Mittwoch, 6. Januar 2021

Epiphanias

6. Januar 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zu Epiphanias unter der Nummer 954.13. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt. (1. Joh 2, 8)

Wochenlieder:

Wie schön leuchtet der Morgenstern (EG 70) oder

Stern über Bethlehem (NB-EG 544; HE-EG 542)

Lieder für den Gottesdienst

  • EG 8,1-4 - Es kommt ein Schiff geladen
  • EG 740 - Jauchzet dem Herrn, alle Welt!
  • EG 544,1-4 - Stern über Bethlehem
  • EG 407,1-3 - Stern auf den ich schaue
  • EG 44 - O du fröhliche als musikalisches Nachspiel

EG 740 - Jauchzet dem Herrn, alle Welt!

Jauchzet dem HERRN, alle Welt! Dienet dem HERRN mit Freuden,

kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! Erkennet, dass der HERR Gott ist!

Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, / zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!

Denn der HERR ist freundlich, / und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.

Evangelium Mt 2,1-12 - Die Weisen aus dem Morgenland

1 Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: 2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.

3 Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, 4 und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. 5 Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1): 6 »Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.«

7 Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, 8 und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, dass auch ich komme und es anbete. 9 Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. 10 Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut 11 und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.

12 Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr Land.

Predigt zu Jesaja 60,1-6 - Mache dich auf, werde licht

Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.  

Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter auf dem Arme hergetragen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und vor Freude strahlen, und dein Herz wird erbeben und weit werden, wenn sich die Schätze der Völker am Meer zu dir kehren und der Reichtum der Völker zu dir kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die jungen Kamele aus Midian und Efa. 

Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des HERRN Lob verkündigen. 

“Dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! … Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.” Diese Sätze scheinen aus einer anderen Welt zu kommen. Bei all den Schreckensnachrichten und der Situation in unserem Land und in der ganzen Welt würden wir doch viel eher diesem Satz zustimmen: “Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker.” 

Aber genau die Botschaft vom Licht haben wir in den Weihnachtstagen vernommen und anderen weitergegeben - im digitalen Krippenspiel, im Gottesdienst mit den Jugendlichen, in der traditionellen Christvesper digital und in Präsenz abends in der Kirche und in den darauf folgenden Gottesdiensten. “Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr!” Und Menschen haben uns die Rückmeldung gegeben, dass sie sich über unsere - und auch über andere - Angebote gefreut haben, dass es gut war, dass wir unsere verschiedenen Verkündigungswege genutzt haben, dass es gut tat, in diesen dunklen Tagen die Weihnachtsbotschaft zu hören. 

Zu diesem Christus sind sie damals gegangen, die Hirten und später die Könige bzw. die Weisen aus dem Morgenland. Sie alle haben das Licht gesehen und neue Kraft geschöpft. Verändert hat sich ihre Situation nicht mit einem Schlag. Die Hirten gingen wieder zu ihren Herden und taten ihre Arbeit und die Könige zogen zurück in ihr Land. Über das weitere Schicksal dieser Menschen ist nichts bekannt. 

Später allerdings veränderte die Begegnung mit Jesus das Schicksal derjenigen, die ihn trafen und die sich von ihm ansprechen ließen. Einige verließen alles und folgten ihm nach, andere gestalteten ihr Leben von Grund auf neu wie der Zöllner Zachäus. Allen gemeinsam war, dass sie von dieser Begegnung im wahrsten Sinn begeistert waren und das ganze Leben danach ausrichteten - auch ohne, dass sich die Lebenssituation veränderte. Ja, wenn man die Geschichte der ersten Christenheit verfolgt, es wurde ja noch viel schlimmer: Ausgrenzung, Verfolgung und Tod drohten den Anhängern der neuen Religion. Trotzdem trugen die Christen das Licht ihres Glaubens in die Welt und begeisterten damit viele andere, die zur neuen Gemeinschaft gehören wollten und sich taufen ließen: Mache dich auf, werde licht, die Intention dieses prophetischen Satzes nahmen die Christen damals wortwörtlich.

Kommen wir noch einmal zurück zu Jesaja. Seite Worte waren an die Israeliten in der Babylonischen Gefangenschaft gerichtet. Aber diese Zeit des Exils neigte sich dem Ende zu und die Heimkehr nach Israel, ins Land der Väter, war nicht mehr ausgeschlossen. Der Prophet machte seinem Volk Mut, indem er auf Gott verwies: Dein Licht kommt … über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. 

Und dann lässt der Prophet sein Volk die Zukunft schauen: Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter auf dem Arme hergetragen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und vor Freude strahlen, und dein Herz wird erbeben und weit werden, wenn sich die Schätze der Völker am Meer zu dir kehren und der Reichtum der Völker zu dir kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die jungen Kamele aus Midian und Efa. 

Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des HERRN Lob verkündigen.

Eine kurze Nebenbemerkung: Wegen des letzten Satzes aus dem Prophetenbuch - Gold und Weihrauch bringen und des HERRN Lob verkündigen - und es kommen noch diese Sätze hinzu: Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht - deswegen kommen die Weisen aus dem Morgenland und bringen Gold und Weihrauch dem Kind in der Krippe - aber darauf kommt es im Augenblick gar nicht an. 

Jesaja fordert seine Landsleute auf, zunächst einmal ganz einfach die Augen zu heben und nicht - wortwörtlich - niedergeschlagen durchs Leben zu gehen. Er verweist darauf, was kommen kann. Es kann eine Rückkehr aus dem Exil geben, es kann einen Neuanfang in Jerusalem geben, es kann auch wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung geben. Allerdings nicht, weil es Machthaber und Politiker so wollen, sondern weil Gott es will. Und genauso ist es gekommen. 

Das wäre auch die Botschaft, die mir heute wichtig ist. Lasst uns doch zunächst einmal sehen, was selbst jetzt noch möglich ist. Und lasst uns dankbar sein für das, was wir haben. Wir jammern wieder einmal auf sehr hohem Niveau. Natürlich, vieles ist im Augenblick nicht möglich und unsere Freiheiten sind eingeschränkt. Das wären sie aber auch ohne Anordnung aus der Politik. Denn jeder vernünftige Mensch hält im Augenblick von sich aus Abstand zu anderen, passt auf sich selbst und andere auf, weil wir die Situation mit dem Virus nicht einschätzen und kontrollieren können. Jeder vernünftige Mensch verhält sich im Augenblick so, wie er es bei anderen ansteckenden Infektionskrankheiten auch machen würde. - Leider gibt es offensichtlich auch unvernünftige Menschen, so dass Anordnungen und Bestimmungen erforderlich sind. 

Wenn wir auf Jesaja hören, wenn wir die Weihnachtsbotschaft ernst nehmen, dann wissen wir aber und können darauf vertrauen, dass es Zukunft gibt, dass es Licht am Ende des Tunnels gibt. Dieses Licht leuchtet für mich allerdings nicht, weil es einen Impfstoff gibt, dieses Licht leuchtet auch nicht, weil die Verantwortlichen wieder einmal einen Weg aus dem Chaos verkünden - dieses Licht leuchtet für mich allein, weil wir Weihnachten das Licht Gottes gesehen habt, Jesus Christus. Und der hat von sich gesagt: “Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.”

