Freitag, 4. März 2016

Laetare 2016

6. März 2016

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Invokavit unter der Nummer 954.26. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. (Joh 12, 24)

Wochenlied:

Korn, das in die Erde (EG 98) oder
Jesu, meine Freude (EG 396)

Lieder, die wir im Gottesdienst singen:

451,1-4 Mein erst Gefühl sei Preis und Dank
754 Psalm 139
LebensWeisen 53 Du bist da, du bist da
LebensWeisen 54 Stimme, die Stein zerbricht
98, 1-3 Korn das in die Erde in den Tod versinkt
398, 1-2 In dir ist Freude in allem Leide

Die beiden Lieder aus den Lebensweisen wurden bereits am vergangenen Sonntag im Gottesdienst gesungen, als der Posaunenchor die Lieder begleitete. Zur Festigung sollen diese Lieder noch einmal erklingen.

Epistel und Predigttext - 2. Kor 1, 3-7

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, 4 der uns tröstet in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott. 5 Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. 6 Haben wir aber Trübsal, so geschieht es euch zu Trost und Heil. Haben wir Trost, so geschieht es zu eurem Trost, der sich wirksam erweist, wenn ihr mit Geduld dieselben Leiden ertragt, die auch wir leiden. 7 Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: wie ihr an den Leiden teilhabt, so werdet ihr auch am Trost teilhaben.

Evangelium - Joh 12, 20-26

Es waren aber einige Griechen unter denen, die heraufgekommen waren, um anzubeten auf dem Fest. 21 Die traten zu Philippus, der von Betsaida aus Galiläa war, und baten ihn und sprachen: Herr, wir wollten Jesus gerne sehen. 22 Philippus kommt und sagt es Andreas, und Philippus und Andreas sagen's Jesus weiter. 23 Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde. 24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. 25 Wer sein Leben lieb hat, der wird's verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt haßt, der wird's erhalten zum ewigen Leben. 26 Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren.

Predigtideen

Als erstes fiel mit das nachfolgende Gedicht von Rudolf Otto Wiemer ein:

Das Wort

Keins seiner Worte
glaubte ich, hätte er nicht
geschrien: Gott, warum
hast du mich verlassen.
Das ist mein Wort, das Wort
des untersten Menschen.
Und weil er selber
so weit unten war,
ein Mensch, der »Warum« schreit und
schreit »Verlassen«, deshalb könnte man
auch die andern Worte,
die von weiter oben,
vielleicht
ihm glauben.

Paulus sagt: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott. - Und Paulus kann trösten, weil er das Leid selber kennt, er weiß, wovon er spricht. Das spüren die Menschen. Wie bei Jesus.

Zugegeben: Manchmal wünschten wir uns etwa anderes, wir wünschten uns einen, der nicht tröstet, sondern der dazwischenfährt, wir wünschten uns, dass Gott mit der Faust auf den Tisch hat und mit einer Handbewegung aufräumt:

  • mit dem Krieg im Nahen Osten
  • mit dem Flüchtlingsproblem
  • mit dem ungerechten Wirtschaftssystem in der Welt
  • mit der Umweltverschmutzung
  • mit der Klimaerwärmung 
  • und was uns sonst noch so alles in den Sinn kommt

Gott hat es tatsächlich einmal versucht. “Gott, der HERR sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, da reute es ihn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln unter dem Himmel; denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe.” (Gen 6)

Es kam die Sintflut. Bis auf die Familie Noahs kamen alle Menschen um. Warum Noah nicht? “Noah fand Gnade vor dem HERRN. … Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott.” Dann hätte es doch eigentlich gut werden müssen.

Die Sintflut war zu Ende. Noah und seine Familie gingen aus der Arche. Und Noah “baute dem HERRN einen Altar … und opferte Brandopfer auf dem Altar. Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.” Gott ahnte wohl schon, was kam. Noah war der erste Weinbauer, der dann zu tief ins Glas schaute - und in der Folge kam es zu tiefsten Verwerfungen in der Familie (Gen 9,18ff). Und später wollten die Menschen hoch hinaus: “Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen.” (Gen 11) Gott hat auf all dieses menschliche Streben nach der Sintflut nur eine Antwort: “Ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.” (Gen 8)

Gott ist diesem Wort treu geblieben. Er hat sein Volk Israel gesegnet und es durch die Zeiten geführt. Selbst in der tiefsten Dunkelheit des Gerichtes konnte er seinem Volk durch den Mund des Propheten Jesaja noch sagen: “Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser. Ich halte es wie zur Zeit Noahs, als ich schwor, dass die Wasser Noahs nicht mehr über die Erde gehen sollten. So habe ich geschworen, dass ich nicht mehr über dich zürnen und dich nicht mehr schelten will. Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.” (Jes 54,7ff)

Und als die Zeit erfüllt war, schenkte der der Welt mit Jesus Christus seinen Sohn, “damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben”. (Joh 3,16)

Auch dieser Jesus Christus ist einmal aus der Haut gefahren, hat aufgeräumt im Tempel: “Es steht geschrieben (Jesaja 56,7): »Mein Haus soll ein Bethaus sein«; ihr aber habt es zur Räuberhöhle gemacht.” (Lk 19,46) Aber letztendlich ist er einen anderen Weg gegangen. “Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.” (Mt 26,52)

Am Ende der Passionszeit, Karfreitag, da sehen wir zunächst das Kreuz von Golgatha - aus, vorbei! Wir hören in dieser Dunkelheit die verzweifelte Frage des Gottessohnes: “Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” Schon in dieser Frage findet Rudolf Otto Wiemer Trost: “Hätte er nicht geschrien: Gott, warum hast du mich verlassen? Keins seiner Worte glaubte ich.” Doch “weil er selber so weit unten war, … deshalb könnte man auch die andern Worte, die von weiter oben, vielleicht ihm glauben.” Es ist gut, wenn wir zunächst einmal vorsichtig formulieren, nicht vollmundig Gottes oder anderen Trost verkünden.

Am Kreuz von Golgatha bekam der Sohn Gottes keine Antwort auf seine Frage nach dem “Warum?” Diese Antwort erfolgte erst später mit einer Gegenfrage, am dritten Tag, als die Frauen den toten Jesus im Grab salben wollten, ihn herrichten für die Ewigkeit: “Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gedenkt daran, wie er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muss überantwortet werden in die Hände der Sünder und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen.” (Lk 24,5) Im Wochenspruch und im Evangelium haben wir heute gehört: “Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.”

Wenn wir dieses Sterben für uns geschehen lassen, und wir sagen es doch und wir glauben es, dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, dann dürfen wir darauf vertrauen, dass seine Auferstehung für uns Frucht trägt, viel Frucht. Wir dürfen vertrauen, dass Menschen lernfähig sind: “Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.” Wir dürfen hoffen, dass sich Jesu Wort erfüllt: “Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.” Und der Sohn Gottes traut uns zu, dass wir selbst tätig werden: “Ihr seid das Salz der Erde. ... Ihr seid das Licht der Welt. … Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.” (Mt 5)

Warum dürfen wir glauben, dass es Zukunft gibt, warum dürfen wir annehmen, dass unsere schwache Kraft die Welt verändern kann, warum dürfen wir gewiss sein, dass Gott uns nicht fallen lässt?

Keins seiner Worte
glaubte ich, hätte er nicht
geschrien: Gott, warum
hast du mich verlassen.
Das ist mein Wort, das Wort
des untersten Menschen.
Und weil er selber
so weit unten war,
ein Mensch, der »Warum« schreit und
schreit »Verlassen«, deshalb können wir
auch die andern Worte,
die von weiter oben,
ganz bestimmt
ihm glauben.

Amen.

Abendmahl

Das Abendmahl werden wir in der Passionszeit in einer ganz schlichten Form feiern. 

