Mittwoch, 3. Oktober 2018

Erntedankfest

7. Oktober 2018


Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Erntedanktag unter der Nummer 954.62. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. (Ps 145, 15)

Wochenlieder:

Ich singe dir mit Herz und Mund (EG 324 - auch Rev. 2014) oder
Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit (EG 502 - nicht in Rev. 2014 - das sehr schade!!!)
Rev. 2014: Gottes Geschöpfe, kommt zuhauf (EG 514 - ist auch ein schönes Lied, das zur Austeilung beim Abendmahl gespielt werden kann)

Lieder für den Gottesdienst

505,1-3 - Die Ernt ist nun zu Ende, der Segen eingebracht
743 - Psalm 104 - Herr, die Erde ist voll deiner Güter
527,1 - Die Herrlichkeit der Erden muss Rauch und Asche werden
527,10 - Wohl dem, der auf ihn trauet
623,1-4 - Die Erde ist des Herrn
508,1-2 - Wir pflügen und wir streuen
461 - Aller Augen warten auf dich Herre (zu Beginn des Abendmahls und vor der Austeilung)
502,1-5 - Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit

Weitere Liedvorschläge finden sich auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Lesung aus dem Alten Testament

Ich habe dann mal auf der Seite "Das Kirchenjahr" gestöbert, was dort für Texte für Erntedank vorschlagen. Ausgesprochen interessant fand ich aus dem Alten Testament Jesus Sirach 11, 14.17-19. Dieser Text soll die erste Lesung sein: 
 
14 Es kommt alles von Gott: Glück und Unglück, Leben und Tod, Armut und Reichtum. 15 Den Frommen gibt Gott Güter, die bleiben; 16 und was er verleiht, das gedeiht immer und ewig.
17 Mancher kargt und spart und wird dadurch reich 18 und denkt, er habe es zu etwas gebracht, 19 und sagt: Nun will ich mir ein gutes Leben machen, essen und trinken von dem, was ich habe –, doch er weiß nicht, dass sein Stündlein so nahe ist und dass er alles anderen lassen und sterben muss. 

Evangelium

Jesus kannte höchstwahrscheinlich diesen Textabschnitt, wenn er die Geschichte vom reichen Kornbauern erzählt. Finde ich faszinierend zu sehen, dass Jesus augenscheinlich auf Quellen zurückgriff. Wir hören das Evangelium aus Lk 12,15-21:

15 Jesus sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.

16 Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen. 17 Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. 18 Und sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte 19 und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut! 20 Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? 

21 So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.

Predigt

Predigen will ich über 5. Mose 8, 6-18. Dieser Text wurde durch die Perikopenrevision von 2014 aus den Marginaltexten in die Predigtreihe IV aufgenommen. 

Schauen wir doch einmal kurz, was die Revision mit den Texten gemacht hat. Bisher kannten wir am Erntedanktag diese Reihenfolge: 

Reihe I - Evangelium Lk 12, (13-14) 15-21 - Der reiche Kornbauer
Reihe II - Epistel 2. Kor 9, 6-15 - Wer kärglich sät, der wird kärglich ernten
Reihe III - Alttestamentliche Lesung Jes 58, 7-12 - Brich dem Hungrigen dein Brot
Reihe IV - 1. Tim 4, 4-5 - Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut
Reihe V - Mt 6, 19-23 - Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden
Reihe VI - Hebr 13, 15-16 - Gott allezeit das Lobopfer darbringen

Reihe I - Jes 58, 7-12 - Brich dem Hungrigen dein Brot
Reihe II - Evangelium Mk 8,1-9 - Die Speisung der Viertausend
Reihe III - Epistel 2. Kor 9, 6-15 - Wer kärglich sät, der wird kärglich ernten
Reihe IV - Alttestamentliche Lesung 5. Mose 8,7-18 - Hüte dich, deinen Gott zu vergessen
Reihe V - Lk 12, (13-14) 15-21 - Der reiche Kornbauer
Reihe VI - 1. Tim 4, 4-5 - Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut

Ob dieses Durcheinandermixen der einzelnen Lesereihen eine wirklich gelungene Revision ist, lasse ich mal als offene Frage stehen. Wer will, kann sich diesen Mix ja mal auf dieser Seite der VELKD anschauen: http://www.velkd.de/downloads/OGTL_Predigtjahrgaenge_I-VI_Sonn-_und_Feiertage_Weitere_Tage.pdf

Gut finde ich speziell für das Erntedankfest, dass 5. Mose 8,7-18 "Hüte dich, deinen Gott zu vergessen" als Text aufgenommen wurde. Darüber will ich ja auch predigen. Aber es erschließt sich mir nicht, warum die Evangeliums- und Epistelreihen jetzt immer wieder verschoben werden. 

Dass Mt 6, 19-23 "Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden" rausgefallen ist, finde ich sehr schade. Über Hebr 13,15-16 "Gott allezeit das Lobopfer darbringen" habe ich nach meiner Erinnerung noch nie gepredigt. 


Nun aber zum Predigttext. Den werde abschnittsweise vorlesen und dann auslegen. 

6 So halte nun die Gebote des HERRN, deines Gottes, dass du in seinen Wegen wandelst und ihn fürchtest.

Dieser Vers ist in der neuen Leseordnung nicht vorgesehen, bildet aber zusammen mit Vers 11 das Fundament des Textes und letztendlich das Fundament des Lebens vor und mit Gott: Halte die Gebote des HERRN!

7 Denn der HERR, dein Gott, führt dich in ein gutes Land, ein Land, darin Bäche und Brunnen und Seen sind, die an den Bergen und in den Auen fließen, 8 ein Land, darin Weizen, Gerste, Weinstöcke, Feigenbäume und Granatäpfel wachsen, ein Land, darin es Ölbäume und Honig gibt, 9 ein Land, wo du Brot genug zu essen hast, wo dir nichts mangelt, ein Land, in dessen Steinen Eisen ist, wo du Kupfererz aus den Bergen haust. 

