Montag, 25. Oktober 2021

19. Sonntag nach Trinitatis 2021

Nachtrag zum 10. Oktober 2021

Evangelischen Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte für den 19. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.63. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Heile du mich, Herr, so werde ich heil. Hilf du mir, so ist mir geholfen. (Jer 17, 14)

Wochenlieder:

  • Ich singe dir mit Herz und Mund (EG 324)
  • Da wohnt ein Sehnen tief in uns (Singt Jubilate 128 / fT 25 oder LPfG 24)

Lieder für den Gottesdienst

  • 449,1-3+6 Die güldne Sonne
  • 320,1-4 Nun lasst uns Gott dem Herren
  • 364,1-4 Was mein Gott will, gescheh allzeit
  • 430,1-4 Gib Frieden, Herr, gib Frieden

717 - Psalm 32

Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind,
dem die Sünde bedeckt ist!
2 Wohl dem Menschen, dem der HERR die Schuld nicht zurechnet,
in dessen Geist kein Trug ist!
3 Denn als ich es wollte verschweigen,
verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen.
4 Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir,
dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird..
5 Darum bekannte ich dir meine Sünde,
und meine Schuld verhehlte ich nicht.
Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen.
Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.
6 Deshalb werden alle Heiligen zu dir beten
zur Zeit der Angst.
Darum, wenn große Wasserfluten kommen,
werden sie nicht an sie gelangen.
7 Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten,
dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann.
11 Freuet euch des HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten,
und jauchzet, alle ihr Frommen.
 

Evangelium Mk 2, 1-12

Und nach einigen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und es wurde bekannt, dass er im Hause war. 2 Und es versammelten sich viele, so dass sie nicht Raum hatten, auch nicht draußen vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort. 3 Und es kamen einige zu ihm, die brachten einen Gelähmten, von vieren getragen. 4 Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo er war, machten ein Loch und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag. 5 Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. 

6 Es saßen da aber einige Schriftgelehrte und dachten in ihren Herzen: 7 Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein? 

8 Und Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, dass sie so bei sich selbst dachten, und sprach zu ihnen: Was denkt ihr solches in euren Herzen? 9 Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh umher? 10 Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden - sprach er zu dem Gelähmten: 11 Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim! 12 Und er stand auf, nahm sein Bett und ging alsbald hinaus vor aller Augen, so dass sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen: Wir haben so etwas noch nie gesehen.

Predigt 1.Mose 9,12-17

Ging es Ihnen vorhin auch so, liebe Gemeinde, als wir den Psalm beteten, dass Sie stuzten? Der Wochenspruch für diesen Sonntag lautet doch: "Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen." (Jer 17,14) Aber im Psalm war immer wieder die Rede von der Sünde. 

Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist!
Ich bekannte … dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich nicht.
Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen.
Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.

Warum wurde ausgerechnet dieser Psalm für diesen Sonntag ausgesucht? Gibt es keine anderen, in denen der Beter Gott für die erfolgte Krankenheilung dankt? Doch, die gibt es, aber auch hier wird ein Zusammenhang zwischen Krankheit und Sünde hergestellt. 

Dann dämmerte es mir langsam. Auch im Evangelium kam dieser Gedanke auf. Vordergründig wird von der Krankenheilung in Kapernaum erzählt. Aber der entscheidende Abschnitt in diesem Text lautet: “Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.”

Jetzt wollte ich es wissen. Kam dieser Gedanke auch in den anderen Texten des Sonntags vor? Ja, in jedem der 6 Texte für diesen Sonntag ist von der Sünde die Rede. 

Dem Menschen, den Jesus am See Betesda in Jerusalem nach 38 jähriger Krankheit heilt, dem sagt er: “Siehe, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre.” (Joh 5,14)

Im Epheserbrief fordert der Apostel seine Zuhörer auf: “22 Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. … 26 Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen, 27 und gebt nicht Raum dem Teufel.” (Eph 4)

Die dritte biblische Lesung stammt aus dem Buch des Propheten Jesaja. König Hiskia dankt Gott für die Rettung aus tödlicher Krankheit. Auch hier findet sich der Hinweis auf die Sünde: “Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, dass sie nicht verdürbe; denn du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück.” (Jes 38,17)

Und im Jakobusbrief heißt es: “Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.” (Jak 5,16)

Und auch im letzten Text aus dem 2. Buch Mose kommt das Stichwort “Sünde” vor: “Hab ich, HERR, Gnade vor deinen Augen gefunden, so gehe der Herr in unserer Mitte, denn es ist ein halsstarriges Volk; und vergib uns unsere Missetat und Sünde und lass uns dein Erbbesitz sein.” (2. Mose 34,9)

Wie sollen wir nun Krankheit, Heilung und Sünde zusammendenken, liebe Gemeinde? Ist eine Krankheit tatsächlich eine Strafe für unsere Sünden, wie es früher immer wieder gesagt wurde? Auch heute taucht in Gesprächen immer wieder einmal die Frage auf: “Was habe ich nur verbrochen, Herr Pastor, dass ich so krank bin?” 

Diese Frage hat Jesus selbst beantwortet. Bei Lukas wird erzählt, dass 18 Menschen erschlagen wurden, als in Siloah ein Turm einstürzte. Offensichtlich wurde auch hier nach einem Zusammenhang mit Schuld gefragt. Jesus erklärte dazu: “... meint ihr, dass die achtzehn ... schuldiger gewesen seien als alle andern Menschen, die in Jerusalem wohnen? Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.”

Damit ist die Perspektive beschrieben, unter der wir Krankheit, Unglück, Tod und vieles mehr betrachten müssen. Es geht also nicht um Schuldzuweisung, es geht ihm um Umkehr, um Hinwendung zu Gott. Und dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Bibel. 

Doch bevor wir von dieser Hinwendung sprechen, müssen wir die Sünde in den Blick nehmen, die uns von Gott trennt. Um zu verstehen, was gemeint ist, fangen wir am besten bei Adam und Eva an. Sie erinnern sich, was Gott den beiden gesagt hatte: “Ihr dürft alles essen und gebrauchen, nur vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollt ihr nicht essen und auch nicht vom Baum des Lebens. Ihr werdet sonst sterben.” Sie erinnert sich auch, was die Schlange den Menschen einflüsterte: “Wenn ihr vom Baum der Erkenntnis esst, werdet ihr sein wie Gott!” 

Das war eine phantastische Aussicht - sein wie Gott! Eigene Entscheidungen fällen, nicht immer auf den Übervater Gott hören. Nachdem Gott die Übertretung seines Gebotes bemerkte, muss er feststellen: “Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist.” (Gen 3,22) Doch dieses Wissen hilft dem Menschen nichts. Kaum hatte das Leben außerhalb des Paradieses begonnen, da tötet Kain seinen Bruder Abel, weil er eifersüchtig ist. Und obwohl Gott ihn vor der Tat anspricht, ist Kain nicht fähig, noch einmal über sein Vorhaben nachzudenken. Gottes Wort, ihr werdet sterben, erfüllt sich auf ganz andere Weise als gedacht. Es ist keine Strafe, sondern eine Folge menschlichen Tuns. Mord und Totschlag gehen weiter bis Gott die Sintflut schickt.

