Freitag, 14. Dezember 2018

3. Advent

16. Dezember 2018


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 3. Advent - teilweise (s. Anmerkung am Ersten Advent zur Revision der Leseordnung) - unter der Nummer 954.03. Digital und vollständig findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayerischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig! (Jes 40, 3.10)

Wochenlied:

Mit Ernst, o Menschenkinder (EG 10)
Die Nacht ist vorgedrungen (EG 16)

Lieder für den Gottesdienst

EG 6,1-3 Ihr lieben Christen freut euch nun
Lobgesang des Zacharias
EG 18,1-2 Seht, die gute Zeit ist nah
EG 10,1-4 Mit Ernst o Menschenkinder
EG 16,1-3 Die Nacht ist vorgedrungen
EG 12,1-4 Gott sei Dank durch alle Welt
EG 8,1-4 Es kommt ein Schiff geladen

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Anstelle des Psalms beten wir im Wechsel den Lobgesang des Zacharias (Lk 1, 67-79), der eigentlich als Evangeliumslesung vorgesehen ist.

Lobgesang des Zacharias

Gelobt sei der Herr, der Gott Israels!
Denn er hat besucht und erlöst sein Volk
    und hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils
    im Hause seines Dieners David
– wie er vorzeiten geredet hat
durch den Mund seiner heiligen Propheten –,
    dass er uns errettete von unsern Feinden
    und aus der Hand aller, die uns hassen,
und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern
und gedächte an seinen heiligen Bund
    und an den Eid, den er geschworen hat
    unserm Vater Abraham, uns zu geben,
dass wir, erlöst aus der Hand unsrer Feinde,
ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang
in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.
    Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen.
    Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest
und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk
in der Vergebung ihrer Sünden,
durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes,
    durch die uns besuchen wird
    das aufgehende Licht aus der Höhe,
damit es erscheine denen,
die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes,
    und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn …


Aufforderung zum Kyrie


Aufforderung zum Lobgesang


EG 18 Seht, die gute Zeit ist nah


Lesung aus dem Alten Testament Jes 40,3-8 (Auszüge) 

3 Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! 4 Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; 5 denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat's geredet.

6 Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. 7 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! 8 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.

Evangelium Lk 1,80 - 3,1-19 (Lesereihe II)

80 Und das Kindlein Johannes wuchs und wurde stark im Geist. Und er war in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er vor das Volk Israel treten sollte.

Johannes der Täufer - Lk 3

1 Im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter in Judäa war …, da geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste. 3 Und er kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, 4 wie geschrieben steht im Buch der Worte des Propheten Jesaja (Jesaja 40,3-5): »Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Steige eben! 5 Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden, 6 und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.«

7 Da sprach Johannes zu der Menge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? 8 Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. 9 Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.

10 Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun? 11 Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso. 12 Es kamen auch die Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? 13 Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist! 14 Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!

15 Als aber das Volk voll Erwartung war und alle dachten in ihren Herzen von Johannes, ob er vielleicht der Christus wäre, 16 antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, dass ich ihm die Riemen seiner Schuhe löse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 17 In seiner Hand ist die Worfschaufel, und er wird seine Tenne fegen und wird den Weizen in seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen. 18 Und mit vielem andern mehr ermahnte er das Volk und verkündigte ihm das Heil.

19 Der Landesfürst Herodes aber, der von Johannes zurechtgewiesen wurde wegen der Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen alles Bösen, das er getan hatte, 20 fügte zu dem allen noch dies hinzu: er warf Johannes ins Gefängnis.

Predigt


  • Am 3. Adventssonntag denken wir besonders an Johannes den Täufer, dessen Aufruf zur Buße uns auch heute erklingt. 
  • Aber er ist es auch, der hingewiesen hat auf das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt. 
  • So bekennen wir unsere Schuld in dem Vertrauen, dass wir in Christus die Erlösung haben.

(Manfred Senftleben auf https://daskirchenjahr.de/tag.php?name=3advent&zeit=Advent)

Bevor wir auf Johannes und seine Botschaft eingehen, hören wir einen Abschnitt aus dem Buch Maleachi. Es ist in unserer westkirchlichen Tradition das letzte Buch des Alten Testaments und die zu lesenden Verse stehen auch im letzten Kapitel. Wie Jesaja verweisen sie auf einen Boten, den Gott schicken wird.

Predigttext Maleachi 3

1 Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht; und der Bote des Bundes, den ihr begehrt, siehe, er kommt!, spricht der HERR Zebaoth.

19 Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen. Da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der kommende Tag wird sie anzünden, spricht der HERR Zebaoth, und er wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen. 20 Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Und ihr sollt herausgehen und springen wie die Mastkälber.

22 Gedenkt an das Gesetz meines Knechtes Mose, das ich ihm befohlen habe auf dem Berge Horeb für ganz Israel, an alle Gebote und Rechte! 23 Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. 24 Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern, auf dass ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage.

Ist Johannes der, von dem die Bibel sagt: 

  • Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor mir her den Weg bereiten soll.
  • In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!
Die ersten Christen waren sich bei ihrer Antwort ganz sicher: Ja, Johannes ist genau der Bote, der dem Messias vorausgeht und den die Propheten Jesaja und Maleachi ankündigten! Dafür konnten sie auf drei Zeugnisse verweisen.

Der Engel im Tempel zu Zacharias

“Elisabeth wird dir einen Sohn gebären … er wird viele der Israeliten zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. … Und er wird vor ihm - dem Herrn ?! - hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.” (Lk 1,13-17*)

Selbstzeugnis des Täufers

Wer bist du? ...: Ich bin nicht der Christus. Und sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin's nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du dann?... Er sprach: »Ich bin die Stimme eines Predigers in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!«, wie der Prophet Jesaja gesagt hat (Jesaja 40,3). (Johannes 1,19-23*)

Jesus über Johannes

“Dieser ist's, von dem geschrieben steht: »Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.«” (Mt 11,14)

Botschaft des Täufers

Drohung
Einerseits droht Johannes den Menschen: “... es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.” - “Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber der, der stärker ist als ich ... In seiner Hand ist die Worfschaufel, und er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.”
    vgl. dazu Maleachi 3,19 Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen. Da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der kommende Tag wird sie anzünden, spricht der HERR Zebaoth, und er wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen.

