Sonntag, 11. Oktober 2015

20. Sonntag nach Trinitatis

18. Oktober 2015


Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 20. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.64. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Am 20. Sonntag nach Trinitatis hören wir, dass Gottes Gebot auch den alltäglichen Lebensbereich durchdringt. Konkret geht es diesmal um das 6. Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen." Oft meinen wir, Gottes Gebote einzuhalten gehe heute gar nicht mehr. Aber der Prophet Micha macht deutlich, dass wir uns nicht herausreden können. Wir lesen:

Wochenspruch:

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Micha 6, 8)

Wochenlied:

Wohl denen, die da wandeln (EG 295 (nicht in Rev. 2014)
Rev. 2014: Es kennt der Herr die Seinen (EG 358)
Rev. 2014: Meinem Gott gehört die Welt (EG 408)

Liedvorschläge für den Gottesdienst

EG 398 - In dir ist Freude (1-2)
EG 748 - Psalm 119
EG 295 - Wohl denen, die da wandeln (1-4)
EG 238 - Herr, vor dein Antlitz treten zwei (1-3)
EG 376 - So nimm denn meine Hände (1-3)
EG 391 - Jesu, geh voran (1-4)

Im Predigttext geht es um die Ehe und um die Frage, ob es eine Scheidung geben kann. Alle Lieder werden und wurden im Zusammenhang mit einer kirchlichen Trauung gesungen. Sie sprechen von der Freude, aber auch von der ernsten Seite des Lebens, sie beschreiben das Vorhaben eines Paares, gemeinsam durchs Leben zu gehen und sie beziehen Gottes Segen auch in schwierigen Zeiten mit ein.

Epistel 1. Thess 4, 1-8

Weiter, liebe Brüder, bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus, da ihr von uns empfangen habt, wie ihr leben sollt, um Gott zu gefallen, was ihr ja auch tut -, dass ihr darin immer vollkommener werdet. 2 Denn ihr wisst, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesus. 3 Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Unzucht 4 und ein jeder von euch seine eigene Frau zu gewinnen suche in Heiligkeit und Ehrerbietung, 5 nicht in gieriger Lust wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. 6 Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist ein Richter über das alles, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben. 7 Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinheit, sondern zur Heiligung. 8 Wer das nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen heiligen Geist in euch gibt.

Evangelium und Predigttext: Mk 10,2-12(13-16)


Und Pharisäer traten zu ihm und fragten ihn, ob ein Mann sich scheiden dürfe von seiner Frau; und sie versuchten ihn damit. 3 Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten? 4 Sie sprachen: Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden. 5 Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben; 6 aber von Beginn der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau. 7 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hängen, 8 und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. 9 Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

10 Und daheim fragten ihn abermals seine Jünger danach. 11 Und er sprach zu ihnen: Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet eine andere, der bricht ihr gegenüber die Ehe; 12 und wenn sich eine Frau scheidet von ihrem Mann und heiratet einen andern, bricht sie ihre Ehe.

13 Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. 14 Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. 15 Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. 16 Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.

Erste Predigtidee


Auf meiner Konfirmandenseite habe ich versucht, die Evangeliumslesung nachzuerzählen. Ich denke, dass ich mich daran in der Predigt auch orientieren werden. Da ist auf der einen Seite die menschliche Praxis, dass Ehen geschieden werden - schon im alten Israel. Auf der anderen Seite steht Jesu klare Aussage: Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.


Nacherzählende Erklärung des Predigttextes


Der heutige Text aus dem Markusevangelium Kapitel 10 die Verse 2-12 macht es uns nicht leicht. Er nimmt zu einem Thema Stellung, das bis heute oder gerade heute viele Familien betrifft. Es geht um die Ehescheidung und damit auch um das 6. Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen". Offensichtlich war das schon zu Zeiten Jesu ein Problem. Und nimmt man dann bei Markus die nächsten Verse noch dazu (Mk,10,13-16), dann sieht man, wen eine Scheidung am härtesten trifft, die Kinder. Das steht zwar nicht wörtlich in diesem Text. Aber wenn Markus die Kindersegnung unmittelbar zu dem Text stellt, wo es um die Ehescheidung geht, dann will er damit zeigen, dass Kinder ganz viel Zuwendung brauchen, damit sie sich entwickeln und selbstständig und selbstbewusst ihren eigenen Weg suchen und gehen können.

Aber beginnen wir von vorn. Am Anfang einer Ehe steht die Hochzeit. Das Brautpaar empfängt Gottes Segen. Und zusammen mit Verwandten und Gästen wird ein rauschendes Fest gefeiert. Alles ist wunderbar. So ist das auch heute, wenn zwei Menschen einander versprechen, gemeinsam durchs Leben zu gehen.

Leider vergessen viele, dass das gemeinsame Leben nicht allein aus ausgelassener Freude und Tanzen besteht. Im Alltag müssen Aufgaben bewältigt werden, die manches Mal auch keinen Spaß machen. An diesen Aufgaben kann eine Beziehung zwar wachsen, manches Mal aber auch zerbrechen, wenn sich alle überfordert fühlen. Das wurde schon zu Zeiten des Alten Testaments erlebt. Im schlimmsten Fall ist es dann vielleicht auch ein gangbarer Weg, wenn eine Ehepaar sich trennt. Wahrscheinlich war deshalb dieser Vers ins 5. Buch Mose aufgenommen worden: "Wenn jemand eine Frau zur Ehe nimmt und sie nicht Gnade findet vor seinen Augen, weil er etwas Schändliches an ihr gefunden hat, und er einen Scheidebrief schreibt und ihr in die Hand gibt und sie aus seinem Hause entlässt ..." (5. Mose 24,1)

Über diesen Vers wollten Pharisäer mit Jesus diskutieren. Luther schreibt dazu: "... sie versuchten ihn damit" (Mk 10,2), d.h. sie wollten ihn aufs Glatteis führen. Offensichtlich hatten sie gehört, dass Jesus sich bei anderer Gelegenheit gegen die Ehescheidung ausgesprochen hatte. Wenn sie ihn noch einmal zu dieser Aussage verleiten konnten, dann konnten sie ihm belegen, dass er gegen die Heiligen Schriften aus den Büchern Mose verstieß. Und das durfte der Messias, der Gesandte Gottes nicht tun!

Es war nicht das erste Mal, dass fromme Juden Jesus so auf die Probe stellen wollten. Er konnte dem auch gut begegnen, indem er sich seinerseits auf die Heilige Schrift bezog und die Pharisäer gleich bei der Bibelstelle packte, die sie selbst gegen Jesus wenden wollten. "Was hat euch Mose geboten?", das war Jesu Frage. Die Frommen müssen überrascht gewesen sein. Genau das hatten sie doch gegen Jesu Position anführen wollen, um zu verdeutlichen, dass eine Scheidung erlaubt sei. "Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden", war also die Antwort der Pharisäer. Welche Bibelstelle hier gemeint war, habe ich oben schon zitiert - 5. Mose 24,1.

Jesus nimmt diesen Faden auf: "Richtig", sagt er, "Mose hat die Ehescheidung erlaubt. Das hat er aber nur gemacht, weil er eure harten Herzen kannte, weil er wusste, dass Eheleute es sich manchmal so schwer machen, als ob sie miteinander einen Krieg führen. Da ist es dann vielleicht besser, wenn man sich trennt, als dass jeder Tag zur Hölle wird." Aber das ist nicht die Position Jesu und spiegelt auch nicht Gottes Willen wieder. Jesus greift deshalb seinerseits eine Bibelstelle auf, und zwar einen Satz aus dem 1. Schöpfungsbericht. "... von Beginn der Schöpfung an hat Gott den Menschen geschaffen als Mann und Frau". Und er fügt dann einen Satz aus dem 2. Schöpfungsbericht hinzu: "Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hängen und die zwei werden ein Fleisch sein ..." (Mk 10,8f; vgl. 1. Mose 1,27 [Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.] und 1. Mose 2,24 [Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein "ein" Fleisch.])