Auch wenn es merkwürdig erscheint, mit dem, was ich gerade gesagt habe, sind wir in meinen Augen in der Gegenwart angekommen. “Sein wollen wie Gott”, leben und wirtschaften, ohne nach Gott zu fragen; Religion ist - wenn man dafür überhaupt noch ein Gespür hat - bestenfalls Privatsache, hat aber mit dem tatsächlichen Leben nichts zu tun. Wird diese Haltung uns nicht allenthalben vor Augen geführt, liebe Gemeinde? Ist es nicht genau diese Hybris, diese menschliche Überheblichkeit, die für viele Unglücke, für Katastrophen in unserer Welt verantwortlich ist? 

Wenn wir an den steigenden Meeresspiegel, an die schmelzenden Polkappen denken, dann wird deutlich, was ich meine. Die seriösen Wissenschaftler sind sich einig, dass dies eine Folge des menschenverursachten Klimawandels ist. Sintflut. Obwohl wir wissen, was gut und was böse ist, tun wir nicht das Gute, das Richtige! Und auch das wissen wir, dass Angst und Sorgen und prekäre Verhältnisse einen richtig krank machen können! Das ist keine Strafe Gottes, sondern Folge unseres menschlichen Tuns. 

Vieles lässt sich auf diese Weise erklären, aber natürlich nicht alles. Vulkanausbruch, Erdbeben. Auch hier gilt: Nicht jede Krankheit. Und auch der Tod als Ende unseres Lebens ist eine natürliche Gegebenheit, sonst hätte Gott Adam und Eva nicht gesagt, sie sollten nicht vom Baum des Lebens essen. Der Tod kann allerdings mit Angst und Schrecken verbunden sein, wenn wir ihn als das große Aus, Vorbei, Nichts verstehen, wenn wir nicht mit uns selbst, mit unseren Nächsten und mit Gott im Reinen sind. 

Es gibt tatsächlich noch einen weiteren Text für diesen 19. Sonntag nach Trinitatis, der uns Mut machen kann. Er gehört mal wieder zu den Marginaltexten, zu denen, die am Rande stehen, offensichtlich nicht so wichtig sind. Es geht um das Ende der Sintflut und um das, was Gott seinen Menschen sagt:

12 Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: 13 Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. 14 Und wenn es kommt, dass ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. 15 Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, dass hinfort keine Sintflut mehr komme, die alles Fleisch verderbe. 16 Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, das auf Erden ist. 17 Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden.

Gott hat seinen Frieden mit uns Menschen geschlossen. Von ihm wird der Untergang der Welt nicht ausgehen. Vor Gott müssen wir uns nicht fürchten. Gott ist bereit, Übertretungen zu vergeben und die Sünde zu bedecken. Gott beschönigt nichts - alles nicht so schlimm -, aber er ist es auch nicht, der für das verantwortlich ist, was kommt, der uns womöglich straft, wie es manchmal in besonders frommen Kreisen heißt. 

"Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen." Zu dieser Gesundung gehört also zuerst, dass wir uns zu Gott wenden, dass wir wieder nach ihm und seinem Wort fragen und Leben - und dann wird vielleicht auch manche Krankheit wieder verschwinden. 

Gottes Regenbogen in den Wolken ist das Zeichen, das uns Hoffnung machen will. 

Sonntag, 24. Oktober 2021

Goldenes Konfirmationsjubiläum 2021

24. Oktober 2021

Konfirmationsjubiläum

Am Sonntag vor dem Reformationsfest feiern wir in der Gustav-Adolf-Kirche traditionell ein Konfirmationsjubiläum. In diesem Jahr sind diejenigen eingeladen, deren Konfirmation 50, 60, 65 oder noch mehr Jahre zurückliegt. Also feiern wir das Goldene (50 Jahre), das Diamantene (60 Jahre) und das Eiserne Konfirmationsjubiläum (65 Jahre) , hinzu kamen die Gnadenkonfirmation (70 Jahre), die Kronjuwelenkonfirmation (75  Jahre) und die Eichenkonfirmation (80 Jahre). Das Jubiläum der Engelkonfirmation (85 Jahre) konnten wir bisher noch nicht feiern.

Im Jahr 2022 sind dann übrigens am 23. oder 30. Oktober - der Sonntag muss noch festgelegt werden - die Silbernen Konfirmanden eingeladen, also diejenigen, die vor 25 Jahren konfirmiert wurden.

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 21. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.65. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)

Wochenlieder

  • Zieh an die Macht, du Arm des Herrn (EG 377)
  • Damit aus Fremden Freunde werden (HE-EG 639 / NB-EG 619)

Lieder für den Gottesdienst

  • Aus den Dörfern
  • Psalm 19, 8-14
  • Stern auf den ich schaue
  • Die Steppe wird blühen*
  • Geh unter der Gnade
  • May the Lord send Angels

*Bilder und Bibelstellen zum Lied "Die Steppe wird blühen" 

Die Steppe wird blühen. Die Steppe wird lachen und jauchzen. 

Jes 35,3 Stärkt die müden Hände und macht fest die wankenden Knie! 4 Sagt den verzagten Herzen: »Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott! Er ... kommt und wird euch helfen.« … Denn es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Lande. 7 Und wo es zuvor trocken gewesen ist, sollen Teiche stehen, und wo es dürre gewesen ist, sollen Brunnquellen sein. ... 8 Und es wird dort eine Bahn sein und ein Weg, der der heilige Weg heißen wird. ... Die Erlösten werden dort gehen. 10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen.

Die Felsen, die stehen seit den Tagen der Schöpfung, stehen voll Wasser, doch dicht. 

… es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Lande …

Mose, der in der Wüste auf einen Felsen schlägt und Wasser sprudelt, damit die Israeliten trinken können. 

Sie werden sich öffnen das Wasser wird strömen das Wasser wird glitzern und strahlend durstige kommen und Trinken die Steppe wird trinken die Steppe wird blühen die Steppe wird lachen und jauchzen

Verbannte, sie kommen mit leuchtenden Garben nach Hause, sie gingen in Trauer bis zum Ende der Erde, hin auf immer; allein. Vereint kehr’n sie wieder, wie Bäche voll Wasser, wie Bäche voll sprudelndem Wasser, brausend herab von den Bergen mit Lachen und jauchzen. Die säten in Tränen, kehrn wieder mit Lachen und Jauchzen.

Psalm 126 Der Herr erlöst seine Gefangenen - Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. 2 Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Dann wird man sagen unter den Heiden: Der HERR hat Großes an ihnen getan! 3 Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich. 4 HERR, bringe zurück unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringst im Südland.

5 Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. 6 Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.

Der Tote wird leben, die Tote wird hören: Nun lebe. Zu Ende gegangen, unter Steinen begraben: Toter, Tote, steht auf

Hesekiel 37 - Israel, das Totenfeld, wird durch Gottes Odem lebendig - Des HERRN Hand kam über mich, und er führte mich hinaus im Geist des HERRN und stellte mich mitten auf ein weites Feld; das lag voller Totengebeine. ... 3 Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, meinst du wohl, dass diese Gebeine wieder lebendig werden? Und ich sprach: HERR, mein Gott, du weißt es. 4 Und er sprach zu mir: Weissage über diese Gebeine und sprich zu ihnen: Ihr verdorrten Gebeine, höret des HERRN Wort! 5 So spricht Gott der HERR zu diesen Gebeinen: Siehe, ich will Odem in euch bringen, dass ihr wieder lebendig werdet. ... 7 Und ich weissagte, wie mir befohlen war. Und siehe, da rauschte es, als ich weissagte, und siehe, es regte sich und die Gebeine rückten zusammen, Gebein zu Gebein. 8 Und ich sah, und siehe, es wuchsen Sehnen und Fleisch darauf und sie wurden mit Haut überzogen;

Es leuchtet der Morgen. Da winkt eine Hand uns und ruft eine Stimme: Ich öffne Himmel und Erde und Abgrund. 

