Freitag, 31. Dezember 2021

Altjahresabend 2021 und Neujahr 2022

Silvester 31. Dezember 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man - teilweise - die Texte zum Altjahresabend unter der Nummer 954.10. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Meine Zeit steht in deinen Händen. (Ps 31, 16a)

Wochenlieder:

  • Nun lasst uns gehn und treten (EG 58) oder
  • Von guten Mächten treu und still umgeben (EG 65)

Lieder für den Gottesdienst

  • fT 4 Aus den Dörfern (Eingeladen zum Fest des Glaubens)
  • Psalm 121
  • fT 131 Wir glauben: Gott ist in der Welt
  • fT 118 Weil der Himmel bei uns wohnt
  • fT 154 Ich bin das Brot
  • fT 153 Du bist heilig
  • fT 190 Verleih uns Frieden gnädiglich

Jesaja 30,8-17 - Vertrauen auf falsche Prophetie

8 So geh nun hin und schreib es vor ihnen nieder auf eine Tafel und zeichne es in ein Buch, dass es bleibe als Zeuge für immer und ewig. 9 Denn sie sind ein ungehorsames Volk und verlogene Kinder, die nicht hören wollen die Weisung des HERRN, 10 sondern sagen zu den Sehern: »Ihr sollt nicht sehen!«, und zu den Schauern: »Was wahr ist, sollt ihr uns nicht schauen! Redet zu uns, was angenehm ist; schaut, was täuscht! 11 Weicht ab vom Wege, geht aus der rechten Bahn! Lasst uns doch in Ruhe mit dem Heiligen Israels!« 12 Darum, so spricht der Heilige Israels: Weil ihr dies Wort verwerft und vertraut auf Frevel und Mutwillen und verlasst euch darauf, 13 so soll euch diese Schuld sein wie ein Riss, der aufbricht und klafft an einer hohen Mauer, die plötzlich, unversehens einstürzt, 14 wie wenn ein Topf zerschmettert wird, den man zerstößt ohne Erbarmen, sodass man von seinen Stücken nicht eine Scherbe findet, darin man Feuer hole vom Herd oder Wasser schöpfe aus dem Brunnen. 

15 Denn so spricht Gott der HERR, der Heilige Israels: Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Vertrauen würdet ihr stark sein. Aber ihr habt nicht gewollt 16 und spracht: »Nein, sondern auf Rossen wollen wir dahinfliegen«, – darum werdet ihr dahinfliehen, »und auf Rennern wollen wir reiten«, – darum werden euch eure Verfolger überrennen. 17 Denn tausend werden fliehen vor eines Einzigen Drohen, ihr alle vor dem Drohen von fünfen, bis ihr übrig bleibt wie ein Mast oben auf einem Berge und wie ein Banner auf einem Hügel.

Predigt über Hebr 13, 8-9

8 Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. 9 Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade, nicht durch Speisegebote, von denen keinen Nutzen haben, die danach leben.

Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben … Dieser Satz sprang mir angesichts der aktuellen Situation sofort ins Auge. Lasst euch doch nicht ständig verrückt machen! 

Aber, liebe Gemeinde, an wen würden sich diese Worte heute eigentlich richten? Dass es mit Corona etwas zu tun hat, ist klar. Aber wer ist gemeint? Wer sollte diesen Satz auf sich beziehen?

Diejenigen, die der Impfung skeptisch gegenüberstehen? Die ihre Bedenken äußern, weil die Langzeitauswirkungen der Impfstoffe noch nicht geklärt sind? Die auf ihre Freiheit pochen, wie es die Politiker in der Vergangenheit doch immer wieder mit Nachdruck erklärt haben: Eine Impfpflicht wird es nicht geben!

Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben … - Verschwörungstheorien, Fakenews über die Zusammensetzung des Impfstoffs und anderes lasse ich hier aus, weil es sich nicht lohnt, darüber auch nur einen Moment nachzudenken. 

Oder sind die gemeint, die den staatlichen Vorgaben und Empfehlungen folgen? Wir wollen uns und die Menschen um uns herum schützen, wir wollen, dass das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben wieder Fahrt aufnehmen kann. Aber ihr macht mit, ohne dass ihr wisst, ob die verordneten Maßnahmen Erfolg haben!

Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben …

Sie merken, liebe Gemeinde, so einfach lässt sich der Vers aus dem Hebräerbrief nicht auf unsere Situation beziehen. Da ist vielleicht zunächst ein Satz aus dem Buch des Propheten Jesaja hilfreich, den Frau Werner vorhin vorgelesen hat: “Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen …” 

Stille sein, zur Ruhe kommen, das wäre im Augenblick hilfreich. Wir können doch die vielen Informationen, die täglich auf uns einprasseln, überhaupt nicht mehr einordnen, geschweige denn verarbeiten. Uns ist gänzlich die Orientierung verlorenen gegangen; das Fundament, auf dem wir zu stehen glaubten, ist zerschlagen. 

… auf Rossen wollten wir dahinfliegen - auf Rennern wollten wir reiten … ganz vorne wollten wir mitmischen, man sollte uns wahrnehmen! Wir wollten feiern und unseren Spaß haben! Wir wollten tun und lassen, was uns gefällt. 

Corona - aber auch die anderen globalen Krisen, die die Welt erschüttern - das alles zeigt uns, dass wir nicht so nicht weitermachen können. Vielleicht können wir auch sagen: Gott zeigt uns, dass wir nicht so nicht weitermachen können. 

Israel ließ Gott links liegen, hörte nicht auf das, was die Propheten in seinem Namen zu sagen hatten: “... Redet zu uns, was angenehm ist … Weicht ab vom Wege … Lasst uns doch in Ruhe mit dem Heiligen Israels!” Aber dieser Heilige Israels, Gott ließ sich nicht spotten. “Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen …” Aber: Wer nicht hören wollte, musste fühlen. Am Ende stand die Katastrophe, der politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenbruch; in meinen Augen nicht als Strafe Gottes, sondern als Folge dessen, dass Israel jegliche Orientierung verloren und den Weg mit Gott verlassen hatte. 

Der Predigttext aus dem Hebräerbrief setzt da mit dem ersten Satz ein ganz einfaches, aber klares Vorzeichen: “Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.” Paulus schreibt im ersten Brief an die Korinther: “Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welche ist Christus Jesus!” (1. Kor 3,11) 

Dieses Fundament ist uns in unserer Gesellschaft, im sog. “christlichen Abendland” abhanden gekommen - wenn wir auf dieses Fundament überhaupt einmal vertraut hatten -, und manches Mal befürchte ich, auch in unserer Kirche. Wo wird noch nach dem Heiligen Israels gefragt, nach dem Gott, den unser Herr und Heiland Jesus Christus “Vater” genannt hat und zu dem wir auch “Vater” sagen dürfen? 

“Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade, nicht durch Speisegebote, von denen keinen Nutzen haben, die danach leben.” Offensichtlich stritt man sich in der Gemeinde, an die der Hebräerbrief gerichtet war, um die richtigen Speiseordnungen. Darf man alles essen, was einem vorgesetzt wird? Darf man Schweinefleisch essen? Darf man Fleisch und anderes essen, das auf einem heidnischen Markt angeboten und verkauft wurde? Das waren tatsächlich Fragen, um die sich die Christen stritten. Und da sprachen die einen den anderen auch schon mal den Glauben ab. Ihr seid zu lax! Ihr seid doch Fundamentalisten!

Bei uns geht es um Impfen und Nichtimpfen, Kontaktbeschränkungen, Einschränkungen bei den bisher gewohnten Aktivitäten - Sportveranstaltungen, Disco, Reisen und was Ihnen sonst noch einfällt. Auch bei uns ist man nicht zimperlich, wenn es gilt, das Verhalten des anderen zu bewerten. Beispielsweise sind die einen asozial und die anderen Lemminge, die in der Masse einfach mitlaufen. 

Um der Situation Herr zu werden, wollen Politiker auf der einen Seite alles bis ins Kleinste regeln und drohen bei Übertretung drakonische Strafen an. Auf der anderen Seite wird rebelliert, wie pubertäre Jugendliche es manchmal tun. Oder es wird bewusst versucht, die staatliche Ordnung auszuhebeln. 