Die Israeliten kommen in ein Land, in dem sie alles vorfinden, ernten und gewinnen können, was Menschen zu einem auskömmlichen Leben verhilft. Da ist dann auch vieles dabei, was das Leben direkt angenehm macht. Offensichtlich trug das Land schon damals gute Frucht, so wie heute auch. Und ich denke, es ist nicht falsch, wenn wir sagen, dass diese Verse auch auf unser Leben in Deutschland zutreffen. Wir haben genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und in der Regel ein ordentliches Auskommen. Dafür dürfen wir Gott dankbar sein, so wie es der nächste Vers auch sagt. 

10 Und wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den HERRN, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir gegeben hat.

11 So hüte dich nun davor, den HERRN, deinen Gott, zu vergessen, sodass du seine Gebote und seine Gesetze und Rechte, die ich dir heute gebiete, nicht hältst. 

Deinen Gott vergessen ... seine Gebote, Gesetze und Rechte nicht halten ... damit sind wir in der Gegenwart angekommen. Wie oft wird erzählt, dass nach dem 2. Weltkrieg die Kirchen voll waren. Die Zahl der evangelischen Christen im Bereich der Meppener Kirche schoss durch die Flüchtlinge von 1.000 auf 11.000 und es wurden überall die neuen Kirchen gebaut - übrigens auch bei den Katholiken. Wo aber sind all diese Menschen geblieben? Wer folgt heute noch der Aufforderung unseres Predigttextes: "Wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den HERRN, deinen Gott, loben." Der Verfasser unseres Predigttextes sieht sich genötigt, die Warnung, Gott zu vergessen, noch einmal mit Nachdruck zu wiederholen. Er erinnert daran, dass Gott sein Volk Israel durch die Wüste geführt hat. Und wer hat nach dem Krieg hier bei uns nicht gesagt, dass Gott ihn und seine Familie bewahrt hat?

12 Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst 13 und deine Rinder und Schafe und Silber und Gold und alles, was du hast, sich mehrt, 14 dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst, der dich aus Ägyptenland geführt hat, aus der Knechtschaft, 15 und dich geleitet hat durch die große und furchtbare Wüste, wo feurige Schlangen und Skorpione und lauter Dürre und kein Wasser war, und ließ dir Wasser aus dem harten Felsen hervorgehen 16 und speiste dich mit Manna in der Wüste, von dem deine Väter nichts gewusst haben, auf dass er dich demütigte und versuchte, damit er dir hernach wohltäte. 

Was aber passiert, wenn wir Gott vergessen, wenn wir uns nicht vergegenwärtigen, dass Gott uns diese Erde anvertraut hat?

17 Du könntest sonst sagen in deinem Herzen: Meine Kräfte und meiner Hände Stärke haben mir diesen Reichtum gewonnen. 

Am 2. Mai 2018 konnte man bei Focus.de lesen: "Deutschland hat an diesem Mittwoch seine natürlich verfügbaren Ressourcen für 2018 aufgebraucht. Das ergaben Berechnungen der Forschungsorganisation Global Footprint. Die Menschen in Deutschland würden dann für den Rest des Jahres auf Kosten kommender Generationen und der Menschen im Süden leben, teilte die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch mit. ... Wenn alle Menschen weltweit so leben und wirtschaften würden wie in Deutschland, dann bräuchte die Weltbevölkerung drei Erden. ... Der globale Erdüberlastungstag werde im August erwartet. ..." (https://www.focus.de/wissen/klima/deutscher-erdueberlastungstag-ressourcen-fuer-2018-verbraucht-deutsche-leben-ab-dem-2-mai-auf-pump_id_8857459.html)

Genau das passiert, wenn wir denken und dann auch so handeln: "Meine Kräfte und meiner Hände Stärke haben mir diesen Reichtum gewonnen." - Gott, wozu brauchen wir den?!

Aus dieser Sackgasse kommen wir allein, wenn wir dem Text aus dem Mosebuch folgen: 

18 Sondern gedenke an den HERRN, deinen Gott; denn er ist's, der dir Kräfte gibt, Reichtum zu gewinnen, auf dass er hielte seinen Bund, den er deinen Vätern geschworen hat, so wie es heute ist.

Abendmahl

Auf der Seite "Das Kirchenjahr" habe ich das wunderschöne Lied 461 - Aller Augen warten auf dich Herre - gefunden. Das gibt ja auch den Wochenspruch wieder. Deshalb möchte ich es mit der Gemeinde zu Beginn des Abendmahls und vor der Austeilung singen. Da zu dieser Melodie die gesungene Abendmahlsliturgie nicht so recht passt, werde ich die Texte sprechen. Damit ergibt sich folgende Abendmahlsordnung: 
  • Votum
  • EG 461 - Aller Augen warten
  • Vaterunser
  • Einsetzungsworte
  • EG 461 - Aller Augen warten
  • Austeilung - dazu Orgelmusik (soweit der Organist nicht zum Abendmahl kommen möchte; s. oben zu EG 514)

Ausklang des Gottesdienstes

Zum Schluss des Abendmahls danken wir Gott für alles, was er uns schenkt an Seele und Leib. Diesen Dank kleiden wir am Erntedanktag in ein Lied, das gleichzeitig auch unser Schlussgebet ist: 
  • 502,1-5 - Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit
Danach folgt der Segen und das Orgelnachspiel.

Dienstag, 18. September 2018

17. Sonntag nach Trinitatis

23. September 2018


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 17. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.60. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1. Joh 5, 4c)

Wochenlied:

Such, wer da will, ein ander Ziel (EG 346 - auch in Rev. 2014)
Rev. 2014: Herr, öffne mir die Herzenstür (EG 197)

Lieder im Gottesdienst

302,1-3 - Du meine Seele singe
713 - Psalm 25
197,1-3 - Herr, öffne mir die Herzenstür
200,1.2.4.5 - Ich bin getauft auf deinen Namen
137,1.3.4.6 - Geist des Glaubens, Geist der Stärke
390,1-3 - Erneure mich, o ewigs Licht

    Epistel Röm 10, 9-17 (18) - Glaube und bekenne, dann wirst du gerettet

    Da wir eine Erwachsenentaufe im Gottesdienst haben wird die Epistel nicht gelesen. 