Sir 16,18 Wenn der Herr nach seiner Schöpfung schaut, dann fängt alles zu beben an: der Himmel mit seinen höchsten Höhen, die Erde und der tiefste Abgrund.

Und wir werden hören, und wir werden aufstehen und lachen und jauchzen und leben.

Gott durch den Mund seines Propheten Jeremia: Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören.

Evangeliumslesung Joh 15, 9-12

Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! 10 Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. 11 Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde. 12 Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe.

Predigt über Jer 29,1.4-14

Aus dem Evangelium: Jesus nach dem Zeugnis von Johannes: Bleibt in meiner Liebe!

Aus dem Wochenspruch: Lasst euch nicht von Bösen überwinden ...

Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggeführt hatte. ... 

Dieses Ereignis war aber nicht wie ein blindes Schicksal über die Israeliten gekommen. Die Propheten hatte jahrzehntelang, ja durchaus mehr als zwei Jahrhunderte lang immer wieder gewarnt, dass es einen massiven Einschnitt, einen Zusammenbruch geben werde, weil Israel den Weg mit Gott verlassen habe. Recht wurde gebeugt, gesellschaftlich Schwache wie Witwe und Waisen, Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen - Tagelöhner -, Migranten und andere wurden an den Rand gedrängt und ausgebeutet. Die Schere zwischen Arm und Reich ging immer weiter auseinander. Und in Politik und Wirtschaft spielte der Gott der Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott Moses spielte überhaupt keine Rolle mehr. 

Nun war die Katastrophe da - man hatte den Krieg gegen die Weltmacht Babylon verloren und die Oberschicht war nach Babylon deportiert worden. Die Zeit des Babylonischen Exils brach an - fernab der Heimat auf heidnischem Boden leben, in einer fremden, heidnischen Welt, vor allem: fernab vom Tempel, fernab von dem Ort, wo man Gott begegnen konnte. Dass die Klage zumindest in der Anfangszeit groß war, dass man sich zurück in die Heimat sehnte, kann sich jeder vorstellen. 

14. Jahrhundert: Die Päpste im französischen Exil und unter dem Einfluss der französischen Könige - vorausgegangen war der päpstliche Anspruch, über den weltlichen Herrschern zu stehen. Der französische König hatte dann mit Waffengewalt klargestellt, wie die Verhältnisse tatsächlich waren. 

Martin Luther gab einer seiner Hauptschriften den Titel “Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche”. Er setzte sich mit der Sakramentslehre der damaligen Kirche auseinander. 

Bischof Meister sprach davon, Corona hätte die Kirchen in die babylonische Gefangenschaft gebracht. Er versäumt es leider, nach den Ursachen zu fragen. Es hätte thematisiert werden können, wie die Pandemie theologisch zu deuten wäre - und es hätte reflektiert werden können, warum die Kirchen nicht systemrelevant sind. 

Auch über uns ist die Pandemie nicht als Schicksal gekommen, sie hat schon ihre Ursachen in unserer Lebensweise, die auf natürliche Gegebenheiten immer weniger Rücksicht nimmt. 

4 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu den Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen: 5 Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; 6 nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen, und gebt eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; mehret euch dort, dass ihr nicht weniger werdet. 

7 Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch euch wohl. 

Suchet der Stadt Bestes … Meppen; 2010 - 1225 Jahre christliche Spuren in Meppen
Suchet der Welt Bestes

8 Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Lasst euch durch die Propheten, die bei euch sind, und durch die Wahrsager nicht betrügen, und hört nicht auf die Träume, die sie träumen! 9 Denn sie weissagen euch Lüge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR. 

Dies rief heftigsten Widerspruch der gemeinten Propheten hervor. Die schrieben ihrerseits einen Brief an den König in Jerusalem, den die Babylonier zu diesem Zeitpunkt noch duldeten. Jeremias sollte festgenommen werden. 

So war das zu allen Zeiten und ist das bis heute. Wer kritisch hinterfragt, wird zumindest mit großer Skepsis betrachtet. 

10 Denn so spricht der HERR: Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe. 

Nachdem die Herrschaft der Babylonier durch die der Perser abgelöst wurde - Kyros II spielt hier eine große Rolle

11 Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung. 

12 Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. 13 Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, 14 so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen.

Erinnerung an die Konfirmation

Liebe Jubilare, 

bei Ihrer Konfirmation damals vor 50, 60, 65, 70, 75, ja 80 Jahren haben Sie bekannt, dass Sie im christlichen Glauben unterrichtet worden waren und dass Sie in diesem Glauben weiter wachsen wollten. An all das erinnern wir uns heute. 

Bei Ihrer Konfirmation ist Gottes Geist für Sie erbeten und Gottes Segen Ihnen zugesprochen worden. In seiner Treue hat Gott Sie bis zu diesem Tag begleitet.

Sie haben Liebe erfahren und Liebe gegeben. Gott hat Ihnen Umwege nicht erspart und manchen von Ihnen Leiden zugemutet. Vielleicht haben Sie dabei an Gott gezweifelt und Ihren Glauben für vergeblich gehalten. Vielleicht haben Sie aber auch gerade in schweren Stunden die Nähe Gottes gespürt.

Heute schauen Sie zurück auf das Leben, der hinter Ihnen liegt. Lassen Sie uns in der Stille bedenken, was Gottes Treue für uns bedeutet:

- Stille 

Für all das, was Gott uns geschenkt hat in diesen Jahren sagen wir ihm mit einem Wort aus dem 73. Psalm unseren Dank: 

Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott, den HERRN, dass ich verkünde all dein Tun. (Psalm 73, 28)

Segensgebet

Gott, unser Vater im Himmel, du hast uns bis hierher geleitet. Du warst uns Schutz und Schirm vor allem Bösen, Stärke und Hilfe zu allem Guten. Wir danken für alle Liebe und Güte, die wir erfahren haben, für die Gnade, in der du uns wieder und wieder vergeben hast und vergibst. Wir bitten dich um deinen Heiligen Geist, der uns in der Gemeinde und mit dir verbunden hat. Bleibe bei uns heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Einsegnung in 4er-Gruppen

Sonntag, 17. Oktober 2021

Motorradgottesdienst Herbst 2021

 ... zum Abschluss der Saison

Ich füge später am ende noch ein paar Fotos und Videos von der Ausfahrt ein; muss noch bearbeitet werden. 

17. Oktober 2021


Video:
Strecke zum Timmelsjoch, dazu auf der Orgel von DK
Born to be wild aus dem Film Easy Rider




Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom HERRN,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.
Siehe, der Hüter Israels
schläft und schlummert nicht.
Der HERR behütet dich;
der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.
Der HERR behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele.
Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit!

