Sonntag, 9. Januar 2022

1. Sonntag nach Epiphanias 2022

9. Januar 2022

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 1. Sonntag nach Epiphanias unter der Nummer 954.14. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Die der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Röm 8, 14)

Wochenlieder:

  • Christus, das Licht der Welt (EG 410)
  • Du höchstes Licht, ewiger Schein (EG 441)

Lieder für den Gottesdienst 

  • 66,1+5 Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude
  • 719 Psalm 36 
  • 200,1+4 Ich bin getauft auf deinen Namen
  • 72,1-3 O Jesu Christe, wahres Licht
  • 74,1+4 Du Morgenstern, du Licht vom Licht
  • 44 O du fröhliche

Psalm 36 

6 HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
7 Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes /
und dein Recht wie die große Tiefe.
HERR, du hilfst Menschen und Tieren.
8 Wie köstlich ist deine Güte, Gott,
dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
9 Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses,
und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.
10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht.

Evangelium Mt 3,13-17 JESU TAUFE

13 Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. 14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? 15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er’s geschehen.

16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. 17 Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

Predigt Jesaja 42,1-9 - DER KNECHT GOTTES - DAS LICHT DER WELT

In großen Zeitsprüngen nehmen wir wahr, wie Jesus erwachsenen wird. Gerade noch haben wir Weihnachten gefeiert - Krippe und Tannenbaum stehen hier in der Kirche und werden bis zum 30. Januar stehen bleiben - , Donnerstag, am Epiphaniastag, haben wir die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland gehört, die nach Jerusalem kamen, das Kind anzubeten, und heute steht die Taufe Jesu im Mittelpunkt. Anfang 30 wird er gewesen sein, als er von Johannes im Jordan getauft wurde. Für die damalige Zeit durchaus kein junger Mann mehr, sondern einer, der normalerweise in der Mitte seines Lebens stand oder diese auch schon überschritten hatte.

Für jeden, der sich bewusst taufen lässt, ist das ein einschneidendes Ereignis im Leben. Für Jesus muss es ein ganz besonderes gewesen sein, denn bei seiner Taufe hörte er Gottes Stimme: “Du bist mein lieber Sohn” - so überliefern es die Evangelisten Markus und Lukas. Matthäus geht einen Schritt weiter. “Dies ist mein lieber Sohn.” Damit hören es alle, die bei der Taufe anwesend waren. 

Der Evangelist Johannes formuliert so ähnlich wie Matthäus. Der Evangelist lässt den Täufer sagen: “32 … Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. 33 Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich gesandt hat zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf welchen du siehst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist's, der mit dem Heiligen Geist tauft. 34 Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn.” (Joh 1,32ff)

Mit seiner Taufe stellt sich Jesus einerseits ganz an die Seite von uns Menschen. Als der Täufer Johannes zögert, Jesus zu taufen, da antwortet der ihm: “Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen.” Andererseits wird sich Jesus in der Taufe seines göttlichen Auftrags bewusst. Durch die Gabe des Heiligen Geistes - Jesus, und wohl auch die Umstehenden, sehen dies in der Begegnung mit der Taube - durch die Gabe des Heiligen Geistes gehört Jesus ganz auf die Seite Gottes. 

Sicherlich hat er sich als Kind, als Jugendlicher und als junger Erwachsene mit dem Glauben beschäftigt und die schriften des Ersten Testaments gelesen. Er griff bei seinen Predigten des öfteren auf älteres Erzählgut zurück, um es dann neu zu erzählen - die Geschichte vom Reichen Kornbauern findet sich beispielsweise auch bei Jesus Sirach. Aber über seine Gottesbeziehung in ihrer ganzen Tragweite wird sich Jesus erst mit der Taufe klar geworden sein. Nicht umsonst erzählen die ersten drei Evangelien, dass er anschließend für 40 Tage in die Wüste ging, um über das, was vor ihm lag, nachzudenken. 

Auch die Menschen, die Jesus begegneten, wussten nicht sofort, wo und wie sie ihn einordnen mussten. Die einen meinten: “Siehe, dieser Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!” (Mt 11,19) Denn Jesus war sich nicht zu schade, gerade zu denen zu gehen, die sonst verachtet waren, eben Zöllner und Sünder. Diese Menschen allerdings erlebten in seiner Gegenwart die Nähe Gottes. Und viele begannen in der Folge, ihr Leben neu zu ordnen. Sicherlich gehörten auch die Fischer am See Genezareth nicht zu denen, die gesellschaftlich besonders angesehen waren. Aber gerade hier berief Jesus seine ersten Jünger. Und Petrus, der allererste, wird später bekennen: “Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn.” 

Nachdem Jesus von den Toten auferstanden war, suchten die Menschen in der Heiligen Schrift, im Ersten Testament nach Hinweisen, die das Leben und Sterben des Sohnes Gottes deuten konnten. Insbesondere beim Propheten Jesaja würden sie fündig. Einer dieser Texte ist der, der für den heutigen Tag als ein weiterer Predigttext vorgesehen ist. Jesaja 42,1-9: 

1 Siehe, das ist mein Knecht – ich halte ihn – und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen. 2 Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen. 3 Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus. 4 Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte; und die Inseln warten auf seine Weisung.

Auch wenn es sich fast von selbst versteht, hier noch einmal die Stichworte, die für die Christen das Leben und Wirken Jesu beschreiben: ein Knecht, einer Dienster, begabt mit Gottes Geist, er schreit nicht auf den Gassen, er trägt vielmehr das Recht Gottes zu den Menschen, er wird die Niedergeschlagenen nicht quälen - und selbst wenn es in der Welt einen anderen Anschein hat, Tod und Kreuz behalten nicht das letzte Wort: Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte …

In diesen Tagen der Finsternis - und das meine ich im direkten und auch im übertragenen Sinn - in diesen Tagen zünden wir viele Lichter an. Fast könnte man den Eindruck haben, wir wollten dadurch all unsere Sorgen vertreiben. Aber genau von diesem Licht spricht der Prophet dann auch in Gottes Namen: 

… 6 Ich, der HERR, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand und behüte dich und mache dich zum Bund für das Volk, zum Licht der Heiden, 7 dass du die Augen der Blinden öffnen sollst und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen und, die da sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker. 8 Ich, der HERR, das ist mein Name, ich will meine Ehre keinem andern geben noch meinen Ruhm den Götzen. 

Der Satz, der dann folgt, muss uns aufhorchen lassen: 

9 Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen. 

