Montag, 24. Dezember 2018

Heiligabend

24. Dezember 2018


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte für die Christvespern unter der Nummer 954.05; die Texte der Christnacht (22.30 Uhr) unter der Nummer 954.6. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr by Dr. Martinus". Wie zu sehen ist, habe ich die Links schon gelegt.

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Die Weihnachtsgeschichte

Lukas 2,1-20
https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AStatue-Augustus.jpg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/eb/Statue-Augustus.jpg
By UnknownTill Niermann (Own work) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5],
via Wikimedia Commons - Kombination durch mich 
Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. 2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. 3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.


4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,


5 damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. 6 Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.


7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.


8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. 9 Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. 10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; 11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. 12 Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. 13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: 14 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

15 Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.


16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. 17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. 18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. 19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. 20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

(die Fotos zeigen die Krippenfiguren aus unserer Kirchengemeinde)

15:30 Uhr Christvesper mit Krippenspiel für Familien mit kleineren Kindern


Die Kindergottesdienstkinder haben fleißig fürs Krippenspiel geübt. Wir dürfen gespannt sein!

Wir werden folgende Lieder singen:
    ♩ Es ist für uns eine Zeit angekommen
    ♩ Herbei, o ihr Gläub'gen
    ♩ Mache dich auf und werde licht
    ♩ Vom Himmel hoch da komm ich her
    ♩ Gottes große Liebe
    ♩ Stille Nacht, heilige Nacht
    ♩ Tragt in die Welt nun ein Licht
    ♩ O du fröhliche

Krippenspiel

Das Krippenspiel zielt in diesem Jahr auf die Aussage des bekannten Liedes

"Gottes große Liebe - in Jesus sehn wir sie!"

17:00 Uhr Christvesper für Familien mit größeren Kindern, Jugendliche und junge Erwachsene


Just for Fun wird wieder singen: 
  • Here in Bethlehem
  • The first Nowell
  • Alle Jahre wieder
Als Gemeindelieder haben wir ausgesucht:
  • Es ist ein Ros entsprungen
  • Herbei, o ihr Gläub'gen
  • Stille Nacht, heilige Nacht
  • O du fröhliche

Neben der Weihnachtsgeschichte hören wir noch einmal die Verheißung aus dem Buch des Propheten 9,1-6* - Der Friedefürst wird verheißen

1 Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.

5 Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; 6 auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.

Predigt

Gott wird Mensch, das feiern wir heute und an den beiden folgenden Weihnachtstagen -  und hoffentlich nehmen wir dieses Wissen, diesen Glauben mit ins neue Jahr. Denn wenn der Gott des Lebens in der Krippe geboren wird, in einem Stall, dann will er, dass die Menschen, die hier leben und arbeiten, dass diese Menschen das Leben gewinnen. Und diesen Zug, dass Gott bei den kleinen Leuten zu finden ist, den kann man durchs ganze Leben des Sohnes Gottes verfolgen. Er ist bei denen zu finden, die am Rande stehen, die will er wieder ins Leben holen. Thomas Sternberg, Vorsitzender im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, heute in der NOZ: Umwertung aller Verhältnisse - oben und unten, reich und arm, Vorgesetzter und Untergebener, fromm und weniger fromm - all das gilt bei Jesus nicht mehr. Er kümmert sich sogar nicht darum, ob die Menschen immer mit dem Gesetz oder mit der Moral konform gegangen sind. Aber in seiner Nähe spüren all diese Menschen, dass sie Gott ganz nah kommen dürfen. Feiern wir das? Leben wir das?

https://pixabay.com/de/weihnachtsbaum-weihnachten-x-mas-147385/
Kombination und Text durch Pastor Ralf Krüger

Weihnachten, ein Fest ...

Einige von Ihnen haben diesen Tannenbaum mit der Weihnachtspost bekommen: Essen, Punsch, Feiern, Stimmung, Geschenke, Umsatz, Weihnachten - das ist hier zu lesen. Auf den Gedanken, diese Worte mit dem Tannenbaum, DEM Symbol des bürgerlichen Weihnachtsfestes, zu verbinden, bin ich relativ schnell zu Beginn der Adventszeit gekommen. Da war ständig die Rede von Weihnachtsmärkten, vom Glühwein und vom Punsch, von der Bratwurst, von Musik und Vergnügen. Das alles sollte der Weihnachtsstimmung Vorschub leisten. Und außerdem ist die Advents- und Weihnachtszeit die umsatzstärkste Zeit für den Handel.

Am 11. Dezember gab es dann in Straßburg den Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt - 5 Menschen kamen zu Tode, 11 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Stimmung war etwas getrübt - doch letztendlich ging alles weiter seinen gewohnten Gang.

Ein zweiter Punkt ist mir wichtig: Jetzt im Dezember kamen Menschen aus 200 Ländern zum Weltklimagipfel in Kattowitz zusammen. Die 15-Jährige Schwedin Greta Thunberg las den Politikern die Leviten, so schrieb es Die Welt. „Ihr sprecht nur von grünem, ewigen Wirtschaftswachstum, weil ihr zu viel Angst habt, euch unbeliebt zu machen. Ihr sprecht nur darüber, mit den immer gleichen schlechten Ideen weiterzumachen, die uns in diese Krise geführt haben. Und das, obwohl die einzige vernünftige Entscheidung wäre, die Notbremse zu ziehen“, so Thunberg. „Euch gehen die Entschuldigungen aus. Und uns geht die Zeit aus.“ (den Beitrag kann man sich hier auf Youtube ansenen: https://www.youtube.com/watch?v=DGDMqyfK8UQ) - Greta Thunberg war übrigens nicht die erste Jugendliche, die Politikern und Experten ins Gewissen redete. Severn Suzuki aus Kanada hielt als 12jährige die Welt 1992 für 6 Minuten in Atem, als sie vor den Vereinten Nationen sprach - und schon damals im Namen der zukünftigen Generationen den entscheidenden Wandel forderte. Und was ist passiert in diesem Vierteljahrhundert? Wenig bis nichts. (Dieses Video findet man hier: https://www.youtube.com/watch?v=agfesJ0anl8)

In diesen Zusammenhang passt die Nachricht, dass der Astronaut Alexander Gerst wohlbehalten aus dem Weltraum zurück zur Erde gekommen ist. Wir sind fasziniert von seinen Berichten. Wir schauen uns seine Bilder von der kleinen verletzlichen Erde in der Unendlichkeit des Weltraums an - und machen weiter, als ob nichts wäre.