Montag, 29. Februar 2016

Stimme, die Stein zerbricht ...

Bläsergottesdienst in der Passionszeit
28. Februar 2016


Das Lied "Stimme, die Stein zerbricht" stand im Mittelpunkt des diesjährigen Gottesdienstes zum Bläsersonntag. Landeskirchenweit wird dieser Gottesdienst am Sonntag Lätare - auch "Kleines Ostern" genannt - gefeiert (näheres zum Sonntag Lätare habe ich in meinem Blog-Beitrag zum Bläsergottesdienst 2015 geschrieben). Da dann der Posaunenchor aber in der Bethlehem-Kirche spielt, wurde der Gottesdienst in der Gustav-Adolf-Kirche um eine Woche vorgezogen. Als eine Besonderheit kann festgehalten werden, dass neben den Blasintrumenten ein Schlagzeug zum Einsatz kam. So hatten Tempo und Rhythmus der Lieder ein Maß, das nicht ganz gewöhnlich ist für einen Gottesdienst.

Wie in jedem Jahr, wurde der Gottesdienst von den Mitarbeitenden im Posaunenwerk der Landeskirche vorbereitet. Allgemeine Infos findet man mit diesem Link, den Gottesdienstentwurf downloaden kann man hier. In der Gustav-Adolf-Kirche feierten wir nach dieser Ordnung:

Zum musikalischen Vorspiel: Bläserruf und Intrade (Andreas Muntschick)


Lied - EG 166,1-3 Tut mir auf die schöne Pforte


Psalm 90 in Auswahl 

Auf Vorschlag der Mitarbeitenden im Posaunenwerk beteten wir den 90. Psalm in einer sehr kurzen Auswahl:

  • Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
  • Herr, du bist unsre Zuflucht für und für.
    Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
  • Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!
  • Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.
  • Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.
  • Kehre dich zu uns und sei deinen Dienern gnädig!
  • Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.
  • Du, Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände bei uns.
    Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern!

Den ganzen Psalm kann man nachlesen, wenn man diesen Link anklickt.

Lied - LW 53, 1-3 Du bist da 

Dieses bisher in unserer Gemeinde unbekannte Lied war die erste Herausforderung im Gottesdienst. Wer sich einmal einhören möchte, ruft diesen Link auf. 

Kyrie-Bitten 

Hier folgten wir wieder dem Vorschlag aus dem Posaunenwerk. 

Gott, du bist da. Das ist gut.
Manchmal fällt es uns schwer, das zu glauben. Wir sehen dich ja nicht. Hilf uns, trotzdem an dich zu glauben.
Alle: Verlass uns nicht. Sei da, sei uns nahe, Gott.

Jesus, ich denke an dich. Was hast du für uns durchgemacht! Du kennst Angst und Tod.
Wenn wir Angst haben, möchten wir uns am liebsten verkriechen. Entschuldige, wenn wir feige sind. Hilf uns, mutiger zu sein, wo es nötig ist.
Alle: Verlass uns nicht. Sei da, sei uns nahe, Gott.

Heiliger Geist, du schenkst uns das Leben.
Wir Menschen sind manchmal so am Ende, von allen guten Geistern verlassen. Dann könnten wir alles kaputtschlagen. Lass uns auch dann nicht im Stich. Verwandle uns zum Guten.
Alle: Verlass uns nicht. Sei da, sei uns nahe, Gott.

Zuspruch für die Gemeinde

Gott spricht. “Berge mögen von ihrer Stelle weichen und Hügel wanken, aber meine Liebe zu dir kann durch nichts erschüttert werden und meine Friedenszusage wird niemals hinfällig. Das sage ich, der HERR, der dich liebt."

Kollektengebet


Lied EG 326,1.3.5. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut


Lesung des Evangeliums Johannes 12,20-25 

20 Es befanden sich auch einige Griechen unter denen, die zum Fest nach Jerusalem gekommen waren, um Gott anzubeten. 21 Die gingen zu Philippus, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und baten ihn: »Herr, wir wollen Jesus sehen!« 22 Philippus ging zu Andreas und erzählte ihm von ihrem Anliegen. Dann gingen die beiden zu Jesus und berichteten es ihm. 23 Jesus antwortete ihnen: »Die Stunde ist gekommen! Jetzt wird der Menschensohn in Gottes Herrlichkeit aufgenommen! 24 Amen, Amen, das sage ich euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es ein einzelnes Korn. Aber wenn es stirbt, bringt es viel Frucht. 25 Wem sein Leben über alles geht, der verliert es. Aber wer sein Leben in dieser Welt nicht für das Wichtigste hält, wird es bewahren bis ins ewige Leben.«

Lied EG 326, 7+8 Ich will dich all mein Leben lang… 


Glaubensbekenntnis


Predigt zum Lied "Stimme, die Stein zerbricht" und zu Jeremia 23,16-29


Der Predigttext stammt vom 1. Sonntag nach Trinitatis, bisher Predigtreihe IV. Er wurde offenkundig gewählt, weil der letzte Vers Bezug nimmt auf das Lied "Stimme, die Stein zerbricht". Bei Jeremia heißt es: "Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?" (V29)

Pastor Matthias Bochow aus Osnabrück, der die Predigt für diesen Gottesdienst zur Verfügung stellte, schaute auf den Propheten Jeremia, auf Martin Luther, Angela Merkel und auf einen namenlosen alkoholkranken Mann, der im Begriff war, seine Familie zu zerstören. Bochow beschrieb die Szenen, als ob diese vier sich jeweils schlaflos in ihren Betten wälzten, während die Gedanken durch den Kopf zogen. Im Gottesdienstentwurf aus dem Posaunenwerk heißt es dazu: "In mehreren, parallel verlaufenden Sequenzen "ver-sprechen" sich darin Zeit und Gegenwart, Prophteren-/ Bibelwort und Liedtext. Eines legt das andere aus. Die Botschaft verdichtet zu staken, bewegenden Szenen, die Mitwirkende und Zuhörer berühren."

Prophet Jeremia


Jeremia machte den Anfang in der Reihe der Betrachtungen. Der Prophet hörte das Gerichtswort Gottes, das er seinen Mitmenschen weitersagen musste:

So spricht der HERR Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie betrügen euch; denn sie verkünden euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des HERRN. 17 Sie sagen denen, die des HERRN Wort verachten: Es wird euch wohlgehen -‚ und allen, die nach ihrem verstockten Herzen wandeln, sagen sie: Es wird kein Unheil über euch kommen. 18 Aber wer hat im Rat des HERRN gestanden, dass er sein Wort gesehen und gehört hätte? Wer hat sein Wort vernommen und gehört? 19 Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll Grimm und ein schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. 20 Und des HERRN Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen.

21 Ich sandte die Propheten nicht, und doch laufen sie; ich redete nicht zu ihnen, und doch weissagen sie. 22 Denn wenn sie in meinem Rat gestanden hätten, so hätten sie meine Worte meinem Volk gepredigt, um es von seinem bösen Wandel und von seinem bösen Tun zu bekehren.

23 Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist? 24 Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe? spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt? spricht der HERR.

25 Ich höre es wohl, was die Propheten reden, die Lüge weissagen in meinem Namen und sprechen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt. 26 Wann wollen doch die Propheten aufhören, die Lüge weissagen und ihres Herzens Trug weissagen 27 und wollen, dass mein Volk meinen Namen vergesse über ihren Träumen, die einer dem andern erzählt, wie auch ihre Väter meinen Namen vergaßen über dem Baal? 28 Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen? spricht der HERR. 29 Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?

(Jeremia 23,16-29)

Im Anschluss an Pastor Bochow formulierte ich: "Es sind Worte voll Zorn, Worte, die zittern, rütteln, vibrieren, Worte voll Zorn, aber auch Worte voll Kraft."

