerade über die Zehn Gebote. In der nächsten Stunde wird es darum gehen, was uns die Gebote heute sagen. Insbesondere werden wir überlegen, wie wir das erste Gebot deuten können: "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir." - Martin Luther hat einmal gesagt: "Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott."

Noch einmal das Stuttgarter Schuldbekenntnis: "... Wir hoffen zu Gott, dass durch den gemeinsamen Dienst der Kirchen, dem Geist der Gewalt und der Vergeltung, der heute von neuem mächtig werden will, in aller Welt gesteuert werde und der Geist des Friedens und der Liebe zur Herrschaft komme, in dem allein die gequälte Menschheit Genesung finden kann.

So bitten wir in einer Stunde, in der die ganze Welt einen neuen Anfang braucht:
Veni, creator spiritus!“ - Komm, Schöpfer Geist!

Müssen ich noch etwas hinzufügen?

Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben.

Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.

Wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, 24 so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe und bete.

Amen.

Konfirmationen am 25. und 26. April 2015

Am Samstag und am Sonntag feierten wir zwei schöne Konfirmationsgottesdienste. Am Samstag empfingen 18 Jugendliche, am Sonntag 7 Jugendliche Gottes Segen.

Fotorechte: Fotostudio Prasch - Meppen - http://www.foto-prasch.de/
(dort können die Bilder auch nachbestellt werden).
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Jubilate

Die Konfirmationsfeiern fielen auf das Wochenende des Sonntags "Jubilate". Dazu will ich hier kurz ein paar Anmerkungen machen.

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Jubilate unter der Nummer 954.36. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Der Sonntagsname leitet sich vom lateinischen Pslamvers „Jubilate Deo, omnis terra.“ (Ps 65,1 - Vulgata) ab. Luther übersetzt „Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde!“ (Psalm 66,1) Es geht also um den Jubel der Christen über Gottes Wunder.

Das Evangelium nimmt dieses Anliegen nicht unbedingt auf. Hier wird eine kurze Rede Jesu wiedergegeben. Jesus vergleicht sich mit einem Weinstock, an dem die Gemeindeglieder wie die Reben wachsen und aus dem Weinstock Kraft beziehen. Wie am Sonntag vorher formuliert Jesus hier eines seiner bekannten "Ich-bin-Worte": Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. (Vers 5) Dieses Wort passt natürlich optimal zur Konfirmation.

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Wochenspruch:

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Kor 5, 17)

Lieder: 


  • Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren
  • Vater, deine Liebe
  • Ich sing dir mein Lied
  • Vergiss es nie
  • Von guten Mächten treu und still umgeben
  • Gib uns Frieden jeden Tag
  • Möge die Straße

Die Konfirmationsgottesdienste

Im Team mit einigen Konfirmandinnen und Konfirmanden hatte ich die Gottesdienste vorbereitet. Die Jugendlichen hatten aus ihren Fotoalben Bilder von der Taufe bis zum jetzigen Zeitpunkt ausgesucht, mit deren Hilfe wir den Lebensweg der Jugendlichen beschreiben konnten.

In der Vorbereitung waren wir auch der Frage nachgegangen, warum die Jugendlichen sich Konfirmieren lassen. Hier die Antworten:

"Unsere Familien kommen zusammen und wir feiern ein schönes Fest. Wir bestätigen noch einmal unsere Taufe. Wir haben uns im Konfirmandenunterricht unsere Gedanken gemacht und sagen selbst, dass wir zur Kirche gehören wollen. Uns selbst hat die Gemeinschaft untereinander viel Spaß gemacht, Lieder singen, und wir wollen auch die eine oder andere Aufgabe übernehmen. Und dass es dann bei der Konfirmation Geschenke gibt, finden wir auch nicht schlecht."

Und wie geht es dann nach der Konfirmation weiter? Welche Wünsche oder Träume habt Ihr?

  • Die einen von uns wollen schon mit 16-einhalb Jahren den Führerschein machen, damit sie beim begleiteten Fahren mitmachen können. Andere machen den Führerschein dann mit 18 Jahren
  • Für uns alle steht nach wie vor die Schule an, zunächst der Abschluss nach der 10. Klasse in der Haupt- und in der Realschule. Einige wollen dann weitergehen und zusammen mit den andern das Abitur machen. 
  • Eine von uns möchte für ein Jahr in die USA gehen und dann hier in Deutschland die 10. Klasse noch einmal wiederholen. 
  • Nach den Schulabschlüssen steht die Ausbildung an: Einzelhandelskaufmann, Maurerlehre, Hotelfachfrau, Erzieher waren die ersten Ideen. Ein Traum wäre noch der Beruf des Fußballprofis.
  • Viele wollen nach der Ausbildung aber auch noch studieren: fürs Lehramt an der Grundschule oder für die weiterführenden Schulen mit Englisch, Physik, Chemie - andere Studienfächer waren Architektur, Management und Psychologie. Auch das Medizinstudium bei der Bundeswehr war eine Option.
  • Ein Traum wäre es noch, das eigene Haus selbst zu bauen 