All die anderen Ereignisse, die uns erschüttern, die uns besorgt fragen lassen, wie alles weitergehen wird, lasse ich weg. Jeder hat da seine eigenen Assoziationen. - Einzig der Tsunami gestern in Indonesien soll noch erwähnt werden. Er kostete hunderte Menschen das Leben. Dieses Ereignis hat zwar seine unmittelbare Ursache nicht in den aktuellen Klimaproblemen, solche Vulkanausbrüche und Tsunamis gehören in Indonesien zu den Naturereignissen, mit denen immer gerechnet werden muss; aber wenn wir Weihnachten feiern, wollen wir die Opfer und deren Angehörige nicht vergessen.

Kommen wir noch einmal zum Grund des Weihnachtsfestes zurück, der Menschwerdung Gottes, die radikale Umwertung der geltenden Werte von oben und unten, arm und reich. Feiern wir das? Leben wir das?

Oder geht es uns so, wie es die Autorin des folgenden Textes, Iris Macke, auf den ersten Blick ausdrückt:

Advent 

Advent heißt Warten
Nein, die Wahrheit ist
Dass der Advent nur laut und schrill ist
Ich glaube nicht
Dass ich in diesen Wochen zur Ruhe kommen kann
Dass ich den Weg nach innen finde
Dass ich mich ausrichten kann auf das, was kommt
Es ist doch so
Dass die Zeit rast
Ich weigere mich zu glauben
Dass etwas Größeres in meine Welt hineinscheint
Dass ich mit anderen Augen sehen kann
Es ist doch ganz klar
Dass Gott fehlt
Ich kann unmöglich glauben
Nichts wird sich verändern
Es wäre gelogen, würde ich sagen:
Gott kommt auf die Erde!

(Quelle: Iris Macke, aus: Der Andere Advent 2018, Andere Zeiten e.V., www.anderezeiten.de - mit freundlicher Genehmigung abgedruckt)

Der Text kommt nachher noch einmal vor. Das, was er uns sagen will, haben wir noch nicht gehört.

Perspektivwechsel

Wenn wir nun in dieser Tristesse nicht stecken bleiben wollen, müssen wir die Perspektive wechseln.
Vielleicht hat es der eine oder andere gesehen, dass sich der Tannenbaum in der Präsentation verändert hat. Von unten nach oben lesen wir jetzt:

https://pixabay.com/de/weihnachtsbaum-weihnachten-x-mas-147385/
Kombination und Text durch Pastor Ralf Krüger

Weihnachten
Gottes Sohn
Christus
Freude
Glaube
Friede
Liebe

Diese Zeilen hat der eine oder andere im Sprachrohr gelesen. Es ging um die Jahreslosung: Suche den Frieden und jage ihm nach! - Weihnachten ist das Fest des Friedens - jagen wir ihm nach! Machen wir den Verantwortlichen deutlich, dass wir nicht einfach nur so weiterwursteln können - und fangen wir selbst da an, wo es uns möglich ist. Nicht allein Greta Thunberg, nicht allein unseren Kindern und Enkeln geht die Zeit aus, uns allen geht sie aus! Machen wir den Verantwortlichen deutlich, dass wir bereit sind, auch unbequeme Entscheidungen mitzutragen, wenn sie uns denn erläutert werden und wenn sie tatsächlich zum Wohl der Menschen sind.

Gott wird Mensch - und Mensch wird Gott

Kommen wir noch einmal zum Anhang zurück: Gott wird Mensch. Wo zu Beginn der Predigt noch ein Fragezeichen zu hören war, setze ich jetzt ein Ausrufezeichen:
  • Feiern wir heute und an den beiden folgenden Weihnachtstagen, dass Gott Mensch wird, und 
  • nehmen wir dieses Wissen, diesen Glauben mit ins neue Jahr. 
  • Denn der Gott des Lebens, der in einem Stall geboren und zum Schlafen in die Krippe gelegt wird, der will tatsächlich, 
    • dass die Menschen, die hier leben und arbeiten, 
    • dass die Menschen am Rande der Gesellschaft, auf die sonst niemand hört, 
    • dass diese Menschen - auch und gerade die Kinder, die nachfolgenden Generationen - dass diese Menschen das Leben gewinnen. 
  • Feiern wir das! Leben wir das!
Und dann füge ich hinzu: Mensch wird Gott - nicht, dass wir an Gottes Stelle treten, sondern dass wir nach Gottes Willen fragen und Menschen in uns unseren Gott erkennen können, das andere entdecken können, dass Gott auf die Erde kommt.

Wenn dieser Glaube unser Leben bestimmt, dann wird sich etwas verändern in unserem Leben und in unserer Welt, dann können wir die Welt und unsere Mitmenschen auch mit anderen Augen, mit Gottes Augen sehen, dann lassen wir uns nicht einfach treiben, dann halten wir inne und und setzen bewusst Akzente des Lebens.

Wir lesen noch einmal den Text von Iris Macke, jetzt aber lesen wir ihn von unten nach oben. Es sind ein und dieselben Sätze - wortwörtlich. Ich habe lediglich die Überschrift und den Schluss auf Weihnachten bezogen:

Weihnachten

Gott kommt auf die Erde!
Es wäre gelogen, würde ich sagen:
Nichts wird sich verändern
Ich kann unmöglich glauben
Dass Gott fehlt
Es ist doch ganz klar
Dass ich mit anderen Augen sehen kann
Dass etwas Größeres in meine Welt hineinscheint
Ich weigere mich zu glauben
Dass die Zeit rast
Es ist doch so
Dass ich mich ausrichten kann auf das, was kommt
Dass ich den Weg nach innen finde
Dass ich in diesen Wochen zur Ruhe kommen kann
Ich glaube nicht
Dass der Advent nur laut und schrill ist
Nein, die Wahrheit ist
Advent heißt Warten - und das Warten hat sich gelohnt - es ist WEIHNACHTEN!
Feiern wir es, leben wir es!

(Quelle: Iris Macke, aus: Der Andere Advent 2018, Andere Zeiten e.V., www.anderezeiten.de - mit freundlicher Genehmigung abgedruckt)

Dienstag, 18. Dezember 2018

4. Advent

23. Dezember 2018



Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 4. Advent - teilweise (s. Anmerkung am Ersten Advent zur Revision der Leseordnung) - unter der Nummer 954.04. Digital und vollständig findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayerischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe! (Phil 4, 4-5)

Wochenlied:

Nun jauchzet, all ihr Frommen (EG 9)
O komm, o komm, du Morgenstern (EG 19)

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Der Gottesdienst

Am 4. Adventssonntag steht auch in der evangelischen Kirche traditionell Maria im Mittelpunkt. Da dann am nächsten Tag Heiligabend ist, ist der Adventsgottesdienst eher meditativ aufgebaut.