Wissen Sie, welche Geschichte mir dazu einfiel: Die Geschichte vom Suppen-Kaspar von Heinrich Hoffmann aus dem Jahr 1917 - da wird der politisch-moralische Zeigefinger erhoben, weil einer gegen die elterlichen Vorgaben beim Essen rebelliert - der Rebell verweigert sich jeder Ansprache und stampft mit dem Fuß auf den Boden - das kommt heutzutage sogar im Bundestag vor: es muss ja mal gesagt sein - und am Ende ist die aufsässige Person tot, weil sie die von den Eltern ständig gereichte Suppe nicht wollte. 

Der Kaspar, der war kerngesund,
Ein dicker Bub und kugelrund,
Er hatte Backen rot und frisch;
Die Suppe aß er hübsch bei Tisch.
Doch einmal fing er an zu schrei’n:
„Ich esse keine Suppe! Nein!
Ich esse meine Suppe nicht!
Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!“
 
Am nächsten Tag, — ja sieh nur her!
Da war er schon viel magerer.
Da fing er wieder an zu schrei’n:
„Ich esse keine Suppe! Nein!
Ich esse meine Suppe nicht!
Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!“
 
Am dritten Tag, o weh und ach!
Wie ist der Kaspar dünn und schwach!
Doch als die Suppe kam herein,
Gleich fing er wieder an zu schrei’n:
„Ich esse keine Suppe! Nein!
Ich esse meine Suppe nicht!
Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!“
 
Am vierten Tage endlich gar
Der Kaspar wie ein Fädchen war.
Er wog vielleicht ein halbes Lot —
Und war am fünften Tage tot.

So ein Verhalten, egal auf welcher Seite, geprägt von Bildern aus dem letzten oder besser aus dem vorletzten Jahrhundert, das kann ja wohl nicht die Lösung für die gegenwärtigen Probleme sein. 

“Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen …” - “Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade …” Wir haben gerade Weihnachten gefeiert, liebe Gemeinde, das Fest der Liebe, der Familie, der Gemeinschaft. Wir haben gesungen - zumindest hier in der Kirche - “Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis …” Weihnachten leuchtet für einen Moment das Paradies wieder auf, Weihnachten können wir schauen, wie Leben gelingen kann - bei allen Schwierigkeiten, die die familiäre Feier für manchen mit sich bringt. Selbst die öffentlichen Medien hatten dieses christliche Fest im Blick - wenn auch nicht immer unter christlichem Vorzeichen - aber sie hatten es im Blick. Warum vergessen wir das wieder so schnell?

Wenn Sie jetzt umgekehrt fragen: “Wie kann denn dieses Schauen des Paradieses an Weihnachten zur übrigen Zeit des Jahres in praktisches Handeln umgemünzt werden?”, dann müssen wir nur an den erwachsenen Jesus wenden. Als der einmal gefragt wurde, wie wir denn gut und richtig leben könnten, war seine Antwort verblüffend einfach: “Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit all deiner Kraft …” Das war der erste Teil seiner Antwort, und dann fügte er hinzu: “... und deinen Nächsten wie dich selbst”. - Nach Gottes Willen fragen - das meine ich ganz ernst, dass Gott wieder in den Blick kommt, dass nicht nur vom “Christlichen Abendland” geredet wird, sondern dass die damit verbundene Grundhaltung unser Leben auch bestimmt - also: nach Gottes Willen fragen und unser Handeln so gestalten, dass es gut ist für mich selbst - und für meinen Nächsten. Wenn dies das Fundament wäre, auf dem wir unser Leben aufbauen, es würden sich Lösungen finden lassen für die Bewältigung der gegenwärtigen Krisen, nicht sofort, aber doch mit der Zeit, wenn Menschen guten Willens und Gottvertrauen sich zusammensetzen. 

“Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade …”

Amen

Neujahr 1. Januar 2022

Das neue Jahr begrüßten die christlichen Kirchen in Meppen mit einem ökumenischen Gottesdienst, der in der Gustav-Adolf-Kirche aufgezeichnet wurde. 

Seit vielen Jahren ist die ökumenische Zusammenarbeit von der gegenseitigen Wertschätzung geprägt. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie gestalten die Geistlichen in Meppen immer wieder gemeinsame Gottesdienste. 

In diesem Neujahrsgottesdienst predigt Achim Heldt, Pastor der lutherischen Bethlehem-Gemeinde in Meppen, über Sprüche 16,9: Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein lenkt seinen Schritt.

Die vergangenen Gottesdienste können über meinen YouTube-Kanal oder über den Kanal "MEPPEN MAG DICH" aufgerufen werden. In einigen Fällen sind die Gottesdienste auch auf den Internetseiten der Kirchengemeinden verlinkt.

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man - teilweise - die Texte zum Neujahrstag unter der Nummer 954.11. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. (Hebr 13, 8)

Wochenlieder:

  • Der du die Zeit in Händen hast (EG 64)
  • Von guten Mächten treu und still umgeben (EG 65)

Samstag, 25. Dezember 2021

1. Weihnachtstag 2021

25. Dezember 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 1. Weihnachtstag unter der Nummer 954.07. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Für alle zitierten Bibeltexte gilt: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenspruch:

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. (Joh 1, 14a)

Wochenlieder:

  • Gelobet seist du, Jesu Christ (EG 23)
  • Herbei, o ihr Gläub'gen (EG 45)

Lieder für den Gottesdienst

  • 30,1-3 Es ist ein Ros entsprungen
  • 738 Psalm 96
  • 32,1-4 Zu Bethlehem geboren
  • 37,1-3 Ich steh an deiner Krippen hier
  • 54,1-3 Hört der Engel helle Lieder
  • 44,1-3 O du fröhliche

Evangelium Joh 1,1-5.9-14

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. 2 Dasselbe war im Anfang bei Gott. 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. 4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen.

6 Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. 7 Der kam zum Zeugnis, um von dem Licht zu zeugen, damit sie alle durch ihn glaubten. 8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.

9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. 10 Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. 11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, 13 die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.

14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Predigt AT-Verheißung

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. 2 Dasselbe war im Anfang bei Gott. 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. 

  • Es werde Licht! 
  • Es werde eine Feste 
  • Es sammle sich das Wasser …, dass man das Trockene sehe. 
  • Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut
  • Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht. 
  • Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, 
  • und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels. 
  • Die Erde bringe hervor lebendiges Getier …
  • Lasset uns Menschen machen … Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, 

4 In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen. 

Aus allen Völkern erwählt sich Gott das Volk Israel als sein Volk. Dieses Volk will Gott durch die Geschichte führen, an diesem Volk sollen andere Völker erkennen, wer Gott ist. 

Aber das Leben in Israel richtete sich nicht immer nach Gottes Gebot. Auch Israel ging eigene Wege und ließ Gott links liegen. Der jedoch ließ sein Volk nicht fallen. Seine Propheten riefen die Israeliten immer wieder zum göttlichen Wort. Und sie verkündeten, dass Gott einen Retter, den Heiland schicken werde. 

Jes 40,3 Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!

Hesekiel Kapitel 37 Verse 24-28

Mein Knecht David soll ihr König sein und der einzige Hirte für sie alle. Und sie sollen wandeln in meinen Rechten und meine Gebote halten und danach tun. ... 26 Und ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der soll ein ewiger Bund mit ihnen sein. Und ich will sie erhalten und mehren, und mein Heiligtum soll unter ihnen sein für immer. 27 Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein, 28 damit auch die Heiden erfahren, dass ich der HERR bin, der Israel heilig macht, wenn mein Heiligtum für immer unter ihnen sein wird.

6 Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. 7 Der kam zum Zeugnis, um von dem Licht zu zeugen, damit sie alle durch ihn glaubten. 8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.

Jesaja Kapitel 9 Verse 1-6

1 Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. … 5 Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; 6 auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.

Jesaja Kapitel 11 Verse 1-4

Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. 2 Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. 3 Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des HERRN. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, 4 sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande …

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. - 14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. 10 Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. 11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.

Freitag, 24. Dezember 2021

Weihnachten 2021

 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens!

Ich lege hier zunächst nur die Links zu YouTube. Im Augenblick habe ich leichte Probleme mit dem Internet. 