Lesung Micha 6,6-8

6»Womit soll ich mich dem HERRN nahen, mich beugen vor dem hohen Gott? Soll ich mich ihm mit Brandopfern nahen und mit einjährigen Kälbern? 7 Wird wohl der HERR Gefallen haben an viel tausend Widdern, an unzähligen Strömen von Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen für meine Übertretung geben, meines Leibes Frucht für meine Sünde?«

8 Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.



Predigt

Ich habe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen und der dich behütet schläft nicht, siehe der Hüter Israels schläft und schlummert nicht. 

Wenn man die physikalischen Grenzen beachtet, kann man richtig viel Spaß haben. 

Motorradfahrer, Autofahrer, Radfahrer - auch im Blick auf unsere Welt - alle müssen aufeinander achten - im Extremfall gibt es keinen Spielraum, Motorradfahrer, Radfahrer, Fußgänger haben keine Knautschzone - und auch Autofahrer sollten sich nicht darauf verlassen

Besondere Fahrt zum Timmelsjoch

Foto via Wikimedia - tolle Anfahrt

Man trifft nette Menschen ...

... und hat eine gute Gemeinschaft

links kommt die Straße von Österreich, rechts von Italien
Was Freundschaft verbindet, kann Politik nicht trennen.

Die Geschichte Südtirols (aus Wikipedia)

Abtrennung von Österreich - 1918 - Südtirol wurde gemäß dem Londoner Geheimvertrag Italien zugesprochen. 

Italianisierung - u. a. der Gebrauch der deutschen Sprache im Schulunterricht sowie in allen öffentlichen Einrichtungen verboten

Südtiroler Optanten - deutsch- und ladinischsprachige Bevölkerung vor die Wahl gestellt wurde, in das Deutsche Reich abzuwandern oder ohne ethnischen Minderheitenschutz in ihrer Heimat zu bleiben. 

Mit dem Einmarsch der US-Streitkräfte im Frühjahr 1945 übernahm die italienische antifaschistische Widerstandsbewegung Comitato di Liberazione Nazionale (CLN) die provisorische Verwaltung Südtirols

Nach dem Krieg - Autonomie Südtirols

Bombenattentate bis in die späten 1980er Jahre

Auf Initiative des österreichischen Außenministers Bruno Kreisky bereits von 1960 an kam es schließlich zu einer Diplomatische Lösung

Schengener Abkommen 1985

Zwischen 1955 und 1959 wurde die Nordrampe errichtet. Landeshauptmann Eduard Wallnöfer, selbst ein gebürtiger Südtiroler.

Die Südrampe von Passeier herauf war unter Benito Mussolini ab 1933 bis zwei Kilometer vor das Joch als Militärstraße gebaut worden. Dann wurden die Arbeiten eingestellt. Es dauerte nach dem Krieg noch bis zum 15. September 1968, bis die Straßenverbindung in beide Richtungen offiziell freigegeben werden konnte.

Micha 6,6-8 Lesung und Wochenspruch … Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.

Der HERR behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele.
Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit!

Vergiss es nie


Fürbitte, Vaterunser, Segen




Samstag, 2. Oktober 2021

Erntedank 2021

3. Oktober 2021

Nach langer Zeit melde ich mich auf dieser Seite wieder. Hinter mir liegen einige Wochen Urlaub und Vertretungszeiten, in denen ich nicht dazu kam, hier im Predigtblog etwas einzustellen. Ich hoffe, das wir jetzt wieder anders. 

Evangelischen Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Erntedanktag unter der Nummer 954.62. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. (Ps 145, 15)

Wochenlieder:

  • Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit (EG 502)
  • Auf, Seele, Gott zu loben (freiTöne 66)

Lieder für den Gottesdienst

  • Lied 447,1-3+10 - Lobet den Herren alle, die ihn ehren
  • Lied 505,1-4 - Die Ernt ist nun zu Ende
  • Lied 502,1+2+5 Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit

Psalm 104 - EG 743 - Herr, die Erde ist voll deiner Güter

1 Lobe den HERRN, meine Seele!
HERR, mein Gott, du bist sehr herrlich;
du bist schön und prächtig geschmückt.
2 Licht ist dein Kleid, das du anhast.
Du breitest den Himmel aus wie einen Teppich;
5 der du das Erdreich gegründet hast auf festen Boden,
dass es bleibt immer und ewiglich.
13 Du feuchtest die Berge von oben her,
du machst das Land voll Früchte, die du schaffest.
14 Du lässest Gras wachsen für das Vieh
und Saat zu Nutz den Menschen,
dass du Brot aus der Erde hervorbringst,
15 dass der Wein erfreue des Menschen Herz
und sein Antlitz schön werde vom Öl
und das Brot des Menschen Herz stärke.
24 HERR, wie sind deine Werke so groß und viel!
Du hast sie alle weise geordnet, 
und die Erde ist voll deiner Güter.
27 Es warten alle auf dich,
dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit.
28 Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie;
wenn du deine Hand auftust,
so werden sie mit Gutem gesättigt.
29 Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie;
nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub.
30 Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen,
und du machst neu die Gestalt der Erde.
31 Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewiglich,
der HERR freue sich seiner Werke!
Lobe den HERRN, meine Seele! Halleluja!

Evangelium Lk 12,15-21 - Niemand lebt davon, dass er viele Güter hat ...

15 Jesus sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.

16 Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen. 17 Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. 18 Und sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte 19 und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut! 20 Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? 

21 So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.

Predigt über 5. Mose 8,7-18 - Gott ist's, der dir Kräfte gibt, Reichtum zu gewinnen

Israel war in Ägypten, in der Sklaverei, nun ist man am Sinai, am Berg Gottes

7 Denn der HERR, dein Gott, führt dich in ein gutes Land, 

  • ein Land, darin Bäche und Brunnen und Seen sind, die an den Bergen und in den Auen fließen, 
  • 8 ein Land, darin Weizen, Gerste, Weinstöcke, Feigenbäume und Granatäpfel wachsen, 
  • ein Land, darin es Ölbäume und Honig gibt, 
  • 9 ein Land, wo du Brot genug zu essen hast, wo dir nichts mangelt, 
  • ein Land, in dessen Steinen Eisen ist, wo du Kupfererz aus den Bergen haust. 

Vierte Bitte im Vaterunser - Unser täglich Brot gib uns heute …

Was heißt denn tägliches Brot? 

Alles, was not tut für Leib und Leben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.

10 Und wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den HERRN, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir gegeben hat.

Paulus im Brief an die Kolosser: Und seid dankbar. Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen. Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesu und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. 

11 So hüte dich nun davor, den HERRN, deinen Gott, zu vergessen, sodass du seine Gebote und seine Gesetze und Rechte, die ich dir heute gebiete, nicht hältst. 

Keinen anderen Gott als den Gott Abrahams, Isaaks, Jakobs, den Vater Jesu Christi
Gottes Namen nicht missbrauchen
Den Feiertag heiligen
Vater und Mutter ehren, die Familie achten
Nicht töten
Nicht ehebrechen
Nicht stehlen
Nicht falsch Zeugnis reden, keine Lügen in die Welt setzen, bei der Wahrheit bleiben
Nicht begehren, dem anderen gönnen, was sein ist

12 Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst 13 und deine Rinder und Schafe und Silber und Gold und alles, was du hast, sich mehrt, 

Überschrift: Gott ist's, der dir Kräfte gibt, Reichtum zu gewinnen - Die Bibel hat hier nicht allein das vor Augen, was Menschen für das tägliche Brot brauchen, hier wird auch gedacht, dass sich Besitz vermehren darf - das ist in Gottes Augen nicht verwerflich.