Lieder im Gottesdienst

Lied 1 – EG 17,1-4: Wir sagen euch an, den lieben Advent
Lied 2 – EG 18,1-2: Seht, die gute Zeit ist da
Lied 3 – EG 12,1-4: Gott sei Dank durch alle Welt
Lied 4 – EG 13,1-3: Tochter Zion
Lied 5 – Maria durch ein Dornwald ging
Lied 6 – EG 579 (zweiter Teil): Magnifikat
Lied 7 – EG 30,1-3: Es wird ein Ros entspringen
Lied 8 – EG 16,1-5: Die Nacht ist vorgedrungen


Die Fotos habe ich vor Jahren einmal in unserer KiTa Matthias-Claudius gemacht. Hier konnten die Kinder den Weg zur Krippe verfolgen und nachspielen.

Am Anfang des Weges stehen drei Figuren, die die Propheten des Alten Testaments darstellen sollen. So hören wir zu Beginn des Weges auch drei Verheißungen aus dem Alten Testament.


Jes 7,14 - Immanuel

Darum wird euch der HERR ein Zeichen geben: Siehe, eine junge Frau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.

Jes 9,1-6* Der Friedefürst wird verheißen

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.

Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf daß seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, daß er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.

Mi 5,1 Der Herrscher aus Davids Geschlecht wird aus Bethlehem kommen

Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.

Maria



Dann betritt Maria die Bühne. Zunächst kommt es zur Begegnung mit dem Engel Gabriel.

Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach:


Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir!

Welch ein Gruß ist das?

Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.

Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Mann weiß?

Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.

Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast.

Und der Engel schied von ihr.


Maria muss das Geschehene erst einmal verarbeiten. Sie macht sich deshalb auf den Weg zu Elisabeth, ihrer Verwandten, die auch auf wunderbare Weise schwanger geworden ist. Auf dem Weg dorthin begleiten wir Maria mit dem Lied "Maria durch ein Dornwald ging".

1 Maria durch ein Dornwald ging, Kyrie eleison. Maria durch ein Dornwald ging, der hat in sieben Jahr'n kein Laub getragen. Jesus und Maria.

2 Was trug Maria unter ihrem Herzen, Kyrie eleison. Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen, das trug Maria unter ihrem Herzen. Jesus und Maria.

3 Da hab'n die Dornen Rosen getragen. Kyrie eleison. Als das Kindlein durch den Wald getrag'n, da hab'n die Dornen Rosen getragen. Jesus und Maria.


Die Rose im Christentum

Im Christentum wird die Rose zum Sinnbild für das Paradies und die dornenlose Rose für Maria, die Gottesmutter. Die Rose steht vor allem im Mittelalter grundsätzlich auch für die Frau an sich.

Legende zur Christrose

Ein kleiner Hirtenjunge wollte dem Kind in der Krippe ein Blümlein schenken, aber er fand keines. Da weinte er, und die Tränen fielen auf die harte Erde. Sogleich sprossen aus den Tränen Blumen hervor, die trugen Blüten wie Rosen. Fünf Blütenblätter, zart und weiß, standen zum Kelch zusammen, daraus ein Kranz von goldenen Staubgefäßen gleich einer Krone hervorleuchtete. Voll Freude pflückte der Knabe die Blumen und brachte sie dem göttlichen Kind in der Krippe. Das Jesuskind legte segnend die kleinen Hände auf das Wunder. Seit dieser Zeit blüht die Blume jedes Jahr in der Winterzeit.

Rose von Jericho

Die große Besonderheit dieser Pflanze ist die Eigenschaft, dass sie praktisch beliebig lang ohne Wasser auskommen kann. Gibt es wieder Niederschläge treibt sie innerhalb eines Tages wieder aus. Man bezeichnet solche Pflanzen als Auferstehungspflanzen.

Es ranken sich auch fromme Legenden um diese Pflanze. Maria soll sie auf der Flucht von Nazareth nach Ägypten gesegnet und ihr somit ewiges Leben verliehen haben, deshalb wird sie auch "Rose der Heiligen Maria" genannt.

Mythische Sagen ranken sich um diese Pflanze, so soll sie denjenigen Glück und Segen bringen, die sie ihr Eigen nennen.

Maria und Elisabeth

Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom heiligen Geist erfüllt und rief laut und sprach:

Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes! Und wie geschieht mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.


Das Magnificat

Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten.

Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.  Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit.

Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim.

Maria und Josef



Ab jetzt geht Josef mit. Wir hören schon einmal die ersten Verse aus der Weihnachtsgeschichte des Lukas 

Lk 2,1-5 - Der Aufbruch nach Bethlehem


Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.

Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.


EG 30,1-3: Es wird ein Ros entspringen

1. Es wird ein Ros entspringen / aus einer Wurzel zart, / wie uns die Alten singen, / von Jesse kommt die Art / uns wird ein Blümlein bracht / mitten im kalten Winter / wohl zu der halben Nacht. 

2. Das Blümlein, das ich meine, / davon Jesaja sagt, / das bringet uns alleine / Marie, die reine Magd; / aus Gottes ewgem Rat / wird sie ein Kind gebären, / welches uns selig macht. 

3. Das Blümelein so kleine, / das duftet uns so süß; / mit seinem hellen Scheine / vertreibt's die Finsternis. / Wahr' Mensch und wahrer Gott, / hilft uns aus allem Leide, / rettet von Sünd und Tod.