Am Abschluss der Betrachtungen zu Jeremia, Martin Luther, Angela Merkel und einem unbekannten Alkoholiker wurde immer von einer Mitarbeiterin die einzelnen Strophen des Liedes "Stimme, die Stein zerbricht" gelesen.

  • Stimme, die Stein zerbricht, / kommt mir im Finstern nah, / jemand, der leise spricht: / Hab keine Angst, ich bin da.
  • Sprach schon vor Nacht und Tag, / vor meinem Nein und Ja, / Stimme, die alles trägt: / Hab keine Angst, ich bin da.
  • Bringt mir, wo ich auch sei, / Botschaft des Neubeginns, / nimmt mir die Furcht, macht frei, / Stimme, die dein ist: Ich bin's.
  • Wird es dann wieder leer, / teilen die Leere wir. / Seh dich nicht, hör nichts mehr / und bin nicht bang: Du bist hier.

Als letztes hatte Bochow beschrieben, wie es Jesus in der Nacht in Gethsemane ergangen sein könnte. Diese Beschreibung ließ ich weg und brachte meine eigenen Gedanken. Ich erinnerte an den eingangs gelesenen Prophetentext aus dem Jeremia-Buch. Bei all den Problemen, die zuvor beschrieben worden waren - Alkoholabhängigkeit; Situation der Flüchtlinge in unserem Land; Predigtunlust des Reformators Martin Luther, weil er die Menschen nicht mehr erreicht - , wünschen wir es uns schon so manches Mal, dass Gott endlich mit der Faust dazwischenfährt und aufräumt. Das Gerichtswort des Propheten scheint diesen Wunsch zu verstärken.

So spricht der HERR Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie betrügen euch; denn sie verkünden euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des HERRN. ... 19 Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll Grimm und ein schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. 20 Und des HERRN Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen.

Jeremia erlebte, dass Gott sein drohendes Gerichtswort erfüllte. Und ich frage mich, ob diese Gerichtsworte, die Unrecht und Missbrauch von Macht, Ausbeutung und Vorteilsnahme anprangern, ob diese Worte nicht auch heute noch Gültigkeit haben. Aber es steht auch die Frage im Raum: Was hat die Menschheit angesichts des angedrohten Gerichtes Gottes in 2500 Jahren eigentlich gelernt? Die Antwort muss wohl lauten: NICHTS!

28 Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen? spricht der HERR. 29 Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?

Einen Felsen hat das Wort Gottes zertrümmert, zur Seite geräumt. Das war der Felsen, den sie vor das Grab des toten Jesus gerollt hatten. Die einen hatten mit diesem Felsen all ihre Hoffnungen begraben müssen - “Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde.” (Lk 24,21) -, die anderen hatten einen Schlusspunkt gesetzt hinter ein Kapitel, wo ihr Alltag durcheinander gewirbelt und immer wieder in Frage gestellt wurde. “Herr, wir haben daran gedacht, dass dieser Verführer sprach, als er noch lebte: Ich will nach drei Tagen auferstehen. Darum befiehl, dass man das Grab bewache bis zum dritten Tag, damit nicht seine Jünger kommen und ihn stehlen und zum Volk sagen: Er ist auferstanden von den Toten, und der letzte Betrug ärger wird als der erste.” (Mt 27,63f)

Genau das, was die Oberen des Volkes befürchtet hatten, das hat Gott wahr gemacht. Das ist nun kein Betrug, sondern geglaubte und bezeugte Realität des christlichen Glaubens. Gott hat seinen toten Sohn auferweckt. Nicht der Tod, nicht die Soldaten, nicht der Stein konnten Gottes Willen aufhalten. Das Weizenkorn, das in die Erde gelegt war, trug hundertfältig Frucht.

Die Geschichte des Christentums ist wechselhaft, mit Höhen und Tiefen, mit Licht und Schatten. Dabei hatte der, den wir als den auferstandenen Christus bekennen, es seinen Anhängern mit einfachsten, klar verständlichen Worten ins Stammbuch geschrieben: “36 Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz? 37 Jesus aber antwortete ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«. 38 Dies ist das höchste und größte Gebot. 39 Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3.Mose 19,18). 40 In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. (Mt 22)

Wenn wir mit diesem Wort auf unsere Gegenwart schauen, könnten wir unser Leben wieder in den Griff kriegen.

Lied - LW 54, 1-4 Stimme, die Stein zerbricht, 

Nachdem der Posaunenchor das Lied während der Predigt mehrfach instrumental dargeboten hatte, stand nun der Gesang an.

Abkündigungen


Lied: EG 97, 1.2.4.6 Holz auf Jesu Schulter


Fürbitte und Vaterunser


EG 421 Verleih uns Frieden


Segen


Bläsernachspiel LW 79 Verleih uns Frieden

Eine letzte Herausforderung bot das musikalische Nachspiel. Der Posaunenchor spielte die Melodie zunächst vor. Beim zweiten Durchgang war die Gemeinde zum Mitsingen eingeladen. Wer sich in das Lied einmal einhören möchte, kann dies hier tun.

Auch wenn mancher Gottesdienstbesucher feststellen musste, dass die neueren Lieder nicht ganz so einfach zu singen waren, kann man insgesamt festhalten, dass vom Posaunenwerk ein rundherum schlüssiger, stimmiger und ansprechender Gottesdienstentwurf vorgelegt worden war. Es wird sich lohnen, auch zukünftig das eine oder andere der neueren Lieder in den Gottesdienst einfließen zu lassen.

Nullanfängerlehrgang für Blechblasinstrumente

Der Leiter des Posaunenchores Johannes Drenger lädt wieder zu einem so genannten "Nullanfängerlehrgang für Blechblasinstrumente" ein. Dieser Lehrgang richtet sich an Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren und soll - wenn möglich - in den Osterferien beginnen. Drenger schreibt: "Wenn du willst und „Bock“ hast, dann melde Dich bei mir und komme einfach zu unserem Info-Tag."

Samstag, 19. März 2016
10:00 Uhr
Ev. Gemeindehaus der GAK, Herzog-Arenberg-Straße 14

Wer kann mitmachen? 

Jeder, der Lust hat ein Blech-blasinstrument - Trompete und Flügelhorn in der hohen Frauenstimmlage und Tenorhorn und Euphonium in der tiefe Männerstimmlage - zu erlernen. Wer Zugposaune spielen möchte, sollte erst mit Tenorhorn oder Euphonium anfangen. Die oberen zweiten Schneidezähne sollten möglichst da sein.

Voraussetzungen: 

Die Bereitschaft Noten zu lernen. Die Bereitschaft täglich 20-30 Min. mit dem Instrument zu üben.
Dauer: Falls möglich ab April (Osterferien) samstags  vormittags. Anschließend dann regelmäßig wöchentlich ca. 90 min. Der Übungstag muss SAMSTAGS sein, da  die Ausbilder berufstätig sind. Im Anschluss an die Ausbildung besteht die Möglichkeit als Jungbläser im Posaunenchor Meppen oder Haselünne mitzublasen.

Kontakt und weitere Informationen

Posaunenchor Meppen
Johannes Drenger

Auch die musikalische Ausbildung für Erwachsene ist möglich. Bitte nehmen Sie Kontakt mit Herrn Drenger auf.

Samstag, 13. Februar 2016

Invokavit 2016

14. Februar 2016

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Invokavit unter der Nummer 954.23. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. (1. Joh 3, 8b)

Wochenlied:

Ein feste Burg ist unser Gott (EG 362) oder
Ach bleib mit deiner Gnade (EG 347)

Lieder, die wir im Gottesdienst singen:

168,1-3 - Du hast uns, Herr, gerufen
716 - Psalm 31
362,1-3 - Ein feste Burg ist unser Gott
652 - Ich glaube an Gott, den Vater
295,1-4 - Vertraut den neuen Wegen
168,4-6 - Wenn wir jetzt weitergehen

Epistel - Hebr 4, 14-16

Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. 15 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. 16 Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.