Amen.


Samstag, 2. Januar 2021

2. Sonntag nach Weihnachten

3. Januar 2021

Bevor ich auf den 2. Sonntag nach Weihnachten inhaltlich eingehe, muss ich noch einmal kurz etwas zur revidierten Perikopenordnung schreiben, die 2018 eingeführt wurde. Was ist denn das für ein armseliges Bild, dass es gegenüber der alten Ordnung mit 6 möglichen Predigttexten jetzt nur noch drei Bibelabschnitte gibt, die sich alle drei Jahre wiederholen? 

Schlaue Menschen haben sich wohl hingesetzt und berechnet, dass es einen 2. Sonntag nach Weihnachten nur gibt, wenn der 1. Weihnachtstag auf einen Mittwoch, einen Donnerstag oder einen Freitag fällt. Fällt der 1. Weihnachtstag dagegen auf einen der anderen Wochentage, so kollidieren die beiden Sonntage nach Weihnachten entweder mit dem Jahreswechsel oder mit dem Epiphaniastag. Aber muss man deswegen gleich die Predigtreihen reduzieren?

seit 2018 gültig
bis 2018 gültig
1. Joh 5, 11-13
1. Joh 5, 11-13
Jes 61, 1-3 (4.9) 10-11
Lk 2, 41-52
Lk 2, 41-52
Joh 1,43-51
1. Joh 5, 11-13
Jes 61, 1-3 (4.9) 10-11
Jes 61, 1-3 (4.9) 10-11
Joh 7,14-18
Lk 2, 41-52
Röm 16,25-27

Wie man auch an diesem Sonntag sehen kann, ist das Vertauschen der Predigtreihen bei den für die Revision Verantwortlichen durchaus beliebt. Ich weiß natürlich, dass so verhindert werden soll, dass ein Jahr lang über die Evangelien und ein weiteres Jahr ausschließlich über die Episteln gepredigt werden soll. Aber ist das wirklich der Weisheit letzter Schluss?

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man - teilweise - die Texte zum 2. Sonntag nach Weihnachten unter der Nummer 954.12. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Joh 1, 14b)

Wochenlied:

  • Weil Gott in tiefster Nacht erschienen (EG 56) oder
  • Auf, Seele, auf und säume nicht (EG 73)

Lieder für den Gottesdienst

  • EG 56,1.4.5 Weil Gott in tiefster Nacht erschienen
  • EG 740 Psalm 100
  • EG 58,1-3 Nun lasst uns gehn und treten
  • EG 58,6.7.11 
  • EG 41 Jauchzet, ihr Himmel
  • EG 56,1.2.4 (plus Refrain letzte Strophe)

Psalm 100

Jauchzet dem HERRN, alle Welt! Dienet dem HERRN mit Freuden,

kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! Erkennet, dass der HERR Gott ist!

Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, / zu seinen Vorhöfen mit Loben;

danket ihm, lobet seinen Namen! Denn der HERR ist freundlich, /

und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.

Evangelium - Lk 2, 41-52
DER ZWÖLFJÄHRIGE JESUS IM TEMPEL

41 Und Jesu Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passafest. 42 Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch des Festes. 43 Und als die Tage vorüber waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem und seine Eltern wussten’s nicht. 44 Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. 45 Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder nach Jerusalem und suchten ihn.

46 Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte. 47 Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten. 48 Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. 49 Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist? 50 Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte. 51 Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. 52 Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

Predigt Jes 61, 1-3.10-11
DIE FROHE BOTSCHAFT VON DER KOMMENDEN HERRLICHKEIT

1 Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen; 2 zu verkündigen ein gnädiges Jahr des HERRN ..., zu trösten alle Trauernden, 3 zu schaffen den Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauerkleid, Lobgesang statt eines betrübten Geistes gegeben werden, dass sie genannt werden »Bäume der Gerechtigkeit«, »Pflanzung des HERRN«, ihm zum Preise.

10 Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt. 11 Denn gleichwie Gewächs aus der Erde wächst und Same im Garten aufgeht, so lässt Gott der HERR Gerechtigkeit aufgehen und Ruhm vor allen Heidenvölkern.

Zunächst einmal richten sich diese Verse an Israel. Die Jahre des Babylonischen Exils neigten sich dem Ende zu und die Heimkehr nach Israel, ins Land der Väter, war nicht mehr ausgeschlossen. 

Jahrhunderte später liest Jesus diesen Text bei seiner “Antrittspredigt” in Nazareth und bezieht diese Worte auf sich selbst - “Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir …” - “Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren.” Diejenigen allerdings, die ihn kannten - Ist das nicht Josefs Sohn? - Der Zimmermann? - Kennen wir nicht auch seine Geschwister? - die wollten und konnten dieses Wort von Jesus nicht annehmen. Nach der Version von Lukas wollten sie ihn sogar umbringen. 

Und wie hören wir diese Worte heute? Am Anfang eines Jahres, insbesondere am Anfang des Jahres 2021 hören wir, dass es Zukunft gibt. Herr Reichenbach sagte das ja auch schon mal in der Begrüßung. Es gibt berechtigte Hoffnung, dass dieses neue Jahr besser wird als das vergangene. 

Aber lassen Sie uns genauer hinschauen: 

Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat. 

Das hat Jesus zunächst auf sich selbst bezogen, aber letztendlich müssen wir dieses Bild auch für uns gelten lassen. Ohne den Geist Gottes kommen wir nicht weit. Wir versuchen zwar, die Probleme in den Griff zu bekommen, aber wir merken, dass sich immer wieder neue auftürmen. Ganz aktuell: Obwohl es eigentlich jedem klar sein müsste, dass im Augenblick Zurückhaltung angesagt ist, denken einige nur an sich selbst. Wintervergnügen - warum eigentlich nicht! Silvesterparty - geht doch, wie man in Frankreich sieht. 2000 Leute waren zusammen. Feuerwerk - warum soll gerade ich verzichten. 

Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, 

Gott will, dass es eine Zukunft für uns gibt, das ist ganz klar. Aber wenn wir den Experten Glauben schenken, dann ist das noch ein längerer Weg. Den Lockdown jetzt aus opportunistischen Gründen zu beenden, das wäre zu kurz gesprungen. Allerdings heißt die Botschaft eindeutig:

zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen; 

Auch die jetzt geltenden Einschränkungen werden irgendwann einmal wieder aufgehoben werden. 

Dann allerdings kommt der unscheinbare Satz, der es in sich hat. 

zu verkündigen ein gnädiges Jahr des HERRN ...

Das ist nicht allein die Aussage, dass es wieder eine Zukunft geben wird. Mit dieser Zeile benennen Prophet und Sohn Gottes, wie diese Zukunft denn aussehen könnte. Und das ist eine echte Herausforderung. 

Das “gnädige Jahr des Herrn” ist ein “Sabbatjahr”. Ob Israel dieses Gebot Gottes je umgesetzt hat, ist fraglich. Aber darüber nachdenken müssen wir angesichts der gegenwärtigen Situation ganz bestimmt. Lesen und hören wir, was in 3. Mose 25 über das Sabbatjahr geschrieben steht.