Lebenshilfe
Andererseits gibt er konkrete Hilfe, wie Leben gelingen kann: “Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso.” Den Zöllnern sagt er: “Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist!” Und Soldaten rät er: “Tut niemandem Gewalt noch Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!”

Es kommt einer, der ist stärker
Johannes weist auf den, der nach ihm kommt: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, dass ich ihm die Riemen seiner Schuhe löse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.

Das Ende des Täufers
Johannes selbst starb am Ende einen Tod wie viele andere im Lauf der Geschichte auch. Zunächst wurde er verhaftet, weil er dem König wegen seines Ehebruchs einen Spiegel vorgehalten hatte. Dann forderte seine größte Widersacherin, die Frau des Königs, seinen Tod. Und der König wollte sich vor seinen Gästen keine Blöße geben und gab nach.

Unsere Aufgabe heute

Botschaft des Täufers hören und annehmen, aber genau diese Botschaft auch weiterzusagen. Dabei orientieren wir uns an dem, was wir aus dem Leben Jesu wissen: Geboren in einem Stall, also in kleinen und ärmlichen Verhältnissen - zu finden bei denen, die am Rande der Gesellschaft stehen - “Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt, und sie sagen: Siehe, dieser Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!” (Mt 11,19)

Am Ende war Jesus ein Opfer militärischer Gewalt und religiösen Fanatismus. Aber bei ihm war es nicht das Ende - Gott hat ihn von den Toten auferweckt.

Unter dieser Voraussetzung, dass Gott das Leben will - jenseits in seinem Reich, aber auch hier auf Erden -, schauen wir noch einmal auf die letzten Worte des Alten Testaments. Es wird einen Tag der Abrechnung geben, ja, das ist so! Aber es gibt auch Hoffnung und Perspektiven! Lassen wir die nicht ungenutzt verstreichen.

Tag des Herrn, Tag der Abrechnung

19 Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen. Da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der kommende Tag wird sie anzünden, spricht der HERR Zebaoth, und er wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen.

20 Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Und ihr sollt herausgehen und springen wie die Mastkälber.

22 Gedenkt an das Gesetz meines Knechtes Mose, das ich ihm befohlen habe auf dem Berge Horeb für ganz Israel, an alle Gebote und Rechte!

23 Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. 24 Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern, auf dass ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage.

Das ist unsere Chance! Umkehr zum Leben! Nutzen wir diese Chance!

Donnerstag, 6. Dezember 2018

1. Advent

Nachtrag zum 2. Dezember 2018


Mit dem 1. Advent beginnt eine neues Kirchenjahr. In seinem Sohn Jesus Christus kommt Gott zu uns Menschen. Das ist ein Geschenk, eine Gabe und zugleich auch eine Aufgabe, die sich nicht allein auf unser eigenes Lebens bezieht, sondern die auch den Nächsten mit in den Blick nimmt.

Brot für die Welt

Deshalb ist es folgerichtig, dass mit dem 1. Advent auch die evangelische Aktion "Brot für die Welt" beginnt. Das Motto für die 60. Aktion lautet "Hunger nach Gerechtigkeit".

In diesem Jahr macht sich der Kirchenkreis Emsland-Bentheim ein Projekt in Sierra Leone zu eigen:
"Mit Büchern und besseren Ernten gegen Kinderarbeit"
In Sierra Leone ist die Armut so groß, dass Kinder oft zum Lebensunterhalt beitragen müssen. Kinderarbeit ist an der Tagesordnung. Ein Projekt ermöglicht Jungen und Mädchen, in die Schule zu gehen und hilft den Eltern, ihr Einkommen zu erhöhen. (Info von der verlinkten Seite von Brot für die Welt)

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 1. Advent - teilweise - unter der Nummer 954.01. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. (Sach 9, 9b)

Wochenlied:

Nun komm der Heiden Heiland (EG 4) oder
Wie soll ich dich empfangen (EG 11)

Auch wenn wir das Lied nicht singen werden, bleibt es ein Geheimnis der Revisoren der neuen Leseordnung (s. die Anmerkungen weiter unten), warum "EG 16 Die Nacht ist vorgedrungen" nicht mehr als Wochenlied vorgesehen ist.

Lieder für den Gottesdienst

EG 17,1 Wir sagen euch an
EG 712 - Psalm 24
EG 538 Lobt den Herrn
EG 1,1-3 Macht hoch die Tür
Wenn das Brot, das wir teilen
EG 13,1-3 - Tochter Zion

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Neue Perikopenordnung

Bevor es weiter mit den Gottesdienstüberlegungen geht einige Gedanken zur neuen Perikopenordnung und dem neu erstellten Lektionar. Das sollte nach der Vorstellung des Landeskirche - und der EKD - am 1. Advent eingeführt werden. Damit standen wir in unserer Gemeinde vor einem Problem. Vor einiger Zeit hatten wir uns vorgenommen, dass ab dem 1. Advent die biblischen Texte im Gottesdienst aus der Altarbibel gelesen werden sollten. Wir waren der Meinung, dass die Bibel nicht nur als "Schmuckbuch" auf dem Altar liegen, sondern auch in Gebrauch sein sollte. Also wollten wir darauf lesen.

Das passte nun aber nicht zur Einführung eines neuen Lektionars. Denn das dann als "Schmuckbuch" zu betrachten ist genauso wenig sinnvoll wie bei der Bibel.

Aktuell lösten wir das Problem dadurch, dass wir (vorerst) auf die Einführung des neuen Lektionars als "Lesebuch" verzichten und statt dessen wie angedacht für die Lesungen tatsächlich unsere Altarbibel nehmen. Wenn wir merken, dass das Lesen aus der Bibel Schwierigkeiten bereitet - zugegebenermaßen ist es einfacher, fest umrissene Perikopen im Lektionar zu lesen - , können wir später immer noch das neue Lektionar einführen.