Der Bibelstelle der Pharisäer setzt Jesus mit dem Verweis auf die Schöpfung Bibelstellen entgegen, die nach seiner Interpretation die Absicht Gottes mit Frau und Mann viel besser beschreiben als das Zitat von Mose, der aus menschlichen Erwägungen die Ehescheidung erlaubt - sie ist manches Mal das kleinere Übel. Aber Gottes Wille ist das für ein Ehepaar nicht. Wenn Jesus davon spricht, dass Mann und Frau ein Fleisch werden, so hat er das biblische Bild vor Augen, dass Gott Eva aus der Rippe Adams schuf. Und das ausdrücklich, weil Adam im Gegensatz zu den Tieren sonst kein Gegenüber hatte und sich ausdrücklich dieses Gegenüber wünschte. Als er seine Frau erkennt, stellt er fest: "... Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch ..." (1. Mose 2,23) "Und wenn das so ist", sagt Jesus, "dass Gott Frau und Mann zusammengeführt hat, dann soll der Mensch die Ehe nicht scheiden."

Damit wird das Gespräch mit den Pharisäern beendet gewesen sein, aber das Thema war noch nicht durch. Die Jünger von Jesus hatten genau zugehört und die hatten ihre Frage. "Was ist eigentlich, wenn Geschiedene wieder heiraten?" Das kam doch vor. Und wer weiß, vielleicht war auch einer Jünger geschieden und hatte wieder geheiratet. Jesus bleibt bei seiner eindeutigen Position, dass die Scheidung nicht in Gottes Sinn ist, dass die Ehe nach einer rechtsgültigen Scheidung tatsächlich ein Ehebruch ist und gegen das 6. Gebot verstößt. "Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet eine andere, der bricht ihr gegenüber die Ehe; 12 und wenn sich eine Frau scheidet von ihrem Mann und heiratet einen andern, bricht sie ihre Ehe."

Dass dies tatsächlich die Position von Jesus gewesen sein muss, macht ein Satz des Apostel Paulus deutlich, den er etwa 30 Jahre später in der 2. Hälfte der 50er Jahre nach Christus seiner Gemeinde in Korinth schreibt: "Den Verheirateten aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, dass die Frau sich nicht von ihrem Manne scheiden soll - hat sie sich aber geschieden, soll sie ohne Ehe bleiben oder sich mit ihrem Mann versöhnen - und dass der Mann seine Frau nicht verstoßen soll." (1. Korinther 7,10f)


Wie gehen wir heute mit der Ehescheidung um? Sie ist vielleicht um des "Herzens Härte willen" ein Weg, den manches Ehepaar beschreiten muss. Aber dem Willen Gottes und der Vorstellung Jesu entspricht das nicht. Vielleicht ist es in Krisensituationen hilfreich, wenn sich das Ehepaar an den Anfang des gemeinsamen Weges erinnert, wie man sich verliebt traf, wie man beschloss, gemeinsam durchs Leben zu gehen und zu heiraten, und wie man dann in der Trauung Gottes Segen empfing. Vielleicht kann diese Erinnerung Kraft gegen für einen neuen Anfang.

Erntedank

04. Oktober 2015

Am Erntedanktag feierten wir einen wunderschönen Abendmahlsgottesdienst mit kleinen und großen Leuten in der Gustav-Adolf-Kirche, die am Tag zuvor wunderschön für den Anlass geschmückt worden war.



Das Blumenschmuckteam nach getaner Arbeit
Für den Gottesdienst hatten Frau Hofmann und ihr Team dann zwei Texte miteinander kombiniert, die den Hintergrund des Erntedanktages nicht besser ausleuchten konnten. Da war zunächst der bekannte Text vom "reichen Kornbauern", der seinen Besitz nur für sich haben wollte. Dieser Abschnitt aus dem Lukas-Evangelium wird jedes Jahr zum Erntedankfest gelesen: 

Hütet euch vor aller Habgier


15 Jesus sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.

16 Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen. 17 Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. 18 Und sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte 19 und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut! 20 Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? 21 So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott. (Lk 12,15-21)

Wiste ne Beer?


Als Kontrasttext hatte das Team das Gedicht von Theodor Fontane "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" ausgewählt. Der alte Gutsherr zeigt, wie man auch mit seinem Reichtum umgehen kann. 

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland


Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit,
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Thurme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: „Junge, wist’ ne Beer?“
Und kam ein Mädel, so rief er: „Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb’ ne Birn.“

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit,
Da sagte von Ribbeck: „Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit in’s Grab.“
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner, mit Feiergesicht
Sangen „Jesus meine Zuversicht“
Und die Kinder klagten, das Herze schwer,
„He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?“

So klagten die Kinder. Das war nicht recht,
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht,
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt,
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er that,
Als um eine Birn’ in’s Grab er bat,
Und im dritten Jahr, aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gehen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung’ über’n Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: „wiste ne Beer?“
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: „Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew’ Di ’ne Birn.“

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

aus: Gedichte, S. 318–319; 10. Auflage 1905, Erstdruck 1889, Stuttgart und Berlin
https://de.wikisource.org/wiki/Herr_von_Ribbeck_auf_Ribbeck_im_Havelland_(Fontane)

Mittwoch, 23. September 2015

17. Sonntag nach Trinitatis

27. September 2015


Musikalischer Gottesdienst

Es ist wieder der 4. Sonntag im Monat und damit feiern wir einen musikalische Gottesdienst. Von unserem Organisten Heinz Detlau-Keire kam diese Anfrage: "Was halten Sie vom Motto: Singet dem Herren mit Gospels, warum denn nicht??" - Ja, warum nicht. Versuchen wir es mal! Die ersten Überlegungen hatten diese Lieder im Blick: He's got the whole world - Good news - Hallelu hallelu ... praise ye the Lord - Kommt, sagt es alle weiter - My Lord, what a morning - When Israel was in Egyptsland - Amen Amen - Josha fit the battle of Jericho.

Nachdem wir miteinander überlegt hatten, welche Lieder den auch von einer "Gospel-ungeübten" Gemeinde gesungen werden könnten, haben wir uns für diese Lieder entschieden:

Vorspiel: He's got the whole world
- Kommt, sagt es alle weiter
- Hallelu hallelu hallelu halleluja, praise ye the Lord
- Michael, row the boat ashore
Orgelsolo nach der Predigt: My Lord, what a morning
- When Israel was in Egyptsland
- We shall overcome
Nachspiel: Josha fit the battle of Jericho

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 17. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.60. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Wochenspruch:

Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1. Joh 5, 4c)

Wochenlied:

Such, wer da will, ein ander Ziel (EG 346)

Gottesdienstablauf

Vorläufig ist geplant: 

  • Vorspiel: He's got the whole world
  • Begrüßung
  • Lied: Kommt, sagt es alle weiter
  • Psalm 27

  • Bitte um Gottes Nähe

Oft verstehen wir Gottes Wort nicht. Dann möchten wir wenigstens spüren, dass er uns trägt. Deshalb bitten wir ihn: Komm zu uns, Herr, Kum ba yah, my Lord!

|:Kum ba yah, my Lord, Kum ba yah!:| (3x)
O Lord, Kum ba yah!.

|:Komm zu uns, oh Herr, komm zu uns:| (3x)
oh Herr, komm zu uns.
  • Aufforderung zu Lobgesang und Bekenntnis
Gott führt uns, auch wenn wir seine Wege nicht verstehen; er trägt uns auf seinen Händen, und er hält die ganze Welt in seiner Hand. Deshalb singen wir ihm unseren Lobgesang.

|:He’s got the whole world in his hand’s.:| (3x)
He’s got the whole world in his hand’s.

|:Er hält die ganze Welt in seiner Hand.:| (3x)
Er hält die Welt in seiner Hand.

(Zu den Aufforderungen vgl. Gottesdienstbuch, hrsg. von C. Zippert, Gütersloh 1990, S. 124)
  • Kollektengebet
  • Epistel Röm 10, 9-17 (18)
Wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. 10 Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet. 11 Denn die Schrift spricht (Jesaja 28,16): "Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden." 12 Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. 13 Denn "wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden" (Joel 3,5).
14 Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehouml;rt haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? 15 Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht (Jesaja 52,7): "Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die das Gute verkündigen!" 16 Aber nicht alle sind dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaja spricht (Jesaja 53,1): "Herr, wer glaubt unserm Predigen?" 17 So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.
18 Ich frage aber: Haben sie es nicht gehört? Doch, es ist ja "in alle Lande ausgegangen ihr Schall und ihr Wort bis an die Enden der Welt" (Psalm 19,5).

