Montag, 15. April 2019

Gründonnerstag - Karfreitag - Ostersonntag

Nachdem der Palmsonntag hinter uns liegt, an dem wir des Einzugs Jesu in Jerusalem gedachten, hat die Karwoche begonnen, nach der wir am kommenden Sonntag morgens im Frühgottesdienst um 6.00 Uhr hören werden:

Der Herr ist auferstanden!
Er ist wahrhaftig auferstanden - Halleluja!


Doch bevor wir diese Worte hören, müssen wir zuerst Jesus auf seinem Weg ans Kreuz begleiten. Daran führt kein Weg vorbei. Schaun Sie schon einmal vorab, welche Gedanken ich mir zu den einzelnen Tagen und Gottesdiensten gemacht habe.

Gründonnerstag - Einsetzung des Abendmahl und Verhaftung

An diesem Tag habe ich 4 Gottesdienste. Morgens bin ich zunächst im Seniorenheim Marienhaus, nachmittags im Seniorenheim in der Wilhelm-Berning-Straße und um 17.00 Uhr in der St. Vitus-Kirche in Bokeloh. In all diesen Gottesdiensten wir ein Abschnitt aus dem 2. Buch Mose 24,1-11 der Predigt zugrunde liegen: Der Bundesschluss am Sinai.

Tischabendmahlsfeier 

Um 19.00 Uhr beginnt in der Gustav-Adolf-Kirche der Gottesdienst, der mit einer Tischabendmahlsfeier verbunden ist. In diesem Jahr orientieren wir uns an einer messianischen Sederfeier, ohne sie einfach zu kopieren. Vielleicht können wir so ein Stück leichter nachempfinden, wie es Jesus und seinen Jüngern damals erging.

Karfreitag - Kreuzigung und Tod

Wir treffen uns zunächst morgens um 10.00 Uhr zum Abendmahlsgottesdienst. Ich werde noch einmal an die Predigt vom Sonntag Judika anknüpfen - Gen 22, die Opferung Isaak. Auch am Karfreitag gehe ich der Frage nach, warum Menschen so leicht bereit sind, das Leben anderer - und das eigene Leben - aufs Spiel zu setzen (vgl. dazu den 2. Teil der Predigt vom Sonntag Judika). Zum Schluss hatte ich vor gut einer Woche noch kurz auf 2. Kor 5,19-21 verwiesen und den Kernsatz herausgehoben: "Lasst euch versöhnen mit Gott ..." Dieser Spur werde ich jetzt am Karfreitag folgen.

Sterbestunde Jesu

Nachmittags um 15.00 Uhr zur Sterbestunde Jesu auf dem Friedhof Hüttenstraße stammt der Predigttext aus 3. Mose 16,20-22. Im Alttestamentlichen Text geht es um den Sündenbock, dem alle Sünden Israels aufgelegt werden und der dann "in die Wüste" geschickt wird. - Wenn Jesus sich am Kreuz von Golgatha selbst zum Sündenbock macht, haben wir es nicht nötig, andere zum Sündenbock für unser Fehlverhalten zu machen.

Ostersonntag - Auferstanden ins Leben

Wenn alles noch dunkel ist und die meisten noch schlafen, dann machen wir uns auf in die Gustav-Adolf-Kirche, wo um 6.00 Uhr der Osterfrühgottesdienst beginnt. Noch sind wir müde, noch sitzt uns das Karfreitagsgeschehen im Nacken: "Wir nahmen den Leichnam Jesu und banden ihn in Leinentücher mit wohlriechenden Ölen, wie die Juden zu begraben pflegen. Es war aber an der Stätte, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten und im Garten ein neues Grab, in das noch nie jemand gelegt worden war. Dahin legten wir Jesus wegen des Rüsttags der Juden, weil das Grab nahe war." (Joh 19,40) Aber die ersten Hoffnungsstrahlen brechen an: "Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. ..." Psalm 126,1f) und wir singen zaghaft: "Christ unser Licht." - "Gelobt sei Gott!"

Und dann wird mit jedem Augenblick die Kirche heller werden, durch das Licht der Osterkerze, das sich langsam ausbreitet, mit den Worten der Osterbotschaft, die wir hören und nach der Maria von Magdala zum Schluss bezeugt:

Ich habe den Herrn gesehen!

In den nächsten Tagen folgen die genaueren Planungen zu den einzelnen Feiertagen.

Freitag, 5. April 2019

Judika

7. April 2019


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Judika unter der Nummer 954.27. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. (Mt 20, 28)

Wochenlied:

O Mensch, bewein dein Sünde groß (EG 76)
Holz auf Jesu Schulter (EG 97)

Lieder für den Gottesdienst

Wir danken dir, Herr Jesu Christ (EG 79)
Gott, schaffe mir Recht (EG 724 - Psalm 43)
O Mensch, bewein dein Sünde groß (EG 76)
Korn das in die Erde, in den Tod versinkt (EG 98)
Aus der Zwiebel wird die Blume (fT 40)
Im Frieden dein, o Herre mein (EG 222)

    Epistel Hebr 5,(1-6)7-9(10) Christus der wahre Hohepriester

    Die Epistel wird dieses Mal nicht gelesen. 

    1 Denn jeder Hohepriester, der von den Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und Opfer darbringe für die Sünden. 2 Er kann mitfühlen mit denen, die unwissend sind und irren, weil er auch selber Schwachheit an sich trägt. 3 Darum muss er wie für das Volk, so auch für sich selbst opfern für die Sünden. 4 Und niemand nimmt sich selbst die hohepriesterliche Würde, sondern er wird von Gott berufen wie auch Aaron. 5 So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat (Psalm 2,7): »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.« 6 Wie er auch an anderer Stelle spricht (Psalm 110,4): »Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.«

    7 Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt.

    8 So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. 9 Und als er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber des ewigen Heils geworden,

    10 genannt von Gott ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.

Evangelium Mk 10,35-45 Vom Herrschen und vom Dienen (»Die Söhne des Zebedäus«)

35 Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, um was wir dich bitten werden. 36 Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue? 37 Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit. 38 Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? 39 Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; 40 zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das steht mir nicht zu, euch zu geben, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist.

41 Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes. 42 Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. 43 Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; 44 und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. 45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.

Predigtidee

Die Predigt, wie ich sie heute gehalten habe, ist unten eingefügt. 

Ich habe alle meine Unterlagen durchgesehen und geprüft, ob ich schon einmal über den Text 1. Mose 22 - Isaaks Opferung - gepredigt habe. Ich habe keine Notizen und Aufzeichnungen gefunden. Deshalb stelle ich mich dieses Mal der Herausforderung. Lesen wir zunächst, was die Heilige Schrift sagt:
    1 Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. 2 Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde.

