Samstag, 26. Dezember 2015

Altjahresabend 2015

31. Dezember 2015

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Altjahresabend unter der Nummer 954.10. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Barmherzig und gnädig ist der Herrn, geduldig und von großer Güte. (Ps 103, 8)

Wochenlied:

Das alte Jahr vergangen ist (EG 59) oder
Der du die Zeit in Händen hast (EG 64)

Lieder für den Gottesdienst

EG 58,1-3.6 - Nun lasst uns gehn und treten
EG 749 - Psalm 121 Ich habe meine Augen auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe
EG 63,1-3 - Das Jahr geht still zu Ende
EG 398,1-2 - In dir ist Freude
EG 227,1-4 - Dank sei dir, Vater
EG 61,1.2.4 - Hilf, Herr Jesu, lass gelingen (Melodie 166)

Epistel Röm 8, 31b-39, gleichzeitig auch Prediggtext

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? 32 Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? 33 Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. 34 Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt. 35 Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? 36 wie geschrieben steht (Psalm 44,23): "Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe."

37 Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. 38 Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, 39 weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Evangelium Lk 12, 35-40

35 Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen 36 und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun. 37 Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und wird sie zu Tisch bitten und kommen und ihnen dienen. 38 Und wenn er kommt in der zweiten oder in der dritten Nachtwache und findet's so: selig sind sie. 39 Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausherr wüsste, zu welcher Stunde der Dieb kommt, so ließe er nicht in sein Haus einbrechen. 40 Seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr's nicht meint.

Predigtidee

Es ist eigenartig. Obwohl ich nun schon seit knapp 30 Jahren auf der Kanzel stehe und predige und viele Gottesdienste am letzten Abend des Jahres gehalten und somit diesen Text gehört und gelesen habe, ich hätte ihn nicht mit Silvester verbunden. Auf dem Friedhof predige ich des öfteren über diese Worte, wenn wir Abschied nehmen müssen. Vielleicht ist der Gottesdienst am letzten Abend eines Jahres eine Beerdigung, wenn wir auf das hinter uns liegende Jahr zurückblicken und uns erinnern, was wir erlebt haben.

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Doch bevor wir das tun, achten wir darauf, wie Paulus seinen Text beginnt. Am Anfang steht eine Feststellung:

  • Gott ist für uns ...

Und dann beschreibt Paulus, was dieser Gott für den Leser, den Prediger und den Hörer tut:

  • Gott hat seinen Sohn für uns gegeben
  • Gott will gerecht machen 
  • Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist für uns gestorben und auferweckt und er vertritt uns vor Gott

Nachdem der Apostel Paulus dies alles klargestellt und verkündigt hat, da fragt er dann:

  • Ist Gott für uns ...
  • wer kann wider uns sein? 
  • Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? 
  • Wer will verdammen? 

Nachdem Paulus zuvor das deutliche Ausrufezeichen gesetzt hat, dass Gott für uns ist und auf unserer Seite steht, sind die Antworten auf diese Fragen klar: Niemand, niemand ist da, der gegen die Christen steht, der sie beschuldigen oder verdammen kann!

Doch Paulus ist auch realistisch. Er weiß, dass nicht alles geglückt ist bzw. alles auf der Sonnenseite des Lebens zu verbuchen ist. Da ist auch viel Not und Elend. Wir müssen nicht annehmen, dass es zu Paulus Lebzeiten einfacher war: Christen wurden vom römischen Staat, aber auch von den jüdischen Gemeinden, mit denen sie sich eigentlich verbunden fühlten, verfolgt. Christen gehörten  nicht unbedingt zu den gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Gewinnern ihrer Zeit. So fragt Paulus dann auch: Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert!

Heute heißen die Schlagworte: Flüchtlingskrise - Kämpfe in Syrien, wo man langsam den Überblick verliert wer gegen wen und mit wem kämpft - Charlie Hebdo - Anschläge jetzt im November - Helmut Schmidt ist gestorben - Absturz Germanwings - Skandal bei der FIFA - Erdbeben in Nepal - Krise in der Ukraine - und sehr viel anderes mehr im Jahr 2015!

Nachdem Paulus die Krisen seiner Zeit angesprochen hatte, bekennt er aber sogleich gegenüber seiner Gemeinde: “Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat.” (V 37) - Wäre es nicht eine Alternative, wenn wir uns angesichts der Krisen wieder stärker zu Gott hielten. Nicht frömmelnd, aber doch unseren Glauben bekennend und nach Gottes Willen fragend.
Dann können wir vielleicht auch leichter das Gute sehen, was es gibt. Nach dem ersten Empfinden gab es 2015 nicht so viele Lichtblicke, aber es gab sie.

  • Die Ebola-Seuche in Afrika scheint mehr oder weniger eingedämmt zu sein. 
  • Mit dem Iran wurde das über Jahre verhandelte Atom-Abkommen abgeschlossen. 
  • Kuba und die USA nahmen wieder diplomatische Beziehungen auf. 
  • Im Emsland haben wir dank vieler ehrenamtlicher Helfer die Probleme, die es im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise gibt, einigermaßen gemeistert.
  • Aktuell liegen hinter uns in der Gustav-Adolf-Kirchengemeinde schöne Gottesdienste zum Weihnachtsfest. 
  • Wir haben engagierte Konfirmanden. 
  • Privat kann der eine oder andere positive Geschichten erzählen. 