Alte und neue Perikopenordnung

Nach der alten Leseordnung wurde in der
  • Reihe I das Magnificat (Lk 1,46-55) als Evangelium gelesen, 
die so genannte "Heimsuchung", der Besuch des Engels Gabriel bei Maria, war Predigttext in der
  • Reihe III - Lk 1,26-33.38. 
Die übrigen Texte waren wie folgt verteilt:
  • Reihe II - Phil 4,4-7 (Epistel)
  • Reihe IV - 2. Kor 1,18-22
  • Reihe V - Joh 1,19-23
  • Reihe VI - Jes 52,7-10 (Alttestamentliche Lesung)
Die neue Perikopenordnung hat dann folgende Aufteilung: 
  • Reihe I - Lk 1,(26-38)39-56 
  • Reihe II - 2. Kor 1,18-22 
  • Reihe III - 1. Mose 18,1-2.9-15 
  • Reihe IV - Lk 1,26-38(39-56)  (Evangelium, s. aber auch Reihe I)
  • Reihe V - Phil 4,4-7 (Epistel)
  • Reihe VI - Jes 62,1-5 (Altes Testament)
Das Magnifikat soll wohl anstelle des Psalms gebetet werden (vgl. daskirchenjahr.de)

Auffällig ist die Lesungen der Reihe I und der Reihe IV. Es wird die gleiche Perikope zugrunde gelegt, wobei durch die Klammern die Schwerpunkte gesetzt werden. Ich kennzeichne diese Schwerpunktsetzung einmal farblich. Also:

Reihe I - Lk 1,(26-38)39-56 - Reihe IV - Lk 1,26-38(39-56)


Ankündigung der Geburt (Reihe IV und Evangeliumslesung)

26 Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, 27 zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. 28 Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir! 29 Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das? 30 Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. 31 Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. 32 Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, 33 und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.

34 Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Mann weiß? 35 Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. 36 Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei. 37 Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. 38 Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.

Marias Besuch bei Elisabeth und das Magnificat (Reihe I)

39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda 40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes! 43 Und wie geschieht mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. 45 Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.
Marias Lobgesang

46 Und Maria sprach:

Meine Seele erhebt den Herrn,
47 und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes;
48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.
Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.
49 Denn er hat große Dinge an mir getan,
der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.
50 Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht
bei denen, die ihn fürchten.
51 Er übt Gewalt mit seinem Arm
und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.
52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron
und erhebt die Niedrigen.
53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern
und lässt die Reichen leer ausgehen.
54 Er gedenkt der Barmherzigkeit
und hilft seinem Diener Israel auf,
55 wie er geredet hat zu unsern Vätern,
Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit.

56 Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim.

Aufteilung und Neuordnung geglückt? Naja, ich bin skeptisch. 

Besonders fragwürdig finde ich, dass das Magnificat als einer der bedeutendsten Texte des Neuen Testaments aus der Evangeliumsreihe, die Jahr für Jahr gelesen wird, in die Predigtreihe I "verbannt" wurde und damit nur alle 6 Jahre gelesen wird, wenn man nicht in den anderen Jahren die ausgesprochen lange Lesung Lk 1,26-56 - also ohne Auslassung - nehmen will.

Die Alttestamentlichen Lesungen im Vergleich

Alte Leseordnung - Jes 52,7-10 - Die frohe Botschaft

7 Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König! 8 Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und rühmen miteinander; denn alle Augen werden es sehen, wenn der HERR nach Zion zurückkehrt.

9 Seid fröhlich und rühmt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst. 10 Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

Neue Leseordung - Jes 62,1-5 - Die zukünftige Herrlichkeit Zions

1 Um Zions willen will ich nicht schweigen, und um Jerusalems willen will ich nicht innehalten, bis seine Gerechtigkeit aufgehe wie ein Glanz und sein Heil brenne wie eine Fackel, 2 dass die Heiden sehen deine Gerechtigkeit und alle Könige deine Herrlichkeit. Und du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des HERRN Mund nennen wird. 3 Und du wirst sein eine schöne Krone in der Hand des HERRN und ein königlicher Reif in der Hand deines Gottes. 4 Man soll dich nicht mehr nennen »Verlassene« und dein Land nicht mehr »Einsame«, sondern du sollst heißen »Meine Lust« und dein Land »Liebe Frau«; denn der HERR hat Lust an dir, und dein Land hat einen lieben Mann. 5 Denn wie ein junger Mann eine Jungfrau freit, so wird dich dein Erbauer freien, und wie sich ein Bräutigam freut über die Braut, so wird sich dein Gott über dich freuen.

Die bessere Alternative? Das mag jeder selbst beurteilen. Ich hätte Jesaja 52 nicht ausgetauscht.

Immerhin ist noch ein weiterer Alttestamentlicher Text zum 4. Advent kommen - 1. Mose 18,1-2.9-15 - die Geschichte einer weiteren wundersamen Schwangerschaft:

Der HERR bei Abraham in Mamre

181 Und der HERR erschien ihm im Hain Mamre, während er an der Tür seines Zeltes saß, als der Tag am heißesten war. 2 Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tür seines Zeltes und neigte sich zur Erde

9 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist Sara, deine Frau? Er antwortete: Drinnen im Zelt. 10 Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen übers Jahr; siehe, dann soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben. Das hörte Sara hinter ihm, hinter der Tür des Zeltes. 11 Und sie waren beide, Abraham und Sara, alt und hochbetagt, sodass es Sara nicht mehr ging nach der Frauen Weise. 12 Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun ich alt bin, soll ich noch der Liebe pflegen, und mein Herr ist auch alt!

13 Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Meinst du, dass es wahr sei, dass ich noch gebären werde, die ich doch alt bin? 14 Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben. 15 Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht –, denn sie fürchtete sich. Aber er sprach: Es ist nicht so, du hast gelacht.

Okay ...

Samstag, 15. Dezember 2018

Außer der Reihe - zum Schmunzeln

Der Bücherbaum im Foyer des Gemeindehauses



Pastor gebacken

Teamer und Konfis hatten am letzten Freitag das Friedensgebet vorbereitet - Thema: Schenken. Ein Geschenk kann schon mal groß ausfallen: Gold, Weihrauch und Myrrhe für das Kind in der Krippe. Die Weisen aus dem Morgenland hatten es sich etwas kosten lassen. Das war ihnen der Sohn Gottes, der König der Juden wert. Geschenke müssen aber nicht groß und teuer sein. Die Hirten vom Bethlehemer Feld brachten sicherlich eher Kleinigkeiten mit - Milch, Wolle, Feuerholz, alles nützliche Dinge. 