Konkret für die Zeit des Propheten bedeutete das, dass Israel dunkle Zeiten erlebte, weil man zuvor Gott, sein Wort, sein Gebot links liegen gelassen hatte. Wen interessierte der Heilige Israels noch? Die Rechnung war den Israeliten präsentiert worden. Die äußeren Feinde hatten das Land erobert und die alten Ordnungen zerstört.

9 Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen.

Für die Christen bedeutete dieser Satz: Der von Gott versprochene Retter ist da. In Jesus Christus hat sich erfüllt, was die Propheten angekündigten: Siehe, das ist mein Knecht – ich halte ihn – und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen.

Wenn wir die weihnachtliche Botschaft für uns gelten lassen: “Uns ist der Heiland, der Retter geboren, welcher ist Christus, der Herr in der Stadt Davids!”, wenn wir dies gelten lassen, dann können wir auch den letzten Satz Gottes im Mund seines Propheten Jesaja vernehmen: 

So verkündige ich auch Neues; ehe denn es aufgeht, lasse ich’s euch hören.

Wir haben die Botschaft heute gehört. In der Taufe sagt Gott über Jesus: “Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen haben.” Dieser Satz wird in den kommenden Zeit noch einmal zu hören sein, wenn wir nämlich die Geschichte von der Verklärung Jesu auf dem Berg hören werden. Jesus hat sich mit seinen Jüngern Petrus und Jakobus und Johannes zurückgezogen, um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Da erscheinen ihnen DIE Gestalten des Ersten Testaments: Mose, der seinem Volk die Gebote Gottes brachte, und Elia, der Prophet, der sein Volk immer an Gottes Wort erinnern musste. Und aus dem Himmel ertönt Gottes Stimme wie bei der Taufe: “Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.” Und alle Evangelisten fügen diesen kleinen Satz noch hinzu: “Den sollt ihr hören!”

Nichts anderes wird uns heute gesagt: Auf Jesus Christus sollen wir hören! Dieser Knecht Gottes, dieser Diener, begabt mit Gottes Geist, der schreit nicht auf den Gassen, der trägt vielmehr das Recht Gottes zu den Menschen, der wird die Niedergeschlagenen nicht quälen - und selbst wenn es in der Welt einen anderen Anschein hat, Tod und Kreuz behalten nicht das letzte Wort: Jesus Christus, das Licht in unserer so dunklen Welt, Jesus Christus wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte …

Donnerstag, 6. Januar 2022

Epiphanias 2022

6. Januar 2022

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zu Epiphanias unter der Nummer 954.13. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt. (1. Joh 2, 8)

Wochenlieder:

  • Wie schön leuchtet der Morgenstern (EG 70) oder
  • Stern über Bethlehem (NB-EG 544; HE-EG 542)

Lieder für den Gottesdienst

  • EG 66,1.5 Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden
  • Psalm 72, 1-3.10-12.17b-19
  • EG 52,1-4 Wisst ihr noch, wie es geschehen
  • EG 69,1-3 Der Morgenstern ist aufgedrungen
  • EG 71,1-3 O König aller Ehren
  • EG 44,1-3 O du fröhliche

Evangelium Mt 2,1-12 DIE WEISEN AUS DEM MORGENLAND

1  Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: 2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.

3 Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, 4 und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. 5 Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Mi 5,1): 6 »Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.«

7 Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, 8und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr’s findet, so sagt mir’s wieder, dass auch ich komme und es anbete. 9Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. 10 Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut 11 und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.

12 Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr Land.

Predigt

Ich habe mit den Gottesdienstbesuchern die Facetten von "Epiphanias" bedacht. Für die Predigt hatte ich mir allein die Stichworte aufgeschrieben. Die Infos habe ich in der Regel bei Wikipedia gefunden. 

Könige - Sterndeuter - Magier

1  Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: 2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.

Und so haben wir es gerade auch gesungen: s.o. 52,4

Die Drei heiligen Könige = Die Weisen aus dem Morgenland = Magier

Im griechischen Ausgangstext steht Μάγοι, Magoi, wörtlich „Magier“. 

Magier …, auch Mager, ist ein Wanderwort altiranischer Herkunft, das spätestens seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. eine allgemeine Bezeichnung für einen zoroastrischen Priester darstellt. Linguistisch liegt ihm die indogermanische Wurzel *magh- mit der Bedeutung „können, vermögen, helfen“ zugrunde, zu deren Wortfamilie auch „(ver)mögen“, „Macht“ und „Maschine“ gehören.

Der Zoroastrismus bzw. Zarathustrismus … ist eine Religion, die von Zarathustra gestiftet wurde. ... Der zoroastrische Glaube … entstand zwischen 1800 und 600 v. Chr. im östlichen iranischen Hochland … und breitete sich etwa im 7. bis 4. Jahrhundert v. Chr. … in Persien und im zentralasiatischen Raum aus.

Bis ins späte 1. Jahrtausend n. Chr. war der Zoroastrismus eine Weltreligion mit Millionen Anhängern. Heute geht man von noch etwa 120.000–300.000 Anhängern aus.

Nach dem griechischen Autor Xenophon sind Mager/Magier … Experten in allen religiösen Angelegenheiten ... In seiner Biografie über König Kyros II. (*580 † 530 v. Chr.) gibt Xenophon an, dass die Mager für die Ausbildung des späteren Königs verantwortlich seien.

Bileam aus Petor vom Euphrat - Fluch wird zum Segen

4. Mose 24,17 - Balak, der König der Moabiter, ruft Bileam, der Sohn Beors, aus Petor, das am Euphrat liegt. Bileam verkündet: Ich sehe ihn, aber nicht jetzt; ich schaue ihn, aber nicht von Nahem. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen …

Tatsächliches Geschehen?

Wohl eher nicht - Geschichte ist aus der biblischen Tradition genährt. Allerdings auch interessant: Im Jahr 66 n.Chr. sind Magier aus Persien mit ihrem König Tiridates auf Grund von Weissagungen durch die Sterne zum Kaiser Nero nach Neapel gezogen, um ihm als dem Weltenkönig im Westen zu huldigen … (Eduard Schweizer, Kommentar)

Anbetung der Magier

Die Magier aus dem Osten kommen, das Kind anzubeten. Zarathustrismus - Vertreter einer anderen Religion huldigen Jesus Christus - Epiphanias = Fest der Erscheinung des Herrn; Theophanie = Erscheinen Gottes

Magier und Herodes

Die Magier stehen auch im Gegensatz zum judäischen König Herodes, der den neugeborenen König aus seinem eigenen Volk umbringen will. Am Ende des Matthäus-Evangeliums fordern die Bewohner Jerusalems, dass der römische Statthalter Pontius Pilatus den Mörder Barrabas freilassen und Jesus kreuzigen soll. Der  Römer, der Heide wäscht daraufhin seine Hände in Unschuld.