    3 Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte. 4 Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von ferne 5 und sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel. Ich und der Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen.

    6 Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer in seine Hand; und gingen die beiden miteinander. 7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? 8 Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beiden miteinander.

    9 Und als sie an die Stätte kamen, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham dort einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz 10 und reckte seine Hand aus und fasste das Messer, dass er seinen Sohn schlachtete.

    11 Da rief ihn der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. 12 Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen.

    13 Da hob Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter sich in der Hecke mit seinen Hörnern hängen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes statt. 14 Und Abraham nannte die Stätte »Der HERR sieht«. Daher man noch heute sagt: Auf dem Berge, da der HERR sieht.
Stichworte und Ideen:
  • Zumutung Gottes, der von Abraham erwartet, dass er seinen einzigen Sohn tötet
  • Abgrund menschlichen Handelns auf Abrahams Seite, der bereit ist, seine Sohn um eines sogenannten höheren Zieles willen zu "schlachten"
  • Bis heute opfern Menschen andere um ihre Ziele zu erreichen bzw. durchzusetzen
  • Gott opfert Karfreitag seinen Sohn Jesus Christus

Predigt

Auch wenn ich offensichtlich noch nicht über diesen Text gepredigt habe, nachgedacht habe ich darüber schon oft. Und immer schoss mir ein Satz in den Sinn: Das ist ein Text, um dessentwillen wir Gott hassen müssten.

Den älteren von Ihnen ist doch noch im Sinn, was Martin Luther im Kleinen Katechismus zur 6. Bitte im Vaterunser "... und führe uns nicht in Versuchung ..." geschrieben hat: "Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, dass uns Gott behüte und erhalte, damit uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Missglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster; und wenn wir damit angefochten würden, dass wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten."

Der Teufel, die Welt und unser Fleisch - das wäre die Rettung; aber so einfach macht es uns der Text nicht. Es ist eindeutig von Gott die Rede, der von Abraham das Opfer verlangt: “Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham …” Und es ist der Engel Gottes, der mit Bezug auf Gott selbst den Mord verhindert: "... denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen!"

So steht nun dieser Text in der Bibel, ist Wort Gottes und einer der Predigttextes dieses Sonntags Judika. - Übrigens: Was heißt Judika? Ps 43,1: Gott, schaffe mir Recht - Judica me, Deus … Irgendetwas passt da jetzt offensichtlich nicht zusammen!

Versuchen wir trotzdem, uns dem Predigttext zu nähern, fragen wir, was er uns sagen könnte. Zunächst nehme ich die Zumutung auf - und und ich nehme diese Zumutung ernst -, mit der Gott hier Abraham begegnet. Auch wenn wir von der Liebe Gottes sprechen - nicht allein bezeugt im Neuen Testament, sondern auch und genügend im Alten Testament -, so zeigt uns dieser Text, dass es eine dunkle Seite Gottes gibt, die wir nicht verstehen - nicht verstehen können, aber wohl auch nicht verstehen wollen.

Aber diese Seite Gottes begegnet uns immer wieder: in Krankheit und Tod, in Unglück und Katastrophen, insbesondere wenn Menschen betroffen sind, die sich nicht wehren können, die nichts dafür können, dass etwas Schlimmes passiert. Wie viele Gebete schicken wir manches Mal zu Gott - so haben wir es doch gelernt: Ps 50,15 “Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.” - und trotzdem passiert nichts, das Unglück nimmt seinen Lauf, obwohl alle helfen wollen und niemand etwas Böses will. Da drängt sich schon das eine um das andere Mal die Frage auf: Wie kann Gott das zulassen?

Bezogen auf unseren Predigttext müssen wir fragen: Wie kann Gott solch eine Forderung an Abraham stellen: "Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge." Jeder Satzteil ist eine Zumutung, ein Schlag ins Gesicht. Halten wir uns die Worte doch nur einmal vor Augen: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast - opfere ihn zum Brandopfer! Was für eine Grausamkeit!

Richtig, liebe Gemeinde: Was für eine Grausamkeit - dass Abraham danach offensichtlich ganz normal früh am Morgen aufsteht und seinem Esel das Tragegeschirr anlegt. Ohne dass irgendwelche Bedenken zu erkennen sind, spaltet er Holz zum Brandopfer, macht sich zusammen mit zwei Knechten und seinem Sohn Isaak auf den Weg und geht hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte, bereit seinen Sohn zu “schlachten” - was für eine Grausamkeit. Warum hat Abraham nicht widersprochen! Warum hat Abraham nicht gesagt: Halt! Stop! Nein! Ich tu's nicht! Ich bring mein eigenes Fleisch und Blut nicht um, selbst wenn es Gott von mir fordert. Nein - ich nicht! - Als es um Sodom und Gomorrha ging, hat er doch auch mit Gott gehandelt. 50 Gerechte … 10 Gerechte ...

Wenn wir vorhin von der dunklen Seite Gottes sprachen, die wir nicht verstehen, so tut sich hier ein Abgrund menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns auf. Offensichtlich sind wir Menschen bereit, ohne Rücksicht, ohne Anteilnahme unser Liebstes zu opfern, wenn dieses Opfer einem vermeintlich höheren Ziel dient.

In der Gegenwart erleben wir es, dass muslimisch radikalisierte Menschen das eigene und das Leben anderer nicht schonen und meinen, Gott damit einen Gefallen zu tun. Aber wenn wir das sagen, müssen wir Christen beschämt den Kopf senken. Denn auch unsere Religionsgeschichte ist geprägt von Gewalt. Seit dem Augenblick, als das Christentum mit der Politik eine Verbindung einging - das war die sog. Konstantinische Wende im Jahr 313 nach Christus - seit diesem Augenblick erfahren Andersgläubige Gewalt durch Kirche und Staat. Mir fällt für unseren Kulturkreis zuerst die Sachsenmission mit dem Schwert ein. In Verden an der Aller sollen auf Befehl Karls der Große über 4.000 Männer enthauptet worden sein. Später zogen sogenannte christliche Ritter auf den Kreuzzügen ins Heilige Land und töteten im Namen Gottes die "Ungläubigen": Männer, Frauen und Kinder. Es gab die Inquisition, die Hexenverfolgung und die Judenpogrome. Seit der Reformation haben sich die Katholiken und Protestanten um des Glaubens willen bekriegt. Wir erinnern uns an den Nordirlandkonflikt, wo noch im letzten Jahrhundert Protestanten und Katholiken sich gegenseitig umbrachten. Die Völker Amerikas und Afrikas wurden auch im Namen unseres christlichen Gottes verfolgt und teilweise ausgerottet. Es ist wahrlich eine Grausamkeit, die offensichtlich in der menschlichen Natur liegt und die von der Religion verstärkt wird.

