Freitag, 21. Mai 2021

Pfingstmontag

24. Mai 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Pfingstsonntag unter der Nummer 954.42. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Gottesdienst online

Die Pfarrer der Ökumenischen Pfarrkonferenz Meppen nahmen im Jugendzentrum der Stadt Meppen JAM einen Online-Gottesdienst auf, der ab 11.30 Uhr auf dem YouTube-Kanal "Meppen mag dich" zu erleben sein wird. 

“Du erneuerst das Gesicht der Erde!” Dieser Vers aus dem 104. Psalm erinnert Christen am Pfingstfest einerseits an die Geburtsstunde der Kirche Jesu Christi. Die Jünger empfangen den Heiligen Geist, der sie befähigt und stärkt, die Botschaft von der Auferstehung, die Botschaft vom Leben in die ganze Welt zu tragen. Als Ebenbild Gottes lesen Christen das Psalmwort andererseits auch als Aufforderung an uns Menschen, Verantwortung für die Schöpfung Gottes zu übernehmen. Propst Günter Bültel macht in seiner Predigt deutlich, dass wir mit unserer Welt verantwortungsvoller umgehen müssen. Dazu will Gott uns seinen Geist schenken. 

Neben den leitenden Geistlichen sind Mitarbeiter und Bewohner des Vitus-Werks mit Lesung und Vaterunser in die Gestaltung des Gottesdienstes eingebunden. 

  • Musikalische Unterstützung: Familie Kock
  • Aufgenommen am JAM Meppen

In der Gustav-Adolf-Kirche findet kein Gottesdienst statt. 

Freitag, 7. Mai 2021

Pfingsten

23. Mai 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Pfingstsonntag unter der Nummer 954.41. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Pfingstmontag

Am 2. Feiertag (24. Mai) findet in der Gustav-Adolf-Kirche kein Gottesdienst statt. Die Pfarrer der Ökumenischen Pfarrkonferenz Meppen nahmen im Jugendzentrum der Stadt Meppen einen Online-Gottesdienst auf, der auf dem YouTube-Kanal "Meppen mag dich" ab 11.30 Uhr zu erleben sein wird. 

Für alle zitierten Bibeltexte gilt, soweit nichts anderes vermerkt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. (Sach 4, 6)

Wochenlied:

  • Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist (EG 126)
  • Atme in uns, Heiliger Geist (fT 7)

Lieder für den Gottesdienst

  • Orgelvorspiel - Komm Gott Schöpfer heiliger Geist (J.S. Bach)
  • EG 135,1+5+7 - Schmückt das Fest mit Maien
  • EG 127,1+2+7 - Jauchz, Erd, und Himmel, juble hell
  • EG 136,1+5-7 - O komm, du Geist der Wahrheit
  • EG 131,1+3+4+6 - O Heiliger Geist, o heiliger Gott
  • Orgelnachspiel EG 557 - Unser Leben sei ein Fest

Psalm 119 - EG 748

Epistel Apg 2, 1-18 Das Pfingstwunder

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. 2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3 Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen,* wie der Geist ihnen gab auszusprechen. 5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. 6 Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. 7 Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? 8 Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? 9 Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, 10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, 11 Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden. 12 Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? 13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.

14 Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und lasst meine Worte zu euren Ohren eingehen! 15 Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage; 16 sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3,1-5): "17 Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; 18 und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen."

Predigttext 2. Mose 19 i.A. 

In den Marginaltexten ist die Ankunft des Volkes Israel am Berg Sinai als ein möglicher Predigttext vorgesehen. Darüber werde ich predigen. Hier gebe ich zunächst den gesamten Text wieder. Zum Festtag selbst werde ich nur eine Auswahl von Versen lesen. Aber es werden auf jeden Fall die Verse 7 und 8 dabei sein. 

1Am ersten Tag des dritten Monats nach dem Auszug der Israeliten aus Ägyptenland, genau auf den Tag, kamen sie in die Wüste Sinai. 2Denn sie waren ausgezogen von Refidim und kamen in die Wüste Sinai und lagerten sich dort in der Wüste gegenüber dem Berge.

3Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und den Israeliten verkündigen: 4Ihr habt gesehen, was ich mit den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. 5Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. 6Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.

7Mose kam und berief die Ältesten des Volks und legte ihnen alle diese Worte vor, die ihm der HERR geboten hatte. 8Und alles Volk antwortete einmütig und sprach: Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die Worte des Volks dem HERRN wieder. 9Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich will zu dir kommen in einer dichten Wolke, auf dass dies Volk es höre, wenn ich mit dir rede, und dir für immer glaube. Und Mose verkündete dem HERRN die Worte des Volks.

10Und der HERR sprach zu Mose: Geh hin zum Volk und heilige sie heute und morgen, dass sie ihre Kleider waschen 11und bereit seien für den dritten Tag; denn am dritten Tage wird der HERR vor allem Volk herabfahren auf den Berg Sinai. 12Und zieh eine Grenze um das Volk und sprich zu ihnen: Hütet euch, auf den Berg zu steigen oder seinen Fuß anzurühren; denn wer den Berg anrührt, der soll des Todes sterben. 13Keine Hand soll ihn anrühren, sondern er soll gesteinigt oder erschossen werden; es sei Tier oder Mensch, sie sollen nicht leben bleiben. Wenn aber das Widderhorn lange tönen wird, dann soll man auf den Berg steigen. 14Mose stieg vom Berge zum Volk herab und heiligte sie und sie wuschen ihre Kleider. 15Und er sprach zu ihnen: Seid bereit für den dritten Tag und keiner rühre eine Frau an.

16Als nun der dritte Tag kam und es Morgen ward, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dichte Wolke auf dem Berge und der Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak. 17Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen und es trat unten an den Berg. 18Der ganze Berg Sinai aber rauchte, weil der HERR auf den Berg herabfuhr im Feuer; und der Rauch stieg auf wie der Rauch von einem Schmelzofen und der ganze Berg bebte sehr. 19Und der Posaune Ton ward immer stärker. Und Mose redete und Gott antwortete ihm laut.

20Als nun der HERR herniedergekommen war auf den Berg Sinai, oben auf seinen Gipfel, berief er Mose hinauf auf den Gipfel des Berges und Mose stieg hinauf. 21Da sprach der HERR zu ihm: Steig hinab und verwarne das Volk, dass sie nicht durchbrechen zum HERRN, ihn zu sehen, und viele von ihnen fallen. 22Auch die Priester, die sonst zum HERRN nahen dürfen, sollen sich heiligen, dass sie der HERR nicht zerschmettere. 23Mose aber sprach zum HERRN: Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen, denn du hast uns verwarnt und gesagt: Zieh eine Grenze um den Berg und heilige ihn. 24Und der HERR sprach zu ihm: Geh hin, steig hinab und komm wieder herauf, du und Aaron mit dir; aber die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, dass sie hinaufsteigen zu dem HERRN, damit er sie nicht zerschmettere. 25Und Mose stieg hinunter zum Volk und sagte es ihm.

