Sonntag, 13. November 2016

Volkstrauertag - am Mahnmal für die Opfer von Gewalt und Krieg in Meppen an der Schülerwiese

13. November 2016


Alljährlich lädt die Stadt Meppen zur Gedenkveranstaltung am Mahnmal an der Schülerwiese ein. In diesem Jahr wurde ich gebeten, die Gedenkrede zu halten. Ich knüpfte dabei an das an, was ich im Gottesdienst gesagt hatte. Ergänzend kam die Gratulation von Bundeskanzlerin Angela Merkel an den zukünftigen Präsidenten Amerikas und die Erinnerung an den Text der deutschen Nationalhymne dazu.

Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag und gehört zu den sogenannten stillen Tagen. Er ... erinnert an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen. (https://de.wikipedia.org/wiki/Volkstrauertag)

Tote des Zweiten Weltkrieges

(vgl. zu den nachfolgenden Zahlen: https://de.wikipedia.org/wiki/Tote_des_Zweiten_Weltkrieges; zur Diskussion über die genaue Zahl der Toten vgl. den Artikel bei Wikipedia)

  • 64.000.000 Opfer weltweit

Opfer deutscher Massenverbrechen im Kriegsverlauf


  • Juden - 6.000.000
  • Sowjetische Kriegsgefangene - 3.300.000
  • Roma/Sinti - 219.600
  • Euthanasieopfer - 250.000
  • Nichtjüdische Zivilisten, KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter, Deportierte - 3.340.000

Kriegstote nach Staatsangehörigkeit (Soldaten und Zivilisten; nicht alle Länder, die Kriegstote zu beklagen hatten, sind aufgezählt)

  • Sowjetunion - 27.000.000
  • Republik China - 13.500.000
  • Frankreich - 360.000
  • Großbritannien - 332.825
  • USA - 407.316
  • Jugoslawien - 1.690.000
  • Polen - 6.000.000
  • Ungarn - 950.000
  • Deutschland - 6.350.000
  • Italien - 300.000
  • Japan - 3.760.000

Lesung aus dem Buch des Propheten Jeremia 8, 4-7

Sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme? 5 Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen für und für? Sie halten so fest am falschen Gottesdienst, dass sie nicht umkehren wollen. 6 Ich sehe und höre, dass sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was hab ich doch getan! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt. 7 Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Kranich und Schwalbe halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen.

Die alttestamentliche Lesung trifft den Kasus "Volkstrauertag" auf den Kopf!
  • Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? 
  • Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme?
Sich am Volkstrauertag der Zeit des Nationalsolzialismus erinnern, aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, das Gedenken an die Toten der Weltkriege wachhalten, das Leid nicht vergessen, das Menschen einander angetan haben - die Deutschen den vermeintlichen Feinden, diese aber auch den Deutschen. Nie wieder Krieg, nie wieder Gewalt gegen Minderheiten, gemeinsam statt gegeneinander. - Wie oft haben wir solche Sätze schon gehört, auch und gerade hier am Mahnmal, wie richtig wäre es, so zu handeln.

Rechte Parolen sind wieder gesellschaftsfähig

Leider verfangen diese Gedanken nicht immer. Das war zur Zeit des Propheten Jeremia in Israel so, das ist auch heute bei uns (und in der Welt) nicht anders. Rechte Parolen sind wieder gesellschaftsfähig, Minderheiten werden angepöbelt, ausgegrenzt und angegriffen. Das BKA musste Mitte Oktober diesen Jahres fast 800 Angriffe auf Asylunterkünfte einräumen - drei an einem Tag. (SPIEGEL ONLINE zitiert am 19.10.2016 einen BKA-Bericht: (http://www.spiegel.de/thema/gewalt_gegen_auslaender/) In Amerika erlebten wir in den letzten Wochen und Monaten einen Wahlkampf, der oft die Grenze des gerade noch Erträglichen verletzte.

Durch den Mund des Propheten Jeremia fragt Gott selbst: “Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen für und für? ... Ich sehe und höre, dass sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was hab ich doch getan! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt.”

Unter der Überschrift "Schüre Angst - und stell Dich als Retter dar" analysiert im Focus Dr. Abdel-Latif, Gründer der „Dr. Abdel-Latif Akademie für Verhandlungsführung“, die Wahlkampfstrategie des Amerikaners Donald Trump. Als Einstieg schreibt Abdel-Latif: "Als Schattenverhandler habe ich selbst unzählige tragende Politiker in verschiedensten Situationen beraten und unterstützt. Wenn es darum geht, Wählerstimmen zu gewinnen, sind drei Faktoren besonders wichtig ..."
  • Kreiere einen Feind
  • Erzähl den Menschen, dass genau dieser Feind nichts anderes vorhat als die eigene Gesellschaftsordnung zu zerstören
  • Stell Dich selbst als Lösung dar
Und dann fallen Sätze wie: "Jede Publicity ist gute Publicity" und "Agiere kontinuierlich mit Druck". Müssen wir uns wundern, wie es in unserer Welt aussieht, wenn das eine Strategie für “tragende Politiker” ist? (zu Abdel-Latif vgl. http://www.focus.de/finanzen/experten/adel_abdel-latif/us-wahlkampf-politische-manipulation-aus-dem-lehrbuch-warum-trump-die-wahl-gewinnen-musste_id_6181973.html)

