Montag, 9. Juli 2018

6. Sonntag nach Trinitatis

8. Juli 2018

Nachtrag


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 6. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.49. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein. (Jes 43, 1 (kursiver Text: Rev. 2014))

Wochenlied:

Ich bin getauft auf deinen Namen (EG 200 - auch in Rev. 2014)
Rev. 2014: Du hast mich, Herr, zu dir gerufen (EG 210)
Rev. 2014: Ich sage ja (NTL 2 - Neue Tauflieder, Ev. Kirche im Rheinland (Hg.))

Lieder im Gottesdienst

EG 452,1-3 - Er weckt mich alle Morgen
EG 754 - Psalm 139 - Erforsche mich, Gott
EG 200,1.2.4.5 - Ich bin getauft auf deinen Namen
EG 241,1-4 - Wach auf, du Geist der ersten Zeugen
EG 210,1-5 - Du hast mich, Herr, zu dir gerufen
EG 447, 1.6-10 - Lobet den Herren alle, die ihn ehren

Epistel Röm 6, 3-8

Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? 4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. 5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. 6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen. 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. 8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden,

Evangelium - Mt 28, 16-20

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. 17 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. 18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Predigttext 5. Mose 7, 6-12

Du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott. Dich hat der HERR, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind. 

7 Nicht hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker - denn du bist das kleinste unter allen Völkern -, 8 sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat. Darum hat er euch herausgeführt mit mächtiger Hand und hat dich erlöst von der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten.

Erwählung Israels und unsere Taufe

9 So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten, 10 und vergilt ins Angesicht denen, die ihn hassen, und bringt sie um und säumt nicht, zu vergelten ins Angesicht denen, die ihn hassen. 11 So halte nun die Gebote und Gesetze und Rechte, die ich dir heute gebiete, dass du danach tust.

Prophet Amos 3

Erwählung bewahrt nicht vor Gericht

3,1 Hört dieses Wort, das der HERR wider euch redet, ihr Israeliten, wider das ganze Geschlecht, das ich aus Ägyptenland geführt habe: 2 Aus allen Geschlechtern auf Erden habe ich allein euch erkannt, darum will ich auch an euch heimsuchen all eure Sünde.

Der Tag des Herrn ist ein Tag des Gerichts

5,18 Weh! Die ihr den Tag des HERRN herbeiwünscht, was soll er euch? Denn des HERRN Tag ist Finsternis und nicht Licht, 19 gleich als wenn jemand vor dem Löwen flieht und der Bär begegnet ihm, und er kommt ins Haus und lehnt sich mit der Hand an die Wand, da beißt ihn die Schlange! 20 Ist nicht des HERRN Tag finster und nicht licht, dunkel und nicht hell?

Recht ströme wie Wasser

5,21 Ich hasse und verachte eure Feste und mag eure Versammlungen nicht riechen – 22 es sei denn, ihr bringt mir rechte Brandopfer dar –, und an euren Speisopfern habe ich kein Gefallen, und euer fettes Schlachtopfer sehe ich nicht an. 23 Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören! 24 Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. 
12 Und wenn ihr diese Rechte hört und sie haltet und danach tut, so wird der HERR, dein Gott, auch halten den Bund und die Barmherzigkeit, wie er deinen Vätern geschworen hat 13 und wird dich lieben und segnen und mehren, und er wird segnen die Frucht deines Leibes und den Ertrag deines Ackers, dein Getreide, Wein und Öl, und das Jungvieh deiner Kühe und deiner Schafe in dem Lande, das er dir geben wird, wie er deinen Vätern geschworen hat. 14 Gesegnet wirst du sein vor allen Völkern. Es wird niemand unter dir unfruchtbar sein, auch nicht eins deiner Tiere. 15 Der HERR wird von dir nehmen alle Krankheit …

5. Sonntag nach Trinitatis

1. Juli 2018

Nachtrag


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 5. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.48. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es. (Eph 2, 8)

Wochenlied:

Preis, Lob und Dank sei Gott, dem Herren (EG 245 - nicht in Rev. 2014) oder
Wach auf, du Geist der ersten Zeugen (EG 241 - auch in Rev. 2014)
Rev. 2014: Nun aufwärts froh den Blick gewandt (EG 394)

Lieder im Gottesdienst

447 Lobet den Herren alle, die ihn ehren 
733
245,1-3 - Preis, Lob und Dank sei Gott dem Herrn 
369,1-3.7 - Wer nur den lieben Gott lässt walten
395,1-3 - Vertraut den neuen Wegen 
404,1.6.7 - Herr Jesu, Gnadensonne

Epistel 1. Kor 1, 18-25

Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist's eine Gotteskraft. 19 Denn es steht geschrieben (Jesaja 29,14): "Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen." 20 Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? 21 Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben. 22 Denn die Juden fordern Zeichen, und die Griechen fragen nach Weisheit, 23 wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit; 24 denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. 25 Denn die Torheit Gottes ist weiser, als die Menschen sind, und die Schwachheit Gottes ist stärker, als die Menschen sind.

Predigt über Hiob 28

(Der Text gehört wieder zu den Marginaltexten.)

12 Wo will man aber die Weisheit finden? Und wo ist die Stätte der Einsicht? 13 Niemand weiß, was sie wert ist, und sie wird nicht gefunden im Lande der Lebendigen. 14 Die Tiefe spricht: »In mir ist sie nicht«; und das Meer spricht: »Bei mir ist sie auch nicht.« 

20 Woher kommt denn die Weisheit? Und wo ist die Stätte der Einsicht? 21 Sie ist verhüllt vor den Augen aller Lebendigen, auch verborgen den Vögeln unter dem Himmel. 22 Der Abgrund und der Tod sprechen: »Wir haben mit unsern Ohren nur ein Gerücht von ihr gehört.« 

23 Gott weiß den Weg zu ihr, er allein kennt ihre Stätte. 24 Denn er sieht die Enden der Erde und schaut alles, was unter dem Himmel ist. 25 Als er dem Wind sein Gewicht gegeben und dem Wasser sein Maß gesetzt, 26 als er dem Regen ein Gesetz gegeben hat und dem Blitz und Donner den Weg: 27 Damals schon sah er sie und verkündigte sie, bereitete sie und ergründete sie 28 und sprach zum Menschen: Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiden das Böse, das ist Einsicht.