Ob die neue Leseordnung und die Aufteilung im Lektionar gelungen ist, wird sich im Vollzug zeigen. Zunächst einmal ist mit Bedauern festzustellen, dass das bewährte System, das die Evangelien alle in der Reihe I und die Episteln in der Reihe II standen, aufgegeben wurde (ich weiß, dass dies einigen zu eintönig erschien). Für jeden Sonntag muss jetzt einzeln geschaut werden, welche Texte zu lesen sind. Und auch der einfache Blick in den Anhang des Gesangbuches - ausgesprochen gelungen war dieser Teil - reicht nicht mehr aus. Denn es hat an den einzelnen Sonntagen zuweilen erhebliche Verschiebungen gegeben.

Besonders fragwürdig erscheint mir die Revision der Perikopenordnung, wenn an den Sonntagen gegenüber früher lediglich die Reihenfolge der Texte "durcheinandergewirbelt" wurde. Das hat für mich mit einer Reform nichts zu tun, das zeugt vielmehr von Phantasielosigkeit, weil man andere Texte nicht fand. Trotz dieser Skepsis werden wir uns an die neue Leseordnung halten. Es sind auch neue Predigttexte hinzugekommen - nicht immer, aber durchaus das eine oder andere Mal auch gelungen.

Blickt man auf den 1. Advent, so kann man der Neuerung etwas abgewinnen. Bisher wurde aus dem Alten Testament Jeremia 23,5-8 gelesen: "Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird. ..." Nicht unpassend, jedoch nimmt die neue Alttestamentliche Lesung Sacharja 9, 9-10 den Wochenspruch auf und wird auch im Evangelium zitiert.

Evangelium - Mt 21, 1-11

Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus 2 und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir! 3 Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer. Sogleich wird er sie euch überlassen. 4 Das geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht (Sacharja 9,9): "5 Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers." 6 Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, 7 und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf. 8 Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. 9 Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! 10 Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und fragte: Wer ist der? 11 Die Menge aber sprach: Das ist Jesus, der Prophet aus Nazareth in Galiläa.

Predigt über Psalm 24

1 Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.
2 Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern bereitet.

3 Wer darf auf des Herrn Berg gehen, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte?
4 Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lug und Trug und nicht falsche Eide schwört:

5 der wird den Segen vom Herrn empfangen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heiles.
6 Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs.

7 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe!
8 Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr, stark und mächtig, der Herr mächtig im Streit.
9 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe!
10 Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr Zebaoth, er ist der König der Ehre.

Brot für die Welt - Sierra Leone

Zunächst wurde der Gemeinde das Projekt von Brot für die Welt in Sierra Leone mit der von der Organisation zur Verfügung gestellten Präsentation vorgestellt. Wer die ansprechende Präsentation sehen will, findet sie auf der Internetseite von Brot für die Welt. Einen ersten Einblick geben schon die Bilder und Notizen auf der oben verlinkten Seite. Das Projekt zielt darauf, dass die Menschen in die Lage versetzt werden, durch ihre Arbeit so viel Geld zu verdienen, dass genug Nahrung vorhanden ist und die Kinder auch zur Schule gehen können. In vielen Familien kann das noch nicht in die Tat umgesetzt werden. Denn die Kinder müssen durch ihre Arbeit zum Familieneinkommen beitragen. 

Die Erde ist des Herrn

Diese Situation ist durchaus unserem westlichen Wirtschaftssystem geschuldet, das auf Gewinn aus ist und die Länder Afrikas, Asiens oder Südamerikas durchaus auch ausbeutet. Moral, Glaube oder die Bedürfnisse der anderen spielen dabei keine oder nur eine absolut untergeordnete Rolle. Demgegenüber setzt der 24. Psalm als Predigttext ein anderes Vorzeichen: "Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern bereitet." Es ist schon tausendmal gesagt - und dann geflissentlich überhört - worden: Wir haben diese Erde nur von den nachfolgenden Generationen geliehen und sollen sie ihnen als einen lebenswerten Ort weitergeben. Das tun wir im Augenblick nicht. 

Lug und Trug, falsche Eide und Fakenews

Vielmehr prägen "Lug und Trug" unsere Zeit und selbst hochgestellte Persönlichkeiten empfinden keine Scham bei Fakenews, "alternativen Wahrheiten" oder "falschen Eiden", wie es im Predigttext heißt, So kann Leben miteinander nicht gedeihen, so können Menschen auch nicht ihren Lebensunterhalt in gerechten Verhältnissen erwirtschaften, so leben wir getrennt von Gott und können eben nicht zu seinem "Berg", zum Zion gelangen, zu "seiner heiligen Stätte". Und genau damit kappen wir selbst die Verbindung zu dem, der uns - und der ganzen Welt - Leben schenken will, so dass Menschen haben, was sie zum Leben brauchen. 

Segen und Gerechtigkeit

Demgegenüber verheißt ein Leben mit und vor Gott, "Segen vom Herrn" und "Gerechtigkeit" zu empfangen. In der Welt des Alten Testaments schließt das Erfolg und Reichtum nicht aus. Dieser sollte aber nicht zu Lasten der anderen, sondern zum Nutzen aller erworben werden. "Eigentum verpflichtet", so heißt es mit Bedacht im Grundgesetz (Art 14 GG).

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch

Sich erneut auf diesen Gott zu besinnen, der das Leben seiner Menschen überall auf der Welt will, das ist eine rechte Vorbereitung in der Adventszeit. Denn wenn der Beter fragt, wer denn der "König der Ehre" sei, der da kommt und der einziehen soll in sein Heiligtum, dann antworten die Gläubigen: "Es ist der Herr, stark und mächtig, der Herr mächtig im Streit. - Es ist der Herr Zebaoth, er ist der König der Ehre."

Gelobt sei Jesus Christus

Und damit sind wir wieder bei  Anfang des Psalms "Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist" oder um es mit den Worten des Evangeliums zu sagen: "Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei Jesus Christus, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!"