Evangelium - Mt 4, 1-11

Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. 2 Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. 3 Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. 4 Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht."

5 Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels 6 und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben (Psalm 91,11.12): "Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt." 7 Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5. Mose 6,16): "Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen."

8 Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 9 und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. 10 Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! denn es steht geschrieben (5. Mose 6,13): "Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen." 11 Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel zu ihm und dienten ihm.

Predigtnotizen

Wochenspruch: Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. (1. Joh 3, 8b) - Das Werk des Teufels: Menschen von Gott abbringen ...

Genesis 3: Ihr werdet sein wie Gott!

1 Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? 2 Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; 3 aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! 4 Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, 5 sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

Aufklärung

Immanuel Kant: Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. ... Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (https://de.wikipedia.org/wiki/Beantwortung_der_Frage:_Was_ist_Aufkl%C3%A4rung%3F)

Genesis 4: Soll ich meines Bruders Hüter sein?

Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick. 6 Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick? 7 Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie. - 8 Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Lass uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. 9 Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?

Faulheit und Feigheit

Immanuel Kant: Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben ... (a.a.O.)

Genesis 5: Gottes Versuch einer Revision ...

5 Als aber der HERR sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, 6 da reute es ihn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen 7 und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde. 8 Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN. ... Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott.

Genesis 8: Die Sintflut hat es nicht gebracht ...

21 Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. 22 Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Genesis 11: … damit wir uns einen Namen machen ...

1 Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. ... 3 Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder. ...

Kategorischer Imperativ

Immanuel Kant: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ - Der vernunftbegabte Mensch handelt aus Pflichtbewusstsein dem Gesetz entsprechend. (https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ)

Der Verlust der Mitte 

(DIE ZEIT Nr. 4/2016, 21. Januar 2016 - http://www.zeit.de/2016/04/deutschland-wirtschaft-linke-diskurs-mitte-rechte)

Deutschland geht es wirtschaftlich bestens, aber das Land ist zerrissen wie selten zuvor: Hypermoral von links, blanke Gewalt von rechts.

Links soll "jede ethnische, kulturelle oder sexuelle Differenz soll unter staatlichen Schutz gestellt werden" ... rechts wird "dieser als gouvernantenhaft empfundenen Bevormundung in Fragen der Weltbeschreibung durch immer unverhohlenere Gewaltandrohungen das entgegensetzt, was man für den gesunden Menschenverstand hält".

Wenn wir von einem gelungenen Werk des Teufels sprechen wollen, dann ist es diese Zerrissenheit.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

3 Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. 4 Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht."

Ich bin der Herr, dein Gott

8 Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 9 und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. 10 Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! denn es steht geschrieben (5. Mose 6,13): "Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen."

  • Der Glaube an diesen Gott macht stark gegen eine “gouvernantenhafte Bevormundung von links”, aber auch gegen den sog. “gesunden Menschenverstand von rechts”. 
  • Der Glaube an diesen Gott führt den “Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit”. 
  • Im Glauben an diesen Gott handelt der “vernunftbegabte Mensch aus Pflichtbewusstsein dem Gesetz” Gottes, seinen Geboten entsprechend. 

Und siehe, da traten Engel zu ihm und dienten ihm.


Mittwoch, 27. Januar 2016

Sexagesimae 2016

31. Januar 2016

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Sexagesimae - 60 Tage bis Ostern - unter der Nummer 954.21. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht. (Hebr 3, 15)

Wochenlied:

Herr, für dein Wort sei hoch gepreist (EG 196 - auch in Rev. 2014) oder
Es wolle Gott uns gnädig sein (EG 280 - nicht in Rev. 2014)
Rev. 2014: Wohl denen, die da wandeln (EG 295)

Lieder, die wir im Gottesdienst singen:

451,1-4 - Mein erst Gefühl sei Preis und Dank
748 - Psalm 119 Erhalte mich, Herr, durch dein Wort
196,1-4 - Herr, für Dein Wort sei hoch gepreist
198,1.2 - Herr, dein Wort, die edle Gabe
199,1-4 - Gott hat das erste Wort
409,1-8 - Gott liebt diese Welt

Epistel - Hebr 4, 12-13

Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. 13 Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.

Erste Predigtideen

Das Wort Gottes trifft einen Menschen - schärfer als ein zweischneidiges Schwert. Das macht Angst. Wenn wir es ernst nehmen, können wir nur zurückschrecken bzw. müssen wir unser Leben überdenken.

Schuster Wilhelm Voigt
Der Schuster Wilhelm Voigt ist nach seiner Haft bei seiner Schwester und deren Mann Friedrich untergekommen.  Als er mit seinem Schwager über den Sinn des Lebens diskutiert, fallen diese Sätze:

 „Und denn, denn stehste vor Gott, dem Vater, ….und der fragt dir ins Jesichte: Willem Voigt, wat haste jemacht mit deine‘ Leben. Und da muss ick sagen: Fußmatten, muss ick sagen, die hab ick jeflochten im Jefängnis. …. Det sachste vor Gott, Mensch.

Aber der sacht zu dir: Jeh weck, sacht er! Ausweisung! Sacht er. Dafür hab ick dir det Leben nicht jeschenkt! Sacht er. Det biste mir schuldig. Wo is et? Wat haste mit jemacht?“

(Carl Zuckmayer, Der Hauptmann von Köpenick, Frankfurt am Main, Fischer Taschenbuch Verlag 1977, S. 91)

Berliner Taxifahrer
Letztens las ich in der Zeitung, dass ein Berliner Taxifahrer - der könnte aber auch überall sonst in Deutschland oder auf der Welt leben - seinem Fahrgast gesagt habe, dass er die Bibel nicht lesen würde, Dann müsste er ja sein Leben ändern. - Wie wahr! Was würde dieser Mensch eigentlich zum Wochenspruch sagen: Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.

Mose bei seiner Berufung
Gott spricht: "... so geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst." Mose sprach zu Gott: "Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe und führe die Israeliten aus Ägypten?" Er sprach: "Ich will mit dir sein." (Ex 3,10ff)

Jesaja bei seiner Berufung
In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron und sein Saum füllte den Tempel ... Da sprach ich: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den HERRN Zebaoth, gesehen mit meinen Augen. Da flog einer der Serafim zu mir und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm, und rührte meinen Mund an und sprach: Siehe, hiermit sind deine Lippen berührt, dass deine Schuld von dir genommen werde und deine Sünde gesühnt sei. (Jes 6,1ff)

Jeremia bei seiner Berufung
Und des HERRN Wort geschah zu mir: Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker. Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung. Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR. (Jer 1,4ff)

Der Fischzug des Petrus
Jesus sprach zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! 5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen. 6 Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. ... 8 Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. ... Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. 11 Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Gott aber gibt Kraft!
"Ich will mit dir sein." - Siehe, hiermit sind deine Lippen berührt, dass deine Schuld von dir genommen werde ... - Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR. - Fürchte dich nicht!

Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.

Was will Gott?
Was will Gott? - Vorher: Was wollen Menschen? Macht und Einfluss über andere. Spaß und Konsum - man gönnt sich ja sonst nichts. Nach Gott fragen weder die einen noch die anderen; die einen fürchten um ihre Position, die anderen um ihr Gewissen.

Deshalb wurde - und wird - zwar immer wieder von Gott geredet, aber Gott wird dann zum großen Aufpasser. Die Mächtigen wollen seine Macht für sich gebrauchen, die Schwachen fürchten diese Macht, weil sie sie noch kleiner macht. Es ist ein Teufelskreis.