Predigtskizze

Mit diesen Versen beginnt die Gesetzgebung Gottes für sein auserwähltes Volk Israel. Mose hatte die Israeliten aus Ägypten durch die Wüste bis zum Sinai geführt. In Ägypten waren die Israeliten Sklaven gewesen. Sklaven brauchen keine Gesetze. Sklaven tun, was ihre Herren verlangen. Sklaven können nicht selbstständig handeln, aber sie müssen auch keine Verantwortung übernehmen. Solange sie sich fügen, solange sie ihren Auftrag erfüllen, müssen sie nicht zwangsläufig Not leiden. Denn die Herren haben ja auch ein Interesse daran, dass es den Sklaven gut geht, denn die sollen ja für sie arbeiten können. Nur ein gesunder, kräftiger, arbeitsfähiger Sklave ist ein guter Sklave. 

Allerdings verlernen die Sklaven mit der Zeit ihre Freiheit. Es war für Mose nicht einfach gewesen, das Volk bis zum Sinai zu bringen. Unterwegs mussten Hindernisse überwunden und Kämpfe bestanden werden. Es gab auch Meuterei, weil es nicht genug zu essen und zu trinken gab. Zurück zu den Fleischtöpfen Ägyptens - das war eine Losung. Und bei Streitigkeiten unter den Israeliten musste Mose entscheiden, bis er auf den Rat seines Schwiegervaters Jitro hörte, der vorschlug, die Entscheidungen auf mehrere Schultern zu verteilen. So war man jetzt am Sinai angekommen. 

Wenn ich an dieser Stelle einen Schritt in die Gegenwart tue, dann ist das ein gewagter Vergleich. Und unsere Situation hat mit der der Israeliten auch wenig zu tun. Aber auch hinter uns liegt eine Zeit, in der wir nicht frei entscheiden konnten - und die Einschränkungen sind noch nicht vorbei. Die Regierenden setzen auf Anordnungen, auf Gebote und insbesondere auf Verbote. Bei Verstößen drohen teilweise drakonische Strafen. Leider ist nicht alles sinnvoll durchdacht.

Auch unser Miteinander hat sich in den letzten Monaten verändert. Da ist Distanz zwischen den Menschen. Nachbarn zeigen einander bei der Polizei an - nicht wegen großer Partys, sondern weil die Musik etwas lauter gestellt ist und zwei Frauen fröhlich in der Gartenlaube Karten spielen. Mancher überlegt sich sehr genau, was er sagt. Denn schnell steht man bei kritischen Überlegungen in der Ecke der sogenannten Querdenker und Coronaleugner. 

Zurück zum Predigttext. Nach den einleitenden Zeilen (1-9), die wir gehört haben, legt Gott seinem seinem Volk die Zehn Gebote vor (2. Mose 20). Die haben seither von ihrer Gültigkeit nichts verloren. Die müssen nicht alle paar Tage oder Wochen neu geschrieben werden. 

Auf den ersten Blick kommen auch die Zehn Gebote im Gewand von Gebot und Verbot daher. Im Jahr 1965 hat der Theologe Ernst Lange die Gebote aber einmal als „die zehn großen Freiheiten“ bezeichnet. Das finde ich sehr zutreffend. Denn die Zehn Gebote wollen nicht in erster Linie verbieten, sondern Gestaltungsräume für das Leben öffnen. Sie wollen ein verantwortungsvolles Zusammenleben in Freiheit ermöglichen. Ernst Lange war es wichtig, dass Verantwortung des einzelnen und seiner Freiheit in einer guten Balance zueinander stehen. 

Ich bin der Herr, dein Gott ...

1. Du brauchst keine Angst zu haben! ... Ich, der allmächtige Gott, will dein Helfer sein. Halte dich an mich und du bleibst frei.

Jesus wurde mal gefragt, was denn das wichtigste Gebot sei. Er setzte genau bei diesen Gedanken ein: Gott lieben von ganzem Herzen … Auch wenn das andere Gebot, auf das ich noch zu sprechen komme, diesem ersten nach der Aussage Jesu gleich ist, schon bei dieser ersten Formulierung sehen wir, woran es in unserer Gesellschaft, wohl auch in den Kirchen krankt. Gott lieben von ganzem Herzen - uns an Gott halten, damit wir frei werden - keine anderen Götter haben neben Gott - das Herz allein an ihn hängen?

Du sollst dir kein Bildnis machen ...

2. Du brauchst dir nichts einreden zu lassen! ... Ich, der allmächtige Gott, will dein Lehrer sein. Halte dich an mein Wort, es ist Wahrheit.

Luther auf dem Reichstag zu Worms 1521 „… wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde, ... so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. ...“

Gottes Namen nicht missbrauchen ...

3. Du brauchst mich nicht zu zwingen, dir zu helfen! ... Ich, der allmächtige Gott, bin ganz freiwillig dein Freund. ...

Den Feiertag heiligen ...

4. Du brauchst dich nicht zu Tode hetzen! ... Halte dich an mich, und dein Leben wird Erfüllung finden.

Vater und Mutter ehren ...

5. Du brauchst nicht in ständiger Auflehnung zu leben! ... Du kannst es dir leisten, dich in Liebe einzuordnen und so deine Freiheit zu gewinnen.

Ich gebe zu, dass mir dieses Einordnen nicht immer leicht fällt; und es wird für mich umso schwerer, je mehr ich den Eindruck habe, dass mein Gegenüber versucht, mich über den Tisch zu ziehen, sich selbst Vorteile verschafft. Wenn Gebote, Vorschriften nicht begründet sind. Wenn es heute Hü und morgen Hott heißt. 

Leider scheint mir dann das, was Ernst Lange zum Gebot “Du sollst nicht töten!” schreibt, gang und gäbe zu sein. Und genau dieses Verhalten macht es mir oft schwer, mich einzuordnen. Da will der andere über mir stehen, da will er mich beherrschen. 

6. Du brauchst die anderen nicht als Konkurrenten zu behandeln! ... ihnen „zuvorkommen“ - sie abhängig machen - beruflich und politisch oder persönlich „fertigmachen“ ... Du kannst es dir leisten, deinem Nächsten leben zu helfen.

Nicht ehebrechen ...

7. Du brauchst dich nicht „auszutoben“! ... Du kannst es dir leisten, auf den Menschen zu warten, den ich dir sende.

Nicht stehlen ...

8. Du brauchst dich nicht unehrlich zu bereichern! ... Du kannst es dir leisten, zu geben, statt zu nehmen.

Mit diesem Gebot kommen wir in einen Bereich, wo so manchem, der eigentlich Verantwortung für das Gemeinwohl trägt, schwere Vorwürfe gemacht wurden. Ganz viel Vertrauen wurde da verspielt.

Nicht falsch Zeugnis reden ...

9. Du brauchst nicht von der Wahrheit abzuweichen! ... Du kannst es dir leisten, Vertrauen zu schenken und zu schaffen.

Wie oft haben sich Anordnungen, Gebote und Verbote in den letzten Wochen und Monaten widersprochen. Was stört mich mein Geschwätz von gestern.

Nicht begehren ... 

10. Du brauchst nicht neidisch zu sein! ... Du kannst es dir leisten, den anderen ihr Gutes zu gönnen.

Haste was, dann biste was - du willst es, du kriegst es - du bist doch nicht blöd, oder? Geiz ist ...