Freitag, 23. November 2018

Ewigkeits- oder Totensonntag

25. November 2018


Am Ewigkeits- oder Totensonntag - auch Gedenktag der Entschlafenen genannt - steht im Zentrum des Gottesdienstes das Gedenken an die Verstorbenen des zu Ende gehenden Kirchenjahres. Die Namen werden noch einmal verlesen und für jeden Verstorbenen wird eine Osterkerze entzündet, Symbol der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Die biblischen Texte und die Predigt sprechen von der christlichen Hoffnung, dass nicht der Tod das letzte Wort hat, sondern Gott, der seinen Sohn von den Toten auferweckt hat und der auch uns und unsere verstorbenen Angehörigen vom Tode zum ewigen Leben erweckt.

Momente der Stille und der Besinnung wird die Kammermusik AG des Windthorstgymnasiums unter der Leitung von Raimund Hagemann schenken.

Wir feiern morgens um 10.00 Uhr den Abendmahlsgottesdienst in der Gustav-Adolf-Kirche, nachmittags um 15.00 Uhr treffen wir uns noch einmal zum Gottesdienst auf dem Friedhof in der Hüttenstraße. Da lesen wir die Namen aller Verstorbenen, die im vergangenen Kirchenjahr auf diesem Friedhof beerdigt wurden.

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Ewigkeits- oder Totensonntag unter den Nummern 954.73 und 74. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr"; entweder man wählt "Letzter Sonntag im Kirchenjahr" oder "Gedenktag der Entschlafenen"

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochensprüche:

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen. (Lk 12, 35 - Ewigkeitssonntag)
Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. (Ps 90, 12 - Totensonntag)

Wochenlieder:

Wachet auf, ruft uns die Stimme (EG 147) Ewigkeitssonntag
Warum soll ich mich denn grämen (EG 370) Totensonntag

Lieder für den Gottesdienst

EG 450,1-5 Morgenglanz der Ewigkeit
Psalm EG 750 Der HERR erlöst seine Gefangenen
Largo aus Xerxes von Georg Friedrich Händel
Freundschaftsduett aus "Die Perlenfischer" von George Bizet
EG 65,1.7.3.7.5.7 Von guten Mächten wunderbar geborgen
EG 365,1-3.8 Von Gott will ich nicht lassen
Streichtrio
EG 216 Du hast uns Leib und Seel gespeist

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Epistel - 1. Thessalonicher 4,13-18 - Von der Auferstehung der Toten

Vorbemerkung: Als Lesungen für diesen Sonntag sind eigentlich Mt 25, 1-13 und Offb 21, 1-7 für den Ewigkeitssonntag oder Joh 5, 24-29 und 1. Kor 15, 35-38.42-44a für den Totensonntag  vorgesehen. Da ich aber fast alle Beerdigung mit dem Text aus dem 1. Brief des Apostel Paulus an die Thessalonicher beende, soll dieser Text im Gottesdienst noch einmal gelesen werden, diesmal mit einem kurzen Präfamen, dass daran erinnert, dass die Gottesdienstteilnehmer den Text schon einmal gehört haben. 

Den Text der Epistellesung für den heutigen Ewigkeitssonntag haben viele von Ihnen schon auf dem Friedhof am Grab eines Angehörigen gehört, wenn Sie Abschied nehmen mussten von Ihren Lieben. Der Text steht im 1. Brief des Apostel Paulus an die Thessalonicher im 4. Kapitel.

13 Wir wollen euch aber, liebe Schwestern und Brüder, nicht im Ungewissen lassen über die, die entschlafen sind, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. 14 Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die entschlafen sind, durch Jesus mit ihm einherführen. 15 Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind. 16 Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen. 17 Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. 18 So tröstet euch mit diesen Worten untereinander.

Predigttext - Hosea 6,1-3 - Wir wollen wieder zum HERRN

1 »Kommt, wir wollen wieder zum HERRN; denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen, er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. 2 Er macht uns lebendig nach zwei Tagen, er wird uns am dritten Tage aufrichten, dass wir vor ihm leben werden. 3 Lasst uns darauf Acht haben und danach trachten, den HERRN zu erkennen; denn er wird hervorbrechen wie die schöne Morgenröte und wird zu uns kommen wie ein Regen, wie ein Spätregen, der das Land feuchtet.«

Predigtidee

Egal wann der Tod kommt - jung oder alt, lebensmüde oder lebenssatt, nach schwerer Krankheit oder am Ende eines langen Lebens - der Tod kommt für die Angehörigen eigentlich immer zur Unzeit. Und die Frage steht im Raum: Wie geht es weiter? Mit Gott geht es weiter, sagt Hosea. Gott erkennen heißt auch zu erkennen, dass unser Leben endlich ist. Deshalb gehört das Sterben dazu, aber es ist nicht das Ende. Als Christen hoffen wir für unsere Toten auf die Auferstehung und das Leben bei Gott, für uns hoffen wir, dass wir wieder das Leben gewinnen können.

Andacht auf dem Friedhof Hüttenstraße

15.00 Uhr


  • Wir sind nur Gast auf Erden - Nr. 62
  • Gebet - Psalm 90 - Zuflucht in unserer Vergänglichkeit - Seite 101
  • Lesung - Von der Auferstehung der Toten - 1. Kor 15 - Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferweckt ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? 
  • Verlesung der Verstorbenen
  • Von guten Mächten - Nr. 4
  • Predigt
  • So nimm denn meine Hände - Nr. 38
  • Fürbitte und Vaterunser und Segen
  • Wachet auf, ruft uns die Stimme - Nr. 17

Montag, 19. November 2018

Buß- und Bettag

21.11.2018


Auch im Jahr 2018 laden wir wieder zu den Gottesdiensten am Buß- und Bettag ein:
- 8.00 Uhr Gottesdienst für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer
- 10.00 Uhr Abendsmahlsgottesdienst
- 15.00 Uhr - Abendmahlsgottesdienst für Seniorinnen und Senioren

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag unter der Nummer 954.72. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben. (Spr 14, 34)

Wochenlied:

Aus tiefer Not lasst uns zu Gott (EG 144) oder
Nimm von uns, Herr, du treuer Gott (EG 146)

Lieder für die Gottesdienst

Mit den Jugendlichen morgens werde ich wie in den Jahren zuvor singen:
- Hevenu schalom alejchem
- Vater unser, Vater im Himmel ...