Aber Gott sagt: Fürchte dich nicht! Ich bin mit dir! Ich reinige dich von Schuld! Unter diesem Vorzeichnen noch einmal auf den Predigttext schauen.

Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig ...

Psalm 119 in diesem Gottesdienst: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg ...

Konfirmationssprüche aus dem letzten Jahr:

  • Gott ist die Liebe
  • Gott hat seinen Engeln befohlen
  • Gott ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz
  • Glaube, Hoffnung, Liebe
  • Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.
  • Gesegnet sei der Mensch, der sich auf den HERRN verlässt
  • … bei dir ist die Quelle des Lebens
  • … selig werden
  • … die Krone des Lebens geben
  • Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben.
  • Was der Mensch sät, das wird er ernten.
  • Ich bin das Licht der Welt.
  • Meine Zeit steht in deinen Händen
  • Bittet, … suchet, … klopfet an ...
  • Ich bin die Auferstehung und das Leben

und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, 
und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein,
und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.

Wäre es nicht manchmal besser, den Maßstab Gottes anzulegen, bevor wir handeln und Unheil hervorbringen? Die Situation von Wilhelm Voigt war zwar zum Verzweifeln - keine Aufenthaltserlaubnis, keine Arbeit - keine Arbeit, keine Aufenthaltserlaubnis - aber der Einbruch ins Bürgermeisteramt brachte ihm auch keine Zukunft, sondern 10 Jahre Zuchthaus. Und umgekehrt, hätte das Wort Gottes die Verantwortlichen, die sich ganz bestimmt als gute Christen bezeichnet haben, nicht auch zum Einlenken, zum Nachdenken bringen müssen? - Als strafmildernden Umstand ließ das Gericht hingegen gelten, dass er „nach Verbüßung seiner letzten Strafe ernst und - soweit es an ihm lag - erfolgreich bemüht gewesen ist, sich seinen Lebensunterhalt ehrlich zu erwerben, und auf dem besten Wege war, ein nützliches Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft zu werden, dass aber dieses Bemühen ohne seine Schuld vereitelt und er wieder auf den Weg des Verbrechens gedrängt worden ist.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Hauptmann_von_K%C3%B6penick)

Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern
es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes,
dem wir Rechenschaft geben müssen.

Wenn Menschen das bewusst wäre, müsste manche Entscheidung anders ausfallen. Der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel hat diesen Gedanken in einem Interview mit der Zeit im Jahr 2007 einmal auf beeindruckende Weise ausgeführt (http://www.zeit.de/2007/14/Sterben-Interview):

ZEIT: Was sind die Kriterien für ein gelungenes oder zufriedenes Leben?

Vogel: Man sollte beim Blick in den Spiegel sagen können: Insgesamt hast du es, gemessen an den ethisch-moralischen Regeln, oder einfacher, an den Zehn Geboten, im Ganzen erträglich bewältigen können. Das zweite Kriterium ist für mich: Was hast du für deine Mitmenschen tun können? Hast du geholfen, ihnen das Leben erträglicher zu machen? Was hast du für das Gemeinwesen getan? Hast du nur kritisierend danebengestanden und alles besser gewusst, oder hast du dich selber engagiert?

ZEIT: Die meisten Menschen fürchten den Tod, weil das Leben dann nicht mehr korrigierbar ist.

Vogel: ... ich glaube schon, dass man vom Herrgott in ein ernstes Gespräch über sein Leben gezogen wird - andere nennen das »Gericht« - und dass einem dabei dies und jenes vorgehalten wird, man sich also zu rechtfertigen hat.

Das nächste Zitat von Vogel stammt zwar aus einem anderen Zusammenhang des Gespräches, bringt aber m.E. Vogels Zuversicht auch angesichts des Gerichtes, des ernsten Gespräches mit Gott zum Ausdruck: "... da schlägt meine Überzeugung durch, dass das Leben in Gottes Hand liegt."

Soweit dieses Interview.

Abschließend noch einmal ein Blick auf Psalm 119, der eingangs gebetet wurde:

Wenn ich schaue allein auf deine Gebote,
so werde ich nicht zuschanden.
Öffne mir die Augen,
dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz.
Zeige mir, Herr, den Weg deiner Gebote,
dass ich sie bewahre bis ans Ende.

Würde es sich unter diesen Umständen nicht doch ab und zu Lohnen, die Bibel zu lesen, auch wenn wir dann unser Leben in Frage stellen müssten? Wir können doch eigentlich nur gewinnen.

Evangelium - Lk 8, 4-8 (9-15)

Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus den Städten zu ihm eilten, redete er in einem Gleichnis: 5 Es ging ein Sämann aus, zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf. 6 Und einiges fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. 7 Und einiges fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten's. 8 Und einiges fiel auf gutes Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

9 Es fragten ihn aber seine Jünger, was dies Gleichnis bedeute. 10 Er aber sprach: Euch ist's gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen, den andern aber in Gleichnissen, damit sie es nicht sehen, auch wenn sie es sehen, und nicht verstehen, auch wenn sie es hören.

11 Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes. 12 Die aber auf dem Weg, das sind die, die es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden. 13 Die aber auf dem Fels sind die: wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Doch sie haben keine Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. 14 Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und bringen keine Frucht. 15 Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.

Mittwoch, 20. Januar 2016

Septuagesimae 2016

24. Januar 2016

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Sonntag Septuagesimae unter der Nummer 954.20. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Es ist der 4. Sonntag im Monat und damit feiern wir einen musikalischen Gottesdienst:

  • Orgel und Flötentrio 
  • Triosonate von Antonio Lotti, aufgeteilt vor und nach der Predigt, wie dies der alten Kantatenpraxis entspricht

Zu der Triosonate in C-Dur von Antonio Lotti kommen - ebenfalls in C-Dur - Präludium und Fuge in C-Dur BWV 531 von Johann Sebastian Bach als musikalischer Rahmen des Gottesdienstes hinzu. Spielfreude, bewegte Passagen und ein Schwingen, das ganz vom Barock geprägt Kraft und Harmonie spendet, zeichnet beide Werke aus. Das Präludium erklingt als Vorspiel und die Fuge als Nachspiel zum Gottesdienst.

Dazu diese Lieder:

  • 452,1-5 Er weckt mich alle Morgen
  • 716 - Psalm 31
  • 385,1-2 Mir nach, spricht Christus, unser Held
  • 252,1.2.8.9 Jesu der du bist alleine

Wochenspruch:


Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. (Dan 9, 18)

Wochenlied:

Es ist das Heil uns kommen her (EG 342 - auch in Rev. 2014) oder
Gott liebt diese Welt (EG 409 - nicht in Rev. 2014)
Rev. 2014: Er weckt mich alle Morgen (EG 452)

Epistel - 1. Kor 9, 24-27

Wisst ihr nicht, dass die, die in der Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber einer empfängt den Siegespreis? Lauft so, dass ihr ihn erlangt. 25 Jeder aber, der kämpft, enthält sich aller Dinge; jene nun, damit sie einen vergänglichen Kranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen. 26 Ich aber laufe nicht wie aufs Ungewisse; ich kämpfe mit der Faust, nicht wie einer, der in die Luft schlägt, 27 sondern ich bezwinge meinen Leib und zähme ihn, damit ich nicht andern predige und selbst verwerflich werde.

Läufer bei den Panathenäischen Spielen (Vase, ca. 530 v. Chr.).

https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AGreek_vase_with_runners_at_the_panathenaic_games_530_bC.jpg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a9/Greek_vase_with_runners_at_the_panathenaic_games_530_bC.jpg
By No machine-readable author provided. MatthiasKabel assumed
(based on copyright claims). [GFDL, CC-BY-SA-3.0  or CC BY 2.5, via Wikimedia Commons

Evangelium - Mt 20, 1-16a

Jesus sprach: Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. 2 Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. 3 Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Markt stehen 4 und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. 5 Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. 6 Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da? 7 Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg.