Jesus - Doppelgebot der Liebe. - Mit der Selbstliebe klappt es ganz hervorragend, aber wie ist das mit der Liebe zu Gott - und dann, wie ist es mit der Liebe zum Nächsten?

Noch einmal die letzten Verse aus unserem Predigttext: 7 Mose kam und berief die Ältesten des Volks und legte ihnen alle diese Worte vor, die ihm der HERR geboten hatte. 8 Und alles Volk antwortete einmütig und sprach: Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun. 

vgl. dazu 5. Mose 30

19 Ich nehme Himmel und Erde heute über euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, 20 dass du den HERRN, deinen Gott, liebst und seiner Stimme gehorchst und ihm anhangest. Denn das bedeutet für dich, dass du lebst und alt wirst und wohnen bleibst in dem Lande, das der HERR deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen zu geben.

Wie wird unsere Antwort ausfallen? 

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. (Sach 4, 6) - Herr Reichenbach sprach in seiner Begrüßung von einer "Art Weltformel, einer Theorie von Allem, die der Prophet mehr als 500 Jahre vor Christi Geburt aufgeschrieben hat". - Und zu Pfingsten sagte Herr Reichenbach: "Gott kommt in uns, Gott kommt über uns, wie ein Schwall warmen Wassers, und sein Geist umfängt und durchströmt uns."

Gott möge es geben, dass wir das Leben wählen, seinen Segen. 

Himmelfahrt

13. Mai 2021

Zum ersten Mal feiern die beiden lutherischen Kirchengemeinden in Meppen - Gustav-Adolf und die Bethlehem - zusammen mit der reformierten Kirchengemeinde Meppen-Schöninghsdorf den Gottesdienst zum Himmelfahrtstag gemeinsam. In diesem Jahr findet der Gottesdienst um 10.30 Uhr im Pfarrgarten der Bethlehemkirche statt - Albert-Schweitzer-Weg. Bei schlechtem Wetter gehen wir in die Kirche. 

Die Predigt hält Pastor Friedrich Knoop von der reformierten Kirche. 

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Himmelfahrtstag unter der Nummer 954.39. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen. (Joh 12, 32)

Wochenlied:

  • Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du gen Himmel g'fahren bist (EG 121 - nicht in Rev. 2014)
  • Rev. 2014: Jesus Christus herrscht als König (EG 123)
  • Rev. 2014: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes (EG 132 - Kanon)

Gottesdienstablauf

Der Posaunenchor Meppen bereitet sich nach langer Zeit wieder auf einen musikalischen Einsatz vor.

  • Musik zum Eingang (Posaunenchor): EG 302 Du meine Seele, singe
  • Votum und Begrüßung
  • Eingangslied (Posaunenchor): EG 316 Lobe den Herren
  • Hinführung und gesprochenes Kyrie
  • Hinführung und Gloria Patri (Posaunenchor): EG 119,5 Der Heiligen Dreieinigkeit
  • Tagesgebet
  • Epistel - Apg 1,3-11
  • Graduale mit Lesung des Liedtextes: EG 123 Jesus Christus herrscht als König
  • Predigt
  • Musikalische Meditation (Posaunenchor): Madrigal
  • Credo
  • Abkündigungen und Kollektenansage
  • Fürbitten und Vaterunser
  • Segenslied (Posaunenchor): EG 163 Unsern Ausgang segne Gott
  • Segen 
  • Musik zum Ausgang (Posaunenchor): EG 331 Großer Gott, wir loben dich

Epistel und gleichzeitig Predigttext Apg 1,3-11

Den ersten Bericht habe ich gegeben, lieber Theophilus, von all dem, was Jesus von Anfang an tat und lehrte 2 bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den heiligen Geist Weisung gegeben hatte. 3 Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. 4 Und als er mit ihnen zusammen war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr, so sprach er, von mir gehört habt; 5 denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.

6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? 7 Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; 8 aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.

9 Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. 10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. 11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Montag, 3. Mai 2021

Rogate

9. Mai 2021

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Rogate unter der Nummer 954.38. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr". Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an. 

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Ps 66, 20)

Der Wochenspruch macht deutlich, das Thema des Sonntags ist das Gebet. Die Lateinkundigen werden es auch schon aus dem Sonntagsnamen geschlossen haben: rogate = betet! So eindeutig das Gebet zum christlichen Glauben - zu jeder Religion - gehört, so schwierig scheint das Gebet in der gegenwärtigen Zeit zu sein. 

Lieder für den Gottesdienst

  • Musikalisches Vorspiel - Der Mai ist gekommen
  • EG 501,1.2.4 - Wie lieblich ist der Maien
  • Psalm 95,1-7 zur Melodie EG 577
  • 503,1.2.8.14 - Geh aus mein Herz und suche Freud 
  • 278,1.5.7-9 - Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser
  • 510,1-3 - Freuet euch der schönen Erde
  • Musikalisches Nachspiel - Walzer und Hymne zu EG 216 - Du hast uns Leib und Seel gespeist

Hier ein paar Texte, über die ich mir in den nächsten Tagen Gedanken machen werde. 

Mt 6, 5-15

5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. 8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. 9 Darum sollt ihr so beten:

Unser Vater im Himmel!
Dein Name werde geheiligt.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. 15 Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Predigttexte

Für den Sonntag Rogate sind in diesem Jahr tatsächlich zwei Predigttexte vorgesehen - immer mal was Neues. Aber in diesem Fall passt es recht gut. Die Texte ergänzen sich wunderbar. 

Ich baue allerdings auf dem Versehen von Manfred Senftleben auf. Vorgesehen ist für die aktuelle Predigtreihe III: III - Sir 35, 16-22a od. Dan 9, 4-5.16-19. Manfred Senftleben führt aber immer auch die Marginaltexte für den Sonntag auf. Hier ist ihm dieses Mal eine kleiner Fehler unterlaufen. Er verweist Sir 34, 28-31 (vgl. https://daskirchenjahr.de/tag.php?name=rogate&zeit=Ostern&typ=text; abgerufen am 05.05.2021). Das 34. Kapitel hat aber nur 26 Verse. Also habe ich mich ein wenig im Kontakt umgeschaut und kam zu der Überzeugung, dass Jesus Sirach 34,26-35,15 eine wunderbare Ergänzung zum Text aus dem Danielbuch darstellt. 

Als ich den Text von Daniel das erste Mal las, schoss mit sofort die frage durch den Kopf: Wie sähe das Gebet Daniels heute aus? Nicht bezogen auf die Niederlage Israels im Kampf gegen die Babylonier, sondern im Blick auf die Coronakrise, die die ganze Welt gefangen hält. 

Hier gebe ich den biblischen Text wieder, im Gottesdienst werde ich meine Umformulierung lesen, während die Gemeindeglieder den Bibeltext verfolgen können. Ich erweitere allerdings die vorgeschlagen Versauswahl.