Demokratie, Freiheit, Respekt vor dem Recht sowie der Würde des Menschen

Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte in einer bemerkenswerten Rede dem zukünftigen amerikanischen Präsidenten und verwies auf die politischen Werte, die für das Zusammenleben in der westlichen Welt konstitutiv sind: “Demokratie, Freiheit, Respekt vor dem Recht sowie der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung”. (http://www.focus.de/politik/ausland/us-wahlen-2016/pressekonferenz-im-live-ticker-nach-dem-ueberraschenden-trump-sieg-jetzt-spricht-angela-merkel_id_6180985.html)

Damit hat Frau Merkel genau das Fundament benannt, auf dem Leben in der freiheitlichen Welt gedeihen kann. Im dritten Reich waren diese Werte mit Füßen getreten worden. Den anderen, die nicht ins nationalsolzialiste Konzept passten, insbesondere den Angehörigen von Minderheiten, denen war das Recht auf ein Leben in Freiheit abgesprochen worden. Menschen wurden zunächst verbal angegriffen, dann ausgegrenzt und verfolgt und schließlich ermordet, Europa und die ganze Welt stürzte in einen Abgrund, aus dem die westliche Welt sich nur erheben konnte, weil Menschen aufeinander zugingen und den Wiederaufbau Europas gemeinsam anpackten.

Heute am Volkstrauertag hier am Mahnmal gibt es noch einen weiteren Text, der uns vor Augen malt, wie Leben in einem demokratischen Land gedeihen kann. Ich würde mich freuen, wenn wir nachher nicht allein andächtig zuhören, sondern wenn wir mitsingen:

Einigkeit und Recht und Freiheit

Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand:

Auch für die, die zu uns aus den Krisengebieten dieser Welt kommen, weil sie die Hoffnung haben, dass sie hier bei uns leben können, ohne dass sie ständig in Angst schweben, was der nächste Tag, ja was die nächste Stunde bringen wird.

Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand:
|: Blüh im Glanze dieses Glückes,
blühe, deutsches Vaterland! :|

(das Lied bei Youtube)

Freitag, 11. November 2016

Volkstrauertag

13. November 2016


Kirchlich gesehen begehen wir den Vorletzten Sonntag im Kirchenjahr. Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag. Seit 1952 wird er "zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen und erinnert an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen" (https://de.wikipedia.org/wiki/Volkstrauertag). Da sich der Vorletzte Sonntag im Kirchenjahr mit dem Weltgericht befasst, kann man angesichts des Leids, das Krieg über die Menschen bringt, leicht die Verbindung zum staatlichen Gedenktag ziehen.

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag unter der Nummer 954.71. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi. (2. Kor 5, 10a)

Wochenlied:

Es ist gewisslich an der Zeit (EG 149 - auch in Rev. 2014)
Rev. 2014: Es mag sein, dass alles fällt (EG 378)

Lieder

283,1-4 Herr, der du vormals hast dein Land
750 - Psalm 126 - Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird
144,1.3.4 - Aus tiefer Not lasst uns zu Gott
184,1-5 - Wir glauben Gott im höchsten Thron
295,1-4 - Wohl denen, die da wandeln
395,1-3 - Vertraut den neuen Wegen

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Alttestamentliche Lesung: Jer 8, 4-7

Sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme? 5 Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen für und für? Sie halten so fest am falschen Gottesdienst, dass sie nicht umkehren wollen. 6 Ich sehe und höre, dass sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was hab ich doch getan! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt. 7 Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Kranich und Schwalbe halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen.

Evangelium Mt 25, 31-46

Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, 32 und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, 33 und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. 34 Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! 35 Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. 36 Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. 37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? 38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen? oder nackt und haben dich gekleidet? 39 Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

41 Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! 42 Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. 43 Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen, und ihr habt mich nicht besucht. 44 Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? 45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. 46 Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.

Predigtidee

Die alttestamentliche Lesung trifft den Kasus "Volkstrauertag" auf den Kopf!
  • Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? 
  • Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme?
Sich der Zeit des Nationalsolzialismus erinnern, aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.

Leider hat dieser Gedanke nicht immer in Israel verfangen - und verfängt auch heute bei uns (und in der Welt) nicht. Rechte Parolen sind wieder gesellschaftsfähig, Minderheiten werden angepöbelt und ausgegrenzt. SPIEGEL ONLINE zitiert am 19.10.2016 einen BKA-Bericht: Fast 800 Angriffe auf Asylunterkünfte (http://www.spiegel.de/thema/gewalt_gegen_auslaender/) - Warum will denn dies Volk ... irregehen für und für? ... Ich sehe und höre, dass sie nicht die Wahrheit reden. ... Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt.

Gott legt den Menschen damals und auch heute die Natur ans Herz. Die Tiere richten sich nach den natürlichen Gegebenheiten und gewinnen damit das Leben: "Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Kranich und Schwalbe halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen ..."

Unter der Überschrift "Schüre Angst - und stell Dich als Retter dar" analysiert im Focus Dr. Adel Abdel-Latif, Gründer der „Dr. Abdel-Latif Akademie für Verhandlungsführung“, Donald Trumps Strategie. Als Einstieg schreibt Abdel-Latif: "Als Schattenverhandler habe ich selbst unzählige tragende Politiker in verschiedensten Situationen beraten und unterstützt. Wenn es darum geht, Wählerstimmen zu gewinnen, sind drei Faktoren besonders wichtig ..."
  • Kreiere einen Feind
  • Erzähl den Menschen, dass genau dieser Feind nichts anderes vorhat als die eigene Gesellschaftsordnung zu zerstören
  • Stell Dich selbst als Lösung dar
Und dann fallen die Stichworte: "Jede Publicity ist gute Publicity" und "Agiere kontinuierlich mit Druck". Müssen wir uns wundern? (zu Abdel-Latif vgl. http://www.focus.de/finanzen/experten/adel_abdel-latif/us-wahlkampf-politische-manipulation-aus-dem-lehrbuch-warum-trump-die-wahl-gewinnen-musste_id_6181973.html)

Jesus im Evangelium: "Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan." Und die Hilfestellungen werden direkt benannt:
  • zu essen geben
  • zu trinken gegeben
  • jemanden gastlich aufnehmen
  • jemanden kleiden
  • Kranke besuchen; auch die, die im Gefängnis sind
Wo Trumps Wahlkampfstrategie klappt, gehen Menschen und geht die Menschlichkeit unter! Wo dagegen der Nächste gesehen wird, da wird Leben gefördert.