Mosel, Arbeiter im Weinberg

https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ABundesarchiv_B_145_Bild-F001991-0009%2C_Mosel%2C_Arbeiter_im_Weinberg.jpg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c9/Bundesarchiv_B_145_Bild-F001991-0009%2C_Mosel%2C_Arbeiter_im_Weinberg.jpg
Bundesarchiv, B 145 Bild-F001991-0009 / Brodde / CC-BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

8 Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. 9 Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen. 10 Als aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen. 11 Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn 12 und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. 13 Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? 14 Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem letzten dasselbe geben wie dir. 15 Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin?

16 So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

Predigtnotizen

70 Tage bis Osten, so zählt der heutige Sonntag. Wenn ich die vor und liegende Zeit in den Blick nehme, dann steht uns das bevor: ausschweifendes Leben im Karneval, auch die 5. Jahreszeit genannt - man lebt nur einmal  - wir lassen uns das Feiern nicht verbieten, nicht von den Nachbarn, auch nicht von der Polizei - Mainz Helau (eine Erklärung leitet „Helau“ von Halleluja ab.) und Kölle Alaaf (Ursprünge des Wortes „all af“ („alles ab“ / „alles weg“) auch in Trinksprüchen legen Inschriften auf Bartmännern nahe; vgl. zu Helau und Alaaf  https://de.wikipedia.org/wiki/Narrenruf) - nach uns die Sintflut - dann kommt am Aschermittwoch der große Katzenjammer - die Fastenzeit, Passionszeit - zu Tode betrübt, alles vorbei - Karfreitag werden wir wieder die klagen hören, dass es keine laute Musik geben darf, dass nicht getanzt werden darf, die Christen seien Spaßbremsen - Christen wissen: Das Leiden, das Stillesein, das gehört zum Leben dazu. Und Osten hören wir es dann: Er ist auferstehen, wahrhaftig auferstanden, er lebt! Halleluja!

Zwischen diesen Polen spielt unser Leben. Damit beschreibt der heutige Sonntag unser Leben. Der Apostel Paulus beschreibt das Leben vom Sport her.

"Wisst ihr nicht, dass die, die in der Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber einer empfängt den Siegespreis? Lauft so, dass ihr ihn erlangt."

Der Apostel Paulus vergleicht unser Leben mit einem Wettkampf. Und er wundert sich: Im Wettkampf wollen alle den Sieger Preis. Und im Leben? Oder das, was Paulus am Herzen liegt: im Glauben? Der Apostel hat für sich beschlossen: er will die Krone des Lebens erringen. Mit vollem Einsatz. Nicht wie einer, der seinen Gegner mit Faustschlägen in die Luft, mit einer großen Klappe beeindrucken will. Paulus kämpft mit vollem Einsatz. … damit ich nicht andern predige und selbst verwerflich werde. Mit dieser Lebensführung, mit diesem Einsatz hat Paulus viele Menschen für Christus gewonnen. Paulus rühmt sich nicht seiner selbst, wenn es etwas zu rühmen gibt, dann Gott. “Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an ihm teilzuhaben.”

»Passion and transformation« So lautet der Slogan der Olympischen Spiele, die genau in einem halben Jahr in Rio de Janeiro stattfinden. »Passion und Transformation« – Eine starke Überschrift: »Leidenschaft und Verwandlung«. (die Idee, das olympische Motto in den Zusammenhang der Predigt zu stellen, habe ich bei meinem Kollegen Pastor Stephan Jacob gefunden: http://www.velkd.de/downloads/17_24-01-2016.pdf)

Das, was Paulus für den Glauben beschreibt und was das olympische Motto zum Ausdruck bringt - mit vollem Einsatz alles dran gesetzt, das gestreckte Ziel zu erreichen, das können wir heute auf unser Leben, auf unseren Alltag übertragen. Und wie erleben es auch - nur mit negativen Vorzeichen. Jeder für sich, jeder ist sich selbst der Nächste. Gewinnmaximierung auf Kosten der anderen. Nicht nur in der Werbung, sondern schon bei uns selbst. “Wir lassen uns das Feiern nicht verbieten, nicht von den Nachbarn, auch nicht von der Polizei.” Rücksichtnahme, teilen, abgeben, zurückstecken?

Das Evangelium geht einen anderen Weg. In der Begrüßung haben wir gehört: “Heute setzen wir uns mit dem Thema „Gerechtigkeit und Gnade“  auseinander.” Die Geschichte haben Sie ja noch in Erinnerung. Wenn der Weinberg Besitzer am Ende jeden Arbeiter gleich viel Geld gibt, stört es zwar unser Gerechtigkeitsempfinden, aber die Frage ist doch berechtigt: “Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem letzten dasselbe geben wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin?” Noch einmal ein Satz aus der Begrüßung: “… Wir sind gefordert, die Perspektive zu wechseln, einen anderen Blick einzunehmen.”

Wie viele Tagelöhnerfamilien hatte der Arbeitgeber mit diese Einstellung wieder über den Tag gebracht, wie viele Kinder hatten zumindest einen Tag lang zu essen bekommen? Für Jesus und für Paulus war das eine Frucht des Glaubens; sozialer Einsatz ist immer eng mit dem Glauben verbunden.

Die einmal werfen wir einen Blick auf die vor uns liegende Zeit: feiern - ja, warum nicht, es muss ja nicht immer in Ausschweifung und Betrinken ausarten, aber dann auch wieder zum Ernst des Lebens zurückkehren - auch nicht alles immer bierernst nehmen und verbissen sehen. - Olympisches Motto »Passion and transformation« - Leiden und Verwandlung - Jesus Christus ist seinen Weg durch die tiefste Passion gegangen. Er hat sich den Menschen und Gott zugewandt: Kehrt um, den das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. “Du sollst Gott deinen Herrn, lieben von ganzen Herzen … und deinen Nächsten wie dich selbst.” Für alle, die diese Botschaft gelten ließen, hat sich ihr Leben verwandelt, transformiert. Von den Etablierten, den Mächtigen wurde Jesus dafür angefeindet und ans Kreuz geschlagen und getötet.

Trotz dieses Endes wissen wir: Es führt kein Weg am Miteinander und an der Verständigung vorbei. Rücksichtnahme und Voraussicht. Nur auf diese Weise können wie unsere Welt verwandeln.

Am Ende in 70 Tagen steht Ostern, deshalb heute der Name Septuagesimae. Und Ostern werden wir hören und es weitersagen:

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!

Freitag, 1. Januar 2016

Epiphanias 2016

6. Januar 2016

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Epiphaniastag unter der Nummer 954.13. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Nach dem Gottesdienst sind die Mitarbeitenden der Gustav-Adolf-Kirchengemeinde zum Empfang ins Gemeindehaus eingeladen.

Wochenspruch:

Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt. (1. Joh 2, 8)

Wochenlied:

Wie schön leuchtet der Morgenstern (EG 70) oder
O König aller Ehren (EG 71)

Lieder:

  • Musikalisches Vorspiel
  • Begrüßung
  • EG 52,1-6 Wisst ihr noch wie es geschehen
  • 740 Psalm 100
  • Liturgie
  • Evangelium
  • Glaubendbekenntnis
  • EG 544,1-4 Stern über Bethlehem
  • Predigt
  • EG 72,1-3 O Jesu Christe, wahres Licht
  • Abkündigungen
  • EG 407,1-3 Stern auf den ich schaue
  • Fürbitte, Vaterunser, Segen
  • EG 44,1-3 O du fröhliche
  • Musikalisches Nachspiel


Epistel und Predigttext: Eph 3, 2-3a.5-6

Ihr habt ja gehört, welches Amt die Gnade Gottes mir für euch gegeben hat: 3 Durch Offenbarung ist mir das Geheimnis kundgemacht worden. ... 5 Dies war in früheren Zeiten den Menschenkindern nicht kundgemacht, wie es jetzt offenbart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist; 6 nämlich dass die Heiden Miterben sind und mit zu seinem Leib gehören und Mitgenossen der Verheißung in Christus Jesus sind durch das Evangelium.