    9 Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. 10 Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet. 11 Denn die Schrift spricht (Jesaja 28,16): »Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.« 12 Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. 13 Denn »wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden« (Joel 3,5).

    14 Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? 15 Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht (Jesaja 52,7): »Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die das Gute verkündigen!« 16 Aber nicht alle sind dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaja spricht (Jesaja 53,1): »Herr, wer glaubt unserm Predigen?« 17 So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.

    18 Ich frage aber: Haben sie es nicht gehört? Doch, es ist ja »in alle Lande ausgegangen ihr Schall und ihr Wort bis an die Enden der Welt« (Psalm 19,5).

Evangelium Mt 15, 21-28 - Die kanaanäische Frau

21 Und Jesus ging weg von dort und zog sich zurück in die Gegend von Tyrus und Sidon. 22 Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus diesem Gebiet und schrie: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird von einem bösen Geist übel geplagt. 23 Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten seine Jünger zu ihm, baten ihn und sprachen: Lass sie doch gehen, denn sie schreit uns nach. 24 Er antwortete aber und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.

25 Sie aber kam und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! 26 Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. 27 Sie sprach: Ja, Herr; aber doch fressen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen. 28 Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde.


Taufe


Der Missionsbefehl

Jesus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Röm 6,3-5

Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? 4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. 5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.


Predigttext 1. Mose 6, 9-22 - Noahs Arche

Zur Auswahl stehen für diesen Sonntag drei Alttestamentliche Texte: 
- Jesaja 49, 1-6 - Der Knecht Gottes das Heil Israels und das Licht der Heiden
- 1. Mose 6, 9-22 - Noahs Arche
- 1. Mose 32, 23-32 - Jakobs Kampf am Jabbok

Ich denke zunächst, dass ich über Noahs Arche predigen werde. Derjenige, der auf Gott vertraut, soll Zukunft haben. Über die anderen Texte predige ich in den nächsten Jahren. Die hellgrau geschriebenen Verse werde ich auslassen. Einerseits stellen sie Doppelungen dar. Im Studium hätte ich untersucht, welche Satzteile sich welchen Schriftsteller zuordnen lassen und wie verschiedene Texte ineinander gefügt wurden. Solche Exegese anhand des hebräischen Texte hat zwar Mühe, aber auch viel Freude bereitet. Andererseits trägt es nicht viel aus, wenn ich vorlese, wie groß die Arche sein sollte. 

9 Dies ist die Geschichte von Noahs Geschlecht. Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott. 10 Und er zeugte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet. 11 Aber die Erde war verderbt vor Gottes Augen und voller Frevel. 12 Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden.

13 Da sprach Gott zu Noah: Das Ende allen Fleisches ist bei mir beschlossen, denn die Erde ist voller Frevel von ihnen; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde. 14 Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und verpiche ihn mit Pech innen und außen. 15 Und mache ihn so: Dreihundert Ellen sei die Länge, fünfzig Ellen die Breite und dreißig Ellen die Höhe. 16 Ein Fenster sollst du daran machen obenan, eine Elle groß. Die Tür sollst du mitten in seine Seite setzen. Und er soll drei Stockwerke haben, eines unten, das zweite in der Mitte, das dritte oben.

17 Denn siehe, ich will eine Sintflut kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin Odem des Lebens ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen. 18 Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du sollst in die Arche gehen mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und mit den Frauen deiner Söhne. 19 Und du sollst in die Arche bringen von allen Tieren, von allem Fleisch, je ein Paar, Männchen und Weibchen, dass sie leben bleiben mit dir. 20 Von den Vögeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art und von allem Gewürm auf Erden nach seiner Art: von den allen soll je ein Paar zu dir hineingehen, dass sie leben bleiben. 21 Und du sollst dir von jeder Speise nehmen, die gegessen wird, und sollst sie bei dir sammeln, dass sie dir und ihnen zur Nahrung diene. 22 Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.

Donnerstag, 6. September 2018

15. Sonntag nach Trinitatis

9. September 2018


Hauptgruppe Osnabrück des Gustav-Adolf-Werkes
zusammen mit der Ev.-luth. Gustav-Adolf-Kirchengemeinde in Meppen

175. Jahresfest GAW


Am 8. und 9. September feiert die Hauptgruppe Osnabrück des Gustav-Adolf-Werkes zusammen mit der Ev.-luth. Gustav-Adolf-Kirchengemeinde in Meppen das 175. Jahresfest des Diasporawerkes. Eingeladen sind alle Interessierten aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim, aber auch aus dem Raum Osnabrück. Am Samstag beginnt der Festabend um 18.00 Uhr, am Sonntag der Festgottesdienst um 10.00 Uhr.

Das Jahresfest steht unter dem Motto "Christsein im Nahen Osten". Am Samstagabend hält Prof. Dr. Dr. Martin Tamcke, Professor für Ökumenische Theologie und Orientalische Kirchen- und Missionsgeschichte an der Georg-August-Universität Göttingen und ausgewiesener Kenner der Materie, den Festvortrag zum aktuellen Thema. Die Predigt im Festgottesdienst am Sonntag übernimmt der Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werkes Pfarrer Enno Haaks aus Leipzig.