Dan 9, 4-5.16-19

4 Ich betete aber zu dem Herrn, meinem Gott, und bekannte und sprach:

Ach, Herr, du großer und schrecklicher Gott, der du Bund und Gnade bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten! 5 Wir haben gesündigt, Unrecht getan, sind gottlos gewesen und abtrünnig geworden; wir sind von deinen Geboten und Rechten abgewichen. 6 Wir gehorchten nicht deinen Knechten, den Propheten, die in deinem Namen zu unsern Königen, Fürsten, Vätern und zu allem Volk des Landes redeten. 7 Du, Herr, bist gerecht, wir aber müssen uns alle heute schämen, die von Juda und von Jerusalem und vom ganzen Israel, die, die nahe sind, und die zerstreut sind in allen Ländern, wohin du sie verstoßen hast um ihrer Missetat willen, die sie an dir begangen haben. 8 Ja, Herr, wir, unsre Könige, unsre Fürsten und unsre Väter müssen uns schämen, dass wir uns an dir versündigt haben.

9 Bei dir aber, Herr, unser Gott, ist Barmherzigkeit und Vergebung. Denn wir sind abtrünnig geworden 10 und gehorchten nicht der Stimme des Herrn, unseres Gottes, und wandelten nicht nach seinen Gesetzen, die er uns vorlegte durch seine Knechte, die Propheten; 11 sondern ganz Israel übertrat dein Gesetz, und sie wichen ab und gehorchten deiner Stimme nicht. 

Darum trifft uns auch der Fluch, den er geschworen hat und der geschrieben steht im Gesetz des Mose, des Knechtes Gottes, weil wir an ihm gesündigt haben. 12 Und Gott hat seine Worte gehalten, die er geredet hat gegen uns und unsere Richter, die uns richten sollten, dass er ein so großes Unglück über uns hat kommen lassen; denn unter dem ganzen Himmel ist Derartiges nicht geschehen wie in Jerusalem. 13 Wie es geschrieben steht im Gesetz des Mose, so ist all dies große Unglück über uns gekommen. Aber wir haben auch nicht den Herrn, unsern Gott, besänftigt, sodass wir uns von unsern Sünden bekehrt und auf deine Wahrheit geachtet hätten. 14 Darum wachte der Herr über das Unglück und hat’s über uns kommen lassen. Denn der Herr, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut; aber wir gehorchten seiner Stimme nicht.

15 Und nun, Herr, unser Gott, der du dein Volk aus Ägyptenland geführt hast mit starker Hand und hast dir einen Namen gemacht, so wie es heute ist: Wir haben gesündigt, wir sind gottlos gewesen. 16 Ach, Herr, um aller deiner Gerechtigkeit willen wende ab deinen Zorn und Grimm von deiner Stadt Jerusalem und deinem heiligen Berg. Denn wegen unserer Sünden und wegen der Missetaten unserer Väter trägt Jerusalem und dein Volk Schmach bei allen, die um uns her wohnen. 

17 Und nun, unser Gott, höre das Gebet deines Knechtes und sein Flehen. Lass leuchten dein Angesicht über dein zerstörtes Heiligtum um deinetwillen, Herr! 18 Neige deine Ohren, mein Gott, und höre, tu deine Augen auf und sieh an unsere Trümmer und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist. Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. 19 Ach, Herr, höre! Ach, Herr, sei gnädig! Ach, Herr, merk auf und handle! Säume nicht – um deinetwillen, mein Gott! Denn deine Stadt und dein Volk ist nach deinem Namen genannt.

Wenn wir den Abschnitt aus dem Buch Daniel in Verbindung mit den Versen aus Jesus Sirach lesen, wir deutlich, dass aus dem Gebet das Handeln folgt. Sich im Gebet an Gott zu wenden bedeutet immer, das wir selbst den Nächsten nicht aus dem Auge verlieren dürfen. Am Sonntag Estomihi erinnerten wir in der evangelischen Kirche daran, dass es seit 1.700 Jahren jüdisches Leben in Deutschland gibt. In der Pfarrkonferenz hatten wir uns zuvor mit der jüdischen Bibelauslegung beschäftigt. Rabbi Arthur Waskow und Rabbi Abraham Joshua Heschel hatten es mir angetan. Heschel war ein Rabbiner und Religionsphilosoph im letzten Jahrhundert, 1907 geboren in Polen, vor den Nazis geflohen und in Amerika 1972 gestorben. Heschel hatte erklärt: "Spiritualität" und "Politik" sind nicht zu trennen. - "Das Gebet ist bedeutungslos, wenn es nicht subversiv ist." Diese Gedanken finden sich für mich bei Jesus Sirach wieder. 

Jesus Sirach 34,26-35,15

26 So ist der Mensch, der für seine Sünden fastet und immer wieder sündigt: Wer wird sein Gebet erhören, und was hilft ihm, dass er sich erniedrigt hat?

1 Wer das Gesetz beachtet, opfert reichlich. 

2 Wer die Gebote hält, bringt ein Dankopfer. 

3 Wer Gott dankt, gibt ein Speisopfer, 

4 und wer Barmherzigkeit übt, ein Lobopfer.

5 Vom Bösen zu lassen, gefällt dem Herrn; und vom Unrecht zu lassen, ist ein Sühnopfer.

6 Erscheine vor dem Herrn nicht mit leeren Händen, 7 denn das alles muss man tun um des Gebotes willen. 

8 Des Gerechten Opfer lässt den Altar glänzen, und der liebliche Geruch kommt vor den Höchsten. 9 Des Gerechten Opfer ist angenehm und wird nicht vergessen. 

10 Mit fröhlichem Gesicht lobe den Herrn, und gib deine Erstlingsgaben, ohne zu geizen. 11 Wenn du gibst, tu es mit heiterer Miene, und bring den Zehnten mit Freude dar. 12 Gib dem Höchsten, wie er dir gegeben hat, und gib mit fröhlichem Gesicht, so viel du kannst. 13 Denn der Herr, der vergilt, wird dir’s siebenfach vergelten.

14 Bring nichts dar, um Gott zu bestechen; denn er wird’s nicht annehmen. 15 erlass dich nicht auf ein ungerechtes Opfer; denn der Herr ist ein Richter, und vor ihm gilt kein Ansehen der Person.

Ohne das Handeln am und für den Nächsten und für die Schöpfung Gottes bleibt das Gebet leer. Wie es schon die Propheten immer wieder betont hatten: Das Ritual an sich ist Gott egal. Beten und Handeln müssen miteinander korrespondieren. Ansonsten ist das Gebet lediglich ein "Plappern", wie es Jesus den Heiden vorwirft. 

Kantate

2. Mai 2021

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Kantate unter der Nummer 954.37. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr". Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Der Name des Sonntags leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: Cantate Domino canticum novum ... (Ps 98,1a) - Singt dem Herrn ein neues Lied. Auch aus diesem Grund hatte unser Organist Heinz Detlau-Keire wieder besonderes Augenmerk bei der Auswahl der gottesdienstlichen Musik walten lassen. Trotz Coronakrise erklang fröhliches Gotteslob in der Gustav-Adolf-Kirche.

Lieder für den Gottesdienst

  • zu Beginn: Wiener Walzer über "Komm lieber Mai und mache ..."
  • fT 4 Eingeladen zum Fest des Glaubens
  • Psalm 98 Singet dem HERRN ein neues Lied; begleitet mit der Meldodie EG 574
  • fT 52 Herr erbarme dich (Orgelsolo)
  • fT 132 Ich steh dazu (als Glaubensbekenntnis)
  • fT 42 Ich seh empor zu den Bergen
  • fT 72 Ich sing dir mein Lied
  • zum Schluss: Gospel "He got the whole world ..."