  • Hallelu hallelu hallelu halleluja, praise ye the Lord
  • Glaubensbekenntnis
  • Michael, row the boat ashore. Halleluja.

  • Predigttext (gleichzeitig Evangelium) Mt 15, 21-28

Jesus ging weg von Genezareth und zog sich zurück in die Gegend von Tyrus und Sidon. 22 Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus diesem Gebiet und schrie: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird von einem bösen Geist übel geplagt. 23 Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten seine Jünger zu ihm, baten ihn und sprachen: Lass sie doch gehen, denn sie schreit uns nach. 24 Er antwortete aber und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.

25 Sie aber kam und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! 26 Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. 27 Sie sprach: Ja, Herr; aber doch fressen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen. 28 Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde.

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Notizen zur gehaltenen Predigt

Was wie eben im Predigttext gehört haben, liebe Gemeindeglieder, das muss man erst mal sacken lassen. Da kommt eine Mutter zu Jesus und bittet um Hilfe für ihr krankes Kind. Was macht Jesus, der Sohn Gottes?
  • Er antwortete ihr kein Wort ...
Als seine Jünger für die Frau Partei ergreifen, heißt es:
  • Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel ...
Und als die Frau nicht locker lässt:
  • Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde ...
Jesus leistet sich hier mit der Zurückweisung der Frau ein starkes Stück. Das ist ja kein einfacher Ausrutscher, sondern hat hier Programm. Seine Abwehrhaltung steigert sich ja von Mal zu Mal. Ob es ihn dann wohl viel Überwindung gekostet hat, als er der Frau endlich antwortete:
  • Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst!
Solch eine Zurückweisung schockiert. Wir haben doch ein ganz anderes Bild von Jesus vor Augen: Der Sohn Gott, der sich den Menschen zuwendet. Oder um es mit der Losung für dieses Jahr zu sagen: Nehmt einander an, wie Christus uns angenommen hat zu Gottes Lob. (Röm 15,7)

Ich habe bei dieser Zurückweisung sofort die Flüchtlinge vor Augen. Es sind etliche, die es denken, und dann auch aussprechen: Sollen die doch dahin gehen, woher sie gekommen sind. - Nur, so einfach ist das nicht, wenn das Heimatland zerbombt ist, wenn Krieg und Terror herrschen, wenn Furcht und Verzweiflung herrschen und es keine Perspektive gibt, wie es weitergehen könnte. 

Und genauso geht es der Frau in der Geschichte: sie ist verzweifelt, ihre Tochter ist krank, vielleicht sogar todkrank - und Jesus ist mehr oder weniger die letzte Hoffnung. 

Der eine oder die andere von Ihnen denkt jetzt vielleicht: “Jesus wollte die Frau doch nur prüfen.” Das wird manchmal in den Auslegungen auch so gesagt. Mag sein, dass der Gedanke stimmt, aber auch in diesem Fall wäre diese Prüfung verletzend und demütigend für eine Frau, die so verzweifelt Hilfe sucht. Ich will bei der schroffen Auslegung bleiben, denn die kann uns auch was sagen.

Erstens: Wir haben es mit unserem Glauben, mit Gott nicht immer leicht. Wir müssen ihn suchen, wir fühlen uns manchmal zurückgesetzt und verlassen. Wo ist er denn, unser Gott, der uns hilft? Vielleicht kann so eine Geschichte, wo die Mutter um die Hilfe Jesu kämpfen muss, helfen, am Glauben festzuhalten, auch wenn das nicht einfach ist. 

Zweitens: Die christliche Gemeinde - und offensichtlich auch Jesus - musste erst ihren Weg finden, sie musste nachdenken und diskutieren. Für wen war Gott da? Für die, die ihn anbeten, für sein Volk Israel, so lautete seit Alters her die eindeutige Antwort. “Ihr sollt mein Volk sein und ich will euer Gott sein!” 2 Mose 6,7 - 3 Moe 26,12 - Jeremia 7,23 - Jermia 11,4 - Jeremia 30,22 - Hesekiel 36,28 Die anderen waren die Fremden, die Heiden. Für die war Gott nicht zuständig, die beteten ihn ja auch nicht an. 

Wer in solcher Haltung groß geworden ist, dem fällt es vielleicht schwer, unbefangen auf die Heiden zuzugehen. So wird es hier in der Geschichte von Jesus erzählt, so berichtet es Lukas in der Apostelgeschichte später aber auch noch einmal von Petrus.

Gut, das wussten die Israeliten auch, manchmal nutzte Gott die fremden Völker, um sein eigenes Volk zu leiten und zu führen, um es zurechtzuweisen, ja auch um Israel zu strafen. Das hatten die Propheten von den Assyrer und von den Babyloniern schon gesagt. - Und manchmal half Gott auch einem Heiden. Das erzählt die Heilige Schrift im 2. Königebuch im 5. Kapitel von Naaman, der war der "Feldhauptmann des Königs von Aram, war ein trefflicher Mann vor seinem Herrn und wert gehalten; denn durch ihn gab der HERR den Aramäern Sieg über Israel". Naaman war aussätzig. Durch eine Kriegsgefangene hörte er vom Gott der Juden, von dem, der allein helfen kann. Und Naaman geht zum Propheten Elisa, der ihn mit Gottes Hilfe heilen kann. - Und dem ersten Menschen, dem Gott sich in geschichtlichen Zeiten offenbarte, Abraham, dem hatte er verheißen: "Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden." (Gen 3,2f)

Wenn es schon vorgezeichnet ist und Jesus trotzdem diese Zurückweisung unterläuft, so zeigt es, dass wir Christen uns kritisch mit uns selbst auseinandersetzen können. Wir müssen nichts beschönigen. Wir können zu unseren Fehlern stehen, vorausgesetzt: Wir lernen etwas daraus. 

Das ist offensichtlich bei Jesus in dieser Geschichte passiert. Als er die Frau so schwer beleidigt: "Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde." Etwas Schlimmeres hätte er der orientalischen Frau nicht sagen können als sie mit einem Hund zu vergleichen. Die Frau aber nimmt das Bild auf und packt Jesus mit seinen eigenen Worten: "In Ordnung", könnten sie sagen, "von mir aus bin ich ein verächtlicher Hund. Aber schließlich leben die Hunde bei ihren Herren und fressen das, was von deren Tisch fällt bzw. was die ihnen geben. Deshalb noch einmal: Du hast in allem recht, aber bitte hilf meiner Tochter!" In der Bibel bei Luther lesen wir das dann so: "Ja, Herr; aber doch fressen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen."

Da ist bei Jesus der Groschen gefallen. "Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst." Matthäus und Lukas können dann erzählen, dass Jesus den Knecht eines römischer Hauptmanns in Kapernaum heilt. Und Johannes erzählt von einer Begegnung Jesu mit einer Samariterin, mit denen die Juden sonst keinen Kontakt pflegen. Und wie Jesus hier zu einer neuen Einsicht gelangt, so schafft das später die christliche Gemeinde auch. Die Apostel machen sich auf den Weg und bringen die frohe Botschaft, das Evangelium zu allen Völkern.

Von hier aus zurück in die Gegenwart. Wenn es damals Jesus, den Aposteln und der christlichen Gemeinde mit Gottes Hilfe gelungen ist, aufeinander und auch auf die Fremden, die Heiden zuzugehen, wenn dabei die Konflikte, die es auf diesem Weg gab, auch nicht die Verletzungen, die man sich gegenseitig zufügte, wenn die nicht weggelassen, vertuscht oder verschwiegen wurden, dann macht das Hoffnung, dass wir auch heute unsere Herausforderungen bestehen werden, dass wir die Konflikte lösen werden. Es wird uns helfen, wenn wir uns dabei auf unsere christlichen Wurzeln besinnen, nicht zu Lasten von anderen, in Abgrenzung gegenüber Fremden, sondern zu Gottes Lob. 