Krippenspiel

Diakonin Hofmann und Team

Krippenspiel bei YouTube aufrufen

Für Jugendliche und junge Erwachsene

Video bei YouTube aufrufen

Heut schließt er wieder auf die Tür

Traditionelle Christvesper

Video bei YouTube aufrufen

Ökumenischer Festgottesdienst

Video bei YouTube aufrufen

Aufgenommen zusammen mit dem dortigen Team im Jugendzentrum Meppen

Gesegnete Feiertage

Ich wünsche allen gesegnete Feiertage, bleibt gesund und kommt gut ins neue Jahr. 

2022 nehme ich mich dieses Blogs wieder an. Im letzten Jahr lief die Zeit davon.

Sonntag, 19. Dezember 2021

4. Advent 2021

19.12.2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 4. Advent - teilweise - unter der Nummer 954.04. Digital und vollständig findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayerischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe! (Phil 4, 4-5)

Wochenlieder:

  • Nun jauchzet, all ihr Frommen (EG 9)
  • O komm, o komm, du Morgenstern (EG 19)

Lieder im Gottesdienst

  • EG 6 Ihr lieben Christen freut euch nun
  • Psalm 102,13-14.16-18.20-23
  • EG 579 Teil 2 Magnifikat (Latein - Deutsch - Latein)
  • fT 94 Mit dir, Maria, singen wir
  • EG 580 Ein Lied hat die Freude sich ausgedacht
  • EG 579 Teil 1 (Magnifikat - 3x - Kanon)

Evangelium Lk 1,39-56

39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda 40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes! 43 Und wie geschieht mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. 45 Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.

MARIAS LOBGESANG

46 Und Maria sprach:
Meine Seele erhebt den Herrn,
47 und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes;
48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.
Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.
49 Denn er hat große Dinge an mir getan,
der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.
50 Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht
bei denen, die ihn fürchten.
51 Er übt Gewalt mit seinem Arm
und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.
52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron
und erhebt die Niedrigen.
53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern
und lässt die Reichen leer ausgehen.
54 Er gedenkt der Barmherzigkeit
und hilft seinem Diener Israel auf,
55 wie er geredet hat zu unsern Vätern,
Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit.

56 Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim.

Predigt - Hes 17, 22-24

22 So spricht Gott der HERR: Dann will ich selbst von dem Wipfel der Zeder die Spitze wegnehmen und ihr einen Platz geben; ich will oben von ihren Zweigen ein zartes Reis brechen und will's auf einen hohen und erhabenen Berg pflanzen. 23 Auf den hohen Berg Israels will ich's pflanzen, dass es Zweige gewinnt und Früchte bringt und ein herrlicher Zedernbaum wird, sodass Vögel aller Art in ihm wohnen und alles, was fliegt, im Schatten seiner Zweige bleiben kann. 24 Und alle Bäume auf dem Felde sollen erkennen, dass ich der HERR bin: Ich erniedrige den hohen Baum und erhöhe den niedrigen; ich lasse den grünen Baum verdorren und den dürren Baum lasse ich grünen. Ich, der HERR, rede es und tue es auch.

Jes 11

1 Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. 2 Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. 3 Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des HERRN.

Jeremia 23,5 

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird.

Hes 34,23

23 Und ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken, der sie weiden soll, nämlich meinen Knecht David. Der wird sie weiden und soll ihr Hirte sein …

Hes 17 

Dann will ich selbst von dem Wipfel der Zeder die Spitze wegnehmen und ihr einen Platz geben …

… dass es Zweige gewinnt und Früchte bringt und ein herrlicher Zedernbaum wird …

Senfkornbaum

Und alle Bäume auf dem Felde sollen erkennen, dass ich der HERR bin: Ich erniedrige den hohen Baum und erhöhe den niedrigen; ich lasse den grünen Baum verdorren und den dürren Baum lasse ich grünen. Ich, der HERR, rede es und tue es auch.

Vergleich mit dem Magnifikat

Hes 17 - Beginn

1 Und des HERRN Wort geschah zu mir: 2 Du Menschenkind, lege dem Hause Israel ein Rätsel vor und ein Gleichnis 3 und sprich: 

So spricht Gott der HERR: Ein großer Adler mit großen Flügeln und langen Fittichen und vollen Schwingen, die bunt waren, kam auf den Libanon und nahm hinweg den Wipfel einer Zeder 4 und brach die Spitze ab und führte sie ins Land der Händler und setzte sie in die Stadt der Kaufleute. 5 

Dann nahm er ein Gewächs des Landes und pflanzte es in gutes Land, wo viel Wasser war, und setzte es am Ufer ein. 6 Und es wuchs und wurde ein ausgebreiteter Weinstock mit niedrigem Stamm; denn seine Ranken bogen sich zu ihm und seine Wurzeln blieben unter ihm; und so wurde es ein Weinstock, der Schösslinge hervortrieb und Zweige. 

Nebukadnezar - großer Adler mit großen Flügeln
Jojachin - abgebrochene Spitze
Babylon - Stadt der Kaufleute
Zedekia - Gewächs des Landes, Weinstock

7 Da kam ein anderer großer Adler mit großen Flügeln und starken Schwingen. Und siehe, der Weinstock bog seine Wurzeln zu diesem Adler hin und streckte seine Ranken ihm entgegen; der Adler sollte ihm mehr Wasser geben als das Beet, in das er gepflanzt war. 8 Und er war doch auf guten Boden an viel Wasser gepflanzt, sodass er wohl hätte Zweige bringen können, Früchte tragen und ein herrlicher Weinstock werden. 

9 So sage nun: So spricht Gott der HERR: Sollte der geraten? Wird man nicht seine Wurzeln ausreißen, dass seine Früchte verderben? Und er wird verdorren; alle Blätter, die ihm gewachsen sind, werden verwelken. …

Pharao Apries
Zedekia

11 Und des HERRN Wort geschah zu mir: 12 Sprich doch zu dem Haus des Widerspruchs: Wisst ihr nicht, was damit gemeint ist? Und sprich: Siehe, es kam der König von Babel nach Jerusalem und nahm seinen König und seine Oberen und führte sie weg zu sich nach Babel. 13 Und er nahm einen vom königlichen Geschlecht und schloss einen Bund mit ihm und nahm einen Eid von ihm; aber die Gewaltigen im Lande führte er fort, 14 damit das Königtum niedrig bliebe und sich nicht erheben könnte, sondern sein Bund gehalten würde und bestünde. 

15 Aber er fiel von ihm ab und sandte seine Boten nach Ägypten, dass man ihm Rosse und viel Kriegsvolk schicken sollte. Sollte es ihm gelingen? Sollte davonkommen, wer das tut? Sollte davonkommen, wer den Bund bricht? 16 So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: An dem Ort des Königs, der ihn als König eingesetzt hat, dessen Eid er verachtet und dessen Bund er gebrochen hat, da soll er sterben, mitten in Babel. 

17 Auch wird ihm der Pharao nicht beistehen im Kriege mit einem großen Heer und viel Volk ... 18 Denn weil er den Eid verachtet und den Bund gebrochen hat, weil er seine Hand darauf gegeben und doch dies alles getan hat, wird er nicht davonkommen. …

Gottes Handeln

Gegenwart - Gottes Handeln, das uns zum Nachdenken bringen will?

  • So spricht Gott der HERR: Dann will ich selbst von dem Wipfel der Zeder die Spitze wegnehmen und ihr einen Platz geben
  • Ich, der HERR, rede es und tue es auch.
  • Meine Seele erhebt den Herrn,
    und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes;
    denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.

Diese Deutlichkeit vermisse ich - Bischof Meister - fehlende "Systemrelevanz" der Kirchen - wenn Kirche nichts von ihrer biblischen Botschaft her begründet zu sagen hat, dann ist sie nicht systemrelevant

Freiheit - Von der Freiheit eines Christenmenschen

Paulus: Wir dürfen alles, aber es ziemt sich nicht alles
Ich bin allen alles geworden um sie für Christus zu gewinnen!