Zum Schluss gab es selbst gebackene Kekse als Geschenk für jeden Gottesdienstbesucher. Für mich hatten die Jugendlichen sich etwas Besonderes ausgedacht, eben: Pastor gebacken. Man kann das Bild ja mal vergrößern und die Ähnlichkeit vergleichen :-) Haare, Brille, Schnurrbart


Freitag, 14. Dezember 2018

3. Advent

16. Dezember 2018


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 3. Advent - teilweise (s. Anmerkung am Ersten Advent zur Revision der Leseordnung) - unter der Nummer 954.03. Digital und vollständig findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayerischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig! (Jes 40, 3.10)

Wochenlied:

Mit Ernst, o Menschenkinder (EG 10)
Die Nacht ist vorgedrungen (EG 16)

Lieder für den Gottesdienst

EG 6,1-3 Ihr lieben Christen freut euch nun
Lobgesang des Zacharias
EG 18,1-2 Seht, die gute Zeit ist nah
EG 10,1-4 Mit Ernst o Menschenkinder
EG 16,1-3 Die Nacht ist vorgedrungen
EG 12,1-4 Gott sei Dank durch alle Welt
EG 8,1-4 Es kommt ein Schiff geladen

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Anstelle des Psalms beten wir im Wechsel den Lobgesang des Zacharias (Lk 1, 67-79), der eigentlich als Evangeliumslesung vorgesehen ist.

Lobgesang des Zacharias

Gelobt sei der Herr, der Gott Israels!
Denn er hat besucht und erlöst sein Volk
    und hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils
    im Hause seines Dieners David
– wie er vorzeiten geredet hat
durch den Mund seiner heiligen Propheten –,
    dass er uns errettete von unsern Feinden
    und aus der Hand aller, die uns hassen,
und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern
und gedächte an seinen heiligen Bund
    und an den Eid, den er geschworen hat
    unserm Vater Abraham, uns zu geben,
dass wir, erlöst aus der Hand unsrer Feinde,
ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang
in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.
    Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen.
    Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest
und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk
in der Vergebung ihrer Sünden,
durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes,
    durch die uns besuchen wird
    das aufgehende Licht aus der Höhe,
damit es erscheine denen,
die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes,
    und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn …


Aufforderung zum Kyrie


Aufforderung zum Lobgesang


EG 18 Seht, die gute Zeit ist nah


Lesung aus dem Alten Testament Jes 40,3-8 (Auszüge) 

3 Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! 4 Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; 5 denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat's geredet.

6 Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. 7 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! 8 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.

Evangelium Lk 1,80 - 3,1-19 (Lesereihe II)

80 Und das Kindlein Johannes wuchs und wurde stark im Geist. Und er war in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er vor das Volk Israel treten sollte.

Johannes der Täufer - Lk 3

1 Im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter in Judäa war …, da geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste. 3 Und er kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, 4 wie geschrieben steht im Buch der Worte des Propheten Jesaja (Jesaja 40,3-5): »Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Steige eben! 5 Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden, 6 und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.«

7 Da sprach Johannes zu der Menge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? 8 Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. 9 Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.

10 Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun? 11 Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso. 12 Es kamen auch die Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? 13 Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist! 14 Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!

15 Als aber das Volk voll Erwartung war und alle dachten in ihren Herzen von Johannes, ob er vielleicht der Christus wäre, 16 antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, dass ich ihm die Riemen seiner Schuhe löse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 17 In seiner Hand ist die Worfschaufel, und er wird seine Tenne fegen und wird den Weizen in seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen. 18 Und mit vielem andern mehr ermahnte er das Volk und verkündigte ihm das Heil.

19 Der Landesfürst Herodes aber, der von Johannes zurechtgewiesen wurde wegen der Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen alles Bösen, das er getan hatte, 20 fügte zu dem allen noch dies hinzu: er warf Johannes ins Gefängnis.

Predigt


  • Am 3. Adventssonntag denken wir besonders an Johannes den Täufer, dessen Aufruf zur Buße uns auch heute erklingt. 
  • Aber er ist es auch, der hingewiesen hat auf das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt. 
  • So bekennen wir unsere Schuld in dem Vertrauen, dass wir in Christus die Erlösung haben.

(Manfred Senftleben auf https://daskirchenjahr.de/tag.php?name=3advent&zeit=Advent)

Bevor wir auf Johannes und seine Botschaft eingehen, hören wir einen Abschnitt aus dem Buch Maleachi. Es ist in unserer westkirchlichen Tradition das letzte Buch des Alten Testaments und die zu lesenden Verse stehen auch im letzten Kapitel. Wie Jesaja verweisen sie auf einen Boten, den Gott schicken wird.

Predigttext Maleachi 3

1 Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht; und der Bote des Bundes, den ihr begehrt, siehe, er kommt!, spricht der HERR Zebaoth.

19 Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen. Da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der kommende Tag wird sie anzünden, spricht der HERR Zebaoth, und er wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen. 20 Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Und ihr sollt herausgehen und springen wie die Mastkälber.

22 Gedenkt an das Gesetz meines Knechtes Mose, das ich ihm befohlen habe auf dem Berge Horeb für ganz Israel, an alle Gebote und Rechte! 23 Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. 24 Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern, auf dass ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage.

Ist Johannes der, von dem die Bibel sagt: 

  • Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor mir her den Weg bereiten soll.
  • In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!
Die ersten Christen waren sich bei ihrer Antwort ganz sicher: Ja, Johannes ist genau der Bote, der dem Messias vorausgeht und den die Propheten Jesaja und Maleachi ankündigten! Dafür konnten sie auf drei Zeugnisse verweisen.

Der Engel im Tempel zu Zacharias

“Elisabeth wird dir einen Sohn gebären … er wird viele der Israeliten zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. … Und er wird vor ihm - dem Herrn ?! - hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.” (Lk 1,13-17*)

Selbstzeugnis des Täufers

Wer bist du? ...: Ich bin nicht der Christus. Und sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin's nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du dann?... Er sprach: »Ich bin die Stimme eines Predigers in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!«, wie der Prophet Jesaja gesagt hat (Jesaja 40,3). (Johannes 1,19-23*)

Jesus über Johannes

“Dieser ist's, von dem geschrieben steht: »Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.«” (Mt 11,14)

Botschaft des Täufers

Drohung
Einerseits droht Johannes den Menschen: “... es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.” - “Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber der, der stärker ist als ich ... In seiner Hand ist die Worfschaufel, und er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.”
    vgl. dazu Maleachi 3,19 Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen. Da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der kommende Tag wird sie anzünden, spricht der HERR Zebaoth, und er wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen.

Lebenshilfe
Andererseits gibt er konkrete Hilfe, wie Leben gelingen kann: “Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso.” Den Zöllnern sagt er: “Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist!” Und Soldaten rät er: “Tut niemandem Gewalt noch Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!”

Es kommt einer, der ist stärker
Johannes weist auf den, der nach ihm kommt: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, dass ich ihm die Riemen seiner Schuhe löse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.