Nehmt einander an, wie Christus uns angenommen hat zu Gottes Lob. 

nach der Predigt ein Orgelsolo

  • My Lord, what a morning
  • Abkündigungen
  • When Israel was in Egyptsland
  • Fürbitten und Vaterunser
  • Segen
nach dem Segen: 

  • We shall overcome
  • Nachspiel: Josha fit the battle of Jericho

Freitag, 18. September 2015

16. Sonntag nach Trinitatis

20. September 2015


Evangelisches Gesangbuch


Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 16. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.59. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Wochenspruch:

Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. (2. Tim 1, 10b)

Wochenlied:

O Tod, wo ist dein Stachel nun (EG 113 - nicht in Rev. 2014) oder
Rev. 2014: Jesus lebt, mit ihm auch ich (EG 115)
Was mein Gott will, gescheh allzeit (EG 364 - nicht in Rev. 2014)
Rev. 2014: Wach auf, mein Herz, und singe (EG 446)

Lieder:

Morgenglanz der Ewigkeit (EG 450,1-5)
Psalm 146 /EG 757)
O Tod, wo ist dein Stachel nun (EG 113,1.5.6)
Jesus lebt (EG 115,1-4)
Ich steh in meines Herren Hand (EG 374,1.2.5)
Ach, bleib mit deinem Segen (EG 347,4-6)

Epistel 2. Tim 1, 7-10

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. 8 Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes. 9 Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, 10 jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.

Evangelium: Joh 11, 1 (2) 3.17-27 (41-45)

Es lag aber einer krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf Marias und ihrer Schwester Marta. 2 Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar getrocknet hatte. Deren Bruder Lazarus war krank. 3 Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, liegt krank. 

17 Als Jesus kam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grabe liegen. 18 Betanien aber war nahe bei Jerusalem, etwa eine halbe Stunde entfernt. 19 Und viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, sie zu trösten wegen ihres Bruders. 

20 Als Marta nun hörte, dass Jesus kommt, geht sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen. 21 Da sprach Marta zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. 22 Aber auch jetzt weiß ich: Was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. 23 Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. 24 Marta spricht zu ihm: Ich weiß wohl, dass er auferstehen wird - bei der Auferstehung am Jüngsten Tage. 25 Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; 26 und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? 27 Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist.

40 Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? 41 Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob seine Augen auf und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42 Ich weiß, dass du mich allezeit hörst; aber um des Volkes willen, das umhersteht, sage ich's, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. 43 Als er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! 44 Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein Gesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löst die Binden und laßt ihn gehen! 45 Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.

Predigtnotizen

Fangen wir hinten an: "Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn." Solche Wunder suchen Menschen, wünschen sich Menschen oft sehnsüchtig herbei. Im Krankenhaus, wenn wir mit der Grenze des menschlichen Lebens konfrontiert sind. Mancher hofft auch in der gegenwärtigen Situation auf ein Wunder, damit die Probleme gelöst werden.

Oder sie machen Gott Vorhaltungen, wenn er das Wunder vermeintlich nicht gewirkt hat oder wenn es  spät ist. So auch die beiden Schwestern: "Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben."

Und ein dritter Gedanke: Was bewirkt dieses Wunder letztendlich? Für die, von denen gesagt wird, sie glaubten wegen des Wunders an Jesus? Gehen die jetzt bewusster mit ihren Leben um? Achten die auf Gott und sein Wort? Wir kennen noch eine andere Geschichte aus der Bibel. Da ging es um den armen Lazarus, der vor der Tür eines Reichen sein Leben fristen musste. Als beide gestorben waren, fand sich Lazarus in Abrahams Schoß und der Reiche sich im ewigen Feuer wieder. Und der Reiche bat Abraham, dass er Lazarus zu seinen Brüdern schicke und sie warne. "Wenn einer von den Töten auferstünde, dann würden sie glauben." - Die Antwort lautete: "Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören."

Und was bedeutet dieses Wunder für Lazarus selber? Ganz bestimmt wird er bewusster leben. Das erzählen alle, die schon einmal an der Schwelle des Todes gestanden oder gar das Licht des Himmels gesehen haben. Aber irgendwann muss auch Lazarus wieder sterben, früher oder später. Vielleicht sind ihm noch viele Jahre geschenkt, so dass er alt und lebenssatt sterben kann, oder er stirbt nach langer Krankheit, wenn wir sagen, der Tod war eine Erlösung. Oder es ist nur eine kurze Frist, die ihm eingeräumt wird und er wird dann doch aus der Kraft seiner Jahre und aus dem Kreis der Familie und Freunde herausgerissen.

Was hat es also in der letzten Konsequenz mit diesem Wunder auf sich?

Fangen wir nun vorn an: "Herr, siehe, der, den du lieb hast, liegt krank." Es ist gut, wenn wir uns an Gott wenden, wenn es nicht einfach heißt: es hilft doch nichts mehr. Vielen ist da Gebet fremd geworden. “Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.” Mt 7,7 Wir erinnern uns, das Jesus in einem seiner wichtigsten Gebet im Garten Getsemane den Satz hinzugefügt hatte: … aber nicht mein Wille geschehe, sondern deiner ...

Neben der Bitte und dem Dank dürfen wir Gott auch unser Leid klagen: "Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben." Und sie fügt hinzu: "Aber auch jetzt weiß ich: Was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben." Genau wie die Bitte geht uns oftmals die Klage durch den Kopf. Wir wagen sie nicht immer auszusprechen. Aber das AT ist voll der Klagen. Eines der bekanntesten Klagegebete ist der 22. Pslam, mit dem Jesus am Kreuz von Golgatha seine ganze Verzweiflung herausschrie: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?"

Bitte und Klage lassen sich aus dem Text ableiten. Doch worauf kommt es ab. "25 Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; 26 und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? 27 Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist." 

Bei Jesus können Menschen aufstehen, lernen den aufrechten Gang. Bei Jesus finden wir Leben. Leben mit Jesus ist auch da, wo der Tod ist, wo wir an unser Grenzen stoßen. Der leibliche Tod steht der Liebe Gottes, seiner Zuwendung uns gegenüber, seiner Begleitung und seiner Hilfe nicht entgegen: Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.

Damit sind wir in der Gegenwart angekommen. Bei jeder Beerdigung lese ich vor dem Abschied von den Toten diesen Satz vor: "Ich bin die Auferstehung und das Leben ..." Und auch unausgesprochen steht jedes Mal die Frage Jesu im Raum: "Glaubt ihr das? Glaubt ihr das auch angesichts des Todes? Glaubt ihr das hier auf dem Friedhof? Glaubt ihr das auch angesichts der ganzen Probleme in der Welt, die gerade auf euch einstürzen?" Dieser Glauben, von dem Jesus spricht, der fällt und nicht einfach in den Schoß. Wir müssen so manches Mal um diesen Glauben ringen.

Wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben - lassen uns nicht unterkriegen, haben keine Angst vor gesellschaftlicher Ausgrenzung. Geben den Helfershelfern des Todes keinen Raum. Nicht der Tod behält das letzte Wort. Das tut der Christus, der Heiland, der Retter auch.

Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist. - hätte die Geschichte hier auch zu Ende sein können? Im Prinzip ja. Jesus hätte die beiden Schwestern in den Arm nehmen können: "Lasst uns nach Hause gehen und zu Gott beten, damit er uns Kraft gibt. Lasst uns aber auch daran denken, dass wir einmal sterben müssen. Das soll uns keine Angst einjagen, vielmehr soll uns diese Erkenntnis klug machen. Wir sollen erkennen, dass wir über unser Leben nicht selbst verfügen. Bei Lazarus haben wir gesehen, wie schnell das Leben zu Ende sein kann. Jeden Tag unseres Lebens bekommen wir als Geschenk aus Gottes Hand, und dieses Geschenk dürfen wir gestalten, nach bestem Wissen und Gewissen, nach Gottes Wort in seinen Geboten. Wenn wir das tun, dann können wir unser Leben zum Schluss Gott auch wieder zurückgeben. Er schenkt uns dafür die Auferstehung von den Toten."