Wie verhält sich einer, der Christus angebetet hat?

Er kooperiert nicht mit den Machthabern. Deshalb ziehen die Magier auch auf einem anderen Weg als über Jerusalem zurück in ihr Land im Osten. 

Herodes und der Stern

Herodes * 73 v.Chr. 4 v.Chr.

Stern von Bethlehem 7 v.Chr.

Kindermord von Bethlehem

Herodes und seine eigenen Söhne

Gefährdung eines auserwählten Kindes

  • Mose
  • Augustus
  • griechische Sagen

Magier sonst im neuen Testament

Apg 13 - Paulus in Zypern. 6 Als sie die ganze Insel bis nach Paphos durchzogen hatten, trafen sie einen Zauberer und falschen Propheten, einen Juden, der hieß Barjesus; 7 der war bei dem Statthalter Sergius Paulus, einem verständigen Mann. Dieser rief Barnabas und Saulus zu sich und begehrte, das Wort Gottes zu hören. 8 Da widerstand ihnen der Zauberer Elymas – denn so wird sein Name übersetzt – und versuchte, den Statthalter vom Glauben abzuhalten. 

Geschenke

Jesaja 60,1 Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! 2 Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. 3 Und die Völker werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht. … Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des HERRN Lob verkündigen. 

Psalm 72,10 Die Könige von Tarsis (?) und auf den Inseln sollen Geschenke bringen, die Könige aus Saba und Seba sollen Gaben senden. 11 Alle Könige sollen vor ihm niederfallen und alle Völker ihm dienen. … 15 Er soll leben, und man soll ihm geben vom Gold aus Saba.

Gold für den König

Weihrauch für Gott

Mein Gebet möge vor dir gelten als ein Räucheropfer, das Aufheben meiner Hände als ein Abendopfer. (Psalm 141,2) - Wie Weihrauch steige mein Gebet vor dir auf. (kath)

Myrrhe spielt noch eine besondere Rolle

Bestandteil kultischer Salbungen - Gegenstände und Priester im Tempel - Messias - der Gesalbte

    • Potenzmittel
    • Parfüm
    • Im alten Ägypten nutzte man bereits vor 3000 Jahren Myrrhe zur Einbalsamierung.
    • Bei der Grablegung Jesu spendete der Pharisäer Nikodemus hundert Pfund Aloe und Myrrhe (Joh 19,39 EU)

Tradition

Im späten 3. Jahrhundert nahm eine umfangreiche Legendenbildung ihren Anfang.

Könige

Psalm 72 - Die Könige von Tarsis (?) und auf den Inseln sollen Geschenke bringen, die Könige aus Saba und Seba sollen Gaben senden - Gold, Weihrauch und Myrrhe als königliche Geschenke

Zahl

3 Könige - 3 Geschenke - syrische Quelle des 7. Jahrhunderts und weitere andere sprechen von zwölf persischen Königen - kamen mit einem Gefolge von 1000 Mann, die vor Jerusalem ein Lager aufschlagen - was das Entsetzen der Jerusalemer Bevölkerung des des Königs erklären soll. Auch die Zahlen 2 und 4 werden geboten; seit dem 19. Jahrhundert gibt es auch die Legenden vom 4. König, der erst bei der Kreuzigung Jesu ankommt. 

Caspar, Melchior und Balthasar

Die in der Westkirche verbreiteten Namen Caspar, Melchior und Balthasar werden erstmals im 6. Jahrhundert erwähnt.

Caspar ist möglicherweise der altiranischen Sprache entlehnt und heißt „Schatzträger“, Melchior wohl dem Hebräischen malkī ’ōr (מלכי אור) „mein König ist Licht“, Balthasar als Wiedergabe von Bēl-šar-uṣur, einem neubabylonischen Namen der Bedeutung „Baal/Herr schütze den König“.

Im 7. Jahrhundert setzt der Theologe Beda Venerabilis die drei Magier in eine Beziehung zu den damals bekannten drei Erdteilen: „Im mystischen Schriftsinn bezeichnen die drei Magier die drei Teile der Welt – Asien, Afrika und Europa ...“ In manchen Darstellungen werden den dreien dann auch typische Reittiere zugeordnet: Pferd, Kamel und Elefant. Meist wird der jüngste König Caspar, in anderen Quellen auch Melchior und seltener Balthasar als der Vertreter Afrikas angesehen.

In der Kunst werden die drei oft auch als Jüngling, erwachsener Mann und Greis dargestellt - die drei Lebensalter des Menschen. So schrieb Beda Venerabilis …: Der erste soll Melchior gewesen sein, ein Greis mit weißem Barte, der zweite Caspar, ein bartloser Jüngling, der dritte Balthasar, mit dunklem Vollbart … Dabei bezieht sich das lateinische Wort fuscus („dunkel, schwärzlich“) eindeutig auf den Bart und nicht auf die Hautfarbe ...

Bei den Armeniern werden sie Kagba und Badadilma genannt; bei den Äthiopiern tragen sie die Namen Tanisuram, Mika, Sisisba und Awnison, Libtar, Kasäd.

CMB - Dreikönigssingen

Wikipedia: Den Menschen, die sie einlassen, singen die Sternsinger ein Lied und sprechen ein Gebet bzw. sagen Gedichte auf. Dann schreiben sie mit geweihter (?) Kreide C+M+B, verbunden mit der jeweiligen Jahreszahl, an die Haustüren oder die Türbalken (Haussegnung). 

Von diesen Anfangsbuchstaben der Namen Caspar, Melchior und Balthasar leitete man Mitte des 20. Jahrhunderts „Christus mansionem benedicat“ („Christus segne (dieses) Haus!“) als christlichen Segensspruch ab. Gesammelt wird meist für kinderbezogene Projekte im Rahmen der weltweiten Entwicklungszusammenarbeit.