Das Ende des Täufers
Johannes selbst starb am Ende einen Tod wie viele andere im Lauf der Geschichte auch. Zunächst wurde er verhaftet, weil er dem König wegen seines Ehebruchs einen Spiegel vorgehalten hatte. Dann forderte seine größte Widersacherin, die Frau des Königs, seinen Tod. Und der König wollte sich vor seinen Gästen keine Blöße geben und gab nach.

Unsere Aufgabe heute

Botschaft des Täufers hören und annehmen, aber genau diese Botschaft auch weiterzusagen. Dabei orientieren wir uns an dem, was wir aus dem Leben Jesu wissen: Geboren in einem Stall, also in kleinen und ärmlichen Verhältnissen - zu finden bei denen, die am Rande der Gesellschaft stehen - “Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt, und sie sagen: Siehe, dieser Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!” (Mt 11,19)

Am Ende war Jesus ein Opfer militärischer Gewalt und religiösen Fanatismus. Aber bei ihm war es nicht das Ende - Gott hat ihn von den Toten auferweckt.

Unter dieser Voraussetzung, dass Gott das Leben will - jenseits in seinem Reich, aber auch hier auf Erden -, schauen wir noch einmal auf die letzten Worte des Alten Testaments. Es wird einen Tag der Abrechnung geben, ja, das ist so! Aber es gibt auch Hoffnung und Perspektiven! Lassen wir die nicht ungenutzt verstreichen.

Tag des Herrn, Tag der Abrechnung

19 Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen. Da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der kommende Tag wird sie anzünden, spricht der HERR Zebaoth, und er wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen.

20 Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Und ihr sollt herausgehen und springen wie die Mastkälber.

22 Gedenkt an das Gesetz meines Knechtes Mose, das ich ihm befohlen habe auf dem Berge Horeb für ganz Israel, an alle Gebote und Rechte!

23 Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. 24 Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern, auf dass ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage.

Das ist unsere Chance! Umkehr zum Leben! Nutzen wir diese Chance!

Donnerstag, 6. Dezember 2018

1. Advent

Nachtrag zum 2. Dezember 2018


Mit dem 1. Advent beginnt eine neues Kirchenjahr. In seinem Sohn Jesus Christus kommt Gott zu uns Menschen. Das ist ein Geschenk, eine Gabe und zugleich auch eine Aufgabe, die sich nicht allein auf unser eigenes Lebens bezieht, sondern die auch den Nächsten mit in den Blick nimmt.

Brot für die Welt

Deshalb ist es folgerichtig, dass mit dem 1. Advent auch die evangelische Aktion "Brot für die Welt" beginnt. Das Motto für die 60. Aktion lautet "Hunger nach Gerechtigkeit".

In diesem Jahr macht sich der Kirchenkreis Emsland-Bentheim ein Projekt in Sierra Leone zu eigen:
"Mit Büchern und besseren Ernten gegen Kinderarbeit"
In Sierra Leone ist die Armut so groß, dass Kinder oft zum Lebensunterhalt beitragen müssen. Kinderarbeit ist an der Tagesordnung. Ein Projekt ermöglicht Jungen und Mädchen, in die Schule zu gehen und hilft den Eltern, ihr Einkommen zu erhöhen. (Info von der verlinkten Seite von Brot für die Welt)

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 1. Advent - teilweise - unter der Nummer 954.01. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. (Sach 9, 9b)

Wochenlied:

Nun komm der Heiden Heiland (EG 4) oder
Wie soll ich dich empfangen (EG 11)

Auch wenn wir das Lied nicht singen werden, bleibt es ein Geheimnis der Revisoren der neuen Leseordnung (s. die Anmerkungen weiter unten), warum "EG 16 Die Nacht ist vorgedrungen" nicht mehr als Wochenlied vorgesehen ist.

Lieder für den Gottesdienst

EG 17,1 Wir sagen euch an
EG 712 - Psalm 24
EG 538 Lobt den Herrn
EG 1,1-3 Macht hoch die Tür
Wenn das Brot, das wir teilen
EG 13,1-3 - Tochter Zion

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Neue Perikopenordnung

Bevor es weiter mit den Gottesdienstüberlegungen geht einige Gedanken zur neuen Perikopenordnung und dem neu erstellten Lektionar. Das sollte nach der Vorstellung des Landeskirche - und der EKD - am 1. Advent eingeführt werden. Damit standen wir in unserer Gemeinde vor einem Problem. Vor einiger Zeit hatten wir uns vorgenommen, dass ab dem 1. Advent die biblischen Texte im Gottesdienst aus der Altarbibel gelesen werden sollten. Wir waren der Meinung, dass die Bibel nicht nur als "Schmuckbuch" auf dem Altar liegen, sondern auch in Gebrauch sein sollte. Also wollten wir darauf lesen.

Das passte nun aber nicht zur Einführung eines neuen Lektionars. Denn das dann als "Schmuckbuch" zu betrachten ist genauso wenig sinnvoll wie bei der Bibel.

Aktuell lösten wir das Problem dadurch, dass wir (vorerst) auf die Einführung des neuen Lektionars als "Lesebuch" verzichten und statt dessen wie angedacht für die Lesungen tatsächlich unsere Altarbibel nehmen. Wenn wir merken, dass das Lesen aus der Bibel Schwierigkeiten bereitet - zugegebenermaßen ist es einfacher, fest umrissene Perikopen im Lektionar zu lesen - , können wir später immer noch das neue Lektionar einführen.

Ob die neue Leseordnung und die Aufteilung im Lektionar gelungen ist, wird sich im Vollzug zeigen. Zunächst einmal ist mit Bedauern festzustellen, dass das bewährte System, das die Evangelien alle in der Reihe I und die Episteln in der Reihe II standen, aufgegeben wurde (ich weiß, dass dies einigen zu eintönig erschien). Für jeden Sonntag muss jetzt einzeln geschaut werden, welche Texte zu lesen sind. Und auch der einfache Blick in den Anhang des Gesangbuches - ausgesprochen gelungen war dieser Teil - reicht nicht mehr aus. Denn es hat an den einzelnen Sonntagen zuweilen erhebliche Verschiebungen gegeben.

Besonders fragwürdig erscheint mir die Revision der Perikopenordnung, wenn an den Sonntagen gegenüber früher lediglich die Reihenfolge der Texte "durcheinandergewirbelt" wurde. Das hat für mich mit einer Reform nichts zu tun, das zeugt vielmehr von Phantasielosigkeit, weil man andere Texte nicht fand. Trotz dieser Skepsis werden wir uns an die neue Leseordnung halten. Es sind auch neue Predigttexte hinzugekommen - nicht immer, aber durchaus das eine oder andere Mal auch gelungen.