Gottlob sind diese Zeiten vorbei? Meinen Sie? Der Begriff Opfer ist doch keineswegs aus unserer Sprache verschwunden. Im Gegenteil. Seit der Jahrtausendwende wird das Wort als Schimpfwort gebraucht: Du Opfer!

Wir sprechen von einem Verkehrsopfer, wenn ein Mensch bei einem Unfall zu Schaden kommt. Ein Opfer? Ja, für einen flüssigen Verkehr, für schnelle Geschwindigkeit auf Landstraßen und Autobahnen, für die freie Fahrt der freien Bürger! Wir nehmen es billigend in Kauf, dass Menschen zu Schaden, zu Tode kommen. Dem Abgott Verkehr wird alles untergeordnet.

Kriegsopfer - Opfer von Hunger und Unterdrückung - Opfer staatlicher Gewalt - die sind doch weit weg, oder? Da müssen sich doch erst einmal die Verhältnisse vor Ort ändern, oder? Es bleibt die Frage, inwieweit unser westlicher Lebensstil durch Ausbeutung und wirtschaftliche Vormachtstellung solche Verhältnisse begünstigt. Dem Abgott des Kapitals wird gehuldigt, das Vermögen muss wachsen.

Wir könnten noch manches Beispiel hinzufügen. Missbrauchsopfer. Ignoranz gegenüber den drohenden Klimakatastrophe, der schon jetzt Menschen zum Opfer fallen und wo wir zukünftig noch viel mehr Opfer beklagen werden.

Aber ich will noch einen anderen Aspekt der biblischen Geschichte beleuchten. Die Christenheit hat von alters her diese Geschichte als Vorbild genommen für das, was sich an Karfreitag ereignet: Gott selbst ist bereit, seinen eigenen Sohn in den Tod zu geben, damit wir leben können.

Warum? Warum muss Jesus sterben? Für unsere Sünden, sagen wir. Was aber sind unsere Sünden? Unsere Tatsünden? Ihre und meine? Die auch. Aber es geht noch um viel mehr. Es geht darum, dass Menschen nicht zulassen wollen, dass Gott über ihr Leben bestimmt. Wie ist das zu verstehen? Jesus hatte mit seinen Reden und mit seinem Handeln und mit seinem ganzen Leben gezeigt, wie Gott ist und wie er uns Menschen will: Gemeinsam, miteinander, und Gott die Ehre geben. Das aber nicht allein für eine besondere Elite, für die Frommen, für die Reichen, sondern für alle Menschen. Das hat Jesus mit seinem Leben bezeugt. Deshalb ist er auch zu denen am Rande der Gesellschaft gegangen: Zöllner, Prostituierte, Aussätzige, Kranke - auch ihnen hat er geholfen. Deshalb nannten ihn die Menschen Messias, Retter, Christus, Heiland der Welt, Menschensohn, Gottes Sohn, Sohn Davids, König. Er war es, der den Menschen Heil brachte, der zerstörte Verhältnisse und Leben wieder heil machte. In seiner Nähe erlebten die Menschen schon ein Stück des Himmels auf Erden.

Und genau das wollten die Mächtigen nicht wahrhaben. Das schmälerte ihren Einfluss, das schmälerte auch ihren Gewinn. Dann gab es kein Oben und kein Unten mehr.

Wenn Jesus recht hatte, wenn er das war, was die Menschen ihm nachsagten, dann konnten die Oberen der Juden, die Pharisäer, die Sadduzäer, der Hoherat und der Hohepriester nicht mehr auf ihre Vormachtstellung pochen. Dann öffnete sich der Kreis. Dann waren sie eine Gruppe unter anderen frommen Gruppen. Dann legten sie nicht mehr allein fest, wie die Heilige Schrift zu verstehen ist.

Und von den Römern gedacht, von Pontius Pilatus? Wenn Jesus tatsächlich der König der Juden war, wie es die Menschen bei seinem Einzug gerufen hatten, dann musste auch Pilatus um seine Stellung fürchten. Dass dies ein sanftmütiger König war, ein Gerechter und ein Helfer, dazu auch noch arm, so hatte es der Prophet Sacharja gesagt - das konnte Pilatus nicht denken. Er sah nur den Konkurrenten, dem er mit Gewalt begegnen musste.

Und so taten sich die Mächtigen zusammen - die Mächtigen aus der Religion und die Mächtigen aus der Politik. Das Urteil stand sofort fest: Der Tod! Aus! Vorbei! Kurzer Prozess! Dann haben wir unsere Ruhe! So einfach ist das - bis heute!

Wenn Gott es zulässt, dass sein Sohn ein Opfer religiöser und militärischer Gewalt wird, dann hält er uns und unseren Verhältnissen einen Spiegel vor - letztendlich wie in der alttestamentlichen Geschichte auch. So grausam sind Menschen! Sie gehen über Leichen - so manches Mal schon, wenn sie einfach ihren Vorteil sehen, so manches Mal, wenn sie meinen, es diene einem höheren Zweck, ja, es gefalle Gott.

Nein, es gefällt Gott nicht! Nicht in der Geschichte von Abraham und Isaak, da greift Gottes Engel ein und Abraham findet im letzten Augenblick ein Ersatzopfer. Und es gefällt Gott auch nicht bei der Kreuzigung Jesu, denn er selbst erweckt seinen toten Sohn zum Leben und bestätigt so, dass all das, was Jesus im irdischen Leben gesagt, getan und bezeugt hat, dass das dem Willen Gottes entspricht. Und es gefällt Gott nicht, was heute passiert.

Judika heißt dieser Sonntag: Gott, schaffe mir Recht! Sehen wir einen Augenblick von uns ab, dann heißt es: Gott, schaffe Recht! Das wird er aber nicht ohne uns tun. Er wird uns in Anspruch nehmen, dass wir uns für gerechte Verhältnisse einsetzen. Paulus hat das im 2. Korinther 5 auf eindrückliche Weise beschrieben, als er den Kreuzestod Jesu deutete: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. - So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!

Menschen, die mit Gott im Reinen sind, die sind auch im Reinen mit sich selbst und mit dem Nächsten - und die setzen sich ein für eine Welt, in der jeder seinen Platz finden kann - judica - schaffe Recht!