Das, was nicht zu Gott passt, lesen wir bei Hesekiel genauso wie im Magnifikat der Maria: 

Wortbruch des Königs Zedekia

50 Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht
bei denen, die ihn fürchten.
51 Er übt Gewalt mit seinem Arm
und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.
52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron
und erhebt die Niedrigen.
53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern
und lässt die Reichen leer ausgehen.
54 Er gedenkt der Barmherzigkeit
und hilft seinem Diener Israel auf,
55 wie er geredet hat zu unsern Vätern ...

Sonntag, 12. Dezember 2021

3. Advent 2021

12. Dezember 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 3. Advent - teilweise (s. Anmerkung am Ersten Advent 2018 zur Revision der Leseordnung) - unter der Nummer 954.03. Digital und vollständig findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayerischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig! (Jes 40, 3.10)

Wochenlieder:

  • Mit Ernst, o Menschenkinder (EG 10)
  • Die Nacht ist vorgedrungen (EG 16)

Lieder für den Gottesdienst

  • EG 4,1-5 Nun komm, der Heiden Heiland
  • EG 734 Psalm 84
  • EG 12,1-4 Lied Gott sei Dank durch alle Welt
  • EG 19,1-3 O Komm, o komm, du Morgenstern (Vorsänger und alle)
  • EG 16,1-3 Die Nacht ist vorgedrungen

Evangelium Lk 1, 67-79

Präfamen: Das Wirken Gottes ist wunderbar. Der Täufer Johannes wird einem hochbetagten Ehepaar versprochen, das die Hoffnung auf ein eigenes Kind längst aufgegeben hatte. Weil der Vater Zacharias nicht glauben wollte, was ihm der Engel Gottes verkündigte, verschlug es ihm für die Zeit bis zur Geburt die Sprache. Erst als das Kind geboren und benannt war, konnte er wieder reden. Die ersten Worte, die er sprach, ist ein Lobpreis Gottes, der im Lukas-Evangelium im 1. Kapitel aufgeschrieben ist:

Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach:

68 Gelobt sei der Herr, der Gott Israels!
Denn er hat besucht und erlöst sein Volk
69 und hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils
im Hause seines Dieners David
70 – wie er vorzeiten geredet hat
durch den Mund seiner heiligen Propheten –,
71 dass er uns errettete von unsern Feinden
und aus der Hand aller, die uns hassen,
72 und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern
und gedächte an seinen heiligen Bund
73 und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben,
74 dass wir, erlöst aus der Hand unsrer Feinde,
75 ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang
in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.
76 Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen.
Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest
77 und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk
in der Vergebung ihrer Sünden,
78 durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes,
durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe,
79 damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes,
und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Predigt - Jesaja 45,1-8

1 So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Kyros, 
den ich bei seiner rechten Hand ergriff, 
dass ich Völker vor ihm unterwerfe und Königen das Schwert abgürte,
damit vor ihm Türen geöffnet werden und Tore nicht verschlossen bleiben: 

2 Ich will vor dir hergehen und das Bergland eben machen, 
ich will die ehernen Türen zerschlagen und die eisernen Riegel zerbrechen 
3 und will dir heimliche Schätze geben und verborgene Kleinode, 
damit du erkennst, dass ich der HERR bin, 
der dich beim Namen ruft, der Gott Israels. 
4 Um Jakobs, meines Knechts, und um Israels, meines Auserwählten, willen 
rief ich dich bei deinem Namen und gab dir Ehrennamen, 
obgleich du mich nicht kanntest. 

5 Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer mir. 
Ich habe dich gerüstet, obgleich du mich nicht kanntest, 
6 damit man erfahre vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, 
dass keiner ist außer mir. 
Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, 
7 der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, 
der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. 
Ich bin der HERR, der dies alles tut. 

8 Träufelt, ihr Himmel, von oben, 
und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! 
Die Erde tue sich auf und bringe Heil, 
und Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich, der HERR, erschaffe es.

1 So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Kyros ... 

Wir befinden uns im 6. vorchristlichen Jahrhundert. Kyros II, auch der Große genannt, regiert in Persien. Er hat mit dem Volk Israels und mit deren Gott zunächst einmal nichts zu tun. Vielmehr ist Kyros darauf aus, die Grenzen des ehemals kleinen altpersischen Reichs seines Vaters deutlich auszuweiten. Das gelingt ihm und er legt damit den Grundstein zum persischen Großreich, das erst 330 v.Chr. durch Alexander den Großen zerstört wird.

Ein Reich, dass seiner Eroberung zum Opfer fiel, war das babylonische. Die Babylonier hatten 586 v.Chr. die Israeliten besiegt, Jerusalem erobert, den Tempel zerstört und die Oberschicht nach Babylon deportiert. 539 v.Chr. konnte das babylonische Reich den Angriffen der Perser nicht mehr standhalten und war fortan Geschichte. 

Kyros gilt als der König, der den Israeliten nach knapp 60 Jahren die Rückkehr ins Land der Väter erlaubte. Die Israeliten sahen Gott am Werk. Obwohl Kyros keinen Bezug zum Gott Israels hatte, nennt Gott Kyros durch den Mund seines Propheten seinen Gesalbten, seinen Messias, seinen Erlöser Israels. 

Und auch die erfolgreiche Expansionspolitik, die Kriegsführung des Perserkönigs betrachtet der Prophet als Gottes Werk: 

Kyros, den ich bei seiner rechten Hand ergriff, 
dass ich Völker vor ihm unterwerfe und Königen das Schwert abgürte,
damit vor ihm Türen geöffnet werden und Tore nicht verschlossen bleiben: 
2 Ich will vor dir hergehen und das Bergland eben machen, 
ich will die ehernen Türen zerschlagen und die eisernen Riegel zerbrechen 
3 und will dir heimliche Schätze geben und verborgene Kleinode, 

Wenn das Zweite Testament den Auftritt Johannes des Täufers beschreibt, greifen die Verfasser übrigens auf das gleiche Bild zurück: 

1  Zu der Zeit kam Johannes der Täufer und predigte in der Wüste von Judäa 2  und sprach: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen! 3  Denn dieser ist's, von dem der Prophet Jesaja gesprochen und gesagt hat (Jesaja 40,3): »Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg und macht eben seine Steige!« - Jesja: Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden …

Warum macht Gott das alles für und mit Kyros?

damit du - Kyros - erkennst, dass ich der HERR bin, 
der dich beim Namen ruft, der Gott Israels. 

Gott gibt Kyros die Machtfülle aber auch, weil er sein Volk Israel im Blick hat. Gott hatte sein Volk nicht abgeschrieben, Gott wollte vielmehr für Israel eine Zukunft!

4 Um Jakobs, meines Knechts, und um Israels, meines Auserwählten, willen 
rief ich dich bei deinem Namen und gab dir Ehrennamen, 
obgleich du mich nicht kanntest. 

Alles, was ihnen widerfährt, beziehen die Israeliten auf Gott - die guten Tage, aber auch die Niederlage, die ihnen durch die Babylonier zugefügt wurde. Das war sicherlich ein langer Weg gewesen. Aber man hatte die Zeit des Exils genutzt, man erinnerte sich an das, was die Propheten über Jahrzehnte, Jahrhunderte in Gottes Namen gepredigt hatten. 

Haltet euch an Gott, achtet das Recht und übt Gerechtigkeit gegenüber jedermann, steht den Schwachen bei und stärkt sie.

Die Israeliten hatten diesen Weg mit Gott verlassen, jetzt mussten sie die Folgen tragen. Es war kein blindes Schicksal, das sie getroffen hatte. Manche sprechen hier von der Strafe Gottes, ich denke, dass es einfach nur die logische Folge ist, dass der Weg ins Verderben führt, wenn Menschen gottlos leben. 

Damit wird der Glaube systemrelevant, er stabilisiert die Lage der unterlegenen Israeliten im Exil. Und für jeden Israeliten ist der Glaube an den Gott der Väter existenzrelevant, weil sie sich von Gott auch im Exil getragen wissen. 

Hier beschreiten die Gläubigen einen Weg, den wir nicht betreten wollen. Die großen Volkskirchen können in der aktuellen Situation Gottes Wirken nicht erkennen. 

5 Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer mir. 

Diese Überzeugung hatte sich bei den Israeliten durchgesetzt. Ob dies bei uns auch bekannt werden kann?