Blickt man auf den 1. Advent, so kann man der Neuerung etwas abgewinnen. Bisher wurde aus dem Alten Testament Jeremia 23,5-8 gelesen: "Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird. ..." Nicht unpassend, jedoch nimmt die neue Alttestamentliche Lesung Sacharja 9, 9-10 den Wochenspruch auf und wird auch im Evangelium zitiert.

Evangelium - Mt 21, 1-11

Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus 2 und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir! 3 Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer. Sogleich wird er sie euch überlassen. 4 Das geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht (Sacharja 9,9): "5 Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers." 6 Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, 7 und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf. 8 Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. 9 Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! 10 Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und fragte: Wer ist der? 11 Die Menge aber sprach: Das ist Jesus, der Prophet aus Nazareth in Galiläa.

Predigt über Psalm 24

1 Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.
2 Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern bereitet.

3 Wer darf auf des Herrn Berg gehen, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte?
4 Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lug und Trug und nicht falsche Eide schwört:

5 der wird den Segen vom Herrn empfangen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heiles.
6 Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs.

7 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe!
8 Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr, stark und mächtig, der Herr mächtig im Streit.
9 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe!
10 Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr Zebaoth, er ist der König der Ehre.

Brot für die Welt - Sierra Leone

Zunächst wurde der Gemeinde das Projekt von Brot für die Welt in Sierra Leone mit der von der Organisation zur Verfügung gestellten Präsentation vorgestellt. Wer die ansprechende Präsentation sehen will, findet sie auf der Internetseite von Brot für die Welt. Einen ersten Einblick geben schon die Bilder und Notizen auf der oben verlinkten Seite. Das Projekt zielt darauf, dass die Menschen in die Lage versetzt werden, durch ihre Arbeit so viel Geld zu verdienen, dass genug Nahrung vorhanden ist und die Kinder auch zur Schule gehen können. In vielen Familien kann das noch nicht in die Tat umgesetzt werden. Denn die Kinder müssen durch ihre Arbeit zum Familieneinkommen beitragen. 

Die Erde ist des Herrn

Diese Situation ist durchaus unserem westlichen Wirtschaftssystem geschuldet, das auf Gewinn aus ist und die Länder Afrikas, Asiens oder Südamerikas durchaus auch ausbeutet. Moral, Glaube oder die Bedürfnisse der anderen spielen dabei keine oder nur eine absolut untergeordnete Rolle. Demgegenüber setzt der 24. Psalm als Predigttext ein anderes Vorzeichen: "Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern bereitet." Es ist schon tausendmal gesagt - und dann geflissentlich überhört - worden: Wir haben diese Erde nur von den nachfolgenden Generationen geliehen und sollen sie ihnen als einen lebenswerten Ort weitergeben. Das tun wir im Augenblick nicht. 

Lug und Trug, falsche Eide und Fakenews

Vielmehr prägen "Lug und Trug" unsere Zeit und selbst hochgestellte Persönlichkeiten empfinden keine Scham bei Fakenews, "alternativen Wahrheiten" oder "falschen Eiden", wie es im Predigttext heißt, So kann Leben miteinander nicht gedeihen, so können Menschen auch nicht ihren Lebensunterhalt in gerechten Verhältnissen erwirtschaften, so leben wir getrennt von Gott und können eben nicht zu seinem "Berg", zum Zion gelangen, zu "seiner heiligen Stätte". Und genau damit kappen wir selbst die Verbindung zu dem, der uns - und der ganzen Welt - Leben schenken will, so dass Menschen haben, was sie zum Leben brauchen. 

Segen und Gerechtigkeit

Demgegenüber verheißt ein Leben mit und vor Gott, "Segen vom Herrn" und "Gerechtigkeit" zu empfangen. In der Welt des Alten Testaments schließt das Erfolg und Reichtum nicht aus. Dieser sollte aber nicht zu Lasten der anderen, sondern zum Nutzen aller erworben werden. "Eigentum verpflichtet", so heißt es mit Bedacht im Grundgesetz (Art 14 GG).

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch

Sich erneut auf diesen Gott zu besinnen, der das Leben seiner Menschen überall auf der Welt will, das ist eine rechte Vorbereitung in der Adventszeit. Denn wenn der Beter fragt, wer denn der "König der Ehre" sei, der da kommt und der einziehen soll in sein Heiligtum, dann antworten die Gläubigen: "Es ist der Herr, stark und mächtig, der Herr mächtig im Streit. - Es ist der Herr Zebaoth, er ist der König der Ehre."

Gelobt sei Jesus Christus

Und damit sind wir wieder bei  Anfang des Psalms "Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist" oder um es mit den Worten des Evangeliums zu sagen: "Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei Jesus Christus, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!"

Freitag, 23. November 2018

Ewigkeits- oder Totensonntag

25. November 2018


Am Ewigkeits- oder Totensonntag - auch Gedenktag der Entschlafenen genannt - steht im Zentrum des Gottesdienstes das Gedenken an die Verstorbenen des zu Ende gehenden Kirchenjahres. Die Namen werden noch einmal verlesen und für jeden Verstorbenen wird eine Osterkerze entzündet, Symbol der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Die biblischen Texte und die Predigt sprechen von der christlichen Hoffnung, dass nicht der Tod das letzte Wort hat, sondern Gott, der seinen Sohn von den Toten auferweckt hat und der auch uns und unsere verstorbenen Angehörigen vom Tode zum ewigen Leben erweckt.

Momente der Stille und der Besinnung wird die Kammermusik AG des Windthorstgymnasiums unter der Leitung von Raimund Hagemann schenken.

Wir feiern morgens um 10.00 Uhr den Abendmahlsgottesdienst in der Gustav-Adolf-Kirche, nachmittags um 15.00 Uhr treffen wir uns noch einmal zum Gottesdienst auf dem Friedhof in der Hüttenstraße. Da lesen wir die Namen aller Verstorbenen, die im vergangenen Kirchenjahr auf diesem Friedhof beerdigt wurden.