Zusammenfassung

  • Anbetung
  • Magier und das eigene Volk des neugeborenen Königs
  • Wo stehen wir Christen?
  • Unser Einsatz heute: Kollekte für Chemchem

Freitag, 31. Dezember 2021

Altjahresabend 2021 und Neujahr 2022

Silvester 31. Dezember 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man - teilweise - die Texte zum Altjahresabend unter der Nummer 954.10. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Meine Zeit steht in deinen Händen. (Ps 31, 16a)

Wochenlieder:

  • Nun lasst uns gehn und treten (EG 58) oder
  • Von guten Mächten treu und still umgeben (EG 65)

Lieder für den Gottesdienst

  • fT 4 Aus den Dörfern (Eingeladen zum Fest des Glaubens)
  • Psalm 121
  • fT 131 Wir glauben: Gott ist in der Welt
  • fT 118 Weil der Himmel bei uns wohnt
  • fT 154 Ich bin das Brot
  • fT 153 Du bist heilig
  • fT 190 Verleih uns Frieden gnädiglich

Jesaja 30,8-17 - Vertrauen auf falsche Prophetie

8 So geh nun hin und schreib es vor ihnen nieder auf eine Tafel und zeichne es in ein Buch, dass es bleibe als Zeuge für immer und ewig. 9 Denn sie sind ein ungehorsames Volk und verlogene Kinder, die nicht hören wollen die Weisung des HERRN, 10 sondern sagen zu den Sehern: »Ihr sollt nicht sehen!«, und zu den Schauern: »Was wahr ist, sollt ihr uns nicht schauen! Redet zu uns, was angenehm ist; schaut, was täuscht! 11 Weicht ab vom Wege, geht aus der rechten Bahn! Lasst uns doch in Ruhe mit dem Heiligen Israels!« 12 Darum, so spricht der Heilige Israels: Weil ihr dies Wort verwerft und vertraut auf Frevel und Mutwillen und verlasst euch darauf, 13 so soll euch diese Schuld sein wie ein Riss, der aufbricht und klafft an einer hohen Mauer, die plötzlich, unversehens einstürzt, 14 wie wenn ein Topf zerschmettert wird, den man zerstößt ohne Erbarmen, sodass man von seinen Stücken nicht eine Scherbe findet, darin man Feuer hole vom Herd oder Wasser schöpfe aus dem Brunnen. 

15 Denn so spricht Gott der HERR, der Heilige Israels: Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Vertrauen würdet ihr stark sein. Aber ihr habt nicht gewollt 16 und spracht: »Nein, sondern auf Rossen wollen wir dahinfliegen«, – darum werdet ihr dahinfliehen, »und auf Rennern wollen wir reiten«, – darum werden euch eure Verfolger überrennen. 17 Denn tausend werden fliehen vor eines Einzigen Drohen, ihr alle vor dem Drohen von fünfen, bis ihr übrig bleibt wie ein Mast oben auf einem Berge und wie ein Banner auf einem Hügel.

Predigt über Hebr 13, 8-9

8 Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. 9 Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade, nicht durch Speisegebote, von denen keinen Nutzen haben, die danach leben.

Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben … Dieser Satz sprang mir angesichts der aktuellen Situation sofort ins Auge. Lasst euch doch nicht ständig verrückt machen! 

Aber, liebe Gemeinde, an wen würden sich diese Worte heute eigentlich richten? Dass es mit Corona etwas zu tun hat, ist klar. Aber wer ist gemeint? Wer sollte diesen Satz auf sich beziehen?

Diejenigen, die der Impfung skeptisch gegenüberstehen? Die ihre Bedenken äußern, weil die Langzeitauswirkungen der Impfstoffe noch nicht geklärt sind? Die auf ihre Freiheit pochen, wie es die Politiker in der Vergangenheit doch immer wieder mit Nachdruck erklärt haben: Eine Impfpflicht wird es nicht geben!

Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben … - Verschwörungstheorien, Fakenews über die Zusammensetzung des Impfstoffs und anderes lasse ich hier aus, weil es sich nicht lohnt, darüber auch nur einen Moment nachzudenken. 

Oder sind die gemeint, die den staatlichen Vorgaben und Empfehlungen folgen? Wir wollen uns und die Menschen um uns herum schützen, wir wollen, dass das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben wieder Fahrt aufnehmen kann. Aber ihr macht mit, ohne dass ihr wisst, ob die verordneten Maßnahmen Erfolg haben!

Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben …

Sie merken, liebe Gemeinde, so einfach lässt sich der Vers aus dem Hebräerbrief nicht auf unsere Situation beziehen. Da ist vielleicht zunächst ein Satz aus dem Buch des Propheten Jesaja hilfreich, den Frau Werner vorhin vorgelesen hat: “Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen …” 

Stille sein, zur Ruhe kommen, das wäre im Augenblick hilfreich. Wir können doch die vielen Informationen, die täglich auf uns einprasseln, überhaupt nicht mehr einordnen, geschweige denn verarbeiten. Uns ist gänzlich die Orientierung verlorenen gegangen; das Fundament, auf dem wir zu stehen glaubten, ist zerschlagen. 

… auf Rossen wollten wir dahinfliegen - auf Rennern wollten wir reiten … ganz vorne wollten wir mitmischen, man sollte uns wahrnehmen! Wir wollten feiern und unseren Spaß haben! Wir wollten tun und lassen, was uns gefällt. 

Corona - aber auch die anderen globalen Krisen, die die Welt erschüttern - das alles zeigt uns, dass wir nicht so nicht weitermachen können. Vielleicht können wir auch sagen: Gott zeigt uns, dass wir nicht so nicht weitermachen können. 

Israel ließ Gott links liegen, hörte nicht auf das, was die Propheten in seinem Namen zu sagen hatten: “... Redet zu uns, was angenehm ist … Weicht ab vom Wege … Lasst uns doch in Ruhe mit dem Heiligen Israels!” Aber dieser Heilige Israels, Gott ließ sich nicht spotten. “Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen …” Aber: Wer nicht hören wollte, musste fühlen. Am Ende stand die Katastrophe, der politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenbruch; in meinen Augen nicht als Strafe Gottes, sondern als Folge dessen, dass Israel jegliche Orientierung verloren und den Weg mit Gott verlassen hatte. 

Der Predigttext aus dem Hebräerbrief setzt da mit dem ersten Satz ein ganz einfaches, aber klares Vorzeichen: “Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.” Paulus schreibt im ersten Brief an die Korinther: “Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welche ist Christus Jesus!” (1. Kor 3,11) 

Dieses Fundament ist uns in unserer Gesellschaft, im sog. “christlichen Abendland” abhanden gekommen - wenn wir auf dieses Fundament überhaupt einmal vertraut hatten -, und manches Mal befürchte ich, auch in unserer Kirche. Wo wird noch nach dem Heiligen Israels gefragt, nach dem Gott, den unser Herr und Heiland Jesus Christus “Vater” genannt hat und zu dem wir auch “Vater” sagen dürfen? 

“Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade, nicht durch Speisegebote, von denen keinen Nutzen haben, die danach leben.” Offensichtlich stritt man sich in der Gemeinde, an die der Hebräerbrief gerichtet war, um die richtigen Speiseordnungen. Darf man alles essen, was einem vorgesetzt wird? Darf man Schweinefleisch essen? Darf man Fleisch und anderes essen, das auf einem heidnischen Markt angeboten und verkauft wurde? Das waren tatsächlich Fragen, um die sich die Christen stritten. Und da sprachen die einen den anderen auch schon mal den Glauben ab. Ihr seid zu lax! Ihr seid doch Fundamentalisten!