Mit den Erwachsenen werden folgende Lieder gesungen.
EG 366,1-4 Wenn wir in höchsten Nöten sein
EG 404,1-3 Herr Jesu Gnadensonne
EG 355,1.2.5 Mir ist Erbarmung widerfahren
EG 394,1-5 Nun vorwärts froh den Blick gewandt
EG 216 Du hast uns Leib und Seel gespeist

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Evangelium: Lk 13,6-9

Das Gleichnis vom Feigenbaum
6 Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine. 7 Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang gekommen und habe Frucht gesucht an diesem Feigenbaum, und finde keine. So hau ihn ab! Was nimmt er dem Boden die Kraft? 8 Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, lass ihn noch dies Jahr, bis ich um ihn grabe und ihn dünge; 9 vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn ab.

Hesekiel 22,29-31

29 Das Volk des Landes übt Gewalt; sie rauben drauflos und bedrücken die Armen und Elenden und tun den Fremdlingen Gewalt an gegen alles Recht. 30 Ich suchte unter ihnen, ob jemand eine Mauer ziehen und in die Bresche vor mir treten würde für das Land, damit ich's nicht vernichten müsste; aber ich fand keinen. 31 Darum schüttete ich meinen Zorn über sie aus, und mit dem Feuer meines Grimmes machte ich ihnen ein Ende und ließ so ihr Tun auf ihren Kopf kommen, spricht Gott der HERR.

Predigtidee

- für die Gottesdienste mit den Erwachsenen - Der Alttestamentliche Text spricht "das Volk" an.
Es geht am Buß- und Bettag offensichtlich nicht allein um individuelle Schuld, sondern auch um kollektives gesellschaftliches Versagen. Ist hier auch ein Grund zu suchen, warum vor Jahren der Buß- und Bettag als gesetzlicher Feiertag abgeschafft wurde?

Sonntag, 18. November 2018

Volkstrauertag - Rede am Mahnmal für die Opfer der Kriege

18. November 2018


Alljährlich lädt die Stadt Meppen zur Gedenkveranstaltung am Mahnmal an der Schülerwiese ein. In diesem Jahr wurde ich gebeten, die Gedenkrede zu halten. Deshalb beschäftigte ich mich mit dem Kalender für das Jahr 2019, den der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge herausgegeben hat. Soweit nicht anders vermerkt stammen die Zitate im nachfolgenden Text aus diesem Kalender.

Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag und gehört zu den sogenannten stillen Tagen. Er ... erinnert an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen. (https://de.wikipedia.org/wiki/Volkstrauertag)

Weil die Toten schweigen ... (Gabriel Marcel)

Weil die Toten schweigen beginnt alles wieder von vorn. (Gabriel Marcel - [* 7. Dezember 1889 in Paris; † 8. Oktober 1973 ebenda] französischer Philosoph und führende Vertreter des christlichen Existentialismus [https://de.wikipedia.org/wiki/Gabriel_Marcel]) 

Damit nicht alles von vorn beginnt, deshalb treffen wir uns hier am Mahnmal und geben den Toten unsere Stimmen und erinnern.

Vor 100 Jahre endete des 1. Weltkrieg 

9,7 Millionen tote Soldaten, rund 10 Millionen tote Zivilisten

Kurt Tucholsky, Der Graben - 1926

(die letzten drei Strophen; das ganze Gedicht findet sich beispielsweise bei Wikipadia [s.u.])

Seid nicht stolz auf Orden und Geklunker!
Seid nicht stolz auf Narben und die Zeit!
In die Gräben schickten euch die Junker,
Staatswahn und der Fabrikantenneid.
Ihr wart gut genug zum Fraß für Raben,
für das Grab, Kameraden, für den Graben!

Werft die Fahnen fort!
Die Militärkapellen spielen auf zu euerm Todestanz.
Seid ihr hin: ein Kranz von Immortellen -
das ist dann der Dank des Vaterlands.

Denkt an Todesröcheln und Gestöhne.
Drüben stehen Väter, Mütter, Söhne,
schuften schwer, wie ihr, ums bißchen Leben.
Wollt ihr denen nicht die Hände geben?
Reicht die Bruderhand als schönste aller Gaben
übern Graben, Leute, übern Graben -!

(https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Graben)

80 Jahre Reichspogromnacht

Auftakt zu den Greueltaten der Nationalsozialisten, die in den Folgejahren Deutschland, Europa und die Welt den Abgrund rissen. Je nach Zählweise sind 50 bis 80 Mio Tote zu beklagen; mehr als die Hälfte waren Zivilisten

Es folgte die Teilung Deutschlands und Europas

Vor 29 Jahre Öffnung der Berliner Mauer
Hoffnung auf Frieden in Europa und in der ganzen Welt

Kriege im 21. Jahrhundert

Wikipedia führt 32  auf; 13 Kriege dauern noch an

  • seit 1984 Konflikt zwischen der Republik Türkei und der PKK - seit 2015 Türkische Offensive gegen die PKK 
  • seit 2001 Krieg in Afghanistan
  • seit 2004 Südossetienkonflikt, die Rebellen kämpfen mit Hilfe Russlands um die Unabhängigkeit von Georgien
  • seit 2004 Huthi-Konflikt im Jemen - seit 2015 „Sturm der Entschlossenheit“, Offensive von Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain, Katar, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Marokko, Sudan und Pakistan gegen die Huthi-Miliz im Jemen
  • seit 2006 Fatah-Hamas-Konflikt
  • seit 2009 Krieg gegen die Taliban in Pakistan
  • seit 2011 Aufstand im Irak nach US-Rückzug, seit 2014 Krieg gegen den Islamischen Staat
  • seit 2011 Bürgerkrieg in Syrien, seit 2014 Krieg gegen den Islamischen Staat
  • seit 2012 Konflikt in Mali
  • seit 2013 Bürgerkrieg im Südsudan
  • seit 2014 Krieg in der Ostukraine
  • seit 2016 Konflikt zwischen der muslimischen Minderheit der Rohingya und der mehrheitlich buddhistischen Bevölkerung im Rakhaing-Staat (Myanmar)
  • Drogenkriege auf den Philippinen und in Mexiko
(https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Kriegen#21._Jahrhundert)