Aber Jesus will dieses Mal einen Schritt weitergehen. Jesus nimmt seine eigene Auferstehung vorweg. Für einen Moment war deutlich geworden, dass Gott über allem steht, dass er das Leben will. Diesmal nimmt es Jesus in Kauf, dass die Menschen um des Wunders willen an ihn glauben. Aber es geht nicht um ihn selbst, es geht um Gott: "Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich weiß, dass du mich allezeit hörst; aber um des Volkes willen, das umhersteht, sage ich's, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast." - Also hat Gott die Welt beliebt, auf dass alle, die an ihn glauben, gerettet werden.

Damit sind wir wieder am Ende angelangt: "Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn." Wenn wir solche Wunder erleben - auch kleinere, alltäglichere - dann dürfen wir dankbar sein - selbstverständlich sind solche Wunder nicht - und wir dürfen glauben, dass Gott uns dies schenkt.

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.

Glaubst ihr das?

Wir dürfen hoffen und beten, dass wir dann bekennen können:
Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist.

Amen.

Montag, 17. August 2015

12. Sonntag nach Trinitatis

23. August 2015


Evangelisches Gesangbuch


Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 12. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.55. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Wochenspruch:

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. (Jes 42, 3)

Wochenlied:

Nun lob mein Seel den Herren (EG 289)

Musikalischer Gottesdienst

Am 23. August feiern wir den Gottesdienst unter dem Motto "Rund um die Sonne - ein fröhlicher musikalischer Sonntag". Diese Idee kam vom Organisten Detlau-Keire.

Hallo Herr PK,

Was halten Sie von dieser Idee für den musikalischen GD:
Ein fröhlicher musikalischer Sonntag unter dem Motto: Rund um die Sonne.

Schönen Gruß, Heinz DK

Orgelvorspiel: Polonaise "Die güldene Sonne" (unbek.Meister)


Begrüßung


1. Lied: 510,1.3.5 - Freuet euch der schönen Erde


Psalm 67 - EG 730

Gloria Patri


Aufforderung zum Kyrie


Aufforderung zum Gloria in Exelsis


Salutatio


Gebet


Epistel Apg 9, 1-9

1 Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester 2 und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit er Anhänger des neuen Weges, Männer und Frauen, wenn er sie dort fände, gefesselt nach Jerusalem führe. 3 Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; 4 und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? 5 Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. 6 Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst. 7 Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen sprachlos da; denn sie hörten zwar die Stimme, aber sahen niemanden. 8 Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine Augen aufschlug, sah er nichts. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn nach Damaskus; 9 und er konnte drei Tage nicht sehen und aß nicht und trank nicht.

2. Lied: 449,1-4 - Die güldne Sonne voll Freud und Wonne

nach Into "Valse:"O dancing sun"

Evangelium und Predigttext: Mk 7, 31-37

31 Und als er wieder fortging aus dem Gebiet von Tyrus, kam er durch Sidon an das Galiläische Meer, mitten in das Gebiet der Zehn Städte.32 Und sie brachten zu ihm einen, der taub und stumm war, und baten ihn, daß er die Hand auf ihn lege. 33 Und er nahm ihn aus der Menge beiseite und legte ihm die Finger in die Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel und 34 sah auf zum Himmel und seufzte und sprach zu ihm: Hefata!, das heißt: Tu dich auf! 35 Und sogleich taten sich seine Ohren auf, und die Fessel seiner Zunge löste sich, und er redete richtig. 36 Und er gebot ihnen, sie sollten's niemandem sagen. Je mehr er's aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus. 37 Und sie wunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend.

Glaubensbekenntnis


3. Lied: 444,1-5 - Die güldene Sonne bringt Leben und Wonne


Predigt

Musikalischer Gottesdienst unter dem Motto: Rund um die Sonne. - Das passt in diese Jahreszeit. Wie schön, dass heute die Sonne scheint.

Das passt auch zu den Texten dieses Sonntags. Die Epistel beschreibt die Blindheit des Paulus - was wird es da für ihn bedeutet haben, wenn er nach drei Tagen wieder das Sonnenlicht erblickte. Und das Evangelium erzählt von einer Heilung, zwar keiner Blindenheilung, aber doch von der Heilung eines Taubstummen. Es legt sich nahe, im Blick auf dieses Ereignis von einem Wunder zu sprechen, das dem Betroffenen wie der Aufgang der langersehnten Sonne erscheinen musste.

Ein Satz steht quer: “Und er gebot ihnen, sie sollten's niemandem sagen. Je mehr er's aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus.

Wir haben es hier nicht in erster Linie mit einem Tatsachenbericht zu tun, sondern mit einem theologischen Gedanken des Evangelisten Markus. Da, wo das Ereignis offenkundig ist und geradezu zum Weitererzählen animiert, da kommt genau das Verbot. Es kann natürlich sein, dass das Auftreten Jesu diesen Zug beim Evangelisten verstärkt hat.

Mk 1 - Die Heilung eines Aussätzigen
... Willst du, so kannst du mich reinigen. ... Ich will's tun; sei rein! 42 Und sogleich wich der Aussatz von ihm und er wurde rein. 43 Und Jesus drohte ihm und trieb ihn alsbald von sich 44 und sprach zu ihm: Sieh zu, dass du niemandem etwas sagst; sondern geh hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis.

Mk 5 - Jairus Tochter
… Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft. ... Er ... ergriff das Kind bei der Hand und sprach zu ihm: Talita kum! - das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! 42 Und sogleich stand das Mädchen auf und ging umher; es war aber zwölf Jahre alt. ... 43 Und er gebot ihnen streng, dass es niemand wissen sollte ...

Mk 8 - Das Bekenntnis des Petrus
27 Und Jesus ging fort mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Wer, sagen die Leute, dass ich sei? 28 Sie antworteten ihm: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer; einige sagen, du seist Elia; andere, du seist einer der Propheten. 29 Und er fragte sie: Ihr aber, wer, sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus! 30 Und er gebot ihnen, dass sie niemandem von ihm sagen sollten.

Predigttext: Je mehr er's aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus.

(Anmerkung: Die nachfolgenden 3 Wundergeschichten stammen aus dem Buch von Reinhard Schinzer, Die Bibel ins Spiel bringen, Göttingen 1984, 2. Auflage, S. 22ff)

Ein Mädchen schien zur Stunde ihrer Hochzeit gestorben zu sein; der Bräutigam folgte der Bahre, klagte dabei verständlicherweise laut über die unerfüllte Hochzeit. X traf zufällig auf dieses leidvolle Geschehen. „Stellt die Bahre nieder", sagte er, „ich werde euch die Tränen, die ihr des Mädchens wegen vergießt, trocknen!" Zugleich fragte er nach ihrem Namen. Die Menge meinte, er werde eine Rede halten, wie sie bei Beerdigungen üblich sind und die Wehklagen erwecken. Er aber berührte sie nur, sprach geheimnisvoll etwas und weckte so das Mädchen vom vermeintlichen Tode auf. Das Kind redete laut und wurde in das Haus ihres Vaters zurückgebracht. Als die Verwandten des Mädchens X mit 150000 Denaren beschenkten, sagte er, dass er sie dem Mädchen als Mitgift gebe. Ob er nun in ihr einen Lebensfunken fand, der den Ärzten verborgen geblieben war - es heißt nämlich, Gott habe es regnen lassen, und von ihrem Gesicht stieg leichter Dampf auf -‚ oder ob er das schon enteilte Leben wieder erwärmte und herstellte: es war nicht nur für mich, sondern für alle Anwesenden unbegreiflich.

Apollonius von Tyana (gest. 93 n.Chr.?) Apollonius war ein typisch antiker Wundermann.

In Lystra saß ein Mann, der keine Kraft in den Beinen hatte, lahm vom Mutterleib an, so dass er nie hatte gehen können. Der hörte X reden. Da blickte X ihn an. Und als er sah, dass er den Glauben hatte, geheilt zu werden, so sagte er mit lauter Stimme zu ihm: „Stell dich aufrecht auf deine Füße!" Da sprang er auf und ging umher. Als die Leute sahen, was X getan hatte, schrien sie: „Die Götter sind in Menschengestalt zu uns herab gekommen!"