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist!

Amen.

Samstag, 5. November 2016

Gottesdienst mit kleinen und großen Leuten

06. November 2016

Im Gottesdienst mit kleinen und großen Leuten - diesmal am 1. Sonntag im Monat, denn am 3. Sonntag ist der Ewigkeits- oder Totensonntag - wollen wir unsere Kita-Leiterinnen in ihr Amt einführen. Deshalb steht der Gottesdienst unter der Überschrift:

Gott, du bist wie ein schützender Schirm.

Gleichzeitig feiern wir mit den Kleinen und den Großen Abendmahl.

Orgelvorspiel

Begrüßung

Lied – Einfach spitze

Gebet nach Psalm 91 (kursiv - alle)

Ich wohne unter Gottes Schutz und ruhe mich in seinem Schatten aus.
Gott, du bist wie ein schützender Schirm.
Wenn ich in Gefahr bin, ist er bei mir.
Gott, du bist wie ein schützender Schirm.
Wenn ich traurig bin, schenkt er mir neuen Mut.
Gott, du bist wie ein schützender Schirm.
Mit meinem Gott habe ich keine Angst. Bei ihm finde ich sicheren Schutz.
Gott, du bist wie ein schützender Schirm.
Gott hat seinen Engeln befohlen, mich zu behüten auf all meinen Wegen.
Gott, du bist wie ein schützender Schirm.
Gott hat mir das Leben geschenkt und will, dass es mir gut geht.
Gott, du bist wie ein schützender Schirm.
Gott liebt mich. Er freut sich darüber, dass ich so bin wie ich bin.
Gott, du bist wie ein schützender Schirm.

Thema/Aktion


Lied – „Gott segne uns“ (von Detlef Jöcker)

Im Refrain heißt es da:
Gott segne, Gott segne, Gott segne uns Halleluja!
Gott segne, Gott segne, Gott segne uns!

Segnung unserer beiden Leiterinnen


Vom Segen der Gottesfurcht und Weisheit - vgl. Sprüche 3,1-6

Meine Kinder, vergesst meine Weisung nicht, und euer Herz behalte Gottes Gebote, denn sie werden euch langes Leben bringen und gute Jahre und Frieden; Gnade und Treue sollen euch nicht verlassen. Hängt Gottes Gebote an euren Hals und schreibt sie auf die Tafel eures Herzens, 4 so werdet ihr Freundlichkeit und Klugheit erlangen, die Gott und den Menschen gefallen. Verlasst euch auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlasst euch nicht auf euren Verstand, sondern gedenket an Gott in allen euren Wegen, so wird er euch recht führen.

Betrachtung zum dienst der Leiterinnen, verbunden mit der Einführungsfrage

Liebe Mitarbeiterinnen, Sie haben in unserer Kirchengemeinde den Dienst der Leiterin und der stellvertretenden Leiterin in unserer Kindertagesstätte Matthias-Claudius übernommen. Darüber haben wir uns sehr gefreut.

Mit der Leitung der Kindertagesstätte sind Ihnen besonders die Kinder anvertraut, aber auch die Mitarbeiterinnen, Ihre Kolleginnen in der Arbeit mit den Kindern, aber auch die Kräfte, die in der Küche helfen und die die KiTa sauber halten. In einer evangelischen Kindertagesstätte wird auch durch Ihre Arbeit deutlich, was es heißt, dass unser Gott ein menschenfreundlicher Gott ist, dass er sich den Schwachen und insbesondere den Kindern zuwendet. Trotzdem müssen Sie in dieser liebevollen Zuwendung auch immer wieder Grenzen aufzeigen. Die Freiheit des einen hört da auf, wo die Freiheit des anderen beschnitten wird. Das gilt für uns Erwachsene, das gilt aber auch für Kinder. Deshalb hat Gott uns sein Wort, seine Gebote gegeben.

Durch Ihren Einsatz ermutigen Sie die Ihnen anvertrauten Kindern, dass die ihren Weg gehen, dass sie ihre Stärken erkennen und mit ihren Schwächen umgehen können. Sie begleiten die Eltern und geben ihnen die eine oder andere Hilfestellung, damit das Zusammenleben von Erwachsenen und Kindern gelingt. Sie führen Ihre Mitarbeiterinnen, damit die in einem guten Team zusammenarbeiten können, wo Arbeit Freude macht.

Wollen Sie immer wieder versuchen, diese Arbeit in Treue zu Gottes Wort und im Einklang mit dem evangelischen Bekenntnis zum Glauben zu tun, dann antworten Sie: Ja, mit Gottes Hilfe.

Gebet

Lebendiger Gott, in deinem Sohn Jesus Christus hast du gezeigt, dass du ein Freund der Kinder bist. Du berufst Menschen in deinen Dienst, damit sie die Kinder begleiten und führen. Wir bitten dich, segne die Arbeit unserer Leiterinnen, gib ihnen immer wieder neue Kraft, und schenke ihnen Momente der Ruhe und Erholung, wo das nötig ist. Das bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn und Heiland.