Wir bauen zu viele Mauern und zu wenige Brücken (unbekannt)

tatsächlich - Israel gegenüber Palästina; Europa schottet sich ab; Amerika gegenüber Mexiko
und in den Köpfen - das Boot ist voll, Angst vor Überfremdung und Islamisierung

Friede ist nicht Abwesenheit von Krieg (Spinoza)

Friede ist nicht Abwesenheit von Krieg. Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen und Gerechtigkeit (Spinoza; niederländischer Philosoph des 17. Jahrhundert)

Untugende: Ehrgeiz, Profitgier, Rechthaberei, Geltungssucht, Hinterlist, Gleichgültigkeit, Vulgarität, Selbstmitleid, Trägheit

Das Lied der Deutschen - Nationalhymne

Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand:
|: Blüh im Glanze dieses Glückes,
   blühe, deutsches Vaterland! :|

Heute ist der Friede der Ernstfall (Gustav Heinemann)

Heute ist der Friede der Ernstfall, in dem wir alle uns zu bewähren haben. Hinter dem Frieden gibt es keine Existenz mehr.

Krieg als die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln

Wir können es uns nicht mehr leisten "Krieg als die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln" (Carl von Clausewitz) zu betrachten.

Vierter Weltkrieg mit Stöcken und Steinen

Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen. (Albert Einstein; vgl. http://www.poeteus.de/autor/Albert-Einstein/2)

Über 70 Jahre haben wir in Europa Frieden


Wer an Europa zweifelt, wer an Europa verzweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen. (Jean-Claude Junker)

Damit nicht alles wieder von vorn beginnt, geben wir heute den Toten unsere Stimmen und erinnern die Lebenden an die Schrecken eines Krieges, damit wir nicht nachlassen, uns für den Frieden einzusetzen, bei uns und in der Welt, in der Neigung zu Güte, Vertrauen und Gerechtigkeit (Spinoza), in der Neigung zu Einigkeit und Recht und Freiheit - für das Deutsche Vaterland und für Europa und für die ganze Welt!

Mittwoch, 14. November 2018

Volkstrauertag

18. November 2018


Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum vorletzten Sonntag des Kirchenjahres unter der Nummer 954.71. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte. (Ps 130, 4)

Wochenlieder:

Herr Jesu, Gnadensonne (EG 404 - nicht in Rev. 2014)
Rev. 2014: Herz und Herz vereint zusammen (EG 251)
Rev. 2014: Ein reines Herz, Herr, schaff in mir (EG 389)

Lieder für den Gottesdienst

1. EG 443 V 1,3 Aus meines Herzens Grunde
Psalm 143 - Bitte um Verschonung und Hilfe
2. FT 153 Du bist heilig, du bringst Heil
3. FT 149 Auferstehen, auferstehn
4. FT 140 Dieses Kreuz vor dem wir stehen
5. EG 262 V 1,2 Sonne der Gerechtigkeit
5. EG 262 V 4-7 Tu der Völker Türen auf
6. FT 190 Verleih uns Frieden gnädiglich (Nagel)

Epistel - Röm 8,18-23 - Hoffnung für die Schöpfung

18 Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. 19 Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. 20 Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit – ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat –, doch auf Hoffnung; 21 denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. 22 Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet.

23 Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung unseres Leibes.

Evangelium - Mt 25, 31-46 - Vom Weltgericht

31 Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, 32 und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, 33 und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken.

34 Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! 35 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. 36 Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.

37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? 38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet? 39 Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

41 Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! 42 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. 43 Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht.

44 Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? 45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. 46 Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.

Predigt

Drei Teile

Der Wochenspruch aus dem 2. Korintherbrief setzt dem Sonntag sein Vorzeichen.

Amos 8 ist ein gellendes Gerichtswort gegenüber Israel, letztendlich aber gegenüber der ganzen Welt. Damit hat es an Gültigkeit nichts verloren. 

Jeremia 18 ist einerseits auch noch Gericht - der Töpfer formt seinen Ton, wie er es will -, anderseits aber auch hoffnungsvoller Ausblick: ... wenn sich aber das Volk, gegen das ich geredet habe, von seiner Bosheit bekehrt, so reut mich auch das Unheil, das ich ihm gedachte zu tun ...

Die Predigtideen füge ich in blauer Schrift ein. Den Jeremiatext tausche ich gegen den Schluss des Amosbuches aus. 

Wochenspruch

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi. (2. Kor 5, 10a)

Eine ernste Angelegenheit - wir dürfen durchaus darauf schauen, was gelingt - aber es wird manches sein, was nicht gelungen ist, wo wir anderen wehgetan haben, ihnen schlimmstenfalls Schaden zugefügt haben.

Und der Volkstrauertag mit seinen Erinnerungen an die beiden großen Kriege des letzten  Jahrhundert verschärft den Blick noch einmal.

Amos 8,(1-3) 4-19 Die vierte Vision: ein Erntekorb

81 Gott der HERR ließ mich schauen, und siehe, da stand ein Korb mit reifem Obst. 2 Und er sprach: Was siehst du, Amos? Ich aber antwortete: Einen Korb mit reifem Obst. Da sprach der HERR zu mir: Reif zum Ende ist mein Volk Israel; ich will ihm nichts mehr übersehen. 3 Und die Lieder im Tempel sollen in Heulen verkehrt werden zur selben Zeit, spricht Gott der HERR. Es werden an allen Orten viele Leichname liegen, die man heimlich hinwirft.

Dieser Anfang nimmt für den Kasus "Volkstrauertag" treffend auf: Leichname nach den Feuerstürmen in den Städten, toten Soldaten nach vergeblichem Lauf gegen feindliche Stellungen - das Ende ist gekommen über mein Volk!