Programm des 175. Jahresfestes

Samstag, 08. September 2018, 18:00 bis 21:00 Uhr,

Diaspora-Abend im Gemeindehaus der Ev.-luth. Gustav-Adolf-Kirchengemeinde - Herzog-Arenberg-Straße 14, 49716 Meppen

  • Begrüßung: Hartmut Giesecke von Bergh, Vorsitzender des GAW  Hauptgruppe Osnabrück
  • Festvortrag: Prof. Dr. Dr. Martin Tamcke, Göttingen (Professor für ökumenische Theologie)
  • Vorstellung der Projekte des GAW: Enno Haaks (GAW-Generalsekretär, Leipzig)
  • Leben und Arbeit in Deutschland:
  • Stipendiaten des GAW
  • Außerdem:
  • Musik, Imbiss, Tombola, Büchertisch

Sonntag, 09. September 2018, 10:00 Uhr,


  • Festgottesdienste mit Predigern des GAW in Meppen
  • und in anderen Gemeinden des Ev.-luth. Kirchenkreises Emsland-Bentheim


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 15. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.58. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. (1. Petr 5, 7)

Wochenlied:

Auf meinen lieben Gott (EG 345 - nicht in Rev. 2014) oder
Wer nur den lieben Gott lässt walten (EG 369 - auch in Rev. 2014)
Rev. 2014: Solang es Menschen gibt auf Erden (EG 427)

Lieder im Gottesdienst

  • Er weckt mich alle Morgen (EG 452)
  • Psalmgebet 757
  • Wach auf, du Geist der ersten Zeugen (EG 241)
  • Ich steh in meines Herren Hand (EG 374)

Dazu singt Just for Fun unter der Leitung von Maike R. Hofmann
  • Halleluja Jesus
  • Du bist da, wo Menschen leben
  • Meine Zeit steht in deinen Händen


Epistel 1. Petr 5, 5c-11

Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. 6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. 7 Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. 

8 Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. 9 Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen.

10 Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen. 11 Ihm sei die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Evangelium Mt 6, 25-34

Jesus spricht: Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? 26 Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? 27 Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? 28 Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. 29 Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. 30 Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? 31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? 32 Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. 33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. 34 Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

Predigt - Enno Haaks - Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werkes aus Leipzig

13. Sonntag nach Trinitatis

26. August 2018

Nachtrag


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 13. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.56. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. (Mt 25, 40)

Wochenlied:

Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ (EG 343 - nicht in Rev. 2014)
Rev. 2014: So jemand spricht: "Ich liebe Gott" (EG 412)
Rev. 2014: Brich mit dem Hungrigen dein Brot (EG 420)
Rev. 2014: Wenn das Brot, das wir teilen (KHW/HN-EG 632; W-EG 667)

Lieder im Gottesdienst

Wir haben den 4. Sonntag im Monat, somit soll die Musik im Vordergrund stehen. Die Lieder hat unser Organist Herr Detlau-Keire aus dem Beiheft freiTÖNE (fT) ausgesucht. 

Orgelvorspiel fT 102

fT 168,1+2+6+7 - Sonne der Gerechtigkeit
Psalm 139,1-10 - Gott erforscht mich (fT Seite 232f)
fT 25,1-3 - Da wohnt ein Sehnen tief in uns
nach der Predigt : fT 129 - gelesen
fT 177,1-4 - Freunde, dass der Mandelzweig (neue Melodie)
fT 190 - Verleih uns Frieden gnädiglich

Orgelnachspiel fT 158 - Let us break bread together (Lasst uns zusammen das Brot brechen) - wer mag, singt die Strophen 1 und 3 mit

Alttestamentliche Lesung 1. Mose 4, 1-16a*

Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mit Hilfe des HERRN. 2 Danach gebar sie Abel, seinen Bruder. Und Abel wurde ein Schäfer, Kain aber wurde ein Ackermann. 3 Es begab sich aber nach etlicher Zeit, dass Kain dem HERRN Opfer brachte von den Früchten des Feldes. 4 Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer, 5 aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick. 6 Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick? 7 Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie. 8 Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Lass uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. 9 Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein? 10 Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde. 11 Und nun: Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen. 12 Wenn du den Acker bebauen wirst, soll er dir hinfort seinen Ertrag nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden. 13 Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Strafe ist zu schwer, als dass ich sie tragen könnte. [Luther übersetzte: «Meine Sünde ist größer, denn dass sie mir vergeben werden möge.»] 14 Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen und muss unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird mir's gehen, dass mich totschlägt, wer mich findet. 15 Aber der HERR sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden. Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, dass ihn niemand erschlüge, der ihn fände. 16 So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN.

Predigttext 3. Mose 19, 1-3.13-18.33-34

Predigtidee

Die Alttestamentliche Lesung zeigt, wohin es führt, wenn Menschen nicht auf Gottes Wort hören - in die Gottesferne. Adam und Eva müssen das Paradies verlassen. Kain ist eifersüchtig und neidisch auf seinen Bruder Abel, er hört nicht auf Gottes Anrede - Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick?  - und erschlägt seinen Bruder. Daraufhin muss Kain fort "von dem Angesicht des Herrn". 

Der Predigttext dagegen zeigt mit dem Hinweis auf die Gebote einen Weg, wie Leben miteinander gelingen kann. 

Beginnen wir bei Kain und Abel

Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. (Mt 25, 40)
    Wie schön wäre es, wenn hier die Geschichten erzählt werden können, dass einer dem anderen geholfen hat, dass jeder Mensch genug zum Leben hat und dass die Menschen deshalb auch zufrieden und dankbar sind.
    Leider zieht sich eine andere Geschichte wie ein roter Faden durch die Menschheit und auch durch die Bibel: dass Menschen einander Unrecht tun, dass der eine dem anderen übervorteilt, dass einer neidisch ist auf das, was der andere hat, dass Menschen einander umbringen - der Mensch wird des Menschen Wolf.

Warum hören Adam und Eva nicht auf Gottes Gebot? Die Schlange sagt: Ihr werdet sein wie Gott

1 Und die Schlange … sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? 2 Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; 3 aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! 4 Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, 5 sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
    Das Streben des Menschen so sein zu wollen wie Gott zieht sich durch die ganze Menschheitsgeschichte. Deshalb steht diese "mythische" Geschichte auch am Anfang der Bibel. Als Kain seinen Bruder Abel erschlägt wird wahr, was Gott den Menschen Gesagt hatte: "Wenn ihr vom Baum esst, werdet ihr sterben." Damit war keine Strafandrohung gemeint, vielmehr hatte Gott von den Konsequenzen gesprochen, die ein Leben gegen seinen Willen nach sich zieht.