Wochenspruch

Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es. (Eph 2, 8) Somit befasst sich auch der 5. Sonntag nach Trinitatis mit der Gemeinde. Letzten Sonntag ging es um das Zusammenleben in der Gemeinde: “Einer trage des anderen Last.”. Und mit der Einführung der Kirchenvorstherinnen und Kirchenvorsteher lenkten wir den Blick darauf, dass für dieses Zusammenleben jeder seine besonderen Gaben und Begabungen in die Gemeinschaft einbringt. Heute geht es um unsere Antwort auf Gottes Ruf. Nachfolge scheint so einfach, so schwierig, so abwegig, weil wir nicht so recht wissen, was Nachfolge ist. (vgl. http://daskirchenjahr.de/tag.php?name=5ntrinitatis&zeit=Trinitatis)

Weisheit

Dabei bringen der Predigttext und die Epistel einen Begriff ins Spiel, der sonst bei uns keine große Rolle mehr spielt. Es geht um Weisheit. Was aber ist Weisheit und wo finden wir weise Menschen? 

Das fragte auch schon Paulus: “Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben.”

Offensichtlich ist es mit unserer Weisheit nicht weit her. 

Bildung

Da wir den Begriff Weisheit nicht mehr verwenden, wenden wir uns einem verwandten Begriff zu, der aber ebenso problembesetzt ist: Bildung! “Bildung ... bezeichnet die Formung des Menschen im Hinblick auf sein „Menschsein“, das heißt zu einer Persönlichkeit, die sich durch besondere geistige, physische, soziale und kulturelle Merkmale auszeichnet. ... Ein Merkmal der Bildung, das nahezu allen modernen Bildungstheorien entnehmbar ist, lässt sich umschreiben als das reflektierte Verhältnis zu sich, zu anderen und zur Welt.” (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Bildung)

Der letzte Satz macht deutlich, warum es solche Schwierigkeiten gibt. Es geht um nachdenken, abwägen, sich beraten - und nicht um einen dahin geworfenen Gedanken, um ein Ultimatum, von dem man weiß - oder gar hofft - dass es nicht eingehalten werden kann. 

Wenn wir dazu noch eine Definition von Weisheit lesen wird uns klar, warum wir vor solchen Problemen stehen: “Weisheit bezeichnet vorrangig ein tiefgehendes Verständnis von Zusammenhängen in Natur, Leben und Gesellschaft sowie die Fähigkeit, bei Problemen und Herausforderungen die jeweils schlüssigste und sinnvollste Handlungsweise zu identifizieren.” (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Weisheit)

Gottes Weisheit

20 Woher kommt denn die Weisheit? Und wo ist die Stätte der Einsicht? 21 Sie ist verhüllt vor den Augen aller Lebendigen, auch verborgen den Vögeln unter dem Himmel. 22 Der Abgrund und der Tod sprechen: »Wir haben mit unsern Ohren nur ein Gerücht von ihr gehört.« 

Die Weisheit fliegt den Menschen offensichtlich nicht einfach zu. 

23 Gott weiß den Weg zu ihr, er allein kennt ihre Stätte. 24 Denn er sieht die Enden der Erde und schaut alles, was unter dem Himmel ist. 25 Als er dem Wind sein Gewicht gegeben und dem Wasser sein Maß gesetzt, 26 als er dem Regen ein Gesetz gegeben hat und dem Blitz und Donner den Weg: 27 Damals schon sah er sie und verkündigte sie, bereitete sie und ergründete sie ...

Augustinus - Weisheit und Glück

Augustinus über das Glück 4,35: Weisheit ist letztlich nichts anderes als das Maß unseres Geistes, wodurch dieser im Gleichgewicht gehalten wird, damit er weder ins Übermaß ausschweife, noch in die Unzulänglichkeit falle. Verschwendung, Machtgier, Hochmut und ähnliches, womit ungefestigte und hilflose Menschen glauben, sich Lust und Macht verschaffen zu können, lassen ihn maßlos aufblähen. Habgier, Furcht, Trauer, Neid und anderes, was ins Unglück führt – wie die Unglücklichen selbst gestehen – engen ihn ein. Hat der Geist jedoch Weisheit gefunden, hält dann den Blick fest auf sie gerichtet… dann brauchte er weder Unmaß, noch Mangel, noch Unglück zu fürchten. Dann hat er sein Maß, nämlich die Weisheit und ist immer glücklich.“ (gefunden bei: https://de.wikipedia.org/wiki/Weisheit#Christentum)

Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiden das Böse, das ist Einsicht.

Damit wären wir wieder beim Wochenspruch angelangt: “Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.” (Eph 2, 8) In Weisheit, im Gespräch mit Gott unser Leben gestalten, das Böse zu meiden, im persönlichen wie auch im gesellschaftlichen Leben, das ist unsere angemessene Antwort auf Gottes Ruf. 

4. Sonntag nach Trinitatis

24. Juni 2018

Nachtrag


Am 24. Juni stand der neue Kirchenvorstand im Mittelpunkt. Die ausscheidenden Kirchenvorsteher wurden verabschiedet, die gewählten und berufenen neu ins Amt eingeführt. Diesmal konnten wir auf die Vorbereitungen aus dem Michaeliskloster Hildesheim zurückgreifen. Besonders gut gelungen waren den Autoren die Lesungen und die Vorschlage für die Predigttexte. 