Gegen den Wucher der Reichen

4 Höret dies, die ihr die Armen unterdrückt und die Elenden im Lande zugrunde richtet 5 und sprecht: Wann will denn der Neumond ein Ende haben, dass wir Getreide verkaufen, und der Sabbat, dass wir Korn feilhalten können und das Maß verringern und den Preis steigern und die Waage fälschen, 6 damit wir die Armen um Geld und die Geringen um ein Paar Schuhe in unsere Gewalt bringen und Spreu für Korn verkaufen?

  • Sie kennen die Diskussion um die Feiertage - kostet knapp 9 Milliarden Euro. - das Neumond und Sabbat ein Ende haben, dass wir Getreide verkaufen
  • Sie kennen den Trick, dass eine große Packung teurer ist als eine kleinere? - das Maß verringern und den Preis steigern
  • Sie wissen, dass diejenigen, die unsere Kleidung in Asien nähen, unter schlechten Bedingungen arbeiten; aber sie haben ja keine Wahl, wenn sie ihre Familie ernähren wollen - die Armen um Geld und die Geringen um ein Paar Schuhe in unsere Gewalt bringen

Niemals werde ich diese ihre Taten vergessen!

7 Der HERR hat bei sich, dem Ruhm Jakobs, geschworen: Niemals werde ich diese ihre Taten vergessen! 8 Sollte nicht um solcher Taten willen das Land erbeben müssen und alle Bewohner trauern? Ja, es soll sich heben wie die Wasser des Nils und sich senken wie der Strom Ägyptens.
9 Zur selben Zeit, spricht Gott der HERR, will ich die Sonne am Mittag untergehen und das Land am hellen Tage finster werden lassen. 10 Ich will eure Feiertage in Trauer und alle eure Lieder in Wehklagen verwandeln. Ich will über alle Lenden den Sack bringen und alle Köpfe kahl machen und will ein Trauern schaffen, wie man trauert über den einzigen Sohn, und sie sollen ein bitteres Ende nehmen.

Wir müssen gar nicht auf Gottes Gericht schauen - eine Lebensweise, wie unsere Gesellschaft sie im Augenblick praktiziert - ja die ganze westliche Welt, und die anderen versuchen, dies alles noch zu kopieren und zu steigern, weil so unendliche Gewinne locken, wenn man es nur richtig anstellt - so eine Lebensweise auf Kosten der anderen und der Umwelt kann keine Zukunft haben! Da muss Gott gar nicht strafen, das machen wir Menschen schon selbst.


Einst wird man vergeblich nach Gottes Wort verlangen

11 Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der HERR, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des HERRN, es zu hören; 12 dass sie hin und her von einem Meer zum andern, von Norden nach Osten laufen und des HERRN Wort suchen und doch nicht finden werden.

Gott, wozu brauchen wir den heute noch? Wenn es dann ernst wird, erinnert sich der eine oder andere - Not lehrt beten. Aber es funktioniert offensichtlich nicht so, wie man sich das vorstellt - Gott funktioniert nicht so, wie Menschen sich das wünschen: Lieber Gott mach ...

13 Zu der Zeit werden die schönen Jungfrauen und die Jünglinge verschmachten vor Durst, 14 die jetzt schwören bei dem Abgott Samarias und sprechen: »So wahr dein Gott lebt, Dan!«, und: »So wahr dein Gott lebt, Beerscheba!« Sie sollen so fallen, dass sie nicht wieder aufstehen können.

Amos 9,10ff

10 Alle Sünder in meinem Volk sollen durchs Schwert sterben, die da sagen: Es wird das Unglück nicht so nahe sein noch uns begegnen.

Es ist ja nicht so schlimm - Klimawandel hat es schon immer gegeben - wir müssen uns selbst nur wieder stark machen - wenn wir die anderen, die nicht hierher gehören aus unserem Land geschmissen werden, dann wird es schon wieder besser werden - sie alle, die so reden, sind nach dem Wort des Propheten Amos dem Untergang geweiht, damals wie auch heute. Solch eine Lebenseinstellung kann keine Zukunft haben!

Hier wäre eigentlich der Schluss des Predigttextes. 

3) Dieses Kreuz will uns beleben,
deutet in die Ewigkeit,
und im Glauben spür’n wir eben
einen Hauch Unendlichkeit.
Nicht der Tod ist mehr das Ende,
es geht weiter, ganz gewiss;
und das Kreuz steht für die Wende,
dass die Liebe stärker ist.

Amos darf das zukünftige Heil seines Volkes schauen.


Das künftige Heil des Gottesvolkes

11 Zur selben Zeit will ich die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten und ihre Risse vermauern und, was abgebrochen ist, wieder aufrichten und will sie bauen, wie sie vorzeiten gewesen ist, 12 damit sie in Besitz nehmen, was übrig ist von Edom ...

Gott selbst greift ein ...

13 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass man zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und säen wird. Und die Berge werden von Most triefen, und alle Hügel werden fruchtbar sein. 14 Ich will die Gefangenschaft meines Volkes Israel wenden, dass sie die verwüsteten Städte wieder aufbauen und bewohnen sollen, dass sie Weinberge pflanzen und Wein davon trinken, Gärten anlegen und Früchte daraus essen. 15 Ich will sie in ihr Land pflanzen, dass sie nicht mehr aus ihrem Lande ausgerottet werden, das ich ihnen gegeben habe, spricht der HERR, dein Gott.


Gebet an Anfang: Überwinde Trauer und Angst, wecke Vertrauen und Hoffnung in unseren Herzen, dass wir leben lernen nach dem Willen Gottes, unseres Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes. - Lassen Sie uns das ernst nehmen - nie wieder Krieg - kein Reichtum der einen auf Kosten der anderen - ein gerechter Ausgleich zwischen den Völkern, damit jeder mit dem zufrieden sein kann, was er hat - dann haben wir, dann hat unser Land, dann hat die Welt noch eine Zukunft!

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Mit den nachfolgenden Zeilen aus dem Jeremiabuch wollte ich ursprünglich die Predigt beende.