Bei uns geht es um Impfen und Nichtimpfen, Kontaktbeschränkungen, Einschränkungen bei den bisher gewohnten Aktivitäten - Sportveranstaltungen, Disco, Reisen und was Ihnen sonst noch einfällt. Auch bei uns ist man nicht zimperlich, wenn es gilt, das Verhalten des anderen zu bewerten. Beispielsweise sind die einen asozial und die anderen Lemminge, die in der Masse einfach mitlaufen. 

Um der Situation Herr zu werden, wollen Politiker auf der einen Seite alles bis ins Kleinste regeln und drohen bei Übertretung drakonische Strafen an. Auf der anderen Seite wird rebelliert, wie pubertäre Jugendliche es manchmal tun. Oder es wird bewusst versucht, die staatliche Ordnung auszuhebeln. 

Wissen Sie, welche Geschichte mir dazu einfiel: Die Geschichte vom Suppen-Kaspar von Heinrich Hoffmann aus dem Jahr 1917 - da wird der politisch-moralische Zeigefinger erhoben, weil einer gegen die elterlichen Vorgaben beim Essen rebelliert - der Rebell verweigert sich jeder Ansprache und stampft mit dem Fuß auf den Boden - das kommt heutzutage sogar im Bundestag vor: es muss ja mal gesagt sein - und am Ende ist die aufsässige Person tot, weil sie die von den Eltern ständig gereichte Suppe nicht wollte. 

Der Kaspar, der war kerngesund,
Ein dicker Bub und kugelrund,
Er hatte Backen rot und frisch;
Die Suppe aß er hübsch bei Tisch.
Doch einmal fing er an zu schrei’n:
„Ich esse keine Suppe! Nein!
Ich esse meine Suppe nicht!
Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!“
 
Am nächsten Tag, — ja sieh nur her!
Da war er schon viel magerer.
Da fing er wieder an zu schrei’n:
„Ich esse keine Suppe! Nein!
Ich esse meine Suppe nicht!
Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!“
 
Am dritten Tag, o weh und ach!
Wie ist der Kaspar dünn und schwach!
Doch als die Suppe kam herein,
Gleich fing er wieder an zu schrei’n:
„Ich esse keine Suppe! Nein!
Ich esse meine Suppe nicht!
Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!“
 
Am vierten Tage endlich gar
Der Kaspar wie ein Fädchen war.
Er wog vielleicht ein halbes Lot —
Und war am fünften Tage tot.

So ein Verhalten, egal auf welcher Seite, geprägt von Bildern aus dem letzten oder besser aus dem vorletzten Jahrhundert, das kann ja wohl nicht die Lösung für die gegenwärtigen Probleme sein. 

“Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen …” - “Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade …” Wir haben gerade Weihnachten gefeiert, liebe Gemeinde, das Fest der Liebe, der Familie, der Gemeinschaft. Wir haben gesungen - zumindest hier in der Kirche - “Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis …” Weihnachten leuchtet für einen Moment das Paradies wieder auf, Weihnachten können wir schauen, wie Leben gelingen kann - bei allen Schwierigkeiten, die die familiäre Feier für manchen mit sich bringt. Selbst die öffentlichen Medien hatten dieses christliche Fest im Blick - wenn auch nicht immer unter christlichem Vorzeichen - aber sie hatten es im Blick. Warum vergessen wir das wieder so schnell?

Wenn Sie jetzt umgekehrt fragen: “Wie kann denn dieses Schauen des Paradieses an Weihnachten zur übrigen Zeit des Jahres in praktisches Handeln umgemünzt werden?”, dann müssen wir nur an den erwachsenen Jesus wenden. Als der einmal gefragt wurde, wie wir denn gut und richtig leben könnten, war seine Antwort verblüffend einfach: “Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit all deiner Kraft …” Das war der erste Teil seiner Antwort, und dann fügte er hinzu: “... und deinen Nächsten wie dich selbst”. - Nach Gottes Willen fragen - das meine ich ganz ernst, dass Gott wieder in den Blick kommt, dass nicht nur vom “Christlichen Abendland” geredet wird, sondern dass die damit verbundene Grundhaltung unser Leben auch bestimmt - also: nach Gottes Willen fragen und unser Handeln so gestalten, dass es gut ist für mich selbst - und für meinen Nächsten. Wenn dies das Fundament wäre, auf dem wir unser Leben aufbauen, es würden sich Lösungen finden lassen für die Bewältigung der gegenwärtigen Krisen, nicht sofort, aber doch mit der Zeit, wenn Menschen guten Willens und Gottvertrauen sich zusammensetzen. 

“Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade …”

Amen

Neujahr 1. Januar 2022

Das neue Jahr begrüßten die christlichen Kirchen in Meppen mit einem ökumenischen Gottesdienst, der in der Gustav-Adolf-Kirche aufgezeichnet wurde. 

Seit vielen Jahren ist die ökumenische Zusammenarbeit von der gegenseitigen Wertschätzung geprägt. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie gestalten die Geistlichen in Meppen immer wieder gemeinsame Gottesdienste. 

In diesem Neujahrsgottesdienst predigt Achim Heldt, Pastor der lutherischen Bethlehem-Gemeinde in Meppen, über Sprüche 16,9: Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein lenkt seinen Schritt.

Die vergangenen Gottesdienste können über meinen YouTube-Kanal oder über den Kanal "MEPPEN MAG DICH" aufgerufen werden. In einigen Fällen sind die Gottesdienste auch auf den Internetseiten der Kirchengemeinden verlinkt.

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man - teilweise - die Texte zum Neujahrstag unter der Nummer 954.11. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. (Hebr 13, 8)

Wochenlieder:

  • Der du die Zeit in Händen hast (EG 64)
  • Von guten Mächten treu und still umgeben (EG 65)

Samstag, 25. Dezember 2021

1. Weihnachtstag 2021

25. Dezember 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 1. Weihnachtstag unter der Nummer 954.07. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. (Joh 1, 14a)

Wochenlieder:

  • Gelobet seist du, Jesu Christ (EG 23)
  • Herbei, o ihr Gläub'gen (EG 45)

Lieder für den Gottesdienst

  • 30,1-3 Es ist ein Ros entsprungen
  • 738 Psalm 96
  • 32,1-4 Zu Bethlehem geboren
  • 37,1-3 Ich steh an deiner Krippen hier
  • 54,1-3 Hört der Engel helle Lieder
  • 44,1-3 O du fröhliche

Evangelium Joh 1,1-5.9-14

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. 2 Dasselbe war im Anfang bei Gott. 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. 4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen.