1 Und der HERR sprach zu Mose auf dem Berge Sinai: 2 Rede mit den Israeliten und sprich zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, so soll das Land dem HERRN einen Sabbat feiern. 3 Sechs Jahre sollst du dein Feld besäen und sechs Jahre deinen Weinberg beschneiden und die Früchte einsammeln, 4 aber im siebenten Jahr soll das Land dem HERRN einen feierlichen Sabbat halten; da sollst du dein Feld nicht besäen noch deinen Weinberg beschneiden. …  6 Was das Land während seines Sabbats trägt, davon sollt ihr essen, du und dein Knecht und deine Magd, dein Tagelöhner und dein Beisasse, die bei dir weilen, 7 dein Vieh und das Wild in deinem Lande; all sein Ertrag soll zur Nahrung dienen. 

Es muss auch für das Land ein Sabbatjahr geben, damit sich die Erde erholen kann, das sagen schon die Menschen im alten Israel vor mehr als 2.500 Jahren. Das lassen wir mal heute die Verantwortlichen in der Wirtschaft hören, wo doch darüber nachgedacht wird, wie die Produktionsausfälle nachgeholt werden können. Nur, liebe Gemeinde, das ist doch ganz klar - und dazu müssen wir noch nicht einmal fromm sein oder an Gott glauben: Wenn wir mehr verbrauchen, als die Erde produzieren kann, dann kann das nicht gutgehen. Das ist eine logische Aussage, die jedem Menschen, der denken kann - und das sind die meisten - diese logische Aussage MUSS jedem einleuchten!

Aber damit sind die Gedanken zum Gnadenjahr noch nicht ausgereizt.

8 Und du sollst zählen sieben Sabbatjahre, siebenmal sieben Jahre, dass die Zeit der sieben Sabbatjahre neunundvierzig Jahre mache. 9 Da sollst du die Posaune blasen lassen durch euer ganzes Land am zehnten Tage des siebenten Monats, am Versöhnungstag. 10 Und ihr sollt das fünfzigste Jahr heiligen und sollt eine Freilassung ausrufen im Lande für alle, die darin wohnen; es soll ein Erlassjahr für euch sein. Da soll ein jeder bei euch wieder zu seiner Habe und zu seiner Sippe kommen. 11 Als Erlassjahr soll das fünfzigste Jahr euch gelten. Ihr sollt nicht säen und, was von selber wächst, nicht ernten, auch, was ohne Arbeit wächst, im Weinberg nicht lesen; 12 denn das Erlassjahr soll euch heilig sein; vom Felde weg dürft ihr essen, was es trägt. 13 Das ist das Erlassjahr, da jedermann wieder zu dem Seinen kommen soll. 

Im 50. Jahr sollen jedem seine Schulden erlassen werden, damit jeder wieder auf eigenen Beinen stehen kann. Jeder soll wieder zu seinem Besitz kommen, den er zuvor vielleicht verpfänden musste, weil das Geld nicht mehr reichte. Und im 50. Jahr soll auch noch einmal das Land, die Erde Kraft schöpfen und sich erholen.

Es ist mir vollkommen klar, dass dieser Gedanke nicht eins zu eins umgesetzt werden kann. Aber bedenken Sie, dass es schon jetzt das Instrument der Privatinsolvenz gibt, damit überschuldete Familien wieder auf die Beine kommen. Und auch in der Politik wird immer wieder einmal diskutiert, ob nicht den ärmsten Ländern die Schulden erlassen werden müssen, damit diese einen Neuanfang schaffen. 

“Entwicklung braucht Entschuldung” heißt ein Bündnis, das sich für die Entschuldung von Schuldenländern einsetzt. Sein Sitz ist Köln. … Seit den 1990er Jahren engagieren sich immer mehr entwicklungspolitische Initiativen und Nichtregierungsorganisationen für einen weitgehenden Schuldenerlass für hochverschuldete Entwicklungsländer. … Das Bündnis fordert auch eine grundlegende Reform internationaler Insolvenzverfahren zwischen Schuldnerländern und ihren Gläubigern in Anlehnung an die Londoner Schuldenkonferenz von 1953, von der das Nachkriegsdeutschland ja massiv profitiert hatte. (vgl. erlassjahr.de)

Was können wir tun? Herr Reichenbach hatte es in seiner Begrüßung mit einen kleinen Satz angemerkt: “Der 12-jährige Jesus im Tempel … ruft … Bewunderung unter den Gelehrten des Volkes Israel hervor.” Greta Thunberg, die heute 18 Jahre als wird, hat zusammen mit vielen Jugendlichen uns in den vergangenen Jahren immer wieder ermahnt, dass wir dieser Generation nicht die Lebensgrundlage entziehen dürfen. Natürlich setze ich die Umweltaktivistin und die anderen Jugendlichen nicht mehr Jesus gleich. Aber jetzt, wo wir durch das Coronavirus zu einer Zeit der Ruhe gezwungen werden, sollten wir diese Zeit nutzen, um im Sinn Jesu mit Gottes Hilfe neue und nachhaltige Wege der Entwicklung zu suchen und dann auch zu beschreiten. Jetzt haben wir die Chance dazu, damit es ein “gnädiges Jahr des HERRN” wird. 

Amen. 

Mittwoch, 30. Dezember 2020

Altjahresabend

Silvester 31.12.2020

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man - teilweise - die Texte zum Altjahresabend unter der Nummer 954.10. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Meine Zeit steht in deinen Händen. (Ps 31, 16a)

Wochenlied:

  • Nun lasst uns gehn und treten (EG 58) oder
  • Von guten Mächten treu und still umgeben (EG 65)

Lieder für den Gottesdienst

  • EG 65,1-3 Von guten Mächten
  • EG 749 - Psalm 121 Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen
  • EG 374,1.2.5 - Ich steh in meines Herren Hand
  • EG 61,1.2.4 - Hilf, Herr Jesu, lass gelingen
  • EG 65,4-6 - Doch willst du uns noch einmal Freude schenken

Auszug aus der Begrüßung (Margit Werner)

... Die Bibel berichtet davon, dass auch die Jünger einmal mit Jesus auf den See hinausfuhren und in schweres Wasser gerieten. Sie fürchteten um ihr Leben und wunderten sich über den seelenruhig im Boot schlafenden Jesus. Als sie ihn voller Angst weckten, war dieser verwundert über ihr mangelndes Vertrauen, ihren geringen Glauben. Jesus gebot dem Sturm die Stille. Und es wurde still.

Sollte nicht die Besinnung auf diese Geschichte auch uns zu mehr Gelassenheit und Vertrauen verhelfen unter Gottes Geleit gut durch alle Unbilden unseres Lebens zu kommen? ...

Psalm 121

1 Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?
2 Meine Hilfe kommt vom HERRN,
der Himmel und Erde gemacht hat.
3 Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.
4 Siehe, der Hüter Israels
schläft und schlummert nicht.
5 Der HERR behütet dich;
der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
6 dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.
7 Der HERR behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele.
8 Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit! 