Ich habe dich gerüstet, obgleich du mich nicht kanntest, 
6 damit man erfahre vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, 
dass keiner ist außer mir. 

Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, 
7 der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, 
der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. 
Ich bin der HERR, der dies alles tut. 

Und jetzt, wo sich Zukunft abzeichnete, war auch wieder Gott am Werk. 

8 Träufelt, ihr Himmel, von oben, 
und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! 
Die Erde tue sich auf und bringe Heil, 
und Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich, der HERR, erschaffe es.

Das prophetische - und damit auch das göttliche Stichwort: Gerechtigkeit!

Wenn wir auf das Weihnachtsfest - Fest der Liebe, Fest der Familie, des miteinanders - zugehen, wird genau dieses Stichwort thematisiert. 

Lied: Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich … Heut schleußt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis - Engel: Ehre sei Gott in der Höhe, Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. 

Sonntag, 28. November 2021

1. Advent 2021

28. November 2021

Brot für die Welt

Mit dem 1. Advent startet in der Evangelischen Kirche traditionell die Aktion Brot für die Welt. In diesem Jahr unterstützte der Kirchenkreis das Projekt "Genug zum Leben trotz Klimawandel in Bangladesch" (https://www.brot-fuer-die-welt.de/projekte/bangladesch-klimawandel/). 

Anspiel und Präsentation von Brot für die Welt

Wir nutzten für den Gottesdienst das Material von Brot für die Welt. Zunächst griffen wir auf das Anspiel aus dem Gottesdienstbuch von Brot für die Welt zurück (Seite 9ff). Außerdem bauten wir die von Brot für die Welt zusammengestellte Präsentation (verlinkt ist die Seite, wo man die Präsentation findet) mit Infos zu Bangladesch für die eigene Präsentation zum Adventsgottesdienst. 

Die hier und im Gottesdienst gezeigten Bilder zu Brot für die Welt stammen alle von den verlinkten Seiten. 

Bilder von biblischen Geschichten

Die Bilder zu den biblischen Geschichten findet man auf verschiedenen Internetseiten. Ursprünglich fand ich sie unter dem Stichwort "sweet publishing". Auf der Seite 

https://www.unfoldingword.org/sweet-publishing 

kann man zur Verwendung der Bilder lesen: 

The free Bible illustrations listed below are © Sweet Publishing and are made available under the terms of the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license. This means you are free to redistribute, adapt, and use these illustrations in your own work, provided that you

1. Attribute the illustrations to Sweet Publishing with a link, where possible, to http://sweetpublishing.com,

and

2. Release any derivative works (what you create with them) under the same license.

Die Fotos zur Gustav-Adolf-Kirche habe ich alle selbst gemacht. 

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum 1. Advent - teilweise - unter der Nummer 954.01. Die Reform der Perikopenordnung aus dem Jahr 2018 hat einiges durcheinander gebracht. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. (Sach 9, 9b)

Wochenlieder:

  • Nun komm der Heiden Heiland (EG 4) oder
  • Wie soll ich dich empfangen (EG 11)

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Lieder für den Gottesdienst

  • EG 1 Macht hoch die Tür, die Tor macht weit
  • Psalm 24
  • EG 11 Wie soll ich dich empfangen
  • EG 12 Gott sei Dank durch alle Welt
  • EG 9 Nun jauchzet, all ihr Frommen
  • EG 18 Seht, die gute Zeit ist nah

Anspiel

Der Text ist auf mehrere Sprecher verteilt. Ein Engel nimmt die Gemeinde mit durch die Zeiten und schenkt verschiedenen Menschen einen Traum. Er beginnt bei Jeremia, ist dann bei Josef, Marias Ehemann. Dann kommt er in der Gegenwart zu Pia, die in geordneten Verhältnissen in Deutschland lebt. Jantti, die der Engel zum Schluss besucht, lebt in Bangladesch und muss mit den veränderten Umweltbedingungen zurechtkommen. 

Immer, wenn der Engel sprach, wurde das Bild vom kleinen Engel auf unserem Altarbild eingeblendet. Dieses Figürchen hatte uns jemand im Herbst 2021 vor die Kirchentür gesetzt. Seither ist die Kirche sein Zuhause. 

Die Texte wurden von Teamerinnen und Teamern und von einer Kirchenvorsteherin gelesen. 

Jeremia

Ich bin in Gottes Auftrag unterwegs, durch Raum und Zeit. Wir Engel sind flüchtige Wesen, von Gott gesandt, manchmal kaum bemerkt. Aber wir können bewirken, dass Menschen träumen. Ich gebe Menschen den Traum von Gott und Gottes Reich. Darin begegnen Menschen sich achtsam und voller Liebe.  Da ist Gerechtigkeit und Friede. Hier bin ich bei Jeremia. Er lebte im Reich Juda, im heutigen Palästina, ungefähr vor 2600 Jahren.

Oh, ich habe so gut geschlafen. 

Aber jetzt bin ich wach und alle Sorgen sind wieder da. Wir vermissen unseren alten König Josia sehr. Der hörte auf Gottes Wort und wollte, dass es allen gut geht. Der jetzige König heißt Jojakim. Der ist ein Despot. 

Gott hatte zu mir gesagt: “Nimm eine Schriftrolle. Baruch soll darauf alle Worte schreiben, die ich zu dir geredet habe über Israel … von der Zeit an, da ich zu dir geredet habe, nämlich von der Zeit Josias an bis auf diesen Tag. Vielleicht wird Israel ... sich bekehren, jeder von seinem bösen Wege …”

Doch was machte Jojakim? Er ließ sich von seinem Schreiber Jehudi alles vorlesen. Sooft Jehudi nun drei oder vier Spalten gelesen hatte, schnitt Jojakim sie ab mit einem Schreibmesser und warf sie ins Feuer, das im Kohlenbecken war, bis die ganze Schriftrolle im Feuer verbrannt war. 

Aber Gott lässt sich nicht spotten. Solch ein Frevel des politischen Führers wird das Volk ins Verderben führen. 

Jetzt kommt mir wieder dieser schöne Traum in den Sinn, den ich in dieser Nacht hatte: Das wird nicht das Ende sein. … Unser Gott verlässt uns nicht. Ich weiß es, Gott wird uns irgendwann einen neuen König schenken. Das wird ein gerechter König sein. Der wird dafür sorgen, dass es auch den Kranken und Schwachen gut geht, dass sie nicht unter die Räder kommen. Und wir werden alle wieder zusammen sein. Wir werden im Tempel sein und ... Gott Loblieder singen.

Josef

Nun gehe ich 600 Jahre weiter. Hier bin ich in Nazareth. Ich werde Josef, dem Zimmermann, einen Traum schenken.

Mir geht es nicht gut. Meine Verlobte erwartet ein Kind. Das Kind ist nicht von mir. Das ist eine große Schande für uns. Ich will sie nicht ins Unglück stürzen. Deshalb wollte ich eigentlich fortgehen. Das wäre so traurig.

Aber was war denn das gerade für ein Traum: Das war so, als würde Gott selbst mit mir sprechen und sagen: „Josef, es ist alles gut, das Kind ist von Gott gewollt. Es wird ein gerechter König sein, der wird dafür sorgen, dass es allen Menschen gut geht. Gerade euch kleinen Leuten, die ihr alles so schwer habt und oft nicht wisst, wovon ihr morgen leben sollt. Dieser König wird für euch da sein.“ 

Und ich ‒ ich werde mit meiner zukünftigen Frau diesen König großziehen ‒ was für eine Ehre.

Pia

Ich gehe nun 2000 Jahre weiter: Hier bin ich bei Pia. Sie lebt in Deutschland.

gefunden bei Pixabay

Ach, ich habe gerade etwas ganz Schönes geträumt. Ich war bei meiner Freundin Lena. Sie sucht schon lange eine größere, bezahlbare Wohnung. Im Traum hatte sie eine gefunden, für sich und ihre Familie. - Dann haben wir einen Ausflug gemacht. Und auf der Straße standen fast keine Autos. Dafür fuhren wahnsinnig viele Fahrräder. Wir sind rausgefahren, an den See, mit dem Bus. Der war voller Leute. Und am See standen keine Autos, weil alle mit dem Bus gekommen waren. Denn die Leute wollten, dass sich die Erde nicht weiter erwärmt. “Wir können die Klimakrise abwenden”, sagten sie, “wenn alle mitmachen”. 