Als Lieder haben wir ausgewählt: 

  • Tut mir auf die schöne Pforte (EG 166,1.2+4)
  • Psalmgebet 740 - Psalm 100
  • Wir glauben Gott im höchsten Thron (EG 184)
  • O Heilger Geist, kehr bei uns ein (EG 130,1-3)
  • Wach auf du Geist der ersten Zeugen (EG 241,1.2.4.5)

Biblische Lesung - 1. Kor 12

Sprecher 2 Es sind verschiedene Gaben
Sprecher 6 aber es ist ein Geist.
Sprecher 3 Und es sind verschiedene Ämter;
Sprecher 6 aber es ist ein Gott.
Sprecher 4 aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen.
In einem jeden offenbart sich der Geist
zum Nutzen aller;
Sprecher 2 dem einen wird durch den Geist gegeben,
von der Weisheit zu reden,
Sprecher 3 dem andern wird gegeben,
von der Erkenntnis zu reden,
Sprecher 6 nach demselben Geist;
Sprecher 4 einem andern Glaube,
sprecher 6 in demselben Geist;
Sprecher 5 einem andern die Gabe, gesund zu machen,
Sprecher 6 in dem einen Geist;
Sprecher 2 einem andern die Kraft, Wunder zu tun;
Sprecher 3 einem andern prophetischer Weitblick;
Sprecher 4 einem andern die Gabe, die Geister zu unterscheiden;
Sprecher 5 einem andern mancherlei geistreiches Wort;
Sprecher 2 einem andern die Gabe, es auszulegen.
Sprecher 6 Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist
und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will.
Denn wie der Leib einer ist
Sprecher 5 und doch viele Glieder hat,
Sprecher 6 alle Glieder des Leibes aber doch ein Leib sind
Sprecher 5 obwohl sie viele sind,
Sprecher 6 so auch Christus.
In ihm sind wir eins.

Diese Lesung findet man über diesen Link: http://www.kirche-mit-mir.de/Ihre-Kirche/Hannover/Material/gottesdienste

Einer der vorgeschlagenen Predigttexte war Numeri 11,16f. Die Meditation darüber (findet man auch über den gerade eingerichteten Link) habe ich mir für die Predigt so aufgeschrieben.

Predigt - 70 und 8. 

Und der Herr sprach zu Mose: Sammle mir siebzig Männer unter den Ältesten Israels, von denen du weißt, dass sie Älteste im Volk und seine Amtleute sind, und bringe sie vor die Stiftshütte und stelle sie dort vor dich, so will ich herniederkommen und dort mit dir reden und von deinem Geist, der auf dir ist, nehmen und auf sie legen, damit sie mit dir die Last des Volks tragen und du nicht allein tragen musst. (Numeri 11,16f)

Mose und die Kirche brauchen Hilfe.
Verbündete.
Ohne Verbündete kann man nicht leben, nicht arbeiten, nichts Neues denken.
70 Älteste waren es.
Männer – und vielleicht auch Frauen – wer weiß?
Nicht alle alt an Jahren vermutlich, aber alle alt an Erfahrungen.

10, die wissen.
10, die fühlen.
10, die hören
und 10, die sehen.
10, die das Leben kennen.
10, die den Tod kennen.
Und 10, die die Liebe kennen.

70 Älteste

Frauen und Männer, die ihre Aufgaben übernehmen,
Frauen und Männer, denen die Gemeinde vertraut, die einander vertrauen, sich aufeinander verlassen.
Nichts muss hinterher kontrolliert werden.

Und 8 heute für unsere Gemeinde.
Einer kennt die Heilige Schrift.
Eine weiß, was Eltern und Kindern gut tut.
Eine überlegt, für wen man beten sollte und wer Hilfe braucht.
Zwei können mit Zahlen umgehen.
Eine schreibt Protokoll.
Eine ist für die Außenwirkung unserer Gemeinde verantwortlich,
eine überlegt mit anderen, wie der Friedhof schöner gestaltet werden kann,
Einer weiß wohin man kommt, wenn es allein um die Erfüllung Vorschriften und Verordnungen geht. 

Einsegnung

Zur Einsegnung der neuen Kirchenvorsteher trat jeweils ein Mitarbeiter nach vorn, um dem neuen Amtsinhaber ein biblisches Votum mit auf den Weg zu geben. 

Der 4. Sonntag nach Trinitatis

Wer sich die "normalen" Texte zum Sonntag ansehen will, kann dies im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 954.47 tun. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. (Gal 6,2)

Wochenlied:

Rev. 2014: Mir ist Erbarmung widerfahren (EG 355)
Rev. 2014: Lass die Wurzel unsres Handelns Liebe sein (EG 417)
Rev. 2014: Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen (NB-EG 612; KHW/HN-EG 628, West-EG 669)
Komm in unsre stolze Welt (EG 428 - nicht in Rev. 2014) oder
O Gott, du frommer Gott (EG 495 - nicht in Rev. 2014)

Epistel - Röm 14, 10-13

10 Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. 11 Denn es steht geschrieben (Jesaja 45,23): »So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir sollen sich alle Knie beugen, und alle Zungen sollen Gott bekennen.« 12 So wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben. 13 Darum lasst uns nicht mehr einer den andern richten; sondern richtet vielmehr darauf euren Sinn, dass niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis bereite.

Evangelium - Lk 6, 36-42

36 Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. 37 Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.
38 Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen.
39 Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? 40 Der Jünger steht nicht über dem Meister; wenn er vollkommen ist, so ist er wie sein Meister.
41 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? 42 Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!