Zum Schluss unseres Predigttextes legt Paulus ein Bekenntnis ab. Mancher junge Mensch lässt sich davon inspirieren und wählt genau diese Worte als Konfirmationsspruch, als das Bibelwort, das ihn durchs Leben begleiten soll.

Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Dieses Bekenntnis, diese Zuversicht wünsche ich fürs neue Jahr des Herrn 2016 dem christlichen Abendland. Vom alten Jahr nehmen wir Abschied - wehmütig und klagend mit offenen Fragen, wie manches Mal auch bei einer Beerdigung. Aber wir blicken auch voller Zuversicht und Hoffnung auf die Zeit, die vor uns liegt. Gott will uns mit seinem Segen begleiten und stärken. Machen wir etwas daraus!

Sonntag, 20. Dezember 2015

2. Weihnachtstag 2015

26. Dezember 2015

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 2. Weihnachtstag unter der Nummer 954.08. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an - sehr gelungen!

Wochenspruch:

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. (Joh 1, 14a)

Wochenlied:

Wunderbarer Gnadenthron (EG 38) oder
Gelobet seist du, Jesu Christ (EG 23)

Lieder für den Gottesdienst:

32,1-4 - Zu Bethlehem geboren
738 - Ps 96 (Singet dem Herrn ein neues Lied)
23,1-4 - Gelobet seist du, Jesu Christ
53,1-3 - Als die Welt verloren
27,1.2.5.6 - Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich
39,1-5 - Kommt und lasst uns Christum ehren
37,1-4 - Ich steh an deiner Krippen hier
45,1-4 - Herbei, o ihr Gläubgen
44,1-3 - O du fröhliche

Epistel: Hebr 1, 1-3 (4-6)

Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, 2 hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat.

3 Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe

4 und ist so viel höher geworden als die Engel, wie der Name, den er ererbt hat, höher ist als ihr Name. 5 Denn zu welchem Engel hat Gott jemals gesagt (Psalm 2,7): «Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt»? und wiederum (2. Samuel 7,14): "Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein"? 6 Und wenn er den Erstgeborenen wieder einführt in die Welt, spricht er (Psalm 97,7): "Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten."

Evangelium Joh 1, 1-5 (6-8) 9-14

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. 2 Dasselbe war im Anfang bei Gott. 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. 4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen.

6 Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. 7 Der kam zum Zeugnis, um von dem Licht zu zeugen, damit sie alle durch ihn glaubten. 8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.

9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. 10 Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. 11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, 13 die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.

14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Idee für die Predigt über Johannes 1

Im Anfang war das Wort,
und das Wort war bei Gott,
und Gott war das Wort.
Dasselbe war im Anfang bei Gott.
Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht,
 und ohne dasselbe ist nichts gemacht.
Johannes 1
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde ...
Und Gott sprach: Es werde Licht!
Und es ward Licht! ...
Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut!
Genesis 1

Die Versuchungen Christi, Mosaik aus dem 13. Jahrhundert im Markusdom (Venedig)
https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ATemptations_of_Christ_(San_Marco).jpg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d2/Temptations_of_Christ_%28San_Marco%29.jpg
By anonimus [Public domain], via Wikimedia Commons

Versuchung Christi

  • Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. ...
  • Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. ...
  • Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. ...
  • Jesus antwortet: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen. ... Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel zu ihm und dienten ihm.
Matthäus 4


Der Sündenfall

  • Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? 
  • Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! 
  • Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, 5 sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. 

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.
(1. Johannesbrief 3,8)

Fra Angelico, Verkündigung an Maria, Madrid
https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AFra_Angelico_095.jpg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/28/Fra_Angelico_095.jpg
Fra Angelico (circa 1395–1455) [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

Anbetung Christi

  • Die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. (Lukas 2,20)
  • Als die Weisen aus dem Morgenland den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. (Matthäus 2,10f)

Christus spricht: Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben

Im Wort war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen. - Schade!

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Heiligabend 2015

24. Dezember 2015

Die Gottesdienste Heiligabend sind wie folgt aufgeteilt:

15:30 Uhr Krippenspiel in der Christvesper - Krüger / Hofmann / Team
Gottesdienst insbesondere für Familien mit kleineren Kindern

17:00 Uhr Christvesper mit „Just for Fun“ - Krüger / Hofmann / Team
Gottesdienst insbesondere für Familien mit größeren Kindern

18:30 Uhr Christvesper mit dem Posaunenchor - Brauer

22:30 Uhr Christgottesdienst in der Heiligen Nacht - Kroschewski

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte für die Christvespern unter der Nummer 954.05; die Texte der Christnacht (22.30 Uhr) unter der Nummer 954.6. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr by Dr. Martinus". Wie zu sehen ist, habe ich die Links schon gelegt.

Die Weihnachtsgeschichte

Lukas 2,1-20

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. 2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. 3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.

4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,

5 damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. 6 Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.

7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. 9 Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. 10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; 11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. 12 Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. 13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: 14 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

15 Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.

16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. 17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. 18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. 19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. 20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Lorenzo di Credi (1460–1537) - Geburt Christi
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fr_Bartolomeo_-_Holy_Family_-_BStGS_WAF_191.jpg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1a/Fr_Bartolomeo_-_Holy_Family_-_BStGS_WAF_191.jpg
Lorenzo di Credi [Public domain], via Wikimedia Commons

15:30 Uhr Christvesper mit Krippenspiel

Die Kindergottesdienstkinder sind fleißig beim Üben des Krippenspiels. Wir dürfen gespannt sein!