Predigttext 3. Mose 19, 1-3.13-18.33-34

Der HERR redete mit Mose und sprach: 2 Rede mit der ganzen Gemeinde der Israeliten und sprich zu ihnen: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott.
    Heilig ... bezeichnet etwas Besonderes, Verehrungswürdiges und stammt wortgeschichtlich von Heil ab, was sich abgeschwächt noch in heil („ganz“) wiederfindet ... Im allgemeinen Sprachgebrauch ist heilig ein im Zusammenhang mit Religion gebrauchter Begriff mit der zugedachten Bedeutung „einer Sphäre des Göttlichen, Vollkommenen oder Absoluten angehörig“, so etwa bei dem Heiligen Geist, heiligen Schriften, den Heiligen, heiligen Orten oder heiligen Gegenständen. (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Heilig)

    Im Kolosserbrief redet der Apostel die Leser auch mit Heilige an: “So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten …”
3 Ein jeder fürchte seine Mutter und seinen Vater.
Haltet meine Feiertage; ich bin der HERR, euer Gott.
    Luthers Katechismus: Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben.
    Luthers Katechismus: Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern es heilig halten, gerne hören und lernen.
13 Du sollst deinen Nächsten nicht bedrücken noch berauben. 
Es soll des Tagelöhners Lohn nicht bei dir bleiben bis zum Morgen.
    Nicht sein Land ausbreiten, die Rohstoffe beanspruchen, minderwertige Produkte liefern, so dass er sich betroffen und ausgenutzt fühlt
    Luthers Katechismus: Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten.
14 Du sollst dem Tauben nicht fluchen und sollst vor den Blinden kein Hindernis legen, 
denn du sollst dich vor deinem Gott fürchten; ich bin der HERR.

15 Du sollst nicht unrecht handeln im Gericht: 
Du sollst den Geringen nicht vorziehen, aber auch den Großen nicht begünstigen, 
sondern du sollst deinen Nächsten recht richten.

16 Du sollst nicht als Verleumder umhergehen unter deinem Volk. 
    8. Gebot - nicht falsch Zeugnis reden - Gerüchte in die Welt setzen - Fake News - Luthers Katechismus: Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsern Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren.
    Du sollst auch nicht auftreten gegen deines Nächsten Leben; ich bin der HERR. 
      5. Gebot - Luthers Katechismus: Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und beistehen in allen Nöten.
    17 Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, 
    sondern du sollst deinen Nächsten zurechtweisen, 
    damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich lädst. 

    18 Du sollst dich nicht rächen noch Zorn bewahren gegen die Kinder deines Volks. 
    Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der HERR.
      Jesus bei der Frage nach dem größten Gebot.
    33 Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, 
    den sollt ihr nicht bedrücken. 
    34 Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, 
    und du sollst ihn lieben wie dich selbst; 
    denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. 
    Ich bin der HERR, euer Gott.
      Wenn wir so handeln, dann können Geschichten erzählt werden, dass einer dem anderen geholfen hat, dass jeder Mensch genug zum Leben hat und dass die Menschen deshalb auch zufrieden und dankbar sind.
    Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. (Mt 25, 40)

    Das ist unsere Chance, das ist unsere Zukunft.

    11. Sonntag nach Trinitatis

    12. August 2018

    Nachtrag


    Evangelisches Gesangbuch

    Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 11. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.54. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

    Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

    Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

    Wochenspruch:

    Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. (1. Petr 5, 5)

    Wochenlied:

    Aus tiefer Not schrei ich zu dir (EG 299)

    Lieder im Gottesdienst

    Er weckt mich alle Morgen (EG 452)
    Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir - Ps 130 (EG 751)
    Ich steh vor dir mit leeren Händen (EG 382)
    Fürchte dich nicht, gefangen in deiner Angst (EG 595)
    Ich lobe meinen Gott der aus der Tiefe mich holt (EG 585)
    Aus tiefer Not schrei ich zu dir (EG 299,1, die erste Zeile)

    Evangelium - Lukas 18, 9-14 25, 14-30 - Von den anvertrauten Zentnern

    Er sagte aber zu einigen, die sich anmaßten, fromm zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis: 10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. 11 Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. 12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme. 13 Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! 14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

    Predigttext - Hiob 23 - Hiob antwortete Elifas

    Predigtidee

    Einzelne Passagen des Hiobbuches und des Predigttextes werden mit meinen Gedanken verwoben.

    Aus den ersten Kapiteln

    Gott über Hiob: 8 Es ist seinesgleichen nicht auf Erden, fromm und rechtschaffen, gottesfürchtig und meidet das Böse. 

    9 Der Satan antwortete dem HERRN und sprach: Meinst du, dass Hiob Gott umsonst fürchtet? 10 Hast du doch ihn, sein Haus und alles, was er hat, ringsumher bewahrt. Du hast das Werk seiner Hände gesegnet, und sein Besitz hat sich ausgebreitet im Lande. 

    11 Aber strecke deine Hand aus und taste alles an, was er hat: Was gilt's, er wird dir ins Angesicht fluchen!

    Gott lässt sich auf diese absurde Wette ein:

    12 Der HERR sprach zum Satan: Siehe, alles, was er hat, sei in deiner Hand; nur an ihn selbst lege deine Hand nicht. Da ging der Satan hinaus von dem HERRN. (Hiob 1,8-12) 

    Und Hiob verliert alles: Seinen Besitz, sein Vieh, seine Kinder.

    Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt! (Hiob 1,21)

    Satan bekommt von Gott auch noch die Erlaubnis Hiobs Gesundheit zu nehmen. 

    Selbst seine Frau wendet sich gegen ihn: Hältst du noch fest an deiner Frömmigkeit, Hiob? Fluche Gott und stirb! 10 Er aber sprach zu ihr: ... Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen? (Hiob 2,9f)

    Besuch der drei Freunde

    Elifas: So vertrage dich nun mit Gott und mache Frieden; daraus wird dir viel Gutes kommen. 22 Nimm doch Weisung an von seinem Munde, und fasse seine Worte in dein Herz. 23 Bekehrst du dich zum Allmächtigen und demütigst du dich und tust das Unrecht weit weg von deiner Hütte ... 25 so wird der Allmächtige dein Gold sein und erlesenes Silber für dich. ... 29 Denn er erniedrigt die Hochmütigen; aber wer seine Augen niederschlägt, dem hilft er. 30 Auch wer nicht unschuldig ist, wird errettet werden; er wird errettet um der Reinheit deiner Hände willen. (Hiob 22)

    Warum sagt Hiob nicht einfach wie der Zöllner: Gott sei mir Sünder gnädig?