Paulus - Apostelgeschichte 14,8-11

Noch fehlte X das nötige Ansehen und gleichsam die von Gott bestätigte Majestät,... aber auch dies wurde ihm zuteil. Zwei Männer aus dem Volke, der eine blind, der andere mit einem lahmen Bein, kamen miteinander zu ihm und baten ihn, zu ihrer Heilung zu tun, was ihnen Gott im Traum gezeigt habe: X werde dem Blinden das Augenlicht wiedergeben, wenn er dessen Speichel benetze; das Bein des Lahmen heilen, wenn er geruhe, es mit seiner Ferse zu berühren. Da kaum noch Hoffnung bestand, dass diese Sache irgendwie von Erfolg begleitet sein könnte, wollte X nicht einmal einen Versuch wagen. Auf Zureden seiner Freunde unterzog er sich endlich vor versammeltem Volke dem Experiment; der Erfolg blieb beide Male nicht aus.

Ein Wunder des römischen Kaisers Vespasian (* 17. November 9 † 23. Juni 79)

Mk 1 - Viele Krankenheilungen
... sie brachten zu ihm alle Kranken und Besessenen. ... 34 Und er half vielen Kranken, die mit mancherlei Gebrechen beladen waren, und trieb viele böse Geister aus und ließ die Geister nicht reden; denn sie kannten ihn. 35 Und am Morgen, noch vor Tage, stand er auf und ging hinaus. Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort. 36 Simon aber und die bei ihm waren, eilten ihm nach. 37 Und als sie ihn fanden, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich. 38 Und er sprach zu ihnen: Lasst uns anderswohin gehen, in die nächsten Städte, dass ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. 39 Und er kam und predigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die bösen Geister aus.

Joh 6,15 - nach dem Wunder der Speisung der 5000: … Als Jesus nun merkte, dass sie kommen würden und ihn ergreifen, um ihn zum König zu machen, entwich er wieder auf den Berg, er selbst allein.

Mk 9 - Verklärung - Mose und Elia erscheinen - Petrus weil drei Hütten bauen - Gott spricht: Dies ist mein lieber Sohn, auf den sollt ihr hören. ... 9 Als sie aber vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus, dass sie niemandem sagen sollten, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn auferstünde von den Toten.

Auferstehung von den Toten - nach der Kreuzigung, nach dem Leiden. “Vater, lass diesen Kelch an mit vorüber gehen. Aber nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe!” - “Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” - Hier liegt der Schlüssel zum christlichen Wunderverständnis.

Es gibt Wunder. In der Auferweckung Jesu von den Toten hat Gott der Vater ein für alle Mal seine Allmacht gezeigt. Aber wir können nicht automatisch damit rechnen. Und es wird auch andere Geben, die Wunder vollbringen können.

Paulus: ... mir ist ein Pfahl ins Fleisch gegeben, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. 8 Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche. 9 Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. ... Feldmeier/ Spieckermann: Meine Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung. (2. Kor 12)

Unter dieser Voraussetzung die Heilungsgeschichte hören - kein Anspruch, weil ein besonderer Mensch - unverdientes Geschenk - und der andere: Gott traut es ihm zu, den Pfahl im Fleisch zu ertragen.

Und die Sonne? Wir dürfen und freuen, wenn sie scheint - auch im übertragenen Sinn. Aber auch da, wo es dunkel ist, müssen wir nicht meinen, dass Gott uns vergessen hat.

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. (Jes 42, 3)

Amen.

Rezitativ aus dem 4.Satz der Suite für großes Orchester und Tuba 

"Die Sonne, die güldene" eines unbekannten Meisters

Abkündigungen


4. Lied:  Hell strahlt die Sonne, der Tag ist erwacht


Nachspiel: “Einsam in den Sonnenuntergang” 

Samstag, 15. August 2015

11. Sonntag nach Trinitatis

16. August 2015


Evangelisches Gesangbuch


Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 11. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.54. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Wochenspruch:

Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. (1. Petr 5, 5)

Wochenlied:

Aus tiefer Not schrei ich zu dir (EG 299)

Lieder:

302, 1-3 - Du, meine Seele, singe
745 - Psalm 113 - Wer ist wie der Herr, unser Gott
355, 1-2 - Mir ist Erbarmung wiederfahren
353, 1-3 - Jesus nimmt die Sünder an
382, 1-3 - Ich steh vor dir mit leeren Händen
199, 1-5 - Gott, hat das erste Wort

Epistel: Eph 2, 4-10

Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, 5 auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht - aus Gnade seid ihr selig geworden -; 6 und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, 7 damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus. 8 Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, 9 nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. 10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.

Evangelium: Lk 18, 9-14

Er sagte aber zu einigen, die sich anmaßten, fromm zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis: 10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. 11 Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. 12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme. 13 Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! 14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

Predigtideen

Zwei Protagonisten: Pharisäer und Zöllner

Phariäer

Wikipedia beschreibt diese jüdische Gruppierung so: "Die Pharisäer ... waren eine theologische, lebenspraktische und politische Schule im antiken Judentum. Sie bestanden während der Zeit des zweiten jüdischen Tempels und wurden nach dessen Zerstörung 70 n. Chr. als treibende Kraft im rabbinisches Judentum die einzige bedeutende überlebende jüdische Strömung. ... die Pharisäer fanden ihre Anhänger in der breiten Masse des Volkes." (https://de.wikipedia.org/wiki/Pharisäer)

Ergänzend findet man auf den Seiten der EKD: "Die Pharisäer waren eine jüdische Gruppe, die es seit ca. 135 v.Chr. in Israel gab. Sie waren eine vom Volk sehr geschätzte Laienbewegung, die sich besonders dafür einsetzte, dass die Gesetze, wie sie in den Büchern Mose stehen, genau eingehalten wurden ..." Sie waren die Gruppe, die Jesus "am nächsten stand. Gerade die Ernsthaftigkeit, mit der die Pharisäer ihren Glauben lebten, ihre Gottesfurcht und die Liebe zu ihrem Volk war es, die viele Pharisäer mit Jesus verband - und die sie immer wieder miteinander ins Gespräch, auch ins Streitgespräch führte." (http://www.ekd.de/jesus_fragen/info4.html)

Weil sich zwischen Jesus und den Pharisäern viele Übereinstimmungen finden, hat er auch Freunde unter ihnen. Nikodemus dürfte dazu zählen. Er besucht Jesus in der Anfangszeit bei Nacht, um mit ihm zu diskutieren (Joh 3) In einer Diskussion mit anderen verteidigt er Jesus (Joh 7). Und beim Begräbnis Jesu ist er wieder zu finden (Joh 19). 

Ob der Pharisäer Simon ein Freund Jesu war, kann wohl bezweifelt werden. Aber Simon war von Jesus so fasziniert, dass er ihn zum Essen einlud (Lk 7). Und dann gibt es da noch einen Schriftgelehrten, der Jesus nach dem größten Gebot fragt. Am Ende es Gespräches sagt Jesus ihm zu: "Du bist nicht fern vom Reich Gottes." (Mk 12,34)

Ob Josef von Arimathäa ein Pharisäer war, lässt sich nicht genau sagen. Auf jeden Fall sorgte er für die Beerdigung Jesu. Die Evangelisten beschreiben ihn etwas unterschiedlich. Nach dem Bericht von Matthäus ist er "ein reicher Mann aus Arimathäa" (Mt 27,57). Markus ist etwas ausführlicher: "... ein angesehener Ratsherr, der auch auf das Reich Gottes wartete ... (Mk 15,43). Lukas vermutet, dass Josef bei der Gerichtssitzung, wo Jesus zum Tode verurteilt wurde, dabei war; jedoch: "... ein Ratsherr, der war ein guter, frommer Mann und hatte ihren Rat und ihr Handeln nicht gebilligt ... (
Lk 23,50) Schließlich soll auch Johannes noch zu Wort kommen. Er schreibt, dass Josef "ein Jünger Jesu war, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden" (Joh 19,38).