Segnung

Gott segne, Gott segne, Gott segne uns Halleluja!
Gott segne, Gott segne, Gott segne uns!

Abendmahl

Lied – Wir sind eingeladen zum Leben

Vater unser

Einsetzungsworte

Lied - Kommt mit Gaben und Lobgesang 

Austeilung

Christi Leib für dich gegeben. - Amen.
Christi Blut für dich vergossen. - Amen.

Lied - Dankeschön, oh merci


Fürbitten

Klage

verbunden mit dem Lied – Mein Gott, das muss anders werden

Dank

verbunden mit dem Lied – Danke, dass du uns nicht allein lässt

Bitte

verbunden mit dem Lied – Guter Gott, ich bitte dich - Orgel

Segen


Gott halte seine Hände
über uns und segne uns.
Gott halte seine Hände
vor und und gehe mit uns.
Gott halte seine Hände
um uns herum
und schütze uns …
… bis wir uns wiedersehen!


Lied – Tschüss, mach's gut

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Reformationstag

31. Oktober 2016

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Reformartionstag unter der Nummer 954.68. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. (1. Kor 3, 11)

Wochenlied:

Nun freut euch, lieben Christen g'mein (EG 341 - auch in Rev. 2014) oder
Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich (EG 351 - nicht in Rev. 2014)
Rev. 2014: Die ganze Welt hast du uns überlassen (EG 360)

Liedvorschläge für den Gottesdienst

362,1-3 - Ein feste Burg ist unser Gott
725 - Psalm 46 Gott ist unser Schutz
351,1-4 - Ist Gott für mich, so trete
241,1.4-5 - Wach auf, du Geist der ersten Zeugen
147,1-3 - Wachet auf, ruft uns die Stimme
193,1-3 - Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort (EG )

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Epistel: Röm 3, 21-28

Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. 22 Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: 23 sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, 24 und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. 25 Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher 26 begangen wurden in der Zeit seiner Geduld, um nun in dieser Zeit seine Gerechtigkeit zu erweisen, dass er selbst gerecht ist und gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jesus.

27 Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das Gesetz der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. 28 So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.

Alttestamentliche Lesung: Jes 62, 6-7.10-12

O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen. Die ihr den HERRN erinnern sollt, ohne euch Ruhe zu gönnen, 7 lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufrichte und es setze zum Lobpreis auf Erden!
10 Gehet ein, gehet ein durch die Tore! Bereitet dem Volk den Weg! Machet Bahn, machet Bahn, räumt die Steine hinweg! Richtet ein Zeichen auf für die Völker! 11 Siehe, der HERR lässt es hören bis an die Enden der Erde: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt! Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her! 12 Man wird sie nennen «Heiliges Volk», «Erlöste des HERRN», und dich wird man nennen «Gesuchte» und «Nicht mehr verlassene Stadt».

Predigtidee

Ich werde an das anknüpfen, was mein Kollege Manfred Senftleben auf seiner Internetseite "Das Kirchenjahr" als Einführung zum Alttestamentlichen Text schreib: "Die Stadt Jerusalem ist ein bedeutender, wichtiger Ort. Sie ist das Zentrum des Volkes Gottes, zu dem auch wir gezählt werden. Seit dem babylonischen Exil vor 2600 Jahren, in dem der erste Tempel zerstört wurde, ist sie zu einem Symbol der Hoffnung geworden. Wenn Gott wieder Wohnung nimmt in der Mitte seines Volkes, dann wird die ganze Welt das Heil erfahren, nach dem sie sich sehnt. Damit dies geschehen kann, sollen wir uns gegenseitig mit Worten und Taten an Gott erinnern und ihn bitten, dass er bald kommen möge." (http://daskirchenjahr.de/tag.php?name=reformation&zeit=AndereFeste2&typ=text)

Was es bedeutet, dass Gott wieder Wohnung nimmt in der Mitte seines Volkes, das beschreiben die Propheten Micha und Jesaja. Ich gebe hier den Text aus dem Michabuch wieder.

Das kommende Friedensreich Gottes - Micha 4

1 In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über die Hügel erhaben. Und die Völker werden herzulaufen, 2 und viele Heiden werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinauf zum Berge des HERRN gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. 3 Er wird unter großen Völkern richten und viele Heiden zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. 4 Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken. Denn der Mund des HERRN Zebaoth hat's geredet. 5 Ein jedes Volk wandelt im Namen seines Gottes, aber wir wandeln im Namen des HERRN, unseres Gottes, immer und ewiglich! (vgl. dazu auch Jesaja 2,1-5, wo mehr oder weniger die gleichen Sätze stehen; Gott hat durch seinen "kleinen" wie auch durch seinen "großen" Propheten gesprochen)

Die Texte weisen uns in zwei Richtungen:

  • zum einen sollen wir Gott quasi in den Ohren liegen, dass er sich uns wieder zuwendet 
  • zum anderen sollen wir auf Gottes Wort, auf seine Weisung hören; Was dann passiert, beschreiben diese großartigen Worte: "Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen."