Lesung aus dem Ersten Testament
Prediger 3,1-14 - Alles hat seine Zeit

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:

2 geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit;
pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine seine Zeit;
3 töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit;
abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;
4 weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit;
klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;
5 Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit;
herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;
6 suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit;
behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit;
7 zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit;
schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit;
8 lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit;
Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

9 Man müht sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon.

10 Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. 11 Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. 12 Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. 13 Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

14 Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Das alles tut Gott, dass man ihn fürchte.

Predigt

Es hat alles seine Zeit, so haben wir es eben beim Prediger Salomo gehört, die guten Momente in unserem Leben, aber auch die schwierigen, die einen kommen, die anderen gehen - und damit hat auch eine Pandemie wie die im Zusammenhang mit dem Corona-Virus ihre Zeit. Wir können nicht vor ihr weglaufen, wir müssen aber auch nicht weglaufen. Wir können uns dieser schwierigen Zeit aber stellen. 

So lange wir panisch reagieren, können wir keine klaren Gedanken fassen. Um im Bild zu sprechen, das Frau Werner in der Begrüßung verwendete: Wir versuchen in stürmischer See, durch emsiges Wasserschöpfen das Volllaufen unseres Bootes zu verhindern, aber wir merken, dass das Wasser an ganz verschiedenen Stellen erneut eindringt. Es türmen sich vor uns so viele Probleme auf, so dass wir kaum wissen, wo wir anfangen sollen. 

  • Corona-Pandemie
  • Wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen des Lockdown
  • Klimawandel
  • Handelskonflikte
  • mangelnde oder fehlende Rechtsstaatlichkeit in manchen EU- und anderen Ländern
  • Vorrang der Finanzen bei allen Entscheidungen
  • Despoten und Egomanen, die auf den Rest der Menschheit pfeifen

Jeder könnte noch weitere Stichworte hinzufügen, die es uns aber immer noch schwerer machen. Da trifft dann schon der Satz zu, den Caroline im Weihnachtsgottesdienst für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aussprach: "Wenn wir so reden, kommt von der Freude, die Weihnachten doch eigentlich herrschen soll, nichts rüber." - Oder anders: Wo bleibt unsere Hoffnung?

Im Psalm haben wir eben gebetet: Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat? Glauben wir das tatsächlich?

Zugegeben, wenn wir an Gott denken, wünschten wir uns so manches Mal ein Wunder wie in der Geschichte der Sturmstillung: "Jesus stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich und es entstand eine große Stille." (Mk 4,39) Gott steht auf - und schon sind all unsere Probleme gelöst. Aber so einfach wird es uns Gott nicht machen. Und Wunder kann man bekanntlich nicht erzwingen. 

Aber etwas anderes tut Gott schon. Er sagt uns seine Begleitung zu. Das können wir aus vielen biblischen Geschichten ablesen, u.a. aus der Geschichte von Josua, die als ein möglicher Predigttext für den morgigen Neujahrstag vorgesehen ist. 

Predigttext - Jos 1, 1-9 

ZURÜSTUNG FÜR DEN EINZUG IN DAS VERHEISSENE LAND

1 Nachdem Mose, der Knecht des HERRN, gestorben war, sprach der HERR zu Josua, dem Sohn Nuns, Moses Diener: 2 Mein Knecht Mose ist gestorben; so mach dich nun auf und zieh über den Jordan, du und dies ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, gegeben habe. ... Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. 

Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen. ... 7 Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst. 8 Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen und du wirst es recht ausrichten. 9 Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.

Josua muss ein großes Erbe antreten. Bisher hatte Mose das Volk Israel aus Ägypten geführt. Nun muss Josua diese Verantwortung übernehmen. In dieser Situation sagt Gott ihm zu: "Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. ... 7 Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat."

... dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat ... Damit sind wir bei einem Lösungsansatz, der uns auch heute weiterbringen kann. Gott wird nicht eingreifen und für uns die Probleme ausräumen, die wir durch unsere Lebensweise größtenteils selbst heraufbeschworen haben. Aber Gott hat uns mit seinem Gesetz und mit unserem Verstand Werkzeuge an die Hand gegeben, die uns helfen können. 

Worauf sollen wir uns beziehen? Wir könnten die Zehn Gebote als Richtschnur für unser Leben nehmen, wir könnten fragen, was in Gottes Augen richtig wäre zu tun. Aber selbst diese Zehn Gebote hat Jesus noch einmal zusammengefasst, als er gefragt wurde, was denn das wichtigste Gebot sei: 

Das höchste Gebot ist das:

„Höre, Israel,
der Herr, unser Gott, ist der Herr allein,
und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben
von ganzem Herzen, von ganzer Seele,
von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft“ (5. Mose 6,4-5).

Das andre ist dies:

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (3. Mose 19,18).

Es ist kein anderes Gebot größer als diese.

(Mk 12,29-31)

Gott lieben - das wäre in unserer gottlosen Welt der erste Schritt.

  • Gott wieder in unsere Überlegungen mit einbeziehen; 
  • damit rechnen, dass wir unser Leben von ihm empfangen haben und es (!) nicht dem Zufall zu verdanken ist, dass wir hier auf dieser Erde sind; 
  • und ebenso bedenken, dass am Ende unseres Lebens Gott uns fragen wird, was wir mit der Zeit angefangen haben, die er uns gegeben hat. 

Schon diese Gedanken würde uns von mancher Entscheidung abbringen, die zu Lasten anderer gefällt werden, für die andere später bezahlen müssen. 

Und damit wären wir beim zweiten Teil dessen, was Jesus gesagt hat: "Deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Jesus will ja gerade nicht, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse ständig hintanstellen. Das ist das Geheimnis des christlichen Glaubens, dass wir uns auch selbst lieben dürfen. Nur, diese Selbstliebe darf nicht zu Lasten des Nächsten gehen. Jesus hat das auch einmal mit der Goldenen Regel ausgedrückt: "Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten." (Mt 7,12)

Es ist mir natürlich klar, dass wir im Jahr 2021 nicht einfach den Schalter umlegen und im christlichen Sinn die Welt verändern und retten können. Aber wir können erste Schritte tun. Wir können überlegen, welche positiven Erkenntnisse wir aus den ganzen Einschränkungen ziehen, die uns jetzt auferlegt sind. Wir können uns fragen, was in Zukunft tatsächlich erforderlich ist, worauf wir aber auch verzichten sollten. 

Mit so einer pragmatischen Vorgehensweise kommen wir dem ziemlich nahe, was der Prediger Salomo so ausgedrückt hat: "Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes." Das hat für mich nichts mit dem Motto zu tun "Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!" Vielmehr setzen wir in die Tat um, was wir im Psalm beten: “Ich habe meine Augen auf zu den Bergen? Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.” Unsere Zuversicht, unser Vertrauen in die Zukunft ist eine Gabe Gottes. 

Und es wäre ein weiterer guter Schritt zu einer besseren Welt, wenn in der einen oder anderen Situation berücksichtigt wird, dass wir unsere Erde nicht derart gebrauchen, als gäbe es kein Morgen. Das sollte eigentlich jedem eingängig sein, dass auch die uns nachfolgenden Generationen eine Erde vorfinden wollen, auf der es sich lohnt zu leben und Menschen sich an der Schönheit von Gottes Schöpfung freuen können. 