6 Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. 7 Der kam zum Zeugnis, um von dem Licht zu zeugen, damit sie alle durch ihn glaubten. 8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.

9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. 10 Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. 11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, 13 die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.

14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Predigt AT-Verheißung

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. 2 Dasselbe war im Anfang bei Gott. 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. 

  • Es werde Licht! 
  • Es werde eine Feste 
  • Es sammle sich das Wasser …, dass man das Trockene sehe. 
  • Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut
  • Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht. 
  • Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, 
  • und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels. 
  • Die Erde bringe hervor lebendiges Getier …
  • Lasset uns Menschen machen … Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, 

4 In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen. 

Aus allen Völkern erwählt sich Gott das Volk Israel als sein Volk. Dieses Volk will Gott durch die Geschichte führen, an diesem Volk sollen andere Völker erkennen, wer Gott ist. 

Aber das Leben in Israel richtete sich nicht immer nach Gottes Gebot. Auch Israel ging eigene Wege und ließ Gott links liegen. Der jedoch ließ sein Volk nicht fallen. Seine Propheten riefen die Israeliten immer wieder zum göttlichen Wort. Und sie verkündeten, dass Gott einen Retter, den Heiland schicken werde. 

Jes 40,3 Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!

Hesekiel Kapitel 37 Verse 24-28

Mein Knecht David soll ihr König sein und der einzige Hirte für sie alle. Und sie sollen wandeln in meinen Rechten und meine Gebote halten und danach tun. ... 26 Und ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der soll ein ewiger Bund mit ihnen sein. Und ich will sie erhalten und mehren, und mein Heiligtum soll unter ihnen sein für immer. 27 Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein, 28 damit auch die Heiden erfahren, dass ich der HERR bin, der Israel heilig macht, wenn mein Heiligtum für immer unter ihnen sein wird.

6 Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. 7 Der kam zum Zeugnis, um von dem Licht zu zeugen, damit sie alle durch ihn glaubten. 8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.

Jesaja Kapitel 9 Verse 1-6

1 Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. … 5 Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; 6 auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.

Jesaja Kapitel 11 Verse 1-4

Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. 2 Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. 3 Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des HERRN. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, 4 sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande …

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. - 14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. 10 Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. 11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.

Freitag, 24. Dezember 2021

Weihnachten 2021

 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens!

Ich lege hier zunächst nur die Links zu YouTube. Im Augenblick habe ich leichte Probleme mit dem Internet. 

Krippenspiel

Diakonin Hofmann und Team

Krippenspiel bei YouTube aufrufen

Für Jugendliche und junge Erwachsene

Video bei YouTube aufrufen

Heut schließt er wieder auf die Tür

Traditionelle Christvesper

Video bei YouTube aufrufen

Ökumenischer Festgottesdienst

Video bei YouTube aufrufen

Aufgenommen zusammen mit dem dortigen Team im Jugendzentrum Meppen

Gesegnete Feiertage

Ich wünsche allen gesegnete Feiertage, bleibt gesund und kommt gut ins neue Jahr. 

2022 nehme ich mich dieses Blogs wieder an. Im letzten Jahr lief die Zeit davon.

Sonntag, 19. Dezember 2021

4. Advent 2021

19.12.2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 4. Advent - teilweise - unter der Nummer 954.04. Digital und vollständig findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayerischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe! (Phil 4, 4-5)

Wochenlieder:

  • Nun jauchzet, all ihr Frommen (EG 9)
  • O komm, o komm, du Morgenstern (EG 19)

Lieder im Gottesdienst

  • EG 6 Ihr lieben Christen freut euch nun
  • Psalm 102,13-14.16-18.20-23
  • EG 579 Teil 2 Magnifikat (Latein - Deutsch - Latein)
  • fT 94 Mit dir, Maria, singen wir
  • EG 580 Ein Lied hat die Freude sich ausgedacht
  • EG 579 Teil 1 (Magnifikat - 3x - Kanon)

Evangelium Lk 1,39-56

39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda 40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes! 43 Und wie geschieht mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. 45 Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.

MARIAS LOBGESANG

46 Und Maria sprach:
Meine Seele erhebt den Herrn,
47 und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes;
48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.
Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.
49 Denn er hat große Dinge an mir getan,
der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.
50 Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht
bei denen, die ihn fürchten.
51 Er übt Gewalt mit seinem Arm
und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.
52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron
und erhebt die Niedrigen.
53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern
und lässt die Reichen leer ausgehen.
54 Er gedenkt der Barmherzigkeit
und hilft seinem Diener Israel auf,
55 wie er geredet hat zu unsern Vätern,
Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit.

56 Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim.

Predigt - Hes 17, 22-24

22 So spricht Gott der HERR: Dann will ich selbst von dem Wipfel der Zeder die Spitze wegnehmen und ihr einen Platz geben; ich will oben von ihren Zweigen ein zartes Reis brechen und will's auf einen hohen und erhabenen Berg pflanzen. 23 Auf den hohen Berg Israels will ich's pflanzen, dass es Zweige gewinnt und Früchte bringt und ein herrlicher Zedernbaum wird, sodass Vögel aller Art in ihm wohnen und alles, was fliegt, im Schatten seiner Zweige bleiben kann. 24 Und alle Bäume auf dem Felde sollen erkennen, dass ich der HERR bin: Ich erniedrige den hohen Baum und erhöhe den niedrigen; ich lasse den grünen Baum verdorren und den dürren Baum lasse ich grünen. Ich, der HERR, rede es und tue es auch.

Jes 11

1 Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. 2 Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. 3 Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des HERRN.

Jeremia 23,5 

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird.

Hes 34,23

23 Und ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken, der sie weiden soll, nämlich meinen Knecht David. Der wird sie weiden und soll ihr Hirte sein …

Hes 17 

Dann will ich selbst von dem Wipfel der Zeder die Spitze wegnehmen und ihr einen Platz geben …

… dass es Zweige gewinnt und Früchte bringt und ein herrlicher Zedernbaum wird …

Senfkornbaum

Und alle Bäume auf dem Felde sollen erkennen, dass ich der HERR bin: Ich erniedrige den hohen Baum und erhöhe den niedrigen; ich lasse den grünen Baum verdorren und den dürren Baum lasse ich grünen. Ich, der HERR, rede es und tue es auch.