Sonntag, 23. Oktober 2016

23. Sonntag nach Trinitatis

30. Oktober 2016

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 23. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.67. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Dem König aller Könige und Herr aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewige Macht! (1. Tim 6, 15b.16a.c)

Wochenlied:

In dich hab ich gehoffet, Herr (EG 275 - nicht in Rev. 2014)
Rev. 2014: Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich (EG 351)
Rev. 2014: Komm in unsre stolze Welt (EG 428)

Lieder im Gottesdienst

EG 140 Brunn alles Heils, dich ehren wir (1-5)
EG 752 Psalm 134
EG 137 Geist des Glaubens, Geist der Stärke (1.2.4.6)
EG 326 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut (1-3)
EG 246 Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ (1-4)
EG 398 In dir ist Freude (1-2)

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Alttestamentliche Lesung

Abrahams Fürbitte für Sodom (1. Mose 18, 20-21.22b-33)

Ursprünglich war in der bis 2014 gültigen Leseordnung für diesen Sonntag die Geschichte vorgesehen, wo Abraham für die Stadt Sodom und ihre Bewohner Fürbitte hält bei Gott, der beschlossen hatte, die Stadt wegen ihrer Sünden zu zerstören (1. Mose 18, 20-21.22b-33). "Es könnten vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter willen, die darin wären?" Mit diesem Satz fängt Abraham sein Gespräch mit Gott an. Am Ende wendet er kleinlaut ein: "Ach, zürne nicht, Herr, dass ich nur noch einmal rede. Man könnte vielleicht zehn darin finden." Selbst diesmal geht Gott auf Abrahams Bitte ein und erklärt wie jedes Mal zuvor. "Ich will sie nicht verderben um der zehn willen." Dann wendet sich Gott aber von Abraham ab. Der versierte Bibelleser weiß, dass selbst die zehn Gerechten sich offensichtlich nicht fanden. Die Stadt wurde dem Erdboden gleichgemacht. 

Die Perikopenrevision von 2014 hatte den Text auf den 1. Sonntag nach Trinitatis verlegt. Weil ich ihn spannend fand, predigte ich bereits am 29. Mai d.J. darüber. Damit muss ich für diesen 23. Sonntag nach Trinitatis auch dem Vorschlag der Perikopenkommission folgen und und den Text 2. Mose 1,8-20 nehmen. Diese Zeilen beschreiben, wie sich die beiden Hebammen Schifra und Pua dem Befehl des Pharao listig widersetzen, so dass sie den Israelitinnen halfen, vom ägyptischen Staatsapparat aber offensichtlich nicht belangt werden konnte. 

Bei Mord gibt es keine Kooperation (2. Mose 1,8-20)

Da kam ein neuer König auf in Ägypten, der wusste nichts von Josef 9 und sprach zu seinem Volk: Siehe, das Volk Israel ist mehr und stärker als wir. 10 Wohlan, wir wollen sie mit List niederhalten, dass sie nicht noch mehr werden. Denn wenn ein Krieg ausbräche, könnten sie sich auch zu unsern Feinden schlagen und gegen uns kämpfen und aus dem Lande ausziehen.

11 Und man setzte Fronvögte über sie, die sie mit Zwangsarbeit bedrücken sollten. Und sie bauten dem Pharao die Städte Pitom und Ramses als Vorratsstädte. 12 Aber je mehr sie das Volk bedrückten, desto stärker mehrte es sich und breitete sich aus. Und es kam sie ein Grauen an vor Israel. 13 Da zwangen die Ägypter die Israeliten unbarmherzig zum Dienst 14 und machten ihnen ihr Leben sauer mit schwerer Arbeit in Ton und Ziegeln und mit mancherlei Frondienst auf dem Felde, mit all ihrer Arbeit, die sie ihnen auflegten ohne Erbarmen. 15 Und der König von Ägypten sprach zu den hebräischen Hebammen, von denen die eine Schifra hieß und die andere Pua: 16 Wenn ihr den hebräischen Frauen helft und bei der Geburt seht, dass es ein Sohn ist, so tötet ihn; ist's aber eine Tochter, so lasst sie leben. 17 Aber die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, wie der König von Ägypten ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben. 18 Da rief der König von Ägypten die Hebammen und sprach zu ihnen: Warum tut ihr das, dass ihr die Kinder leben lasst? 19 Die Hebammen antworteten dem Pharao: Die hebräischen Frauen sind nicht wie die ägyptischen, denn sie sind kräftige Frauen. Ehe die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie geboren. 20 Darum tat Gott den Hebammen Gutes. Und das Volk mehrte sich und wurde sehr stark.

Evangelium Mt 22, 15-22

Auf der Seite "http://daskirchenjahr.de/" finden wir diese Erklärung bzw. Einführung zum Evangelium: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist: Mit diesem Wort will uns Jesus deutlich machen, dass wir uns nicht vor unseren Pflichten gegenüber der weltlichen Obrigkeit drücken können. Doch wurde dieses Wort dann auch als Ausrede dafür genommen, Ungerechtigkeit in Politik und Wirtschaft kritiklos hinzunehmen. Darum: über allem steht die Liebe Gottes, die uns zur Fürsorge füreinander anspornt und ermutigt, gegen das Unrecht in dieser Welt anzugehen. Hört die Erzählung aus dem Evangelium nach Matthäus im 22. Kapitel":

Die Pharisäer gingen hin und hielten Rat, wie sie Jesus in seinen Worten fangen könnten; 16 und sandten zu ihm ihre Jünger samt den Anhängern des Herodes. Die sprachen: Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und lehrst den Weg Gottes recht und fragst nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. 17 Darum sage uns, was meinst du: Ist's recht, dass man dem Kaiser Steuern zahlt, oder nicht?

18 Als nun Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? 19 Zeigt mir die Steuermünze! Und sie reichten ihm einen Silbergroschen. 20 Und er sprach zu ihnen: Wessen Bild und Aufschrift ist das? 21 Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! 22 Als sie das hörten, verwunderten sie sich, ließen von ihm ab und gingen davon.