Dienstag, 2. April 2019

Laetare

31. März 2019


Posaunengottesdienst

Traditionell ist der Sonntag in der Mitte der Passionszeit der Posaunenarbeit in der evangelischen Kirche gewidmet. Auf der Seite des Michaelisklosters Hildesheim - Ev. Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik findet man Infos, Anregungen und einen ausgestalteten Gottesdienstentwurf. In diesem Jahr waren die Autoren auf die pfiffige Idee gekommen, den Gottesdienst analog zu einer Posaunenchorprobe aufzubauen. An diesen Vorschlag haben wir uns größtenteils gehalten.

Als Eingangsmusik blies der Posaunenchor die Choralbearbeitung zu „Wunderbarer König“  von Thomas Albus. Dieses Lied tauchte im Gottesdienst immer wieder auf. Da die Begrüßung speziell die Belange des Chores aufgriff, übernahm eine Vertreterin des Posaunenchores diesen Part.

„Einblasen“ // MIT LEIB UND SEELE ANKOMMEN

Der erste Abschnitt des Gottesdienstes stand dann unter dem Motto „Einblasen“ // MIT LEIB UND SEELE ANKOMMEN. Mit den drei Voten von Posaunenchormitgliedern korrespondierten drei kurze Einblasübungen mit Sequenzen aus EG 327 "Wunderbarer König" (Notiz s.o.).

Der Vorgeschlagene Psalm 66 wurde in dieser Aufteilung gebetet:

Jauchzet Gott, alle Lande!
Lobsinget zur Ehre seines Namens;
Rühmet ihn herrlich!
    Sprecht zu Gott:
    Wie wunderbar sind seine Werke!
Alles Land bete dich an und lobsinge dir,
lobsinge deinem Namen.
    Kommt her und sehet an die Werke Gottes,
der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.
    Kommt her, höret zu, alle, die ihr Gott fürchtet;
Ich will erzählen, was er an mir getan hat.
    Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

„Anfangen“ // GOTTES BOTSCHAFT WAHRNEHMEN

Nach dem vorgeschlagenen Tagesgebet kam die Rubrik „Anfangen“ // GOTTES BOTSCHAFT WAHRNEHMEN. Mit EG 449, 1-3  "Die güldne Sonne, voll Freud und Wonne" erklang das erste Gemeindelied. Es folgte die Alttestamentliche Lesung Jesaja 54, 7-10
    Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser.

    Ich halte es wie zur Zeit Noahs, als ich schwor, dass die Wasser Noahs nicht mehr über die Erde gehen sollten. So habe ich geschworen, dass ich nicht mehr über dich zürnen und dich nicht mehr schelten will.

    Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.
Dieses Abschnitt endete mit dem Instrumentalstück „Gott gab uns Atem“ VfB 432.

„Im Zentrum“ // HÖREN UND ANTWORTEN

Der Predigttext Johannes 6, 47-51 aus der neuen Predigtreihe I, das Glaubensbekenntnis und die Predigt bildeten nach den Vorschlägen aus Hildesheim eine neue Rubrik im Gottesdienst: „Im Zentrum“ // HÖREN UND ANTWORTEN
    Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben.

    Ich bin das Brot des Lebens.

    Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.

    Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe.

    Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch – für das Leben der Welt.
Als Gemeindelied wurde nach der Lesung des Predigttexte EG 320 1-3, 5 + 6 "Nun lasst uns Gott, den Herren" gesungen.

Predigtnotizen

Die Textabschnitte, die aus dem Hildesheimer Entwurf übernommen wurden, sind kursiv gedruckt. 

Ich bin das Brot des Lebens. 
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben.

Was ist Brot des Lebens?
Hunger nach Leben - Spaß - Konsum - Geld
Anerkennung - nichts verpassen - man könnte etwas verpassen
Familie - Freunde - Arbeit die Spaß macht
Genug zu Essen haben - ein Dach über dem Kopf - Kleidung

Ich bin das Brot des Lebens. 
Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.

Damit erinnert Jesus an das Zentrum jüdischen Glaubens - Auszug aus Ägypten. Die Ägyptee hatte die Israeliten in Sklaverei gebracht. Harte Arbeit, hartes Brot, geknechtet und unfrei. Bis Mose die Israeliten aus dieser Sklaverei befreite. Mit Gottes Hilfe. Er würde sie in das gelobte Land führen. 

"Aber was zunächst kam, war Wüste. Dürre. Es fehlte an Wasser. Es fehlte an Brot. Statt Milch und Honig auf der Zunge - Sand zwischen den Zähnen. Das macht auch den stärksten Willen stumpf. Sie wollten zurück in die Sklaverei. Aber mit Gottes Hilfe konnte Mose das Volk ins gelobte Land führen - allerdings vergingen 40 Jahre, bis sie ankamen. Inzwischen lebten sie ja seit Jahrhunderten im gelobten Land. Aber der Hunger nach etwas, das mehr als nur vorübergehend satt macht, war geblieben. Sollte Jesus hier helfen können?"

Ich stelle mir das so vor. Wenn Jesus da war - ein Stück des Himmels auf Erden. 

Ich bin das Brot des Lebens. 
Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.
Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe.
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben.

Man kann es individuell erfahren, aber ich denke, dass die Gemeinschaft stützt.
Gemeinschaft im Posaunenchor.

"Wenn man die Mitglieder eines Posaunenchors fragt, warum sie hier mitmachen, bekommt man ziemlich einhellige Antworten: „Es ist nicht nur Hobby, die Musik bringt eine Botschaft und die Gemeinschaft.“ Letzteres spürt man von Anfang an, sagen viele. Man fühlt sich zu Hause, so sagt es Ernst, mit seinen 82 Jahren. Mehr als 60 Jahre spielt er schon im Posaunenchor. Als er vor Jahren in seine jetzige Stadt zog, hat er nicht zuerst den neuen Wohnsitz angemeldet, sondern ist erstmal zur Kirchengemeinde gegangen.

Nicht nur in der eigenen Gemeinde, sondern auch in Krankenhäusern, Seniorenheimen und auf Friedhöfen spielen wir. Oft sind Zuhörer dabei zu Tränen gerührt. Unsere Musik rührt die Herzen an. Die Musik trägt in schweren Momenten und sie verstärkt Freude oder Dankbarkeit in Augenblicken des Glücks. Mit unserer Musik lebt und glaubt es sich leichter.

Und jeder weiß sofort, hier kommt eine Gruppe aus der Gemeinde, aus der evangelischen Kirche."