Es ist gut zu sehen, welche Pläne junge Leute haben. Auf diesem zukünftigen Weg sollen die Jugendlichen auch die Bibelworte begleiten, die sie sich als Konfirmationsspruch ausgesucht hatten. Am Samstag hatte ich aus allen Bibelworten die Kernsätze herausgezogen und den jungen Leuten mit auf den Weg gegeben, am Sonntag waren es dann die Konfirmationssprüche insgesamt, weil es wesentlich weniger Konfirmanden waren. 

Stichworte am Samstag

Voraussetzung

  • Gott ist die Liebe
  • Gott hat seinen Engeln befohlen
  • Gott ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz

Unser Glaube

  • Glaube, Hoffnung, Liebe
  • Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

Was wir empfangen

  • Gesegnet sei der Mensch, der sich auf den HERRN verlässt
  • … bei dir ist die Quelle des Lebens
  • … selig werden
  • … die Krone des Lebens geben
  • Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben.

Was wir tun

  • Was der Mensch sät, das wird er ernten.

Wer uns die Richtung zeigt

  • Ich bin das Licht der Welt.

Unsere Zeit

  • Meine Zeit steht in deinen Händen

Der Vater im Himmel

  • Bittet, … suchet, … klopfet an ...

Und am Ende

  • Ich bin die Auferstehung und das Leben

Stichworte am Sonntag

Voraussetzung

  • Christus spricht: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. (Joh 15,5)

Unsere Antwort auf Gott

  • Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft.  Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz, dass ich gewiss nicht fallen werde. (Ps 62,2-3)
  • Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. (5. Mose 6,5)

Was wir tun

  • Was der Mensch sät, das wird er ernten. (Gal 6,7)

Gott darf uns beobachten

  • Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich`s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. (Ps 139,23-24)

Christ und Politik

Jesus erklärt Petrus in einem Gespräch, wo es um die Steuern an den verhassten römischen Staat geht: 
  • Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben, geh hin an den See und wirf die Angel aus, und den ersten Fisch, der heraufkommt, den nimm; und wenn du sein Maul aufmachst, wirst du ein Zweigroschenstück finden; das nimm und gib's ihnen für mich und dich. (Mt 17,27)

Auf immer und ewig

  • Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28,20)
Fast alle Konfis - fotografiert am Samstag
Fotorechte: Fotostudio Prasch - Meppen - 
http://www.foto-prasch.de/ 
(dort können die Bilder auch nachbestellt werden).

Sonntag, 5. April 2015

Quasimodogeniti

12.04.2015


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Quasimodogeniti unter der Nummer 954.34. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr". Hier kann man zum Sonntagsnamen dies lesen: "Der Name des Sonntags Quasimodogeniti leitet sich vom Beginn der früheren lateinischen Antiphon ab: Quasi modo geniti infantes, Halleluja, rationabile, sine dolo lac concupiscite. (1. Petr 2, 2; deutsch: Wie die neugeborenen Kindlein seid begierig nach der vernünftigen, lauteren Milch)."

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Wochenspruch:

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (1. Petr 1,3)

Wochenlied:

Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand (EG 102 - Text und Melodie sind mir überhaupt nicht geläufig, obwohl das Lied von Luther stammt)

103,1-6 - Gelobt sei Gott im höchsten Thron
705 - Psalm 8 - Was ist der Mensch, dass Du seiner gedenkst
115,1.5.6 - Jesus lebt, mit ihm auch ich
65,1-4 - Von guten Mächten
65,5-7 - Lass warm und hell die Kerzen heute flammen
117,1-3 - Der schöne Ostertag
100,1-5 - Wir wollen alle fröhlich sein

weitere Liedvorschläge findet man auf der Seite "Das Kirchenjahr"

Epistel: 1. Petr 1, 3-9

Gott gebe euch viel Gnade und Frieden! 3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, 4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, 5 die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit. 6 Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, 7 damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus. 8 Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, 9 wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.

Dietrich Bonhoeffer

Der lutherische Theologe Dietrich Bonhoeffer wurde am 9. April 1945 auf ausdrücklichen Befehl Hitlers im KZ Flossenbürg ermordet. Er war ein profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und beteiligte sich am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Deswegen war er im April 1943 verhaftet worden.