Predigtidee

Ich denke, dass ich über den Alttestamentlichen Text predigen werde. Der Wochenspruch fordert uns auf: "Dem König aller Könige und Herr aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewige Macht! (1. Tim 6,15b.16a.c) Dies setzen die beiden Hebammen Schifra und Pua um, indem sie sich weigern, die männlichen Babys der Israeliten zu töten.

Es war eigenartig, liebe Gemeinde,

eigentlich ging es den Menschen ganz gut. Die letzte große Wirtschaftskrise hatte man ganz gut verkraftet. Damals waren die Ernten wegen einer Dürreperiode ausgefallen und das Getreide war knapp geworden. Aber Dank kluger Vorratspolitik im Vorfeld hatte man diese Krise ganz gut gemeistert. Davon profitierte man auch jetzt nach Jahrzehnten, während andere Staaten die Folgen immer noch nicht ganz bewältigt hatten.

Auch politisch gesehen konnte man zufriedens sein. “Die die oben” machten zwar immer noch, was sie wollten. Man hatte auch nicht den Eindruck, als ob sie wüssten, was den kleinen Mann auf der Straße beschäftigte. Aber das war ja nichts Neues. Wichtig war, dass man sich einigermaßen sicher fühlen konnte, dass es nach außen keinen Krieg gab und dass im Inneren das Recht gewahrt wurde, dass keine Willkür herrschte, dass die Familien mit dem auskommen konnten, was sie hatten und durch die Arbeit verdienten.

Und das war der dritte Punkt, wo man eigentlich nicht klagen konnte. Die meisten hatten ihr Auskommen, viele verdienten so viel, dass man über die Runden kam. Da, wo die Not groß war, unterstützte man sich in der Großfamilie. Es war im Land zwar nicht alles so, wie man es sich wünschte, aber das war doch anderswo auf der Welt auch nicht besser.

Also, eigentlich ging es den Menschen ganz gut. Und trotzdem herrschte Unzufriedenheit, Furcht ging um, ob man diesen Standard wohl halten könne - und viele fragten sich, wie die Zukunft wohl werden würde.

Und dann waren da noch diese Fremden, die seit Jahrzehnten in ihrem Land wohnten. Obwohl sie damals als arme Schlucker gekommen waren - so erzählten es wenigstens die Alten - waren sie zu bescheidenem Reichtum gekommen. Viele hatten sich mehr oder weniger gut integriert, obwohl sie ihre eigenen Religion hatten und ihre eigenen Gottesdienste besuchten. Die Fremden arbeiteten hart, hatten aber ihr Auskommen für die Familien. Und die waren nicht gerade klein.

Auch das war es, was den Menschen auch Furcht bereitete. Die Fremden schienen immer mehr zu werden. Auch wenn es mit der Wirklichkeit nichts zu tun hatte, es ging die Rede um: “Die Fremden gebären uns noch an die Wand. Deren Frauen kriegen Kinder ohne Ende, während bei uns viele sagen: Ein Kind oder maximal zwei, das ist doch genug. Irgendwann übernehmen die Fremden die Herrschaft.”

Wie ging es eigentlich den Fremden dabei? Seit einiger Zeit fühlten sie sich nicht mehr wohl in ihrem Gastland. Man machte sich Sorgen, wie sich das Verhältnis zur einheimischen Bevölkerung entwickeln würde. Früher war das recht unproblematisch und entspannt gewesen, so erzählten es wenigstens die Alten. Alle waren ganz ordentlich miteinander ausgekommen. Die Einheimischen honorierten, dass man sich fleißig in der heimischen Produktion einsetzte - vornehmlich beim Bau und in der Landwirtschaft. Und das wussten die Zugezogenen auch noch: Es war einer der Ihren gewesen, der maßgeblich daran beteiligt war, dass die letzte Wirtschafts- und Ernährungskrise einigermaßen überwunden werden konnte. Durch kluge Beratung hatte er die Politiker dazu bringen können, in wirtschaftlich fetten Jahren Rücklagen zu bilden, auf die man in mageren Jahren zurückgreifen konnte. Davon hatten letztendlich alle profitiert, ja man hatte noch gute Geschäfte machen können, weil die Krise die Länder ringsum nicht verschont hatte und man von den Vorräten einen Teil auch exportieren konnte.

Doch seit einiger Zeit war die Stimmung gekippt, Es herrschte Misstrauen. Die Einheimischen hatten Angst um ihre Identität, man sprach von Überfremdung, obwohl das mit der Wirklichkeit nichts zu tun hatte. Doch man merkte, dass die Einheimischen die Situation verändern wollten, sie waren mit sich selbst nicht zufrieden. Sie missgönnten den Fremden, dass die in bescheidenem Wohlstand lebten, dass die mit ihren Familien und mit der Religion zufrieden waren. Die Zugewanderten spürten diese Ausgrenzung. Und manchmal hörten sie auch Sätze wie diese: “Geht doch dahin, wo ihr hergekommen seid.” So etwas machte Angst, und manche der eigenen jungen Männer reagierten mit Aggression. Es war schon zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen den Zuwanderern und den Einheimischen gekommen.

Insgesamt verschärfte sich die Situation immer mehr. Mit der Zeit wurden die Arbeitsbedingungen für die Zuwanderer Zug um Zug verschärft. Das trug natürlich nichts zur Entspannung der Situation bei. Und als dann erzählt wurde, die einheimischen Politiker forderten eine Kontrolle in der Familienentwicklung der Zuwanderer - es hieß, die männlichen Babys sollten nach der Geburt getötet werden - da ging die nackte Angst um.