Wochenspruch:

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder! (Ps 98,1)

Wochenlied:

  • Du meine Seele, singe (EG 302)
  • Ich sing dir mein Lied (fT 72 / Singt Jubilate 110)

Epistellesung Kol 3,12-17

So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; 13 und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! 14 Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. 15 Und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar. 16 Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. 17 Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

Predigt Tobit 13,1-5.8 Der Lobgesang des Tobias

(Infos aus https://de.wikipedia.org/wiki/Buch_Tobit)

Das Buch Tobit (oder Buch Tobias, abgekürzt Tob) gehört zu den Spätschriften des Alten Testaments. Es ist eine weisheitliche Lehrerzählung mit märchenhaften Zügen, die von zwei verwandten jüdischen Familien handelt. 

Da ist die Familie von Tobias. Der ist verheiratet mit Hanna. Ihren Sohn nennen die beiden auch Tobias. 

Die zweite Familie ist die von Tobias Bruder Raguel. Der ist mit Edna verheiratet und die beiden haben eine Tochter Sara. 

Eduard Ihlée Saras Ankunft im Hause Tobia 1839.jpg

Sara kommt im Hause des alten Tobias an

Von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/de:Eduard_Ihl%C3%A9e" class="extiw" title="w:de:Eduard Ihlée"><span title="deutscher Maler">Eduard Ihlée</span></a> Gemeinfrei, Link

Als Lehrerzählung stellt das Tobitbuch sein religiöses Verhaltensideal mit folgenden drei Leitbegriffen vor:

  • „Wege der Treue und Wahrheit“, d. h. zuverlässige Wege (ὁδοὶ ἀληθείας hodoì alētheías)
  • „Gerechtigkeitserweise“ (δικαιοσύναι dikaiosýnai) - angemessenes Verhalten, aufrichtiges Verhalten, gerechtes Verhalten, Gerechtigkeit bewirkendes Verhalten; (Folge eines solchen Verhaltens:) Gerechtigkeit, Rechtsanspruch
  • „Werke der Barmherzigkeit tun“, d. h. tätige Nächstenliebe (ἐλεημοσύνας ποιεῖν)

Tobias Familie lebt im Nordreich Israel. Er ist eine Frommer Mensch. Zusammen mit anderen Israeliten wird die Familie von den siegreichen Assyrern nach Ninive deportiert. Dort lebt Tobias getreu den Geboten der Tora. 

„Wege der Treue und Wahrheit“

Wie beiläufig wird dabei auch erwähnt, dass er auf einer Reise nach Medien einem Gabael in Rages Geld zur Aufbewahrung übergeben hat. …

Mit seiner Wohltätigkeit hilft er anderen Israeliten und sorgt gegebenenfalls für ein ordentliches Begräbnis. … 

„Werke der Barmherzigkeit tun“

Er übernachtet unter freiem Himmel in seinem Hof; Vogelkot fällt auf seine Augen, so dass er erblindet. Hanna verdient jetzt den Lebensunterhalt der Familie als Weberin. Ein Kunde schenkt ihr ein Ziegenböckchen. Aber Tobit argwöhnt, sie habe es gestohlen. Es kommt zum Streit unter den Eheleuten. Tobit reagiert mit einem Gebet, er möchte nur noch sterben.

Tobias Bruder Raguel wohnt mit seiner Familie in Ekbatana in Medien. Die Tochter Sara leidet an einem besonderen Schicksal. Sieben Männer wollten Sara schon heiratet, aber der Dämon Aschmodai tötete alle in der Hochzeitsnacht. Das eigene Personal spottet und macht Vorwürfe. Sara wendet sie sich im Gebet an Gott und bittet ihn, sie sterben zu lassen oder ihr sein Erbarmen zu zeigen: „Befiehl, dass ich von der Erde erlöst werde [...] Und wenn es dir nicht gefällt, mich sterben zu lassen, Herr, so höre nun hin auf meine Schmach.“ 

Die Gebete des alten Tobias und das Gebet Saras werden gleichzeitig „vor der Herrlichkeit Gottes erhört,“ und der Engel Raphael wird ausgesandt, um Tobias von seiner Blindheit zu heilen und Sara von dem Dämon Aschmodai zu befreien.

Gerade an diesem Tag erinnert sich der alte Tobias seines Geldes in Medien und ruft seinen Sohn Tobias, um ihn darüber zu informieren. Da er seinen Tod erwartet, gibt er seinem Sohn eine Lebenslehre als Vermächtnis: Gott in den Menschen zu dienen und vor allem großzügig zu helfen, wo immer er kann: „Wie viel dir gehört, entsprechend dieser Menge gib Almosen; wenn du wenig hast, fürchte dich nicht, entsprechend dem Wenigen Almosen zu geben [...] Eine gute Gabe ist ein Almosen für alle, die es geben, vor dem Höchsten.“ (Tob 4,8.11 EU, Übersetzung: Septuaginta Deutsch, GI[19])

„Werke der Barmherzigkeit tun“

Unter Raphaels Führung, der sich in Menschengestalt als Begleiter angeboten hat, reist Tobias nach Medien. Beide übernachten am Ufer des Tigris. Als Tobias ins Wasser steigt, um sich zu waschen, versucht ein großer Fisch, seinen Fuß zu verschlingen. Raphael weist ihn an, den Fisch zu fangen und dessen Galle, Herz und Leber in Salz eingelegt mitzunehmen. Denn wenn er Herz und Leber des Fisches verbrennt, so muss jeder Dämon weichen, und wenn er die Galle auf die Augen eines Blinden träufelt, kann der wieder sehen. 

Sie ahnen, was kommt? Tobias heiratet Sara - und überlebt. Nachdem er von Gabael das Geld seines Vaters bekommen hat, kehrt er zurück zu den Eltern und heilt seinen Vater mit der Fischgalle.  

1 Der alte Tobias aber tat seinen Mund auf, lobte Gott und sprach: 2 Groß bist du, Herr, in Ewigkeit und dein Reich währt immerdar; denn du züchtigst und heilst wieder; du führst hinab zu den Toten und wieder herauf, und deiner Hand kann niemand entfliehen.

3 Ihr Israeliten, lobt den Herrn, und vor den Heiden preist ihn! Denn darum hat er euch zerstreut unter die Völker, die ihn nicht kennen, damit ihr seine Wunder verkündigt und die Heiden erkennen lasst, dass kein allmächtiger Gott ist als er allein. 4 Er hat uns gezüchtigt um unsrer Sünden willen, und um seines Erbarmens willen wird er uns wieder helfen.  5 Darum bedenkt, was er an uns getan hat; mit Furcht und Zittern preist und rühmt ihn, der ewig herrscht, mit euren Werken! 

6 Und auch ich will ihn preisen in diesem Lande, in dem ich gefangen bin; denn er hat seine Macht erwiesen an einem sündigen Volk. 7 Darum bekehrt euch, ihr Sünder, und tut, was recht ist vor Gott, und glaubt, dass er euch sein Erbarmen erweist! 8 Ich aber will mich von Herzen freuen in Gott.