Erste Predigtideen

Paulus war der erste, der über die Grenzen des Volkes Israel hinaus missionierte. Er wollte bis an Ende der damals bekannten Welt - bis nach Spanien - kommen.
  • Welche Bedeutung hat Mission heute?
  • Wer lässt sich ansprechen?
  • Wer soll angesprochen werden?
Nachdem ich für die Konfirmanden die Evangeliumslesung für Epiphanias aufgearbeitet und dabei die Zusammenhänge der einzelnen Sonntage in der Epiphaniaszeit dargelegt hatte, kam mir die Idee, dass diese Zusammenhänge auch Thema in der Epipaniaspredigt sein könnten (den nachfolgenden Text habe ich auch auf der soeben verlinkten Seite geschrieben):

Gottes Erscheinen in der Welt

Das Wort Epiphanias kommt aus dem Griechischen und kann mit "Erscheinung" übersetzt werden. Es geht um das Erscheinen des Göttlichen in der Welt (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Erscheinung_des_Herrn). Da im Evangelium die Geschichte der drei Weisen aus dem Morgenland erzählt wird, heißt der Tag auch "Dreikönigsfest, Dreikönigstag, Heilige Drei Könige, Heiligedreikönigstag" (Wikipedia a.a.O.). Damit ist aber das, was der Begriff "Epiphanie" oder "Erscheinung des Göttlichen" beschreibt, keineswegs vollständig beschrieben. Deshalb muss die Bedeutung dieser Vorstellung noch näher bestimmt werden. Gemeint "ist die menschliche Gegenwart Gottes in der Person Jesu Christi" (Wikipedia a.a.O.). Mit der Geburt Jesu, die wir Weihnachten gefeiert haben, ist das Göttliche in der Welt erschienen.

Hirten auf dem Feld von Bethlehem - Weihnachten

Die ersten, denen diese Gegenwart Gottes verkündet wurde, das waren die Hirten auf dem Feld von Bethlehem. Als sie das Kind fanden, "priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten" (vgl. Lukas 2). Die Geschichte der Hirten gehört in die Weihnachtsfeiertage.

Drei Sterndeuter - Weise - Könige aus dem Morgenland - Epiphanias

Die nächsten, die die Erscheinung Gottes in der Welt erfuhren, das waren die drei Sterndeuter oder Weisen oder Könige aus dem Morgenland. Auch sie fanden das Kind in der Krippe und beteten es an (s.u.). Ihre Geschichte ist fest mit dem Epiphaniastag verbunden.

Taufe Jesu - 1. Sonntag nach Epiphanias

Der dritte Schritt, die "menschliche Gegenwart Gottes in der Person Jesu Christi" in der Welt zu erleben, wird mit der Taufe Jesu erzählt. Beim Evangelisten Matthäus lesen wir diesen Satz: "Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe." (Mt 3,16f)

Hochzeit zu Kana - 2. Sonntag nach Epiphanias

Nach dem Zeugnis des Johannes-Evangeliums offenbarte Jesus das erste Mal seine göttlichen Macht, als er bei der Hochzeit zu Kana Wasser in Wein verwandelte. Nach dem Schlusssatz dieser Perikope zielte dieses Wunder darauf, bei den Jüngern Glauben zu wecken: "Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn." (Joh 2,11)

Der Hauptmann von Kapernaum - 3. Sonntag nach Epiphanias

Im Alten Testament war klar, dass sich Gott allein an sein auserwähltes Volk Israel wendet. Wenn die Bibel erzählt, dass auch die Weisen aus dem Morgenland, die keine Juden waren, das Wunder der göttlichen Geburt erleben durften, dann wird klar, dass mit dem Kommen Jesu in die Welt sich der Blick auch weitet und die anderen Völker mit in den Blick kommen. so wird am 3. Sonntag die Geschichte erzählt, dass Jesus den Knecht eines römischen Hauptmanns heilt. Dieser Heide - und dazu repräsentierte er auch noch die Besatzungsmacht - muss Jesus sehr beeindruckt haben, wenn er erklärte: "... Jesus ... sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden!" (Mt 8,10)

Sturmstillung - 4. Sonntag nach Epiphanias

Das Evangelium vom vierten Sonntag nach Epiphanias zeigt, dass Gott auch macht über die Natur hat. Jesus gerät mit seinen Jüngern in einen Sturm, als die Gruppe über den See Genezareth fährt. Die Jünger stehen Todesängste aus, während Jesus schläft. In Ihrer Not wecken sie ihn. "Er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! ... Und Jesus sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?" (Mt 4,39f)

Vom Unkraut unter dem Weizen - 5. Sonntag nach Epiphanias

Das Göttliche kann aber nicht so, wie wir Menschen es uns wünschen, in der Welt Wurzeln schlagen. Dann müsste diese Welt viel friedlicher sein. Am 5. Sonntag nach Epiphanias wird erzählt, dass "der Feind" Unkraut unter das gute Getreide sät. Bis zur Ernte lässt der Bauer das Unkraut wachsen. Dann wird es zusammen mit dem guten Getreide geschnitten. Während das Getreide in der Scheune gesammelt wird, wird das Unkraut verbrannt.

Verklärung auf dem Berg - Letzter Sonntag nach Epiphanias

Am letzten Sonntag nach Epiphanias hören wir, dass Jesus mit seinen Jüngern Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes auf einen Berg steigt. Dort erscheinen ihnen Mose und Elia - die beiden prophetischen Gestalten im jüdischen Glauben. Während es bei der Taufe Jesu offensichtlich nur er allein war, der die Stimme Gottes hörte, hören jetzt auch die anderen diese Worte: "Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!" (Mt 17,5)

Evangelium: Mt 2, 1-12

Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: 2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.

3 Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, 4 und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. 5 Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1): 6 Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.

7 Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, 8 und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, dass auch ich komme und es anbete.

9 Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. 10 Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut 11 und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.

12 Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr Land.

Die drei Könige - Krippe in der Gustav-Adolf-Kirche

Samstag, 26. Dezember 2015

Neujahr 2016

1. Januar 2016

Wochenspruch:

Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. (Kol 3, 17)

Jahreslosung:

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Jes 66,13 (L)

Einladung zum Gottesdienst um 17.00 Uhr in der
Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Meppen Nödike


Alle evangelischen Kirchengemeinden Meppens - lutherisch, reformiert und freikirchlich - laden zu einem Gottesdienst zum Jahresbeginn ein. Die Gottesdienste finden abwechselnd in einer der beteiligten Kirchen statt. Im vergangenen Jahr traf man sich bei den Lutheranern in der Bethlehemkirche, dieses Mal bei den Baptisten.

Wegbeschreibung von der B70 aus:

An der einzigen Ampelkreuzung der B70 im Großraum Meppen - am südlichen Stadtrand gelegen - biegt man von Norden aus nach rechts, von Süden aus nach links in das Gewerbegebiet Nödike.
Die Straße macht sofort wieder eine Linkskurve. Dadurch fahren Sie 1 km parallel zur B70 nach Süden vorbei am Marktkauf.

Hinter 'Industriebedarf Wocken' biegen Sie rechts in den seit 2007 gar nicht mehr schmalen Baumschulenweg.

Nach 200m steht rechts ein großes Hinweisschild zur Gemeinde. Dort liegt das Gemeindezentrum mit reichlich Parkplätzen.

Herzlich Willkommen!