Freitag, 1. Juni 2018

1. Sonntag nach Trinitatis

3. Juni 2018


Partnerschaftsgottesdienst

Traditionell feiern wir in unserer Kirchengemeinde und im Kirchenkreis Emsland-Bentheim am 1. Juniwochenende den "Partnerschaftsgottesdienst". Dabei beziehen wir uns auf unsere Partnerschaft mit der Ev.-luth. Kirchengemeinde in Chemchem / Tansania / Afrika. Nach 5 Jahren der Vorbereitung begann die Partnerschaft offiziell vor 30 Jahren. Diese Partnerschaft ruht auf 3 Säulen:
  1. Glauben teilen
  2. Leben teilen
  3. Gaben teilen
Getragen wird die Partnerschaft durch persönliche Kontakte und den gegenseitigen Besuch alle zwei Jahre. Im Sommer wird eine Delegation unseres Kirchenkreises nach Tansania reisen.

Der diesjährige Partnerschaftsgottesdienst wurde von einem Team im Ev.-luth. Kirchenkreis Emsland-Bentheim erarbeitet. Das Thema lautet:

Sikilizeni neno laMungu/Hört Gottes Wort 

Damit nimmt das Vorbereitungsteam durchaus das Anliegen des sonntags auf, das Manfred Senftleben so beschreiben: "Der 1. Sonntag nach Trinitatis hat die Apostel und Propheten zum Thema. Gott sendet und wählt einzelne Personen, die er mit einem Auftrag ausstattet. Diese Personen sollen Gottes Botschaft weitertragen. Oft ist diese nicht einfach, sondern anstössig, so dass die Personen immer wieder auf Widerstand stoßen. Dennoch oder eher gerade deswegen gehören Apostel und Propheten zum Gesamtbild des christlichen Glaubens, denn sie helfen, sich auf Gottes Willen zu besinnen. Allerdings muss man sich hüten vor "falschen Propheten", die den Glauben an die Existenz solcher Menschen mißbrauchen und schamlos ausnutzen." (http://daskirchenjahr.de/tag.php?name=1ntrinitatis&zeit=Trinitatis&typ=text)

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 1. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.44. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Christus spricht zu seinen Jüngern: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich. (Lk 10, 16)

Wochenlied:

Nun bitten wir den Heiligen Geist (EG 124 - nicht in Rev. 2014)
Rev. 2014: Von Gott will ich nicht lassen (Eg 365)
Rev. 2014: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (EG 382)

Gottesdienstablauf

  • Einzug
  • Begrüßung
  • EG 449 Die güldne Sonne 1,3+4
  • Psalm 103
    • Lobe den Herrn, meine Seele - Lebensweisen 46
    • Psalm - Meditation
  • Just for Fun - Noyana
  • Eingangsgebet
  • Evangelium Lukas 16,19-31
  • Just for Fun - Halleluja Jesus
  • Glaubensbekenntnis nach der Melodie EG 184
  • Predigt über Jeremia 23,16-29
    • Wahre Propheten reden den Menschen nicht nach dem Mund
  • EG 295,1-4 Wohl denen, die da wandeln
  • Abkündigungen
    • Afrikanischen  Frauenchor
  • Neues aus der Partnerschaft
  • Kollektenansage und -umgang
    • weitere Lieder des Afrikanischen Frauenchores
  • Segen für die Delegationsmitglieder, die nach Tansania fliegen
  • Abendmahl
    • EG 656 Sanctus, Sanctus, Sanctus ...
    • VATERUNSER
    • EINSETZUNGSWORTE
    • EG 461  Aller Augen warten auf dich, Herre,
    • AUSTEILUNG
    • Just for Fun - Lieder
  • Fürbittengebet
  • Segen
  • Lied des Afrikanischen Frauenchores
  • Orgelnachspiel mit Auszug der Beteiligten

Evangelium Lukas 16,19-31

Vom reichen Mann und armen Lazarus

19 Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. 20 Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voll von Geschwüren 21 und begehrte sich zu sättigen mit dem, was von des Reichen Tisch fiel; dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre. 22 Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben.

23 Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. 24 Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle; denn ich leide Pein in diesen Flammen. 25 Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet und du wirst gepeinigt. 26 Und überdies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, dass niemand, der von hier zu euch hinüberwill, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber.

27 Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus; 28 denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. 29 Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören. 30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. 31 Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.

Ich werde über den nachfolgenden Text predigen:


Predigttext Jeremia 23,16-29

Wahre Propheten reden den Menschen nicht nach dem Mund

16 So spricht der HERR Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie betrügen euch, sie verkünden euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des HERRN. 17 Sie sagen denen, die des HERRN Wort verachten: Es wird euch wohlgehen –, und allen, die im Starrsinn ihres Herzens wandeln, sagen sie: Es wird kein Unheil über euch kommen. 

18 Aber wer hat im Rat des HERRN gestanden, dass er sein Wort gesehen und gehört hätte? Wer hat sein Wort vernommen und gehört? 19 Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll Grimm und ein schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. 20 Und des HERRN Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen.

21 Ich sandte die Propheten nicht, und doch laufen sie;
ich redete nicht zu ihnen, und doch weissagen sie.

22 Denn wenn sie in meinem Rat gestanden hätten, so hätten sie meine Worte meinem Volk gepredigt, um es von seinem bösen Wandel und von seinem bösen Tun zu bekehren.

23 Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist? 24 Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe?, spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt?, spricht der HERR.

25 Ich höre es wohl, was die Propheten reden, die Lüge weissagen in meinem Namen und sprechen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt. 26 Wann wollen doch die Propheten aufhören, die Lüge weissagen und ihres Herzens Trug weissagen 27 und wollen, dass mein Volk meinen Namen vergesse über ihren Träumen, die einer dem andern erzählt, so wie ihre Väter meinen Namen vergaßen über dem Baal?

28 Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen?, spricht der HERR. 29 Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?