Vergleich mit dem Magnifikat

Hes 17 - Beginn

1 Und des HERRN Wort geschah zu mir: 2 Du Menschenkind, lege dem Hause Israel ein Rätsel vor und ein Gleichnis 3 und sprich: 

So spricht Gott der HERR: Ein großer Adler mit großen Flügeln und langen Fittichen und vollen Schwingen, die bunt waren, kam auf den Libanon und nahm hinweg den Wipfel einer Zeder 4 und brach die Spitze ab und führte sie ins Land der Händler und setzte sie in die Stadt der Kaufleute. 5 

Dann nahm er ein Gewächs des Landes und pflanzte es in gutes Land, wo viel Wasser war, und setzte es am Ufer ein. 6 Und es wuchs und wurde ein ausgebreiteter Weinstock mit niedrigem Stamm; denn seine Ranken bogen sich zu ihm und seine Wurzeln blieben unter ihm; und so wurde es ein Weinstock, der Schösslinge hervortrieb und Zweige. 

Nebukadnezar - großer Adler mit großen Flügeln
Jojachin - abgebrochene Spitze
Babylon - Stadt der Kaufleute
Zedekia - Gewächs des Landes, Weinstock

7 Da kam ein anderer großer Adler mit großen Flügeln und starken Schwingen. Und siehe, der Weinstock bog seine Wurzeln zu diesem Adler hin und streckte seine Ranken ihm entgegen; der Adler sollte ihm mehr Wasser geben als das Beet, in das er gepflanzt war. 8 Und er war doch auf guten Boden an viel Wasser gepflanzt, sodass er wohl hätte Zweige bringen können, Früchte tragen und ein herrlicher Weinstock werden. 

9 So sage nun: So spricht Gott der HERR: Sollte der geraten? Wird man nicht seine Wurzeln ausreißen, dass seine Früchte verderben? Und er wird verdorren; alle Blätter, die ihm gewachsen sind, werden verwelken. …

Pharao Apries
Zedekia

11 Und des HERRN Wort geschah zu mir: 12 Sprich doch zu dem Haus des Widerspruchs: Wisst ihr nicht, was damit gemeint ist? Und sprich: Siehe, es kam der König von Babel nach Jerusalem und nahm seinen König und seine Oberen und führte sie weg zu sich nach Babel. 13 Und er nahm einen vom königlichen Geschlecht und schloss einen Bund mit ihm und nahm einen Eid von ihm; aber die Gewaltigen im Lande führte er fort, 14 damit das Königtum niedrig bliebe und sich nicht erheben könnte, sondern sein Bund gehalten würde und bestünde. 

15 Aber er fiel von ihm ab und sandte seine Boten nach Ägypten, dass man ihm Rosse und viel Kriegsvolk schicken sollte. Sollte es ihm gelingen? Sollte davonkommen, wer das tut? Sollte davonkommen, wer den Bund bricht? 16 So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: An dem Ort des Königs, der ihn als König eingesetzt hat, dessen Eid er verachtet und dessen Bund er gebrochen hat, da soll er sterben, mitten in Babel. 

17 Auch wird ihm der Pharao nicht beistehen im Kriege mit einem großen Heer und viel Volk ... 18 Denn weil er den Eid verachtet und den Bund gebrochen hat, weil er seine Hand darauf gegeben und doch dies alles getan hat, wird er nicht davonkommen. …

Gottes Handeln

Gegenwart - Gottes Handeln, das uns zum Nachdenken bringen will?

  • So spricht Gott der HERR: Dann will ich selbst von dem Wipfel der Zeder die Spitze wegnehmen und ihr einen Platz geben
  • Ich, der HERR, rede es und tue es auch.
  • Meine Seele erhebt den Herrn,
    und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes;
    denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.

Diese Deutlichkeit vermisse ich - Bischof Meister - fehlende "Systemrelevanz" der Kirchen - wenn Kirche nichts von ihrer biblischen Botschaft her begründet zu sagen hat, dann ist sie nicht systemrelevant

Freiheit - Von der Freiheit eines Christenmenschen

Paulus: Wir dürfen alles, aber es ziemt sich nicht alles
Ich bin allen alles geworden um sie für Christus zu gewinnen!

Das, was nicht zu Gott passt, lesen wir bei Hesekiel genauso wie im Magnifikat der Maria: 

Wortbruch des Königs Zedekia

50 Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht
bei denen, die ihn fürchten.
51 Er übt Gewalt mit seinem Arm
und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.
52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron
und erhebt die Niedrigen.
53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern
und lässt die Reichen leer ausgehen.
54 Er gedenkt der Barmherzigkeit
und hilft seinem Diener Israel auf,
55 wie er geredet hat zu unsern Vätern ...

Sonntag, 12. Dezember 2021

3. Advent 2021

12. Dezember 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 3. Advent - teilweise (s. Anmerkung am Ersten Advent 2018 zur Revision der Leseordnung) - unter der Nummer 954.03. Digital und vollständig findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayerischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig! (Jes 40, 3.10)

Wochenlieder:

  • Mit Ernst, o Menschenkinder (EG 10)
  • Die Nacht ist vorgedrungen (EG 16)

Lieder für den Gottesdienst

  • EG 4,1-5 Nun komm, der Heiden Heiland
  • EG 734 Psalm 84
  • EG 12,1-4 Lied Gott sei Dank durch alle Welt
  • EG 19,1-3 O Komm, o komm, du Morgenstern (Vorsänger und alle)
  • EG 16,1-3 Die Nacht ist vorgedrungen

Evangelium Lk 1, 67-79

Präfamen: Das Wirken Gottes ist wunderbar. Der Täufer Johannes wird einem hochbetagten Ehepaar versprochen, das die Hoffnung auf ein eigenes Kind längst aufgegeben hatte. Weil der Vater Zacharias nicht glauben wollte, was ihm der Engel Gottes verkündigte, verschlug es ihm für die Zeit bis zur Geburt die Sprache. Erst als das Kind geboren und benannt war, konnte er wieder reden. Die ersten Worte, die er sprach, ist ein Lobpreis Gottes, der im Lukas-Evangelium im 1. Kapitel aufgeschrieben ist:

Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach:

68 Gelobt sei der Herr, der Gott Israels!
Denn er hat besucht und erlöst sein Volk
69 und hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils
im Hause seines Dieners David
70 – wie er vorzeiten geredet hat
durch den Mund seiner heiligen Propheten –,
71 dass er uns errettete von unsern Feinden
und aus der Hand aller, die uns hassen,
72 und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern
und gedächte an seinen heiligen Bund
73 und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben,
74 dass wir, erlöst aus der Hand unsrer Feinde,
75 ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang
in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.
76 Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen.
Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest
77 und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk
in der Vergebung ihrer Sünden,
78 durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes,
durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe,
79 damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes,
und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Predigt - Jesaja 45,1-8

1 So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Kyros, 
den ich bei seiner rechten Hand ergriff, 
dass ich Völker vor ihm unterwerfe und Königen das Schwert abgürte,
damit vor ihm Türen geöffnet werden und Tore nicht verschlossen bleiben: 

2 Ich will vor dir hergehen und das Bergland eben machen, 
ich will die ehernen Türen zerschlagen und die eisernen Riegel zerbrechen 
3 und will dir heimliche Schätze geben und verborgene Kleinode, 
damit du erkennst, dass ich der HERR bin, 
der dich beim Namen ruft, der Gott Israels. 
4 Um Jakobs, meines Knechts, und um Israels, meines Auserwählten, willen 
rief ich dich bei deinem Namen und gab dir Ehrennamen, 
obgleich du mich nicht kanntest. 