Es gibt viele schöne Lieder, die unser Posaunenchor spielt und die etwas aussagen. Im Zusammenhang mit diesem Gottesdienst wenden wir uns dem Lied „Wunderbarer König“ zu. 

Es stammt von Joachim Neander. Von ihm sind u.a. auch „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ oder „Tut mir auf die schöne Pforte“ oder „Himmel, Erde, Luft und Meer“. Alles Choräle, die über die Jahrhunderte ihre glaubensstärkende Kraft nicht verloren haben. 

Wir hören dazu einmal eine Choralbearbeitung zu Wunderbarer König (Matthias Drude VfB 327)
Die Nr. 327 aus unserem Gesangbuch - Wunderbarer König

Die Strophen wurden dann gelesen und von mir kurz ausgelegt. 

1 Wunderbarer König, Herrscher von uns allen, lass dir unser Lob gefallen. Deine Vatergüte hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch, stärk uns doch; lass die Zunge singen, lass die Stimme klingen.

2 Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Taten mehr als aller Menschen Staaten. Großes Licht der Sonne, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern, seid bereit, zu ehren einen solchen Herren.

zur Ehre Gottes spielen

3 O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder; was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth, er nur ist zu loben hier und ewig droben.

4 Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesus liebet; Halleluja singe, welcher Christus nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir! Glaube mir: endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben.

Ich bin das Brot des Lebens. 
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben.
Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.
Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe.

Was heißt denn tägliches Brot?

Alles, was not tut für Leib und Leben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.

Und dann wurden die vier Strophen des Gesangbuchliedes gesungen. 

„Pause“ // VONEINANDER HÖREN

Unter der Überschrift „Pause“ // VONEINANDER HÖREN folgten die Kollektenansage (Posaunenchor) und die Abkündigungen

„Wir machen weiter!“ // SENDUNG

Weil es im Posaunenchor durchaus üblich ist, demjenigen, der Geburtstag hatte, eine Ständchen zu spielen, so passierte es auch im Gottesdienst. Das Geburtstagskind wünschte sich "Großer Gott, wir loben dich". Das spielten die Bläser natürlich vom Blatt.

Aus dem Beiheft freiTÖNE wurde dann das Lied 40, 1-3 "Aus der Zwiebel wächst die Blume"
Eine sehr schöne und eingängige Melodie. Bei youtube kann man das Lied in der ursprünglichen englischen Version hören IN THE BULB THERE IS A FLOWER

„Schlussandacht“ // SENDUNG UND SEGEN

Den Schluss bildeten dann die Fürbitte, das Vaterunser und der Segen.

Als Nachspiel hatte der Posaunenchor gewählt "He's Got the Whole World in His Hands"

Mittwoch, 27. März 2019

Okuli

Vorstellungsgottesdienst am 24.03.2019 
Konfirmandinnen und Konfirmanden
des Jahrgangs 2017 - 2019


Jeder Konfirmandenjahrgang stellt am Ende der Unterrichtszeit vor der Konfirmation der Gemeinde vor, was die Jugendlichen in den eineinhalb Jahren gelernt haben. Dazu habe ich einen Stoffplan erstellt, den die Konfirmanden lernen. An drei Donnerstagen vor dem Vorstellungsgottesdienst wird gemeinsam geübt. Die Jugendlichen können ihr Wissen auch im Vorfeld selbst auf meiner Website überprüfen: https://pastor-ralf-krueger.de/konfer/konfer_wissen.html

Lieder:

  • Meine Zeit steht in deinen Händen
  • Vergiss es nie
  • Vater deine Liebe
  • Oculi nosti ad Dominum Deum
  • Möge die Straße uns zusammenführen

Gottesdienstverlauf

Im Verlauf der Probennachmittage hatte es sich ergeben, dass die Konfirmanden die Eingangsliturgie eines Gottesdienstes durchaus zusammen sprechen und singen können. Deshalb wurde folgendes verabredet: 

Die Jugendlichen sprechen in zwei Gruppen abwechselnd den 23. Psalm. Anschließend singen sie allein "Ehr sei dem Vater und dem Sohn ..." Das "Kyrie eleison …" wird gemeinsam mit der Gemeinde gesungen. Beim "Ehre sei Gott in der Höhe …" sind die Konfirmanden noch einmal auf sich gestellt. - Damit war die erste Hürde genommen. Anstelle der biblischen Lesungen wurden drei Geschichten von Jesus erzählt: Kreuzigung und Ostern, Pfingsten, Speisung der 5000 hatten sich die Mädchen und Jungs ausgesucht.

Dann folgte die Rubrik "Personen aus der Bibel von Augustus bis Zachäus". In einer Präsentation wurden Bilder eingeblendet, die biblischen Personen zugeordnet wurden.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Statue-Augustus.jpg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/eb/Statue-Augustus.jpg
Vatican Museums [Public domain]
Augustus war nicht schwer zu erkennen. Und auch bei Zachäus gab es keine Schwierigkeiten.

http://sweetpublishing.com
https://www.unfoldingword.org/sweet-publishing (abgerufen: 27.03.2019)
Beim Bild von Petrus hatte ich den Hahn eingefügt, so dass auch dieser Jünger Jesu zu identifizieren war.

zum Motiv des Petrus s.o.
zum Hahn vgl.: https://pixabay.com/de/photos/hahn-gockel-kr%C3%A4hen-bunt-federvieh-51773/ 
Mit dem Verweis auf die Bedeutung der Wetterhähne auf den Kirchtürmen kam dann an die versammelte Gemeinde die Frage, was eigentlich die Spitze des eigenen Kirchturms ziert:

eigene Fotos
Hier das richtige Ergebnis:

eigene Fotos
Mit diesem Bild, das ein Teil der Konfirmandengruppe bei der letzten Freizeit gestaltet hatte, konnten die Themen Gebote, Taufe und Abendmahl besprochen werden.


Erstmals in diesem Jahr besprach ich mit den Konfirmanden einen Bibeltext. Ich wählte Psalm 25, weil Vers 15 dem Sonntagsnamen Okuli zugeordnet werden kann: "Meine Augen sehen stets auf den HERRN ..."
    Die Wege des HERRN sind lauter Güte und Treue für alle, die seinen Bund und seine Zeugnisse halten.

    Um deines Namens willen, HERR, vergib mir meine Schuld ...

    Wer ist es, der den HERRN fürchtet? Er wird ihm den Weg weisen, den er wählen soll. Der wird im Guten wohnen, und seine Kinder werden das Land besitzen.

    Am Rat des HERRN haben teil, die ihn fürchten; und seinen Bund lässt er sie wissen.