Wir Christen können mit unserem Reden und Handeln darauf verweisen, dass wir glauben, dass dies alles etwas mit unserem Gott zu tun hat. Der hat Josua bei seinem schwierigen Weg ins Land Israel begleitet und seinem Volk Zukunft geschenkt, Gott hat seinen Sohn von den Toten auferweckt und uns damit gezeigt, dass ein Weg in der Nachfolge Jesu zum Leben führt. Gott will auch uns in eine gute Zukunft führen. Wir müssen uns auf sein Angebot nur einlassen. 

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? 

Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.

Amen.

Dienstag, 29. Dezember 2020

1. Sonntag nach Weihnachten

27. Dezember 2020

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 1. Sonntag nach dem Weihnachtsfest unter der Nummer 954.09. Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Musikalischer Gottesdienst

Am letzten Sonntag des Monats und in diesem Fall auch des Jahres soll die Musik eine entscheidende Rolle spielen. Damit entsprechen wir der Intention des Lobgesangs des Simeon und dem Anfangsvers der alttestamentlichen Lesung: Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! 

Die Kirchenvorsteherin Elke Fredewehs und Organist Heinz Detlau-Keire übernehmen die musikalische Gestaltung. 

Anstelle der Predigt lese ich zwei Legende aus dem Buch von Dietrich Steinwede, Vom Hirten, der nicht zur Krippe wollte - Weihnachtsmärchen, Weihnachtslegenden - Gütersloh 1985. Diese Texte Korrespondieren sowohl mit dem Evangelium als auch mit dem Alttestamentlichen Text. Es geht um die Tiefe Freude der Weihnacht, die denen, die sich darauf einlassen, inneren Frieden schenkt. 

♫ Musikalisches Vorspiel - Herbei, o ihr Gläub'gen (EG 45 - Orgel und Querflöte)

Begrüßung 

♫ fT 94 Mit dir Maria singen wir 

Psalm 71 - Bitte um Gottes Hilfe 

Alttestamentliche Lesung Jesaja 49, 13-16

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden. 14 Zion aber sprach: Der HERR hat mich verlassen, der HERR hat meiner vergessen. 15 Kann auch eine Frau ihres Kindleins vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen. 16 Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern sind immerdar vor mir.

♫ EG 41 Jauchzet ihr Himmel 

Erzählung 1 - Bericht eines alten Hirten (S. 35f) - Rudolf Hagelstange

Der Hirte gehörte zu denen, die zum Stall von Bethlehem gingen. Am Ende seines Lebens erzählt er in dramatischen Sätzen, wie er die Geburt des Kindes erlebte. "Es ging ums Leben!" Aber mit Hilfe der erfahrenen Hirten konnte Maria ihr Kind zur Welt bringen. 

Nachdem er noch kurz den Besuch der Drei Weisen aus dem Morgenland erwähnt hatte, stelle der alte Hirte fest: "Die Hiesigen, fürcht' ich, haben die Straße verfehlt zu unserem Kinde. Ich aber sah es und gehe in Frieden." 

♫ fT 175 Peace Child - Orgel und Gesang

Evangelium Lukas 2,25-38

25 Und siehe, ein Mann war in Jerusalem, mit Namen Simeon; und dieser Mann war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war mit ihm. 26 Und ihm war ein Wort zuteil geworden von dem heiligen Geist, er solle den Tod nicht sehen, er habe denn zuvor den Christus des Herrn gesehen. 27 Und er kam auf Anregen des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, um mit ihm zu tun, wie es Brauch ist nach dem Gesetz, 28 da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach:

29 Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; 30 denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, 31 den du bereitet hast vor allen Völkern, 32 ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel. 33 Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde. 

34 Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen für viele in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird 35 - und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen -, damit vieler Herzen Gedanken offenbar werden.

♫ EG 222 Im Frieden dein, o Herre mein 

Erzählung 2 - Vom Hirten, der nicht nach Bethlehem wollte (S. 37-40) - Werner Reise 

Ein alter Hirte lässt sich von der aufgeregten Freude der jungen Hirten nach dem Besuch der Engel nicht anstecken. "Himmlische Trugbilder!" Aber er lässt die Kameraden gehen. Als er allein ist, sieht er in der Dornenhecke ein Licht. Beim Versuch es zu fassen verletzt er sich die Hände. 

Auch die anderen sahen das Licht. Es lag auf der Stirn des neugeborenen Kindes. Auf die Frage des alten Hirten, ob sie es greifen konnten, antworten die jüngeren, das es doch genüge, wenn man das Licht sehe. 

Der alte Hirte sieht das Licht auch in den kommenden Nächten. In der vierten begegnet er einem Paar mit einem Kind, die auf der Flucht nach Ägypten sind. Mit Hilfe seines Lichtes kann er ihnen den sicheren Weg zeigen. 

♫ Koppangen - Orgel und Querflöte

Abkündigugnen 

♫ 100.000 Friedenslichter - Orgel und Gesang

Fürbitte, Vaterunser, Segen 

♫ EG 44 O du fröhliche - Orgel

2. Weihnachtstag

26. Dezember 2020

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch fand man früher die Texte zum 2. Weihnachtstag unter der Nummer 954.08. Die neue Perikopenordnung hat die Alttestamentliche Lesung und das Evangelium durch andere Texte ersetzt. Ich bleibe auch in diesem Jahr bei der alten Leseordnung. Der Prolog des Johannesevangeliums ist vielen Menschen vertraut. 

Als Predigttext nehme ich Römer 1,1-7 (Lesereihe 1). Dieser Text wurde im Zuge der Perikopenrevision von der Christnacht zum 2. Weihnachtstag übernommen. Da ich über diesen Text noch nie gepredigt hatte, entschloss ich mich, dies jetzt zu tun. 

Wer sich insgesamt die Texte der neuen Perikopenordnung anschauen will, ruft die Seite "Das Kirchenjahr" auf, wo Martin Senftleben alles gut aufbereitet hat.

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. (Joh 1, 14a)

Wochenlied:

  • Zu Bethlehem geboren (EG 32) oder
  • Kommt und lasst uns Christum ehren (EG 39)

Lieder für den Gottesdienst

  • EG 32,1-4 Zu Bethlehem geboren
  • EG 738 - Singt dem Herrn ein neues Lied (Psalmgebet)
  • EG 27,1.2.6 - Lobt Gott, ihr Christen alle gleich
    • Verabschiedung und Einführung von Kirchenvorstehern
      dazu EG 537 - Zieh, Ehrenkönig, bei mir ein
  • EG 45,1-4 - Herbei, o ihr Gläub'gen
  • EG 39,1-3 Kommt uns lasst uns Christus ehren
  • EG 44,1-3 - O du fröhliche

Evangelium Joh 1, 1-5.9-14

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. 2 Dasselbe war im Anfang bei Gott. 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. 4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen.

9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. 10 Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. 11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, 13 die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.

14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Predigt - Röm 1,1-7

Vorbemerkung: Ende 2019 waren zwei Kirchenvorstandsmitglieder ausgeschieden. Einen konnten wir jetzt in diesem Gottesdienst verabschieden, die andere war familiär eingebunden. Für die beiden ausgeschiedenen wurden zwei neue Kirchenvorsteher eingeführt. Auf das Kirchenvorstandsamt beziehe ich mich in der Predigt des öfteren. 