In einer Selbsteinschätzung bekennt der Pharisäer im heutigen Evangeliumstext: "Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme." - Das ist doch eigentlich in Ordnung, oder? - Aber Jesus berichtet auch, dass die Pharisäer "gern obenan in den Synagogen (sitzen) und ... auf dem Markt (gegrüßt sein wollen)". (Lk 11,43) Sie achten auf den äußeren Schein. Jesus sagt das so: "Ihr Pharisäer, ihr haltet die Becher und Schüsseln außen rein; aber euer Inneres ist voll Raubgier und Bosheit." (Lk 11,38)

Zöllner

Wikipedia: "Überall da, wo es ein geordnetes Gemeinwesen gibt, treten auch Zöllner in Erscheinung. Meist waren Zöllner bei den Bürgern unbeliebt, da sie auf Anordnung der jeweiligen Staatsmacht die Steuern oder andere Pflichtabgaben eintrieben. ..." https://de.wikipedia.org/wiki/Zöllner_(Beruf)

Die Frommen nennen Zöllner und Sünder in einem Atemzug (Mt 11,19), ja sie gebrauchen das Wort "Sünder" synonym für "Zöllner". Zöllner werden auch mit "Heiden" (Mt 18,17) und mit "Huren" (Mt 21,32) zusammen betrachtet. Eigenartigerweise fühlen sich diese Menschen zu Jesus hingezogen, und der lässt sich auf sie ein, so dass er abschätzig und beleidigend ein "Freund der Zöllner und Sünder" genannt wird, obwohl er ganz bestimmt genau das Gegenteil von dem verkörperte, was die Menschen am Rande der Gesellschaft lebten. 

Dass Zöllner nicht immer ehrlich waren, wird deutlich, als sich einige von Johannes dem Täufer taufen lassen und ihn dann fragen: "Meister, was sollen denn wir tun?" Johannes antwortet: "Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist!" (Lk 3,12f) Und in der Geschichte, wo Jesus beim Zöllner Zachäus einkehrt, bekennt dieser: "... wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück ..." (Lk 19,8) 

Pharisäer und Zöllner im Tempel

Der eine kennt sich aus, weil es ihm ein Bedürfnis ist, regelmäßig zu kommen. Er will beten, singen und Gott nahe sein. 

Der andere geht - wenn überhaupt - nur selten zum Gottesdienst. Deshalb kennt er sich auch überhaupt nicht mehr aus. Nur diesmal hat es ihn getrieben. Heute muss er zum Gebet in den Tempel. Nur, was soll er sagen?

Der eine fängt an. Aber was kommen ihm da für Gedanken in den Sinn? Was um aller Welt kommt da aus seinem Munde? "Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner." Kannte er die Heilige Schrift nicht mehr?

Hi 22,29 Gott erniedrigt die Hochmütigen; aber wer seine Augen niederschlägt, dem hilft er.
Spr 3,34 Er wird der Spötter spotten, aber den Demütigen wird er Gnade geben. 
Jak 4,6 Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

Der andere kriegte nur einen Satz raus: "Gott, sei mir Sünder gnädig!" Vielleicht erinnerte er sich, dass ihm die Rabbiner mal den Vers beigebracht hatten: "Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen." (Ps 51,19 EU)

Jesus: "Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden."

Alles klar?

Alles klar, liebe Leser? Der "gute" Zöllner, der "böse" Pharisäer? - Uns ginge es nicht besser als dem Pharisäer. Eugen Roth hat dies in seinem Gedicht "Der Salto" trefflich zum Ausdruck gebracht. Gefunden habe ich diese Gedicht bei Wikipedia im Artikel "Pharisäer und Zöllner". 

Ein Mensch betrachtete einst näher
die Fabel von dem Pharisäer,
der Gott gedankt voll Heuchelei
dafür, dass er kein Zöllner sei.
Gottlob! rief er in eitlem Sinn,
dass ich kein Pharisäer bin!


Gott widersteht den Hochmütigen ... (1. Petr 5, 5a)

Uns allen kann der Hochmut unterlaufen - egal ob als Pharisäer oder als Zöllner! Wir vergleichen uns nur zu gern mit den anderen. Dabei zielt der Vergleich darauf, den anderen klein und mich selbst groß zu machen. 

... den Demütigen gibt er Gnade (1. Petr 5, 5b)

Erinnerung an den letzten Sonntag. Beim Propheten Micha hatten wir gehört: "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott." (Mi 6,8) Demut, die Einstellung des Dienens wieder neu einüben.

Und die Moral von der Geschicht?

Was können wir für uns aus diesen Gedanken mitnehmen? Wo kommen wir vor? Eindeutig wird unsere Position nicht sein. Zöllner und Pharisäer schlummern in uns allen. Wie ist dann die Geschichte in der Bibel weitergegangen?

Fangen wir mit dem Pharisäer an. Wie ist der nach Hause gekommen? "Was ich heute erlebt habe, du glaubst es nicht! Da war doch tatsächlich einer von diesen Zöllnern im Tempel! Dieser Betrüger!" Oder hat der Pharisäer gemerkt, was er da im Tempel im Angesicht Gottes geredet hatte? "Ich will auch weiterhin kein Räuber, Betrüger oder Ehebrecher werden, auch will ich weiterhin fasten und den Zehnten geben von allem, was ich einnehme. Aber, Gott, gib mir auch den Verstand, dass ich mich niemals mehr so abschätzig mit anderen Menschen vergleiche."

Und der Zöllner? Wie ist der zum Zoll gegangen? "Ey, Leute, alles easy! Ich hab's gebeichtet. Alles wieder in Ordnung." Oder sind ihm Gedanken in den Sinn gekommen wie die von Zachäus oder den Zöllnern, die sich von Johannes hatten taufen lassen: "... wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück (Lk 19,8) ... und in Zukunft will ich nicht mehr nehmen, als vorgeschrieben ist!" (Lk 3,12f)

Zu schön um wahr zu sein? Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. (1. Petr 5, 5) - Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg, aber Gott, der Herr, allein lenkt seinen Schritt. (Spr 16,9)

Anmerkung zum Schluss

Ausgesprochen hilfreich in der Vorbereitung fand ich die Predigtanregung von Martin Senftleben. Er schrieb: "Merkwürdig. Dieses Gleichnis fordert regelrecht dazu auf, genau das zu tun, wovor es warnt. Das liegt daran, dass das Gleichnis gewissermaßen eine Bedienungsanleitung mitliefert, wie man sich im Angesicht Gottes zu verhalten hat. Sobald man sich an diese Anleitung hält, macht man es aber gleich wieder falsch." (http://daskirchenjahr.de/dispanr.php?f=11ntrinitatis&a=I)

Auch der Hinweis bei Wikipedia in Anlehnung an Luise Schottroff, dass es sich bei der Erzählung um ein Gleichnis handele, war weiterführend. Es gehe "hier weder um eine Verurteilung der Pharisäer noch um eine Aufwertung der Zöllner ... Der springende Punkt der Geschichte sei ..., dass sogar einem Pharisäer Selbstgerechtigkeit unterlaufen könne und sogar ein Zöllner in der Lage sei, Buße zu tun; und eben auf die Fähigkeit, Buße zu tun, komme es Jesus an." [vgl. Luise Schottroff: Die Gleichnisse Jesu. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2005, ISBN 3-579-05200-4, S. 19f. https://de.wikipedia.org/wiki/Pharis%C3%A4er_und_Z%C3%B6llner#Zuh.C3.B6rer_Jesu]

Montag, 3. August 2015

10. Sonntag nach Trinitatis

9. August 2015


Evangelisches Gesangbuch


Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 10. Sonntag nach Trinitatis unter der Nummer 954.53. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Der 10. Sonntag nach Trinitatis ist in der evangelischen Kirche der "Israelsonntag". Wir Christen erinnern uns unserer Wurzeln im auserwählten Volk Gottes, in Israel. Der Apostel Paulus beschreibt diese Verbindung mit einem Vorgang aus der Landwirtschaft. Israel ist der Ölbaum, in den die Christen als wilder Zweig eingepfropft wurden , so dass sie "teilbekommen ... an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums", (Röm 11,17)

https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AOlivenb%C3%A4ume_Umbrien.jpg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/ff/Olivenb%C3%A4ume_Umbrien.jpg
By Adrian Michael (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Anmerkung: Das ursprünglich hier gepostete Bild vom Weinstock - vgl. den Sonntag Jubilate - musste natürlich wieder entfernt werden, weil es eben nicht um den Weinstock, sondern um den Ölbaum geht. Dafür füge ich noch ein Bild ein, wo die Methode des Pfropfens veranschaulicht wird. 

https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ARind_grafting.png
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/62/Rind_grafting.png
By Paunaro ([1]) [Public domain], via Wikimedia Commons
Damit jeder weiß, was es mit dem Pfropfen auf sich hat, hier ein Zitat aus Wikipedia: "Das Pfropfen wird bei verschiedenen Zier- und Obstbäumen genutzt. Zur Vermehrung oder zum Erhalt einer Einzelpflanze wird dabei ein Edelreis mit einer Unterlage zusammengefügt. Häufig wird dabei ein angespitzter Zweig in den ab- und eingeschnittenen Stamm einer Jungpflanze gesteckt. Dies geschieht von Hand oder mit einer Veredelungsmaschine über den sogenannten Omegaschnitt oder die Triangulation (Dreikantschnitt)." (https://de.wikipedia.org/wiki/Pfropfen_(Pflanzen)#Geh.C3.B6lze)


Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Nett animiert ist der liturgische Kalender auf der Seite der bayrischen Landeskirche.