    Meine Augen sehen stets auf den HERRN; denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.
    Psalm 25,10-15
Es folgten noch die Fragen zur Bibel, zu Martin Luther und zu den christlichen Festtagen im Verlauf eines Kirchenjahres.

Am Ende der Vorstellungsrunde bestätigten die anwesenden Gemeindeglieder mit ihrem lobenden Applaus für die Jugendlichen, dass sie mit dem Vorgetragenen einverstanden waren und alle auf die Konfirmationen im Mai zugehen können. 

Sonntag, 17. März 2019

Invokavit

10. März 2019


Am 8. und 9. März trafen sich die Konfirmanden zur letzten Rüstzeit vor der Konfirmation. Zum einen richtete sich der Blick schon auf die Konfirmationen. Zum anderen ging es um das Thema Sekten und Okkultismus. Den Jugendlichen wurde klar, wie schnell man hier in Kreise geraten kann, in die man eigentlich gar nicht möchte. Außerdem überlegten die Konfirmanden zusammen mit den Teamern, wie Unterrichtsinhalte aus den vergangenen zwei Jahren kreativ in den Vorstellungsgottesdienst am 24. März eingebracht werden können. Der Gottesdienst am Sonntag Invokavit bildete den Schlusspunkt. 

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Invokavit unter der Nummer 954.23. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. (1. Joh 3, 8b)

Lieder

Die Lieder im Gottesdienst stammten alle aus dem Liederbuch der Jugend:
  • Aufstehn, aufeinander zugehen
  • Vater deine Liebe
  • Wo ein Mensch Vertrauen gibt
  • Gott gab uns Atem
  • Da berühren sich Himmel und Erde

Predigt

Bezugnehmend auf den Wochenspruch stellte ich den Jugendlichen und der Gemeinde die Geschichte von der Versuchung Jesu vor (Evangelium des Sonntags). Der Versucher, der Satan, die Macht, die uns von Gott wegziehen will, stellt Jesus auf die Probe. Wie die Schlange im Paradies Eva und Adam von Gott weglockt - ihr werdet sein wie Gott (Alttestamentliche Lesung des Sonntags; s.u.) -, so soll auch Jesus sein Fundament, seinen Glauben, seine Basis verleugnen. 

Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. 

Dieser Verlockung stellte ich aktuelle - und teilweise etwas ältere - Werbesprüche entgegen: 
  • Nie war er so wertvoll wie heute.
  • Achten Sie auf die Goldkante, es lohnt sich.
  • Wohnst du noch oder lebst du schon?
  • Ich liebe es
  • Geiz ist geil
  • Ich bin doch nicht blöd.
  • Freie Bürger fordern freie Fahrt!
  • Sternhagelgünstig
  • Hauptsache ihr habt Spaß.
Die meisten Firmen, die mit diesen Sätzen werben, konnte die Gottesdienstbesucher schnell erraten. Einerseits kann man ein wenig schmunzeln, andererseits prägten Sätze wie diese die Einstellung einer ganzen Generation: Hauptsache günstig und billig, Hauptsache ich bekomme, was ich will! Alles andere ist mir doch egal! Hauptsache ich habe Spaß!

Dieser Einstellung steht Jesu Antwort auf die Versuchung des Satans gegenüber: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht."

Der Satan versucht es ein zweites Mal. Auf der Zinne des Jerusalemer Tempels schlägt er Jesus vor: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben (Psalm 91,11.12): "Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt." 

Wenn man wissen will, wo hier heute die Parallelen zu suchen sind, der suche im Internet nur mal nach Bildern unter dem Stichwort "Mutprobe". Wenn Jugendliche das sehen, müssen wir uns nicht wundern, wenn sie dies nachmachen und wenn es dann zu schlimmen und tödlichen Unfällen kommt. 

Dem begegnet Jesus mit dem Schriftwort (5. Mose 6,16): "Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen."

Nun folgt die dritte Verlockung des Satans, der Jesus alle Reiche der Welt zeigt und vorschlägt: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. 

Alle Reiche der Welt müssen es gar nicht sein. Reichtum und Geld sind viel reizvoller. Dafür kann man schon mal den einen oder anderen Menschen oder die eine oder andere Freundschaft zurücklassen. Hauptsache ich bekomme, was ich will! Was bleibt am Ende eines solch egoistischen Weges: Krieg im Nahen Osten, Hunger weltweit, Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft in Asien und anderswo auf der Welt, Zerstörung der Umwelt allenthalben. 

Und damit die Gedanken nicht in allzu weite Ferne schweiften, folgten die Überschrift aus der Meppener Tagespost vom 9. März:
  • Horror für Senioren im Pflegeheim
  • Högel dachte nicht ans Aufhören
  • "Dashcam" filmt aggressiven Autofahrer
  • Ziemlich kriminelle Freunde
  • Folter und Mord durch Wildhüter?
  • Autobauern droht Milliardenstrafe
Jesus verweist den Versucher ein letztes Mal und damit auch abschließend an die Heilige Schrift (5. Mose 6,13): "Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen." 

Wenn wir Jesus auf diesem Weg folgen - "Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. (1. Joh 3, 8b)" - dann werden sich neue Perspektiven auftun. Wenn Menschen den Nächsten sehen und für ihn mitdenken, dann kann sich die Welt wieder zum Guten wenden, dann erfüllt sich, was die Bibel so beschreibt: "Da verließ der Teufel Jesus. Und siehe, da traten Engel zu Jesus und dienten ihm."

Wochenlied:

Ein feste Burg ist unser Gott (EG 362) oder
Ach bleib mit deiner Gnade (EG 347)

Biblische Lesungen und Gebete


Psalm 91 - Unter dem Schirm des Höchsten

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt 
und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
der spricht zu dem HERRN: 
Meine Zuversicht und meine Burg, 
mein Gott, auf den ich hoffe.
Denn der HERR ist deine Zuversicht, 
der Höchste ist deine Zuflucht. 
Er hat seinen Engeln befohlen, 
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
dass sie dich auf den Händen tragen 
und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Und Gott spricht: 
Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; 
er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen.
Er ruft mich an, 
darum will ich ihn erhören; 
ich bin bei ihm in der Not, 
ich will ihn herausreißen 
und zu Ehren bringen.

Lesung aus dem Alten Testament - Genesis 3 - Der Sündenfall

31 Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? 2 Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; 3 aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! 4 Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, 5 sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

6 Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. 7 Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.
8 Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter den Bäumen im Garten. 9 Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? 10 Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. 11 Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? 12 Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß. 13 Da sprach Gott der HERR zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß.

14 Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. 15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

16 Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein.