17:00 Uhr Christvesper 

für Familien mit größeren Kindern, Jugendliche und junge Erwachsene

Wie schon in den Jahren zuvor wird der Chor Just for Fun unter der Leitung von Frau Hofmann diesen Gottesdienst mitgestalten.

Die Gottesdienstordnung könnte so aussehen:

  • Just for Fun: Soon and very soon
  • Begrüßung und Abkündigungen
  • Gemeindelied: EG 27 - Lobt Gott, ihr Christen alle gleich
  • Pslam 96
  • Eingangsgebet
  • Just for Fun - Kommet, ihr Hirten, ihr Männer und Fraun
  • Evangelium: Lk 2, 1-14
  • Just for fun: Gloria - Hört der Engel helle Lieder
  • Evangelium: Lk 2,15-20
  • Gemeindelied: EG 37 - Ich steh an deiner Krippen hier
  • Predigt
  • Gemeindelied: EG 46 Stille Nacht, heilige Nacht
  • Fürbitte
  • Just for Fun: Amen - Mary had a baby
  • Vater unser im Himmel …
  • Entlassung und Segen
  • Gemeindelied: EG 44 - O du fröhliche
  • Orgelnachspiel


Predigtidee für 17.00 Uhr

In der Adventszeit findet in Meppen und in Lingen die Aktion "mittwochs in ..." statt. Zunächst einmal bedeutet der Titel dieser Reihe ganz einfach, dass man sich "mittwochs in" einer Kirche trifft. Inhaltlich wird das Anliegen so beschrieben: Mittwochs in ...
  • ist Kirche, die im  Advent einlädt zur Ruhe am Abend mit Licht & Musik
  • ist Zeit zum Zuhören und Besinnen mit Texten aus Literatur und Bibel
  • ist die Möglichkeit zum Austausch und Gespräch bei Brot und Wein
  • ist eine “coole Sache” mit Tiefgang
Das Thema lautete diesmal "Träum weiter ..."

Wir - und insbesondere die Kinder - haben in der Weihnachtszeit auch Träume. Da geht es einerseits um die zu erwartenden Geschenke, andererseits aber auch um Stimmungen: weiße Weihnachten mit Schnee, Familienidylle unterm Tannenbaum, Frieden auf Erden etc.

Doch darauf will ich nicht eingehen. Wer sich in der Weihnachtsgeschichte auskennt weiß, dass Träume da durchaus eine Rolle spielen. Im Traum sagt Gott Josef, dass er weiterhin zu seiner Verlobten Maria halten kann, die auf wundersame Weise schwanger geworden ist. Im Traum warnt Gott sowohl die drei Weisen aus dem Morgenland als auch Josef vor den Mordplänen des Königs Herodes. Und im Traum erfährt Josef, dass Herodes gestorben ist und er mit seiner Familie in die Heimat zurückkehren kann.

Der Traum, in dem Gott sich den Menschen offenbart, kommt in der Bibel, insbesondere im Alten Testament, immer wieder vor. Jakobs Traum von der Himmelsleiter oder Josefs Träume sind vielen wohl noch bekannt. Weniger bekannt dürfte die Berufung des Propheten Samuel sein. Der Text steht im 1. Buch Samuel im 3. Kapitel.

Das Kind Samuel war von seiner Mutter in den Tempel Gottes gebracht worden und diente dem Priester Eli. Eines Nachts träumte Samuel, dass er gerufen wurde. Er ging zu Eli. Der war es aber nicht, der den Jungen rief. Schließlich merkte Eli, dass Gott den Knaben rief. Den Schlusssatz dieses Textabschnitts finde ich faszinierend:

Samuel und Eli
The child Samuel tells Eli about God's displeasure with him
Bild aus Wikimedia - Nachweis s. unten


Da merkte Eli, dass der HERR den Knaben rief, und sprach zu ihm: 
Geh wieder hin und lege dich schlafen; 
und wenn du gerufen wirst, so sprich: 

Rede, HERR, denn dein Knecht hört. 

Die Kirchen sind Heiligabend voll wie nie im Jahr. Welche Botschaft hören wir?
- Fürchtet euch nicht!
- Euch ist heute der Heiland geboren!
- Ehre sei Gott in der Höhe!
- Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens!

__________________________________
Notizen:

Heiland, ein deutscher Beiname Jesu Christi ... (https://de.wikipedia.org/wiki/Heiland_(Begriffskl%C3%A4rung))

... daneben – und der ursprünglichen Wortbedeutung entsprechend – auch allgemein für Erlöser, Erretter und Helfer.

Das Wort leitet sich vom Mittelhochdeutschen, Althochdeutschen und Altsächsischen heilant u.ä. her, wurde nach dem Partizip Präsens des Verbums heilen gebildet ...

Der Begriff „Heiland“ steht im Deutschen oft für Salvator Mundi ... ‚Retter und Heiler der Welt‘ und Epitheton des Jesus Christus. (https://de.wikipedia.org/wiki/Heiland)

Gott ehren ...

1. Gebot: Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir.
Martin Luther: Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.