„Gerechtigkeitserweise“ - angemessenes Verhalten, aufrichtiges Verhalten, gerechtes Verhalten, Gerechtigkeit bewirkendes Verhalten; (Folge eines solchen Verhaltens:) Gerechtigkeit, Rechtsanspruch

Kurz vor seinem Tod ruft Tobias seinen Sohn und rät ihm Ninive zu verlassen und wieder nach Medien zu ziehen, da Ninive zerstört werden wird. Nachdem auch seine Mutter Hanna gestorben ist, bricht Tobias nach Medien auf und lässt sich bei seinem Schwiegervater nieder. Er wird 127 Jahre alt, und kurz vor seinem Tod erfährt er noch, dass Ninive, so wie es sein Vater vorausgesagt hatte, tatsächlich zerstört wurde.

„Wege der Treue und Wahrheit“

„Gerechtigkeitserweise“ - angemessenes Verhalten, aufrichtiges Verhalten, gerechtes Verhalten, Gerechtigkeit bewirkendes Verhalten; (Folge eines solchen Verhaltens:) Gerechtigkeit, Rechtsanspruch

„Werke der Barmherzigkeit tun“, d. h. tätige Nächstenliebe

Fürbitte

Gebet für Sonntag, den 10. Mai 2020 (Kantate) - velkd.de

Donnerstag, 29. April 2021

Jubilate

 25. April 2021

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Jubilate unter der Nummer 954.36. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr". Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Der ganze Gottesdienst kann auf YouTube angesehen werden: 

Titelbild: Luther mit Himmelsblick
Ölgemälde von Hermann Freihold Plüddemann
fotografiert im Lutherhaus Wittenberg

Am 18.04.2021 hätte die evangelische Kirche daran erinnern können, dass vor genau 500 Jahren Martin Luther sich auf dem Reichstag zu Worms weigerte, seine Schriften zu widerrufen. Aus was für Gründen auch immer ging dieses Ereignis mehr oder weniger unter. Dabei ist Luthers Position durchaus geeignet, Impulse für die gegenwärtig anstehenden Diskussionen zu geben, nicht allein im Raum der Kirche, sondern auch in der politischen Debatte. Da ich am 18.04. selbst nicht predigte, nahm ich das Thema am 25.04. auf. 

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Kor 5, 17)

Wochenlied:

  • Die ganze Welt, Herr Jesu Christ (EG 110)
  • Gott gab uns Atem (EG 432)

Lieder im Gottesdienst:

Es war der 4. Sonntag im Monat, der immer ein besonderes musikalisches Gepräge hat. Herr Detlau-Keire hatte die nachfolgenden Lieder aus den freiTönen zusammengestellt. 

  • Musikalisches Vorspiel freiTöne fT 126 Que esta Iglesia sea un Arbol
  • fT 115 - Und ein neuer Morgen
  • Psalm 66 mit Begleitung EG 574
  • fT 187 Bleib mit deiner Gnade bei uns (instrumental nach dem Psalm)
  • fT 110 Lord of the Dance
  • fT 112 Anker in der Zeit
  • fT 177 Freunde dass der Mandelzweig
  • fT 190 Verleih uns Frieden (nach dem Vaterunser, vor dem Segen)
  • Musikalisches Nachspiel fT 127 Somos uno en Cristo

Evangliumslesung Johannes 15, 1-8 - Der Auferstandene und seine Jünger

1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. 2Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe. 3Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.

4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.

5Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und sie müssen brennen. 7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. 8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Predigttext Jesaja 43,14-21 - GOTT FÜHRT SEIN VOLK AUS BABEL

14 So spricht der HERR, euer Erlöser, der Heilige Israels: Um euretwillen habe ich nach Babel geschickt und habe die Riegel eures Gefängnisses zerbrochen, und zur Klage wird der Jubel der Chaldäer. 15 Ich bin der HERR, euer Heiliger, der ich Israel geschaffen habe, euer König. 16 So spricht der HERR, der im Meer einen Weg und in starken Wassern Bahn macht, 17 der ausziehen lässt Wagen und Rosse, Heer und Macht, dass sie auf einem Haufen daliegen und nicht aufstehen, dass sie verlöschen, wie ein Docht verlischt: 18 Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! 19 Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde. 20 Das Wild des Feldes preist mich, die Schakale und Strauße; denn ich will in der Wüste Wasser und in der Einöde Ströme geben, zu tränken mein Volk, meine Auserwählten; 21 das Volk, das ich mir bereitet habe, soll meinen Ruhm verkündigen.

Notizen zur Predigt

“Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir, Amen.” Diese Worte werden Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms zugeschrieben. Wissen Sie wann das war? 18. April 1521. Wittenberger Pressestelle.

„… wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde, denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, dass sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“

In einer schriftlichen Erklärung berief sich der Kaiser am nächsten Tag auf seine Herkunft aus einem altgläubigen Geschlecht, gegenüber anderthalbtausend Jahren kirchlicher Tradition könne ein einzelner Mönch nicht Recht haben: „Es ist sicher, daß ein einzelner Bruder in seiner Meinung irrt, wenn diese gegen die der ganzen Christenheit (steht), wie sie seit mehr als tausend Jahren und heute gelehrt wird, … denn sonst hätte ja die ganze Christenheit heute und immer geirrt.“ 

Worms Rheinland-Pfalz.

Das Schweigen der Kirche, der Kirchen zur Coronapandemie. Einig war man sich nur sehr schnell: Corona ist keine Strafe Gottes. 

14 So spricht der HERR, euer Erlöser, der Heilige Israels: Um euretwillen habe ich nach Babel geschickt und habe die Riegel eures Gefängnisses zerbrochen, und zur Klage wird der Jubel der Chaldäer. 15 Ich bin der HERR, euer Heiliger, der ich Israel geschaffen habe, euer König. 

22 Nicht, dass du mich gerufen hättest, Jakob, oder dass du dich um mich gemüht hättest, Israel. … Du hast mir Arbeit gemacht mit deinen Sünden und hast mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten. 25 Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht.

26 Erinnere mich, lass uns miteinander rechten! Zähle alles auf, damit du recht bekommst! 27 Schon dein Ahnherr hat gesündigt, und deine Wortführer sind von mir abgefallen. 28 Darum habe ich die Fürsten des Heiligtums entheiligt und Jakob dem Bann übergeben und Israel dem Hohn.

16 So spricht der HERR, der im Meer einen Weg und in starken Wassern Bahn macht, 17 der ausziehen lässt Wagen und Rosse, Heer und Macht – da liegen sie, stehen nicht wieder auf, sind verglüht wie ein Docht, erloschen: 

18 Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! 

19 Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde. 20 Das Wild des Feldes preist mich, die Schakale und Strauße; denn ich will in der Wüste Wasser und in der Einöde Ströme geben, zu tränken mein Volk, meine Auserwählten; 21 das Volk, das ich mir bereitet habe, soll meinen Ruhm verkündigen.