17 Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen –, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. 18 Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. 19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.

24 Und Gott trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.

Evangelium und Predigttext - Mt 4, 1-11

Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. 2 Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. 3 Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. 4 Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht."

5 Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels 6 und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben (Psalm 91,11.12): "Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt." 7 Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5. Mose 6,16): "Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen."

8 Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 9 und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. 10 Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! denn es steht geschrieben (5. Mose 6,13): "Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen." 11 Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel zu ihm und dienten ihm.

Dienstag, 19. Februar 2019

Sexagesimae

24. Februar 2019


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Sexagesimae - 60 Tage bis Ostern - unter der Nummer 954.21. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht. (Hebr 3, 15)

Wochenlied:

Herr, für dein Wort sei hoch gepreist (EG 196) oder
Gott hat das erste Wort (EG 199)

Musikalischer Gottesdienst

So, die Gottesdienstordnung steht erst einmal. Die Lieder kommen bei diesem Gottesdienst aus den freienTönen (fT)

Orgelvorspiel


Begrüßung


fT 14 All Morgen ist ganz frisch und neu


Psalm 119 - EG 748

    1 Wohl denen, die ohne Tadel leben,
    die im Gesetz des HERRN wandeln!
      2 Wohl denen, die sich an seine Mahnungen halten,
      die ihn von ganzem Herzen suchen,
    3 die auf seinen Wegen wandeln
    und kein Unrecht tun.
    6 Wenn ich schaue allein auf deine Gebote,
    so werde ich nicht zuschanden.
      7 Ich danke dir mit aufrichtigem Herzen,
      dass du mich lehrst die Ordnungen deiner Gerechtigkeit.
    8 Deine Gebote will ich halten;
    verlass mich nimmermehr!
      18 Öffne mir die Augen, dass ich sehe
      die Wunder an deinem Gesetz.
    33 Zeige mir, HERR, den Weg deiner Gebote,
    dass ich sie bewahre bis ans Ende.
      81 Meine Seele verlangt nach deinem Heil;
      ich hoffe auf dein Wort.
    82 Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort
    und sagen: Wann tröstest du mich?
      92 Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre,
      so wäre ich vergangen in meinem Elend.
    105 Dein Wort ist meines Fußes Leuchte
    und ein Licht auf meinem Wege.
      116 Erhalte mich durch dein Wort, dass ich lebe,
      und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung.
    117 Stärke mich, dass ich gerettet werde,
    so will ich stets Freude haben an deinen Geboten.

fT 77 - Ehre sei Gott


Aufforderung zum Kyrie

Kyrie

Aufforderung zum Lobgesang

fT 77 - Ehre sei Gott

Gebet


Lukas 8,4-8 - Vom Sämann

Vorbemerkung: Das Evangelium des Sonntags Sexagesimae steht bei Lukas im 8. Kapitel die Verse 4-8. Wer möchte, kann dazu noch die Verse 9-15 lesen. Jesus will erzählen, warum nicht alle Menschen an seine Botschaft glauben. Dafür wählt er die Form eines Gleichnisses. Was es mit dieser Sprachform auf sich hat, können wir bei Wikipedia nachlesen: "Ein Gleichnis ist eine kurze Erzählung. Sie dient zur Veranschaulichung eines Sachverhalts nicht durch einen Begriff, sondern durch bildhafte Rede. Über die Veranschaulichung hinaus wird dem Gleichnis auch verändernde Funktion zugeschrieben. Der Hörer/Leser soll sich in der Erzählung selbst entdecken können und damit eingeladen werden, seine Situation zu verändern." (https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichnis)

4 Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus den Städten zu ihm eilten, redete er in einem Gleichnis: 5 Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf. 6 Und einiges fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. 7 Und einiges fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten's. 8 Und einiges fiel auf gutes Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Credo


fT118 - Weil der Himmel bei uns wohnt


Predigt - Weisheit Salomos Kapitel 6

Erste Predigtidee
Ich werde über den Marginaltext Weisheit Salomos 6,13-17 predigen, im nachfolgenden rot gekennzeichnet. Allerdings werden die Gottesdienstmitarbeiter auch die beiden anderen Teile des Kapitels lesen, die ich dann jeweils kurz auslegen werde.  

Teil 1

Lektor 1: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Lektor 2: 1 Gesetzlosigkeit verwüstet das ganze Land, und Freveltat stürzt die Throne der Herrscher.

2 So hört nun, ihr Könige, und versteht; lernt es, die ihr die ganze Erde richtet; 3 horcht auf, die ihr herrscht über die Menge und die ihr prahlt mit den Scharen eurer Völker! 4 Denn vom Herrn ist euch die Macht gegeben und die Gewalt vom Höchsten, der fragen wird, wie ihr handelt, und erforschen, was ihr plant.

5 Denn obwohl ihr Diener seines Reiches seid, habt ihr nicht recht regiert und das Gesetz nicht gehalten und habt nicht nach dem Willen Gottes gehandelt.

6 Er wird schrecklich und schnell über euch kommen, denn es ergeht ein strenges Gericht über die Machthaber. 7 Denn dem Geringsten kann wohl Erbarmen widerfahren, aber die Gewaltigen werden mit Gewalt zur Rechenschaft gezogen werden. 8 Denn der Herr des Alls wird niemand begünstigen noch irgendeine Macht scheuen. Er hat die Kleinen und die Großen geschaffen und sorgt für alle gleich. 9 Die Mächtigen aber werden streng verhört werden.

10 An euch nun, ihr Herrscher, ergehen meine Worte, damit ihr Weisheit lernt und nicht in Sünde fallt. 11 Denn wer das Heilige heilig hält, der wird geheiligt werden, und wer darin unterwiesen ist, der wird im Gericht bestehen. 12 Verlangt also nach meinen Worten; begehrt sie, so werdet ihr Belehrung empfangen!

Kurze Auslegung - nicht allein die Könige sind hier gemeint


fT135 - Wer Gottes Wort hört


Teil 2

Lektor 1: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Lektor 2: 13 Die Weisheit ist strahlend und unvergänglich und lässt sich gern erkennen von denen, die sie lieb haben, und lässt sich von denen finden, die sie suchen. 14 Sie kommt denen entgegen, die sie begehren, und gibt sich ihnen zu erkennen. 15 Wer sich früh zu ihr aufmacht, braucht nicht viel Mühe; denn er findet sie vor seiner Tür sitzen. 16 Denn über sie nachdenken, das ist vollkommene Klugheit, und wer ihretwegen sich wach hält, wird bald ohne Sorge sein. 17 Denn sie geht umher und sucht, wer ihrer wert ist, und erscheint ihm freundlich auf seinen Wegen und begegnet ihm immer, wenn er über sie nachsinnt.