14 dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst, der dich aus Ägyptenland geführt hat, aus der Knechtschaft, 

15 und dich geleitet hat durch die große und furchtbare Wüste, wo feurige Schlangen und Skorpione und lauter Dürre und kein Wasser war, und ließ dir Wasser aus dem harten Felsen hervorgehen 16 und speiste dich mit Manna in der Wüste, von dem deine Väter nichts gewusst haben, auf dass er dich demütigte und versuchte, damit er dir hernach wohltäte. 

Kann denn so etwas in Vergessenheit geraten?

17 Du könntest sonst sagen in deinem Herzen: Meine Kräfte und meiner Hände Stärke haben mir diesen Reichtum gewonnen. 

durch Erfindergeist - Wagemut - Weitblick - Engagement - Produktivität - Investitionen - Wirtschaftswunder - politische Klugheit, den Moment zu nutzen (heute ist auch der Tag der Deutschen Einheit) - ja, manches Mal auch auf Kosten anderer, aber wenn wir denen nichts abnehmen, wovon sollen die sonst leben - ja, manches Mal auch auf Kosten der Natur, aber der Markt wird das auch schon richten - ja, wir können stolz sein auf das, was wir erreicht haben.

Hüte dich davor, den HERRN, deinen Gott, zu vergessen, sodass du seine Gebote und seine Gesetze und Rechte, die ich dir heute gebiete, nicht hältst.

18 Sondern gedenke an den HERRN, deinen Gott; denn er ist’s, der dir Kräfte gibt, Reichtum zu gewinnen, auf dass er hielte seinen Bund, den er deinen Vätern geschworen hat, so wie es heute ist.

Fürbitte

von der Seite der https://www.velkd.de/gottesdienst/wochengebet.php

Wochengebet vom 3. Oktober 2021 - statt: "Herr erbarme dich" singen wir im Gottesdienst den Refrain von "Wir pflügen und wir streuen"

Sonntag, 8. August 2021

10. Sonntag nach Trinitatis 2021

Israelsonntag

8. August 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 10. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.53. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Der 10. Sonntag nach Trinitatis ist in der evangelischen Kirche der "Israelsonntag". Wir Christen erinnern uns unserer Wurzeln im auserwählten Volk Gottes, in Israel. Der Apostel Paulus beschreibt diese Verbindung mit einem Vorgang aus der Landwirtschaft. Israel ist der Ölbaum, in den die Christen als wilder Zweig eingepfropft wurden , so dass sie "teilbekommen ... an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums", (Röm 11,17)

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat. (Ps 33, 12)

Gottesdienstordnung

Neben dem Kasus "Israelsonntag" hat der Gottesdienst einen zweiten Schwerpunkt. Ein Ehepaar aus der Gemeinde feiert seine Silberne Hochzeit und erbittet im Gottesdienst Gottes Segen. 

♫ Orgelvorspiel EG 433 Hevenu schalom


Begrüßung


♫ fT 168 - Sonne der Gerechtigkeit


Psalmgebet - 139,1-10 fT 232 - dazu der Kehrvers: Du bist da, du bist da … (fT 91)

HERR, du erforschest mich
und kennest mich.
Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;
du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ich gehe oder liege, so bist du um mich
und siehst alle meine Wege.
Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge,
das du, HERR, nicht schon wüsstest.
Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch,
ich kann sie nicht begreifen.
Wohin soll ich gehen vor deinem Geist,
und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
Führe ich gen Himmel, so bist du da;
bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.
Nähme ich Flügel der Morgenröte
und bliebe am äußersten Meer,
so würde auch dort deine Hand mich führen
und deine Rechte mich halten.
 

Eingangsgebet


Epistellesung Röm 11* - Israels Errettung

Präfamen: Der Apostel versucht, das Verhältnis zwischen Christen und Juden zu erklären. Dafür vergleicht er Israel mit einem edlen Ölbaum. Von diesem Ölbaum wurden einige Zweige - das sind die, die nicht an Christus glauben können - abgebrochen. Die Christen wurden dagegen als wilder Ölzweig auf den edlen Stamm Israel gepfropft. Das darf die Christen aber nicht überheblich werden lassen gegenüber den jüdischen Geschwistern, denn, so sagt es der Apostel: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich ...

Hören wir, was Paulus insgesamt schreibt. 

17 Nun wurden einige von den Zweigen ausgebrochen und du, der du ein wilder Ölzweig warst, bist in den Ölbaum eingepfropft worden und hast teilbekommen an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums. 18 Rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich. … 

24 Denn wenn du aus dem Ölbaum, der von Natur wild war, abgehauen und wider die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, wie viel mehr werden die natürlichen Zweige wieder eingepfropft werden in ihren eigenen Ölbaum.

25 Ich will euch, liebe Schwestern und Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist; 26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jes 59,20; Jer 31,33): »Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. 27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.«

28 Im Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. 29 Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. 30 Denn wie ihr zuvor Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams, 31 so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen. 32 Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme.

Credo


♫ fT 141 - Es wird sein in den letzten Tagen


Silberne Hochzeit


Lesungen aus der Bibel zum Thema Ehe

Hört Gottes Wort für die Ehe: Gott hat von Anfang an Frau und Mann füreinander geschaffen. Das bezeugt die Heilige Schrift mit den Worten: 

27 Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Frau und Mann. 28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan ... Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.  (1. Mose 1)

Jesus kennt - natürlich - dieses Bibelwort, er nimmt es auf und führt es fort: 5 Gott, der den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Frau und Mann 5 und sprach (1.Mose 2,24): »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden "ein" Fleisch sein«? 6 So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern "ein" Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden! (Mt 19)

Was der Apostel allen Christen sagt, das gilt auch und besonders für das leben in der Ehe und in der Familie: 12 So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; 13 und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! 14 Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. 15 Und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in "einem" Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar. 16 Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: ...17 Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. (Kol 3)

Erinnerung an das Bekenntnis zueinander, Gebet und Segen


♫ fT 118 - Weil der Himmel bei uns wohnt (Wenn Glaube bei uns einzieht …)


Predigt 

Das Verhältnis Gottes zu seinem Volk Israel aus christlicher Sicht. Die Christen als wilde Ölzweige aufgepfropft auf den edlen Ölbaum Israel. 

Paulus: Im Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. (Römer 11,28f)

Gott hält an seinem Bund mit seinem erstgeborenen Volk fest: Sie sind Geliebte um der Väter willen - um Abrahams, Isaaks und Jakobs willen!

Gott steht zu seinem Volk - wie ein Ehepaar, das gemeinsam durchs Leben geht - in guten wie auch in bösen Tagen - und dann nach 25 Jahren erneut um Gottes Segen bittet. In der Bibel wird die Ehe auch als Bild genommen, leider negativ. Untreue und Betrug, woran die Beziehung Gottes mit seinem Volk leidet.

Trauspruch des Silberpaares - 1. Kor 13

Die Liebe ist langmütig und freundlich, 
die Liebe eifert nicht, 
sie bläht sich nicht auf. 
Sie sucht nicht das ihre. 
Sie erträgt alles, 
sie glaubt alles, 
sie hofft alles, 
sie duldet alles -
die Liebe hört niemals auf.