    Hiobs Antwort 23,2 Auch heute lehnt sich meine Klage auf; seine Hand drückt schwer, dass ich seufzen muss. 3 Ach dass ich wüsste, wie ich ihn finden und zu seinem Thron kommen könnte! 4 So würde ich ihm das Recht darlegen und meinen Mund mit Beweisen füllen 5 und erfahren die Reden, die er mir antworten, und vernehmen, was er mir sagen würde. 

    6 Würde er mit großer Macht mit mir rechten? Nein, er selbst würde Acht haben auf mich. 

    7 Dann würde ein Redlicher mit ihm rechten, und für immer würde ich entrinnen meinem Richter! 

    8 Aber gehe ich nun vorwärts, so ist er nicht da; gehe ich zurück, so spüre ich ihn nicht. 9 Ist er zur Linken, so schaue ich ihn nicht; verbirgt er sich zur Rechten, so sehe ich ihn nicht.

    10 Er aber kennt meinen Weg gut. Er prüfe mich, so will ich erfunden werden wie das Gold. 11 Denn ich hielt meinen Fuß auf seiner Bahn und bewahrte seinen Weg und wich nicht ab 12 und übertrat nicht das Gebot seiner Lippen und bewahrte die Reden seines Mundes bei mir. 

    13 Doch er ist der Eine – wer will ihm wehren? Und er macht's, wie er will. 14 Ja, er wird vollenden, was mir bestimmt ist, und hat noch mehr derart im Sinn. 

    15 Darum erschrecke ich vor seinem Angesicht, und wenn ich darüber nachdenke, so fürchte ich mich vor ihm. 16 Gott ist's, der mein Herz mutlos gemacht, und der Allmächtige, der mich erschreckt hat; 17 denn nicht der Finsternis wegen muss ich schweigen, und nicht, weil Dunkel mein Angesicht deckt.

    Eines tut Hiob nicht: Fluche Gott und stirb! Diesen Gefallen tut Hiob Satan nicht. Versuchungsgeschichte Jesu.

    Jesus am Kreuz: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Keine Antwort, aber Auferstehung von den Toten. Antwort an Hiob erfolgt auch erst später.

    Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen? (Hiob 2,9f)

    Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt! (Hiob 1,21)

    Donnerstag, 26. Juli 2018

    9. Sonntag nach Trinitatis

    29. Juli 2018


    Manfred Senftleben beschreibt das Anliegen dieses Sonntags so: "Der 9. Sonntag nach Trinitatis wird durch das Evangelium von den anvertrauten Zentnern bestimmt. Gott hat uns etwas gegeben, das zu vermehren durch unseren eigenen Einsatz möglich ist. Wir werden daran gemessen werden, wie wir diese "Gaben" fruchtbar einsetzen. ..." (http://daskirchenjahr.de/tag.php?name=9ntrinitatis&zeit=Trinitatis)

    Der Wochenspruch setzt dann noch einmal einen besonderen, durchaus verschärfenden Akzent: "Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern." (Lk 12, 48b)

    Wenn ich diesen Anspruch mit dem Predigttext aus dem Buch des Propheten Hesekiel zusammendenke, dann beschleicht mich im ersten Moment schon ein Gefühl der Beklemmung. Welch eine Verantwortung liegt auf dem Propheten, und welche durchaus auch auf dem Prediger?

    Evangelisches Gesangbuch

    Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 9. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.52. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

    Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

    Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

    Wochenspruch:

    Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern. (Lk 12, 48b)

    Wochenlied:

    Rev. 2014: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr (EG 397)
    Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun (EG 497 - auch in Rev. 2014)
    Rev. 2014: Die Erde ist des Herrn. Geliehen ist der Stern (NB-EG 623)

    Lieder im Gottesdienst

    452,1-5 - Er weckt mich alle Morgen
    702 - Psalm 1 - Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen
    354,1-3 - Ich habe nun den Grund gefunden
    494,1-3 - In Gottes Namen fang ich an
    196,1.2.5.6 - Herr, für dein Wort sei hochgepreist
    618,1-3 - Der Friede, den Gott gibt

    Epistel - Phil 3, 7-11

    7 Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. 8 Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, damit ich Christus gewinne 9 und in ihm gefunden werde, dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird. 10 Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleich gestaltet werden, 11 damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten.

    Mt 25, 14-30 - Von den anvertrauten Zentnern

    14 Denn es ist wie mit einem Menschen, der außer Landes ging: Er rief seine Knechte und vertraute ihnen sein Vermögen an; 15 dem einen gab er fünf Zentner Silber, dem andern zwei, dem dritten einen, jedem nach seiner Tüchtigkeit, und zog fort. 16 Sogleich ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit ihnen und gewann weitere fünf dazu. 17 Ebenso gewann der, der zwei Zentner empfangen hatte, zwei weitere dazu. 18 Der aber einen empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn.

    19 Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen. 20 Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte weitere fünf Zentner dazu und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit weitere fünf Zentner gewonnen. 21 Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!

    22 Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit zwei weitere gewonnen. 23 Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!

    24 Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist: Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast; 25 und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde. Siehe, da hast du das Deine. 26 Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe? 27 Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen. 28 Darum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem, der zehn Zentner hat. 29 Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden. 30 Und den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappern.

    Predigttext - Hes 3, 17-19

    17 Du Menschenkind, ich habe dich zum Wächter gesetzt über das Haus Israel. Du wirst aus meinem Munde das Wort hören und sollst sie in meinem Namen warnen. 18 Wenn ich dem Gottlosen sage: Du musst des Todes sterben!, und du warnst ihn nicht und sagst es ihm nicht, um den Gottlosen vor seinem gottlosen Wege zu warnen, damit er am Leben bleibe, – so wird der Gottlose um seiner Sünde willen sterben, aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern. 19 Wenn du aber den Gottlosen warnst und er sich nicht bekehrt von seinem gottlosen Wesen und Wege, so wird er um seiner Sünde willen sterben, aber du hast dein Leben errettet.