Kurze Auslegung - Weisheit zu finden ist eine wunderbare Sache


fT68 - Halleluja


Teil 3

Lektor 1: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Lektor 2: 18 Denn da ist Anfang der Weisheit, wo einer aufrichtig nach Unterweisung verlangt; wer aber nach Unterweisung trachtet, der hat die Weisheit lieb; 19 wer sie lieb hat, der hält ihre Gebote; wo man aber die Gebote hält, da ist unvergängliches Leben gewiss; 20 unvergängliches Leben aber bewirkt, dass man Gott nahe ist. 21 So führt das Verlangen nach Weisheit zu rechter Herrschaft.

22 Habt ihr nun Gefallen an Thron und Zepter, ihr Herrscher der Völker, 23 so haltet die Weisheit in Ehren, damit ihr für immer die Herrschaft behaltet. 24 Was aber die Weisheit ist und wie sie entstand, will ich verkündigen und euch ihre Geheimnisse nicht verbergen, sondern nach ihr forschen von Anfang der Schöpfung an und will die Kenntnis von ihr ans Licht bringen und will an der Wahrheit nicht vorbeigehen. 25 Denn ich will mit dem giftigen Neid nichts zu tun haben; denn er hat nichts gemein mit der Weisheit. 26 Viele Weise aber sind Heil für die Welt, und ein kluger König ist das Glück seines Volks. 27 Darum lasst euch unterweisen durch meine Worte, so werdet ihr Nutzen haben.

Kurze Auslegung - perfekt müssen wir nicht sein, aber wir können es immer wieder versuchen


fT93 - Klüger, weiser


Abkündigungen


fT80 - Lobe den Herrn meine Seele (mehrfach)


Fürbitte mit fT43 - Meine Hoffnung und meine Freude


Entlassung und Segen


Orgelnachspiel

Gottesdienst mit kleinen und großen Leuten

17. Februar 2019 - Septuagesimae - 70 Tage bis Ostern


Es war der 3. Sonntag im Monat - so feierten wir wieder einen Gottesdienst mit kleinen und großen Leuten. Außerdem war Taufsonntag, diesmal mit der Taufe im Hauptgottesdienst.

Septuagesimae - Arbeiter im Weinberg - Predigtidee

Dieser Sonntag der Vorpassionszeit ist geprägt durch das Evangelium von den Arbeitern im Weinberg. Dieses Gleichnis eignet sich durchaus für eine Erzählung vor Kindern. Kinder haben ja ein feines Gespür für Gerechtigkeit. Da kam die Frage auf, wie kann ich Kindern vermitteln, dass der Weinbergbesitzer gerecht handelt, wenn er jedem den gleichen Lohn zahlt.

Süßigkeiten waren die Lösung. Natürlich würde jeder den gleichen anteil bekommen, aber bis dahin musste ein anderer Weg beschritten werden. Ich schnappte mir einen Korb mit Süßigkeiten und verteilte daraus an drei Erwachsene jeweils ein Stück. Den Rest hielt ich einer Konfirmandin hin. Die sollte alles als Geschenk bekommen weil ich keine Zeit mehr hatte, die Süßigkeiten einzeln zu verteilen. Die Überraschung war sehr groß. Sie schaute mich mit großen Augen an. "Na, was sagst zu dazu?" - Im ersten Augenblick war sie so perplex, dass sie nur "Danke" sagen konnte. - "Und, wie findest du das, dass du alles bekommst?" - Nur ein ganz kleiner Moment des Zögerns, dann war es klar: "Ungerecht! Alle müssen etwas abbekommen."

Damit war der Schlüssel zum Verständnis des Gleichnisses von den Arbeitern im Weinberg klar. Es hatte schon seine Richtigkeit, dass der Weinbergbesitzer jedem Tagelöhner denselben Lohn zahlt, weil die ja genau diesen Betrag brauchen, um ihre Familie über den Tag zu bringen. Jeder konnte an diesem Tag zufrieden und froh nach Hause gehen. Die Familie musste nicht hungern.

Gegenwart

Der Bezug zur Gegenwart ließ sich schnell herstellen: Wie schön wäre es, wenn jeder Mensch so viel zum Leben hätte, dass er damit zufrieden sein könnte, dass es für ihn und seine Familie reicht. Es müssen nicht alle stets den gleichen Lohn bekommen, aber so viel, dass man ohne große Sorgen um den täglichen Unterhalt leben kann. Das würde schon reichen.

Taufe

Die Taufeltern hatten für ihr Kind als Taufspruch Psalm 119,105 ausgesucht: "Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege." - Wenn wir uns nach Gottes Wort ausrichten, wenn wir nach seinem Willen fragen - Was ist in Gottes Augen richtig und notwendig? - dann sind wir auf einem guten Weg, unsere Welt wieder etwas menschlicher zu gestalten.

Und was war sonst noch?

Gesungen haben wir: 
  • Du hast uns, Herr, gerufen
  • Kind, du bist uns anvertraut
  • Halte zu mir, guter Gott
  • Tschüss, mach's gut
Psalm 146 in einer für Kinder überarbeiteten Fassung

Segen

Gott halte seine Hände über uns 
und segne uns.
Gott halte seine Hände vor uns
und gehe mit uns.
Gott halte seine Hände um uns herum
und schütze uns
bis wir uns wieder sehen.
Amen.

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Septuagesimae unter der Nummer 954.20. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. (Dan 9, 18)

Wochenlied:

Es ist das Heil uns kommen her (EG 342)oder
Er weckt mich alle Morgen (EG 452)

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Epistel - 1. Kor 9, 24-27

Wisst ihr nicht, dass die, die in der Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber einer empfängt den Siegespreis? Lauft so, dass ihr ihn erlangt. 25 Jeder aber, der kämpft, enthält sich aller Dinge; jene nun, damit sie einen vergänglichen Kranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen. 26 Ich aber laufe nicht wie aufs Ungewisse; ich kämpfe mit der Faust, nicht wie einer, der in die Luft schlägt, 27 sondern ich bezwinge meinen Leib und zähme ihn, damit ich nicht andern predige und selbst verwerflich werde.

Evangelium - Mt 20, 1-16a

Jesus sprach: Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. 2 Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. 3 Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Markt stehen 4 und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. 5 Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. 6 Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da? 7 Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg.

8 Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. 9 Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen. 10 Als aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen. 11 Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn 12 und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. 13 Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? 14 Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem letzten dasselbe geben wie dir. 15 Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin?

16 So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.