„Gott fürchten – das heißt, Gott als Gott anzuerkennen in seiner Erhabenheit und Macht, als den Schöpfer, von dem unser Leben in jedem Augenblick abhängt, und als den Richter, vor dem nichts verborgen bleibt.“ (Wolfhart Pannenberg - zitiert nach https://de.wikipedia.org/wiki/Gottesfurcht)

Bei Wikipedia findet man zum Stichwort "Gottesfurcht" auch dieses:

Die Gottesfurcht bezeichnet die rechte Haltung Gott (d.Verf.) und seinem Willen gegenüber; sie soll den Menschen dazu veranlassen, Gottes Gebote nicht zu übertreten. ... Gottesfurcht wird nicht als Furcht im Sinne des Schreckens oder ängstlichen Eingeschüchtertseins verstanden. Sie führt zur Befolgung der Gebote Gottes und wird als Anfang der Weisheit verstanden. Im alttestamentlichen Prediger-Buch heißt es: „Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen.“ (Koh 12,13 LUT). Salomo betont im Buch der Sprichwörter: „Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Weisheit und Zucht verachten [nur] die Narren.“ (Spr 1,7 ELB) (Wikipedia a.a.O.)

Weitere Stichpunkte, die ich mir in den letzten Tagen notiert habe: Träume sind Schäume - wir wollen kein Träumer sein - der Traum als Gottes vergessene Sprache

Bildnachweis für Samuel und Eli
https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AThe_child_Samuel_tells_Eli_about_God's_displeasure_with_him._Wellcome_V0034309.jpg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/ca/The_child_Samuel_tells_Eli_about_God%27s_displeasure_with_him._Wellcome_V0034309.jpg
Für den Autor, siehe [CC BY 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/4.0)], via Wikimedia Commons

Samstag, 5. Dezember 2015

2. Advent

6. Dezember 2015

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 1. Advent unter der Nummer 954.02. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche findet man hier.

Wochenspruch:

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. (Lk 21, 28b)

Wochenlied:

Ihr lieben Christen, freut euch nun (EG 6 - nicht in Rev. 2014)
Rev. 2014: O Heiland, reiß die Himmel auf (EG 7)
Rev. 2014: Das Volk, das noch im Finstern wandelt (EG 20)

Lieder im Gottesdienst

10,1-4 - Mit Ernst, o Menschenkinder
712 - Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch
6,1-3 - Ihr lieben Christen, freut euch nun
18,1-2 - Seht, die gute Zeit ist da
16,1-2 - Die Nacht ist vorgedrungen
16,3-5 - Die Nacht ist schon im Schwinden

Epistel Jak 5, 7-8

So seid nun geduldig, liebe Schwestern und Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.

Evangelium Lk 21, 25-33

Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, 26 und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. 27 Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. 28 Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. 29 Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: 30 wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. 31 So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist. 32 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht. 33 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.

Predigtidee

Insbesondere das Evangelium nimmt schon apokalyptische Züge an: 
- Zeichen an Sonne und Mond und Sternen
- Furcht bei den Völkern auf Erden
- Brausen und Wogen des Meeres
- die Kräfte des Himmels kommen ins Wanken

Das sind die Endzeiterwartungen, die sich von Zeit zu Zeit Raum verschaffen, die ins Bewusstsein einer Gesellschaft dringen. Mit den Konfirmanden hatte ich in den vergangenen Tagen über Sekten gesprochen, die für solche Gedanken besonders empfänglich sind. Machen wir bei Kirchens da jetzt auch schon mit?

Der Gedanke an das Ende der Welt steht zwar nicht im Zentrum der christlichen Verkündigung, aber er gehört natürlich dazu. Und in der gegenwärtigen Situation kann man sich schon Sorgen um den Fortbestand der Welt machen, wie wir sie kennen. 

Wenn Christen über das Ende der Welt sprechen, müssen sie klären, was das bedeutet. Gerade das Evangelium des heutigen 2. Adventssonntages gibt da Auskunft: ... seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht ... Diese Worte lesen wir im Bibeltext, diese Worte sind der Wochenspruch, der uns durch die heute beginnende Woche begleiten will. Wenn Gott auf die Erde kommt, wenn das Ende dieser Welt kommt, dann kommt mit unsere Erlösung, unser Friede, unser Heil! - Das ist es doch, worauf wir hoffen, worauf wir warten!

Und noch etwas gibt uns Lukas mit auf den Weg: Am Ende der Zeit werden wir den Menschensohn kommen sehen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit, wir werden Christus schauen von Angesicht zu Angesicht. - Und das meine ich tatsächlich so!

"Christus schauen" - das lenkt den Blick auf die Zeit, die vor uns liegt. Wir bereiten uns in dieser Adventszeit - wie übrigens jedes Jahr - auf das Kommen Christi zum Weihnachtsfest vor. Ihn wollen wir aufnehmen in unsere Herzen, in unsere Häuser. Deshalb putzen wir in letzter Konsequenz alles so heraus, damit der Herr der Welt kommen kann. 

Und wenn Christus dann kommt, was hören wir: "Fürchtet euch nicht!", so sagte es der Engel den Hirten auf dem Feld von Bethlehem, so hören wir es Jahr um Jahr. "Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. ..." Und noch etwas erschallt aus dem Mund der Engel, wenn sie den Menschen die Nähe Gottes verkünden: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens."