    Predigtidee

    Welch eine Aufgabe lastet auf dem Propheten? - Und welch eine Last hat der Prediger heute zu tragen? Inwieweit muss die prophetische Kritik an gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen in der Gegenwart aktualisiert werden?

    Was kritisiert Hesekiel? Lesen wir Kapitel 22 - Kritik an den Fürsten. Es lässt sich nicht alles übersetzen und übertragen, aber diese Kritikpunkte sprechen für sich:
    • Vater und Mutter verachten sie
    • den Fremdlingen tun sie Gewalt und Unrecht an in deiner Mitte
    • die Witwen und Waisen bedrücken sie
    • Du verachtest, was mir heilig ist, und entheiligst meine Sabbate
    • sie entehren ihre eigene Schwiegertochter durch Schandtat
    • sie tun ihren eigenen Schwestern Gewalt an, den Töchtern ihres Vaters
    • Du nimmst Zinsen und Aufschlag und suchst unrechten Gewinn an deinem Nächsten mit Gewalt
    • und mich vergisst du!, spricht Gott der HERR
     Im Altenheim kam das Gespräch darauf, dass die Menschen früher mehr zur Kirche gegangen seien und das der Kirchenbesuch sehr nachgelassen habe, weil die Menschen satt, ja übersatt seien. Die ältere Dame meinte dann: “Wenn die Menschen aufhören zu beten, geht es der Menschheit schlecht!”

    Doch nicht allein Propheten und Prediger stehen in der Verantwortung. Insbesondere in den evangelischen Kirchen wir oft vom "Priestertum aller Gläubigen oder aller Getauften" gesprochen. Bei Wikipedia liest man dazu: "In den evangelischen Landeskirchen bedeutet ... [Priestertum aller Gläubigen] vorrangig, dass alle Gläubigen unmittelbar zu Gott sind und dass das (unverzichtbare) öffentliche Predigtamt (Pastor, Pfarrer) keinen Weihestand konstituiert. In Freikirchen der evangelischen Tradition wird mit dem Begriff hervorgehoben, dass jeder Gläubige der Gemeinde die Aufgaben, die in anderen Kirchen der Pfarrer bzw. Priester ausübt, selbst übernehmen kann. Allerdings gibt es faktisch auch hier in den meisten Fällen Pastoren und durch Segenshandlungen (Ordinationen) bestellte Prediger, Älteste, Evangelisten oder Missionare mit irgendeiner Form von theologischer Ausbildung." (https://de.wikipedia.org/wiki/Priestertum_aller_Gl%C3%A4ubigen)

    Wenn alle Gläubigen unmittelbar zu Gott stehen, dann sind auch sie aufgefordert, das Wort Gottes zu bedenken, auszulegen und im Gespräch mit anderen zu bekennen. Dann gilt auch für sie das Wort Gottes: "Wenn ich dem Gottlosen sage: Du musst des Todes sterben!, und du warnst ihn nicht und sagst es ihm nicht, um den Gottlosen vor seinem gottlosen Wege zu warnen, damit er am Leben bleibe, – so wird der Gottlose um seiner Sünde willen sterben, aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern."

    Gleichwohl bleibt auch Hesekiel nicht bei seinen Gerichtsdrohungen stehen. Von Jesaja, der rund 100 Jahre vor Hesekiel aufgettreten war, hatten wir letzten Sonntag dies gehört:

    1 Dies ist's, was Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat über Juda und Jerusalem: 2 Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, 3 und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des HERRN gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. 4 Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. (Jes 2)

    Und genau hier in Jerusalem - in der Zuwendung der Menschen zu Gott - sieht Hesekiel die Zukunft des Gottesvolkes Israel - und damit letztendlich die Zukunft der Menschheit. Hesekiel sieht, wie der zerstörte Tempel wieder aufgebaut wird (vgl. ab Hes 40). Er sieht es so genau, dass nach seinen Angaben Zeichnungen angefertigt werden können, wie der Tempel ausgesehen haben muss. Aber es geht natürlich nicht allein um das äußerliche Gebäude, es geht um die innerliche Hinwendung der Gläubigen zu Gott.


    Wie dann ein "gottgefälliges" Leben aussieht, kann man an der Mahnung an die Fürsten (Hes 45) ablesen:

    9 So spricht Gott der HERR: Genug, ihr Fürsten Israels! Lasst ab von Frevel und Gewalttat und tut, was recht und gut ist, und hört auf, mein Volk von Haus und Hof zu vertreiben, spricht Gott der HERR. 10 Ihr sollt rechtes Gewicht und rechten Scheffel und rechtes Maß haben. 11 Ein Scheffel und ein Eimer sollen gleich sein, sodass ein Eimer den zehnten Teil von einem Fass hat und ein Scheffel auch den zehnten Teil von einem Fass; nach dem Fass soll man sie beide messen. 12 Und ein Schekel soll zwanzig Gramm haben und ein Pfund fünfzig Schekel.

    Dieser Punkt wird dann im Wikipediaartikel über den Propheten so ausgedrückt: "Der Schwerpunkt der Gebote und Verbote verschob sich bei Ezechiel weg von den Tempelsatzungen und Reinheitsvorschriften hin zu gelebter Mitmenschlichkeit. Die Gebote der Mitmenschlichkeit sind bei Ezechiel:

    • Soziale Satzungen: Schonung von Frauen, Elenden und Armen; dem Hungrigen Brot geben; die Nackten bekleiden
    • Wirtschaftliche Satzungen: Verzicht auf Zins und Zuschlag; Fairness im Handel, d. h. Nutzung fairer und anerkannter Maßeinheiten
    • Allgemeine Regeln: Unrecht vermeiden, Gerechtigkeit suchen, Reue" 

    (vgl. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ezechiel)

    "Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern."