Jantti

Nun gehe ich 7000 Kilometer weiter nach Osten, und hier bin ich bei Jantti. Sie lebt in Bangladesch.

Wir machen uns jeden Tag Sorgen, hier bei uns in Bangladesch an der Küste. Früher konnten wir hier Reis und Gemüse anbauen. Aber das geht immer schwerer, sagt Mama, weil ständig so schreckliche Stürme kommen.

Die machen alles kaputt und alles ist überschwemmt. Wir müssen alle zusammen so viel arbeiten. Auch ich muss mit anpacken, dabei bin ich doch ein Kind. Und trotzdem kann ich nicht in die Schule gehen. Mein Papa fährt immer in die nächste Stadt und schaut, ob er da irgendwie Arbeit findet. Oft ist er tagelang nicht da. 

Aber was war das gerade für ein Traum? Irgendwie machte das alles gar nicht mehr viel aus. Meine Eltern hatten gelernt, wie man Reis angebaut, der auch mit Salzwasser gut wächst. davon haben wir so viel geerntet, dass wir auf einmal genug Geld hatten. Ich konnte sogar zur Schule gehen! Und wir hatten einen Schutzraum. Da konnten wir einfach rein, als die Flut kam und der Sturm. Da waren wir sicher.

Es ist wichtig, dass die Leute träumen. Im Traum sehen sie, was möglich ist. Mehr, als ihnen diese Träume zu geben, kann ich nicht für sie tun. Aber sie haben ihre Köpfe. Damit können sie aus den Träumen Ideen machen. Und sie haben ihre Hände, damit können sie die Ideen in die Tat umsetzen.

Präsentation von Brot für die Welt

Diese Präsentation schaut man sich am besten über die Seite von Brot für die Welt direkt an.

Predigtimpuls - Jeremia 23,5-8

5 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird. 6 Zu seiner Zeit soll Juda geholfen werden und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: »Der HERR ist unsere Gerechtigkeit«. 7 Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der HERR, dass man nicht mehr sagen wird: »So wahr der HERR lebt, der die Israeliten aus Ägyptenland geführt hat!«, 8 sondern: »So wahr der HERR lebt, der die Nachkommen des Hauses Israel heraufgeführt und hergebracht hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Landen, wohin er sie verstoßen hatte.« Und sie sollen in ihrem Lande wohnen.

Stichworte:

Jesus Christus, König der Juden - mein Königreich ist nicht von dieser Welt

Recht und Gerechtigkeit für die Menschen überall auf der Welt - dann können Menschen in ihren Ländern in Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit leben

Partnerschaft mit dem Missionskreis Kondoa / Tansania und dem kleinen Ort Chemchem

Unsere Kirchengemeinde hat eine Partnerschaft mit Chemchem. Da unsere Verantwortliche Marga Pradel auch Vorsitzende des Partnerschaftsausschuss des Kirchenkreises ist, fließen beide Ebenen bei manchen Projekten zusammen. Zum 1. Advent wurde der Abschluss des Brunnenprojektes in Kondoa vorgestellt, das auch mit Zuschüssen von Brot für die Welt umgesetzt werden konnte. 







Sonntag, 21. November 2021

Ewigkeits- oder Totensonntag 2021

21. November 2021

Am Ewigkeits- oder Totensonntag - auch Gedenktag der Entschlafenen genannt - steht im Zentrum des Gottesdienstes das Gedenken an die Verstorbenen des zu Ende gehenden Kirchenjahres. Die Namen werden noch einmal verlesen und für jeden Verstorbenen wird eine Osterkerze entzündet, Symbol der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Die biblischen Texte und die Predigt sprechen von der christlichen Hoffnung, dass nicht der Tod das letzte Wort hat, sondern Gott, der seinen Sohn von den Toten auferweckt hat und der auch uns und unsere verstorbenen Angehörigen vom Tode zum ewigen Leben erweckt.

Wir feiern morgens um 10.00 Uhr den Abendmahlsgottesdienst in der Gustav-Adolf-Kirche, nachmittags um 15.00 Uhr treffen wir uns noch einmal zum Gottesdienst auf dem Friedhof in der Hüttenstraße. Da lesen wir die Namen aller Verstorbenen, die im vergangenen Kirchenjahr auf diesem Friedhof beerdigt wurden.

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Ewigkeits- oder Totensonntag unter den Nummern 954.73 und 74. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr"; entweder man wählt "Letzter Sonntag im Kirchenjahr" oder "Gedenktag der Entschlafenen"

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an: Ewigkeitssonntag oder Totensonntag.

Wochensprüche:

  • Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen. (Lk 12, 35 - Ewigkeitssonntag)
  • Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. (Ps 90, 12 - Totensonntag)

Wochenlieder:

  • Wachet auf, ruft uns die Stimme (EG 147) Ewigkeitssonntag
  • Warum soll ich mich denn grämen (EG 370) Totensonntag

Lieder für den Gottesdienst

Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor und der Orgel. getragen. 

  • Eingang Pie Jesu aus Requiem op. 48 von Gabriel Faurè
  • Liedvortrag Weiß ich den Weg auch nicht
  • Psalm 90
  • EG 147,1-2 »Wachet auf«, ruft uns die Stimme
  • Liedvortrag Nearer my God to You
  • EG 369 Wer nur den lieben Gott lässt walten
  • EG 369 Man halte nur ein wenig stille

Epistel - 1. Thessalonicher 4,13-18 - Von der Auferstehung der Toten

Präfamen: Den Text der Epistellesung für den heutigen Ewigkeitssonntag haben viele von Ihnen schon auf dem Friedhof am Grab eines Angehörigen gehört, wenn Sie Abschied nehmen mussten von Ihren Lieben. Der Text steht im 1. Brief des Apostel Paulus an die Thessalonicher im 4. Kapitel.

13 Wir wollen euch aber, liebe Schwestern und Brüder, nicht im Ungewissen lassen über die, die entschlafen sind, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. 14 Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die entschlafen sind, durch Jesus mit ihm einherführen. 15 Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind. 16 Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen. 17 Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. 18 So tröstet euch mit diesen Worten untereinander.

Predigt - Römer 6,3-8

Liebe Gemeinde, 

31 Namen habe ich verlesen - mancher ist hier, der in einer anderen Gemeinde von einem lieben Menschen Abschied nehmen musste. Manches Mal im hohen Alter, manches Mal viel zu früh, manches Mal nach schwerer Krankheit, dass wir sagen, der Tod war eine gnädige Erlösung, manches Mal ohne jegliche Vorwarnung, so dass sich die Frage nach dem Warum geradezu aufdrängt.

Wie es auch war - der Tod fragt weder nach dem Warum noch fragt er nach der Zeit, der Tod fordert unerbittlich den Abschied. Doch für uns Christen ist mit dem Tod nicht alles aus und vorbei. Im Brief an seine Gemeinde in Thessaloniki schreibt Paulus: “Wir wollen euch aber, liebe Schwestern und Brüder, nicht im Ungewissen lassen über die, die entschlafen sind, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben.” 1. Kor 15,20: “... Christus ist auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.” Paulus ist dem Auferstandenen vor Damaskus begegnet. Und in dieser Überzeugung formuliert Paulus: “... wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die entschlafen sind, durch Jesus mit ihm einherführen.”

Im Brief an die Römer verbindet der Apostel den Tod mit der Taufe. Für Paulus spiegelt sich so im Beginn des christlichen Lebens das Ende des irdischen Weges wieder. “Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?” So beginnt dieser Text. Hören wir, was Paulus im 6. Kapitel seines Briefes an die Christen in Rom schreibt. 

Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? 4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. 5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. 6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen. 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. 8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.

Heute, wenn wir in der Regel Kinder taufen, dann erschreckt uns der Gedanke an den Tod sehr. Wir haben das gerade geschenkte Leben vor uns - auch wenn manche Eltern die bittere Erfahrung machen müssen, dass ihre Kinder nicht leben können. Dieses Leben fördern, auch wenn die die Welt gerade Kopf steht. 