Jeremias 18,1-10 - Das Gleichnis vom Töpfer

1 Dies ist das Wort, das geschah vom HERRN zu Jeremia: 2 Mach dich auf und geh hinab in des Töpfers Haus; dort will ich dich meine Worte hören lassen. 3 Und ich ging hinab in des Töpfers Haus, und siehe, er arbeitete eben auf der Scheibe. 4 Und der Topf, den er aus dem Ton machte, missriet ihm unter den Händen. Da machte er einen andern Topf daraus, wie es ihm gefiel.

5 Da geschah des HERRN Wort zu mir: 6 Kann ich nicht ebenso mit euch umgehen, ihr vom Hause Israel, wie dieser Töpfer?, spricht der HERR. Siehe, wie der Ton in des Töpfers Hand, so seid auch ihr vom Hause Israel in meiner Hand.

7 Bald rede ich über ein Volk und Königreich, dass ich es ausreißen, einreißen und zerstören will; 8 wenn es sich aber bekehrt von seiner Bosheit, gegen die ich rede, so reut mich auch das Unheil, das ich ihm gedachte zu tun. 9 Und bald rede ich über ein Volk und Königreich, dass ich es bauen und pflanzen will; 10 wenn es aber tut, was mir missfällt, dass es meiner Stimme nicht gehorcht, so reut mich auch das Gute, das ich ihm verheißen hatte zu tun.

Gebet an Anfang: Überwinde Trauer und Angst, wecke Vertrauen und Hoffnung in unseren Herzen, dass wir leben lernen nach dem Willen Gottes, unseres Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.

Freitag, 9. November 2018

Moment mal ...

Für die Ausgabe der Meppener Tagespost am 10. November 2018 schrieb ich folgende Zeilen:

Üb immer Treu und Redlichkeit …

… bis an dein kühles Grab und weiche keinen Finger breit von Gottes Wegen ab. - So mussten es vor 80 Jahren Meppener Juden im Garten des SA-Hauses in der Herzog-Arenberg-Straße singen. Sie waren in der Reichspogromnacht durch Meppen getrieben worden und mussten jetzt Gräber ausheben. Welch ein Frevel auf Seiten der Täter aus den Reihen der Meppener SA, die die Tugenden Treue und Redlichkeit mit Füßen traten, und welch eine Angst auf Seiten der Opfer, die sich in die Gräber stellen mussten und nicht wussten, ob die Männer der SA die auf sie gerichteten Pistolen abfeuerten ode nur drohten.

80 Jahre sind seither vergangen - alte Geschichten, die keiner mehr hören will? In den letzten Wochen und Monaten mussten wir es wieder in den Medien hören, sehen und lesen, dass Menschen um ihr Leben und um das ihrer Familien bangten oder durch die Stadt getrieben wurden, weil ein Mob durch die Straßen zog, dumpfe Parolen grölte und perfiderweise für sich in Anspruch nahm, unser Volk zu vertreten oder eine Alternative zur etablierten Gesellschaft darzustellen.

Gegen diese Tendenz gilt es aufzustehen und die Stimme zu erheben: “Üb immer Treu und Redlichkeit bis an dein kühles Grab …” Genau diese - und auch andere - Tugenden sind geeignet, das Miteinander zu gestalten. Jeder, der im Frieden in Deutschland leben will, sollte es sich auf seine Fahne schreiben, dem anderen treu und redlich, offen und ehrlich zu begegnen. Dann muss nichts vertuscht oder unter den Teppich gekehrt werden, Missstände werden benannt und Fehlentwicklungen korrigiert. - Und dabei “weiche keinen Finger breit von Gottes Wegen ab”, denn der hat uns gesagt und gezeigt, wie Leben gelingen kann, nämlich “auf sein Wort hören, Liebe üben und demütig sein vor unserem Gott”. (Micha 6,8)


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Der Entwurf für den 22.09.2018 war der Berichterstattung über den Moorbrand auf der WTD 91 zum Opfer gefallen. 

Hochmut - Demut

“Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade” (1. Petrus 5,5), so lautete vor kurzem ein Wochenspruch. Hochmut - Demut - uralte Begriffe, trotzdem aktuell, wenn wir bedenken, welch ein Riss durch unsere Gesellschaft, durch unsere Welt geht. Jeder setzt die eigenen Position absolut und ist dabei in den Augen des anderen hochmütig, abschätzig, arrogant, herablassend, herrisch, hochnäsig, selbstgefällig, selbstüberzogen, stolz, überheblich, kurz angebunden. Warum? Weil meine Argumente nicht gehört und bedacht werden! “Die da oben machen sowieso, was sie wollen.” Oder umgekehrt: “Der kleine Mann hat doch keine Ahnung von komplexen Sachverhalten.” 

“Gott gibt den Demütigen Gnade …” Die agieren respektvoll, gottesfürchtig, intensiv, ernsthaft, fest, zurückhaltend, gelassen, sehnlich, inständig, nachdrücklich, empathisch, um nur einige sinnverwandte Begriffe zu nennen. “Der Demütige erkennt und akzeptiert aus freien Stücken, dass es etwas für ihn Unerreichbares, Höheres gibt”, so heißt es im Onlinelexikon Wikipedia; oder bezogen auf den zwischenmenschlichen Disput: Der Demütige gesteht dem Gesprächspartner das ernsthafte Ringen um eine möglichst gute und sinnvolle Lösung für alle Beteiligten zu! Dabei darf allerdings Demut nicht mit Unterwürfigkeit oder Duckmäusertum verwechselt oder in diesem Sinn gar vom anderen gefordert werden. Demut erwächst nur aus einer freien Haltung, alles andere ist demütigend.

Wer auf der Straße lauthals brüllt oder im Bundestag mit dem Fuß aufstampft, der wird uns keinen Schritt weiterbringen. Wir sollten deshalb nicht mehr übereinander, sondern miteinander reden. Vielleicht können wir da im kirchlichen Raum mit gutem Beispiel vorangehen, denn auch das steht in der Bibel: “Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott”. (Micha 6,8)