Paulus, ein Knecht Christi Jesu, 

berufen zum Apostel, ausgesondert, zu predigen das Evangelium Gottes, 

2 das er zuvor verheißen hat durch seine Propheten in der heiligen Schrift, 3 von seinem Sohn Jesus Christus, unserm Herrn, 

der geboren ist aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch, 4 und der nach dem Geist, der heiligt, eingesetzt ist als Sohn Gottes in Kraft durch die Auferstehung von den Toten

Das ist zwar nicht die Hauptaussage des Textes, aber einen Augenblick will ich bei diesem Gedanken verweilen - Jesus Christus, geboren nach dem Fleisch aus dem Geschlecht Davids und nach dem Geist eingesetzt als Sohn Gottes. Paulus kann - wie wahrscheinlich alle anderen Judenchristen auch - Paulus kann die Geburt Jesu - und damit wohl auch die Zeugung - als einen natürlichen Vorgang denken und gleichzeitig von Jesus als dem Sohn Gottes reden. 

Dass der Gedanke der biologischen Jungfrauengeburt erst später eingetragen wurde, legen auch die Genealogien, die Stammbäume Jesu bei Matthäus und bei Lukas nahe. Beide Evangelisten sagen, Jesus stamme aus dem Geschlecht Davids - und beide Evangelisten leiten diese Beziehung über Josef her. Da die Aufzählung bei Matthäus als einer der möglichen Predigttexte für den 2. Weihnachtstag vorgesehen ist, lese ich Ihnen hieraus einige Zeilen vor: 

Mt 1, 1-17

Dies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams - so beginnt Matthäus sein Evangelium. 

Und dann folgt die Aufzählung der Generationen, beginnend bei Abraham. Dabei werden bis zur Zeit von König David auch Beziehungen genannt, die nach frommer Vorstellung nicht unbedingt mit den Geboten Gottes übereinstimmen. 

2 Abraham zeugte Isaak. Isaak zeugte Jakob. Jakob zeugte Juda und seine Brüder. 3 Juda zeugte Perez und Serach mit der Tamar. Perez zeugte Hezron. Hezron zeugte Ram. 4 Ram zeugte Amminadab. Amminadab zeugte Nachschon. Nachschon zeugte Salmon. 5 Salmon zeugte Boas mit der Rahab. Boas zeugte Obed mit der Rut. Obed zeugte Isai. 6 Isai zeugte den König David. David zeugte Salomo mit der Frau des Uria. 7 Salomo zeugte Rehabeam. 

Tamar - Schwiegertochter von Juda, die ihren Schwiegervater als Prostituierte verkleidet verführte, nachdem sie mit zweien seiner Söhne verheiratet war. Beide Sohne waren verstorben und hatten keine Kinder zeugen können bzw. wollen. Die beiden Kinder Perez und Serach wurden gezeugt.

Rahab - war eine Prostituierte in Jericho, die die Kundschafter Israels vor den eigenen Leuten versteckte. Die Kundschafter bereiteten die Eroberung Jerichos vor (Posaunen von Jericho). Allerdings findet man im Ersten Testament die Geschichte von Salmon und Rahab nicht. 

Rut - war eine Ausländerin; normalerweise sollten die israelitischen Männer keine ausländischen Frauen heiraten. 

Batseba - König David verführte die Frau seines Offiziers Uria, der gerade auf einem Kriegszug war. Als das Kind Uria nicht untergeschoben werden konnte - der weigerte sich aus Solidarität zu seinen Untergebenen im Feld bei einem angeordneten Heimatbesuch, bei seiner Frau zu schlafen - , ordnete David die Ermordung Urias an. 

Rehabeam zeugte Abija. Abija zeugte Asa. 8 Asa zeugte Joschafat. Joschafat zeugte Joram. Joram zeugte Usija. 9 Usija zeugte Jotam. Jotam zeugte Ahas. Ahas zeugte Hiskia. 10 Hiskia zeugte Manasse. Manasse zeugte Amon. Amon zeugte Josia. 11 Josia zeugte Jojachin und seine Brüder um die Zeit der babylonischen Gefangenschaft. 12 Nach der babylonischen Gefangenschaft zeugte Jojachin Schealtïl. Schealtiël zeugte Serubbabel. 13 Serubbabel zeugte Abihud. Abihud zeugte Eljakim. Eljakim zeugte Asor. 14 Asor zeugte Zadok. Zadok zeugte Achim. Achim zeugte Eliud. 15 Eliud zeugte Eleasar. Eleasar zeugte Mattan. Mattan zeugte Jakob. 16 Jakob zeugte Josef, den Mann der Maria, von der geboren ist Jesus, der da heißt Christus.

Bei Lukas verläuft die Beweisführung zwar etwas anders, aber auch hier wird Josef als letzter männliche Vorfahre von Jesus genannt. Das macht nur Sinn, wenn er auch der leibliche Vater Jesu war. 

Zahlensymbolik - 17 Alle Glieder von Abraham bis zu David sind vierzehn Glieder. Von David bis zur babylonischen Gefangenschaft sind vierzehn Glieder. Von der babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus sind vierzehn Glieder.

Zurück zu Paulus:

5 Durch ihn (Jesus) haben wir empfangen Gnade und Apostelamt, in seinem Namen den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden, 

6 zu denen auch ihr gehört, die ihr berufen seid von Jesus Christus.

7 An alle Geliebten Gottes und berufenen Heiligen in Rom: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!

Allen, die diese Zeilen hören und lesen - also auch uns in diesem Gottesdienst -, spricht Paulus den Frieden und die Gnade Gottes zu. Das ist für ihn die Voraussetzung für einen geistlichen Gedankenaustausch, wie er ihn im Römerbrief mit den Adressaten dann führt. Es geht Paulus darum, seinen christlichen Glauben in die Welt zu tragen, um so Menschen für Christus zu gewinnen. Diesen Glauben hat er von Jesus, dem Sohn Gottes, selbst empfangen, bezeugt durch die Propheten im Ersten Testament.

Als ich diesen Zusammenhang vor Augen hatte und dann die ersten Zeilen des Textes las

Paulus, ein Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel ...

musste ich an unsere Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher denken, die berufen sind zum Dienst in unserer Gustav-Adolf-Gemeinde. Auch ihnen ist ein Amt anvertraut. Das ist zunächst in erster Linie ein Amt der Verwaltung, aber auch verbunden mit dem Amt der Verkündigung. Ganz konkret, wenn Sie einen Gottesdienst selbstständig gestalten oder mitgestalten, aber auch, wenn Menschen unsere Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher auf ihr Amt ansprechen. Wie in allen anderen kirchlichen Ämtern muss auch bei den Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern Reden und Handeln im Einklang stehen. Dabei werden wir niemals perfekt sein - wir sind und bleiben schließlich Menschen mit ihren Stärken und Schwächen.