Ehre sei Gott in der Höhe - wenn wir Menschen das doch wieder mit vollem Ernst bekennen würden. Gott ist es, dem wir unser Leben weihen, dem wir uns zuwenden. Und dann wäre es mit dem Friedens auf Erden gar nicht so schwierig. Denn das wird der Erwachsene Sohn Gottes den Menschen später auch mit auf den Weg geben, den Christen ins Stammbuch schreiben: 

Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« (3.Mose 19,18) und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. (Mt 5,43-48)

Wenn ich an die vergangenen Jahre und Jahrzehnte denke, in denen am 2. Advent immer wieder gelesen wurde, dass
- Zeichen an Sonne und Mond und Sternen
- Furcht bei den Völkern auf Erden
- Brausen und Wogen des Meeres
- die Kräfte des Himmels kommen ins Wanken
dann denke ich, dass Gott auch uns noch eine Weile dieser Erde überlässt - allerdings nicht ohne einen Auftrag. Das macht die Epistel dieses Sonntags deutlich: 

"So seid nun geduldig, liebe Schwestern und Brüder, bis zum Kommen des Herrn." Wenn Jesus dann auf einen Landwirt verweist, der geduldig "auf die kostbare Frucht der Erde" wartet, "bis sie empfange den Frühregen und Spätregen", dann ist klar, dass der Bauer in dieser Zeit nicht die Hände in den Schoß legt und nichts tut. Wer einen Garten hat, wer sein Feld bestellt, der weiß, dass zum Frühregen und Spätregen viel menschliche Arbeit kommen muss, um die kostbare Frucht der Erde ernten zu können. So soll es auch bei Christen sein, die sich auf das kommen Gottes freuen, die aber bis dahin geduldig ihre Arbeit in der Welt verrichten. Und worauf soll diese Arbeit zielen? Das ist ganz einfach: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens." - so wie es die Engel auf dem Feld vor Bethlehem gesungen haben. 

Montag, 23. November 2015

1. Advent

29. November 2015

Mit dem 1. Advent beginnt eine neues Kirchenjahr. Nachdem wir am letzten Sonntag an die Menschen gedacht haben, die wir in den vergangenen Monaten beerdigen mussten, nehmen wir jetzt die neue Zeit in den Blick: In seinem Sohn Jesus Christus kommt Gott zu uns Menschen. Das ist ein Geschenk und eine Gabe und zugleich auch eine Aufgabe, die sich nicht allein auf unser eigenes Lebens bezieht, sondern die auch den Nächsten mit in den Blick nimmt.

Deshalb ist es folgerichtig, dass mit dem 1. Advent auch die evangelische Aktion "Brot für die Welt" beginnt. Das Motto für die 56. bis 58. Aktion lautet "Satt ist nicht genug".

In diesem Jahr macht sich der Kirchenkreis Emsland-Bentheim ein Projekt in Peru zu eigen:

Die Wiederentdeckung des Wunderkorns

Die Menschen in Peru mussten sich schon immer die Frage stellen: "Wie lebt man auf 3.300 Metern Höhe nur von dem, was die steinige Erde hergibt?" Schon die Inkas wussten darauf eine Antwort. Sie bauten auf den steilen Abhängen Terrassen und Bewässerungskanäle, züchteten Lamas und Meerschweinchen und verfeinerten durch gezielte Auswahl des Saatguts das Andengras zu Quinoa. Die spanischen Eroberer verboten den Anbau einheimischer Pflanzen und zwangen die unterworfenen Bauernfamilien dazu, Kühe zu halten und Weizen anzubauen. Das empfindliche Ökosystem der Anden hielt dem nicht stand, die Böden erodierten und die Andenbauern versanken in Armut. Mit Hilfe der örtlichen Partner "Diaconia" - das ist das Sozialwerk der Ev.-luth. Kirche in Peru - will Brot für die Welt die Bauern in die Lage versetzen, an die alten, für die Menschen ertragreichen Traditionen, wieder anzuknüpfen.

Wer sich einen ersten Überblick auch über das Thema des Gottesdienstes verschaffen will, erreicht mit diesem Link die Projektbeschreibung. Wenn man sich durch die Bilder klickt, erhält man weitere Informationen, die auch im Gottesdienst eine Rolle spielen werden.

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 1. Advent unter der Nummer 954.01. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Nach dem Gottesdienst sind alle zum Kirchenkaffee eingeladen, wo es zu Kaffee und Tee auch Kuchen gibt. Danach endet in diesem Jahr der 1. Advent in der Gustav-Adolf-Kirchengemeinde.

Wochenspruch:

Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. (Sach 9, 9b)

Wochenlied:

Nun komm der Heiden Heiland (EG 4) oder
Die Nacht ist vorgedrungen (EG 16)

Posaunenchor

In diesem Jahr wird wieder der Posaunenchor im Gottesdienst spielen. Insbesondere auch im Blick auf die Jungbläser wurden diese Lieder ausgesucht:

  • EG 1 - Macht hoch die Tür
  • EG 4 - Nun komm der Heiden Heiland
  • EG 7 - O Heiland, reiß die Himmel auf
  • EG 10 - Mit Ernst, o Menschenkinder
  • EG 13 - Tochter Zion

Evangelium -  Mt 21, 1-11

Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus 2 und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir! 3 Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer. Sogleich wird er sie euch überlassen. 4 Das geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht (Sacharja 9,9): "5 Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers." 6 Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, 7 und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf. 8 Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. 9 Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!