Predigtidee

"Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen!" - Dieser Satz kommt aus dem Mund eines Propheten! Das ist für die Zuhörer schon eine Zumutung. Jeremia, der für sich in Anspruch nimmt, von Gott zum Prophetenamt berufen zu sein, der warnt vor den anderen Propheten, die vom Hohenpriester bestätigt wurden, die ihm Tempel ein und ausgehen, die durchaus angesehen sind beim frommen Volk. 

Jeremia mutet seinen Zuhörern zu, dass sie nachdenken. Wem sollen sie Vertrauen schenken - ihm, der im Namen Gottes spricht, an dem das Wort Gottes geschah, sich ereignete, wie es Jeremia in seiner Berufungsgeschichte erzählt: "Und des HERRN Wort geschah zu mir: 5 Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker. 6 Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung." (Jer 1) Oder sollen sie doch auf die hören, vor denen Jeremia warnt. Ist er vielleicht eifersüchtig?

Jeremia wird nach dem  einleitenden Vorwurf konkret, er benennt, wem man nicht trauen darf: "Sie sagen denen, die des HERRN Wort verachten: Es wird euch wohlgehen –, und allen, die im Starrsinn ihres Herzens wandeln, sagen sie: Es wird kein Unheil über euch kommen."

Das, was Jeremia den anderen Propheten vorwirft, das hat er zuvor von Gott selbst gehört: 
    21 Ich sandte die Propheten nicht, und doch laufen sie; ich redete nicht zu ihnen, und doch weissagen sie. 22 Denn wenn sie in meinem Rat gestanden hätten, so hätten sie meine Worte meinem Volk gepredigt, um es von seinem bösen Wandel und von seinem bösen Tun zu bekehren. 
So ist es in der letzten Konsequenz Gott selbst, der sich gegen die Tempelpropheten wendet.

Mittwoch, 9. Mai 2018

Himmelfahrt

10. Mai 2018


Zum fünften Mal feiern die beiden lutherischen Kirchengemeinden in Meppen - Gustav-Adolf und die Bethlehem - den Gottesdienst zum Himmelfahrtstag gemeinsam. In diesem Jahr findet der Gottesdienst um 10.00 Uhr in der Bethlehemkirche statt. Im Anschluss sind die Gottesdienstbesucher eingeladen zu Kirchenkaffee und Mittagessen.

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Himmelfahrtstag unter der Nummer 954.39. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen. (Joh 12, 32)

Wochenlied:

Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du gen Himmel g'fahren bist (EG 121 - nicht in Rev. 2014)
Rev. 2014: Jesus Christus herrscht als König (EG 123)
Rev. 2014: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes (EG 132 - Kanon)

Gottesdienstablauf


  • Votum und Begrüßung
  • Eingangslied 501, 1-3 Wie lieblich ist der Maien
  • Psalm im Wechsel: Psalm 47 i.A., EG 726, anschl. Gloria Patri
  • Kyrie und Gloria in excelsis
  • Tagesgebet
  • Epistel: Apg 1,3ff. i.A.
  • Graduale mit Halleluja: EG 119, 1-5 Gen Himmel aufgefahren ist der Ehrenkönig Jesus Christ
  • Lesung d. Predigtextes: 2. Kön 2,1-18
  • Credo
  • Lied vor der Predigt: EG 123, 1-3 Jesus Christus herrscht als König
  • Predigt
  • Predigtnachlied: EG 327,1-4 Wunderbarer König
  • Abkündigungen und Kollektenansage
  • Dankopferlied: EG 334, 1-6 Danke für diesen guten Morgen
  • Fürbitten und Vaterunser, Entlassung und Segen
  • Musikalisches Nachspiel


Epistel Apg 1,3-11

Den ersten Bericht habe ich gegeben, lieber Theophilus, von all dem, was Jesus von Anfang an tat und lehrte 2 bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den heiligen Geist Weisung gegeben hatte. 3 Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. 4 Und als er mit ihnen zusammen war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr, so sprach er, von mir gehört habt; 5 denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.

6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? 7 Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; 8 aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.

9 Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. 10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. 11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Predigttext 2. Kön 2,1-18

Ich werde über den nachfolgenden Text predigen:

Elia wird entrückt und Elisa tritt seine Nachfolge an

1 Als aber der HERR Elia im Wetter gen Himmel holen wollte, gingen Elia und Elisa von Gilgal weg. 2 Und Elia sprach zu Elisa: Bleibe du hier, denn der HERR hat mich nach Bethel gesandt. Elisa aber sprach: So wahr der HERR lebt und du lebst: Ich verlasse dich nicht. Und als sie hinab nach Bethel kamen, 3 gingen die Prophetenjünger, die in Bethel waren, heraus zu Elisa und sprachen zu ihm: Weißt du auch, dass der HERR heute deinen Herrn von dir hinwegnehmen wird? Er aber sprach: Auch ich weiß es wohl; schweigt nur still. 4 Und Elia sprach zu ihm: Elisa, bleib du hier, denn der HERR hat mich nach Jericho gesandt. Er aber sprach: So wahr der HERR lebt und du lebst: Ich verlasse dich nicht.

Und als sie nach Jericho kamen, 5 traten die Prophetenjünger, die in Jericho waren, zu Elisa und sprachen zu ihm: Weißt du auch, dass der HERR heute deinen Herrn von dir hinwegnehmen wird? Er aber sprach: Auch ich weiß es wohl; schweigt nur still. 6 Und Elia sprach zu ihm: Bleib du hier, denn der HERR hat mich an den Jordan gesandt. Er aber sprach: So wahr der HERR lebt und du lebst: Ich verlasse dich nicht. Und es gingen die beiden miteinander. 7 Und fünfzig von den Prophetenjüngern gingen hin und standen von ferne; aber die beiden standen am Jordan.