Epistel und Predigttext:

Und nun ihr, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen -, 14 und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet. 15 Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun. (Jak 4, 13-15)

Gedanken zur Predigt

Nun hat das Jahr 2016 begonnen. Wie sind die Menschen reingekommen?

Silvesterbräuche
http://www.deutschland-feiert.de/anlass/silvester/silvesterbraeuche/

Feuerwerk - Das Feuerwerk sollte … früher „böse Geister“ vertreiben und drückt heute auch Vorfreude auf das neue Jahr aus. (https://de.wikipedia.org/wiki/Silvester)

Prosit Neujahr - Ursprünglich ist die lateinische Form; ihr liegt das Verbum „prodesse“ (= „nützen“, „zuträglich sein“) zugrunde. Dementsprechend stellt „prosit“ die konjugierte Form (3. Person Singular Konjunktiv Präsens Aktiv) dar und ist somit eine Wunschformel: „Es nütze“ bzw. „Es sei zuträglich“. (https://de.wikipedia.org/wiki/Prosit)

Süße Leckereien für Glück im neuen Jahr - Äpfel oder ähnliches Obst werden hierzu in Honig gebadet und am Neujahrestag verspeist. Diese süße Tradition soll zu Glück und Freude im neuen Jahr verhelfen. (Silvesterbräuche s.o.)

Vorsicht vor den Gräten! - „Silvester“ ist nach dem Papst Silvester I benannt, an welchem zu seiner Zeit ein erschreckender Ruf haftete. Er war dafür bekannt, dass Ungläubige in seiner Gegenwart an Fischgräten erstickten. Der Todestag des Papstes fällt auf den 31.12.335. Der Aberglaube besagt daher, dass am Silvesterabend Fisch nur mit Vorsicht genossen werden sollte. (Silvesterbräuche s.o.)

Geldsegen im neuen Jahr - Damit man im neuen Jahr keine finanziellen Probleme hat und demzufolge ausreichend Geld hat, empfiehlt ein alter Brauch,  am 31.12. Linsensuppe zu essen. Die Linsen stehen dabei für Geldmünzen. Also, viel Linsensuppe essen hilft dementsprechend viel.

Oder man hebt sich eine Schuppe des traditionellen Silvesterkarpfens auf und trägt diese das Jahr über im Portmonnaie mit sich rum.  (Silvesterbräuche s.o.)

Die Zukunft - Wer wissen will, was im neuen Jahr auf ihn zukommt und somit einen Blick in die Zukunft werfen will, der sollte Blei gießen zu Silvester.  (Silvesterbräuche s.o.)

Was wird das neue Jahr bringen? Stichwort: Prognose 2016

Focus: Blick in die Glaskugel - Dax, Gold, Ölpreis: So profitieren Sie von den Prognosen der Finanz-Profis für 2016 - Selbst Pessimisten rechnen nicht mit einem Kursverlust (http://www.focus.de/finanzen/boerse/blick-in-die-glaskugel-dax-gold-oelpreis-so-profitieren-sie-von-den-prognosen-der-finanz-profis-fuer-2016_id_5180068.html)

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostiziert: 2015/2016 - Arbeitsmarkt weiter robust (http://doku.iab.de/kurzber/2015/kb1515.pdf)

Detuschlandfunk: Prognose für 2016 - Strompreise steigen weiter (http://www.deutschlandfunk.de/prognose-fuer-2016-strompreise-steigen-weiter.697.de.html?dram:article_id=341242)

Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hand-Böckler-Stiftung: Prognose für 2015/2016: Aufschwung setzt sich weiter fort (http://www.boeckler.de/imk_2732.htm)

Statistika - Das Statistik-Portal - Laut Prognose wird das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2015 um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen, 2016 werden 2 Prozent erwartet (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/159496/umfrage/prognose-zur-entwicklung-des-bip-in-deutschland/)

Jakobus 4,13ff

Und nun ihr, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen -, und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet.

Wir hören das nicht gern - aber wir sollten realistisch sein.

Ps 90,10 Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.

Ps 90,12 Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

Klug werden heißt im Sinn des Jakobus: Bevor ihr anfangt zu planen, solltet ihr sagen: “Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.”

Silvesterbräuche und Prognosen haben Glück und Reichtum im Blick. Jakobus dagegen hat ein anderes Fundament. Er schaut zuerst auf Gott. Nicht als Bedingung - und wenn er nicht will -, sondern als Voraussetzung: Gott schenkt uns unser Leben! Wir können nicht selbst darüber verfügen, wir sind eingebunden in den großen Zusammenhang der Schöpfung, wir stehen mitten drin, sind nicht Schöpfer, sondern Geschöpf.

Rückblick auf Weihnachten - Ehre sei Gott in der Höhe! 

1. Gebot: Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir.

Martin Luther: Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. - Lieben und vertrauen, das ja! Aber warum fürchten?

Evangelischer Theologe Wolfhart Pannenberg „Gott fürchten – das heißt, Gott als Gott anzuerkennen in seiner Erhabenheit und Macht, als den Schöpfer, von dem unser Leben in jedem Augenblick abhängt, und als den Richter, vor dem nichts verborgen bleibt.“ (Wolfhart Pannenberg - zitiert nach https://de.wikipedia.org/wiki/Gottesfurcht)

Bei Wikipedia findet man zum Stichwort "Gottesfurcht" auch dieses:

Die Gottesfurcht bezeichnet die rechte Haltung Gott (d.Verf.) und seinem Willen gegenüber; sie soll den Menschen dazu veranlassen, Gottes Gebote nicht zu übertreten. ... Gottesfurcht wird nicht als Furcht im Sinne des Schreckens oder ängstlichen Eingeschüchtertseins verstanden. Sie führt zur Befolgung der Gebote Gottes und wird als Anfang der Weisheit verstanden. Im alttestamentlichen Prediger-Buch heißt es: „Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das soll jeder Mensch tun.“ (Koh 12,13 LUT). Salomo betont im Buch der Sprichwörter: „Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Weisheit und Zucht verachten [nur] die Narren.“ (Spr 1,7 ELB) (Wikipedia a.a.O.)#

Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun ...

Gott hat uns seine Schöpfung anvertraut, dass wir sie bebauen und bewahren. Deshalb sagt Jakobus: “Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.” Damit werden unsere Planungen - persönlich und auch wirtschaftlich - auf das richtige Fundament gestellt.

Bei diesen Planungen ist uns für das Jahr 2016 mit der Jahreslosung eine besondere Aufgabe gestellt: “Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.” (Jes 66,13) Im kirchlichen Umfeld können wir mit diesem Wort sicherlich noch etwas anfangen. Wenn wir in schwieriger Situation Trost brauchen, wenden wir uns an Gott wie wir das früher bei unserer Mutter gemacht haben. Die hat uns in den Arm genommen, über den Kopf gestreichelt, gepustet, oder uns versorgt, wenn wir krank waren. Wir wussten: mit der Zeit wird alles wieder gut. Aber was ist, wenn Menschen diese Erfahrung nicht mehr machen können, dass sich jemand ihnen zuwendet, sie tröstet?

“Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.” - Die besondere Aufgabe für 2016, vor die uns die Jahreslosung stellt, ist deutlich geworden: unsere Mitmenschen, und insbesondere die Kinder. Wenn wir untereinander nicht mehr mitmenschliche Zuwendung spüren, dann fällt es umso schwerer, von Gottes Nähe zu sprechen und die zu erleben, dann bricht das tragfähige Fundament unseres Lebens immer weiter weg und Menschen suchen ihr Heil in Party, Spaß und Geld.

Dagegen sollten wir sagen und bekennen und dies auch erfahrbar machen: “Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.” Gott steht zu seinem Wort, Gott will, dass wir leben - machen wir etwas daraus, machen wir etwas aus unserem Leben.

Amen.