10 Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und fragte: Wer ist der? 11 Die Menge aber sprach: Das ist Jesus, der Prophet aus Nazareth in Galiläa.

Predigt über die Epistel - Röm 13, 8-12

Zunächst einmal werden wir über die Situation in Peru informieren. Am Beispiel von zwei Familien, die in Zusammenarbeit mit dem Projektträger DIACONÍA, sehen wir, welche Erfolge Projekte zeigen, die auf die Situation und die Gegebenheiten vor Ort eingehen und die nicht westliche Wirtschaftsmaßstäbe anlegen. 

Auf der Seite von Brot für die Welt können wir Folgendes lesen: "Diaconía ist das Sozialwerk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Peru. Durch ihre Arbeit will die Organisation zur Bekämpfung der Armut und zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen, insbesondere in ländlichen Regionen. Das von Brot für die Welt unterstützte Projekt richtet sich an 700 Kleinbauernfamilien in 9 Gemeinden des Departements Huánuco. In jeder Gemeinde sind jährlich unter anderem 8 Workshops geplant, in denen der Anbau von Quinoa und 5 weiteren alten Kulturpflanzen gelehrt wird." 

Der Spendenbedarf für dieses Projekt beläuft sich auf 183.000 Euro.

Zum Ansatz von Brot für die Welt passt m.E. sehr gut die Epistel für den 1. Advent. Der Apostel Paulus schrieb diese Zeilen an seine Gemeinde in Rom: 

Seid niemand etwas schuldig, außer, dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. 9 Denn was da gesagt ist (2. Mose 20,13- 17): "Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren", und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefaßt (3. Mose 19,18): "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." 10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.

11 Und das tut, weil ihr die Zeit erkennt, nämlich dass die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. 12 Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.

Mit dem Satz, der den ersten Abschnitt zusammenfasst "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.", legt uns Paulus den Nächsten ans Herz. Wenn wir auf dessen Lebensbedingungen achten, dann verbietet es sich irgendwann einmal von selbst, dass wir immer wieder unsere westlichen Wertmaßstäbe an Wirtschaftlichkeit, Produktion, Ertrag etc. legen. Diese Vorgehensweise ist bei den spanischen Eroberern gescheitert, in den Kolonien, die Europa bis ins 20. Jahrhundert hinein sein Eigen nannte, und diese Wirtschafts- und Denkweise scheitert gerade in wieder in der Gegenwart und ruft Terror und Flüchtlingsströme auf den Plan.

Paulus schreibt: "Die Stunde ist da, aufzustehen vom Schlaf … Die Nacht ist vorgerückt, der Tag nahe herbeigekommen." Wenn ich diesen Satz heute lese und höre, dann geht mir durch den Sinn, dass es auch Zeit ist, endlich aufzustehen, endlich nachhaltig zu wirtschaften, endlich allen Brot und Leben zu geben. Die Zeit läuft uns davon. Es ist schon nicht mehr 5 vor 12, die Zeit ist schon viel weiter.

Paulus fordert uns auf: "So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts." Was Paulus damit konkret meint, schreibt er im folgenden Satz: “Lasst uns ehrbar leben wie am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Hader und Eifersucht …” - Fressen, Saufen, Unzucht, Ausschweifung, Hader, Eifersucht - genau diese Laster unserer Zeit schüren es doch immer wieder, dass Menschen aufeinander losgehen, dass sich sie bekriegen und terrorisieren. Einer traut dem anderen nicht mehr über den Weg und spricht es ihm ab, das Leben in dieser Welt gestalten zu können.

Wenn es nicht immer wieder Projekte gäbe, wo das Miteinander der Kulturen und der Menschen gelingt, könnte man schier verzweifeln. Auch wir vor Ort können auf kleinere Erfolge sehen. Für die letztjährige Aktion Brot für die Welt "Ruanda - Drei Farben für ein besseres Leben" konnten wir folgende Bilanz ziehen:

Kollekten in den Gottesdiensten 2014

  • 1. Advent - 429,63 €
  • Heilig Abend - 3.281,83 €
  • 1. Weihnachtstag - 220,26 €
  • Silvester - 225,74 €

Kollektensumme gesamt 4.157,46 €

Hinzu kam die Kindergartenaktion und die Sammelaktion mit den Tüten. Und bei der Adventsfeier gaben auch die Senioren der Gemeinde ihre Spende, so dass am Ende die
Gesamtsumme von 4.840,22 € stand.

Die Gustav-Adolf-Kirchengemeinde hat noch ein zweites Standbein, wenn es um das Engagement für den "fernen Nächsten" (Brot für die Welt) geht. Engagierte Menschen setzen sich dafür an, dass wir unseren Partnern in Chemchem (Tansania) helfen können. Hier sieht die diesjährige Bilanz so aus:

  • Schulgeld für 2015 - ca 8.000 €
  • Wasserpumpe - gemeinsam mit der luth. Bethlehem-Gemeinde in Meppen - 1.000 € 
  • Reparaturen von Solaranlage und Motorrad - 500 € 
  • Medikamente und Ausstattung für die Embeko Krankenstation Kondoa - 4.500 €
  • Kirchenbau mit Kreuz in Kibong'oto - wieder gemeinsam mit der luth. Bethlehem-Gemeinde in Meppen - 500 €
  • Lebensmittelhilfe - 1.000 €
Hilfe gesamt - 15.500 € - allen Spendern sei herzlich gedankt!!!