An dieser Stelle verweise ich noch einmal auf das, was ich zum Stammbaum von Jesus gesagt habe. Matthäus verschwieg nicht, dass es bei den Vorfahren Jesu durchaus Punkte gab, die mit dem Willen Gottes nicht unbedingt konform gingen. Und auch der Lebensweg von Paulus ist ja nicht das, was wir uns unter einem Leben im Dienst des Nächsten vorstellen. Paulus berichtet selbst, dass er zunächst die christliche Gemeinde verfolgte. Vor Damaskus öffnete ihm Jesus selbst die Augen, so dass Paulus vom Christenverfolger zum Christusverkünder wurde. 

Gott kann all diese Menschen in seinen Dienst nehmen.

Das kann uns Mut für unsere Arbeit geben. Es wird immer wieder einmal Punkte geben, wo Fehler passieren - auch Fehler, die andere verletzen -, aber wenn wir uns ehrlich um die Übereinstimmung von Reden und Handeln bemühen, dann merken das die uns anvertrauten Gemeindeglieder und haben Vertrauen in das, was wir sagen. 

Allerdings gilt das, was ich eben über die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher gesagt habe, für jeden Christen, egal wo wir stehen. Andere lassen sich für den Glauben gewinnen, wenn sie uns unserer Engagement abnehmen. 

Weihnachten ist ein Punkt, wo wir auftanken können, wo der leere Glaubensakku wieder geladen wird. Dann kann es mit frischen Kräften ins neue Jahr gehen. Was unsere Arbeit dann ausmacht, möchte ich in Anlehnung an Paulus für unsere Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher so formulieren: 

Berufen und gewählt sind diese Frauen und Männer zum Kirchenvorstandsamt, die Kirchengemeinde zu leiten und das Evangelium Gottes zu bezeugen. 

Das Evangelium von seinem Sohn Jesus Christus hat Gott selbst verheißen und bezeugt durch seine Propheten in der heiligen Schrift. In der Mitte der Zeit ist Gott selbst Mensch geworden.

Durch den Sohn Gottes empfangen wir Gnade, in seinem Namen den Gehorsam des Glaubens aufzurichten in unserer Gemeinde, zu der jeder gehört, der berufen ist von Jesus Christus.

Zum Schluss kann es dann nur heißen: Allen Geliebten Gottes und berufenen Heiligen in Rom: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!


2. Weihnachtstag - Ökumenischer Gottesdienst 

YouTube-Kanal "Meppen mag dich



1. Weihnachtstag

 25. Dezember 2020

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 1. Weihnachtstag unter der Nummer 954.07. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. (Joh 1, 14a)

Wochenlied:

Gelobet seist du, Jesu Christ (EG 23)

Präsenzgottesdienst um 10.00 Uhr in der Gustav-Adolf-Kirche

Diesen Gottesdienst gestaltete Diakonin Maike R. Hofmann. 


1. Weihnachtstag - Ökumenischer Gottesdienst 

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4. Advent

 20. Dezember 2020

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 4. Advent - teilweise - unter der Nummer 954.04. Digital und vollständig findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayerischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe! (Phil 4, 4-5)

Wochenlied:

  • Nun jauchzet, all ihr Frommen (EG 9)
  • O komm, o komm, du Morgenstern (EG 19)

Lieder im Gottesdienst

  • EG 70 Wie schön leuchtet der Morgenstern
  • fT 94 Mit dir, Maria, singen wir
  • 100.000 Friedenslichter
  • fT 175 Peace Child

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Idee für den Gottesdienst

Der Begriff "Magnificat" ist auch in der Evangelischen Kirche bekannt, weniger jedoch der Text des Lobliedes. Manchmal helfen Bilder zu einem besseren Verständnis. So habe ich mich auf die Online-Bildersuche zum Stichwort Magnificat gemacht. Bei der Innenausmalung der katholische Pfarrkirche von Leeder in Oberbayern Mariä Verkündigung wurde ich fündig:

https://de.wikipedia.org/wiki/Mari%C3%A4_Verk%C3%BCndigung_(Leeder)

Es geht um die Fresken in Immenraum. Die findet man bei https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Frescos_in_Pfarrkirche_Mariae_Verk%C3%BCndigung_in_Leeder_(Fuchstal)?uselang=de

vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Magnificat

Doch der Reihenfolge nach ...

Psalm 102

Ja, der HERR baut Zion wieder und erscheint in seiner Herrlichkeit.

Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht.

Das werde geschrieben für die Nachkommen; und das Volk, das er schafft, wird den HERRN loben.

Denn er schaut von seiner heiligen Höhe, der HERR sieht vom Himmel auf die Erde,

dass er das Seufzen der Gefangenen höre und losmache die Kinder des Todes,

dass sie in Zion verkünden den Namen des HERRN und sein Lob in Jerusalem, 

wenn die Völker zusammenkommen und die Königreiche, dem HERRN zu dienen.

Marias Lobgesang - Lukas 1,39-56

Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn,
und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes;
denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.
Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.
Denn er hat große Dinge an mir getan,
der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.
Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht
bei denen, die ihn fürchten.
Er übt Gewalt mit seinem Arm
und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.
Er stößt die Gewaltigen vom Thron
und erhebt die Niedrigen.
Die Hungrigen füllt er mit Gütern
und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er gedenkt der Barmherzigkeit
und hilft seinem Diener Israel auf,
wie er geredet hat zu unsern Vätern,
Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit.
Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; 
danach kehrte sie wieder heim.

Predigt

Die ersten vier Bilder - Orientierung an Martin Luthers Auslegung des Magnificats von 1521.

1520/21 entwirft Martin Luther seine Vorstellung von der "Verehrung" Marias, wie sie dem evangelischen Glauben entsprechen kann. Luther "erklärt" seinem Kurfürsten Friedrich dem Weisen das Magnificat aus dem 1. Kapitel des  Lukasevangeliums. Maria ist für Luther die "Mutter Gottes", dennoch gehört sie für den Reformator ganz auf die Seite des Menschen. Seine Vorstellung, die er durch das Studium der Paulusbriefe entdeckte, dass wir allein aus Gnade und durch den Glauben unsere Rechtfertigung von Gott empfangen, findet er in der Gestalt Mariens wieder: "... Aus Gnaden ist Maria die leibliche Mutter des Gottessohnes geworden, nicht aus ihrem Verdienst, das legt Luther in seiner Schrift aus.”

Doch hören wir, was Martin Luther schreibt: 

Eine geringe Dienstmagd

"... Maria lobt Gott, weil er sie in ihrem niedrigen Stand ansah. So ... lehrt uns die leibliche Mutter Christi durch das Beispiel ihrer eigenen Erfahrung und durch Worte, wie man Gott erkennen, lieben und loben soll. Denn mit fröhlichem [freudig] springendem Geist rühmt sie sich hier und lobt Gott, er habe sie angesehen, obgleich sie niedrig und nichts gewesen sei; darum muss man annehmen, dass sie arme, verachtete, geringe Eltern gehabt hat ... Sie ist ein schlichtes Mädchen gewesen, das das Vieh und Haus versorgt hat, ohne Zweifel nicht mehr als jetzt eine arme Hausmagd sein mag ..."

"... Sie sieht sich als Gottesmutter über alle Menschen hinausgehoben, und bleibt doch so einfältig und gelassen dabei, dass sie deshalb nicht eine geringe Dienstmagd für unter ihr stehend angesehen hätte. ..."