Da sich die Ermordung Bonhoeffers in dieser Woche zum 70. Mal jährt, will ich Texte von ihm im Gottesdienst aufnehmen. Bei der Recherche habe ich einen beeindruckenden Text gefunden, den ich bisher nicht kannte.

Stationen auf dem Weg zur Freiheit


Zucht
Ziehst du aus, die Freiheit zu suchen, so lerne vor allem Zucht der Sinne und deiner Seele, dass die Begierden und deine Glieder dich nicht bald hierhin, bald dorthin führen. Keusch sei dein Geist und dein Leib, gänzlich dir selbst unterworfen, und gehorsam, das Ziel zu suchen, das ihm gesetzt ist. Niemand erfährt das Geheimnis der Freiheit, es sei denn durch Zucht.

Tat
Nicht das Beliebige, sondern das Rechte tun und wagen, nicht im Möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen, nicht in der Flucht der Gedanken, allein in der Tat ist die Freiheit. Tritt aus ängstlichem Zögern heraus in den Sturm des Geschehens, nur von Gottes Gebot und deinem Glauben getragen, und die Freiheit wird deinen Geist jauchzend umfangen.

Leiden
Wunderbare Verwandlung. Die starken tätigen Hände sind dir gebunden. Ohnmächtig und einsam siehst du das Ende deiner Tat. Doch atmest du auf und legst das Rechte still und getrost in stärkere Hände und gibst dich zufrieden. Nur einen Augenblick berührtest du selig die Freiheit, dann übergabst du sie Gott, damit er sie herrlich vollende.

Tod
Komm nun, höchstes Fest auf dem Wege zur Freiheit, Tod, leg nieder beschwerliche Ketten und Mauern unsers vergänglichen Leibes und unsrer verblendeten Seele, dass wir endlich erblicken, was uns hier zu sehen missgönnt ist. Freiheit, dich suchten wir lange in Zucht und in Tat und in Leiden. Sterbend erkennen wir nun im Angesicht Gottes dich selbst.

DBW Bd. 8, S. 570 ff.; DBA Bd. 6, S. 187
Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München.

Evangelium und Predigttext: Joh 20, 19-29

Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. 21 Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22 Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den heiligen Geist! 23 Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

24 Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich's nicht glauben. 26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! 27 Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

30 Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. 31 Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

Giovanni Francesco Barbieri [Public domain], via Wikimedia Commons
1. Hälfte 17. Jahrhundert
http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AGuercino_-_Doubting_Thomas_-_WGA10951.jpg
Ich füge dieses Bild von Giovanni Francesco Barbieri hier ein, obwohl mir das Motiv gar nicht gefällt. Aber wenn man im Internet nach Bildern vom "ungläubigen Thomas" sucht, dann findet man diese Darstellung zu Hauf, wo Thomas Jesus die Finger in die Seitenwunde legt, die ihm durch den Lanzenstoß am Kreuz zugefügt wurde. Jesus bot seinem Jünger diesen "Beweis" zwar an, aber Thomas nahm ihn letztendlich nicht an. Vielmehr bekannte er: "Mein Herr und mein Gott!" Dieser Moment wird auf dem nachfolgenden Bild von James Tissot dargestellt.

James Tissot [Public domain], via Wikimedia Commons
zwischen 1886 und 1894
http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ABrooklyn_Museum_-_The_Disbelief_of_Saint_Thomas_(Incredulit%C3%A9_de_Saint_Thomas)_-_James_Tissot.jpg


Leider reichte die Zeit im Gottesdienst nicht mehr, dieses großartige Gedicht vorzutragen. Aber im Verlauf des Kirchenjahres gibt es ja auch noch andere Gelegenheiten.

"Wer bin ich?"

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich trete aus meiner Zelle
gelassen und heiter und fest
wie ein Gutsherr aus seinem Schloss.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich spräche mit meinen Bewachern
frei und freundlich und klar,
als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch,
ich trüge die Tage des Unglücks
gleichmütig, lächelnd und stolz,
wie einer, der siegen gewohnt ist.

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?
Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,
ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,
hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,
dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,
zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
umgetrieben vom Warten auf große Dinge,
ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,
müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,
matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?

Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!

Dieses Gedicht schrieb Dietrich Bonhoeffer im Militärgefängnis Berlin-Tegel und legte es einem Brief an seinen Freund Eberhard Bethge am 8. Juli 1944 bei. Es ist abgedruckt in Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Hrg. von E. Bethge u.a. (Bd. 8 der Werkausgabe) Ed. Kaiser im Gütersloher Verlagshaus Gütersloh 1998, S. 513