Wochenspruch:


Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat. (Ps 33, 12)

Wochenlieder:


Gott der Vater steh uns bei (EG 138) oder
Nimm von uns, Herr, du treuer Gott (EG 146)
früher: Nun danket Gott, erhebt und preiset (EG 290)

Lieder für den Gottesdienst

Lobt den Herrn (538,1-3)
Psalm 130 (751)
So wahr ich lebe  spricht dein Gott (234,1-3.6-7)
Wach auf, du Geist der ersten Zeugen (241,1-2)
Es wird sein in den letzten Tagen (426,1-3)
Hevenu Schalom (433)
Nun preiset alle (502,1.2.5)

Epistel Röm 11,25-32: 


Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist; 26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59,20; Jeremia 31,33): «Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. 27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.»

28 Im Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. 29 Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. 30 Denn wie ihr zuvor Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams, 31 so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen. 32 Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme.

Evangelium Lk 19, 41-48


Und als er nahe hinzukam, sah er die Stadt und weinte über sie 42 und sprach: Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! Aber nun ist's vor deinen Augen verborgen. 43 Denn es wird eine Zeit über dich kommen, da werden deine Feinde um dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten bedrängen, 44 und werden dich dem Erdboden gleichmachen samt deinen Kindern in dir und keinen Stein auf dem andern lassen in dir, weil du die Zeit nicht erkannt hast, in der du heimgesucht worden bist.

45 Und er ging in den Tempel und fing an, die Händler auszutreiben, 46 und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben (Jesaja 56,7): "Mein Haus soll ein Bethaus sein"; ihr aber habt es zur Räuberhöhle gemacht. 47 Und er lehrte täglich im Tempel.

Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Angesehensten des Volkes trachteten danach, dass sie ihn umbrächten, 48 und fanden nicht, wie sie es machen sollten; denn das ganze Volk hing ihm an und hörte ihn.

Predigt


Wikipedia zum Stichwort Erwählung: In den biblischen Religionen ist Erwählen eine Handlung Gottes, die diesem eigentümlich ist und ihn als Gott der personalen Beziehung und der Geschichte kennzeichnet. Durch Erwählung entscheidet sich Gott für einen Menschen/ein Volk aus vielen, bindet sich an die Erwählten und definiert sich als „deren“ Gott auch auf die Gefahr hin, dass die Erwählten untreu werden und Gott um sie eifern und Leid tragen muss. Göttliche Erwählung ist in dieser Sicht Ursache und Anfang der Geschichte von Welt, Gottesvolk und Einzelnen – und Ursache und Anfang des Geschichtsbewusstseins, das Judentum und Christentum kennzeichnet. (https://de.wikipedia.org/wiki/Erw%C3%A4hlung)

Zur Verdeutlichung des Gesagten führen die Autoren 5. Mose 7,6-8 an: “Denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott. Dich hat der HERR, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind. Nicht hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern –, sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat.”

Auf dieser Linie liegt auch Jesus, wenn er nach Joh 15,16 seinen Jüngern sagt: "Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe."

Für Israel war klar, dass wir Menschen auf die Erwählung Gottes mit Gehorsam antworten. Unmittelbar im Anschluss an das Wort von der Erwählung heißt es 5. Mose 7: 9 "So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten, 10 und vergilt ins Angesicht denen, die ihn hassen, und bringt sie um und säumt nicht, zu vergelten ins Angesicht denen, die ihn hassen. 11 So halte nun die Gebote und Gesetze und Rechte, die ich dir heute gebiete, dass du danach tust."

Erinnerung an Konfirmandenzeiten früher, als wir den kleinen Katechismus Martin Luther mit Erklärungen und damit auch die 10 Gebote auswendig lernen mussten. Im Beschluss der Gebote heißt es: WAS SAGT NUN GOTT ZU DIESEN GEBOTEN ALLEN?

Er sagt so: Ich der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott. der an denen, die mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht bis zu den Kindern im dritten und vierten Glied; aber denen, die mich lieben und meine Gebote halten, tue ich wohl bis in tausend Glied.

Was ist das?

Gott droht zu strafen alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht gegen seine Gebote handeln. Er verheißt aber Gnade und alles Gute allen, die diese Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne tun nach seinen Geboten.

Luther versucht die scharfen Worte einzufangen. ... lieben und vertrauen und gerne tun nach seinen Geboten. AT geht ebenso diesen Weg: 5.Mose 10,12-18: 12 Nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott, noch von dir, als dass du den HERRN, deinen Gott, fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem HERRN, deinem Gott, dienst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, 13 dass du die Gebote des HERRN hältst und seine Rechte, die ich dir heute gebiete, auf dass dir's wohlgehe? … So … seid hinfort nicht halsstarrig. 17 Denn der HERR, euer Gott, ist der Gott aller Götter und der Herr über alle Herren, der große Gott, der Mächtige und der Schreckliche, der die Person nicht ansieht und kein Geschenk nimmt 18 und schafft Recht den Waisen und Witwen und hat die Fremdlinge lieb, dass er ihnen Speise und Kleider gibt.

Am Recht, das Witwen und Waisen gewährt wird, und am Wohl der Fremdlinge hat Gott zu allen Zeiten das Leben seiner Menschen gemessen. Leider war es damit oft nicht zum besten bestimmt. Die Propheten des Alten Testaments sagten Israel das Gericht an. Ebenso haben wir es von Jesus im Evangelium gehört.

Und als er nahe hinzukam, sah er die Stadt und weinte über sie 42 und sprach: Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! Aber nun ist's vor deinen Augen verborgen. 43 Denn es wird eine Zeit über dich kommen, da werden deine Feinde um dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten bedrängen, 44 und werden dich dem Erdboden gleichmachen samt deinen Kindern in dir und keinen Stein auf dem andern lassen in dir, weil du die Zeit nicht erkannt hast, in der du heimgesucht worden bist.

45 Und er ging in den Tempel und fing an, die Händler auszutreiben, 46 und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben (Jesaja 56,7): "Mein Haus soll ein Bethaus sein"; ihr aber habt es zur Räuberhöhle gemacht. 47 Und er lehrte täglich im Tempel.

Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Angesehensten des Volkes trachteten danach, dass sie ihn umbrächten, 48 und fanden nicht, wie sie es machen sollten; denn das ganze Volk hing ihm an und hörte ihn.

Micha 6,5-11: 6 »Womit soll ich mich dem HERRN nahen, mich beugen vor dem hohen Gott? Soll ich mich ihm mit Brandopfern nahen und mit einjährigen Kälbern? 7 Wird wohl der HERR Gefallen haben an viel tausend Widdern, an unzähligen Strömen von Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen für meine Übertretung geben, meines Leibes Frucht für meine Sünde?« 8 Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.

Paulus in der Epistel: «Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. 27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.»

Jesaja 2 In Zion finden alle Völker Heil und Frieden
1 Dies ist's, was Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat über Juda und Jerusalem: 2 Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, 3 und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des HERRN gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. 4 Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. 5 Kommt nun, ihr vom Hause Jakob - kommt, ihr Christen - , lasst uns wandeln im Licht des HERRN!