Juden: Im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen

Christen: Im Blick auf die Taufe sind wir Geliebte um Jesu willen - 

Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.

Tauf- und Konfirmationssprüche der Kinder

Taufe: Ps 23 - 1 Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

Konfirmation: 1. Tim 6,12 - Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen.

Taufe: Ps 121 - 7 Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. 8 Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

Konfirmation: Ps 33 - 4 Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss. 

Taufe: 1. Kor 16 - 13 Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark! 14 Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!

Konfirmation: 1. Kor 16 - 13 Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark! 14 Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!

♫ fT 183 - Eli, Eli - es möge endlos sein


Abkündigungen


♫ fT 177 - Freunde, dass der Mandelzweig


Fürbitte und Vaterunser, Entlassung und Segen


♫ Orgelnachspiel - Schalom chaverim

Samstag, 10. Juli 2021

6. Sonntag nach Trinitatis

11. Juli 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 6. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.49. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr". Auf dieser Internetseite schreibt Manfred Senftleben zum Thema des Sonntags: "Am 6. Sonntag nach Trinitatis hören wir von der Taufe, dass wir durch sie zu Gottes Volk hinzuberufen sind. Die Taufe läßt uns teilhaben an dem Tod und der Auferstehung Jesu, und so haben wir auch Teil an dem wunderbaren Licht, das mit Jesus in diese Welt leuchtet."

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein. (Jes 43,1)

Lieder im Gottesdienst

fT 15,1-3 - Und ein neuer Morgen
oder: fT 4 Eingeladen zum fest des Glaubens
Psalm 139 in Verbindung mit fT 91 Kehrvers Strophe 1 - vgl. Freitöne Seite 232
fT 132 Ich steh dazu
fT 45 Stimme, die Stein zerbricht
fT 177 Freunde dass der Mandelzweig

Psalm 139 (zusammen mit fT 91 Kehrvers)

1 HERR, du erforschest mich
und kennest mich.
2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;
du verstehst meine Gedanken von ferne.
3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich
und siehst alle meine Wege.
4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge,
das du, HERR, nicht schon wüsstest.
5 Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
6 Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch,
ich kann sie nicht begreifen.
7 Wohin soll ich gehen vor deinem Geist,
und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
8 Führe ich gen Himmel, so bist du da;
bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.
9 Nähme ich Flügel der Morgenröte
und bliebe am äußersten Meer,
10 so würde auch dort deine Hand mich führen
und deine Rechte mich halten.
11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken
und Nacht statt Licht um mich sein –,
12 so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir,
und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.
 

Epistel Röm 6, 3-8

Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? 4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. 5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. 6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen. 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. 8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.

Predigttext Exodus 8

8 Die Israeliten waren unter der Macht einer starken Hand ausgezogen. 9 Und die Ägypter jagten ihnen nach mit Rossen, Wagen und ihren Männern und mit dem ganzen Heer des Pharao und holten sie ein, als sie sich gelagert hatten am Meer bei Pi-Hahirot vor Baal-Zefon.

10 Und als der Pharao nahe herankam, hoben die Israeliten ihre Augen auf, und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her. Und sie fürchteten sich sehr und schrien zu dem HERRN 11 und sprachen zu Mose: Waren nicht Gräber in Ägypten, dass du uns wegführen musstest, damit wir in der Wüste sterben? Warum hast du uns das angetan, dass du uns aus Ägypten geführt hast? 12 Haben wir’s dir nicht schon in Ägypten gesagt: Lass uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen? Es wäre besser für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben. ...

15 Und der HERR sprach zu Mose: Was schreist du zu mir? Sage den Israeliten, dass sie weiterziehen. 16 Du aber hebe deinen Stab auf und recke deine Hand über das Meer und teile es mitten durch, sodass die Israeliten auf dem Trockenen mitten durch das Meer gehen. 17 Siehe, ich will das Herz der Ägypter verstocken, dass sie hinter euch herziehen, und will meine Herrlichkeit erweisen an dem Pharao und aller seiner Macht, an seinen Wagen und Männern. 18 Und die Ägypter sollen innewerden, dass ich der HERR bin ...

21 Als nun Mose seine Hand über das Meer reckte, ließ es der HERR zurückweichen durch einen starken Ostwind die ganze Nacht und machte das Meer trocken und die Wasser teilten sich. 22 Und die Israeliten gingen hinein mitten ins Meer auf dem Trockenen, und das Wasser war ihnen eine Mauer zur Rechten und zur Linken. 23 Und die Ägypter folgten und zogen hinein ihnen nach, alle Rosse des Pharao, seine Wagen und Männer, mitten ins Meer. ...

26 Aber der HERR sprach zu Mose: Recke deine Hand aus über das Meer, dass das Wasser wiederkomme und herfalle über die Ägypter, über ihre Wagen und Männer. 27 Da reckte Mose seine Hand aus über das Meer, und das Meer kam gegen Morgen wieder in sein Bett, und die Ägypter flohen ihm entgegen. So stürzte der HERR sie mitten ins Meer. 28 Und das Wasser kam wieder und bedeckte Wagen und Männer, das ganze Heer des Pharao, das ihnen nachgefolgt war ins Meer, sodass nicht einer von ihnen übrig blieb. …

30 So errettete der HERR an jenem Tage Israel aus der Ägypter Hand. Und sie sahen die Ägypter tot am Ufer des Meeres liegen.

Predigt

Wir nähern uns dem nicht ganz einfachen Predigttext schrittweise. Er gehört zum 6. Sonntag nach Trinitatis, an dem wir uns an die Taufe erinnern, weil Gott die Israeliten durchs Wasser führte und errettet, wie er uns in der Taufe neues und ewiges Leben schenkt. 

Was mir allerdings schon als Kind nicht gefallen hat, ist der Erzählstrang, dass die Ägypter mit Ross und Wagen umkamen. Insbesondere die Pferde taten mir leid. Aber ich fand es faszinierend, dass Gott sein Volk Israel aus höchster Not rettet. Das würden wir uns heute auch so manches Mal in unserem Leben wünschen.

Doch damit ist der Text natürlich nicht erschöpfend gedeutet. Schauen wir zunächst auf die Ägypter. Was treibt sie an. Unter dem Eindruck der 10 Plagen hatten sie die Israeliten ziehen lassen. Sehr schnell allerdings merkten die Ägypter, dass ihnen die billigen Arbeitskräfte fehlten. Das ist ja bis heute so. Wo mehr bezahlt werden muss als zwingend erforderlich, da werden alternative, billigere Wege gesucht. Im Fall der Israeliten wollte der Pharao die Geflohenen zurückholen, wenn es sein musste, mit Gewalt. 

Da die Ägypter nur ihren Profit und ihren Gewinn, aber auch ihre Macht im Blick hatten, ignorierten sie die offenkundige Gefahr. Sie zogen sehenden Auges in den Untergang. Der Verstand, aber auch das Herz hätte ihnen sagen müssen, dass der wundersame Weg durchs Meer nicht für sie bestimmt sein konnte. Aber das blendeten sie aus. Zurückstecken war nicht ihre Sache. Und so kam zwangsläufig das Verderben. 