8 Da nahm Elia seinen Mantel und wickelte ihn zusammen und schlug ins Wasser; das teilte sich nach beiden Seiten, sodass die beiden auf trockenem Boden hinübergingen. 9 Und als sie hinüberkamen, sprach Elia zu Elisa: Bitte, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde. Elisa sprach: Dass mir zwei Anteile von deinem Geiste zufallen. 10 Er sprach: Du hast Schweres erbeten. Doch wenn du mich sehen wirst, wie ich von dir genommen werde, so wird's geschehen; wenn nicht, so wird's nicht sein.

11 Und als sie miteinander gingen und redeten, siehe, da kam ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen, die schieden die beiden voneinander. Und Elia fuhr im Wetter gen Himmel. 12 Elisa aber sah es und schrie: Mein Vater, mein Vater, du Wagen Israels und sein Gespann!, und sah ihn nicht mehr.
Da fasste er seine Kleider, zerriss sie in zwei Stücke 13 und hob den Mantel auf, der Elia entfallen war, und kehrte um und trat wieder an das Ufer des Jordans. 14 Und er nahm den Mantel, der Elia entfallen war, und schlug ins Wasser und sprach: Wo ist nun der HERR, der Gott Elias?, und schlug ins Wasser. Da teilte es sich nach beiden Seiten, und Elisa ging hindurch.

15 Und als das die Prophetenjünger sahen, die gegenüber bei Jericho waren, sprachen sie: Der Geist Elias ruht auf Elisa, und sie gingen ihm entgegen und fielen vor ihm nieder zur Erde 16 und sprachen zu ihm: Siehe, es sind unter deinen Knechten fünfzig starke Männer, die lass gehen und deinen Herrn suchen. Vielleicht hat ihn der Geist des HERRN genommen und auf irgendeinen Berg oder in irgendein Tal geworfen. Er aber sprach: Lasst sie nicht gehen! 17 Aber sie nötigten ihn, bis er nachgab und sprach: Lasst sie hingehen! Und sie sandten hin fünfzig Männer und diese suchten Elia drei Tage; aber sie fanden ihn nicht. 18 Und sie kamen zu Elisa zurück, als er noch in Jericho war, und er sprach zu ihnen: Sagte ich euch nicht, ihr solltet nicht hingehen?

Predigtideen

Zunächst klären, wer Elia ist

  • nach Mose der größte Prophet im Alten Testament
  • Elia gilt als Symbol für Standhaftigkeit in Zeiten von Unterdrückung und Götzenanbetung (https://de.wikipedia.org/wiki/Elija). 
  • so wie wir es im Predigttext gehört haben, ist Elia nicht gestorben, sondern entrückt
  • unsere jüdischen Geschwister glauben, dass Elia am Ende der Zeiten wiederkommen wird (vgl. Mal 3,23 Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt.)
  • beim Passahmahl wird für Elia ein Kelch wein bereitgehalten (Cup of Elijah; vgl. z.B. https://www.chabad.org/library/article_cdo/aid/117141/jewish/The-Silent-Cup.htm)
  • Elia und Mose erschienen Jesus und den Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes auf dem Berg
  • manche Zeitgenossen glaubten, Jesus sei der wiedergekommene Prophet Elia, weil Menschen in Jesu Nähe Gott selbst erfuhren

Es drängt sich am Himmelfahrtstag auf, über die Parallelen nachzudenken: die Himmelfahrt des Elia auf der einen und die Jesu auf der anderen Seite. Da ist zunächst der Prophet Elia und sein Schüler Elisa. In unerschütterlicher Treue steht der Schüler zu seinem Meister. Auch wenn er nicht weiß, was kommen wird, weicht er seinem Meister nicht von der Seite.

Die Jünger Jesu verhielten sich durchaus widersprüchlich. Bei der Verhaftung Jesu flohen sie alle. Und Petrus, der mit Jesus in den Tod gehen wollte, leugnete dreimal, dass er Jesus überhaupt kenne. Erst als die Jünger Jesu in der Auferweckung Jesu von den Toten Gottes Allmacht entdeckten, wuchs ihnen Kraft zu. Zum Abschied aus dieser Welt können sie ihn begleiten und empfangen Gottes Segen.

Elia und Mose als die größten Propheten im Alten Testament gehören in einen Zusammenhang. Das zeigt einmal die Geschichte von der Verklärung im Neuen Testament, das wird aber durch den Predigttext auch deutlich. Als Mose und Elia zum Jordan kamen, da teilte der Prophet das Wasser wie es Mose beim Auszug aus Ägypten (am Schilfmeer) auch getan hatte.

Nun die Himmelfahrt selber: Elia in einem feurigen Wagen, Jesus in einer Wolke. Beide verheißen ihren Anhängern, dass sie den Geist Gottes empfangen werden. Bei Elisa können die Prophetenschüler es sofort feststellen: "Der Geist Elias ruht auf Elisa." Sie gingen Elisa entgegen und fielen vor ihm nieder zur Erde ... so steht es im Bibeltext.

Spürt man es uns Christen ab, dass wir den Geist Gottes empfangen haben?

Die Menschen haben Elia drei Tage lang vergeblich gesucht. Er blieb entrückt. Jesus wird von Gott am dritten Tag von den Toten zum Leben erweckt.