Soweit, liebe Gemeinde, zunächst einmal die Erzählung zum Hintergrund unseres Predigttextes aus dem Alten Testament. Ich habe die ganze Zeit davon erzählt, wie es den Israeliten in Ägypten ergangen sein könnte, als der Pharao und mit ihm auch die ägyptische Bevölkerung nicht mehr wussten, was sie den Fremdarbeitern zu verdanken hatten. Wenn bei Ihnen dabei die eine oder andere Assoziation an unsere eigenen Gegenwart aufkam, so war das durchaus beabsichtigt.

Auch wenn ich es nicht recherchiert habe, ob das, was ich Ihnen eben geschildert habe, historisch zutreffend ist, so kann ich mir vorstellen, dass die Situation absolut belastet und furchteinflößend war, insbesondere wenn die Rede davon war, dass das Wachstum der israelitischen Familien durch die Tötung der männlichen Babys unmittelbar nach der Geburt gestoppt werden sollte. Hier waren die ägyptischen Machthaber auf die Kooperation der hebräischen Hebammen angewiesen. Diese verweigerten die Zusammenarbeit, nicht allein aus berufsethischen Überzeugungen, sondern, so steht es im Predigttext, weil sie Gott fürchteten.

Nun ist schon wieder von Furcht die Rede, die bekanntlich ein schlechter Ratgeber ist. Doch im biblischen Umfeld verfolgt die Rede von der “Furcht Gottes” eine andere Intention. Erinnern sich die älteren unter uns, wo sie diese Zeile auswendig lernen mussten? “Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.” - Das ist Martin Luthers Erklärung zum 1. Gebot: “Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.” Nichts anderes macht unserer Predigttext heute deutlich als die Umsetzung dieses Gebotes. Für die Hebammen steht ihr Glaube an Gott und das Vertrauen zu ihm über allem, so dass sie sich der Anordnung des Pharao widersetzen. Der Politiker fordert den Tod, der Glaube an Gott aber gibt Leben.

Dieser Satz “Aber die Hebammen fürchteten Gott …” hat nun nichts mit Furcht zu tun, wie wir sie landläufig verstehen, nämlich als Angst vor etwas, als Angst, die uns jegliche Perspektive raubt, als Angst, die blind macht für die positiven Seiten des Lebens, die allein die Probleme in den Vordergrund stellt, die uns schier zu erdrücken scheinen.

Wenn die Bibel von der “Furcht Gottes” spricht, geht es nicht um Unterdrückung, geht es nicht darum, dass der Mensch klein gemacht wird. Es geht darum, dass wir wieder Ehrfurcht vor Gott haben, dass wir Gott “ehrfürchten”, wie es Pastor Grundmann uns Jugendlichen im Konfirmandenunterricht vor über 40 Jahren versuchte zu erklären.

In der Bibel geht die Geschichte des Volkes Israel in Ägypten weiter. Die Situation verbesserte sich nicht, wie es in einem Märchen vielleicht der Fall gewesen wäre. Im Gegenteil, es wurde schlimmer. Es kam auch zu handgreiflichen Auseinandersetzungen mit Todesfolgen. Als der Hebräer Mose einen ägyptischen Aufseher im Streit getötet hat, muss er fliehen, obwohl er im Palast des Pharao aufgewachsen war. Dieser Mose ist es dann, der von Gott den Auftrag erhält, das Volk Israel aus der Sklaverei Ägyptens zu befreien. “Ich habe das Schreien meines Volkes gehört”, erklärt Gott Mose am Berg Sinai. Weil Gott sein Volk nicht vergisst, soll Mose es in die Freiheit führen. Nach vielen Schwierigkeiten gelingt schließlich die Flucht. Und die erste entscheidende Station auf dem Weg in die Freiheit ist dann wiederum der Berg Sinai. Hier erneuert Gott mit seinem Volk Israel seinen Bund und er gibt den Menschen seine Regeln für das Leben in Freiheit, die 10 Gebote. Bis heute ermöglichen diese einfachen Sätze das Zusammenleben der Menschen untereinander, so dass die Freiheit des einen nicht zu Lasten des anderen geht. Der Theologen Ernst Lange hat von den 10 Geboten Gottes als den 10 großen Freiheiten Gottes gesprochen (vgl. http://www.dorfkirche-marzahn.de/Glaubenheute/10gebote.htm).

DAS ERSTE GEBOT
Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir.

  • Was ist das?
  • Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.


DAS ZWEITE GEBOT
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz gebrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

  • Was ist das?
  • Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern ihn in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken.


DAS DRITTE GEBOT
Du sollst den Feiertag heiligen.

  • Was ist das?
  • Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern es heilig halten, gerne hören und lernen.


DAS VIERTE GEBOT
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden.

  • Was ist das?
  • Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben.


DAS FÜNFTE GEBOT
Du sollst nicht töten.

  • Was ist das?
  • Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und beistehen in allen Nöten.


DAS SECHSTE GEBOT
Du sollst nicht ehebrechen.

  • Was ist das?
  • Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und zuchtvoll leben in Worten und Werken und in der Ehe einander lieben und ehren.


DAS SIEBENTE GEBOT
Du sollst nicht stehlen.

  • Was ist das?
  • Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten.


DAS ACHTE GEBOT
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

  • Was ist das?
  • Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren.


DAS NEUNTE GEBOT
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

  • Was ist das?
  • Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause trachten und mit einem Schein des Rechts an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienlich sein.


DAS ZEHNTE GEBOT
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was sein ist.