Wäre Mose nicht gewesen, der auf Gottes Zusage vertraute - und genau an dieser Stelle ist der Unterschied: Vertrauen auf Gott, Blick auf Gewinn und Macht - , die Ägypter hätten leichtes Spiel gehabt. Die Israeliten wären den alten Herren ohne viel Aufhebens gefolgt. “Warum hast du uns das angetan, dass du uns aus Ägypten geführt hast?”, so halten sie es Mose vor. “Haben wir’s dir nicht schon in Ägypten gesagt: Lass uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen? Es wäre besser für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben.”

Da hätten sich dann die richtigen gefunden. Die einen, die billige Arbeitskräfte suchten, die anderen, die die Freiheit wohl verlockend fanden - versucht hatten sie es ja -, aber wenn sie dafür einen persönlichen Preis zahlen müssten, wenn sie kämpfen und dabei vielleicht sogar sterben müssten, so viel war ihnen die Freiheit dann doch nicht wert. Der Weg des geringsten Widerstands ist zwar nicht unbedingt schön und er genießt auch kein hohes Ansehen, aber dieser Weg ist bequem. Man bekommt gesagt, was zu tun ist, und man muss nicht allzuviel selber nachdenken und entscheiden. Und wenn dann der Magen noch gefüllt ist - die Fleischtöpfe Ägyptens sind sprichwörtlich geworden - was will man mehr. 

Gott will für sein Volk allerdings viel mehr - wie die Israeliten es sich in Ägypten gewünscht hatten, will Gott für sie Freiheit. Aus dem Sklavenhaus Ägypten will er sie in ein Land führen, wo Milch und Honig fließen. Letztendlich hat Gott auch uns das in der Taufe versprochen: Frei von der Macht der Sünde sollen wir unser Leben gestalten. Nur heißt Freiheit eben nicht, dass einem alles in den Schoß fällt. Und der Weg ins gelobte Land war durchaus ein langer Weg, ein steiniger Weg, auf dem manche Hindernisse überwunden werden mussten. So, wie das bei uns auch ist.

In der brenzligen Situation am Schilfmeer war es erst einmal das Gottvertrauen eines Mannes, der das Volk vor der erneuten Sklaverei bewahrte. Wäre Mose nicht gewesen, die Israeliten wären umgekehrt. Allein das Vertrauen dieses einen ermöglichte es den vielen, auf dem Weg in die Freiheit weiterzuziehen und nicht schon auf den ersten Metern zu scheitern. Am Berg Sinai angekommen bekannte das Volk unter dem Eindruck der Erlebnisse während der Wüstenwanderung auf der einen Seite einmütig: “Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun.” Auf der anderen Seite wichen sie sehr schnell vom eingeschlagenen Weg ab und bauten sich ihren eigenen Gott, das Goldene Kalb. “Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat!” So wankelmütig ist das menschliche Herz. 

Nur Gott hält an seinem Versprechen fest. Nachdem Israel die Zehn gebote empfangen hat, dauert es zwar 40 Jahre, bevor man ans versprochene Ziel gelangt, und von der Generation, die aus Ägypten aufbrach, betreten nur zwei das Gelobte Land - Josua und Kaleb - aber Gott erfüllt seine Verheißung und Israel kann das Land in Besitz nehmen, wie es den Vätern versprochen war. 

Was bedeutet das nun für uns? Heute am 6. Sonntag nach Trinitatis erinnern wir in der evangelischen Kirche an unsere Taufe, Jahr für Jahr übrigens. Mit Christus sind wir der Sünde gestorben, so erklärt es Paulus im Brief an die Römer. Die Sünde hat keine Macht mehr über unser. Wir haben es nicht mehr nötig, allein auf Gewinn, Profit oder Macht - und was sonst noch zu diesem Themenkreis gehört - zu schielen. Gott hat uns in der Taufe ein Leben in Freiheit geschenkt. Das ist zwar kein Weg, so habe ich es eingangs ja auch schon gesagt, auf dem uns alles in den Schoß fällt, aber Gott hat uns alles gegeben, was wir brauchen, um unseren Weg in der Welt zu gehen.

Er hat uns einen Verstand - und auch ein Herz - gegeben, damit wir Situationen erkennen und Gefahren einschätzen können. Er hat uns seine Gebote gegeben - das verbindet uns mit seinem ersterwählten Volk, den Israeliten - er hat uns seine Gebote gegeben, an denen wir uns orientieren und das leben ausrichten können. Und Gott hat uns seinen Sohn gegeben. Mit seinem Leben zeigt uns Jesus, wie Leben in der Gemeinschaft mit den Schwachen gelingen kann. Mit seinem Tod zeigt er, wohin Fanatismus und politische und militärische Gewalt führen - eben in den Tod. Jedoch mit seiner Auferstehung zeigt er, dass nicht der Tod und all seine Helfershelfer das letzte Wort behalten, sondern dass dieses letzte Wort allein bei Gott liegt, der das Leben in Freiheit für jeden Menschen will. 

Wir sind zwar im Augenblick meilenweit davon entfernt, dass wir diesen Weg der Freiheit für jeden Menschen gehen, aber warum sollen wir nicht dem Beispiel des Mose folgen, der auf Gottes Wort vertraute und sein Volk in die Freiheit führte. Auf diesem Weg liegt Gottes Segen. Der Weg der Ägypter in den selbstverschuldeten Untergang sollte uns eine eindeutige Mahnung sein. 

Mittwoch, 7. Juli 2021

Partnerschaftsgottesdienst 2021

Nachtrag zum 6. Juni 2021 - 1. Sonntag nach Trinitatis

Traditionell feiern wir am ersten Sonntag im Juni einen Gottesdienst, wo die Partnerschaft mit der lutherischen Kirchengemeinde in Chemchem / Tansania im Mittelpunkt steht. Der Gottesdienst wird abwechselnd in Deutschland und in Tansania vorbereitet und findet dann mehr oder weniger zeitgleich statt. In diesem Jahr kam die Vorlage von unseren Partner in Tansania. 

Gottesdienst bei YouTube

Lieder

  • EG 165 Vers 1 mit Orgel: Mungu yupo hapa
  • fT 72 Ich sing dir mein Lied
  • Let the heaven….
  • Tembea na Yesu
  • Möge die Straße ...

Das neue Partnerschaftssymbol in der Gustav-Adolf-Kirche

Partnerschaftsdreieck
gif-Animation - Das Bild wechselt alle 5 sec

Das Dreieck steht für:
Trinität – Dreifaltigkeit –
Gott, Jesus, Heiliger Geist

Die AMANI-Kirchengemeinde in ChemChem liegt an dem Fluss Mto-Bubu, 
der in der Regenzeit über die Ufer tritt, meist jedoch ausgetrocknet ist.

Die Gustav-Adolf-Kirchengemeinde in Meppen liegt an der Ems,
die immer genügend Wasser hat.

Im oberen Teil des Dreiecks sind beide „Flüsse“ miteinander verwoben,
so wie wir in unserem Glauben an Gott, an Jesus und an den Heiligen Geist 
miteinander verwoben sind – 
und bilden somit den Stamm des Kreuzes.

Der Querbalken des Kreuzes – 
dem Zeichen, das uns im Glauben vereint – 
symbolisiert mit Schwarz und Weiß unsere Hautfarben.