5 Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer mir. 
Ich habe dich gerüstet, obgleich du mich nicht kanntest, 
6 damit man erfahre vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, 
dass keiner ist außer mir. 
Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, 
7 der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, 
der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. 
Ich bin der HERR, der dies alles tut. 

8 Träufelt, ihr Himmel, von oben, 
und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! 
Die Erde tue sich auf und bringe Heil, 
und Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich, der HERR, erschaffe es.

1 So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Kyros ... 

Wir befinden uns im 6. vorchristlichen Jahrhundert. Kyros II, auch der Große genannt, regiert in Persien. Er hat mit dem Volk Israels und mit deren Gott zunächst einmal nichts zu tun. Vielmehr ist Kyros darauf aus, die Grenzen des ehemals kleinen altpersischen Reichs seines Vaters deutlich auszuweiten. Das gelingt ihm und er legt damit den Grundstein zum persischen Großreich, das erst 330 v.Chr. durch Alexander den Großen zerstört wird.

Ein Reich, dass seiner Eroberung zum Opfer fiel, war das babylonische. Die Babylonier hatten 586 v.Chr. die Israeliten besiegt, Jerusalem erobert, den Tempel zerstört und die Oberschicht nach Babylon deportiert. 539 v.Chr. konnte das babylonische Reich den Angriffen der Perser nicht mehr standhalten und war fortan Geschichte. 

Kyros gilt als der König, der den Israeliten nach knapp 60 Jahren die Rückkehr ins Land der Väter erlaubte. Die Israeliten sahen Gott am Werk. Obwohl Kyros keinen Bezug zum Gott Israels hatte, nennt Gott Kyros durch den Mund seines Propheten seinen Gesalbten, seinen Messias, seinen Erlöser Israels. 

Und auch die erfolgreiche Expansionspolitik, die Kriegsführung des Perserkönigs betrachtet der Prophet als Gottes Werk: 

Kyros, den ich bei seiner rechten Hand ergriff, 
dass ich Völker vor ihm unterwerfe und Königen das Schwert abgürte,
damit vor ihm Türen geöffnet werden und Tore nicht verschlossen bleiben: 
2 Ich will vor dir hergehen und das Bergland eben machen, 
ich will die ehernen Türen zerschlagen und die eisernen Riegel zerbrechen 
3 und will dir heimliche Schätze geben und verborgene Kleinode, 

Wenn das Zweite Testament den Auftritt Johannes des Täufers beschreibt, greifen die Verfasser übrigens auf das gleiche Bild zurück: 

1  Zu der Zeit kam Johannes der Täufer und predigte in der Wüste von Judäa 2  und sprach: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen! 3  Denn dieser ist's, von dem der Prophet Jesaja gesprochen und gesagt hat (Jesaja 40,3): »Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg und macht eben seine Steige!« - Jesja: Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden …

Warum macht Gott das alles für und mit Kyros?

damit du - Kyros - erkennst, dass ich der HERR bin, 
der dich beim Namen ruft, der Gott Israels. 

Gott gibt Kyros die Machtfülle aber auch, weil er sein Volk Israel im Blick hat. Gott hatte sein Volk nicht abgeschrieben, Gott wollte vielmehr für Israel eine Zukunft!

4 Um Jakobs, meines Knechts, und um Israels, meines Auserwählten, willen 
rief ich dich bei deinem Namen und gab dir Ehrennamen, 
obgleich du mich nicht kanntest. 

Alles, was ihnen widerfährt, beziehen die Israeliten auf Gott - die guten Tage, aber auch die Niederlage, die ihnen durch die Babylonier zugefügt wurde. Das war sicherlich ein langer Weg gewesen. Aber man hatte die Zeit des Exils genutzt, man erinnerte sich an das, was die Propheten über Jahrzehnte, Jahrhunderte in Gottes Namen gepredigt hatten. 

Haltet euch an Gott, achtet das Recht und übt Gerechtigkeit gegenüber jedermann, steht den Schwachen bei und stärkt sie.

Die Israeliten hatten diesen Weg mit Gott verlassen, jetzt mussten sie die Folgen tragen. Es war kein blindes Schicksal, das sie getroffen hatte. Manche sprechen hier von der Strafe Gottes, ich denke, dass es einfach nur die logische Folge ist, dass der Weg ins Verderben führt, wenn Menschen gottlos leben. 

Damit wird der Glaube systemrelevant, er stabilisiert die Lage der unterlegenen Israeliten im Exil. Und für jeden Israeliten ist der Glaube an den Gott der Väter existenzrelevant, weil sie sich von Gott auch im Exil getragen wissen. 

Hier beschreiten die Gläubigen einen Weg, den wir nicht betreten wollen. Die großen Volkskirchen können in der aktuellen Situation Gottes Wirken nicht erkennen. 

5 Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer mir. 

Diese Überzeugung hatte sich bei den Israeliten durchgesetzt. Ob dies bei uns auch bekannt werden kann?

Ich habe dich gerüstet, obgleich du mich nicht kanntest, 
6 damit man erfahre vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, 
dass keiner ist außer mir. 

Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, 
7 der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, 
der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. 
Ich bin der HERR, der dies alles tut. 

Und jetzt, wo sich Zukunft abzeichnete, war auch wieder Gott am Werk. 

8 Träufelt, ihr Himmel, von oben, 
und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! 
Die Erde tue sich auf und bringe Heil, 
und Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich, der HERR, erschaffe es.

Das prophetische - und damit auch das göttliche Stichwort: Gerechtigkeit!

Wenn wir auf das Weihnachtsfest - Fest der Liebe, Fest der Familie, des miteinanders - zugehen, wird genau dieses Stichwort thematisiert. 

Lied: Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich … Heut schleußt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis - Engel: Ehre sei Gott in der Höhe, Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.