Aber Paulus hat ein anderes Taufbild. Es sind in der Regel die Erwachsenen, die getauft werden und die dazu in einen Fluss, einen See oder in ein großes Taufbecken steigen und für die Taufe ganz untertauchen. Das ist tatsächlich so etwas wie ein kleines Sterben. Wer schon einmal Atemnot unter Wasser hatte, der weiß, welche Ängste da in einem aufsteigen können. 

Aber der Getaufte bleibt ja nicht unter Wasser. Er taucht wieder auf, um durchzuatmen und in einem neuen Leben zu wandeln. Ein neuer Mensch ist geboren, der sich jetzt mit seinem ganzen Wesen Gott zuwendet. 

Paulus nimmt genau diesen Moment: In der Taufe sterben im Moment des Untertauchens mit Jesus; uns so, wie wir mit ihm sterben, so werden wir mit ihm am Tag der Auferstehung neues Leben empfangen. 

Paulus blickt an dieser Stelle aber nicht allein auf den Tod und die Auferstehung, er nimmt auch das Leben der Christen in den Blick. In der Taufe, so sagt er es, sterben wir der Sünde. Die Sünde, die Macht, die uns von Gott weglocken oder auch wegziehen will, die hat keine Macht mehr über unser. Als begnadigte Sünder können wir versuchen, unser Leben so zu gestalten, dass es Gott gefallen könnte. 

Wenn das unsere Hoffnung ist, können wir unsere Toten getrost Gott anvertrauen. Bei ihm sind sie in Ewigkeit geborgen. Hier auf Erden bewahren wir ihnen ein liebevolles Andenken. Wir erzählen die schönen Geschichten, die Momente, in denen wir glücklich waren. Und wo es etwas zu verzeihen gab, da können wir genau dies tun: Wie Gott uns vergibt, so vergeben auch wir. 

Für uns, die wir zurückbleiben und weiterleben gilt dann: 

Unser Leben währet siebzig Jahre,
und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre,
vielleicht auch 90 und noch mehr
... vergebliche Mühe …
Aber vielleicht gehört das alles dazu, damit wir ...
… bedenken, dass wir sterben müssen,
auf dass wir klug werden.

Wir sollen keine Angst bekommen, wir dürfen vielmehr dankbar sein für jeden Tag, den Gott uns schenkt. Wir können dieses Geschenk sinnvoll und mit Rücksicht auf die anderen gestalten, dass wir dereinst vor ihn treten und sagen können: Wir haben es versucht, nach bestem Wissen und Gewissen. Manches ist gelungen, manches leider auch nicht. Aber wie es auch sei, darauf vertrauen wir:

Sind wir mit Christus gestorben in der Taufe, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden in Ewigkeit in Gottes himmlischen Reich.

Amen. 

15.00 Uhr - Andacht auf dem Friedhof

Jesu geh voran

Psalm 126 - Der Herr erlöst seine Gefangenen

Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, 
so werden wir sein wie die Träumenden. 
Dann wird unser Mund voll Lachens 
und unsre Zunge voll Rühmens sein. 
Da wird man sagen unter den Völkern: 
Der HERR hat Großes an ihnen getan! 
Der HERR hat Großes an uns getan; 
des sind wir fröhlich. 
HERR, bringe zurück unsre Gefangenen, 
wie du die Bäche wiederbringst im Südland. 
Die mit Tränen säen, 
werden mit Freuden ernten. 
Sie gehen hin und weinen 
und tragen guten Samen 
und kommen mit Freuden 
und bringen ihre Garben.

Lesung - Gegen die Leugnung der Auferstehung der Toten - 1. Kor 15

12 Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferweckt ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? 13 Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. 14 Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. 15 Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. 16 Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. 17 Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; 18 dann sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. 19 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.

20 Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.

Von guten Mächten

Predigt

Alles hat seine Zeit - Prediger 3

1 Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: 2 geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; … 4 weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; … 6 suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; … schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; 8 lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit. 

… 10 Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat ... 

Arbeit war sein, war ihr ganzes Leben … Manchmal Mühsal und Not, manches Mal aber auch verbunden mit viel Freude. 

11 Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. 

Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein. Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst. 

um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung ...
um Einsicht, Beherztheit, um Beistand 
um Heilung, um Ganzsein, um Zukunft bitten wir. 

Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst ...

12 Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. 13 Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes. 14 Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Das alles tut Gott, dass man ihn fürchte. 

So nimm denn meine Hände

Fürbitte

Wachet auf, ruft uns die Stimme

Mittwoch, 17. November 2021

Buß- und Bettag 2021

17. November 2021

Evangelisches Gesangbuch

Im Evangelischen Gesangbuch findet man die Texte zum Buß- und Bettag unter der Nummer 954.72. Digital findet man alles auf der Seite "Das Kirchenjahr".

Die Farben des Kirchenjahres lassen sich in dieser Grafik finden. Den liturgischen Kalender bieten die bayrischen Landeskirche und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands an.

Wochenspruch:

Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben. (Spr 14, 34)

Alle nachfolgenden Bibeltexte: Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

Wochenlieder

  • Aus tiefer Not schrei ich zu dir (EG 299, EG 299)
  • Komm in unsre stolze Welt (EG 428)

Gottesdienst

EG 390 Erneure mich, o ewigs Licht 1-3

Vorbemerkung: Geschichte vom Propheten Jona - Jona im Walfischbauch - bisher großen Bogen um die Geschichte gemacht - aber durch die Weltklimakonferenz in Glasgow - und durch all die anderen Bedrohungen, die uns das Leben schwer machen - dadurch bekam die Geschichte für mich plötzlich eine ganz aktuelle Bedeutung. Ich will in diesem Gottesdienst alle 4 Kapitel betrachten. 

Auch wenn ich im Verlauf des Gottesdienstes scheinbar unbefangen von “Jona im Walfischbauch” rede, dann ist das nicht wortwörtlich zu verstehen. “Jona im Walfischbauch” ist ein Bild für die Dunkelheit, die Aussichtslosigkeit, die Menschen in ihrem Leid umgeben kann.

Jona 1 - Jonas Flucht vor Gott 

1 Es geschah das Wort des HERRN zu Jona, dem Sohn Amittais: 2 Mache dich auf und geh in die große Stadt Ninive und predige wider sie; denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen. 3 Aber Jona machte sich auf und wollte vor dem HERRN nach Tarsis fliehen und kam hinab nach Jafo. Und als er ein Schiff fand, das nach Tarsis fahren wollte, gab er Fährgeld und trat hinein, um mit ihnen nach Tarsis zu fahren, weit weg vom HERRN. 4 Da ließ der HERR einen großen Wind aufs Meer kommen, und es erhob sich ein großes Ungewitter auf dem Meer, dass man meinte, das Schiff würde zerbrechen. 5 Und die Schiffsleute fürchteten sich … und einer sprach zum andern: Kommt, wir wollen losen, dass wir erfahren, um wessentwillen es uns so übel geht. Und als sie losten, traf's Jona. ... 9 Er sprach zu ihnen: Ich bin ein Hebräer und fürchte den HERRN, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat. ... 11 Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir denn mit dir tun, dass das Meer stille werde und von uns ablasse? Denn das Meer ging immer ungestümer. 12 Er sprach zu ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer still werden und von euch ablassen. Denn ich weiß, dass um meinetwillen dies große Ungewitter über euch gekommen ist. 13 Doch die Leute ruderten, dass sie wieder ans Land kämen; aber sie konnten nicht, denn das Meer ging immer ungestümer gegen sie an. 14 Da riefen sie zu dem HERRN und sprachen: Ach, HERR, lass uns nicht verderben um des Lebens dieses Mannes willen und rechne uns nicht unschuldiges Blut zu; denn du, HERR, tust, wie dir's gefällt. 15 Und sie nahmen Jona und warfen ihn ins Meer. Da wurde das Meer still und ließ ab von seinem Wüten. …

2,1 Aber der HERR ließ einen großen Fisch kommen, Jona zu verschlingen. Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächte. 2 Und Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, im Leibe des Fisches ...