Die Verbundenheit im Glauben 
wird in dem Logo unserer Gemeindepartnerschaft zusammengefasst.

Unsere Gemeindepartnerschaft ist ein Teil der 
Kirchenkreis-Partnerschaft EmBeKo (Emsland-Bentheim-Kondoa) 
mit dem Ev.-luth. Missionskreis Kondoa, Tansania, 
deren Grundsatz aus drei Säulen besteht:

Glauben teilen 
Leben teilen 
Talente teilen

Partnerschaftsdreieck in der Gustav-Adolf-Kirche
Partnerschaftsdreieck in der Gustav-Adolf-Kirche

Texte

Grußwort aus Tansania

Liebe Schwestern und Brüder im Kirchenkreis Emsland-Bentheim.

Hier in Kondoa geht es uns gut und wir genießen unseren Alltag mit großer Hoffnung auf Gottes Schutz.

Die Welt ist im Aufruhr wegen Pandemieerkrankungen wie Covid 19, die vor allem die Menschen auf der Welt erschrecken. ... Wir als Christen müssen antworten von Gott, unserem Schöpfer, suchen. … Wir hören nicht auf, national und weltweit für unsere Familien und deren Gesundheit zu beten.

Wir sind unserem Herrgott so dankbar, der uns alle in der Kondoa Lutherischen Kirche und der Lutherischen Kirche Emsland-Bentheim mehr als dreißig Jahren in der Zusammenarbeit begleitet hat. ...

Derzeit befinden wir uns in der Endphase der Vorbereitungen zur Bohrung des Brunnens auf dem EmBeKo Diaconic Center, in Zusammenarbeit mit Euch entwickelt. Es fand statt unter der Leitung beider Kirchenkreise und durch die Bemühungen von Partnerschaftsbeauftragten, darunter die Vorsitzende Margarete Pradel.

Wir bitten alle Mitglieder in unserer Partnerschaft, für dieses Projekt zu beten, um die schnellen Veränderungen im Fortschritt für die Menschen in Embeko und Umgebung zu erleichtern. …

Liebe christliche Familienmitglieder in Deutschland, wir wünschen Euch alles Gute und ein friedliches Leben und Gottes Segen bei der Feier unseres Partnerschaftssonntags. Wir senden Euch die Fotos nach dem Sonntagsgottesdienst zu.

Der Friede unseres Herrn sei mit euch allen.

Vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen
Stanley Tabulu - DistrictPastor ELCT Kondoa.
(Übersetzung Marga Pradel)

Psalm 78,5-16

5 Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob
und gab ein Gesetz in Israel
und gebot unseren Vätern,
es ihre Kinder zu lehren,
6 auf dass es die Nachkommen
lernten, die Kinder, die noch geboren würden; 
die sollten aufstehen und es auch ihren
Kindern verkündigen,
7 dass sie setzten auf Gott ihre Hoffnung /
und nicht vergäßen die Taten Gottes, sondern seine Gebote hielten
8 und nicht würden wie ihre Väter,
ein abtrünniges und ungehorsames Geschlecht,
dessen Herz nicht fest war
und dessen Geist sich nicht treu an Gott hielt,
9 wie die Söhne Ephraim, die den Bogen führten, abfielen zur Zeit des Streits.
10 sie hielten den Bund Gottes nicht
und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln
11 und vergaßen seine Taten und seine Wunder,
die er sie hatte sehen lassen.

Swahili

5 Maana alikaza ushuhuda katika Yakobo, 
Na sheria aliiweka katika Israeli.
Aliyowaamuru baba zetu
Wawajulishe wana wao,
6 Ili kizazi kingine wawe na
habari, Ndio hao wana
watakaozaliwa. Wasimame na
kuwaambia wana wao
7 Wamwekee Mungu tumaini lao. 
Wala wasiyasahau matendo ya Mungu, 
Bali wazishike amri zake.
8 Naam, wasiwe kama baba zao, 
Kizazi cha ukaidi na uasi.
Kizazi kisichojitengeneza moyo, 
Wala roho yake haikuwa amini kwa Mungu.
9 Wale Waefraimu, wenye silaha, 
wapiga upinde, Walirudi nyuma siku ya vita.
10 Hawakulishika agano la Mungu; 
Wakakataa kuenenda katika sheria yake;
11 Wakayasahau matendo yake, 
Na mambo yake ya ajabu aliyowaonyesha.

Lesung und Predigttext: Lukas 16,19-31 - Der arme Lazarus und der Reiche - Ideen zur Predigt

Als der Reiche sich in der "Hölle" wiederfindet, bittet er Abraham, in dessen Schoß Lazarus sitzt (hier Bild für den Himmel): "... So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual."

Der Reiche will seine Brüder vor seinem Schicksal bewahren. Wenn sie nicht die Hölle erleben wollen, müssen sie ihr Leben ändern, müssen sie umkehren!

Abraham aber antwortet ihm: "Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören." Übersetzt heißt das: Sie haben die Gebote Gottes und sie haben die mahnende Rede der Männer Gottes, die Israel immer wieder Gottes Willen vor Augen gehalten haben: Recht und Gerechtigkeit üben, keine Ausbeutung der Schwachen, keine Rechtsbeugung, Unterstützung für Witwen und Waisen, Achtung der Fremden im Lande. Wo das umgesetzt wird, sind Menschen auf dem richtigen Weg. 

Der Reiche aber kennt seine Brüder, er kennt seine Mitmenschen: "Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun." Diese Ausrede lässt Abraham nicht zu: "Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde." 

Auch wir Christen haben Mose und die Propheten, wir haben einen, der von den Toten auferstanden ist, Jesus Christus. Und der hat seinen Nachfolgern ans Herz gelegt: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft“ (5. Mose 6,4-5). Das andre ist dies: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (3. Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese. (Markus 12,29-31)

Ergänzt werden kann dies durch einen Abschnitt aus 5. Mose 30,19-20: Ich nehme Himmel und Erde heute über euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, dass du den HERRN, deinen Gott, liebst und seiner Stimme gehorchst und ihm anhangest. Denn das bedeutet für dich, dass du lebst und alt wirst und wohnen bleibst in dem Lande, das der HERR deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen zu geben.

Sonntag für Sonntag, Gottesdienst für Gottesdienst, wird der Gemeinde vorgelegt Leben und Tod, Segen und Fluch. Wie fällt unsere Antwort aus?

VATER UNSER

Vater unser im Himmel
geheiligt werde dein Name,
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben
unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN

Swahili

Baba Yetu uliye mbinguni,
Jina lako litukuzwe,
Ufalmo wako uje,
Mapenzi yako yatimizwe
Hapa duniani kama huko mbinguni.
Utupe leo riziki yetu,
Utusamehe makosa yetu
kama sisi tunavyowasamehe
Waliotukosea.
Usitutie majaribuni,
Lakini utuokoe na yule mwovu.
Kwa kuwa ufalme ni wako,
na nguvu, na utukufu
hata milele. AMEN

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich,
der Herr lasse sein Angesicht leuchten
über dir und sei dir gnädig,
der Herr erhebe sein Angesicht auf
dich und gebe dir Frieden.

Swahili

Bwana akubarikie, na kukulinda,
Bwana akuangazie nuru za uso wake,
nakukufadhili;
Bwana akuinulie uso wake
na kukupa amani.