    Donnerstag, 19. Juli 2018

    8. Sonntag nach Trinitatis

    22. Juli 2018


    Evangelisches Gesangbuch

    Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 8. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.51. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

    Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

    Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

    Wochenspruch:

    Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. (Eph 5, 8b-9)

    Wochenlied:

    O gläubig Herz, gebenedei (EG 318 - nicht in Rev. 2014)
    Rev. 2014: Sonne der Gerechtigkeit (EG 262/263)
    Rev. 2014: All Morgen ist ganz frisch und neu (EG 440)

    Lieder im Gottesdienst

    EG 450,1.2.5 - Morgenglanz der Ewigkeit
    EG 449,1.2.5.6 - Die güldne Sonne
    EG 652 - Ich glaube an Gott, den Vater
    EG 620,1-4 - Freunde, dass der Mandelzweig - als Moritat
    EG 293,1.2 - Lobt Gott, den Herrn, ihr Heiden all
    Freitöne 190 - Verleih uns Frieden

    Epistel Eph 5, 8b-14 - Lebt als Kinder des Lichts

    Lebt als Kinder des Lichts; 9 die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. 10 Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, 11 und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. 12 Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. 13 Das alles aber wird offenbar, wenn's vom Licht aufgedeckt wird; 14 denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.

    Evangelium Matthäus 5, 13-16 - Salz und Licht

    13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.

    14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 16 So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

    Predigttext Jes 2, 1-5 - In Zion finden alle Völker Heil und Frieden

    1 Dies ist's, was Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat über Juda und Jerusalem: 2 Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, 3 und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des HERRN gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. 4 Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.

    5 Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des HERRN!

    Predigtidee

    Der Prophet Jesaja ben Amoz schaut die Zukunft Gottes, die Israel - und der Welt - Gottes Frieden verheißt. Was er in der Gegenwart sieht, ist eher zum Verzweifeln. Bedingt durch eine rücksichtslose Wirtschaftspolitik waren große Bevölkerungsteile des Nordreiches Israel verarmt. Einerseits wird Grundbesitz angehäuft: "Weh denen, die ein Haus zum andern bringen und einen Acker an den andern rücken, bis kein Raum mehr da ist und sie allein das Land besitzen!" (Jes 5,8) Andererseits wird das Recht gebeugt: "Weh denen, die unrechte Gesetze machen, und den Schreibern, die unrechtes Urteil schreiben, um die Sache der Armen zu beugen und Gewalt zu üben am Recht der Elenden in meinem Volk, dass die Witwen ihr Raub und die Waisen ihre Beute werden!" (Jes 10,1-2)

    Der Prophet reagierte darauf mit scharfer Kritik, die „Recht und Gerechtigkeit“ für die Armen einfordert. Allein wenn diese Forderung erfüllt wird, wird es eine Zukunft für Israel geben.

    Die Politiker schlugen die Mahnungen in den Wind. Sie verfolgten ihre eigenen Ziele. "Ab 734 wollte das Nordreich Israel mit dem Südreich Juda eine Allianz gegen das expandierende Assyrien bilden. Dagegen riet Jesaja Ahas, dem damaligen König Judas, allein auf JHWH zu vertrauen, den Gott Gesamtisraels." (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Jesaja#Theologie) Die Reaktion der Großmacht Assyrien ließ nicht auf sich warten. 722 v. Chr. wurde das Nordreich erobert und die Bevölkerung deportiert und überall im assyrischen Reich verstreut angesiedelt, so dass die Vertriebenen sich mit der Zeit zwangsläufig ihrer Umgebung anpassen mussten und in der Völkerwelt verschwanden. Von ihnen gibt es keine geschichtlichen Zeugnisse mehr.

    Trotz der klaren Ansage des Untergangs - die sich 722 bewahrheitet - sieht Jesaja für Israel aber auch noch eine Zukunft. Diese Hoffnung richtet sich dabei allein auf Gott, zu dem sich am Ende der Zeiten alle Völker wenden und bekehren werden. Da setzt unser Predigttext ein.

    Ich möchte diese Zeilen durchaus auf unsere Gegenwart beziehen und von meiner Hoffnung sprechen, dass es Frieden in der Welt geben wird, wenn die Menschen ins Jerusalem sich versöhnen, wenn Juden, Christen und Moslems in der Heiligen Stadt ihre Gottesdienste feiern können, ohne dass sich eine Religion gegenüber der anderen rechtfertigen oder gar verteidigen muss.

    Alle drei Weltreligionen beziehen sich auf einen gemeinsamen Anfang, wonach Gott Abraham aus der Völkerwelt aussonderte. Hieran können wir heute anknüpfen und miteinander fragen, was in Gottes Augen der richtige Weg für die Menschheit ist. Dabei dürfen wir nicht auf die fundamentalistischen Positionen der Religionen schauen - Fundamentalismus, der auf Kosten und zu Lasten des anderen sich profiliert, gibt es in allen Religionen.

    Die Botschaft des Propheten Jesaja könnte hier wegweisend sein. Im Blick auf sein Volk fragt Gott: "Wer fordert denn von euch, dass ihr meinen Vorhof zertretet? Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel! Neumonde und Sabbate, wenn ihr zusammenkommt, Frevel und Festversammlung mag ich nicht! Meine Seele ist Feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir eine Last, ich bin's müde, sie zu tragen. Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut. Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen, lasst ab vom Bösen!" (Jes 1,12-16)

    Offensichtlich war man bemüht, religiös und rituell alles richtig zu machen und seinen Einsatz gut zu präsentieren. Dieser "äußerliche" Gottesdienst ist Gott aber ein Gräuel. Mit harten Worten macht er durch seinen Prophet deutlich, dass dieses Verhalten in einer Sackgasse endet. Statt dessen fordert Gott:

    "Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache!" (Jes 1,17) Diese Forderung in der Gegenwart politisch und wirtschaftlich umzusetzen würde allen Menschen auf der Erde eine tragfähige Lebensgrundlage geben.

    Darum: "Kommt nun, ... lasst uns wandeln im Licht des HERRN!"