Freitag, 27. April 2018

Misericordias Domini

15. April 2018


"Der Sonntag Miserikordias Domini wird durch das Evangelium vom Guten Hirten bestimmt. Der Hirte sorgt für seine Schafe, die ihm treu folgen. Gleichzeitig wird aber auch der Hinweis laut auf die "falschen Hirten", die nur an ihren eigenen Vorteil denken. Entscheidend ist jedoch die Zusage Jesu, dass er als der gute Hirte sein Leben hingibt für die Schafe. Das bedeutet, dass wir umfassenden Schutz genießen und uns vor nichts zu fürchten brauchen, auch wenn es dunkel um uns wird." (Martin Senftleben - http://www.daskirchenjahr.de/tag.php?name=miserikordiasdomini&zeit=Ostern)

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Miserikordias Domini unter der Nummer 954.35. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Jesus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Joh 10, 11a. 27-28a)

Wochenlied:

Der Herr ist mein getreuer Hirt (EG 274 - auch in Rev. 2014)
Rev. 2014: Vertraut den neuen Wegen (EG 395)
Rev. 2014: Stimme, die Stein zerbricht (Singt Jubilate 149)

Lieder im Gottesdienst

EG 100 - Wir wollen alle fröhlich sein (1.2.4)
EG 711 - Psalm 23
EG 274 - Der Herr ist mein getreuer Hirt
EG 295 - Wohl denen, die da wandeln
EG 116 - Er ist erstanden (1.4.5)

Psalm 23 - Der gute Hirte (EG 711)

1 Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Epistel: 1. Petr 2, 21b-25

Die Epistel wird in diesem Gottesdienst nicht gelesen.

21b Christus hat für euch gelitten und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen; 22 er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 23 der nicht widerschmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet; 24 der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 25 Denn ihr wart wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

Evangelium: Joh 10, 11-16 (27-30)

Jesus Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe. 12 Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht - und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie -, 13 denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe. 14 Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, 15 wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. 16 Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.

27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; 28 und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. 29 Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen. 30 Ich und der Vater sind eins.

Predigttext - Jesus Sirach 17,27f,18,7-14 - Lob der Barmherzigkeit Gottes

27 Wer wird den Höchsten loben bei den Toten? Denn allein die Lebendigen können loben; 28 die Toten, die kein Leben haben, können nicht mehr loben. Darum: Wer lebt und gesund ist, der lobe den Herrn!

7 Wenn der Mensch sein Bestes getan hat, steht er doch erst am Anfang; und wenn er zum Ende kommt, fehlt noch viel. 8 Was ist der Mensch? Wozu ist er nütze? Was ist das Gute und was das Böse an ihm?

9 Die Zahl der Tage eines Menschen kann viele Jahre betragen – vielleicht hundert. 10 Wie ein Tropfen Wasser im Meer und wie ein Körnlein Sand, so gering sind des Menschen Jahre gegen einen Tag der Ewigkeit. 11 Darum hat der Herr Geduld mit ihnen und gießt seine Barmherzigkeit aus über sie. 12 Er sieht und weiß, wie bitter ihr Ende ist; umso reichlicher schenkt er seine Versöhnung.

13 Die Barmherzigkeit eines Menschen gilt allein seinem Nächsten; aber die Barmherzigkeit des Herrn gilt der ganzen Welt. Er weist zurecht, erzieht und belehrt und führt zurück wie ein Hirte seine Herde. 14 Er erbarmt sich aller, die sich erziehen lassen und eifrig seine Ordnungen befolgen.

Marginal und apokryph

Der Text gehört zu den Marginaltexten des Sonntags und stammt aus den sogenannten "Apokryphen" bzw. zu den "verborgenen Büchern" des Alten Testaments, über die Luther sagte: »Das sind Bücher, die der Heiligen Schrift nicht gleich gehalten ...« - weil nicht in hebräischer Sprache geschrieben - »und doch nützlich und gut zu lesen sind.«

Bei den „Verborgenen“, wie die Apokryphen wörtlich übersetzt heißen, handelt es sich um Schriften, die zwischen dem dritten und ersten Jahrhundert vor Christus und damit nach den anderen alttestamentlichen Büchern entstanden sind. Sie werden deshalb bisweilen auch als „Spätschriften des Alten Testaments“ bezeichnet und umfassen eigenständige Bücher, aber auch Zusätze zu anderen alttestamentlichen Schriften wie den Büchern Daniel und Esra.

Der Sonntag des guten Hirten

Mit dem letzten Abschnitt des Predigttextes wird deutlich, dass dieser an das Thema unseres Sonntags anknüpft - Gott führt zurück wie ein Hirte seine Herde zurückführt in den sicheren Pferch.

  • Psalm 23 spricht von Gott als dem guten Hirten.
  • Jes 40,11 Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen.
  • Jer 31,10 Höret, ihr Völker, des HERRN Wort und verkündet's fern auf den Inseln und sprecht: Der Israel zerstreut hat, der wird's auch wieder sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde;

Oder das Gott dem Volk Israel einen guten Hirten geben wird, will die politischen Hirten versagt haben.

  • Hes 34,23 Und ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken, der sie weiden soll, nämlich meinen Knecht David. Der wird sie weiden und soll ihr Hirte sein, 24 und ich, der HERR, will ihr Gott sein. Und mein Knecht David soll der Fürst unter ihnen sein; das sage ich, der HERR.

Bei Johannes heißt es, dass Jesus dieser gute Hirte ist.

  • Ich bin  der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.
  • Senftleben: Entscheidend ist ... die Zusage Jesu, dass er als der gute Hirte sein Leben hingibt für die Schafe. Das bedeutet, dass wir umfassenden Schutz genießen und uns vor nichts zu fürchten brauchen, auch wenn es dunkel um uns wird. (http://www.daskirchenjahr.de/tag.php?name=miserikordiasdomini&zeit=Ostern&typ=text)
Das Bild vom Guten Hirten beginnt erst dann zu sprechen, wenn der Beter bzw. der Hörer bekennt: Gott ist mein guter Hirte. Deshalb ist es folgerichtig, zunächst das Gotteslob anzusprechen. 


Lob der Barmherzigkeit Gottes

27 Wer wird den Höchsten loben bei den Toten? Denn allein die Lebendigen können loben; 28 die Toten, die kein Leben haben, können nicht mehr loben. Darum: Wer lebt und gesund ist, der lobe den Herrn!