Jona 2 - Psalm

Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, 
und er antwortete mir. 
Ich schrie aus dem Rachen des Todes, 
und du hörtest meine Stimme. 
4 Du warfst mich in die Tiefe, mitten ins Meer, 
dass die Fluten mich umgaben. 
Alle deine Wogen und Wellen gingen über mich, 
5 dass ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen, 
ich würde deinen heiligen Tempel nicht mehr sehen. 
6 Wasser umgaben mich bis an die Kehle, 
die Tiefe umringte mich, 
Schilf bedeckte mein Haupt. 
7 Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, 
der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich. 
Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott! 
8 Als meine Seele in mir verzagte, 
gedachte ich an den HERRN, 
und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel. 
9 Die sich halten an das Nichtige, 
verlassen ihre Gnade. 
10 Ich aber will mit Dank dir Opfer bringen. 
Meine Gelübde will ich erfüllen. 
Hilfe ist bei dem HERRN.
 

EG 366 Wenn wir in höchsten Nöten sein 1-4


Jona 3 - Jonas Predigt und Ninives Buße

Bevor wir schauen, wie es mit Jona weitergeht - wir wissen ja, der Fisch spuckt ihn wieder aus -, müssen wir uns noch einmal erinnern, wie Jona zu Gott steht. Als die Seeleute Jona als denjenigen erkennen, der für den Sturm verantwortlich ist, da antwortet Jona ihnen: “Ich bin ein Hebräer und fürchte den HERRN, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat.” Angesichts des Anfangs ist das schon ein starker Satz. “Mache dich auf und geh in die große Stadt Ninive und predige wider sie; denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen.” Das war der Auftrag Gottes an Jona. Und was macht der, der “den HERRN, den Gott des Himmels” fürchtet, den Gott, “der das Meer und das Trockene gemacht hat”? Jona macht sich auf und flieht vor gott nach Tarsis … Ohne dass es überheblich sein soll: Das ist keine Gottesfurcht. 

Wenn wir uns dann aber Jonas Gebet in Erinnerung rufen, dann müssen wir festhalten: Jona hat seine Lektion offensichtlich gelernt, ihn hat die Not beten gelehrt - und Gott hat ihn erhört. Es ist ein berührendes Gebet. Jonas ganze Not kommt in diesen Zeilen zum Ausdruck: 

Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, 
Ich schrie aus dem Rachen des Todes, 
4 Du warfst mich in die Tiefe, mitten ins Meer, 
dass die Fluten mich umgaben. 
Alle deine Wogen und Wellen gingen über mich, 
6 Wasser umgaben mich bis an die Kehle, 
die Tiefe umringte mich …

Im letzten Vers seines Gebetes wird deutlich, dass Jona sich letztlich an Gott halten will: 

10 Ich aber will mit Dank dir Opfer bringen. 
Meine Gelübde will ich erfüllen. 
Hilfe ist bei dem HERRN.

11 Und der HERR sprach zu dem Fisch, und der spie Jona aus ans Land.

1 Und es geschah das Wort des HERRN zum zweiten Mal zu Jona: 2 Mach dich auf, geh in die große Stadt Ninive und predige ihr, was ich dir sage! 3 Da machte sich Jona auf und ging hin nach Ninive, wie der HERR gesagt hatte. ... 

4 Und Jona … predigte … und sprach: Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen. 5 Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und riefen ein Fasten aus und zogen alle, Groß und Klein, den Sack zur Buße an. 

6 Und als das vor den König von Ninive kam ...

Die Menschen reagieren auf Jonas Predigt. Sie warten nicht, bis die da oben etwas machen, sondern sie lassen sich von Jonas Predigt inspirieren, selbst mit der Umkehr, mit der Buße zu beginnen. 

6 Und als das vor den König von Ninive kam, stand er auf von seinem Thron und legte seinen Purpur ab und hüllte sich in den Sack und setzte sich in die Asche 7 und ließ ausrufen und sagen in Ninive als Befehl des Königs und seiner Gewaltigen: 

Es sollen weder Mensch noch Vieh, weder Rinder noch Schafe etwas zu sich nehmen, und man soll sie nicht weiden noch Wasser trinken lassen; 8 und sie sollen sich in den Sack hüllen, Menschen und Vieh, und heftig zu Gott rufen. Und ein jeder kehre um von seinem bösen Wege und vom Frevel seiner Hände! 9 Wer weiß, ob Gott nicht umkehrt und es ihn reut und er sich abwendet von seinem grimmigen Zorn, dass wir nicht verderben. 

Der König und seine Großen lassen sich anstecken und inspirieren von dem, was das Volk tut. Sie schließen sich der Umkehr an: “... ein jeder kehre um von seinem bösen Wege und vom Frevel seiner Hände …” Das ist ein guter Vorsatz. 

“Wer weiß, ob Gott nicht umkehrt und es ihn reut und er sich abwendet von seinem grimmigen Zorn, dass wir nicht verderben.” Sicher ist sich der König nicht, aber was hat man schließlich zu verlieren. Es könnte klappen. 

Eine etwas andere Sicht: Wenn jeder den bösen Weg verlässt, wenn die Hände - und wohl auch der Mund und der ganze Mensch - wenn kein Frevel mehr geschieht, wenn anderen - Menschen und Tieren und auch der Umwelt - kein Schaden mehr zugefügt wird, wenn Menschen stattdessen für einander und für die ganze Welt Gutes tun, dann wird sich alles auch zum Guten fügen. Und das nicht, weil gott von der Strafe ablässt, sondern weil Menschen auf dem gottgewollten Weg sich bewegen. 

10 Als aber Gott ihr Tun sah, wie sie umkehrten von ihrem bösen Wege, reute ihn das Übel, das er ihnen angekündigt hatte, und tat's nicht.

Was dann passiert, ist eigenartig. 

Jona 4 - Jonas Unmut und Gottes Antwort

1 Das aber verdross Jona sehr, und er ward zornig 2 und betete zum HERRN und sprach: Ach, HERR, das ist's ja, was ich dachte, als ich noch in meinem Lande war. Deshalb wollte ich ja nach Tarsis fliehen; denn ich wusste, dass du gnädig, barmherzig, langmütig und von großer Güte bist und lässt dich des Übels gereuen. 3 So nimm nun, HERR, meine Seele von mir; denn ich möchte lieber tot sein als leben. 

4 Aber der HERR sprach: Meinst du, dass du mit Recht zürnst? … Sollte mich … nicht jammern Ninive, eine so große Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen sind, die nicht wissen, was rechts oder links ist, dazu auch viele Tiere?

Letztendlich ist es so, wie es uns der Wochenspruch sagt: 

… die Sünde ist der Leute Verderben ...
… aber Gerechtigkeit erhöht ein Volk ...  (Spr 14, 34)

EG 366 Wenn wir in höchsten Nöten sein 5-7


Abendmahl

Psalm 51 - Gott, sei mir Sünder gnädig! 

(Der vierte Bußpsalm - EG 727)

Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte,
und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.
Wasche mich rein von meiner Missetat,
und reinige mich von meiner Sünde;
denn ich erkenne meine Missetat,
und meine Sünde ist immer vor mir.
An dir allein habe ich gesündigt 
und übel vor dir getan
auf dass du Recht behaltest in deinen Worten
und rein dastehst, wenn du richtest.
Siehe, dir gefällt Wahrheit, die im Verborgenen liegt,
und im Geheimen tust du mir Weisheit kund.
Lass mich hören Freude und Wonne,
dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.
Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden,
und tilge alle meine Missetat.
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz,
und gib mir einen neuen, beständigen Geist.
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,
und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir.
Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe,
und mit einem willigen Geist rüste mich aus.

Lossprechung

Jesus Christus spricht: „Kommt her zu mir alle, die ihr unter Sorgen und Schuld leidet; ich will euch Erleichterung verschaffen.“

Wir brauchen jetzt nicht mehr zurückblicken in unsere Vergangenheit, wir können vielmehr nach vorn schauen, in unsere Zukunft. Was uns belastet hat, das zählt vor Gott nicht mehr. Frei von Schuld können wir einen neuen Weg beginnen. Reinen Herzens, fröhlich und mutig, können wir wieder aufeinander zugehen.

Gott begleite uns mit seinem Heiligen Geist. Amen.

Vaterunser und Einsetzungsworte


fT 191 Verleih uns Frieden