„Ist jemand in Christus, so ist eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Siehe, ich will ein Neues schaffen … Zusammenarbeit der Pastores in Meppen. - “Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige!” - Nicht die lutherische Sache gegen die Katholiken. Aber dass da einer aufgestanden ist und gegen Willkür in der theologischen Auslegung der Heiligen Schrift aufbegehrte, das will ich festhalten, das will ich würdigen. Zweimal beschreibt Luther, wie er die Beschäftigung mit der Bibel erlebt.

“... ich bin durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes …”

„Es ist sicher, dass ein einzelner Bruder in seiner Meinung irrt, wenn diese gegen die der ganzen Christenheit (steht), wie sie seit mehr als tausend Jahren und heute gelehrt wird, … denn sonst hätte ja die ganze Christenheit heute und immer geirrt.“ 

“... wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde …”, 

Wenn das Position in der lutherischen, in der evangelischen Kirche wäre, dann hätte sie den 500. Jahrestags des Reichstages zu Worms nicht so sang- und klanglos verstreichen lassen, und dann hätte diese Kirche auch etwas zu sagen zur Coronapandemie. Ein Weckruf. 

Bevor wir das nächste Lied singen, will ich Ihnen den Titel des musikalischen Orgelvorspiels nennen, mit dem Herr Detlau-Keire den Gottesdienste eröffnete: Que esta Iglesia sea un Arbol - 

Möge diese Kirche wie ein Baum hinter deinem Haus sein, dort in deinem Garten, Treffpunkt für Freude und ein Fest, ein einfaches Gebet unter seinen Zweigen. Mit Wurzeln in der so fruchtbaren Erde und Zweigen, die hoch zum Himmel emporragen, möge diese Kirche Früchte der Gerechtigkeit tragen, Taten der Liebe und des Mitgefühls. Ein Baum, der sein Wachstum empfängt durch lebendiges Wasser, das ewig aus Gott entspringt.

Samstag, 10. April 2021

Quasimodogeniti

11. April 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Quasimodogeniti unter der Nummer 954.34. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr". Hier kann man zum Sonntagsnamen dies lesen: "Der Name des Sonntags Quasimodogeniti leitet sich vom Beginn der früheren lateinischen Antiphon ab: Quasi modo geniti infantes, Halleluja, rationabile, sine dolo lac concupiscite. (1. Petr 2, 2; deutsch: Wie die neugeborenen Kindlein seid begierig nach der vernünftigen, lauteren Milch)." Darauf wird in der Predigt noch einmal kurz einzugehen sein.

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (1. Petr 1,3)

Wochenlied:

  • Mit Freuden zart (EG 108)
  • Der schöne Ostertag (EG 117)

Lieder im Gottesdienst:

  • Orgelvorspiel EG 108 Mit Freuden zart zu dieser Fahrt
  • EG 115,1.2.5 Jesus lebt, mit ihm auch ich
  • Psalm 116,1-9.13 - Dank für Rettung aus Todesgefahr
  • EG 116,1.2.4 Er ist erstanden
  • EG 117,1-3 Der schöne Ostertag
  • EG 551,1-2 Christus ist opstahn
  • Orgelnachspiel EG 113 O Tod, wo ist dein Stachel nun

Evangliumslesung, Joh 20, 19-20.24-29 - Der Auferstandene und seine Jünger

Verschlossene Türen

19 Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.

Thomas

24 Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich's nicht glauben.

26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! 27 Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Predigt über 1. Petrus 2,1-10 - DAS NEUE GOTTESVOLK

Quasimodogeniti, so lautet der heutige Sonntagsname. Dazu lesen wir: 

Liturgischer Kalender: Der erste Sonntag nach Ostern hatte eine feste Bedeutung in der altkirchlichen Tauftradition. An diesem Tag legten neugetaufte Christinnen und Christen, die weißen Kleider wieder ab, die sie seit der Osternacht getragen hatten. Es ist möglich, dass der katholische Name „Weißer Sonntag“ auf diesen Brauch zurückgeht. (https://www.kirchenjahr-evangelisch.de/article.php#964/viewport5)

Martin Senftleben: „Quasimodogeniti“. Was man als Konfirmand kaum lernen konnte, weil es sich so komisch anhört, ist der Anfang eines biblischen Verses in lateinischer Sprache: “Quasi modo geniti infantes … zu deutsch: Wie die neu geborenen Kinder seid begierig nach der vernünftigen, lauteren Milch.” Der Vers stammt ... aus dem 1. Petrusbrief und erinnert uns daran, wie wichtig es ist, dass wir uns immer wieder dem Wort Gottes aussetzen, es auf uns wirken lassen und ihm Zeit geben, in uns zu wirken. Das tun wir in diesem Gottesdienst, aber auch in unseren Alltag. (https://daskirchenjahr.de/tag.php?name=quasimodogeniti&zeit=Ostern)

Wikipedia schreibt auch mit Bezug auf den Bibeltext bei Petrus: Der Text erinnert an den durch das Osterfest gegebenen Beginn eines neuen Lebens in Jesus Christus. Die Gläubigen, insbesondere die Neugetauften, sollen sich „wie neugeborene Kinder“ fühlen, nachdem durch die Auferstehung Jesu der Tod besiegt wurde. Hier klingt die Osternacht als althergebrachter Tauftermin an. (https://de.wikipedia.org/wiki/Sonntage_der_Osterzeit#Quasimodogeniti)

Schauen wir nun in den Predigttext: 

1 So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede 2 und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, damit ihr durch sie zunehmt zu eurem Heil, 3 da ihr ja geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist. (1. Petrus 2)

Das Osterfest liegt hinter unser. Wir haben es gehört, erlebt, gefeiert: nicht der Tod hat das letzte Wort behalten. Gott hat seinen Sohn von den toten auferweckt. Somit müssen uns auch die Helfershelfer des Todes nicht mehr im Griff behalten. Von denen können wir Christen uns abwenden. Petrus zählt auf: Bosheit, Betrug, Heuchelei, Neid, üble Nachrede. 

Mir fallen dazu die “Sieben schlechten Charaktereigenschaften” ein, die Sünden nach sich ziehen und die manches Mal auch die sieben Todsünden genannt werden (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Tods%C3%BCnde#Abgrenzung_vom_Laster):

  1. Superbia - Hochmut (Stolz, Eitelkeit, Übermut)
  2. Avaritia - Geiz (Habgier, Habsucht)
  3. Luxuria - Wollust (Ausschweifung, Genusssucht, Begehren, Unkeuschheit)
  4. Ira - Zorn (Jähzorn, Wut, Rachsucht)
  5. Gula - Völlerei (Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Unmäßigkeit, Selbstsucht)
  6. Invidia - Neid (Eifersucht, Missgunst)
  7. Acedia - Faulheit (Feigheit, Ignoranz, Überdruss, Trägheit des Herzens)

Das sind alles Dinge, die wir in unterschiedlicher Ausprägung in unserer Gegenwart erleben. Diese schlechten Charaktereigenschaften zerstören menschliches Miteinander, sie zerstören Vertrauen. Die Corona-Pandemie deckt die Schwachstellen unserer Gesellschaft schonungslos auf. Zwei Beispiele: 