Das ist und bleibt zwar ein Tropfen auf den heißen Stein, aber es ist etwas, wo wir Menschen eine Perspektive eröffnen. Im Kleinen machen wir genau das, was die Politiker immer wieder sagen: Wir bekämpfen die Fluchtursachen vor Ort, damit die Menschen bleiben, in ihrem Land eine Perspektive haben und dort die Gesellschaft aufbauen.

Gott begleite uns und unsere Partner - in Tansania und in Peru - weiterhin mit seinem reichen Segen. Amen.

Ewigkeits- oder Totensonntag

22. November 2015

Am Ewigkeits- oder Totensonntag - auch Gedenktag der Entschlafenen genannt - steht im Zentrum des Gottesdienstes das Gedenken an die Verstorbenen des zu Ende gehenden Kirchenjahres. Die Namen werden noch einmal verlesen und für jeden Verstorbene wird eine Osterkerze entzündet, Symbol der Auferstehung von den Toten. Die biblischen Texte und die Predigt sprechen von der christlichen Hoffnung, dass nicht der Tod das letzte Wort hat, sondern Gott, der seinen Sohn von den Toten auferweckt hat und der auch uns und unsere verstorbenen Angehörigen vom Tode zum ewigen Leben erweckt. 

(P.S. Die Veröffentlichung dieser Notizen erfolgt erst heute, weil am Wochenende mein Internetzugang ausgefallen war.)

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Ewigkeits- oder Totensonntag unter den Nummern 954.73 und 74. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr"; entweder man wählt "Letzter Sonntag im Kirchenjahr" oder "Gedenktag der Entschlafenen"

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Wochensprüche:

  • Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen. (Lk 12, 35 - Ewigkeitssonntag)
  • Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. (Ps 90, 12 - Totensonntag)

Wochenlieder:

  • Wachet auf, ruft uns die Stimme (EG 147) Ewigkeitssonntag
  • Warum soll ich mich denn grämen (EG 370) Totensonntag

Lieder für den Gottesdienst

  • EG 450 Morgenglanz der Ewigkeit 
  • Psalm EG 750 Der HERR erlöst seine Gefangenen
  • EG 382,1-3 Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
  • EG 99 Christ ist erstanden
  • EG 526 Jesus, meine Zuversicht
  • EG 369 Wer nur den lieben Gott lässt walten
  • EG 216 Du hast uns Leib und Seel gespeist

Epistel - 1. Thessalonicher 4,13-18 - Von der Auferstehung der Toten

Den Text der Epistellesung für den heutigen Ewigkeitssonntag haben viele von Ihnen schon auf dem Friedhof am Grab eines Angehörigen gehört, wenn Sie Abschied nehmen mussten von Ihren Lieben. Der Text steht im 1. Brief des Apostel Paulus an die Thessalonicher im 4. Kapitel. 

13 Wir wollen euch aber, liebe Schwestern und Brüder, nicht im Ungewissen lassen über die, die entschlafen sind, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. 14 Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die entschlafen sind, durch Jesus mit ihm einherführen. 15 Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind. 16 Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen. 17 Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. 18 So tröstet euch mit diesen Worten untereinander.

Predigtnotizen zu 1. Kor 15, 35-38.42-44a

49 Namen haben wir gehört - 49mal sind wir hinter einem Sarg oder einer Urne gegangen - mancher starb alt und lebenssatt - mancher viel zu früh

Immer haben wir den Trost der Heiligen Schrift von der Auferstehung der Toten gehört. “Wir wollen euch, liebe Schwestern und Brüder nicht im ungewissen lassen über die, die entschlafen sind …” 

Oft kommt die Frage, wie wir uns das vorstellen können, dass wir auferstehen und wir uns wiedersehen werden. Das hat auch schon die ersten Christen beschäftigt. Der Apostel Paulus antwortet im Brief an die Korinther auf diese Frage. 

Es könnte aber jemand fragen: Wie werden die Toten auferstehen, und mit was für einem Leib werden sie kommen? 36 Du Narr: Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt. 37 Und was du säst, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, sei es von Weizen oder etwas anderem. 38 Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, einem jeden Samen seinen eigenen Leib. 42 So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 43 Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft. 44 Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.

Paulus greift auf die Erfahrungen der Menschen in der Bestellung ihrer Gärten zurück. “Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt.” So ähnlich hatte es auch schon Jesus gesagt: “Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.” (Joh 12,24)
  • Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 
  • 43 Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. 
  • Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft. 
  • 44 Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.
Wenn das unsere Hoffnung ist, dann spüren wir nach wie vor den Schmerz über den Verlust eines liegen Menschen - diesen Schmerz kann nichts in der Welt auslöschen - aber wir wissen unsere Lieben bei Gott geborgen. 

Und wir vertrauen darauf, dass auch wir einst bei Gott geborgen sein werden. 

Wenn das unser Lebensweg ist, dann dürfen wir jeden Tag als ein Geschenk aus Gottes Hand empfangen. Dieses Geschenk aber auch gestalten. 