Was ist der Mensch?

7 Wenn der Mensch sein Bestes getan hat, steht er doch erst am Anfang; und wenn er zum Ende kommt, fehlt noch viel. 8 Was ist der Mensch? Wozu ist er nütze? Was ist das Gute und was das Böse an ihm?

römischer Komödiendichter Titus Maccius Plautus (ca. 254–184 v. Chr.): lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit. - Übersetzung: Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, solange er nicht weiß, welcher Art der andere ist.

Die Lebenszeit des Menschen

9 Die Zahl der Tage eines Menschen kann viele Jahre betragen – vielleicht hundert. 10 Wie ein Tropfen Wasser im Meer und wie ein Körnlein Sand, so gering sind des Menschen Jahre gegen einen Tag der Ewigkeit. 11 Darum hat der Herr Geduld mit ihnen und gießt seine Barmherzigkeit aus über sie. 12 Er sieht und weiß, wie bitter ihr Ende ist; umso reichlicher schenkt er seine Versöhnung.

Gott wendet sich allen zu

13 Die Barmherzigkeit eines Menschen gilt allein seinem Nächsten; aber die Barmherzigkeit des Herrn gilt der ganzen Welt. Er weist zurecht, erzieht und belehrt und führt zurück wie ein Hirte seine Herde. 14 Er erbarmt sich aller, die sich erziehen lassen und eifrig seine Ordnungen befolgen.

Damit schließt sich der Kreis zum Thema des Sonntags.

Donnerstag, 5. April 2018

Quasimodogeniti

8. April 2018

Der Name des Sonntags Quasimodogeniti leitet sich vom Beginn der früheren lateinischen Antiphon ab:
„Quasi modo geniti infantes, halleluja, rationabile sine dolo lac concupiscite, halleluja.“

„Wie neugeborene Kinder, Halleluja, verlangt nach der vernünftigen, unverfälschten Milch, Halleluja.“ – 1 Petr 2,2a EU
Der Text erinnert an den durch das Osterfest gegebenen Beginn eines neuen Lebens in Jesus Christus. Die Gläubigen, insbesondere die Neugetauften, sollen sich „wie neugeborene Kinder“ fühlen, nachdem durch die Auferstehung Jesu der Tod besiegt wurde. Hier klingt die Osternacht als althergebrachter Tauftermin an. (https://de.wikipedia.org/wiki/Sonntage_der_Osterzeit#Quasimodogeniti)

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Quasimodogeniti unter der Nummer 954.34. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (1. Petr 1, 3)

Wochenlied:

Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand (EG 102 (nicht in Rev. 2014)
Rev. 2014: Mit Freuden zart (EG 108)
Rev. 2014: Die ganze Welt, Herr Jesu Christ (EG 110))

Lieder im Gottesdienst:

103,1-6 - Gelobt sei Gott im höchsten Thron
743 - Psalm 104 - Herr, die Erde ist voll deine Güter
115,1.5.6 - Jesus lebt, mit ihm auch ich
652 - Ich glaube an Gott, den Vater
302,1-4 - Du meine Seele, singe 
100,1-5 - Wir wollen alle fröhlich sein

Epistel - 1. Petr 1, 3-9

Petrus, ein Apostel Jesu Christi, an die auserwählten Fremdlinge, die verstreut wohnen in Pontus, Galatien, Kappadozien, der Provinz Asien und Bithynien, 2 die Gott, der Vater, ausersehen hat durch die Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gott gebe euch viel Gnade und Frieden! 

3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, 4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, 5 die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit. 

6 Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, 7 damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus. 8 Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, 9 wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.

Evangelium - Joh 20, 19-29

Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. 21 Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22 Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den heiligen Geist! 23 Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. 24 Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich's nicht glauben. 26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! 27 Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Predigttext - Jes 40, 26-31

Hebet eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. 27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: «Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber»? 28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. 29 Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. 30 Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; 31 aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Predigtidee

Der Prophet lenkt unseren Blick auf die Schöpfungswerke Gottes. Seine Schlussfolgerung: Wenn Gott das alles so wunderbar geschaffen hat, dann wird er doch auch sein Volk Israel, seine Menschen begleiten und stärken. 

In dem Moment, in dem wir die Schöpfung allein auf Urknall und Evolution reduzieren - zufällig in den Raum geworfen, ohne Plan und Ziel - , dann geht uns der Vergleichspunkt verloren, dann wird auch unser Leben beliebig, dann hat es keinen Fixpunkt mehr, auf den hin zu leben es sich lohnt. 

Wir kommen von Ostern her. Glaubend schauen wir auf das Wunder der Auferstehung Jesu, in der wir Gottes allmächtige Schöpferkraft erkennen. Seine Strahlkraft entfaltet das Osterfest allerdings auf dem Hintergrund der Karwoche, die den Zusammenbruch allen menschlichen Lebens wiederspiegelt. Nach dem Zeugnis der synoptischen Evangelisten Markus, Matthäus und Lukas blieb auch dem Sohn Gottes die Erfahrung der Verlassenheit nicht erspart - zuerst von seinen Jüngern, die bei der Verhaftung flohen; am Kreuz dann verlassen von Gott selbst: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Langsam ist der jungen Christengemeinde Kraft und Mut zugeflossen, so wie es Jesaja schon Israel sagt: "Der Herr gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden." Soviel Kraft, soviel Stärke, dass es gerade reicht, dass es genug ist, um die nächsten Schritte zu gehen, nicht alles auf einmal - und sicherlich auch Wege, die wir allein nicht gehen würden, die wir uns auch nicht wünschen gehen zu müssen. 

Doch genau in dieser Situation gilt: "Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler ..." Wenn wir allerdings das Wunder der Auferstehung nicht mehr vertrauensvoll glauben, dann wird uns auch die Kraft der Auferstehung schwinden.