  • Was ist das?
  • Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht seine Frau, Gehilfen oder Vieh ausspannen, abwerben oder abspenstig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und tun, was sie schuldig sind.


Wie heißt es in unserem Predigttext: “Die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, wie der König von Ägypten ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben. ... Darum tat Gott den Hebammen Gutes. Und das Volk mehrte sich und wurde sehr stark.”

Das ist die Verheißung für die Menschen, die auf Gott vertrauen und nach seinem Wort, nach seinen Geboten leben! Amen.

Dienstag, 27. September 2016

Erntedank

2. Oktober 2016

Auch wenn es komisch erscheint, ich hatte tatsächlich seit dem 21. August keinen Gottesdienst in der Gustav-Adolf-Kirche. Nun steht der Erntedankgottesdienst an - und darauf freue ich mich schon. In diesem Gottesdienst werden wir auch das Abendmahl feiern.

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Erntedanktag unter der Nummer 954.62. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. (Ps 145, 15)

Wochenlied:

Ich singe dir mit Herz und Mund (EG 324 - auch Rev. 2014) oder
Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit (EG 502 - nicht in Rev. 2014)
Rev. 2014: Gottes Geschöpfe, kommt zuhauf (EG 514)

Lieder:

Bei den Liedern wähle ich die traditionellen Lieder unter der Überschrift "Natur und Jahreszeiten" im Evangelischen Gesangbuch. Es sind die schönen Lieder, die leider nur sehr selten gesungen werden. 

505,1-4 - Die Ernst ist nun zu Ende, der Segen eingebracht
743 - Psalm 104 - Herr, die Erde ist voll deiner Güter
502,1.2.4.5 - Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit
512,1.2.4 - Herr, die Erde ist gesegnet
508,1-4 - Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land
623,1-4 - Die Erde ist des Herrn

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Alttestamentliche Lesung Jes 58, 7-12

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug beschließen. Dann wirst du rufen, und der Herr wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich.

Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochst und nicht mit Fingern zeigst und nicht übel redest, sondern den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. Und der Herr wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre und dein Gebein stärken. Und du wirst sein wir ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt. Und es soll durch dich wieder aufgebaut werden, was lange wüst gelegen hat, und du wirst wieder aufrichten, was vorzeiten gegründet ward; und du sollst heißen: "Der die Lücken zumauert und die Wege ausbessert, dass man da wohnen könne."

Predigtidee

Ich denke, dass ich über diesen Prophetentext predigen werde. Am Erntedanktag schauen wir auf das, was Gott uns geschenkt hat, in der Landwirtschaft, letztendlich aber in jeder Beziehung. Wir leben in einem reichen Land und müssen uns nicht fürchten vor Hunger und Not.

eigenes Foto - Erntedank 2015

Auf der anderen Seite wird uns der Nächste ans Herz gelegt - und dazu zählt für mich auch der ferne Nächste, der bei uns Schutz und Zuflucht sucht vor Krieg, Terror und Hunger. Der Text beschreibt dann das hoffnungsvolle Bild, dass aus solch einem mitmenschlichen Tun Segen erwächst und Leben gedeihen kann.

Solche Bilder vermisse ich in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskussion, die allein von Angst gezeichnet ist. So sagen die einen, dass die Fremden uns die Arbeit und das Geld wegnehmen, die anderen meinen, das "Boot sei voll" und mehr könnten wir nicht verkraften. Dem hält der Prophet entgegen: "Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochst und nicht mit Fingern zeigst und nicht übel redest, ... wirst du sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt". Versuchen wir es, vertrauen wir auf Gottes Wort! Miteinander können wir unser Land gestalten!

Evangelium Lk 12, 13-21:

Jesus sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.

16 Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen. 17 Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. 18 Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen, und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte 19 und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut! 20 Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? 21 So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.

13. Sonntag nach Trinitatis

21. August 2016


Am 13. Sonntag nach Trinitatis feierten wir mit kleinen und Großen Leuten einen wunderschönen Gottesdienst. Wir hatten die 6-jährigen Kinder eingeladen, um ihnen eine Kinderbibel zu schenken. Diese Tradition pflegen wir seit etlichen Jahren.


Diesmal verschenkten wir die Ausgabe "Komm, freu dich mit mir: Die Bibel für Kinder erzählt" von Rüdiger Pfeffer (Verlag: Deutsche Bibelgesellschaft - ISBN-10: 3438040107 - ISBN-13: 978-3438040107). Wer diese Ausgabe schon hatte - es ist schön, wenn Eltern oder Paten ihren Kindern schon eine Bibel geschenkt haben -, konnte sich "Die große Kinderbibel" (ISBN 978-3-7655-6703-3 Brunnen-Verlag; ISBN 978-3-629-01463-4 Pattloch) mit nach Hause nehmen.

Natürlich ging es im Gottesdienst auch um eine Geschichte aus der Kinderbibel von Rüdiger Pfeffer. Vorgesehen für den 13. Sonntag nach Trinitatis war die Geschichte vom "Barmherzigen Samariter". Und die stand auch in der Kinderbibel. Hier gebe ich aber den Luthertext wieder.

Lk 10, 25-37 - Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? 26 Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? 27 Er antwortete und sprach: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst" (5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18). 28 Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben.

29 Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster? 30 Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halbtot liegen. 31 Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber. 32 Desgleichen auch ein Levit: als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber. 33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; 34 und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. 35 Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme. 36 Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war? 37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!

Die Kinder machten begeistert mit - und es war richtig schön zu sehen, wie sie IHRE Bibel in den Händen hielten und das Buch fest an sich drückten.