Dienstag, 17. November 2015

Buß- und Bettag

18. November 2015

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Buß- und Bettag unter der Nummer 954.72. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Wochenspruch:

Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben. (Spr 14, 34)

Wochenlied:

Aus tiefer Not lasst uns zu Gott (EG 144) oder
Nimm von uns, Herr, du treuer Gott (EG 146)

Lieder für den Gottesdienst

EG 76,1-2 O Mensch bewein dein Sünde groß
EG 382,1-3 Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
Psalmgebet - EG 727
EG 355,1.2.5 Mir ist Erbarmung widerfahren
Da wohnt ein Sehnen tief in uns
Wenn das Brot, das wir teilen

Epistel: Röm 2, 1-11 - wird nicht gelesen

Darum, oh Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du auch bist, der du richtest. Denn worin du den andern richtest, verdammst du dich selbst, weil du ebendasselbe tust, was du richtest. 2 Wir wissen aber, dass Gottes Urteil recht ist über die, die solches tun. 3 Denkst du aber, oh Mensch, der du die richtest, die solches tun, und tust auch dasselbe, dass du dem Urteil Gottes entrinnen wirst? 4 Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet? 5 Du aber mit deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufst dir selbst Zorn an auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, 6 der einem jeden geben wird nach seinen Werken: 7 ewiges Leben denen, die in aller Geduld mit guten Werken trachten nach Herrlichkeit, Ehre und unvergänglichem Leben; 8 Ungnade und Zorn aber denen, die streitsüchtig sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber der Ungerechtigkeit; 9 Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die Böses tun, zuerst der Juden und ebenso der Griechen; 10 Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden allen denen, die Gutes tun, zuerst den Juden und ebenso den Griechen. 11 Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.

Evangelium und Predigttext: Lk 13, (1-5) 6-9

Warum?

Es kamen aber zu der Zeit einige, die berichteten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte. 2 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer mehr gesündigt haben als alle andern Galiläer, weil sie das erlitten haben? 3 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen. 4 Oder meint ihr, dass die achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und erschlug sie, schuldiger gewesen sind als alle andern Menschen, die in Jerusalem wohnen? 5 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen.

Das Gleichnis vom Feigenbaum 

6 Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine. 7 Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang gekommen und habe Frucht gesucht an diesem Feigenbaum, und finde keine. So hau ihn ab! Was nimmt er dem Boden die Kraft? 8 Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, lass ihn noch dies Jahr, bis ich um ihn grabe und ihn dünge; 9 vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn ab.

Predigtidee

Spätestens seit Samstagvormittag sind wir im Schockzustand. Wir sind entsetzt über die Terroranschläge von Paris. 

Das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden ist abgesagt worden. Das teilte am Dienstagabend die Polizei in Hannover mit, nannte aber zunächst keine weiteren Gründe. 

... wenn ihr nicht Buße tut

ἐὰν μὴ μετανοῆτε - Metanoia
Der Duden (http://www.duden.de/rechtschreibung/Metanoia) bietet folgende Bedeutungen:

  • (Religion) innere Umkehr, Buße
  • (Philosophie) Änderung der eigenen Lebensauffassung, Gewinnung einer neuen Weltsicht
  • in der orthodoxen Kirche Kniebeugung mit Verneigung bis zur Erde
Bei Wikipedia lesen wir: https://de.wikipedia.org/wiki/Bu%C3%9Fe_(Religion)

Die Wörter, die in verschiedenen Sprachen für diesen Begriff gebraucht werden, haben in der jeweiligen Alltagssprache sehr unterschiedliche Bedeutungen, was leicht zu Missverständnissen führen kann.

  • Das griechische Wort, das im Neuen Testament mit Buße übersetzt wird, ist μετάνοια metanoia, von νοεῖν noein, „denken“ und μετά meta, „um“ oder „nach“, wörtlich also etwa: „Umdenken, Sinnesänderung, Umkehr des Denkens“.
  • Der hebräische Begriff שוב schub, der in der Septuaginta mit metanoia übersetzt wird, umfasst eine Umkehr zu Gott nicht nur im Denken, sondern in der ganzen Existenz, was die Veränderung des Verhaltens, vor allem aber auch Gehorsam gegenüber Gott, neues Vertrauen zu ihm ebenso einschließt wie die Abkehr von allen bösen und widergöttlichen menschlichen Neigungen und Schwächen.
  • Ins Lateinische wurde metanoia mit paenitentia, „Reue, Buße“, übersetzt, häufig abgeschliffen zu poenitentia und unzutreffend abgeleitet von poena, „Strafe“.
  • Im Deutschen wurde das Wort Buße verwendet, das sprachlich mit baß, „besser“, verwandt ist und ursprünglich „Nutzen, Vorteil“ bedeutet. Es bezeichnete also die Genugtuung des Sünders gegenüber Gott, woraus sich die jetzige (untheologische) Bedeutung „von außen auferlegte Strafe oder Wiedergutmachung, die unabhängig von der inneren Einstellung ist“ entwickelt. Luther betonte wieder mehr den „Schrecken und gläubige Reue“.

Frucht der Buße

Gal 5,22: Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Besonnenheit (Keuschheit).

Wie viel Zeit haben wir noch?

Herr, lass ihn noch dies Jahr, bis ich um ihn grabe und ihn dünge; vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn ab.