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Ewigkeits- oder Totensonntag unter den Nummern 954.73 und 74. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr"; entweder man wählt "Letzter Sonntag im Kirchenjahr" oder "Gedenktag der Entschlafenen"

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochensprüche:

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen. (Lk 12, 35 - Ewigkeitssonntag)
Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. (Ps 90, 12 - Totensonntag)

Wochenlieder:

Wachet auf, ruft uns die Stimme (EG 147) Ewigkeitssonntag
Warum soll ich mich denn grämen (EG 370) Totensonntag

Lieder für den Gottesdienst

EG 450,1-5 Morgenglanz der Ewigkeit
Psalm EG 750 Der HERR erlöst seine Gefangenen
Largo aus Xerxes von Georg Friedrich Händel
Freundschaftsduett aus "Die Perlenfischer" von George Bizet
EG 65,1.7.3.7.5.7 Von guten Mächten wunderbar geborgen
EG 365,1-3.8 Von Gott will ich nicht lassen
Streichtrio
EG 216 Du hast uns Leib und Seel gespeist

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Epistel - 1. Thessalonicher 4,13-18 - Von der Auferstehung der Toten

Vorbemerkung: Als Lesungen für diesen Sonntag sind eigentlich Mt 25, 1-13 und Offb 21, 1-7 für den Ewigkeitssonntag oder Joh 5, 24-29 und 1. Kor 15, 35-38.42-44a für den Totensonntag  vorgesehen. Da ich aber fast alle Beerdigung mit dem Text aus dem 1. Brief des Apostel Paulus an die Thessalonicher beende, soll dieser Text im Gottesdienst noch einmal gelesen werden, diesmal mit einem kurzen Präfamen, dass daran erinnert, dass die Gottesdienstteilnehmer den Text schon einmal gehört haben. 

Den Text der Epistellesung für den heutigen Ewigkeitssonntag haben viele von Ihnen schon auf dem Friedhof am Grab eines Angehörigen gehört, wenn Sie Abschied nehmen mussten von Ihren Lieben. Der Text steht im 1. Brief des Apostel Paulus an die Thessalonicher im 4. Kapitel.

13 Wir wollen euch aber, liebe Schwestern und Brüder, nicht im Ungewissen lassen über die, die entschlafen sind, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. 14 Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die entschlafen sind, durch Jesus mit ihm einherführen. 15 Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind. 16 Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen. 17 Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. 18 So tröstet euch mit diesen Worten untereinander.

Predigttext - Hosea 6,1-3 - Wir wollen wieder zum HERRN

1 »Kommt, wir wollen wieder zum HERRN; denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen, er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. 2 Er macht uns lebendig nach zwei Tagen, er wird uns am dritten Tage aufrichten, dass wir vor ihm leben werden. 3 Lasst uns darauf Acht haben und danach trachten, den HERRN zu erkennen; denn er wird hervorbrechen wie die schöne Morgenröte und wird zu uns kommen wie ein Regen, wie ein Spätregen, der das Land feuchtet.«

Predigtidee

Egal wann der Tod kommt - jung oder alt, lebensmüde oder lebenssatt, nach schwerer Krankheit oder am Ende eines langen Lebens - der Tod kommt für die Angehörigen eigentlich immer zur Unzeit. Und die Frage steht im Raum: Wie geht es weiter? Mit Gott geht es weiter, sagt Hosea. Gott erkennen heißt auch zu erkennen, dass unser Leben endlich ist. Deshalb gehört das Sterben dazu, aber es ist nicht das Ende. Als Christen hoffen wir für unsere Toten auf die Auferstehung und das Leben bei Gott, für uns hoffen wir, dass wir wieder das Leben gewinnen können.

Andacht auf dem Friedhof Hüttenstraße

15.00 Uhr


  • Wir sind nur Gast auf Erden - Nr. 62
  • Gebet - Psalm 90 - Zuflucht in unserer Vergänglichkeit - Seite 101
  • Lesung - Von der Auferstehung der Toten - 1. Kor 15 - Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferweckt ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? 
  • Verlesung der Verstorbenen
  • Von guten Mächten - Nr. 4
  • Predigt
  • So nimm denn meine Hände - Nr. 38
  • Fürbitte und Vaterunser und Segen
  • Wachet auf, ruft uns die Stimme - Nr. 17

Montag, 19. November 2018

Buß- und Bettag

21.11.2018


Auch im Jahr 2018 laden wir wieder zu den Gottesdiensten am Buß- und Bettag ein:
- 8.00 Uhr Gottesdienst für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer
- 10.00 Uhr Abendsmahlsgottesdienst
- 15.00 Uhr - Abendmahlsgottesdienst für Seniorinnen und Senioren

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag unter der Nummer 954.72. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben. (Spr 14, 34)

Wochenlied:

Aus tiefer Not lasst uns zu Gott (EG 144) oder
Nimm von uns, Herr, du treuer Gott (EG 146)

Lieder für die Gottesdienst

Mit den Jugendlichen morgens werde ich wie in den Jahren zuvor singen:
- Hevenu schalom alejchem
- Vater unser, Vater im Himmel ...

Mit den Erwachsenen werden folgende Lieder gesungen.
EG 366,1-4 Wenn wir in höchsten Nöten sein
EG 404,1-3 Herr Jesu Gnadensonne
EG 355,1.2.5 Mir ist Erbarmung widerfahren
EG 394,1-5 Nun vorwärts froh den Blick gewandt
EG 216 Du hast uns Leib und Seel gespeist

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Evangelium: Lk 13,6-9

Das Gleichnis vom Feigenbaum
6 Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine. 7 Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang gekommen und habe Frucht gesucht an diesem Feigenbaum, und finde keine. So hau ihn ab! Was nimmt er dem Boden die Kraft? 8 Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, lass ihn noch dies Jahr, bis ich um ihn grabe und ihn dünge; 9 vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn ab.

Hesekiel 22,29-31

29 Das Volk des Landes übt Gewalt; sie rauben drauflos und bedrücken die Armen und Elenden und tun den Fremdlingen Gewalt an gegen alles Recht. 30 Ich suchte unter ihnen, ob jemand eine Mauer ziehen und in die Bresche vor mir treten würde für das Land, damit ich's nicht vernichten müsste; aber ich fand keinen. 31 Darum schüttete ich meinen Zorn über sie aus, und mit dem Feuer meines Grimmes machte ich ihnen ein Ende und ließ so ihr Tun auf ihren Kopf kommen, spricht Gott der HERR.

Predigtidee

- für die Gottesdienste mit den Erwachsenen - Der Alttestamentliche Text spricht "das Volk" an.
Es geht am Buß- und Bettag offensichtlich nicht allein um individuelle Schuld, sondern auch um kollektives gesellschaftliches Versagen. Ist hier auch ein Grund zu suchen, warum vor Jahren der Buß- und Bettag als gesetzlicher Feiertag abgeschafft wurde?