"... Sie rühmt sich nicht ihrer Würdigkeit noch Unwürdigkeit, sondern allein des Ansehens Gottes, da so übergütig und übergnädig ist, dass er auch eine solche geringe Magd angesehen hat und so herrlich und ehrenvoll ansehen wollte... "

"... Maria ist ein köstliches Beispiel dieser wahren Demut..."

Mein Geist ist voll Jubelfreude in Gott meinem Heil.

Hernieder sah er auf seine geringe Magd, 
von nun an wird mich alle Nachwelt selig nennen.

Großes hat an mir gethan der Allmächtige, 
heilig ist sein Name.

"... Aus Gnaden, nicht aus Verdienst ist Maria Gottes Mutter geworden. Sie schreibt es auch ganz der Gnade Gottes, nicht ihrem Verdienst zu ... Zwar schwatzen viele Schriftsteller hier viel von Marias Würdigkeit zu solcher Mutterschaft. Aber ich glaube ihr selber mehr als ihnen. Sie sagt, ihre Nichtigkeit sei angesehen worden ... Denn sie hat ihr Lebetage nie daran gedacht, viel weniger sich dazu vorbereitet und gerüstet, dass sie Gottes Mutter werden sollte ... Darum gilt's Gottes Gnade, nicht Marias Würdigkeit zu preisen ... 

Diese Demut heute neu einzuüben gibt Martin Luther uns mit auf den Weg.

Keine Abgötterei

Man darf aus der Ehrung Marias keine Abgötterei machen. Es ist besser, wenn Maria zuviel Abbruch getan wird, als der Gnade Gottes, ja, man kann ihr nicht zuviel Abbruch tun, da sie doch aus nichts geschaffen ist wie alle Kreaturen. Aber Gottes Gnade hat man leicht zu viel Abbruch getan; das ist gefährlich, und damit tut man Maria keine Liebe an ..."

"... Maria will keine Abgöttin sein. Sie tut nichts; Gott tut alle Dinge. ..." 

Martin Luther kann Maria in den Mund legen: "... Ich bin nur die Werkstatt, in der Gott wirkt; aber ich habe nichts zum Werke getan. Darum soll auch niemand mich loben oder mir die Ehre geben, dass ich Gottes Mutter geworden bin, sondern Gott und sein Werk soll man an mir ehren und loben. Es ist genug, dass man sich mit mir freut und mich selig preist, weil Gott mich gebraucht hat, diese seine Werke zu tun..."

Er stürzt die Mächtigen vom Throne,
und erhebt die Niedrigen.

51 Er übt Gewalt mit seinem Arm
und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.
52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron
und erhebt die Niedrigen.

Dietrich Bonhoeffer schreibt über das Magnificat: „Dieses Lied der Maria ist das leidenschaftlichste, wildeste, ja man möchte fast sagen revolutionärste Adventslied, das je gesungen wurde. Es ist nicht die sanfte, zärtliche, verträumte Maria, wie wir sie auf Bildern sehen, sondern es ist die leidenschaftliche, hingerissene, stolze, begeisterte Maria, die hier spricht … ein hartes, starkes, unerbittliches Lied von stürzenden Thronen und gedemütigten Herren dieser Welt, von Gottes Gewalt und von der Menschen Ohnmacht.“

Helmut Gollwitzer überschrieb eine Predigt über das Magnificat mit den Worten: Gott ist der Revolutionär und stellte dann fest: „Gott wirbelt immer wieder alles durcheinander, und das Wechselspiel der Geschichte, das wir zu allen Zeiten beobachten, ist sein Werk.“

(Bonhoefer und Gollwitzer zitiert nach https://de.wikipedia.org/wiki/Magnificat#Dialektische_Theologie)

Die Interpretation des Maler Joseph Andreas Mörz

(vgl. zum vorhergehenden und zum nachfolgenden Bild: Peter Stoll: Der 'kunstreiche Maler' Mörz aus Unterdießen: Seine Fresken in Leeder und Ellighofen und seine Beziehungen zu Joseph Anton Merz in Straubing (PDF; 2,5 MB), Universitätsbibliothek, Augsburg 2012)

Hier wird der Sturz Luzifers durch Michael zur Illustration des Verses Lukas 1,52 herangezogen („Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen“)

Gutes giebt er den Hungrigen zur Genüge,
und die Reichen entläßt er leer.

53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern
und lässt die Reichen leer ausgehen.

Geschichte vom armen Lazarus (Lukas 16,19-31) 

Im oberen Bereich dieser Kartusche ist der zu Lebzeiten vor der Tür des Reichen Hunger leidende Lazarus zu sehen, der nach seinem Tod im Schoße Gottvaters ruht (nicht in Abrahams Schoß, wie es im Bibeltext eigentlich vorgegeben ist); im unteren Bereich leidet der Reiche Qualen im Höllenfeuer und äußert, wie aus der Geste des rechten Arms hervorgeht, seine verzweifelte Bitte, die unerfüllt bleiben wird: „Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir und schicke Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen.“ (Lukas 16,24) 

Insbesondere mit seinen Wundern hat Jesus beispielhaft und exemplarisch gezeigt, dass auch hier auf Erden jedem Leben möglich sein soll. 

Israel seines Knechts nahm er sich an,
eingedenk der Gnade, die er den Vätern verhieß.

Römer 11 - Gott hat sein Volk nicht verstoßen

1 So frage ich nun: Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn auch ich bin ein Israelit, vom Geschlecht Abrahams, aus dem Stamm Benjamin. 2 Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor erwählt hat.

Ganz Israel wird gerettet werden

25 Ich will euch, Brüder und Schwestern, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, bis die volle Zahl der Heiden hinzugekommen ist. 26 Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59,20; Jeremia 31,33): »Es wird kommen aus Zion der Erlöser; der wird abwenden alle Gottlosigkeit von Jakob. 27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.« 28 Nach dem Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber nach der Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. 29 Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.

Dem Abraham und seinen Kindern immer und ewig.

Martin Luther

"... Nachdem die heiligen Jungfrau an sich selbst erfahren hat, dass Gott ihr so große Dinge wirkt, obwohl sie doch gering, unansehnlich, arm und verachtet gewesen war, lehrt sie der Heilige Geist diese reiche Kenntnis und Weisheit: Dass Gott ein solcher Herr sei, der nichts anderes zu schaffen habe, als nur erhöhen, was niedrig ist, zu erniedrigen, was da hoch ist, und kurz, zu zerbrechen, was da gemacht ist, und zu machen, was zerbrochen ist ..."

Das können wir von Maria lernen. 

  • Wenn wir glauben, dass Maria den Sohn Gottes zur Welt gebracht hat, 
  • wenn wir glauben, dass Gott seinen Sohn in die Welt sandte, damit der Versucher keine Macht mehr über uns hat, und damit Menschen nicht ins Abseits gestellt werden, 
  • wenn wir danach handeln

dann haben wir allen Grund, auch in diesem Jahr fröhlich Weihnachten zu feiern - auch wenn so vieles ganz anders ist als in all den Jahren zuvor. 

Hoch erhebt unsere Seele den Herrn. 

Amen