  1. Superbia - das ist für mich ganz allgemein die Überheblichkeit der ersten Welt über die anderen Völker - aber wer bekommt die Folgen der Pandemie denn jetzt so schlecht in den Griff? Und wie gehen wir miteinander um in unserer Gesellschaft? Seit einem Jahr müssen wir uns mit den Folgen der infektiösen Pandemie beschäftigen - aber weitergekommen sind wir noch nicht einen Schritt. Politiker ermahnen die Bürger - mancher wünscht sich wohl auch Untertanen - sie müssten sich endlich richtig verhalten, dann dürften sie … letzten Herbst in Urlaub fahren, Weihnachten feiern, Ostern, im Sommer in Urlaub fahren … Umgekehrt fordern Bürger von den Politikern, dass sie doch endlich einen Plan entwerfen, wie die Pandemie in den Griff zu bekommen sei und Wege ins normale Leben gefunden werden können. Aber wirklich im Gespräch miteinander ist man nicht. - Superbia - Hochmut, Stolz, Eitelkeit, Übermut ...
  2. Avaritia - der Geiz hat schon vor Corona dazu geführt, dass sich die Besitzverhältnisse immer weiter auseinander entwickelt haben. Dieser Trend verstärkt sich jetzt umso mehr. Die, die sonst schon wenig haben, haben noch weniger, werden abgehängt in der Kommunikation - und die anderen bekommen immer mehr. Das gilt für die Menschen im Land, aber auch für die Länder untereinander. 

Die Auswirkungen der restlichen schlechten Charaktereigenschaften kann ja jeder mal für sich selbst durchdeklinieren: Wollust - Zorn - Völlerei - Neid - Faulheit.

Petrus sagt, dass Christen nach Ostern das alles ablegen können. Allerdings wird das nicht mit einem Schlag passieren, sondern langsam, sorgfältig, in kleinen Schritten - wie die Säuglinge Milch bei der Mutter trinken. Aber, da unterscheiden sich die Christen von den Säuglingen, die noch ganz auf ihre Mutter angewiesen sind. Die Milch der Christen soll vernünftig sein. 

Das ist ein Stichwort, das in unsere Zeit passt. Vernunft möge wieder einkehren! Vernunft in politische Entscheidungen. Wenn ein Vorschlag nach dem nächsten kommt und wenn sich diese Vorschläge dann auch noch widersprechen bzw. das Gegenteil von dem behaupten, was noch vor ein paar Tagen galt, dann muss man sich nicht wundern, wenn die Bürger irgendwann nicht mehr mitmachen. 

Vernunft möge allerdings auch bei den Bürgern wieder einziehen, damit die von sich aus Vorsicht walten lassen und nicht Gesetzeslücken ausnutzen oder wider besseren Wissens und Erlebens die Gefährlichkeit der Infektionen leugnen. 

Warum sollen Christen sich so verhalten: … damit ihr durch sie zunehmt zu eurem Heil, sagt Petrus. “Zunehmen zum Heil” so sagt es Petrus, nicht zunehmen - sehr bissig angemerkt - nicht zunehmen im Aktienpaket, in staatlichen Zuschüssen für die sog. Global Player Lufthansa, TUI und wie sie alle heißen. Wenn Petrus hier vom Heil spricht, dann verstehe ich das auch ganz pragmatisch, dass unsere Gesellschaft, unser Miteinander wieder heil und gesund, eben ganz werden soll. Wir können auch sagen: intakt, unversehrt, unbeschädigt, wohlbehalten, in gutem Zustand, ungeschmälert, nicht kaputt, nicht entzwei. 

Petrus fährt dann fort:

… ihr (habt) ja geschmeckt ..., dass der Herr freundlich ist. 4 Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar. 5 Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. (1. Petrus 2)

Lebendige Steine, das ist das Stichwort in diesen Versen. Was nutzen die schönsten Kirchen, was nutzen Gemeindehäuser oder Rathäuser, Verwaltungsgebäude und was man noch aufzählen könnte, was nutzt das alles, wenn Menschen nicht mehr kommen, wenn diese Gebäude nicht dem Menschen dienen. Übertragen gefragt: Was nützen Verwaltungsvorschriften, die nur um ihrer selbst willen befolgt werden müssen. 

Petrus will, dass die Menschen sich zu einem lebendigen Bau zusammenfügen! Wenn er dann von den “geistlichen Opfern” spricht, die Gott wohlgefällig sind, muss ich an das denken, was die Propheten immer wieder angemahnt haben. 

Karfreitag hörten wir von Hosea, dass Gott sagt: “Ich habe Lust an der Liebe ..., an der Erkenntnis Gottes …” (Hosea 6,6)

Bei Amos heißt es: “Ich hasse und verachte eure Feste und mag eure Versammlungen nicht riechen ... Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören! Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.” (Amos 5,21-24)

Jesaja muss dem Volk in Gottes Namen ausrichten: “Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen. Lasst ab vom Bösen, lernt Gutes tun! Trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache! (Jesaja 1,16f)

Fast könnte man sagen, dass Micha das alles zusammenfasst: “Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.” (Micha 6,8)

6 Darum steht in der Schrift (Jes 28,16): »Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.« 7 Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar; für die Ungläubigen aber ist »der Stein, den die Bauleute verworfen haben und der zum Eckstein geworden ist, 8 ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses« (Ps 118,22; Jes 8,14); sie stoßen sich an ihm, weil sie nicht an das Wort glauben, wozu sie auch bestimmt sind. (1. Petrus 2)

Es ist nun offenkundig nicht zwangsläufig so, dass Menschen sich dem “lebendigen Stein” Jesus Christus zuwenden. Für die, die glauben, ist er kostbar. Allen anderen aber ist er ein Dorn im Auge. Er steht gegen all das, was der Apostel eingangs aufzählte: Bosheit, Betrug, Heuchelei, Neid, üble Nachrede. Jesus steht auch gegen die schlechten Eigenschaften, die so sehr unser gesellschaftliches Leben bestimmen: Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid, Faulheit. Im Licht Jesu kann jeder erkennen, in welchem Verhältnis er zu Gott und zu seinem Nächsten steht. Diese Erkenntnis kann tatsächlich auch sehr schmerzlich sein. 

Petrus aber macht den Christen Mut, den Weg Jesu zu beschreiten: 

9 Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; 10 die ihr einst »nicht ein Volk« wart, nun aber »Gottes Volk« seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid (Hos 2,25). (1. Petrus 2)

Den Anfang dieser Zeilen muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: 

  • auserwählte Geschlecht
  • königliche Priesterschaft
  • heiliges Volk
  • Volk des Eigentums
  • berufen von der Finsternis zum wunderbaren Licht

Wir sind zwar auf dem besten Weg, dies alles zu verspielen. Aber Gott gibt uns immer wieder die Chance zurückzukommen, uns zu besinnen, einen neuen Weg mit Gott einzuschlagen. Einst wart ihr nicht Gottes Volk, so schreibt es Petrus seiner Gemeinde, jetzt seid ihr es, ihr wart nicht in der Gnade, jetzt seid ihr es. Warum soll das nicht auch heute für uns Christen gelten?

Legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, damit ihr durch sie zunehmt zu eurem Heil! Amen.